Sehenswertes. Lesenwertes.


Für Kommentatoren An dieser Stelle können Videos und Artikel von anderen Seiten verlinkt werden, die auf irgendeine Art zu den Themen passen, die wir in diesem Blog diskutieren, auch wenn sie gerade nicht dem Thema eines aktuellen Blogbeitrags entsprechen.

Gorbatschow und Gödelitz – Overton

eingestellt von @u_s

Vor drei Jahren, am 30. August 2022, starb der ehemalige sowjetische Staatschef und Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow.

Bis zum Kältetod – Junge Welt – Marc Püschel

eingestellt von @pleifel

Ein Essay über den Niedergang des Politischen, die sogenannte Cancel Culture und eine Krise ohne Alternative.

„Wir müssen eine atomwaffen- und gewaltfreie Welt schaffen!“ – NachDenkSeiten – Leo Ensel

eingestellt von @pleifel

Zum Film „Gorbatschow und Gödelitz – Frieden“, der im November in die Kinos kommt.

Die Diktatur des Monetariats – Radio Lora – Ulrich Seibert

eingestellt von @gelse

In dieser Sendereihe behandelt Buchautor und Diplomkaufmann Ulrich Seibert die wesentlichen Aspekte des Neoliberalismus.

Das Mädchen und der Generalsekretär – Manova – Leo Ensel

eingestellt von @u_s

„Die Russen sind wie wir“ schrieb die zehnjährige Samantha Smith nach ihrer Reise in die Sowjetunion — ihr Vorbild kann auch heutige Friedensbemühungen inspirieren.

«Eine Versöhnung wurde nie zugelassen» – Junge Welt – Kristian Stemmler/Klaus Schittich

eingestellt von @pleifel am 2.9.2025

Lettland: Angehörige der russischen Minderheit wegen angeblicher Gefahr für Fortbestand des Staates vor Gericht.

1500 Veteranen der Waffen-SS marschieren durch Riga – Der Spiegel

eingestellt von @nerazzurra am 4.9.2025

In Riga haben sich [am 16. März 2015] 1500 Veteranen der Waffen-SS versammelt, um an eine Schlacht gegen die Rote Armee zu erinnern.

Für das Miteinander wenig hilfreich – taz – Barbara Oertel

eingestellt von @nerazzurra am 5.9.2025

In Lettland sind lettische Grundkenntnisse Pflicht, während Russisch aus den Schulen verbannt wird.

Nichts wie raus aus Donezk – Junge Welt – Kateryna Farbar

eingestellt von @nerazzurra am 3.9.2025

Warum drei junge Frauen aus der »Donezker Volksrepublik« 2022 in ukrainisch kontrolliertes Gebiet flohen.

Wiktor Janukowitsch: NATO-Beitritt ist weiterhin unser Ziel – Djen – ein F.A.Z-Interview

eingestellt von @Petrowitsch am 5.9.2025

Zwei Jahre nach der Orangenen Revolution in der Ukraine [2006] führte Viktor Janukowitsch erneut die Regierung an.

Diskussionsreihe Glenn Diesen – YouTube Channel

eingestellt von @Mymind am 3.9.2025

es gibt auch ein englisches Original

Diesen ist Professor an der staatlichen Universität Südost-Norwegen und gilt als Russlandversteher.

Kiew 2014 – Daniele Ganser

eingestellt von @Robert Zapf am 3.9.2025

Man kann den Ukraine-Konflikt nicht verstehen, ohne auch über den Maidan-Putsch zu reden.

Jenseits der Blase – ISM – Svenja Appuhn

eingestellt von @glenlivet am 5.9.25

Wollen wir als Linke langfristig erfolgreich sein, müssen wir uns mit denjenigen verbünden, die mit Politik aktuell nichts zu tun haben wollen.

Der Killerpate – Junge Welt – Susann Witt-Stahl

eingestellt von @pleifel am 6.9.2025

Andrij Parubij hat ein weltbewegendes Kapitel politischer Kriminalgeschichte geschrieben, das bis heute nicht aufgearbeitet ist.

Bürgergeld: Feindbilder und Luftbuchungen – Blätter – Ullrich Schneider

eingestellt von @pleifel am 6.9.2025

Die angekündigten großen Einsparungen beim Bürgergeld dürften die nächste Wahlkampfblase sein, die platzt.

Eine Rede an Europa 2025 – Festwochen – Lea Ypi

eingestellt von @pleifel am 6.9.2025

Über Migration, Staatsbürgerschaft und Nathan, den Weisen.

Wir müssen Brüssel erobern – Achgut – Márton Ugrósdy

gefunden von @Robert Zapf und eingestellt von @izitiwab am 8.9.2025

Europa befindet sich in einer strategischen Sackgasse.

Deutsch-sowjetische Beutepartnerschaft – Freie Universität Berlin – Daniel Koerfer

eingestellt von @izitiwab am 13.9.2025

Hintergründe zum Zusatzprotokoll des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrags vom 23. August 1939

Frankreich ist verloren – wenn es sich nicht intellektuell befreit – Relevante Ökonomik – Heiner Flassbeck

eingestellt von @glenlivet am 13.9.2025

Ein Plädoyer dafür, das staatliche Schuldenmachen nicht so schwer zu nehmen.

Frankreich – Karre im Dreck – EGON-W-KREUTZER.DE – E. W. Kreutzer

eingestellt von @glenlivet am 13.9.2025

Ein Plädoyer dafür, dass man doch nicht unbegrenzt Geld ausgeben kann.

Die Botschaften der Drohnen in Polen – GlobalBridge – Ralph Bosshard

eingestellt von @u_S am 14.9.2025

Eine Diskussion verschiedener Hypothesen über die etwa 20 Drohnen, die in der Nacht von 9. zum 10. September 2025 im polnischen Luftraum flogen.

Schlauer als Ursula – Junge Welt – Reinhard Lauterbach

eingestellt von @Robert Zapf am 18.9.2025

Trump und die Russland-Sanktionen

Jelzin bleibt bei striktem Nein zur NATO-Erweiterung – Der Tagesspiegel – Anonymus

eingestellt von @pleifel am 18.9.2025

Auf dem Gipfeltreffen mit US-Präsident Clinton in Helsinki im März 1997

Russland stimmt NATO-Osterweiterung zu – SWR2 – Cai Rienäcker

eingestellt von @Petrowitsch am 18.9.2025

NATO-Russland-Grundakte am 27. Mai 1997

Russland und die Osterweiterung der NATO – Zürcher Beiträge zur Sicherheitspolitik und Konfliktforschung – Andreas Wenger und Jeronim Perovic

eingestellt von @izitiwab am 18.9.2025

Wenn es derzeit [August 1997] in Russland zu einem aussenpolitischen Thema Einmütigkeitgibt, dann in der Ablehnung der Nato-Osterweiterung.

Der Genozid-Vorwurf gegen Israel und das Völkerrecht – Ach gut – Monika Polzin

eingestellt von @nerazzurra am 20.9.2025

Eine Diskussion der Auslegung der Völkermordkonvention durch den Internationalen Gerichtshof (IGH)

„Die Eurozone wird sich auflösen“ – Ach gut – Viktor Orbán (übersetzt von Krisztina Koenen)

eingestellt von @Robert Zapf am 21.9.2025

Die Welt ist zur Großmachtpolitik zurückgekehrt. Wenn es so weitergeht, wird die Europäische Union als das betrübliche Endergebnis eines edlen Versuchs in die Geschichte eingehen.

Is Orbán the best head of state in Europe? – Overton Magazin – Éva Péli & Tilo Gräser

eingestellt von @MyMind am 23.9.2025

Ist dieser Orbán ein Volkstribun? Oder lediglich jemand, der die Instrumente der Macht brillant zu beherrschen versteht?

Daniele Ganser im Interview: Der Westen ist die größte Gefahr für den Weltfrieden – NachDenkSeiten – Michael Holmes

eingestellt von @Robert Zapf am 24.9.2025

Ganser argumentiert, dass die USA und ihre Verbündeten seit 1991 mehr illegale Kriege geführt haben als jede andere Großmacht und dabei Millionen Opfer verursachten.

Künstliche Intelligenz und menschliche Dummheit – KI-Risiken.de – Karl Olsberg

eingestellt von @pleifel am 24.9.2025

Auch ohne Bewusstsein kann eine KI intelligenter sein als Menschen, rücksichtslos ein Ziel verfolgen und dabei unsere Zukunft zerstören.

Mit den Waffen seiner Gegner – Die Zeit – Felix Stephan

eingestellt von @izitiwab am 27.9.2025

Donald Trumps Kulturkampf [2015/16] wurde mit Mitteln geführt, die die Liberalen erfunden haben.


351 Antworten zu “Sehenswertes. Lesenwertes.”

  1. @u_s

    Danke, hätte ich wahrscheinlich nicht mitbekommen.

    Und daraufhin bei der Suche/Info über das Buch von Bettina Schaefer diesen Link der ND ‚gefunden‘:
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=138194

    Titel: „Wir müssen eine atomwaffen- und gewaltfreie Welt schaffen!“ – Der Film also über Michail Gorbatschow», wie bereits im Overton verlinkt.

    Werde ich mir auf jeden Fall anschauen!

    • Bevor ich es noch ganz vergesse:

      Die Geschichte war echt ruehrend. (Mir kamen sogar die Traenen.)

      Nur leider koennen eben die Kinder die Welt dann doch nicht retten, wenn die Erwachsenen nicht endlich mal zur Vernunft kommen.

      (Und nein, hier ging es nicht ums Klima. Selberlesen 😉 )

  2. Wie es so mit der Qualität westlicher Demokratien so bestellt ist, lässt sich vor allem in den neuen östlichen ersehen/beurteilen.

    Ein Beispiel dafür: ‚Lettland: Angehörige der russischen Minderheit wegen angeblicher Gefahr für Fortbestand des Staates vor Gericht.‘ –>

    https://www.jungewelt.de/artikel/507432.politische-gefangene-in-lettland-eine-vers%C3%B6hnung-wurde-nie-zugelassen.html?sstr=eine%7Cvers%C3%B6hnung%7Cwurde%7Cnie%7Czugelassen

    • Wahrscheinlich muss man unkritisches Mitglied der Blase sein, um den Artikel zu verstehen.

      Ich habe es nicht verstanden und musste deshalb mal 10 Minuten recherchieren. Ich fasse es mal so zusammen. Die neuen Faschisten werden sich Antifaschisten nennen. Ob an den Beschuldigungen etwas dran ist, wird ein Gericht entscheiden.

      • » musste deshalb mal 10 Minuten recherchieren. Ich fasse es mal so zusammen. Die neuen Faschisten werden sich Antifaschisten nennen.»

        Diesmal werden Sie uns bestimmt an konkreten Ergebnissen Ihrer Recherche teilhaben lassen, etwa mit Links oder mit ein bis zwei kurzen Sätzen, worin die Schuld von Tatjana Andrijeca aus Sicht der lettischen Staatsanwaltschaft nun besteht. Wo Sie sich doch schon die Mühe gemacht haben, 10 Minuten zu recherchieren.

        • «etwa mit Links oder mit ein bis zwei kurzen Sätzen, worin die Schuld von Tatjana Andrijeca aus Sicht der lettischen Staatsanwaltschaft nun besteht.»

          Nein, das werde ich nicht. Ich kann kein Lettisch, um eventuelle offizielle Stellungnahmen schnell zu finden. Ich bin nur auf russischen Seiten in sozialen Netzwerken gelandet, auf denen man sich zwar ein grobes Bild machen kann, worum es überhaupt geht, die aber zu unseriös sind, um sie weiterzuverbreiten. Ein klein wenig Verantwortung für meine Posts habe ich schon.

          Aber was fragen Sie mich? Fragen Sie die Junge Welt, worum es geht. Fragen Sie @pleifel, der den Link eingestellt hat. Fragen Sie @Robertt Zapf. Der scheint viel intelligenter zu sein als ich. Bei der Empörung muss er gleich verstanden haben, worum es geht.

          • @Petrowitsch: Ich werde auf Ihre Bemerkungen bis auf Weiteres nicht mehr antworten. Sie stellen irgendetwas in den Raum und können es auf Nachfrage nicht belegen. Sie sind auch nicht bereit anzuerkennen, dass das eine Grundbedingung für eine fruchtvolle Argumentation ist.

            Unter solchen Bedingungen ist eine Diskussion sinnlos.

            • «Unter solchen Bedingungen ist eine Diskussion sinnlos.»

              Das ist das Problem, worüber will man diskutieren, wenn die eigene Meinung schon feststeht und man bei der Jungen Welt oder anderswo nur Bestätigung sucht.

              Warum darf man behaupten, dass die russische Propaganda in der Jungen Welt die Wahrheit ist und bei Zweifeln ist man sofort in der Bringschuld? Ich kenne mich mit Lettland nur sehr oberflächlich aus. Da lerne ich lieber aus der Diskussion, mit vielen Links, der anwesenden Experten.

              • @Petrowitsch

                Sie sind schon ’ne interessante Hausnummer.

                Sie schreiben von ‚Blase‘ und ‚russischer Propaganda‘ in der Sache, bekennen dann großzügig ‚Ich kenne mich mit Lettland nur sehr oberflächlich aus.‘, wobei Sie sich in knapp 10 Minuten auf für Sie unseriösen russischen Seiten haben aufklären lassen, warum der Fall in Lettland nur russische Propaganda sein kann und widerlegen nicht das, was zu beweisen war und bei Ihnen nachgefragt wurde.

                Aus dem Beitrag ergibt sich ja gerade, dass man sich eben in Lettland nicht auf Gerichte verlassen kann, falls man nicht staatskonform aufgestellt ist und/oder die falsche Nationalität aufweist.

                Übrigens gibt es zum Beitrag noch einen längeren Leserbrief.

                • «Ich kenne mich mit Lettland nur sehr oberflächlich aus»

                  Dafür kenne ich mich umso besser mit russischer Propaganda und deren Verbreitern aus. Es ist immer dasselbe Schema.

                  Aber Details zu den Anschuldigungen können Sie nicht liefern? Sie sind mit dem Gelesenen wohl voll zufrieden?

      • @Petrowitsch
        >>>Ich fasse es mal so zusammen. Die neuen Faschisten werden sich Antifaschisten nennen.<<<

        So kann man es natürlich auch zusammenfassen.
        Man kann natürlich auch DARAUF hinweisen und dies stand auch in der JW vom 24.03.2014:

        »Lettische SS-Leute erhalten auch heute noch von der BRD eine Rente. Verfolgte jüdische Bürger, ehemalige Soldaten der Roten Armee leben in bitterer Armut und warten bis heute auf Entschädigung.«

        "Lettland war 1941 bis 1944 von deutschen faschistischen Truppen besetzt. In dieser Zeit haben lettische Polizeibataillone, SS-Freiwilligen-Divisionen fest an der Seite Nazideutschlands gekämpft und gemordet. Lettische SS-Leute erhalten auch heute noch von der BRD eine Rente. Verfolgte jüdische Bürger, ehemalige Soldaten der Roten Armee leben in bitterer Armut und warten bis heute auf Entschädigung. Nahe Riga wurde für Angehörige der lettischen Waffen-SS extra ein »Heldenfriedhof« erbaut, es wurden geschichtsrevisionistische Denkmäler enthüllt, Lenin-Statuen zerstört. Das ist eine Verhöhnung der Opfer des Faschismus und eine Verleumdung des Nürnberger Kriegsverbrechertribunals, das die SS als eine verbrecherische, menschenverachtende Organisation bezeichnete. Nicht nur der Marsch zur »Rehabilitierung« der Waffen-SS bleibt ein politischer Skandal."

        "Der jährliche Aufmarsch zu Ehren von Nazikollaborateuren in der lettischen Hauptstadt Riga war am Sonntag sicht- und hörbarem Protest von Antifaschisten ausgesetzt. Erstmals hatten die einheimischen Nazigegner Unterstützung aus Deutschland: Aus Berlin waren über 30 Antifaschisten angereist.
        Der Marsch der SS-Anhänger findet seit der Unabhängigkeit Lettlands 1991 jedes Jahr am Jahrestag einer Schlacht statt, die die lettischen SS-Divisionen 1944 gegen die Rote Armee geschlagen hatten. Eine derart sichtbare Präsenz internationaler Antifaschisten wie an diesem 16. März gab es bislang aber nicht."

        Faschisten gibt es nicht nur in der Ukraine, auch wenn sie jetzt Antifaschisten sind, weil sie gegen Russland kämpfen…

              • Halb sprachen Sie von Halbwahrheiten 😉

                Wobei bei diesen Zitaten aus der Jungen Welt kann ich auch keine Halbwahrheiten erkennen. Sicher, halb Analyse, halb Meinung. Allerdings finde ich, diese Meinung sollte man als linker Antifaschist schon haben.

                «…wie gut es wieder geklappt hat, von der eigentlichen Frage abzulenken»

                Nun ja, wenn unter diesem Blogbeitrag ein Leser etwas verlinkt, dann haelt er es fuer lesenswert, sehenswert und diskussionswert. Meinetwegen haelt er den inhaltlichen Sachverhalt auch fuer skandaloes. Er ist aber sicher nicht in der Bringschuld, den Inhalt auch noch bis in das letzte Detail hinein auf Richtigkeit zu analysieren.

                Und seien wir doch ehrlich, wir sind da auch nicht anders.

                • @nera
                  «Allerdings finde ich, diese Meinung sollte man als linker Antifaschist schon haben.»

                  Das stimmt zwar für mich in dieser Beziehung vollumfänglich, allerdings habe ich als linker Antifaschist, für den ich mich selbst halte, eine dezidiert andere Meinung zu der Problematik der AfD und der Parole: «Nie wieder ist jetzt».

                  Und da wird es dann nicht nur schwierig sondern richtig ungemütlich mit meinen linken, revolutionären Klassenkämpfern.

                  Und genauso, wie ich damals zum Jugoslawienkrieg eine völlig andere Meinung hatte, damals allerdings nicht im Konflikt mit den Linken, habe ich auch eine völlig andere Meinung zum Ukrainekrieg, diesmal allerdings im Konflikt mit den Linken.
                  Aber das betraf auch schon Corona und Klima.
                  Eigentlich auch Migration, nicht weil ich bei Elend wegschaue, sondern weil es eben wirklich auch Grenzen des Machbaren gibt.
                  Diese zu sehen, ist nicht «unmenschlich».

                  Ich halte unser System als solches eher für «unmenschlich», weil es nicht primär dem Mensch dient, sondern der Profitmehrung weniger.
                  Allerdings hat es sich über die Jahrhunderte schon etwas «menschlicher» gestaltet.
                  Ich bin mir aber sicher, daß es, wenn es wirklich hart auf hart kommen sollte, in seine im System begründete Unmenschlichkeit zurückfallen wird…

                  Die Jahre von 1945 bis 1990, in der sich vor allem die BRD von ihrer «guten, menschlichen» Seite gezeigt hat, war vor allem der Systemkonfrontation an der Grenze geschuldet.
                  Und das es eben auf der einen wie anderen Seite Deutsche gab.

                  Da hat man dann sogar mal «mehr Demokratie gewagt»- aber meiner Meinung nach unter dem real existierendem DRUCK, der vom real existierenden Sozialismus ausging.
                  Wie unvollkommen und vielleicht auch repressiv dieser war.

                  In anderen europäischen Ländern, war der Kapitalismus in dieser Zeit längst nicht so «menschenfreundlich», denken Sie an die Militärjunta in Griechenland.

                  • «Ich bin mir aber sicher, daß es, wenn es wirklich hart auf hart kommen sollte, in seine im System begründete Unmenschlichkeit zurückfallen wird…»

                    Auch wenn ich eher nicht (mehr) als links gelte, bin ich mir da auch sicher. Im Zweifel wird das Grosskapital lieber Frau Weigel an der Macht sehen als Frau Reichinnek. Da bin ich mir sogar ganz sicher.

                    «aber meiner Meinung nach unter dem real existierendem DRUCK, der vom real existierenden Sozialismus ausging»

                    Das ist richtig. Die Verteilung der Erträge hat sich im real existierenden Kapitalismus auch zuungunsten der arbeitenden Bevölkerung verändert, nachdem es keine Systemkonkurrenz mehr gab.

                    • @izi
                      >>>Auch wenn ich eher nicht (mehr) als links gelte,<<<

                      Für mich verkörpern Sie, wenn ich das mal so sagen darf, den liberalen Liberitären in der optimalen Verbindung der den beiden Richtungen innewohnenden besten Eigenschaften.

                      Sie sind kein Traumtänzer sondern humaner Realist, Ihre Ansichten sind, für mich zumindest, absolut nachvollziehbar und auch einsehbar in der ihr innewohnenden Logik.

                      Und dass Sie diesen Blog betreiben, kann ich nicht hoch genug einschätzen, in einer Zeit, in der man ob der, ich weiß nicht mal genau, ob Dummheit das richtige Wort ist, fast verzweifeln möchte.

                      Und ich weiß, wovon ich reden, ich komme gerade wieder von einem MDR Beitrag und den dort sichtbaren Kommentaren:

                      https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landtagswahl/infratest-dimap-umfrage-stimmung-102.html#kommentare

                    • Die Umfrage ist aber auch ein Erdrutsch. Bein INSA lag die CDU bis zur davor letzten Umfrage im Juni immer noch vor der AfD.

                      Es verwundert mich allerdings nicht. Die AfD muss ja nur stillhalten, um Stimmen zu gewinnen, so wie die anderen sich anstellen.

                    • @izi
                      >>>Die Umfrage ist aber auch ein Erdrutsch. Bein INSA lag die CDU bis zur davor letzten Umfrage im Juni immer noch vor der AfD.<<<

                      Ja, die letzte Umfrage war ja auch, wie Sie selbst bemerkten, vom 19.06.

                      Das kann natürlich auch im Zusammenhang mit einem neuerlichen Verbotsantrag gesehen werden.
                      Wie Sie sehen konnten, gehen die Kommentare ja durch die Decke…

                      Für mich eher entscheidend sind allerdings die Kommunalwahlen in NRW im September.

                      "Die Umfragen zur Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen im September 2025 zeigen, dass insbesondere die AfD im Ruhrgebiet stark zulegt und bei bis zu 18 Prozent liegen kann. Sorgen bereiten dies vor allem der SPD, die in Städten wie Duisburg und Gelsenkirchen von der AfD stark bedrängt wird. Dort könnte es zu Stichwahlen mit AfD-Beteiligung kommen, was die etablierten Parteien vor Herausforderungen stellt.

                      In der Region Düsseldorf liegt die CDU in Umfragen vorn, gefolgt von SPD, AfD und Grünen, wobei das Interesse der Bevölkerung an der Kommunalwahl hoch ist. Themen wie innere Sicherheit, Wirtschaftslage, Schulen und Kitas spielen eine wichtige Rolle.

                      Generell wird erwartet, dass die AfD in NRW an Einfluss gewinnt, vor allem in vormals sozialdemokratisch dominierten Ruhrgebietsstädten. Dies wird als erste große Bewährungsprobe für die Parteien nach der Bundestagswahl 2025 angesehen."

                      Dauert ja nicht mehr lang…

                    • Auf Antifaschist kann man sich einigen, wobei ich allerdings sagen muss, dass der Begriff auch schon missbraucht wurde. Dennoch ist es unbedingt richtig, gegen den Faschismus zu sein.

                    • «aufgeweckter Mensch»

                      Nun, dann kann man mich ja zu einem der Antonyme zuordnen, da ich mich eindeutig als Linker betrachte.

                      Und damit ich es abkürze, das Ergebnis von ChatGPT:

                      «Bitte eine prägnante Definition, Beschreibung, was sich heute als links bezeichnen lässt. Vielleicht auch mit der Ergänzung, wogegen Linke vor allem sind.»

                      darauf:

                      «Heute wird der Begriff „links“ in der politischen Landschaft oft verwendet, um Positionen zu beschreiben, die soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und eine Umverteilung von Ressourcen in den Vordergrund stellen. Linke Politik setzt sich typischerweise für die Rechte von Minderheiten, den Schutz der Umwelt, Arbeitnehmerrechte und eine stärkere Rolle des Staates in der Wirtschaft ein, um soziale Ungleichheit zu verringern.

                      Die „Linke“ ist heute vor allem gegen:

                      Neoliberalismus: Die Marktlogik und der freie Wettbewerb als alleinige Lösung für gesellschaftliche Probleme werden abgelehnt.

                      Soziale Ungleichheit: Sie setzt sich für eine Umverteilung von Reichtum und eine gerechtere Verteilung von Ressourcen ein.

                      Diskriminierung: Jegliche Form von Rassismus, Sexismus, Homophobie und anderen Formen der sozialen Ausgrenzung wird abgelehnt.

                      Klimawandel-Leugnung und Umweltzerstörung: Der Schutz der Umwelt und die Bekämpfung des Klimawandels sind zentrale Themen.

                      Militarismus und Imperialismus: Eine Friedenspolitik und eine kritische Haltung gegenüber militärischen Interventionen und imperialistischer Politik sind typisch.

                      Insgesamt geht es bei linker Politik heute um die Förderung von Solidarität, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.»

                      Sollte hinreichend sein und lässt sich natürlich ausweiten/präzisieren.

                • «Wobei bei diesen Zitaten aus der Jungen Welt kann ich auch keine Halbwahrheiten erkennen. »

                  Na ich weiß ja nicht. Das mit den 30% vor Angst zitternden Russen schlucken Sie einfach so? Wennn jemand behaupten würde, die arme verfolgte AfD steht nur unter Beobachtung, weil sie regierungskritisch ist, dann würden Sie nicht nachfragen?

                  • Na ja, ich meinte diese Zitate, die @Robert Zapf in dem Kommentar hatte, auf den Sie direkt geantwortet hatten. Da kamen die dreissig Prozent nicht vor.

                    Ansonsten kenne ich mich – genau wie Sie -nicht in Lettland aus. Ich wuerde aber denken, vor Angst zittern vielleicht nicht unbedingt, aber wirklich wohlfuehlen werden die sich dort wohl auch nicht. Und ob es 30 % sind weiss ich nicht.

                    «Wennn jemand behaupten würde, die arme verfolgte AfD steht nur unter Beobachtung, weil sie regierungskritisch ist…»

                    Ich denke, das kann man nicht vergleichen. Die russische Minderheit ? (ich weiss jetzt nicht genau, ob das alles Russen sind, oder nur die Vorfahren, dh. wie der korrekte Begriff waere)

                    Also, diese Minderheit: das werden ja nicht alles Putin-Freunde sein oder Letten-Hasser. Grundsaetzlich finde ich es falsch alle unter Generalverdacht zu stellen. Und vor allem wuerde ich die russische Sprache nicht aus den Schulen verbannen. (Und stimmt, das machen die Russen in den besetzten Gebieten der Ukraine – meines Wissens – umgekehrt auch. Es sollte nur nicht der Maszstab sein.)

                    https://taz.de/Verbannung-von-Russisch-in-Lettland/!6006786/

                    • «Na ja, ich meinte diese Zitate, die @Robert Zapf in dem Kommentar hatte,..»

                      Ach so. Na dann kurz.
                      Der Marsch der SS Anhänger ist ein Marsch der Legionäre mit sage und schreibe ca. 250 Teilnehmern, soweit ich weiß ohne staatliche Unterstützung. Am 9. Mai wird den russischen Besatzern viel heftiger «gedacht». Lenindenkmäler usw. wurden nicht einfach zerstört, sondern sind in Museen oder entsprechenden Parks gelandet. Es gab immer wieder verschiedene Hilfsprogramme aus Deutschland für Opfer der deutschen Besatzung für die Länder der GUS.

                      Was die russische Sprache angeht, so gebe ich prinzipiell der TAZ recht. Aber es ist halt eine sehr deutsche Sicht, die die Realitäten in den betroffenen Ländern verkennt. Zu den Realitäten gehört das Verdrängen kleiner Sprachen durch große. Vor allem, wenn die Träger großer Sprachen noch das entsprechende «Sendungsbewusstsein» haben. Das Problem von Parallelgesellschaften. Warum spricht in der Lausitz nicht eigentlich jeder auch Sorbisch? Käme ich als sorbischer «Ureinwohner» auch ohne Deutsch in der Lausitz zurecht?

                    • @Petro

                      «Warum spricht in der Lausitz nicht eigentlich jeder auch Sorbisch? Käme ich als sorbischer «Ureinwohner» auch ohne Deutsch in der Lausitz zurecht?»

                      Ehrlich gesagt, dazu habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Ich wuerde aber denken, das Problem stellt sich von beiden Seiten nicht, weil man sich gegenseitig nicht (mehr) Feind ist.

                      Es ist sicher auch nicht alles eitel Sonnenschein, aber die Ortsschilder (und vermutlich nicht nur die) sind zweisprachig, Traditionen koennen ohne Diskrimminierung – so mein Eindruck von heute und von aussen – gepflegt werden, und einer hat’s bei uns schon ohne grosses Aufsehen zu erregen zum Ministerpraesidenten als Mitglied einer stockkonservativen Saechsischen CDU gebracht.

                      Aber Sie sind doch auch Schlitzohr und wollten mit «Lausitz» doch eigentlich unseren Eingeborenen triggern, nich? 😉

                    • «Warum spricht in der Lausitz nicht eigentlich jeder auch Sorbisch? Käme ich als sorbischer «Ureinwohner» auch ohne Deutsch in der Lausitz zurecht?»

                      Die sorbische Sprache erfährt staatliche Förderung. Für sorbischsprachige Studenten gab es in der DDR gemeinsame Wohnheimplätze und auch jetzt wird die sprachliche Minderheit geschützt. Die Ortsschilder sind zweisprachig. Die sorbischsprachige Kultur wird subventioniert. Sie kommt auch immer wieder im Fernsehen vor. Sowohl der RBB als auch der MDR – also öffentlich-rechtliche Sender – strahlen auch sorbischsprachige Beiträge aus.

                      Sorbisch ist eine anerkannte Minderheitssprache, jedoch keine Amtssprache.

                      All das unterscheidet sich sehr stark von der Behandlung der russischsprachigen Minderheiten in baltischen Ländern und in der Ukraine.

                    • @nera

                      «zweisprachig, Traditionen koennen ohne Diskrimminierung»

                      Das ist doch das Problem. Sorbisch wird dazu verwendet, um etwas Volkstum zu erhalten. Aber so hat man doch keine lebendige, sich entwickelnde Sprache. Ich wüsste nicht, dass man auf sorbisch ein IT-Studium, einschließlich Fachliteratur bestreiten kann? Da helfen ein paar zweisprachige Straßenschilder doch nur noch, dass die Sprache nicht ganz verschwindet.

                      Ein ähnliches Schicksal drohten den dem Ukrainischen, Lettischen … auch in der Sowjetunion. Etwas für entzückende Volkslieder und Tänze, die Sprache der Bauern. Wer will so ein Schicksal schon für seine Sprache? Dazu trifft man immer wieder auf eine gewisse Arroganz von Seiten der Russischsprachigen oder deren deutschen Unterstützern.

                      Selbst wenn man Russisch in Lettland komplett verbieten würde, würde die Sprache nicht verschwinden. Dazu gibt es mit Russland und anderswo einfach zu viele Sprachträger. Kleine Sprachen sind, wie man bei den Sorben sieht, viel gefährdeter.

    • Ja, das kann man auch mit der Vorgeschichte Lettlands nicht rechtfertigen.

      Aber ich verstehe nicht, was auch hier wieder in der Antwort zum Ausdruck kommt:

      «Ein anwaltliches Exposé nennt eine Vielzahl von politischen Gefangenen in Lettland mit abscheulich langen Haftstrafen. Menschen, die für etwas büßen, das in einem freien Land als freie Meinungsäußerung rechtens ist.»

      «…das in einem freien Land als freie Meinungsaeusserung rechtens ist.»

      Ist dann die Logik, in Diktaturen & Co. muessen wir es akzeptieren, weil sonst waeren es ja Demokratien?

      Und was ist dann Russland?

      Kindheit und Jugend in der Donezker Volksrepublik.

      https://jungle.world/artikel/2025/08/flucht-aus-der-volksrepublik-in-die-ukraine-nichts-wie-raus-aus-donezk

      (Wer sich’s antun will, muss die linken deutschen Zionisten bezahlen.)

      • @nera
        Ich lese halt nur mal den Einleitungstext:
        «Seit ihrem neunten Lebensjahr lebten Tia, Polina und Marija in der sogenannten Donezker Volksrepublik. Als die russische Armee 2022 zur kompletten Eroberung der Ukraine ansetzte, war das für sie der Anlass, mit ihrem Umfeld zu brechen und in das ukrainisch kontrollierte Gebiet zu fliehen.»

        3 Frauen lebten dort, wollen dort aber unter den Bedingungen nicht mehr leben und fliehen in die Ukraine.
        Man könnte auch weniger dramatisch schreiben: «haben diese Gebiete verlassen.»

        Wissen Sie, wie viele Deutsche 2025 das Land verlassen haben?

        Lt. Perplexity: «Im Jahr 2025 verlassen voraussichtlich etwa 270.000 Deutsche das Land, basierend auf den aktuellsten Zahlen für das Vorjahr und Trends aus dem ersten Halbjahr 2025.»

        Als Gründe werden genannt:
        Politische Unzufriedenheit: Viele Auswanderungswillige kritisieren aktuelle politische Entscheidungen und fühlen sich durch die gesellschaftliche Entwicklung und den Umgang mit Migration, Sicherheit oder Leistungsanreizen nicht mehr vertreten.

        Im Jahr 2025 wandern laut aktuellen Quellen jährlich ungefähr 4.000 Deutsche nach Ungarn aus. Die Zahl der in Ungarn lebenden deutschen Staatsbürger beträgt circa 22.000 und zeigt einen dynamischen Zuwachs von etwa 35% in den letzten vier Jahren, mit einem deutlichen Anstieg auch im letzten Jahr von rund 13%.

        Was bedeutet das für uns und «unsere Demokratie?

        • «Man könnte auch weniger dramatisch schreiben: «haben diese Gebiete verlassen.»

          Nun ja, koennte man. Allerdings war es dramatisch.

          Aber waere es nicht auch besser gewesen, die prorussische Bevoelkerung haette – voellig undramatisch – die ukrainischen Gebiete gen Russland verlassen?

          Ich meine, waere ein Kriegsgrund weniger fuer P. gewesen.

          • Genau das hat Selenskyj der russischstämmigen Bevölkerung empfohlen, denen eine russische Identität näher liegt als eine ukrainische. Das ist eine geschichtsvergessene Dreistigkeit, die hoffentlich eines Tages nicht auch in D Schule macht, indem sich eine Gruppe mit einer neuen nationalen Identität erfindet & den Deutschen, die damit wenig anfangen können, rät, das Gebiet zu verlassen.

          • 2014 war die Forderung der russlandfreundlichen Minderheit, die im Donbass lokal eine Mehrheit war, nicht mehr und nicht weniger als eine föderale Ukraine, in der ihre Minderheitenrechte einschliesslich sprachlicher und kultureller Rechte respektiert worden wären.

            Das wäre eine Lösung gewesen, die den Bevölkerungsverhältnissen und der Geschichte der Ukraine auch angemessen gewesen wäre. Erst als die Nationalisten das rundweg ablehnten und begannen, «prorussische» (eigenlich proföderale) Politiker zu verfolgen, kam es zum Anti-Maidan und erst nachdem Nationalisten des Rechten Sektor Gewalt gegen Anti-Maidan-Demonstranten ausgeübt hatten, wurde der Anti-Maidan so gewalttätig, wie der Maidan gewesen war (Besetzung lokaler öffentlicher Gebäude). Erst als die Zentralregierung auf CIA-Empfehlung mit Waffengewalt dagegen eingriff, kam es zum Bürgerkrieg.

            All das ist keine Rechtfertigung dafür, dass eine Supermacht ein kleineres Nachbarland überfällt. Aber man kann es bei der Einschätzung der Ursachen der gegenwärtigen Situation auch nicht ausser Acht lassen.

            Die prorussischen Ukrainer hätten 2014 die gleichen Rechte haben müssen wie die nationalistischen und die EU hätte eigentlich darauf bestehen müssen, ehe sie ein Assoziierungsabkommen abschloss. Die Sache wäre dann nie derart eskaliert.

            • @izi
              >>>Die prorussischen Ukrainer hätten 2014 die gleichen Rechte haben müssen wie die nationalistischen und die EU hätte eigentlich darauf bestehen müssen, ehe sie ein Assoziierungsabkommen abschloss. Die Sache wäre dann nie derart eskaliert.<<<

              Das ist völlig richtig und mehr muß man dazu eigentlich nicht sagen.
              Leider ging es in dieser ganzen Sache nie wirklich darum.
              Der Plan war ein völlig anderer…

              Und von mir aus unterstellen Sie mir VT, aber ich bin davon überzeugt, daß es den Plan gab, Rußland, wie damals die Sowjetunion in Afghanistan, in eine für sie ausweglose Situation zu bringen.
              In Afghanistan hat es geklappt, auch um den Preis hunderttausender Opfer unter der afghanischen Zivilbevölkerung.
              Nicht mehr lang, und die Sowjetunion war nur noch Geschichte…

              Gleiches schwebte der USA auch 2014 vor, ist meine Überzeugung.

              • Nun ja, dass Putin die Krim genommen hat, hat das Nationalbewusstsein in der Zentralukraine tatsächlich gestärkt. Dass Putin die Ukraine überfallen hat, hat viele muttersprachlich russische und zuvor eher russlandfreundliche Ukrainer zu nationalbewussten Ukrainern und Gegnern Russlands gemacht. Das weiss ich in einem Fall sogar aus erster Hand.

                Insofern ist die Strategie, wenn es eine war, auch aufgegangen. Wenn man sich auf «Lieber die halbe Ukraine ganz als die ganze halb» beschränkt hätte, hätte das aus westlich-ukrainischer Sicht sogar gut ausgehen können.

                Aber die konnten den Hals nicht vollkriegen und wollten die ganze Ukraine ganz. Das liessen die Kräfteverhältnisse nicht zu, wie man sich leicht vorher hätte ausrechnen können.

            • «2014 war die Forderung der russlandfreundlichen Minderheit, die im Donbass lokal eine Mehrheit war, »

              Also nach offiziellen Angaben sah sich eine Mehrheit der Bevölkerung des Donezker Gebiets als Ukrainer, 56,9%.

              Russen kamen nur auf 38,2%

              https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9D%D0%B0%D1%81%D0%B5%D0%BB%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B5_%D0%94%D0%BE%D0%BD%D0%B5%D1%86%D0%BA%D0%BE%D0%B9_%D0%BE%D0%B1%D0%BB%D0%B0%D1%81%D1%82%D0%B8

              Woher haben Sie ihre Angaben?

    • Was soll von einem Staat erwartet werden, der 9% seiner Einwohner als ´Nichtbürger´ klassifiziert? Ein faires Gerichtsverfahren sicherlich nicht. Geht sicherlich konform mit den regelbasierten Menschenrechtsstandards der EU.

      • Das Verfahren, ein Bürger zu werden, soll gar nicht so schlimm sein. Warum machen diese 9% das nicht? Etwa, weil sie durch den Status eines Nichtbürgers überhaupt keine Nachteile haben? Etwa, weil sie mit dem Status eines Nichtbürgers visafrei ins gelobte Land reisen können/konnten?
        Wissen Sie dazu näheres?

      • @Mymind

        «faires Gerichtsverfahren»

        Wenn man sich «nur sehr oberflächlich» in Lettland auskennt, dann sind die Ansichten/Quellen anderer darüber trotzdem irrelevant, worauf man in die bekannten ‚Schleifen‘ läuft, denn der Fragesteller selbst will nicht liefern.

        Müßig also, sich weiter damit aufzuhalten.

  3. @Robert Zapf

    Der Link führt bei mir zum ‚internal Error‘.

    Aus dem Beitrag:
    «Seit dem Überfall der Russischen Föderation auf die Ukraine ist der Alltag der russischen Minderheit, immerhin etwa 30 Prozent der Bevölkerung, mehr denn je geprägt von Schikanen, Verfolgung, Angst.»

    Das würde den USA jederzeit als Grund ausreichen, dann zu intervenieren. Und dazu dürfte sich kaum Kritik regen, eher wäre das Gegenteil der Fall, Stichwort: Menschenrechte.

    • @pleifel

      Sie haben wahrscheinlich nicht perplexity.ai installiert…
      Das kam als Antwort:

      Die Exilregierungen der baltischen Staaten (Estland, Lettland, Litauen) bildeten sich nach der sowjetischen Besetzung 1940 bzw. nach dem Zweiten Weltkrieg im Westen. Diese Regierungen betrachteten sich als rechtmäßige Vertreter ihrer Länder im Exil, da die baltischen Staaten von der Sowjetunion annektiert und als Teil der UdSSR betrachtet wurden, was sie politisch und völkerrechtlich ablehnten.

      Bis 1990, also bis zur Wiedererlangung der Souveränität und Unabhängigkeit (1991), existierten diese Exilregierungen als Symbol nationaler Kontinuität und hielten kulturelle, politische und diplomatische Aktivitäten aufrecht. Die Exilgruppen verfolgten das Ziel, die Freiheit und Unabhängigkeit ihrer Länder wiederherzustellen, obwohl dies während der sowjetischen Herrschaft lange Zeit unmöglich war.

      Diese Exilregierungen beruhten auf der Auffassung, dass die Annexion durch die Sowjetunion völkerrechtswidrig war, weshalb sie das Fortbestehen der baltischen Staaten als unabhängige Staaten betonten. Erst Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre begann im Baltikum selbst die Unabhängigkeitsbewegung, die letztlich zu den Unabhängigkeitserklärungen von Estland und Lettland 1991 führte.

      Wesentlicher Ausgangspunkt für das Exil war die sowjetische Besetzung der baltischen Staaten 1940, wie auch die begonnene Repression und Deportationen, die politisch Verfolgte zur Flucht nach Westen zwangen. Im Exil konnten sich baltische Emigranten kulturell und politisch organisieren und dadurch die politische Identität der Staaten bewahren.

      In Lettland etwa bezeichnete sich das Exil als politisches Exil, wo man sich der kommunistischen Besatzung entzog und die Hoffnung auf erneute Unabhängigkeit im Westen bewahrte. Das Exilverhältnis bestand fast 45 Jahre, bis zur politischen Wende.

      Diese Exilregierungen haben vor allem im Westen diplomatische Anerkennung gefunden und galten als Vertreter der fortbestehenden baltischen Staaten in der internationalen Politik, obwohl sie keinen Zugriff auf die heimischen Staatsgebiete hatten.

      Zusammenfassend: Die baltischen Exilregierungen existierten von der Besetzung 1940 bis 1990 als völkerrechtliche Vertreter ihrer Nationen im politischen Exil, mit dem Ziel der Wiederherstellung der Unabhängigkeit, die erst mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion umgesetzt werden konnte.

      • «Sie haben wahrscheinlich nicht perplexity.ai installiert»

        Ja, bei mir ging es. Ich war aber tatsächlich sowieso bei perplixity eingeloggt.

        Lustige Beobachtung dazu: Auf dem Laptop in meinem Konto stellt sich die KI immer dumm, wenn ich heikle Fragen bezüglich der Ukraine stelle. Die Perplexity-App auf meinen Smartphone ist seltsamerweise etwas freizügiger. Ist halt auch nicht das gleiche Konto und auf dem Smartphone habe ich anderweitig bisher kaum heikle Fragen gestellt.

        • Bei mir ging es auch – ohne alles.

          Aber bei mir hatte sich der Kumpel schon bei der ersten Begegnung dumm gestellt. Da habe ich mir gedacht, ich muss mich ja nicht mit jedem Dahergelaufenen treffen 😉

    • @pleifel
      «Das würde den USA jederzeit als Grund ausreichen, dann zu intervenieren. Und dazu dürfte sich kaum Kritik regen, eher wäre das Gegenteil der Fall, Stichwort: Menschenrechte.»

      Davon wäre mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auszugehen.
      Zumal schon weitaus weniger für die USA ausreicht…

    • «immerhin etwa 30 Prozent der Bevölkerung, mehr denn je geprägt von Schikanen, Verfolgung, Angst.»

      Diesen Unsinn glauben Sie? Dann können Sie bestimmt locker erklären, warum die prorussischen Parteien zusammen nur etwa 10% der Stimmen bei den Parlamentswahlen bekommen haben. Hätten das nicht an die 30% sein müssen?

  4. Immer wieder hörenswert ist die Diskussionsreihe von Glenn Diesen, z.B. ganz aktuell über den jüngsten SCO-Gipfel. Er ist sehr fleißig & stellt nahezu täglich neue Diskussionen auf YT ein. Kürzlich gab es ein Gespräch mit Sahra Wagenknecht, davor mit Michael v.d. Schulenburg. Hier die Übersicht der Sendungen mit einer deutschen Übersetzung

    https://www.youtube.com/@GDiesenDE/videos

    Die Originalseite auf YT auf Englisch ist aktueller, aber da ist inzwischen eine fürchterliche automatische Übersetzung eingebaut, die ich nicht deaktiviert bekomme

    https://www.youtube.com/@GDiesen1/videos

    • Sehen Sie das nicht so eng. Die Bundeswehr kann so laut rufen wie sie will, das Echo wird eher dürftig ausfallen.

      Der Regierung wird noch auffallen, dass es mit dem Thema Bedrohung so ist wie mit dem Thema Klimakatastrophe. Im Prinzip will zwar eine Mehrheit, dass etwas getan wird. Nur will eine noch grössere Mehrheit selbst nicht tun, zumindest nichts, was grössere Einschränkungen oder Mühen erfordert.

      • Aber das Konzept: Einerseits die Armutsschraube nochmal schärfer anziehen, andererseits jungen Leuten einen Ausweg beim Militär bieten zeigt doch, dass im akuten Regime etwas gedacht wird. Gerade Leute, die die Bedrohungserzählung nicht besonders ernst nehmen, werden sich wohl darauf einlassen denke ich. Sicheres Einkommen, schon während der Ausbildung höher als bei Azubi in Privatfirmen. Keine betriebsbedingten Kündigungen, was will man mehr, wenn man von unten kommt?

        • @gelse

          Man kann den jüngeren zumindest Infos mitgeben, was eine Verpflichtung (oder gar Berufssoldat) für sie bedeuten würde, falls sie später versuchen würden, auszusteigen.

          Deshalb sollte man das Soldatengesetz (Rechtsstellung der Soldaten) kennen, insbesondere den §46 daraus und zumindest Seiten wie die vom DFG-VK und IMI – Der Informationsstelle Militarisierung.

          Und vor allem sich klar zu machen, das es sich eben nicht um normale Jobs handelt. Auch wenn im Schönsprech und euphemistisch an den Werbeständen die Bedeutung/Einzigartigkeit der Jobs bei der Bundeswehr beworben wird, letztlich gilt: ‚Haltung anzunehmen‘, kurz ’strammstehen‘, also Gehorsam!

          Insoweit freue ich mich in gewisser Weise schon darauf, ggf. contra zu geben. Übrigens war ich in den 70ern der Wehrpflichtzeit selbst bei der Luftwaffe (Z2), hätte aber im Fall des kriegerischen Einsatzes verweigert!

    • @pleifel
      Ich kann mir vorstellen, daß diese Messe auch sehr gut abgesichert sein wird.
      Nicht dass es zu solchen Exzessen wie in Köln kommt.
      Also Vorsicht, aber wenn Sie einen interessierten Besucher vortäuschen können, besteht keine Gefahr…

      Aber vielleicht kommen auch Merz und Pistorius vorbei.
      Aber ob die unbedingt freiwillig in einen Dialog mit kritischen Bürgern treten wollen, ist auch noch nicht gesagt.

      Aprikot Merz:
      Wie aus russlandfreundlichen Verschwörermedien berichter wird, soll dieser von Seiten des Großvaters eine diesbezügliche russlandkritische Haltung mitbekommen haben…

      Perplexity meint:
      «Es ist laut journalistischen Recherchen gut belegt, dass Friedrich Merz’ Großvater Josef Paul Sauvigny NSDAP- und SA-Mitglied war und dem NS-Regime als Bürgermeister bis 1937 treu diente. Offizielle Dokumente (z. B. aus dem Landesarchiv NRW und dem Bundesarchiv) bestätigen, dass Sauvigny selbst einen Aufnahmeantrag gestellt hat, bereits 1937 NSDAP-Mitglied wurde und eine nachweisbar positive Haltung zum Nationalsozialismus zeigte (z. B. mit Lobesreden auf Hitler, Quellen u. a. Sauerländer Zeitung 1933).»

      Auch die TAZ hat sich dazu geäußert:
      https://taz.de/Friedrich-Merz-und-sein-Naziopa/!6086702/

      • Nun gut, wir wollen doch niemanden für seinen Großvater verantwortlich machen. Sünden bis ins zweite und dritte Glied zu verfolgen, überlassen wir doch besser dem alttestamentarischen Gott.

        An Merz gibt es aktuell genug zu kritisieren, was er wirklich selbst zu verantworeten hat.

        • @izi
          Ich selbst würde Merz dafür AUCH nicht kritisieren, wichtig für mich ist der Mensch Merz heute und sein Wirken jetzt.

          Es gibt ja auch Menschen, bei denen das so war, z.B. Weizsäcker, aber auch Grass und der war ja selbst als Jugendlicher in der
          SS.
          Selbst mein eigener Vater hat ja in der Wehrmacht gedient.
          Und ich habe seine Abkehr vom Nazionalsozialismus auch nie angezweifelt.
          Allerdings habe ich ihm als Jugendlicher trotzdem gesagt, dass er mitgelaufen ist.
          Aber das war von meiner Seite nicht als Vorwurf gemeint sondern nur eine Feststellung.

          • @Robert Zapf

            «Selbst mein eigener Vater hat ja in der Wehrmacht gedient.»

            Meiner auch und mit Kriegsverletzung aus Russland vorzeitig zurück. Ihr weiterer Text darauf enstpricht etwa dem, wie ich mit Ihm diskutiert hatte.

            • >>…wichtig für mich ist der Mensch Merz heute und sein Wirken jetzt.<<
              Es ging auch mal um die Person Schröder und (die Älteren werden sich erinnern) die Person CumexWarburgScholz. Oder die Person Merkel, oder die Person Kohl.
              Nicht eher die Partei und ihre Spender und sonstigen Sponsoren? Könnte das eventuell die Hilflosigkeit vieler Regierungskritiker erklären? Einzelpersonen sind austauschbar, wie wir wissen können. Dahinter könnten Machthaber stehen, die nicht einfach per Kreuzlein auf dem Wahlzettel ausgetauscht werden können. Nur mal als Denkanregung zur späten Stunde.

  5. Ein Text, der mich positiv überrascht hat:

    Die Linke muss raus aus der Blase – Svenja Apphuhn | der Freitag (F+),
    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/enttaeuscht-von-der-politik-wie-wir-menschen-zurueckholen
    oder frei zugänglich,
    Jenseits der Blase – Svenja Apphuhn | ISM,
    https://www.solidarische-moderne.de/de/article/738.jenseits-der-blase.html

    Die beiden Texte sind nicht gänzlich identisch, der wesentliche Inhalt ist gleich.

    • Ich habe den zweiten Text verlinkt, weil der erste hinter einer Bezahlschranke verborgen ist.

      Bei dieser Gelegenheit habe ich auch das Format geändert. Der Autorenname wird jetzt zuätzlich zur Webseite angegeben und es gibt eine Anriss. Das wird immer ein Satz sein, in diesem Fall ist der Anriss von der Autorin selbst.

    • Sorry, nehmen Sie’s mir nicht uebel, aber das ist wohl dann doch ein weiterer Versuch der Quadratur des Kreises, diesmal von den Zukunftslinken.

      Schon im Freitagsanriss steht folgendes:

      «Viele Menschen haben sich von der Politik abgewendet. Vor allem solche, die eigentlich links wählen müssten.»

      Aus meiner Sicht ist es eben auch ein Grundirrtum, zu glauben, dass alle Menschen, die ich sage mal, «unten» stehen, auch die gleichen Interessen haben und gemeinsam kaempfen wuerden.

      Und ein zweiter Grundirrtum ist zu glauben, dass ein Staat allen Menschen, denen man eigentlich helfen muesste, auch helfen kann. Das wuerde auch in einer – wie auch immer gestalteten – Planwirtschaft nicht funktionieren.

      (Und auch in der DDR waren die Menschen politisch ziemlich desinteressiert und nun ja von den Errungenschaften des Sozialismus nicht so recht ueberzeugt.)

      Ich persoenlich denke, man muss sich damit abfinden, dass es zwar ein bestimmtes Potential von «echten» Linken gibt, die die Verhaeltnisse zum Tanzen bringen wollen (und denen auch meine Sympathie gehoert), aber dass das traege Volksmehr dann doch lieber bequem und z.T. deillusioniert und frustriert sitzen bleibt.

      • «Ich persoenlich denke, man muss sich damit abfinden…»

        Sorry, mal wieder Mist geschrieben. Man muss sich natuerlich mit gar nichts abfinden. Aber man sollte realistisch bleiben, dass diese Aufgabe einfach ’ne Nummer zu gross ist.

        • @nera
          Ob man sich damit abfindet oder ob man sich damit nicht abfindet oder abfinden kann, ist aber eine Entscheidung, die nur Sie persönlich betrifft.
          Allerdings gibt es REALITÄTEN, die sind rein OBJEKTIV vorhanden.
          Da ist es völlig egal, ob Sie es persönlich subjektiv so sehen oder nicht.
          Nun könnten wir uns allerdings trefflich darüber streiten, ob diese Objektivität in Bezug auf DIE Dinge, die ICH für OBJEKTIV halte, auch für SIE zutrifft.

          Objektiv
          Beschreibt etwas, das unabhängig von persönlichen Meinungen oder Gefühlen wahr ist.
          Ist wertfrei, sachlich und basiert auf überprüfbaren Fakten und Beweisen.

          Subjektiv
          Bezieht sich auf persönliche Meinungen, Gefühle, Erfahrungen und Vorlieben.
          Ist individuell, kann von PersoRn zu Person unterschiedlich sein und ist nicht unbedingt überprüfbar.

          Rein subjektiv und von meinem Gefühl her, bin ich ein humanistischer Mensch, der sich Wohlstand für Alle wünscht, der Krieg ablehnt. Eigentlich bin ich sehr für Harmonie. Streit ist mir im Grundsatz zuwider.

          Objektiv betrachtet weiß ich allerdings, daß ich mir das wünschen kann, aber ich kann es nicht mit Gewalt durchsetzen.
          Also was bleibt mir, um aus diesem Dilemma zu kommen?

          Perplexity gibt den Rat:
          «Das Dilemma löst sich durch den bewussten Verzicht auf Gewalt als Mittel und die Annahme, dass gesellschaftlicher Fortschritt über friedliche, demokratische und moralische Mittel möglich ist, auch wenn es oft ein langer Prozess bleibt. Gewaltsame Durchsetzung der eigenen Ideale wäre kontraproduktiv und untergräbt die eigenen humanistischen Ziele. Stattdessen bleibt der Weg des Dialogs, des Engagements und der demokratischen Mitgestaltung [reflexiv].»

          Allerdings ist das, was die MEISTEN Menschen am ENDE wirklich interessiert, ihre wirtschaftliche Situation und wie es für ihre Kindere weitergehen kann.
          ZUERTST KOMMT DAS FRESSEN, DANN DIE MORAL.

          Und die 45 Jahre Sozialismusversuch in Europa haben für mich eben GENAU DAS wieder nachdrücklich demonstriert.
          Der Sozialismus ist nicht wegen DEMOKRATIEDEFIZITEN untergegangen, sondern weil er für die überwiegende Mehrheit kein attraktiver Gegenentwurf zum kapitalistischen Modell war, in WIRTSCHAFTLICHER HINSICHT.

          Perplexity zu dieser Aussage:
          «Ja, diese Aussage ist objektiv begründbar und wird von zahlreichen historischen, wirtschaftlichen und politischen Analysen gestützt:
          -Das Scheitern des Sozialismus in Europa, insbesondere in den realsozialistischen Staaten wie der DDR, wird überwiegend auf wirtschaftliche Ursachen zurückgeführt. Dazu gehören ineffiziente Planung, mangelnde Innovationsfähigkeit, fehlende Marktmechanismen und Mangelwirtschaft. Diese Faktoren führten zur Unzufriedenheit der Bevölkerung und zum letztlichen Zusammenbruch.
          -Wirtschaftliche Schwäche und das Fehlen eines leistungsfähigen Wirtschaftssystems waren entscheidend für die geringe Attraktivität des sozialistischen Modells und damit für dessen Untergang, weniger die Frage der Demokratie oder der politischen Partizipation.
          -Im Gegensatz dazu hat sich der Kapitalismus durch dynamische Marktmechanismen, Innovationsanreize und wirtschaftliches Wachstum als gegenüber sozialistischen Modellen wirtschaftlich konkurrenzfähiger erwiesen, was für viele Menschen materiellen Wohlstand und Aufstiegsmöglichkeiten schafft.
          -Viele heutige erfolgreiche Gesellschaften kombinieren kapitalistische Marktwirtschaft mit sozialen Sicherungssystemen (hybride Modelle), um wirtschaftliche Effizienz mit sozialer Gerechtigkeit zu verbinden.

          Fazit
          Objektiv betrachtet waren wirtschaftliche Gründe – vor allem Ineffizienz und Innovationsmangel – der Hauptfaktor für das Scheitern des Sozialismus in Europa und seine geringe Attraktivität für die Mehrheit der Bevölkerung. Demokratieprobleme spielten zwar eine Rolle, waren aber sekundär gegenüber den wirtschaftlichen Herausforderungen.»

          Das sind für mich in großen Teilen eben diese OBJEKTIVE Gründe.
          Für mich persönlich (subjektiv) ist es nicht schön, das zur Kenntnis nehmen zu müssen.

          Allerdings existieren in unseren heutigen Zeit aber auch schon wieder diese OBJEKTIVEN Gründe bei einer großen Bevölkerungsteil.
          Es wird deswegen aber nicht so ausgehen wie 1989. Damals gab es eine ALTERNATIVE.

          Die hieß allerdings nicht «Alternative für Deutschland» sondern «Allianz für Deutschland». Sie merken wahrscheinlich selbst, daß die Abkürzung auch «AfD» wäre…

          Die Allianz für Deutschland war ein Wahlbündnis in der DDR, das sich am 5. Februar 1990 formierte und aus der Ost-CDU (der ehemaligen Blockpartei der DDR), der Deutschen Sozialen Union (DSU) und dem Demokratischen Aufbruch (DA) bestand.
          Diese «AfD» im Jahr 1990 hat dann auch die Wahl für sich entschieden und die Weichen für eine «Wiedervereinigung» gestellt.

          • Das ist praktisch deckungsgleich mit meiner Meinung zu diesen Fragen.

            Ich wäre sogar so frech zu behaupten, dass die DDR im Mittel den Menschen die besseren Entwicklungsmöglichkeiten geboten hat bezüglich der Dinge, auf die es wirklich ankommt. Das hat sie aber nicht gerettet.

            Die repressiven Tendenzen waren eine Folge der wirtschaftlichen Probleme und der dadurch bedingten Unzufriedenheit.

            Die DDR ist ironischerweise in völliger Übereinstimmung mit der marxistischen Geschichtsauffassung untergegangen, nämlich weil sie das wirtschaftlich unterlegene System hatte.

            • @izi
              >>>Die DDR ist ironischerweise in völliger Übereinstimmung mit der marxistischen Geschichtsauffassung untergegangen, nämlich weil sie das wirtschaftlich unterlegene System hatte.<<<

              Ich hatte es schon öfters geschrieben: Marx war der Aufassung, daß sich das neue System nur GEMEINSAM in den am WEITESTEN entwickelten kapitalistischen Gesellschaften durchsetzen KÖNNTE. Auch auf Grund der Tatsache, daß kein Kapitalist FREIWILLIG etwas von seinem Profit für soziale Zwecke ausgeben will. Das es eben zu einer VERSCHÄFUNG der Konflikte kommt, aber nicht nur in EINEM kapitalistischen Land, sondern in der MEHRHEIT der führenden kapitalistischen Ländern…
              Es war seine THEORIE.
              Wenn die Mehrheit der damals führenden kapitalistischen Länder diese Revolution erreicht hätten, wäre das Problem des "wirtschaftlich unterlegenen Systems" in der Weise gar nicht existent.
              Denn gegenüber dem, was sonst noch existierte, wäre das NEUE immer noch HOCHEFFIZIENT gewesen. Und vor allem SOZIAL.

              Die Sowjetunion als EINZELSTAAT wäre meiner Meinung EHER wirtschaftlich überlebensfähig gewesen, vor allem auf Grund der mehr oder weniger vorhandenen Unabhängigkeit von ausländischen Rohstoffen.

              Auf alle Fälle würde ich aber auch sagen, daß ein System; welches auf KONKURRENZ der PRODUZIERENDEN setzt, wirtschaftlich effektiver sein wird, als ein System, in dem die BEFINDLICHKEITEN der PRODUZIERENDEN im Vordergrund stehen.
              Mit einem 6h Tag sind sie erst einmal weniger produktiv, als wenn 8h gearbeitet werden. 50 Tage Urlaub sind unproduktiver als 30 Tage und und und…

              Meine Frage an Perplexity in Bezug auf Kuba war:
              "Ich sehe den Hauptgrung eher darin, daß die Revolution damals von der MEHRHEIT der Bevölkerung getragen wurde. In Europa nach 1945 war es nur möglich durch die Ergebnisse des 2. Weltkrieges , die dazu geführt haben, dass die SU diese Gebiete befreit hatte und sozialistische bzw. kommunistische Regierungen an die Macht brachte, die sie auch militärisch im Falle eines Konflikts unterstützte zum Machterhalt (Ungarn, CSSR)."

              Antwort:
              "Das ist ein äußerst wichtiger und differenzierter Punkt, der häufig in historischen Analysen der Nachhaltigkeit von revolutionären Systemen hervorgehoben wird:

              Revolutionäre Machtbasis und Bevölkerung
              Legitimität durch Volksmehrheit: Kuba konnte die sozialistische Revolution nachhaltig etablieren, weil sie tatsächlich von einem großen Teil der Bevölkerung getragen und unterstützt wurde. Die Revolution representierte einen Bruch mit einem als korrupt und unterdrückerisch empfundenen Regime (Batista) und versprach soziale Gerechtigkeit, Bildung, Gesundheit und Souveränität, was breite Unterstützung sicherte.

              Echte Mobilisierung und ideologische Verankerung: Die kubanische Gesellschaft wurde durch Organe wie Komitees zur Verteidigung der Revolution und umfassende Bildungskampagnen ideologisch eingebunden, was zur Stabilität beitrug.

              Unterschied Osteuropa nach 1945
              Militärische Befreiung durch die Sowjetunion: In Ost- und Mitteleuropa nach 1945 sah die Situation anders aus: Die Sowjetunion brachte sozialistische Regime an die Macht durch militärische Präsenz und Kontrolle. Es gab keine vergleichbare breite, unabhängige revolutionäre Bewegung der Bevölkerung in der Region; vielmehr wurden sozialistische Staaten in vielen Fällen von außen installiert.

              Druck und Repression als Machterhalt: In Ländern wie Ungarn oder der Tschechoslowakei war der Machterhalt der sozialistischen Regime oft nur durch sowjetische Militärinterventionen (1956, 1968) und politische Repression möglich. Die gesellschaftliche Akzeptanz war teils gering und Umsturzversuche häufig.

              Fehlende umfassende gesellschaftliche Basis: Anders als in Kuba hatten die sozialistischen Regime in Osteuropa oft keine tiefe verankerte, freiwillige Mehrheitsunterstützung über längere Zeit.

              Fazit
              Der langfristige Erhalt sozialistischer Systeme hängt sehr stark davon ab, ob sie auf einer breiten gesellschaftlichen Legitimität beruhen oder mehr auf militärischer Absicherung und Fremdherrschaft. Kuba stellt in dieser Hinsicht ein Ausnahmebeispiel dar, während die sozialistischen Staaten Osteuropas nach 1945 eher fremdgesteuert und durch militärische Macht stabilisiert wurden.

              Diese Unterschiede erklären maßgeblich, warum Kuba trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten das sozialistische System besser gehalten hat als viele osteuropäische Länder, die Ende der 1980er Jahre vielfach gewaltsam oder friedlich durch gesellschaftliche Kräfte umgestürzt wurden."

              Das wird wahrscheinlich trotzdem dazu führen, daß sich Kuba wirtschaftlich nicht mehr lang wird halten können.
              Dort es aber wahrscheinlich nicht unbedingt FRIEDLICH ausgehen…

          • @Oberst Zapf

            «Nun könnten wir uns allerdings trefflich darüber streiten, ob diese Objektivität in Bezug auf DIE Dinge, die ICH für OBJEKTIV halte, auch für SIE zutrifft.»

            Yo, das ist genau der Punkt.

            Ich wuerde sogar rein subjektiv behaupten, Objektivitaet ist zwar nicht das Gleiche, aber das Selbe wie absolute Wahrheit.

            • «Objektivitaet ist zwar nicht das Gleiche, aber das Selbe wie absolute Wahrheit»

              Das würde ich differenzierter sehen. Objektivität gibt es in allen Fragen, in denen verschiedene Menschen bei einer logisch einwandfreien Analyse auf der Basis der gleichen Information zum gleichen Ergebnis kommen müssen. Es gibt Fragen, die sich einer strikt logischen Analyse entschliessen oder bei denen die Informationsbasis nicht die gleiche sein kann, weil ein Teil der Information individuell ist, zum Beispiel Ergebnis früherer Erfahrungen, die nicht begrifflicher Natur sein müssen. Bei den letzteren Fragen kann es keine Objektivität geben. Beispielsweise kann ich nichts Objektives über Menstruationsschmerzen aussagen; das scheint schon unter Frauen zu sehr verschiedenen Ergebnissen zu führen.

              Wo es Objektivität gibt, muss das Ergebnis nicht unbedingt wahr sein. Die gemeinsame Informationsbasis kann unvollständig sein.

        • Nun, Ihre und einige weitere Reaktionen auf den Text von Frau Apphuhn wirken als hätte ich in ein Wespennest gestochen.
          Ich will erst mal sagen was mich an dem Text überrascht hat, nämlich die relativ geringere Realitätsferne bei Frau Apphuhn als bei sehr vielen anderen politischen Aktivisten, die parteipolitischen Erfolg anstreben.
          Frau Apphuhn kommt bei ihrer Analyse immerhin zu Folgendem: „Ohne Verankerung bei denjenigen, die die sozialen Probleme in diesem Land aus dem echten Leben und nicht bloß aus Studien kennen, bleiben wir zu klein und im Übrigen auch zu anfällig für die immer wiederkehrenden Kampagnen gegen uns.“
          Damit ist sie bereits einen kleinen Schritt weiter als Sie mit dem pauschal resignativem «aber das träge Volksmehr…» oder @izi mit dem «Ritter[s] von der traurigen Gestalt».
          Der nächste Schritt, „Es muss darum gehen, dass die Menschen Vertrauen gewinnen, dass sie etwas verändern können, wenn sie gemeinsam dafür einstehen.“, zeigt den einzuschlagenden Weg, erstmal nur in der Theorie.
          Was mir spontan dazu einfällt sind die kommunalpolitischen Erfolge der KPÖ in jüngerer Zeit in Graz und Salzburg. Dort konnte man sich offenbar etwas erarbeiten, das eine gewisse Beständigkeit erreicht hat. Die kommunale Ebene ist wohl dafür entscheidend, nur dort dürfte eine breite und dauerhafte Basis aufzubauen sein. Ohne eine derartige Basis kann ich mir keine politisch linke Kraft vorstellen, die längerfristig wirksam sein könnte. Beim BSW scheint mir das etwas zu kurz zu kommen. Das so etwas Jahrzehnte beanspruchen wird sollte man nicht vergessen.

          • «Nun, Ihre und einige weitere Reaktionen auf den Text von Frau Apphuhn wirken als hätte ich in ein Wespennest gestochen.»

            Haben Sie.

            Ich wuerde erstmal @izi & anderen den Vortritt lassen. Ergaenze oder widerspreche notfalls.

            • «Können sie?…»
              Ja, sicher! Auf kommunaler Ebene zeigt jeder Verein, dass er, mehr oder weniger, auch auf Kommunalpolitik Einfluss nehmen kann. Wenn es um die Politik selbst geht ist das zwar durch die bestehenden Strukturen und ökonomischen Machtverhältnisse extrem eingeschränkt und nur träge erreichbar, umso weniger noch je höher die politische Ebene liegt, aber im Prinzip nicht ausgeschlossen (in der Schweiz sind die Hürden dafür geringer als in D). Auch die politischen Strömungen/Parteien können sich über das Vereinsprinzip zu bestimmten Themenfeldern bevölkerungsnah zu verankern versuchen und so Wirksamkeit erzeugen, die irgendwann auch den Bundestag erreicht.
              Die SPD scheint auf ähnliche Weise mal groß geworden zu sein

      • «dass es zwar ein bestimmtes Potential von «echten» Linken gibt, die die Verhaeltnisse zum Tanzen bringen wollen»

        Aktivisten, Berufsrevolutionäre, Parteikader, was auch immer.

        Ich will denen Ihren Idealismus (bevor sie an der Macht sind) ja gar nicht absprechen. Aber sie kommen nicht von «unten» und sie verstehen «unten» nicht. Insofern ist es konsequent, dass «die da unten» sie auch nicht wählen. Gewählt werden sie von ihresgleichen, aktivistischen Idealisten. Das ist immer eine Minderheit.

        • @izi
          >>> Aber sie kommen nicht von «unten» und sie verstehen «unten» nicht. Insofern ist es konsequent, dass «die da unten» sie auch nicht wählen.<<<

          Für mich selbst ist es eigentlich erst einmal uninteressant, woher bestimmte Politiker kommen.
          Es muß ja nicht unbedingt jeder von UNTEN kommen.
          Und eine MINDERHEIT sind eigentlich erst einmal immer ALLE gewesen, die gegen bestimmte Erscheinungen eines politischen Systems sind und Veränderungen wollten.

          Das beste Beispiel dafür in Deutschland ist die Partei der GRÜNEN. Wie haben sie angefangen und wo stehen sie heute. Für mich ERSCHRECKEND.

          Ich habe wie schon öfters gesagt, die Linke seit 1990 gewählt. Nicht weil ich dachte, sie könne an die Macht kommen, sondern weil sie für mich eine ALTERNATIVE bzw. OPPOSITIONSPARTEI war, die VIELLEICHT einige soziale Veränderungen bewirken könnte.
          Ich war eigentlich auch immer GEGEN eine Regierungsbeteiligung, auch auf Landesebene. In Berlin hat die Mitwirkung in der Regierung jedenfalls für mich in dieser Zeit keine positiven Veränderungen gebracht.
          Allerdings viel sie prozentual von 22,6% im Jahr 2001 auf 11,7% im Jahr 2011 und schied dann auch aus der Koalition aus…
          Für die SPD sah es allerdings anders aus.
          Jetzt liegt die LINKE mit 19% hinter der CDU mit 25% wieder auf Platz zwei. Allerdings sah ich persönlich 2001 noch kompetente Leute in dieser Partei, während ich jetzt mit dem Problemponny Heidi keinerlei Hoffnung mehr verbinde.

          Als Parei hatte die PDS oder LINKE für MICH nur Sinn als konsequente OPPOSITIONSPARTEI aber mit einem klaren WIRTSCHAFTLICHEM, SOZIALEM und FRIEDENSPOLITISCHEM Konzept.
          Das sehe ich aber leider nur noch bei BSW mit Wagenknecht.
          Das wirklich SCHLIMME ist allerdings, daß es auf der anderen Seite für mich nur noch die AfD ist, die wirtschaftspolitisch annähernd gleiche Konzepte hat.
          Und leider ist es eben die Wirtschaft, die die Eckpunkte setzt: "It`s economy, stupid" sagte schon Clinton…

          • Ich habe 1990 auch PDS gewählt, schon weil ich die Allianz für Deutschland ausgesprochen unappetitlich fand (und das, obwohl ich im September 1990 den Dozenten in seinen Tiraden gegen die Demonstrationen in Dresden unterbrochen hatte, so dass dann ein Kommilitone den Aufruf des «Neuen Forums» vorlesen konnte). Die Leute, die im Herbst 1989 auf die Strasse gingen und diejenigen, die sich 1990 an die Parteien der BRD anbiederten, waren nicht die gleichen, wenn auch teilwiese dieselben.

            Ich mochte damals den Gysi und ich fand die Wagenknecht intelligent und mutig. Der Modrow war ein anständiger Mensch, im Gegensatz zu Günther-Anschlussvertrag-Krause.

            Aber dann, später, eigentlich seit dieser Wie-hiess-er-noch-mal-dieser-Bayer-der-nie-fröhlich war, an der Parteispitze war, kam von dieser Partei nichts mehr, was mich irgendwie anhob. In welcher Hinsicht ist Bodo Ramelow eigentllich links? Wenigstens das habe ich Klaus Ernst noch abgenommen.

            • @izi
              >>>Aber dann, später, eigentlich seit dieser Wie-hiess-er-noch-mal-dieser-Bayer-der-nie-fröhlich war, an der Parteispitze war, kam von dieser Partei nichts mehr, was mich irgendwie anhob<<<

              Jetzt müssten Sie mir aber wirklich mal auf die Sprünge helfen.
              Welchen BAYER meinen Sie?
              Der einzige, der wirklich zum Erstarken der PDS beitrug, war Lafontaine, der war aber beileibe kein Bayer…

              • Die Antwort liegt im Detail.

                «In welcher Hinsicht ist Bodo Ramelow eigentllich links? Wenigstens das habe ich Klaus Ernst noch abgenommen.»

                Im Ernst: Der Bodo ist es ausnahmsweise mal nicht 😉

                • @nera
                  Ja, habe ich mittlerweile auch rausgekriegt.
                  Ich hatte bei Perplexity mit dem Wortlaut von izi gefragt, da kam nur Quatsch.
                  Der Bodo ist für mich linker SPD Kader.
                  Ist jetzt nicht schlecht, aber für die PDS oder LINKE eher nicht gut.
                  Der Ernst ist für mich authentischer. Auch sein Wechsel zu BSW ist für mich nachvollziehbar.
                  Von daher: 1 zu 0 für Ernst im internen Duell mit Bodo…

      • «dass es zwar ein bestimmtes Potential von «echten» Linken gibt,…»

        Der Begriff «Links» ist doch seeeeehr dehnbar. Ein Blick in das kleine Forum hier genügt. Die Sorge, ob jemand aus dem Ausland dem Sozialsystem schadet, mit der Empfehlung doch einfach wieder nach Hause zu gehen, Forderungen nach Diskussionsverbot, das erinnert mich mehr an die AfD. Natürlich haben alle anderen außerhalb der Blase nur nicht den notwendigen Durchblick. Warum sollte ich, der nicht Mitglied der Blase ist, diese Blase irgendwie als attraktiv empfinden?

        • Ja, da haben Sie natuerlich recht. Selbst, was der Kumpel «Chatty» dazu ausgespuckt hat, trifft dann nicht auf jeden Linken in einigen Punkten so hundertprozentig zu.

          https://blog-samstagern.ch/2025/08/30/sehenswertes-lesenwertes/#comment-23655

          Andererseits will man aber auch Leute fuer ein grosses gemeinsames Ziel erreichen, die eben nicht unbedingt aus einer linken Blase kommen.

          «Warum sollte ich, der nicht Mitglied der Blase ist, diese Blase irgendwie als attraktiv empfinden?»

          Dass Sie hier in dieser Blase mitdiskutieren (und manchmal das Bild wieder gerade ruecken) ist doch schon mal gut. (Wird wohl ohne geballten Widerspruch so nicht «stehenbleiben» 😉 )

          Wenn man nur nicht meistens den Eindruck haette, dass Sie doch lieber provozieren moechten…

          • «Wenn man nur nicht meistens den Eindruck haette, dass Sie doch lieber provozieren moechten…»

            Ich gebe zu, manchmal übermannt mich ein gewisser verzweifelter Sarkasmus, der aber einen realen Kern enthält. Die Reaktion darauf zeigt doch auch eine gewisse Diskussionskultur?

            • «Die Reaktion darauf zeigt doch auch eine gewisse Diskussionskultur?»

              Na ja, Sie koennen’s eben auch auf die Spitze treiben. Gerade jetzt wieder mit den Zusatzprotokollen. (Ihre Reaktion ist da gemeint.)

              Verzweifelter Sarkasmus (kenn‘ ich bei mir selber), aber da will man doch niemanden «in den Wahnsinn treiben».

        • «Der Begriff «Links» ist doch seeeeehr dehnbar. Ein Blick in das kleine Forum hier genügt.»

          «Warum sollte ich, der nicht Mitglied der Blase ist»

          Sie müssen sich schon entscheiden. Sehr divers oder Blase. Beides zusammen können Sie nicht haben.

  6. Neben dem neuen Format habe ich mich entschieden, eine gewisse redaktionelle Politik zu betreiben. Wenn ich Links aus Kommentaren als wichtige Ergänzung zu einem eingestellten Artikel oder einer eingestellten Videoreihe ansehe, füge ich sie oben hinzu.

    Tagesaktuelle Meldungen werden oben nicht hinzugefügt.

    • Yo.

      Das ist auch insofern sinnvoll, weil – entgegen meinen Befuerchtungen zunaechst – das Kommentieren in diesem Format zumindest z. Zt. durch die Decke geht. (Und Schade fuer Parubiy 😉

    • Das ist sehr zuvorkommend, da der Thread inzwischen voller Kommentare ist, so dass die Tipps dazwischen untergehen. Danke dafür.

      ++ Diesen ist Professor an der staatlichen Universität Südost-Norwegen und gilt als Russlandversteher.++

      Ich habe nichts gegen letztere Bezeichnung, nur greift sie zu kurz für eine Beschreibung Glenn Diesens. Der Begriff ´Putinversteher´ ist inzwischen auch sehr abgedroschen & wird gern zum Bashen von Personen angewandt, die sich kritisch zur westlichen Politik äußern. Letzteres trifft auf GD zu, nur tut er es nicht, weil er Putin oder die RF so toll findet sondern weil er befürchtet, dass sich Norwegen als auch die EU mit ihrer Politik in eine wirtschaftliche & militärische Sackgasse bewegen. Er ist überdies Mitglied & Spitzenkandidat der Partei ´Fred og Rettferdighet´ (Frieden & Gerechtigkeit).

        • @izi
          Ich muss Ihnen ehrlicherweise sagen, daß das Wort «Russlandversteher» für mich auch in keiner Weise ein Schimpfwort darstellt, ebensowenig wie «Putinversteher».
          Auf der anderen Seite wird es allerdings eher als Schimpfwort benutzt.
          OT: «Frauenversteher» ist für mich auch kein Schimpfwort. Allerdings ziemlich schwierig, weil der Eine eher Ratio, die Andere eher Emo…

          Dazu diesen schönen Witz:

          Ich rette Mitte der 90iger in Chemnitz eine Fee, die unter einem Stein begraben war.
          Darauf hin bot sie mir an, mir einen Wunsch erfüllen zu wollen.
          Da ich damals im Baunebengewerbe beschäftigt war und wir in der Zeit sehr oft nach Leipzig fahren mussten, frug ich zwecks Autobahn nach.
          Darauf hin fragte sie, ob es nicht etwas kleiner ginge.
          Ich überlegte kurz und sagte dann, daß ich endlich mal die Frauen verstehen können wöllte.
          Daraufhin frug sie, wie das mit der Autobahn wäre: 3spurig, beleuchtet und überdacht…

            • @nera
              >>>Yo, huebscher Witz. Aber Sie sprechen in der «ich»-Person. Selber ausgedacht?<<<

              Nein, natürlich nicht.
              Aber da damals, als ich diesen Witz zum ersten Mal hörte, die Situation bei mir persönlich so war, auch das mit der Autobahn schon besprochen wurde, habe ich ihn halt etwas "personalisiert".
              Zumal ich schon immer Feen retten können hätte wollen…

              Und ein kleiner Nazisst steckt doch in jedem von uns.

              • @ eigenen Kommentar an nera
                >>>Und ein kleiner Nazisst steckt doch in jedem von uns.<<<

                Hier fehlt natürlich ein wichtiger Buchstabe…

                Ich hoffe mal, daß mir das nicht als "Freudscher Versprecher" angelastet wird.

                • Ob Freudscher Versprecher oder nicht, die Aussage stimmt eben doch für jeden von uns. Es will nur fast niemand zugeben.

                  Dabei ist es wichtig, das zu reflektieren. Wenn man es weiss, kann man gegensteuern. Wenn man es sich selbst gegenüber leugnet, findet Satan die Lücke. Man kann auch faschistisches Verhalten als antifaschistisch deklarieren.

              • «Zumal ich schon immer Feen retten können hätte wollen…»

                Yo, der Wunsch ist schon verstaendlich, wenn er auch unerfuellbar ist 😉

                Zum freud’schen Versprecher:

                @Izi hat es da schon treffend formuliert. Besser koennte ich es auch nicht.

            • @izi
              >>>Nun ja. Überlegen wir mal gemeinsam, wie langweilig es wäre, wenn die Männer die Frauen verstehen könnten<<<

              Ich meine aber mit "Verstehen" nicht, daß man immer gleicher Meinung ist. Das wäre in der Tat äußerst langweilig und auch für mich in keiner Weise erstrebenswert.
              Aber dieses Verstehen, das ich meine, müßte natürlich auf der anderen Seite auch angestrebt werden.
              In der Ergänzung der beiden Seiten wäre für meinen Begriffe der Fortschritt zu sehen.
              So in der Form: Wir sind Unterschiedlich und das ist gut so.
              Unterschied als Triebkraft nicht als Ausschlussgrund, der Gespräche unmöglich macht…

              Der Eine mehr Ratio, der Andere mehr Emo. In Ergänzung vielleicht perfekt.
              Wenn denn gewollt.

              • Ein Mann kann rational verstehen, dass Frauen dem Emotionalen mehr Bedeutung beimessen.

                Eine Frau kann emotional verstehen, dass Männer dem Rationalen mehr Bedeutung beimessen (zumindest, wenn Sie die Dinge gerade rational betrachten, was eine Frau allerdings durch Einsatz von Emotionen mitunter zur verhindern weiss 😉

              • «Der Eine mehr Ratio, der Andere mehr Emo.»

                Ja, wobei das wohl wechselseitig gilt, um nicht gleich wieder in einer Kategorisierung hängen zu bleiben.

                Außerdem stellt(e) sich immer wieder heraus, dass viele wissenschaftliche Leistungen, die dann den Männern zugeschrieben wurden (und Auszeichnungen/Nobelpreise nach sich zogen), wesentlich durch die Vorarbeit/Ideen, also der Ratio von Frauen bedingt waren. Und wenn dabei noch deren ‚Emo‘ beteiligt war, desto besser.

                Mit anderen Worten: Männer haben sich die Ratio/Inspiration von Frauen ‚an Land gezogen‘. Aber das ist ja heutzutage sicher ganz anders geworden. 😎

  7. @izitiwab

    Eine Frage an Sie als Physiker zum Thema Quantenverschränkung (Informationsbarriere Lichtgeschwindigkeit).

    Voraussetzung: die stabile Quantenverschränkung einer großen Anzahl von Teilchen.

    Stand der Dinge, bzw. bekannte physikalische ‚Gesetze‘ verhindern, dass man verschränkte Teilchen instantan für Informationsübertragung nutzen kann.

    Nun meine Überlegung zur Umgehung dieser Schranke in der Weise, dass es doch indirekt möglich sein müsste, Information instantan zu übertragen. Und zwar durch die präzisen zeitlichen Intervalle von Messungen auf der jeweiligen Sendeseite, wobei die Zeichen selbst in den Intervallen zu lesen wären.

    Dazu ließen sich natürlich KIs bestens verwenden und mit Kontrollprogrammen Fehler ausfiltern/korrigieren. Im Sonnensystem zumindest wäre auch über Satellitentechnik eine ‚Auffrischung‘ neuer verschränkter Teilchen möglich.

    Was meinen Sie dazu?

    • @pleifel
      >>>Stand der Dinge, bzw. bekannte physikalische ‚Gesetze‘ verhindern, dass man verschränkte Teilchen instantan für Informationsübertragung nutzen kann.<<<

      Sie schauhen wohl auch oft die Dokus auf ZDF-info, Welt und n-tv?

      Das ist für mich zur Zeit auch das Einzige was mich wieder erdet.

      • @Robert Zapf,

        ZDF-Info auf jeden Fall. Wobei ich ja ein Fan des leider bereits verstorbenen Morgan Freeman bin und seiner Serie:
        https://www.fernsehserien.de/morgan-freeman-mysterien-des-weltalls/episodenguide

        Ansonsten liefen ja auch viele Dokus in ServusTV unter dem Stichwort ‚Kopernikus‘ und ‚Terra Mater‘. Die Sendungen waren in hochwertiger Sendequalität und nun seit etwa 2010 bei mir auf Festplatten gespeichert.

        Übrigens bringt Arte in gewissen Abständen, Schwerpunkt Astronomie/Kosmos, wo ebenfalls aktuelle Themen behandelt werden.

        Ansonsten vieles auch auf Blu-ray Disc und aufwärts zu beziehen (z.B.auch BBC).

    • «Was meinen Sie dazu?»

      Spielen wir das doch mal durch. Es wird allerdings etwas länger.

      Wir produzieren eine grosse Zahl verschränkter Quantenbit-Paare (kurz Qubit-Paare), sagen wir 109 + 1. Wenn uns jemand das Geld gibt, ist das heute schon möglich. Da Ihre vorgeschlagene Methode mit Intervallen funktioniert, können wir damit 1 Mbit Daten übertragen, wenn wir ein Bit pro Intervall rechnen.

      Die Paare nennen wir (LR)i mit i = 0… 109, wobei L für links und R für rechts steht. Aus naheliegenden Gründen behalte ich alle Qubits Ri, während Sie alle Qubits Li bekommen.

      Ich bleibe mit meinen Qubits auf der unvolkommenen Erde, weil die mein Lieblingsplanet ist. Sie besteigen mit Ihren Qubits und ein paar Getreuen ein Raumschiff, das Sie zu einem unbesiedelten Planeten nahe beim Alpha Centauri bringt (4.37 Lichtjahre). Dort errichten Sie die ideale links-ökologische Gesellschaft (Sie haben viel Rotlicht dort, denn Alpha Centauri ist ein Roter Zwerg). Um mich, den Rest der Menschheit und meinen Lieblingsplaneten zu retten, wollen Sie mir Ihre Ergebnisse so schnell wie möglich mitteilen.

      Wir haben uns vorher geeinigt, zu welchen Zeitpunkten wir kommunizieren wollen. Das ist für Ihr Schema unabdingbar. Die erster Kommunikation findet zum Zeitpunkt t1 statt. Im Prinzip könnten wir nun beide zu diesem Zeitpunkt gleichzeitig (LR)0 vermessen. Als Experimentalist bezweifle ich allerdings, das wir das so genau hinbekommen. Ich schlage deshalb ein leicht abgeändertes Schema vor, das nicht instantan aber im Vergleich zu den 4.37 Lichtjahren quasiinstantan ist.

      Sie machen eine Messung an L0, mit der Sie in 10 Nanosekunden (ns) das Qubit in einen Eigenzustand bringen und diesen bestimmen. Das bekommen wir hin. Die Messung stellt sicher, dass das Qubit danach in diesem Eigenzustand bleibt. Auch das bekommen wir hin und wir müssen es tun, weil ich sonst nicht sicher sein könnte, was Sie gemessen haben, wenn ich nicht genau zum gleichen Zeitpunkt messen würde.

      Tatsächlich gebe ich noch 5 ns Sicherheitsspanne hinzu und messe bei t0 + 15 ns den Zustand von R0. Zum Zeitpunkt t0 + 25 ns stelle ich fest, dass mein Qubit im Zustand β ist. Ich weiss also, dass Sie 25 ns zuvor gemessen haben, dass Ihr Qubit im Zustand α ist (wir hatten in einen Singulettzustand verschränkt).

      Das ist schon mal nicht schlecht, aber wir haben noch keine Information übertragen. Sie konnten ja vorher nicht beeinflussen, ob Sie ihr Qubit im Zustand α oder β finden.

      Sie wollen jetzt Information im Intervall bis zur nächsten Messung am Paar (LR)1 kodieren. Wenn Sie zum Zeitpunkt t1 + 20 ns messen, bedeutet das eine 0 und, messen Sie erst zum Zeitpunkt t1 + 40 ns wieder, bedeutet das eine 1. Wir verbrauchen so 7 Qubits pro Zeichen (ASCII-Code, 128 bit) und können etwa 142.8 Millionen Zeichen übertragen. Das reicht etwa für die Marx-Engels-Werke (MEW), nicht für die Gesamtausgabe (MEGA), aber so viel Text können Sie neben dem Aufbau der Neuen Gesellschaft und der Erziehung des Neuen Menschen gar nicht so schnell produzieren.

      Wo war ich? Ach so, Sie haben sich für eine 0 entschieden und messen Ihr zweites Qubit 20 ns nach dem Kommunikationsbeginn. Was kann ich tun? Ich kann entweder zum Zeitpunkt t1 + 35 ns oder zum Zeitpunkt t1 + 55 ns messen. Nehmen wir Ersteres an und dass ich R1 im Zustand α finde. Es gibt zwei Interpretationen dieses Resultats:

      (1) Sie haben 20 ns nach dem Kommunikationsbeginn gemessen und L1 im Zustand β gefunden.

      (2) Sie werden 40 ns nach dem Kommunikationsbeginn messen und dann L1 im Zustand β finden.

      Ob nun (1) oder (2) zutrifft, kann ich nicht wissen. Damit weiss ich auch nicht, ob Sie 0 oder 1 sagen wollten. Messe ich erst zum Zeitpunkt t1 + 55 ns, haben Sie sowieso schon gemessen. Ich kann nicht herausfinden, wann.

      Sie könnten nun sagen, dass der böse Experimentalist die Verzögerungen nur eingeführt hat, um Ihre schöne Idee kaputt zu machen. Dem ist aber nicht so. Wenn wir (LR)0 gleichzeitig vermessen und Sie L1 entweder gleichzeitig mit meiner Messung an R1 oder nach meiner Messung, ist das Ergebnis immer noch das gleiche. Ich kann nur herausfinden, in welchem Zustand Sie ihr verschränktes Qubit finden, nicht wann Sie es vermessen.

      An diesem Punkt ist ein weiterer Angriff auf Einsteins Relativitätstheorie gescheitert. Hoffentlich haben Sie mit der idealen Gesellschaft auf Ihrem Planeten mehr Glück.

      • «Ich bleibe mit meinen Qubits auf der unvolkommenen Erde, weil die mein Lieblingsplanet ist.»

        Verstehe. Passt. Und dann muessen eben die anderen weg 😉

        «Und ich wär‘ hier so gerne zu Hause
        Denn die Erde ist mein Lieblingsplanet
        Doch ich werde hier nie so zu Hause sein
        Wie die Freunde der Realität.»

      • Danke, ich war einfach davon ausgegangen, dass eine Zustandsänderung irgendwie ohne Messung registriert werden kann, was natürlich eine Art passiven/neutralen Beobachter voraussetzen würde.

        Was ihre Voraussetzung dann nicht benötigen würde mit: «Wir haben uns vorher geeinigt, zu welchen Zeitpunkten wir kommunizieren wollen. Das ist für Ihr Schema unabdingbar.»

        Es gibt also keine Ihnen bekannte Methode, wie eine Zustandsänderung über Zeitintervalle Informationen übertragen könnte? Auch nicht mit neuen theoretischen Konzepten/Ansätzen.

        • «was natürlich eine Art passiven/neutralen Beobachter voraussetzen würde»

          Kann es schon geben. Aber wenn, dann offenbart Gott sich uns nicht.

          «Es gibt also keine Ihnen bekannte Methode, wie eine Zustandsänderung über Zeitintervalle Informationen übertragen könnte?»

          Die Wellenfunktion entwickelt sich schon zeitlich (zumindest kann man das Experiment so aufsetzen). Aber aus der Einzelmessung kann ich den Messzeitpunkt nicht rekonstruieren.

          Wenn wir sehr viele Qubits nehmen und sicherstellen, dass alle gleich präpariert sind und den gleichen Umgebungs-Hamilton-Operator sehen, kann ich im Prinzip schon die Phase messen (nicht die absolute Phase der Wellenfunktion, die ist unzugänglich, aber ein Phase der Zustandsüberlagerung).

          Sie nehmen wieder Ihre Milliarde Qubits und teilen Sie in zwei Hälften auf. Die eine Hälfte messen Sie zum Zeitpunt t1. Sie haben eine Phase zu diesem Zeitpunkt. Ich messe die entsprechende Hälfte bei mir. Ich weiss, welche Phase Sie gemessen haben.

          Nun warten Sie entweder eine halbe Oszillation (die Phase kehrt sich um, Uebertragung einer 1) oder eine ganze (die Phase ist wieder die gleiche, Uebertragung einer 0) und messen die anderen 500 Millionen. Ich messe ebenfalls die anderen 500 Millionen.

          Das Problem ist hier, dass in diesem grossen Ensemble die interessanten Quantenphänomene verschwinden. Mit anderen Worten sehe ich dem Ensemble auf der Erde (immer noch) nicht an, ob (und wann) sie auf Alpha Centauri gemessen haben.

          • «Aber wenn, dann offenbart Gott sich uns nicht.»

            Nochmals Danke.

            «Gott» und die «spukhafte Fernwirkung»: passt schon irgendwie. Wer oder was auch immer die Strukturen gesetzt hat, lassen ‚wir‘ mal offen, was Mensch noch so herausfindet, falls er/sie selbst sich nicht in die Vorzeit zurück befördert. Die zu beobachtende Dummheit hat gerade steile Konjunktur!

            • «Die zu beobachtende Dummheit…»
              …könnte ja gottgewollt sein. Eventuell liebt Gott die Abwechslung: als ER Seiner Schöpfung Dinosaurier überdrüssig wurde, benützte er die eine Entsorgungsmethode, für homo sapiens hat Er eben was Anderes in petto.
              Mit den Insekten scheint ER aber doch recht zufrieden zu sein, die werden wohl auch homo sapiens überleben, obwohl ein bisserl in der Krise.
              Und wer weiss, auf einem anderen Planeten entsteht vielleicht gerade die Version Insekten 2.0 😉
              Oder das ganze Universum ist ein Prototyp.

  8. Die wiederholten (periodischen) Behauptungen von Politikern im Amt, was sich mit ‚über den Verhältnissen leben‘ komprimiert formulieren lässt, beinhaltet immer den einseitigen Blick auf jene Arbeitnehmer, die für die eigentliche Leistungserbringung im Staat sorgen und dafür mit dieser unverschämten Formulierung noch weiter ‚ausgepresst‘ werden sollen.

    Ulrich Schneider, der in Wikipedia als «Soziallobbyist» gelobt wird (lol), zeigt anhand zu überprüfender Zahlen auf, was es mit dem Bürgergeld und den betreffenden Bezieherinnen auf sich hat. Also vor allem, was das darin behauptete Potential von Arbeitnehmern betrifft und den realistischen Einspareffekten.

    𝗕𝘂̈𝗿𝗴𝗲𝗿𝗴𝗲𝗹𝗱: 𝗙𝗲𝗶𝗻𝗱𝗯𝗶𝗹𝗱𝗲𝗿 𝘂𝗻𝗱 𝗟𝘂𝗳𝘁𝗯𝘂𝗰𝗵𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻
    https://www.blaetter.de/ausgabe/2025/september/buergergeld-feindbilder-und-luftbuchungen

  9. Ich habe diesem Blogbeitrag wegen seiner Popularität eine eigene Rubrik (Salon) spendiert. Mal sehen, ob das so bleibt.

    Die eigene Rubrik wird es brauchen, wenn der Beitrag irgendwann zu viele Kommentare und Links haben wird (Uebersichtlichkeit). Ich würde dann irgendwann einen neuen mit den gleichen Spielregeln anlegen. Der alte bleibt natürlich wie alle anderen Blogbeiträge erhalten. Er ist dann nur nicht mehr die aktuellste Version.

  10. Nikolaus Busse von der F.A.Z. findet: «Trump oder die AfD werden nicht mehr nur aus Protest gewählt – sondern für ihre Weltanschauung. Sie sprechen Gruppen an, die von der linken Politik vergessen oder bekämpft wurden: Arbeiter, Männer, traditionelle Familien.»

    Ich kann das aber wegen meiner eigenen Politik nicht oben einstellen, denn es ist hinter der Bezahlschranke.

  11. Der Anstoß/Hinweis zu der Rede von Lea Ypi waren die Blätter, wobei der Beitrag hinter der Bezahlschranke liegt.

    Mich hat dieser Redetext (Blätter) sehr beeindruckt und auf der Suche nach dem vollen öffentlichen Zugang, sowohl den ganzen Redetext wie auch ein Video auf Englisch dazu gefunden.

    Man überzeuge sich selbst (wobei ich mich wegen der bereits eingestellten Links von mir ‚bremsen‘ wollte. Ergo: hiermit zumindest Ende im Blog).

    https://www.festwochen.at/rede-an-europa
    (Verschiedene Übersetzer Blätter/Link)

  12. Man stelle sich die einfache Frage. «Wem nützt es.»

    Skandal, diese Drohnen waren doch tatsächlich bewaffnet und keine hat irgendein Ziel in Polen angegriffen. Das muss ja eine fantastische Luftabwehr in Polen sein, die kürzlich nach ganz anders aufgestellt war.

    Als ob bei großflächigen Angriffen im Westen der Ukraine nicht auch durch Störmanöver eine kleinere Anzahl von Drohnen vom Kurs abgekommen ist. Wobei ich im Raum stehen lasse, ob es nicht sogar eine gezielte ukrainische Aktion war, um genau das zu erreichen, was im Link zu lesen ist. Wie einfach es offensichtlich sein kann, die Vernunft auszuschalten!

    https://www.n-tv.de/politik/16-17-Bundesregierung-spricht-von-bewaffneten-russischen-Drohnen–article23143824.html

    Wem es also vor allem nicht nützt, dürfte wohl auf der Hand liegen.

    • @pleifel
      Die Frage «Cui bono» kann man sich heutzutage sparen.
      Das ist maximal relevant noch vielleicht für die Kriminalpolizei, wenn überhaupt.
      Wenn der Gegner feststeht, dann wird alles gemacht, egal wie platt es daherkommt.
      Und da die meisten Menschen leider immer noch zum Großteil den ÖR vertrauen, klappt das immer noch.
      Der letzte Versuch war ja am 15. November 2022 und wurde relativ schnell aufgeklärt.
      Vielleicht klappt es jetzt ja.
      Auf alle Fälle wird es weiter Waffen geben, die Uschi durfte es gerade verkünden.
      Ziel erreicht…

        • Wow, die Ukrainer haben es echt drauf. Mit elektronischer Kriegsführung lassen sie russische Drohnen aus Belarus kommen und dann hundert(e) Kilometer weiter in Polen rumfliegen. Aber warum bloß, schicken die nicht all die Drohnen gleich an der russischen Grenze postwendend zurück, bei der Überlegenheit?

          Nebenbei, da hat die Junge Welt aber ganz schön lange überlegen müssen. Die russische Propaganda spricht doch schon den ganzen gestrigen Tag von nichts anderem.

          • In ihr Denkschema passt jedenfalls nicht, was für eine gewisse Wahrscheinlichkeit spricht, nämlich:

            «Eine sehr umfassende Erklärung gab das weißrussische Verteidigungsministerium zu dem Fall ab und verwies darauf, dass russische und ukrainische Drohnen nicht nur in den polnischen, sondern auch in den weißrussischen Luftraum eingedrungen seien.

            Im Wortlaut erklärte der Generalstabschef und erste Stellvertreter des Verteidigungsministers der Republik Belarus, Generalmajor Pawel Murawejko, Folgendes:

            „Während des nächtlichen gegenseitigen Schlagabtauschs mit Drohnen zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine wurden die Drohnen, die aufgrund der Auswirkungen der elektronischen Kampfführung beider Seiten vom Kurs abgekommen waren, von den diensthabenden Luftverteidigungskräften und -Mitteln der Republik Belarus ständig verfolgt.

            Ein Teil der verirrten Drohnen wurde von den Luftabwehrkräften unseres Landes über dem Gebiet der Republik zerstört.“

            Weitere Drohnen seien, so führte es der weißrussische Generalstabschef weiter aus, in Richtung Polen geflogen, wovor Minsk die polnische Seite umgehend gewarnt hätte ..»

            Jedenfalls scheint sich die Ukraine mit dem Vorfall weitere Unterstützung ‚einzukaufen‘, wobei westlich scheinbar kein Interesse besteht, dem entgegenzuhalten. Also eine beidseitige Aufklärung des Falls mit Russland abzustimmen. Man weiß halt bereits jetzt alles, um sich weiter in die Sackgasse zu manövrieren.

            • Hmm. Belarus kann ja nun kaum offen einräumen, dass es sein Territorium für diese Aktion zur Verfügung gestellt hat. Irgendeine Story brauchten die halt. Kein Militär irgendeines der betroffenen Länder wird sie glauben. Aber in der breiten Bevölkerung von Belarus hat sie eine Chance.

    • «Wem es also vor allem nicht nützt, dürfte wohl auf der Hand liegen.»

      Na wenn wir schon VT’s aufstellen, ueberlegen Sie mal genau.

      …der zerstrittenen EU kaeme ein Buendnisfall zur Unzeit. Denn wer wuerde schon gegen Russland einen WK riskieren? Wer wuerde gegen Russland kaempfen?

      Deutschland hat noch nicht mal genug Soldaten. Wir sind doch noch gar nicht kriegstuechtig 😉

      Und P. weiss das.

    • «Das muss ja eine fantastische Luftabwehr in Polen sein, die kürzlich nach ganz anders aufgestellt war.»

      Zu diesem Fall vermutlich mehr am Wochenende. Russland hat nicht dementiert, dass die Ueberflüge Absicht waren. Das russische Verteidigungsministerium hat lediglich verlauten lassen, dass keine Angriffe gegen Polen geplant waren. Das ist ein Unterschied. Ueber mögliche Gründe spekuliere ich, wenn ich Zeit habe.

      • «Zu diesem Fall vermutlich mehr am Wochenende.»

        Ja, da bin ich mal gespannt. Und bis dahin werden Sie auch mehr wissen.

        «Das russische Verteidigungsministerium hat lediglich verlauten lassen, dass keine Angriffe gegen Polen geplant waren. Das ist ein Unterschied.»

        Sie meinen, das ist fuer Russland ein Unterschied. Und wenn das Polen oder andere EU-Europaer mal in Russland probieren wuerden, gebe es wahrscheinlich Null-Unterschied fuer RUS. (Ich denke die Zeit, wo jeder westliche Hobbypilot unbeschadet auf Moskaus Rotem Platz landen kann, ist wohl schon lange vorbei.)

        • «Russland hat nicht dementiert, dass die Ueberflüge Absicht waren.»

          Hab‘ da jetzt noch mal nachgeguckt, was unsere Propagandamedien dsbzgl. schreiben.

          Lesen Sie die Faz nun gar nicht mehr?

          Da steht:

          «Das russische Verteidigungsministerium erklärt, es habe nicht geplant, Ziele in Polen zu treffen. Es habe einen erfolgreichen Großangriff mit Drohnen auf militärische Einrichtungen in der Westukraine gegeben, so das Ministerium. Es verweist zudem darauf, dass die russischen Drohnen, „die angeblich die Grenze zu Polen überquert haben», eine Reichweite von nicht mehr als 700 Kilometern hätten.»

          Also ich weiss ja nich. Wenn das mal kein lupenreines Dementi ist (und auch kein Uebersetzungsfehler)…

          Da beisst die 🐁 keinen Faden ab.

          • «Das russische Verteidigungsministerium erklärt, es habe nicht geplant, Ziele in Polen zu treffen.»

            Sie müssen, wie schon in der DDR, zwischen den Zeilen lesen. Dort wird nicht dementiert (auch in den anderen Sätzen nicht), dass russische Drohnen den Bogen von Belarus über Polen in die Ukraine geflogen sind.

            Die wissen ganz genau, was sie sagen. «Keine russische Drohne hat sich zu irgendeinem Zeitpunkt in der letzten Nacht im polnischen Luftraum befunden.» wäre ein Dementi gewesen.

            • Das sehe ich anders:

              «Es [russische Verteidigungsministerium – ners] verweist zudem darauf, dass die russischen Drohnen, „die angeblich die Grenze zu Polen überquert haben», eine Reichweite von nicht mehr als 700 Kilometern hätten.»

              Bogen hin oder her: Da wird in einem Satz gleich doppelt dementiert.

              Zum ersten: «angeblich» (umgangssprchlich fuer: ist nicht wahr) und zum zweiten, dass Russlands Drohnen gar nicht so weit fliegen koennen.

              Warum straeuben Sie sich eigentlich so davor, zuzugeben, dass die russ. Seite grundsaetzlich alles erstmal abstreitet, zu deutsch: luegt?

              Alle wissen das.

              • Diskutieren wir das am Originaltext, auf den sich die westlichen Medien vermutlich beziehen:

                Titel: Das Verteidigungsministerium hat Polen Konsultationen zum Thema Drohnenflug angeboten

                Anriss: Das Verteidigungsministerium reagierte auf die Vorwürfe Polens wegen der Drohnen und erklärte, dass die Angriffe nur gegen Ziele auf dem Territorium der Ukraine gerichtet waren und keine Ziele in Polen angegriffen werden sollten. Das Ministerium betonte, dass es zu Konsultationen bereit sei.

                Text:

                Während der nächtlichen Angriffe auf Ziele auf dem Territorium der Ukraine „waren keine Ziele auf dem Territorium Polens geplant“. Dies erklärte das russische Verteidigungsministerium.

                Das Ministerium fügte hinzu, dass es bereit sei, mit dem polnischen Verteidigungsministerium „zum Thema“ Drohnenflüge Konsultationen durchzuführen.

                Das Ministerium betonte, dass die maximale Flugreichweite der bei dem Angriff eingesetzten russischen Drohnen 700 km nicht überschreite.

                In der Nacht zum 10. September führten russische Streitkräfte einen massiven Angriff mit hochpräzisen Langstreckenwaffen und Drohnen auf Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes der Ukraine in den Regionen Iwano-Frankiwsk, Chmelnyzkyj und Schytomyr sowie in den Städten Winnyzja und Lemberg durch.

                Am 10. September berichtete das operative Kommando der polnischen Streitkräfte über die Zerstörung mehrerer Drohnen, die in das Gebiet Polens eingeflogen waren. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bezeichnete diese Drohnen als russisch. Seinen Worten zufolge habe das Militär Drohnen abgeschossen, „die eine direkte Bedrohung darstellten”

                Daraufhin bestellte das polnische Außenministerium den Geschäftsträger Russlands, Andrej Ordasch, ein. Der Diplomat bezeichnete die Aussagen der polnischen Behörden über die russische Herkunft der Drohnen als unbegründet und betonte, dass diese Meldungen durch keinerlei Beweise untermauert seien.

                Tusk erklärte, er stehe in ständigem Kontakt mit den NATO-Verbündeten und dem Generalsekretär des Bündnisses, Marko Rütters. Er bat die Verbündeten um Beratung gemäß Artikel 4 des NATO-Vertrags.

                Der französische Präsident Emmanuel Macron machte Russland für das Auftauchen der Drohnen im polnischen Luftraum verantwortlich, während die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezweifelte, dass die Drohnen „zufällig“ über Polen aufgetaucht seien. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete jedoch unter Berufung auf NATO-Quellen, dass die Allianz den Vorfall nicht als Angriff betrachte. (Hervorhebung izitiwab)

                Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, erklärte, dass täglich Vorwürfe wegen Provokationen erhoben würden, aber die EU und die NATO oft „nicht einmal versuchen“, ihre Argumente darzulegen. Seinen Worten zufolge habe der Kreml keine Kontaktanfragen von den polnischen Behörden im Zusammenhang mit den Drohnen erhalten.

                —————————————–

                Es steht nirgends, dass sich keine russische Drohnen über Polen befunden hätten. Alles Ausflüchte, wie sie in jedem mittelmässigen Fernsehkrimi vorkommen. Es sei kein Angriff beabsichtigt gewesen, die Gegenseite habe keine Beweise vorgelegt, man könne über alles reden.

                Die 700 km Reichweite sind doch offensichtlich genug, um von Belarus nach Polen einzufliegen und sogar einen Bogen über Polen zu fliegen. Dieser Satz weist die Gegenseite vermutlich nur darauf hin, dass in ihren Verlautbarungen Fehler stecvken, das heisst, dass irgendeine Drohnenposition weit in Polen angegeben wurde, die nicht stimmt.

                Im nächsten Post gebe ich den tgatsächlichen Originaltext wieder (Telegram-Kanal des russischen Vedrteidigungsministeriums).

              • Russisches Verteidigungsministerium auf Telegram

                Wichtig Heute Nacht haben die Streitkräfte der Russischen Föderation einen massiven Schlag mit hochpräzisen Langstreckenwaffen vom Land, Meer und aus der Luft sowie mit unbemannten Kampfflugzeugen gegen Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes der Ukraine in den Regionen Iwano-Frankiwsk, Chmelnyzkyj, Zhytomyr sowie in den Städten Vinnytsia und Lviv durchgeführt.

                In diesen Unternehmen des ukrainischen Militär-Industrie-Komplexes wurden Panzer- und Luftfahrttechnik für die Streitkräfte der Ukraine hergestellt und repariert, Motoren und elektronische Komponenten dafür sowie unbemannte Fluggeräte produziert.

                Am südlichen und südwestlichen Rand der Stadt Lemberg wurden Werkstätten des „Lemberger Panzerwerks“ getroffen, in denen Panzerfahrzeuge repariert und modernisiert wurden, sowie des „Lemberger Flugzeugwerks LDARZ“, wo Langstrecken-Drohnen hergestellt und Kampfflugzeuge der ukrainischen Streitkräfte repariert wurden.

                Die Ziele des Angriffs wurden erreicht. Alle vorgesehenen Objekte wurden getroffen.

                ❗️ Es waren keine Objekte auf polnischem Gebiet vorgesehen.

                ▫️ Die maximale Flugreichweite der beim Angriff eingesetzten russischen Drohnen, die angeblich die Grenze zu Polen überflogen haben, beträgt nicht mehr als 700 km.

                ▫️ Dennoch sind wir bereit, zu diesem Thema Konsultationen mit dem polnischen Verteidigungsministerium durchzuführen.

                ——————————————

                Hervorhebungen im Original.

                Angesichts dieses Textes bleibe ich bei der Meinung, dass Russland weder zugegeben noch ausgeschlossen hat, dass russische Drohnen Polen überflogen haben.

                • «Daraufhin bestellte das polnische Außenministerium den Geschäftsträger Russlands, Andrej Ordasch, ein. Der Diplomat bezeichnete die Aussagen der polnischen Behörden über die russische Herkunft der Drohnen als unbegründet und betonte, dass diese Meldungen durch keinerlei Beweise untermauert seien.»

                  Hm, eigentlich ist das fuer mich schon Dementi genug.

                  Aber ich will mich mit Ihnen wg. so einer Lappalie nicht weiter streiten. (Sie & Russland haben da den Bogen raus, wie man’s macht. Da kann ich nicht dagegenhalten 😉 )

                  Und eigentlich ist es auch egal, wie oft die provozieren. Die Russen sind nun mal die Staerkeren, und da gelten eben die Gesetze der Schwerkraft.

                  Die duerfen das. Die duerfen alles – von der anderen Seite aus.

                  Ich freue mich schon auf Ihren neuen Artikel.

              • @nera
                >>>Warum straeuben Sie sich eigentlich so davor, zuzugeben, dass die russ. Seite grundsaetzlich alles erstmal abstreitet, zu deutsch: luegt?<<<

                Das ist ein bemerkenswerter Satz.
                Wenn ein Mensch etwas abstreitet, was von einem anderen behauptet wird, ist das GLEICHBEDEUTEND mit LÜGEN?
                Ich will nicht sagen, daß ABSTREITEN auch LÜGEN bedeuten KANN, aber das kann man erst wirklich behaupten, wenn es dafür BEWEISE gibt.

                Deshalb ist die Diskussion dahingehend eigentlich sinnlos, solange es nichts Belastbares gibt.

                Warum aber führen Sie diese Diskussion?
                Ich VERMUTE ganz stark, weil es eigentlich Ihre feste Überzeugung ist.
                Und dann braucht es auch keinerlei Beweise.
                Der RUSSE lügt IMMER. Das liegt in seinen slawischen Genen…

                • @Robert Zapf

                  «Der RUSSE lügt IMMER. Das liegt in seinen slawischen Genen…»

                  Och, Mensch. Glauben Sie wirklich, dass ich so denke?

                  Die Russen sind genau solche Menschen wie wir auch. Es ist die russ. Regierung und ihre Politik, die mich wuetend macht.

                  Ich hoffe, dass Sie mir glauben. Und das war nicht nett.

                    • Genauso ist es.

                      Eigentlich wollte ich dem «Oberst» das damit verdeutlichen, damit er mich besser versteht. Wenn einem die israel. Politik «zum Wahnsinn treibt» ist man ja auch nicht automatisch Antisemit.

                      (Hab‘ das dann wg. event. neuer Missverstaendnisse dann aber doch lieber nicht getan.)

                  • @nera
                    >>>Ich hoffe, dass Sie mir glauben. Und das war nicht nett.<<<
                    Das ist halt das Verflixte an Blogs.
                    Man KENNT den Anderen nicht. Nur aus dem, was derjenige schreibt, kann man eventuell auf den Anderen schließen.
                    Und Sie schreiben sehr emotional. Herr Jeschke sehr rational.
                    Aber Ihr Satz:"Warum STRÄUBEN Sie sich eigentlich so davor, ZUZUGEBEN, dass die russ. Seite GRUNDSÄTZLICH alles erstmal abstreitet, zu deutsch: LÜGT?" enthält eben nun Aussagen, die für mich selbst hoch problematisch sind.
                    Und das ist für mich, so wie es da steht, auch nicht NETT. Weshalb ich genauso PAUSCHAL geantwortet habe.
                    Das war allerdings auch nicht NETT.
                    Allerdings verstehe ich Ihre Äußerung deshalb immer noch nicht oder besser gesagt, noch weniger…

                    • Yo, das ist das Problem: Man kennt sich eigentlich gar nicht. Bildet sich aber dann doch ein Urteil. Geht ja auch gar nicht anders. Sonst koennte man (andere Positionen) nicht diskutieren, denke ich mal.

                      «Allerdings verstehe ich Ihre Äußerung deshalb immer noch nicht oder besser gesagt, noch weniger…»

                      Ja, das war pauschal, wieder mal hoch emotional. Und es war eigentlich auch nur fuer den Hausherrn (Was nicht bedeutet, dass hier sich nicht jeder dazu aeussern sollte, wenn er will.)

                      Es tut mir eben weh, wenn ich denke, der muesste doch sehen, dass er da von der russ. Regierungsseite einschl. deren Medien – nicht immer, aber immer oefter – ver*rscht wird.

                      Aber nicht auszuschliessen, dass der Denkfehler da bei mir liegt.

                    • Sehen Sie, ich weiss, dass im Krieg alle Seiten lügen oder zumindest nicht die volle Wahrheit sagen. Ich habe aber schon in der Jugend gelernt, aus den vereinigten Lügen zweier sich im Kalten Krieg gegenüber stehenden Seiten ein einigermassen stimmiges Weltbild abzuleiten?

                      Und woher weiss ich, dass es stimmig war? Nach einiger Zeit stellte sich häufig heraus, dass die Wahrheit nahe dort lag, wo ich sie verortet hatte. Was die Drohnen betrifft: Siehe neuer Blogbeitrag. Die westlichen Medien kommen da auch nicht so gut weg.

                    • «Was die Drohnen betrifft: Siehe neuer Blogbeitrag.»

                      Yo, ich hatte da schon mal kurz die Ueberschrift gesehen.

                      «Ueberflug», hm… klingt nach Euphemismus.

                      Ich fuerchte, das verheisst nichts Gutes. 😉

                    • ««Ueberflug», hm… klingt nach Euphemismus.»

                      Das scheint mir allerdings der Plan gewesen zu sein. Diejenigen, die nicht abgeschossen wurden, haben genau das getan. Diejenige, die in Nordpolen abgeschossen wurde, war heimatvertrieben und wollte vermutlich nach Ostpreussen. Es scheint gar, dass das zwei waren und dass es eine davon in die russische Exklave geschafft hat.

        • Man darf nicht vergessen, dass alle ukrainischen Drohnenangriffe auf Russland westlich finanziert sind.

          Vor allem ist es aber keine moralische Frage, sondern eine militärische. Wie gesagt, das braucht etwass mehr Hintergrund. Es lässt sich nicht sinnvoll in kurzen Kommentaren abhandeln.

          So, wie die Nachrichtenlage ist, hatte keine dieser Drohnen Waffen oder Sprengstoff an Bord. Zumindest haben die Polen nichts gefunden und wenn doch, wollen sie lieber deeskalieren.

          • @izi
            >>>So, wie die Nachrichtenlage ist, hatte keine dieser Drohnen Waffen oder Sprengstoff an Bord. Zumindest haben die Polen nichts gefunden und wenn doch, wollen sie lieber deeskalieren.<<<

            Ich habe hier diese Karte gefunden:

            https://mf.b37mrtl.ru/deutsch/images/2025.09/original/68c1644048fbef2966407182.jpg

            Es muss starke Angriffe auf die Westukraine gegeben haben.
            Spuren gehen auch nach Belorussland und Polen.
            Eigentlich müssten alle diese Flugkörper Sprengstoff getragen haben.
            Ich KÖNNTE mir vorstellen, daß einige Flugkörper durch Störung abgelenkt wurden, Vielleicht WOLLTE Russland auch gleichzeitig die Luftabwehr Polens testen, um die nächsten Flugkörper auf den Reichstag zu schiessen?
            Vielleicht hat P. mit Belorussland auch beschlossen, die Flugkörper über Belorussland und Polen dann von "hinten" in die Ukraine zu lenken, weil P. denkt, daß es so einfacher wäre?

            Auf alle Fälle bin auch ich auf Ihren nächsten Beitrag gespannt…

  13. Was ist von dem folgenden Link zu halten?

    https://www.cbsnews.com/news/video-house-ufo-hearing-us-missile-strikes-unidentified-object/

    Falls es ein unbekanntes natürliches Phänomen wäre, erklärt es wohl nicht die Zerstörung der Rakete, was die Trümmer betrifft. Energetische Phänomene wie Kugelblitze reichen wohl als Ursache dafür auch nicht hin.

    Offensichtlich gibt es eine größere Anzahl solcher Beobachtungen, die selbst vor dem Kongress geheim gehalten werden (schon wieder oder immer noch?). Warum eigentlich?

    • Welche Trümmer der Rakete glauben Sie zu sehen? Was in ein grosses Teil und zwei kleine «zerbricht», ist das Wölkchen, dass das Raketchen (die Hellfire ist nicht sehr gross, 45 kg) da streift. Die Hellfire wird nur etwas abgelenkt und fliegt weiter.

      Die Hellfire war einer der antizipierten Hauptgegner der Schilka, auf der ich ausgebildet wurde. Das Szenario war wie folgt. Ein Hubschrauber gerät am Horizont in mein Sichtfeld. Entweder hole ich den runter, ehe er eine Hellfire abfeuert oder es ist sehr wahrscheinlich um mich geschehen. Die Schilka (oder ein Schützenpanzerwagen mit Strela-Raketen in meiner Batterie) wäre sein erstes Ziel gewesen, weil am gefährlichsten für ihn.

      Das Ding ist nicht besonders modern. Das Objekt, das dort getroffen wird, ist optisch dicht, aber vermutlich nicht materiell dicht, sonst hätte die Hellfire gezündet. UFO stimmt nur im Wortsinn, weil man nicht weiss, was es ist. Man könnte aus der Geschwindigkeit und Masse der Hellfire und dem Ablenkungswinkel vermutlich die Masse des Objekts abschätzen. Es ist nicht sehr schwer gewesen.

  14. «Die beste Zusammenfassung dazu ist aus meiner Sicht «Deutsch-sowjetische Beutepartnerschaft (lange Version)».

    https://www.geschkult.fu-berlin.de/e/fmi/institut/mitglieder/Ausserplanmaessige-_und_Honorarprofessorinnen_und_Professoren/koerfer_daniel/Presseartikel_Daniel_Koerfer/Zeitgeschichte/Deutsch-sowjetische_Beutepartnerschaft__Langfassung_/index.html

    Da gab’s ja schon Widerspruch von zwei entgegengesetzten Seiten. Koennen Sie das bitte mal der Verlinkungsliste oben hinzufuegen? (Sie koennen den langen Link auch einbinden, wie Sie das mit den anderen gemacht haben.)

    Ich hab’s noch nicht gelesen und bis dahin koennte es noch Wochen dauern. Dann wuesste ich nicht mehr, wo ich suchen soll. Und andere stumme und laute Leser koennte das auch interessieren.

      • @Petro

        Meinen Sie? Ich hat Sie eigentlich als den Einen, der schon Widerspruch eingelegt hat, erwaehnt 😉

        (Sie bei «Parubiy»: «Ich bin nicht verantwortlich für unzulängliche deutsche Geschichtsschreibung»)

        Bei mir im DDR-Geschichtsunterricht im Dorf kann ich mich nicht erinnern, dass da der Hitler-Stalin-Pakt Thema war. Vielleicht hatte ich auch nur nicht aufgepasst. Aber eher denke ich, meine beiden Geschichtslehrerinnen, im Laufe der Jahre, die wussten das selber nicht.

        Und wenn @izi meint, dass waere die beste Zusammenfassung, wuerde ich das schon gern mal lesen.

        • «(Sie bei «Parubiy»: «Ich bin nicht verantwortlich für unzulängliche deutsche Geschichtsschreibung»)»

          Sie haben recht. An dieser Stelle ist der Artikel tatsächlich unzulänglich. Aber die Frage der Existenz der Originale steht auch nicht im Fokus der Artikel. Und wer weiß schon. Eventuell sind die Originale ja in Russland schon wieder «verschwunden»?

        • «Bei mir im DDR-Geschichtsunterricht im Dorf kann ich mich nicht erinnern, dass da der Hitler-Stalin-Pakt Thema war.»

          An der EOS Johannes R. Becher in Lauchhammer kam das vor. Der Tenor war der gleiche, wie von @u_S beschreieben (offizielle Sprachregelung). Das war nötig, um eine Bündnis der Westalliierten mit Nazideutschland gegen die Sowjetunion zu verhindern und Zeit für Verteidigungsvorbereitungen zu gewinnen. Die Besetzung Ostpolens geschah zum Schutz der slawischen Bevölkerung.

          Wenn jemand nach dem Winterkrieg fragte, war die offizielle Asurede die prekäre Lage Leningrads ohne Gebietstausch und der Unwille Finnlands zum Gebietstausch. Dsss es auch um die Nickellagerstätten von Petsamo ging, habe ich erstmals mit 18 Jahren in Strittmatters «Wundertäter» gelesen. Allerdings gab die Sowjetunion das im Winterkrieg eroberte Petsamo im Friedensvertrag von 1940 zunächst zurück. Finnland verlor es dann aber doch durch seine Beteiligung am 2. Weltkrieg auf Seiten Nazideutschlands. Die Wehrmacht musste Petsamo am 15. Oktober 1944 räumen. Bereits am 19. September hatte Finnland in Moskau einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion geschlossen und das Gebiet abgetreten.

      • @izi
        Eigentlich ist es für mich unerheblich, wann Koerfer diesen Beitrag geschrieben hat.
        Allerdings habe ich auf der ganzen Seite aber auch kein Datum der Veröffentlichung gefunden.
        Perplexity nannte dann das von mir unten bei Petrowitsch angegebene.
        Können Sie das exakte Datum finden?

        • «Können Sie das exakte Datum finden?»

          Das geht nur über den Quelltext der Seite (Browser können so etwas anzeigen). Man sucht nach «dc.date» und findet ‚<'meta content="2009-09-28" name="dc.date" '/>‚, also das Veröffentlichungsdatum 28.9.2009.

          Es ist schon klar, dass die FU Berlin in den Sozialwissenschaften seit ihrer Gründung stark antikommunisitisch ideologisiert ist. Auch dieser Artikel enthält neben den Fakten Meinungen, die ich nicht durchgängig teile. Ich finde aber dennoch, dass die Zusammenstellung der Fakten in diesem Fall unverzerrt ist.

  15. @Petrowitsch
    >>>Das ist tatsächlich lesenswert. Für mich erstaunlich, wie es stalinistische Mythen oder besser Sprachvorgaben bis heute hier in den Blog geschafft haben.<<<

    Was ist da jetzt für Sie erstaunlich?
    Für mich ist das eine Meinung oder Interpretation.
    Und der MUSS ich mich jetzt anschließen?

    DAS würde mich nur wieder ganz stark an ALTE Zeiten erinnern…

  16. @Petrowitsch
    Dieser Artikel ist 2009 in der FAZ erschienen. Was soll da RT dazu meinen?
    Und wozu brauche ich Argumente?
    Ich habe nicht vor, mit Ihnen darüber zu diskutieren.
    Sie können diese Meinung teilen oder nicht,
    Mein Kommentar bezog sich auf Ihr Erstaunen, dass es noch möglich sein kann, nach dem Lesen noch dazu zu kommen:
    «wie es stalinistische Mythen oder besser Sprachvorgaben bis heute hier in den Blog geschafft haben.»
    Hammer das nun geklärt?

      • @Petrowitsch
        >>>Dann reden wir über verschiedene Sachen. Ich habe mich auf den von @Nerrazurra eingestellten bezogen.<<<
        Ei der Daus. Und was denken Sie, auf welchen Artikel ich mich bezogen habe?
        Mich würde wirklich mal interessieren, wo Sie die Art Ihrer Diskussionsführung GELERNT haben.

        Dass es Ihnen dabei wirklich um ERKENNTNISGEWINN geht, bezweifle ich immer mehr.

        • «Ei der Daus. Und was denken Sie, auf welchen Artikel ich mich bezogen habe?»

          Sie sprachen von der FAZ und nicht von der FU. Wo finde ich ihren Link zur FAZ, um zu vergleichen? Es kann durchaus sein, dass ich etwas übersehen, vergessen habe.

          • @Petrowitsch
            >>>Sie sprachen von der FAZ und nicht von der FU. Wo finde ich ihren Link zur FAZ, um zu vergleichen? Es kann durchaus sein, dass ich etwas übersehen, vergessen habe.<<<

            Das kann man ganz schnell selbst herausfinden, wenn man z.B. eine KI befragt.
            Da Sie aber dies auch nicht akzeptieren würden, frug ich direkt bei Herrn Jeschke an.
            Der erklärte es dann.
            Suchen Sie einfach im Blog unter "13. September 2025 um 10:24 Uhr".

  17. Kommentar: Neues Reden vom Faschismus (Arnold Schölzel) – jw vom 13./14.09.

    «Der »Faschismus« ist wieder da. Am Sonntag sagt Moderatorin Marietta Slomka im ZDF-»Heute-Journal« zum aus Toronto zugeschalteten US-Philosophieprofessor Jason Stanley, der Rummel um Donald Trump wirke »schon wie ein Führerkult, was ja eigentlich ein Kennzeichen des Faschismus ist«. Oder sei der Begriff hier »noch viel zu weit gefasst«? Stanley: »Nein, dieser Begriff passt. In den Vereinigten Staaten haben wir unsere eigene Geschichte von Faschismus. Hitler lobt die Vereinigten Staaten in ›Mein Kampf‹.« Stanley hat recht. Völkermord an »Untermenschen« – den Begriff hatte der »Führer« vom US-Autor Lothrop Stoddard – war ihm sympathisch und der Dollar-Segen von Henry Ford erst recht. Ohne Groß- und Monopolkapital kein Faschismus. Über Geldgeber – wie etwa den Milchmilliardär Müller für die AfD – wird aber geschwiegen.

    Stanley meint, »Führerkult« sei mehr europäischer Faschismus, in den USA aber sei das rassistische Unterdrückungsregime der Südstaaten erst 1965 zu Ende gekommen. Das hätten schwarze Amerikaner als Faschismus beschrieben: »Wir sind eine junge Demokratie.« Erst das Wahlrechtsgesetz von 1965 habe die USA dazu gemacht, bis dahin habe eine »Herrenvolkdemokratie« geherrscht. Heute habe sein Land »das größte Gefängnissystem der Welt«. Es sei nicht klar, ob die USA je eine Demokratie waren, »sicher keine gesunde«. Man müsse aufhören, »über das Ende der US-Demokratie zu sprechen, wir sind weit über diesen Punkt hinaus«. In den USA herrsche ein »autoritäres Regime«: »Wir können diskutieren, ob es faschistisch ist oder nicht. Aber wir haben keine Grenzen mehr.«

    In der Taz ist das am Freitag entschieden. Der ermordete Charlie Kirk sei »ein eloquenter und schlagfertiger Kommunikator der Trumpschen Idee des autoritär-faschistischen Staatsumbaus«, heißt es. Ein Kommentar des durchgeknallt antirussischen US-Historikers Timothy Snyder auf der Meinungsseite trägt den Titel: »Avantgarde des Faschismus«. Snyder meint den Einsatz von Soldaten im Inneren der USA und nennt ihn »das faschistische Prinzip«, Trump wolle »eine Republik in ein faschistisches Regime verwandeln«.

    Etwas weniger großzügig mit der Vergabe des Prädikats »faschistisch«, dafür ernsthaft, ist am Freitag der SPD-Fraktionsvorsitzende in NRW, Jochen Ott, in einem Gastbeitrag für die FAZ. Überschrift: »Haben die Konservativen aus 1930 gelernt?« Er erinnert daran, dass im März 1930 das letzte SPD-geführte Kabinett der Weimarer Republik wegen einer scheinbaren Kleinigkeit zerbrach: »an einem Streit über 0,5 Beitragspunkte zur Arbeitslosenversicherung«. Ausschlaggebend sei die ultimative Forderung des Reichsverbands der Deutschen Industrie nach drastischen Leistungskürzungen und Steuersenkungen gewesen. Die SPD habe das Heft aus der Hand gegeben und es »den Rechtsparteien unnötig einfach gemacht«.

    Ott zieht eine Parallele zu heute: Beachtliche Teile von CDU und CSU wollten »eine marktradikale Wende erzwingen … Die SPD möge sich fügen oder zur Seite gehen.« Füge sie sich nicht, wäre eine Minderheitsregierung eine Option: »Die Außen- und Sicherheitspolitik könnte die Union dann weiterhin mit der SPD gestalten, die Sozial- und Migrationspolitik mit der AfD.« Statt eines »Klassenkampfes im Kabinett« brauche es »jetzt also einen Klassenkompromiss«. Die SPD werde den Fehler von 1930 nicht wiederholen. »Die Konservativen auch?«

    Welches Kalkül auch immer Ott verfolgt, sein Text besagt: Beachtliche Teile des deutschen Großbürgertums sind geneigt, die AfD-Karte zu ziehen. In deutschen Medien wird bis dahin von »Faschismus« geredet, solange er woanders stattfindet. Erste Voraussetzung bleibt: Schweigen vom Kapitalismus.»

    Der Link ist ’noch‘ hinter der Bezahlschranke.

    • «Welches Kalkül auch immer Ott verfolgt, sein Text besagt: Beachtliche Teile des deutschen Großbürgertums sind geneigt, die AfD-Karte zu ziehen.»

      Ob geneigt, weiss ich nicht. Aber im Notfall (des drohenden Verlusts des Kapitalismus) dazu bereit, das glaube ich schon.

  18. Aus einer aktuellen Umfrage in der Ukraine.

    https://kiis.com.ua/?lang=eng&cat=reports&id=1551&page=1

    Erstens glauben die Ukrainer an die Möglichkeit des Sieges. Das heißt, die Ukrainer glauben, dass Russlands Widerstand nicht hoffnungslos ist, und trotz des Ausmaßes und der Grausamkeit des Feindes können wir siegreich hervorgehen. Gleichzeitig fordern die Ukrainer die verbündeten Länder nicht auf, ihre Truppen in die Ukraine zu schicken. Die Ukrainer fordern nur wirksame Sanktionen gegen Russland und eine ausreichende Menge an Waffen und Geld (die der Ukraine im Jahr 2014 hätten zur Verfügung gestellt werden sollen, ganz zu schweigen von 2022, angesichts der Verpflichtungen einer Reihe von Ländern im Rahmen des Budapester Memorandums). Wenn die Ukrainer jedoch 2022 romantische Erwartungen an die Unterstützung von Verbündeten hatten, gibt es jetzt mehr Pragmatismus (oder sogar Zynismus).

    Infolgedessen zeigen die Ukrainer zweitens die Bereitschaft, flexibel zu sein, auch in schwierigen Fragen. Wir sehen, dass der bedingte Friedensplan Europa-Ukraine, der das Einfrieren der Frontlinie und die faktische Aufrechterhaltung der Kontrolle durch die Besatzer über einen großen Teil der ukrainischen Gebiete beinhaltet, von der Mehrheit der Bevölkerung genehmigt werden kann. Das heißt, die Ukrainer sind offen für den Dialog und offen für schwierige Kompromisse. Daher war und bleibt das Hindernis für die Erreichung des Friedens ausschließlich Russland.

    Drittens lehnt die überwältigende Mehrheit der Ukrainer trotz der angesammelten Ermüdung und des nicht immer Vertrauens in die Entschlossenheit der Verbündeten die Möglichkeit ab, sich zu ergeben und den Willen zu behalten, den Kampf fortzusetzen (und ein wesentlicher Teil der ukrainischen Männer und Frauen ist bereit, die Ukraine mit Waffen in ihren Händen zu verteidigen). Selbst die trügerische Abschwächung der Forderungen Russlands in letzter Zeit (insbesondere im Zusammenhang mit «nur» der Forderung, sich aus dem Donbass zurückzuziehen) ist nicht in der Lage, die Mehrheit der Ukrainer zu täuschen. Die Ukrainer erwarten nicht, dass der Krieg in naher Zukunft endet, aber die Ukrainer sind entschlossen, unter allen Umständen Widerstand zu leisten, bis die Parameter des Friedens akzeptabel sind.

    • @Petrowitsch
      Das ist doch schön für die Ukrainer, dass die das so sehen.
      Ich sehe das für MICH allerdings anders.
      Ich selbst will nicht, daß Milliarden aus Dt. in die Ukraine fließen, wenn wir hier selbst nicht mehr klarkommen, und uns über SONDERVERMÖGEN retten müssen.
      Wir haben hier Baustellen an allen Ecken und Enden.
      Und ob Putin den Schwanzvergleich mit Selenski gewinnt, schon mal gar nicht.
      ICH will hier in Dt. in Frieden leben können. Und wenn es irgendwo in der Weltg ein paar Diktatoren gibt, die das nicht können, will ich, daß Deutschland die INTERESSEN seiner Bevölkerung wahrnimmt.

      Über dem Bundestag steht nicht: Dem Interesse des ukrainischen Volkes, sondern dem Interesse des deutschen Volkes.

      Und das, was wir in Deutschland zur Zeit tun, ist NICHT im Interesse des deutschen Volkes.

      Und Ihren wohlfeilen Patriotismus mit den Ukrainern können Sie weiter pflegen, besser wäre es allerdings, Sie würden zur Tat schreiten…

      • @Robert Zapf

        «Ich sehe das für MICH allerdings anders.»

        Ich auch (also in Ihrem Sinne).

        Wobei die aktuelle Umfrage in der Ukraine ja auch nur diejenigen erreicht, die noch nicht mit dem ‚Zug nach Westen‘ ausgereist sind. Man darf bis auf die ganz eisernen davon ausgehen, dass das ganz banale Gründe sind (wie fehlende Knete/Besitz oder sonstige Verpflichtungen). Aber natürlich können die Verbliebenen auch alles Patrioten sein, wobei die wahren Patrioten das ‚Marketing‘ doch besser gleich im Ausland ausüben, was auch für eine längere Lebenserwartung spricht.

        Natürlich gehören dazu auch die Leistungen in Deutschland, die das unterstützen/fördern, und die aus Budgets gezahlt werden, die dann anderweitig gekürzt werden, was natürlich der AfD in die Hände spielt.

        Was sich aber auch zeigt, wie unrealistisch man die Welt betrachten kann, was die tatsächlichen Kräfteverhältnisse (auch Interessen) betrifft.

      • So viel geschrienes ICH, MICH. Wie sagt schon eine alte Weisheit, wenn jeder nur an sich denkt, ist auch an jeden gedacht.

        «Deutschland die INTERESSEN seiner Bevölkerung»

        Sie bestimmen, was die Interessen der Bevölkerung sind? Ich als Teil der Bevölkerung sehe das anders. Und nu? Ach Sie haben ja eine in Deutschland altbewährte Lösung angedeutet:
        «besser wäre es allerdings, Sie würden zur Tat schreiten…»

        … und wenn nicht, wollen Sie nachhelfen?

    • @Petro

      Danke fuer die Informationen.

      «…aber die Ukrainer sind entschlossen, unter allen Umständen Widerstand zu leisten, bis die Parameter des Friedens akzeptabel sind.»

      «…bis die Parameter des Friedens akzeptabel sind».

      Ich muss gestehen, da bin ich als Sesselfurzerin, die nur einen (sehr netten) Ukrainer von der Arbeit her persoenl. kennt (der allerdings schon rund 18 Jahre in Deutschland lebt und sich schwer tut ueberhaupt ueber den Krieg zu reden), wesentlich pessimistischer, dass das je der Fall sein wird.

      Zum ersten Halbsatz: «Die Ukrainer»…Ich nehme an, es handelt sich um die deutliche Mehrheit. Und kann man bei dieser Umfrage davon ausgehen, dass die repraesentativ ist, Ihrer Meinung nach?

      • «Und kann man bei dieser Umfrage davon ausgehen, dass die repraesentativ ist, Ihrer Meinung nach?»

        Ich denke schon. Das Umfrageinstitut gibt es seit 1990. Die verstehen ihr Handwerk und legen eigentlich auch immer die statistische Basis der Umfragen dar. Wenn diese nicht ausreicht, weisen sie darauf hin.

        Nun kann man bei Umfragen immer ein Haar in der Suppe finden. Etwa, wie neutral die Fragen formuliert sind. Oder ob besonders patriotische Antworten auch in der Realität umgesetzt werden würden. Aber nach meinem nicht repräsentativen ukrainischen Bekanntenkreis, passt das schon.

          • Ich habe für ihr sachliches Interesse zu danken.
            Eigentlich habe ich den Artikel nur zur Information eingestellt, damit man sich einfach mal nur ein Bild von der Stimmung in der Ukraine machen kann.
            Die Diskussion, die hier wieder entstanden ist, ist einfach nur verstörend.

            • Das sehe ich genauso. Die anderen stellen ja auch Informationen und paar eigene Gedanken dazu ein.

              Dass sich alle, die sich dazu aeussern, gleich provoziert fuellen, ist fuer mich nicht nachvollziehbar.

              • «alle provoziert fühlen»?

                Echt jetzt? Ich fühle mich eher amüsiert. 🙂

                Aber spätestens dann nicht mehr, wenn die Profiteure in der Sache sich problemlos die Taschen vollstopfen können. Die scheinen allerdings dabei zu vergessen (oder kapieren es einfach nicht!), dass der ‚große Hammer‘ da keine Unterschiede mehr machen wird.

                • Und da kommt gar nix gegen T., wenn der gleich mal 5 % vom BIP fuer Verteidigungsausgaben FORDERT, wo doch Russland so friedlich ist. (Und sonst so, wuesst‘ ich auch niemand, der es wagen wuerde Deutschland anzugreifen.)

                  Aber ist ja der Trump, nicht?

                  • T. kann ja fordern was er will, doch er ist nicht der Verantwortliche in der deutschen Regierung, die auf diese Forderung freiwillig & enthusiastisch eingegangen ist. Ich könnte kotzen darüber, wofür meine Steuerzahlungen verpulvert werden. Das ist nicht mehr mein Land!

                  • @nera
                    >>>Und da kommt gar nix gegen T., wenn der gleich mal 5 % vom BIP fuer Verteidigungsausgaben FORDERT…<<<

                    Warum müssen Sie denn immer/oft? so um die Ecke kommen?
                    Trump hat doch nun eigentlich rein GAR NICHTS damit zu tun, dass Deutschland der Ukraine pro Jahr 9 Mrd. zusagt.
                    Der war 2022 gar nicht Präsident.
                    Das der jetzt natürlich auch Geld mit den Europäern verdienen will, ist doch nicht verwunderlich.
                    Aber die Entscheidung sollte doch bei uns liegen, oder?

                    Und wenn sich die deutsche Regierung halt so einen FREUND wie die USA unbedingt erhalten will, anstatt auch mal eigene Interessen zu formulieren, liegt das dann wieder an Trump oder unseren Lakaien?

                    Dass sich Trump auch freut, wenn er die Deutschen so unter Druck setzen kann, heißt doch nur, daß wir hier selbst NICHTS mehr zu bestimmen haben.
                    Und daran sind weder Trump noch Putin Schuld…

                    • Heute komme ich nicht mehr um den Ecke, aber ich denke, ich darf das beim Herrn Jeschke 😉

                      Es ist ja auch nicht boese gemeint.

                      Vielleicht demnaext auch noch mal ein Erklaerungsversuch.

                  • @nera
                    Ich hatte meinen Kommentar geschrieben und dann bei JW das gefunden:

                    https://www.jungewelt.de/artikel/508595.schlauer-als-ursula.html

                    «Schlauer als Ursula
                    Trump und die Russland-Sanktionen

                    …Aber EU-Europa muss ja nicht unbedingt an einer Konfrontation festhalten, die seine Kräfte übersteigt und an der Trump erkennbar das Interesse verliert. Er hat seine Schäfchen im Trockenen, die EU steht vor den Trümmern ihres Ehrgeizes und will es sich nicht eingestehen…

                  • Den Kommentar verstehe ich jetzt nicht. Warum muss man ständig T erwähnen, wenn gerade über die Ukraine diskutiert wird?

                    Es gibt da übrigens noch einen Unterschied. Dieses deutsche Steuergeld würde zumindest für das deutsche Militär ausgegeben werden.

                    • Nun ja, mir ist es ehrlich gesagt, Wurscht ob das deutsche Qualitaetswaffen oder massenweise Billigdrohnen aus dem Iran sind, und ob das deutsche, israelische, amerikan. oder russ. Soldaten sind, die das Zeugs dann benutzen.

                      Es ist eine Schande, dass fuer den Dreck ueberhaupt mein deutsches Steuergeld verwendet wird! Da sollen die lieber «faule» Buergergeld-Empfaenger damit bezahlen.

                      «Den Kommentar verstehe ich jetzt nicht.»

                      Schaaade. Es ist eine Tragoedie 😟

                    • Vielleicht ist es doch ein Tragödie. Wenn einer seine Kritiker in den Medien mundtot machen will, ist es tragisch, wenn die so blöd sind, einen politischen Mord zu rechtfertigen oder zumindest diesen Anschein zu erwecken.

                    • «Ist T. nun Faschist?»

                      Das ist inzwischen wirklich nicht mehr so leicht zu beantworten. Sicher nicht in dem Sinn, in dem Mussolini oder Hitler Faschist war. Es gibt keine körperliche Gewalt gegen politische Gegner und keine «Schutzhaft».

                      Aber es gibt schon Parallelen, zum Beispiel in der Demontage von Pluralität und in einer extremen Betonung eng gefasster nationaler Interessen. Faschismus 2.0 ist kein absurder Vorwurf mehr.

                      Ich habe das ursprünglich nicht so gesehen. «Projekt 2025» war definitiv nicht Faschismus 2.0. Was Trump bisher getan hat, geht aber weit über Projekt 2025 hinaus und widerspricht ihm teilweise sogar direkt, zum Beispiel, was die Macht des Kongresses betrifft.

                      Trump regiert in Vielem am Kongress vorbei und es ist nicht klar, ob er das nicht auch noch dann machen kann, wenn er die Midterm-Elections verlieren sollte. Am Ende ist die Frage, ob das Oberste Gericht Trumps generellen Kurs mehrheitlich stützt. Und wenn nicht, was Trump dann tun wird.

        • «Oder ob besonders patriotische Antworten auch in der Realität umgesetzt werden würden.»

          Das ist allerdings der springende Punkt. Das ist ja auch in anderen Ländern bei anderen Themen in Umfragen der Fall.

          Die grosse Mehrheit will gern weiterkämpfen – nur nicht selbst an der Front.

        • @Petrowitsch
          >>>Aber nach meinem nicht repräsentativen ukrainischen Bekanntenkreis, passt das schon.<<<

          DAS würde ich Ihnen nun WIRKLICH glauben, auch ohne Nachweise.
          Selbst in Deutschland soll es ja NOCH so sein.

          Die Frage ist nur noch, wie LANGE?
          Bis dahin spielt eben das Orchester weiter auf der Titanic…

    • «Die Ukrainer fordern nur wirksame Sanktionen gegen Russland und eine ausreichende Menge an Waffen und Geld (die der Ukraine im Jahr 2014 hätten zur Verfügung gestellt werden sollen, ganz zu schweigen von 2022, angesichts der Verpflichtungen einer Reihe von Ländern im Rahmen des Budapester Memorandums)»

      Das Budapester Memorandum enthält keinerlei Verpflichtungen. Es ist nicht einmal ein völkerrechtlicher Vertrag (deshalb «Memorandum»). Niemand hat das ratifiziert.

      Die Ukraine hat überhaupt nichts zu fordern.

      • @izi
        >>>Die Ukraine hat überhaupt nichts zu fordern.<<<

        Ich würde das zwar aus so sehen.
        Allerdings ändert dies nichts an der Tatsache, daß es dennoch getan wird.
        Sie könnte allerdings BITTEN, daß Ihr geholfen wird.
        Das dies nun nicht geschieht, hat wahrscheinlich andere Ursachen.
        Allerdings würde mich brennend interessieren, welche Ursachen es für dieses Verhalten geben kann.

        Also daß man mit dieser Vehemenz FORDERUNGEN stellt…

        Ich kenne dies bisher nur bei schwer psychisch kranken Menschen.

        • Mit der Haltung der Ukraine, sie könne Forderungen stellen, hängt es auch zusammen, dass sie keinerlei Rücksicht auf die Interessen ihrer Geldgeber und auf die Grenzen nimmt, die diese setzen.

          Ich bin dafür, die Unterstützung auszusetzen, bis sich diese Haltung ändert und die ukrainische Führung einsieht, dass ihr diese Unterstützung nicht zustehet, sondern dass das freiwillige Solidarität ist, aus der sich Verpflichtungen ergeben.

      • «Das Budapester Memorandum enthält keinerlei Verpflichtungen»

        Hat man also nur so aus Spaß gemacht und auf die Einhaltung durch eine Seite gedrungen?

        Das nenne ich einfach nur schäbig! Also wäre doch eine atomare Wiederbewaffnung der Ukraine nur gerecht? Oder nein, Geschrei, Geschrei. Diese schwer psychisch kranken ukrainischen Fanatiker, um bei der Forensprache zu bleiben.

        Wo ist jetzt der Unterschied zur AfD? Dass man sich selbst Links nennt?

        • «Hat man also nur so aus Spaß gemacht und auf die Einhaltung durch eine Seite gedrungen?»

          Der völkerrechtliche Status des Budapester Memorandums war allen Seiten bekannt. Damals hat die Ukraine übrigens auch vorgehabt, ein neutraler Staat zu werden. Auch das ist nicht einklagbar.

          • «Damals hat die Ukraine übrigens auch vorgehabt, ein neutraler Staat zu werden»

            Toll, dass Sie schon Äpfel mit Birnen vergleichen können.

            Eine einseitige Verpflichtung ist wohl kaum mit einer Absprache mit mehreren Partnern zu vergleichen. Vor allem, wenn man einseitig in Vorleistung gegangen ist.

            Übrigens die Orientierung in Richtung NATO kam erst, als man 2014 merkte das Russland kein Budapester Memorandum und keine Neutralität interessierte. Aber Russland wurde natürlich provoziert.

            • ++ Übrigens die Orientierung in Richtung NATO kam erst, als man 2014 merkte das Russland kein Budapester Memorandum und keine Neutralität interessierte. ++

              Nee, das haben Sie entweder falsch in Erinnerung oder Sie ignorieren bewusst die Fakten. Bereits 2002 erklärte der damalige ukrainische Präsident Kutschma, dass die Ukraine der NATO beitreten wolle. Zur Unterstreichung dieses Vorhabens schloss sich die Ukraine der von USA dominierten Koalition der Willigen an, entsandte Truppen in den Irak & beteiligte sich an diesem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg. Im Rahmen des NATO-Gipfels 2008 stellte die Nachfolgeregierung unter Juschtschenko einen offiziellen Antrag auf den sogenannten ´Membership Action Plan´, der Vorstufe für eine NATO-Mitgliedschaft. Der Antrag scheiterte, weil 10 NATO-Mitglieder dagegen stimmten.

              • «Nee, das haben Sie entweder falsch in Erinnerung »

                Formal gesehen haben Sie natürlich recht. Aber in der Realität war doch bis 2014 ein NATO-Beitritt ein Elitenprojekt ohne viel Begeisterung in der Bevölkerung.

                Kutschma hat allen alles versprochen. Das nannte sich damals Politik der vielen Vektoren. Ein Ministerpräsident Janukowitz wollte auch noch in die NATO. Als er dann Präsident war, hat er alles wieder gekippt. Erst nach 2014 gab es dann im Parlament ein Verfassungsändernde Mehrheit für den Beitritt in die NATO.

                    • Die mangelnde Logik in der Argumentationskette liegt einerseits in der Aussage: „Ein Ministerpräsident Janukowitz wollte auch noch in die NATO. Als er dann Präsident war, hat er alles wieder gekippt“ & später dann folgende: „ Übrigens die Orientierung in Richtung NATO kam erst, als man 2014 merkte das Russland kein Budapester Memorandum und keine Neutralität interessierte. Aber Russland wurde natürlich provoziert.“ Ich kann das Ringen um Ihre Erklärungsmuster nachvollziehen, muss & kann sie nicht verstehen & erst gar nicht gutheißen. Sie messen permanent mit zweierlei Maß, aber nicht mit dem gesundem Menschenverstand, dem ich zuneige. Die ukrainische Elite mitsamt ihrer westlichen Sponsoren hat sich verzockt, den Preis zahlt die ukrainische Bevölkerung mit einem enormen Verlust. Wie irregeleitet muss man eigentlich sein, um diese Tatsache nicht zu erkennen?

                  • Sie sprachen von einem Fehler in den chronologischen Abläufen. Jetzt stellt sich heraus, dass mein Fehler darin besteht, nicht ihrer Meinung zu sein.

                    «Wie irregeleitet muss man eigentlich sein, »

                    Und ihre Meinung ist natürlich der Maßstab für alles. In ihrem Maßstab kommen der böse Westen, die noch bösere Ukraine und die arme ukrainische Bevölkerung vor. Russland, welches täglich Ukrainer tötet und das Land zerbombt, fehlt wie immer vollständig.

                • Ich sehe noch einen weiteren Chronologiefehler. Sie werfen mir vor, ich würde nicht aufmerksam lesen, aber der Satz über Janukowitsch stand noch gar nicht in dem Kommentar, auf den ich da geantwortet hatte.

                  Im Uebrigen ist es definitiv so, dass die Ukraine sich ab 2002 Richtung NATO orientierte. Eine Regierung bzw. ein Präsident sprechen nun mal für ihr Land.

                  • «aber der Satz über Janukowitsch stand noch gar nicht in dem Kommentar, auf den ich da geantwortet hatte.»

                    Ohh, mir ist noch gar nicht aufgefallen, dass Sie nur lesen, was direkt an Sie gerichtet ist.

                    «NATO orientierte.»
                    Also wenn man sich die reale Zusammenarbeit mit der NATO anschaut, dann war wohl eher Russland NATO orientiert.

                    • Es könnte einem aufmerksamen Beobachter aufgefallen sein, dass ich unter der Woche in der Regel nur morgens und abends kommentiere. Und natürlich fange ich dann mit den ältesten unbeantworteten Kommentaren an.

                      Ein Kommentar sollte ja auch für sich genommen erst einmal Sinn ergeben.

      • @izi

        «Die Ukraine hat überhaupt nichts zu fordern.»

        Nun ja, zu fordern (gem. Definition) hat auch Russland nichts. (Geht halt nur mit Gewalt. Da beisst die Maus…)

        Aber ein bisschen mehr Empathie, wie fuer die armen Palaestinenser «from the river to the sea», das haette ich schon gedacht.

        Oder wenigstens den letzten Satz stecken lassen.

        Das war nicht Ball zuwerfen, sondern mit voller Wucht ins Gesicht geschmettert.

        • @Nera

          «Die Ukraine hat überhaupt nichts zu fordern.»

          Wie das Memorandum interpretiert wird erinnert mich irgendwie an das sogenannte NATO-Ziel von 2% Aufrüstung vom BIP. Deutschland habe sich schließlich dafür bei der NATO verbürgt.

          «Allerdings, wie es in einem Arbeitspapier der Bundesakademie für Sicherheitspolitik heißt, eher weich formuliert: „Das Gipfelkommuniqué fordert, dass die NATO-Mitglieder, die unter dem Zwei-Prozent-Wert liegen, sich in den kommenden 10 Jahren, also bis 2024, auf diesen‚ zubewegen‘ sollen“ (Kamp, 2019)».

          Abgesehen davon, dass es also keine vertragliche Verpflichtung war, lässt sich das rückblickend nur noch belächeln, denn:

          «Auf ihrem Gipfel 2025 beschlossen die Partner unter anderem eine historische Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 3,5 Prozent plus 1,5 Prozent für weitere verteidigungsrelevante Ausgaben.»

          Diesmal also sind die Weichen vertraglich fixiert auf Aufrüstung gestellt worden, denn schließlich soll Europa dafür bezahlen, wenn die USA ihren eigenen Interessen unter T. nachgehen will.

          Und dieses folgsame Europa, insbesondere Deutschland, wird möglichst profitorientiert weitere Gelder der Arbeitnehmer ‚verbrennen‘. Denn es scheint das binäre Denken zu überwiegen.

          Das Zitat lässt sich dann präziser so umformulieren: «Die USA kann alles fordern.» und wird es von den Europäern erhalten. Es sei denn, wir verhindern das!

          • @pleifel
            >>>Das Zitat lässt sich dann präziser so umformulieren: «Die USA kann alles fordern.» und wird es von den Europäern erhalten. Es sei denn, wir verhindern das!<<<

            Was die USA betrifft, war Dt. eigentlich immer der willige Vasall.
            Allerdings ist es, was die Ukraine betrifft, schon seltsam.
            Ein Melnik konnte hier auftreten und beleidigen ohne dass es, für mich zumindest schien es so, irgendwelche Konsequenzen hatte.
            Irgendwann wurde er zwar "weggelobt", aber bis dahin waren seine Äußerungen schon bemerkenswert…

            Und dass WIR etwas verhindern können, würde meiner Meinung nach nur dann geschehen, wenn es wirklich zu starkem und umfangreichen Widerstand im Großteil der Bevölkerung kommen könnte. Ein paar Friedensdemos im Jahr, auch wenn dort vielleicht 200 000 Menschen zusammenkommen, reichen da leider nicht.
            WIR konnten weder die atomare Aufrüstung verhindern, noch die Stationierung von Raketen. Den Jugoslawienkrieg nicht, die anderen Kriege nicht, Hartz nicht.
            Wenn ich jetzt ins persönliche gehe, wären Sie damals für die ImpfPFLICHT gewesen, Sie standen den Maßnahmen der Regierung damals sehr wohlwollend gegenüber, was ich nicht verstanden habe.
            Und dass es schlußendlich nicht doch zu einer ImpfPFLICHT kam, war eher der FDP zu verdanken, die damals in der Regierung war.

            Verstehen Sie mich nicht falsch, ich will nicht wieder Gräben aufreißen, ich will eigentlich nur ausdrücken, daß es ein WIR, also eine wirklich GROSSE gemeinsame Bewegung, die dann etwas VERÄNDERN könnte, noch NIE gegeben hat, außer in der Zeit von Corona.

            Da hatte ich schon den Eindruck von diesem WIR, nur stand ICH da auf der ANDEREN Seite.
            Damals hat man den Menschen ANGST gemacht und es hat FAST funktioniert. Da ging es um einen Virus.
            Jetzt könnte es es KRIEG werden, und wie sieht es aus?

            Man macht dasselbe, nur ist es nicht das VIRUS, sondern der RUSSE.
            Die Maßnahmen sind fast dieselben. Auch die Gelder, die dafür ausgegeben werden…

            Allerdings gab es auch in Deutschland schon Zeiten, wo es sich nicht so LÄHMEND anfühlte, wie heutzutage…

            • Die Impfpflicht kam nicht, weil sie Schiss vor noch mehr Nebenwirkungen hatten, als es dann gab.

              Wenn das mit den mRNA-Impfstoffen dumm ausgegangen wäre (und man konnte das vorher nicht sicher wissen), hätten sie bei Impfpflicht ein echtes Problem gehabt.

              • @izi
                >>>Die Impfpflicht kam nicht, weil sie Schiss vor noch mehr Nebenwirkungen hatten, als es dann gab.<<<
                Wie gesagt, ich will nicht wieder Gräben aufreißen…
                Für mich hat die Zeit damals jedenfalls gezeigt, WAS man als Regierung erreichen kann, WENN es einen Grund gibt, mit dem man den Leuten ANGST machen kann. Und das wurde in perfekter Art und Weise exerziert. Mit Beteiligung fast aller möglichen Ressourcen…

                Ich glaube allerdings nicht, dass es der Schiss vor noch mehr Nebenwirkungen war. Schon aus dem Grund, dass auch in Deutschland damals, jedenfalls in der Öffentlichkeit, fast gar nicht darüber berichtet wurde.
                Wenn, dann war es die ANDERE Seite, und das waren, weil es damals ja fast AUSSCHLIESSLICH die AfD war, die öffentlich dagegen argumentierte, eben NAZIS.
                Die meisten Abgeordneten werden den Verlautbarungen des RKI bedingungslos geglaubt haben, die Anderen waren bestenfalls SCHWURBLER.

                Oder es waren damals schon parteipolitische Spiele. Mit CDU wäre es problemlos durchgegangen, auch wenn die FDP dagegen gewesen wäre.
                Hätte FDP mitgemacht, wäre es durchgegangen, auch wenn CDU dagegen gestimmt hätte.

                https://www.bundestag.de/parlament/plenum/abstimmung/abstimmung?id=767

                So war eben FDP das Zünglein an der Waage, und ich werde der Partei dafür auch ewig dankbar sein. Aber nur in dem Sinn, daß ich nicht mehr über FDP Witze lache…

              • Die Scholz-Regierung hat es aber ziemlich weit mit den Bestrebungen zur Impfpflicht getrieben, von Schiss konnte ich da nichts merken. Das Thema war erst mit dem Beginn des russischen Angriffskrieges vom Tisch, das gilt auch für die nahezu tägliche Corona-Hysterie. Noch im Januar 2022 schien es nur ein Frage eines kurzen Zeitraumes, dass der Bundestag mehrheitlich die Impfpflicht beschließt & zwar NUR mit der MRNA-Impfung. Ich frage mich inzwischen allerdings, weswegen diese so dringlich erschien & wage zu behaupten, dass dies wenig mit Sorge oder Vorsorge zu tun hatte.

                • @Mymind
                  >>>Das Thema war erst mit dem Beginn des russischen Angriffskrieges vom Tisch, das gilt auch für die nahezu tägliche Corona-Hysterie.<<<

                  Stimmt, das war damals auch sehr verwunderlich.
                  Aber das ist auch nichts Neues:
                  Die meisten Psychosen gibt es, wenn es den Menschen sehr gut geht.
                  Je schlechter die Lebenslage, desto schlechter für Psychologen…

                  Aber ohne die Ablehnung der FDP wäre die Sache damals durchgegangen…

                  • Die Funktion der FDP habe ich als Jugendliche nie verstanden & fand diese Partei überflüssig. Sie diente lediglich zur Mehrheitsbeschaffung. Seit dem bellizistischem Outing der Grünen samt ihre pseudoliberalen Werte bekam die FDP in der Funktion des Zünglein an der Waage eine ernsthafte Konkurrenz. Alles was sie seitdem antreibt ist das Bestreben, sich im Detail zu profilieren & Zugeständnisse für andere Interessensfelder auszuhandeln. Ich hege keinerlei Zweifel daran, dass die FDP für die Befriedigung ihrer Klientel der Impfpflicht früher oder später zugestimmt hätte, wenn das Zuvorkommen ihren Ansprüchen genügt hätte. Die FDP war schon lange eine Zusammensetzung von verlotterten Personen, denen ihre eigene Karriere wichtiger war als ihre Funktion. Genscher war einer von denen.

                    • @Mymind
                      Was FDP betrifft, sehe ich diese Partei auch so.
                      Ich habe sie immer als die Partei der im Wortsinn ASOZIALEN bezeichnet.

                      >>>Genscher war einer von denen.<<<

                      Auf alle Fälle hat Genscher für mich, was nach 1990 das ehemalige Jugoslavien betraf, eine schon fast "verbrecherische" Rolle gespielt…

                      Aber vielleicht hat er da nur sein wahres Gesicht gezeigt:

                      "Deutschlands Alleingang bei der schnellen Anerkennung heizte die internationale Debatte an. Kritiker – darunter Autoren, Diplomaten und ausländische Regierungen – warfen Genscher und der Bundesregierung vor, den Zerfall Jugoslawiens beschleunigt und zu den nachfolgenden Balkankriegen beigetragen zu haben"

                    • Ich sehe Genscher etwas differenzierter. Die Anerkennung der verfassungswidrigen Unabhängigkeitserklärungen jugoslwaischer Teilstaaten allerdings nicht. Wenn in Deutschland – und daran war auch Kohl schuld – nicht die antiserbischen hsitorischen Reflexe durchgeschlagen hätten und die EU-Staaten stattdessen mässigend eingewirkt hätten, wäre eine langsamere aber friedliche Separation der jugoslawischen Teilrepubliken wahrscheinlich möglich gewesen.

                    • @izi
                      >>>Wenn in Deutschland – und daran war auch Kohl schuld – nicht die antiserbischen hsitorischen Reflexe durchgeschlagen hätten<<<

                      Ja, die Deutschen und ihr "spezielles" Verhältnis zu manchen Volksgruppen…

                      "Serbien muß sterbien"

                      Aber viel stärker ist meiner Meinung nach immer noch der andere Reflex gegen den Slawen, speziell die Russen.

                    • @ Robert Zapf

                      Das Vorgehen der deutschen Regierung ggü. Jugoslawien war verwerflich & eine der negativen Auswirkungen des Zusammenbruchs der SU & der Deutschen Wiedervereinigung. Kohl, Genscher & Co wollten D als führende Macht in Europa etablieren, dafür war (nach deren Ansicht) die Zersplitterung Jugoslawiens unumgänglich, um den Balkan in ihre Einflusssphäre zu ziehen. Das hat nicht ganz geklappt & die Probleme in der Region verschärft _ bis heute.

                      Genscher spielte ebenfalls eine entscheidende Rolle beim Regierungssturz 1982, der dann auch noch als ´geistig-moralische Wende´ bezeichnet wurde, das Vorgehen aber das genaue Gegenteil darstellte. Seinerzeit gab es in der FDP allerdings noch Politiker, die bei dem Verrat demokratischer Prinzipien nicht mitgingen, die Partei entweder verließen (darunter Günther Verheugen) oder scharfe Kritik äußerten. Dazu Hildegard Hamm-Brücher:

                      „Ich finde, dass beide das nicht verdient haben: Helmut Schmidt, ohne Wählervotum gestürzt zu werden, und Sie, Helmut Kohl, ohne Wählervotum zur Kanzlerschaft zu gelangen. Zweifellos sind die beiden sich bedingenden Vorgänge verfassungskonform. Aber sie haben nach meinem Empfinden doch das Odium des verletzten demokratischen Anstands.“

                      Erinnert sei auch an die zweifelhafte Rolle Genschers in der Guillaume-Affäre, die zum Sturz von Willy Brandt führte.

                    • @MyMind

                      «Aber sie haben nach meinem Empfinden doch das Odium des verletzten demokratischen Anstands.»

                      Damals konnte man noch «Anstand» sagen und es hat tatsächlich jemand zugehört.

                • «Ich frage mich inzwischen allerdings, weswegen diese so dringlich erschien & wage zu behaupten, dass dies wenig mit Sorge oder Vorsorge zu tun hatte.»
                  Erkennbar daran, dass das im Frühjahr 2022 so schnell und gründlich beerdigt wurde.
                  Dann war nicht mehr die (gar nicht erreichte) ’sterile Immunität‘ wichtig, sondern ‚Kriegstüchtigkeit‘. (Man beachte die Wortwahl: Nicht Friedens- nicht mal Verteidigungs- nein KRIEGS-Tüchtigkeit)
                  Es wurden sehr rasch Aktien von der Pharma- zur Rüstungsindustrie umgeschichtet. Die Biontech/Pfizer-Party war vorbei, es begann die Rheinmetall/Hensoldt-Party.

                  • Ich denke, diese Einschätzung ist nicht so falsch.

                    Allerdings war mit der Omikron-Variante Covid-19 wirklich nur noch eine leichte Erkältung, die dafür hochansteckend war, selbst für Geimpfte. Die Datenlage dazu war eigentlich spätestens Mitte Januar ausreichend und die Schweiz hat das auch vor dem 24. Februar 2022 begriffen. Die Kontaktquarantäne wurde am 3. Februar aufgehoben, weil man richtig erkannt hatte, dass mit Omikron diese Massnahmen gerade im Gesundheitswesen kontraproduktiv waren. Am 17. Februar wurden die Homeoffice-Empfehlung und die Maskenpflicht in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen (ausser Gesundheitswesen und öffentliche Verkehrsmittel) aufgehoben. Der Rest der Massnahmen wurde ab 1. April aufgehoben, was aber in der Schweiz bestimmt nichts mit dem Ukraine-Krieg zu tun hatte.

                    • Ich kann mich an die Meldung vom Herbst 2020 erinnern: Die delta-Variante sei infektiöser, aber im Durchschnitt symptonschwächer als die Vorgängervarianten (Omi dann noch mal schwächer).
                      Etwa zeitgleich mit dem Anlaufen der Impfungen verdrängte delta die alten Mutanten, und die Abnahme der schweren Erkrankungen wurde dann der Impfung zugeschrieben. Man konnte aber den Absatz des Impfstoffes trotzdem nur mit harten Massnahmen durchsetzen, zum Beispiel Verbot der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ohne Impfnachweis. Und «boostern» nach der Impfung, weil nur zwei Impfungen sehr rasch nicht mehr wirken.

                      v. d. Leyen konnte mit der monströs hohen Impfstoffbestellung auch nichts mehr retten,
                      deswegen meinte ich damals, dass der russische Angriff für Kapitalanleger eine Art «Gottesgeschenk» ist. Der frenetische Applaus im Bundestag am 27.02.2024 wies ja auch in diese Richtung: Dass man wegen einer Bedrohungslage leider aufrüsten muss wäre an sich ja kein Grund zu überschäumender Freude.

              • «Wenn das mit den mRNA-Impfstoffen dumm ausgegangen wäre (und man konnte das vorher nicht sicher wissen), hätten sie bei Impfpflicht ein echtes Problem gehabt.»
                Ein anderer Begriff für «Nebenwirkungen»: mangelnde Ausbeutbarkeit der Arbeitskraftverkäufer. Könnte sich profitmindernd auswirken.

            • „Was die USA betrifft, war Dt. eigentlich immer der willige Vasall.“
              Die aus der Trizone 1949 gebildete „Bundesrepublik Deutschland“ war so konzipiert: Teilsouverän.
              Dass diese BRD sich 1990 einfach die DDR einverleiben konnte, ohne Gründung eines neuen Staates (durch Vereinigung von zwei Staaten), kann als Skandal erster Güte gesehen werden. Man kann es aber auch als gottgewollten Lauf der Dingen sehen. Die zweite Sicht ist gehorsam, auch dass die BRD nur noch „Deutschland“ genannt wird zeigt die Akzeptanz dieser Vereinnahmung.

              „Da hatte ich schon den Eindruck von diesem WIR, nur stand ICH da auf der ANDEREN Seite.“
              Auf der anderen Seite des tiefen Grabens zwischen zwei „Wiren“. Es herrschten zum Teil hochaggressive Kampftöne, auch Verschwörungserzählungen wurden verbreitet, zum Beispiel über „Nanoprozessoren“, die über die Impfung ins Gehirn vordrängen und den Menschen umprogrammieren. Und eine youtube-Vorführung, die „zeigte“, wie die Einnahme von Chlordioxid um nullkommanix alle Viren killt. Und Einiges mehr fand ich damals, zum Teil auch mit Nachwirkungen über die Covid-Ära hinaus. Die Nachwirkungen aber nicht nur auf einer Seite.
              Auf der anderen Seite kritiklose Übernahme offizieller Darstellungen, die auch nicht ohne Aggression waren.

              Wie immer, wenn Aggressionen hochgekocht werden, wurden die Besonnenen wenig wahrgenommen: So ist das im Krieg.

                • Offenbar hat jemand mit dem CLO2-Hype Profit generiert. In unriskanter Konzentration, selten war Wasser so teuer.

                  Zu Chromschwefelsäure fällt mir eine lustige Begebenheit aus meinem früheren Leben ein:
                  In dem Pharmalabor, in dem ich einst lohnarbeitete, gab es unvergälltes Ethanol. Damit stellte mal ein Kollege Kaffeelikör her. Dunkelbraun, süss, viskos. Nachdem alle probiert hatten, stellte er die Flasche beiseite und sagte: ‚Bitte bedient euch, wenn Lust auf ein Pausenlikörchen‘.
                  Dann, die Flasche war noch mehr als halb voll, etikettierte sie jemand mit ‚Chromschwefelsäure‘. Von da an rührte niemand mehr die Flasche an, obwohl alle wussten dass es Kaffeelikör ist.

        • Empathie ist (zumindest gegenüber der Regierung) schwierig, wenn die sich so verhält. Es ist eben nicht so, dass Russland den Krieg unprovoziert begonnen hat. Das muss man schon berücksichtigen, wenn es darum geht, wie weit man so etwas unterstützt.

          Die Ukraine stellt ständig Maximalforderungen und will ihren Willen absolut durchsetzen, auch dort wo er gegen politische Grundsätze der EU verstösst (z.B. Umgang mit Minderheiten, Sprachgesetze, Kulturverbote). Man darf sich das nicht gefallen lassen. Für Unterstützung muss es Bedingungen geben. So kompromisslos, wie die ukrainische Regierung sich verhält, kann die Unterstützung auf Dauer niemand bezahlen.

          • @izi
            >>>So kompromisslos, wie die ukrainische Regierung sich verhält, kann die Unterstützung auf Dauer niemand bezahlen.<<<

            Ich denke ja auch nicht, daß dies auf DAUER geschehen soll.
            Die Frage für mich ist: Wie LANGE noch?
            Es muß doch ein PLAN existieren. Wie sieht der denn aus?
            Im persönlichen Bereich können Auseinandersetzungen bis zum wirklich bitteren Ende für beide Seiten weitergehen.
            Und wenn es dort über Gerichte geht, gibt es wenigsten EINEN, der dabei profitiert, nämlich die Anwälte der beiden Seiten.
            Oder eben der tragische finale Ausgang, wo einer den anderen im Affekt tötet.

            Aber bei internationalen Auseinandersetzungen sollte doch zumindest irgendwo ein RATIONALES Handeln erkennbar sein.
            Ist es IMMER noch die ÜBERZEUGUNG, daß wir Russland ÖKONOMISCH besiegen, wie 1990?

          • @izi

            «Es ist eben nicht so, dass Russland den Krieg unprovoziert begonnen hat.»

            Es ist sicher unvernuenftig einem militaerischen Riesen und Moechtegern-Herrscher in seinem eingebildeten Machtbereich nicht den Vasall zu machen, rechtfertigt aber keinen Krieg.

            Und grundsaetzlich: Solche Leute, die sich staendig provoziert fuehlen, sind selbst als Schweinehirt fehl am Platz.

            Dass man die Unterstuetzng nicht auf Dauer bezahlen kann, ist klar und noch mehr Waffen fuer die Ukraine alles nur noch schlimmer machen, denke ich auch. Aber dass man das Opfer und nicht den Taeter – wenigstens vom eigenen Gerechtigkeitsempfinden her – fuer die missliche Lage, in der sich Deutschland bzw. Europa befindet, verantwortlich macht, ist mir unverstaendlich.

            • Ja, Sie haben recht: Ich dachte schon mal gaaanz anders. Aber dreieinhalb Jahre Krieg, und wenn ich P., Lawrow und Mad Med sehe und hoere, dann denke ich, das hoert sich mittlerweile falsch an.

              Dasselbe gilt uebrigens adaequat auch fuer Israel.

              (Und ja hochgeschaetzter @pleifel, diese Leute unter mir sind auch nicht meine Freunde.)

            • «rechtfertigt aber keinen Krieg»

              Das habe ich auch nicht behauptet. Nur hatte die Ukraine keine Bündniszusage der westlichen Staaten und muss dann prinzipiell selbst mit dem Krieg fertig werden, auf den sie sich eingelassen hat. Denn das kam ja nicht aus heiterem Himmel und man hätte einen Kompromiss schliessen können.

              Ich bin schon auch der Meinung, dass man die Ukraine nicht völlig im Regen stehen lassen konnte und kann, aber dazwischen und einer Politik, bei der die ukrainische Regierung sich alles erlauben und fordernd auftreten kann, ist noch ein grosser Unterschied.

              • «…auf den sie sich eingelassen hat.»

                Aber wenn die doch «unser» (also der von der «politischen Klasse», die aber durch Volkes Mehrheit ganz demokratisch gewaehlt wurde) Stellvertreter sind?

                Dann wuerd‘ ich denken, ist das nur redlich, dass man die nicht einfach wie eine heisse Kartoffel fallen laesst.

                Andere Sache (gerade gelesen): Russland ist aus der europäischen Anti-Folter-Konvention ausgetreten – einstimmig. Na ja, da sind die wenigstens ehrlich.

                • @nera
                  >>>Aber wenn die doch «unser» (also der von der «politischen Klasse», die aber durch Volkes Mehrheit ganz demokratisch gewaehlt wurde) Stellvertreter sind?<<<

                  Ich für mich selbst sage, daß die NICHT die von mir demokratisch gewählten Stellvertreter sind.

                  Sie müssen sich halt nur ENTSCHEIDEN, was für Sie zutrifft…

    • @Petrowitsch
      Wie beurteilen oder werten Sie dann diese Umfragen?

      Das US-amerikanische Gallup-Institut ermittelte im Juli 2025 dazu genau entgegengesetzten Zahlen:

      69 Prozent der Befragten wollen eine schnellstmögliche Beendigung des Kriegs durch Verhandlungen, 24 Prozent sind zu einem «Krieg bis zum Sieg» bereit.
      Die Angaben der Gruppe «Rating» im August waren ebenfalls von einer «allgemeinen Mobilmachung» weit entfernt:
      82 Prozent der Ukrainer befürworten Verhandlungen und nur elf Prozent eine Fortsetzung des Kriegs.

      Auch die bloße Beobachtung der täglichen gewaltsamen Entführungen von Männern von der Straße an die Front, die zaghaften Aktionen der Angehörigen der vermissten ukrainischen Soldaten und die rapide Flucht der ukrainischen Jugend ins Ausland nach der teilweisen Grenzöffnung zeigen:
      Wenn sich drei Viertel der ukrainischen Bürger über irgendetwas einig sind, dann ganz sicher nicht über die Unterstützung des selbstmörderischen Regierungskurses.

      • «Das US-amerikanische Gallup-Institut ermittelte im Juli 2025 dazu genau entgegengesetzten Zahlen:»

        Ich weiß nicht, wo Sie entgegengesetzte Zahlen sehen. Weil ihre alternativen Medien Ihnen das so eingeredet haben?

        Sie schreiben: «69 Prozent der Befragten wollen eine schnellstmögliche Beendigung des Kriegs durch Verhandlungen, 24 Prozent sind zu einem «Krieg bis zum Sieg»

        Bei der Umfrage des KIIS können sich 74% eine Umsetzung des von Europa vorgeschlagenen Friedensplans vorstellen. 15% sind dagegen.

        Schade, dass Sie keine konkreteren Quellen zu den Umfragen bringen können. Dafür kommt nur die übliche, aus den alternativen Medien bekannte Polemik.

          • «Vielleicht finden Sie selber den Haken. Falls es einen gibt.»

            Ich finde, da gibt es einige. Die Gallup Umfrage ist oberflächlicher als die der ukrainischen Umfrageinstitute und deshalb sind die Schlussfolgerungen auch so na ja.

            Zwei Beispiele, die ich bei Gallup auf den ersten Blick für unsauber halte. Wenn die Frage des Kämpfens bis zum Sieg diskutiert wird, sollte man doch zuerst klären, was ein Sieg ist. Ist es die Befreiung des Donbass und der Krim oder sind es die faktischen Grenzen von 2022?
            Es ist meiner Meinung nach unredlich, den Verhandlungswillen von 2022 mit dem von heute zu vergleichen. 2022 lag nur das Ultimatum von Russland auf dem Tisch. Der Westen musste erst ein paar Jahre nachdenken. Das Ultimatum von Russland überzeugt auch heute noch nicht. Dass die Ukrainer sich Verhandlungen vorstellen können, liegt daran, dass sie mit dem Plan des Westens leben könnten.

              • «Ja, ja, das parteiische ukrainische Institut»

                Warum Einzahl? Immerhin wurden jetzt schon zwei benannt. Welches von beiden ist denn das parteiische und warum?

                «sauberer als das weltbekannte Gallup-Institut.»

                Mehr haben Sie dazu nicht zu sagen?

                Aus Wikipedia zum weltbekannten Institut:

                «Gallup führt jährlich eine Umfrage zum Motivationsstand der Beschäftigten in Deutschland durch. Die im Jahr 2016 veröffentlichten Ergebnisse der Umfrage zeigten, dass 15 Prozent der deutschen Beschäftigten mit ihrem Job zufrieden waren.

                Die Sinnhaftigkeit der Studie wurde – unter anderem aufgrund kulturell geprägter Fragen – angezweifelt. Andere Studien zeigen abweichende Ergebnisse.»

  19. Auszug aus der letzten Free-Ausgabe. Kriegsrhetorik und wie man sich dazu aufstellen soll:

    „Frieden gibt‘s auf jedem Friedhof.“
    (Friedrich Merz)

    „Russland wird immer ein Feind für uns bleiben.“
    (Johann Wadephul)

    „Sind wir bereit, empfindliche Nachteile in Kauf zu nehmen?“
    (Frank-Walter Steinmeier)

    „Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein.“
    (Boris Pistorius)

    „Europa erlebt derzeit, historisch gesehen, etwas, das einem Glück gleicht. Wir haben wieder Feinde. Echte Feinde.“
    (Peter Sloterdijk) –> krass!

    „We are fighting a war against Russia.“
    (Annalena Baerbock)

    „Die EU muss weiterhin Waffen an Kiew liefern und zulassen, dass es auf russischem Territorium angreift.“
    (Carola Rackete)

    „Der Krieg muss nach Russland getragen werden. Nicht nur Ölraffinerien, sondern Ministerien, Kommandoposten, Gefechtsstände.“
    (Roderich Kiesewetter)

    „Wir dürfen nicht vergessen – auch wenn Russen europäisch aussehen – dass es keine Europäer sind, jetzt im kulturellen Sinne.“
    (Florence Gaub)

    „Wir sehen einen Vernichtungskrieg mitten in Europa.“
    (Anton Hofreiter)

    „Wladimir Putin ist ein Mörder, ein Killer, der Hunderte von Millionen Menschen unter die Erde gebracht hat.“ –> Fakten befreit!
    (Marie-Agnes Strack-Zimmermann)

    „Wir schalten bei der Verteidigung einen Gang hoch.“
    (Ursula von der Leyen)

    „Das wird Russland ruinieren!“
    (Annalena Baerbock)

    „Ich will eine Bundeswehr, die woke im besten Sinne des Wortes ist, wehrhaft und bis an die Zähne bewaffnet.“
    (Carlo Masala)

    „Die Unwilligkeit von Eltern, ihre Kinder als Soldaten zu sehen, die eventuell geopfert werden für das Gemeinwesen.“
    (Egon Flaig)

    „Wie können wir diesen Code schneller überschreiben?“
    (Caren Miosga zur ‚deutschen Pazifismus-DNA‘)

    „Wollen wir wirklich dauerhaft mit einem brutalen Mafiaboss in unserer Nachbarschaft leben und uns alle zwei Tage nuklear erpressen lassen?“
    (Stefanie Babst)

    „Nicht die Bombe ist die Waffe, sondern die Angst davor!“
    (Florence Gaub)

    „Die EU braucht eine eigene atomare Abschreckung.“
    (Joschka Fischer)

    „Das erhöht die Sicherheit.“
    (Olaf Scholz zur Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland)

    „Der Krieg ist schon da. Er ist in einem Graubereich, aber hybrid ist er da.“
    (Claudia Major)

    „Wir müssen endlich in eine Art Kriegswirtschaft.“
    (André Wüstner)

    „Wer keine Kampfdrohnen anschaffen will, kann auch den Rest vergessen!“
    (Herfried Münkler)

    „Transatlantisch? Traut euch!“
    (Gemeinsames Dossier aller transatlantischen Think Tanks in Deutschland)

    „Europe is going to pay in a BIG way, as they should.“
    (Mark Rutte)

    „Wir haben uns das anders gewünscht, aber es muss wohl sein, dass wir uns verteidigungsbereit machen müssen.“
    (Udo Lindenberg)

    „Bereit sein ist alles!“
    (Reservistenverband)

    „I am ready to defend this Union with weapons if need be.“
    (Hannah Neumann, MEP Grüne)

    „Together, we will make our Alliance, stronger, fairer and more lethal.“
    (Nochmal Mark Rutte)

    „Das könnte unser letzter Sommer im Frieden sein.“
    (Sönke Neitzel)

    „Wenn das nicht aufhört mit den Bombardements, dann ist der erste Schritt der: Reichweiten-Begrenzung aufheben. Und der zweite Schritt der, dass wir die Taurus liefern. Und dann hat Putin es in der Hand, wie weit er diesen Krieg noch weiter eskalieren will.“
    (Friedrich Merz)

    „Die Niederlage Russlands wäre kein Nachteil. Das Land besteht aus vielen verschiedenen Nationen und nach dem Krieg könnten daraus separate Staaten entstehen. Es wäre vorteilhaft, wenn eine Großmacht deutlich an Größe verliert.“
    (Kaja Kallas)

    „Lumpen-Pazifisten sind zuvorderst selbstgerecht.“
    (Sascha Lobo)

    „Als ich zuletzt wieder die Ostermarschierer sah, taten sie mir richtig leid.“
    (Wolfgang Niedecken von BAP)

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~

    Auffallend, wie immer wieder von ‚wir‘ gesprochen wird. Das scheint ein mir unbekanntes demokratisches Prinzip zu sein, wie man sich in Sackgassen manövriert.

    • «Auffallend, wie immer wieder von ‚wir‘ gesprochen wird.»
      Ja, immer wenn die Obrigkeit den Untertanen Gefährliches, weitere Prekaisierung oder sonstige Benachteiligung aufs Auga drückt, grassiert das ‚Wirus‘. Dagegen gibt es keine Impfung, aber Immunisierung ist schon möglich.

      • @gelse
        Tja, das gibt es ja schon seit Jahrhunderten.
        Das «königliche WIR», genannt auch «Pluralis Majestatis»

        «Der Pluralis Majestatis wird manchmal auch als „royal we“ bezeichnet und findet sich heute fast nur noch in formellen Texten, Märchen oder religiösen Kontexten»

        Oder, möchte ich hinzufügen, in Wortmeldungen von Politikern oder anderen «Prominenten», die den Rest der Menschen als UNTERTAN sehen…

        • Zum Obertan-Untertan-Verhältnis gehören allerdings nicht nur Leute, die sich wie Herren verhalten, sondern auch solche, die sich wie Knechte verhalten.

          Volker Braun, der als kommunistischer Idealist gestartet war, war später ziemlich erstaunt, dass sich im Realsozialismus Obertan-Untertan-Verhältnisse erhielten und hat darüber nachgedacht. Das Ergebnis war der Hinze-Kunze-Roman. Er beschreibt eine Psychologie zwischen Herr (Hinze) und Knecht (Kunze), die mir systemunabhängig zu sein scheint.

          Die meisten wollen eben gar nicht regieren und die damit verbundene Verantwortung übernehmen, selbst wenn man’s ihnen anböte.

          • @izi
            Volker Braun

            Das Eigentum

            Da bin ich noch: mein Land geht in den Westen.
            KRIEG DEN HÜTTEN FRIEDE DEN PALÄSTEN.
            Ich selber habe ihm den Tritt versetzt.
            Es wirft sich weg und seine magre Zierde.
            Dem Winter folgt der Sommer der Begierde.
            Und ich kann bleiben wo der Pfeffer wächst.
            Und unverständlich wird mein ganzer Text
            Was ich niemals besaß wird mir entrissen.
            Was ich nicht lebte, werd ich ewig missen.
            Die Hoffnung lag im Weg wie eine Falle.
            Mein Eigentum, jetzt habt ihrs auf der Kralle.
            Wann sag ich wieder mein und meine alle.

            • Was für eine Sprachkraft!

              «Die Hoffnung lag im Weg wie eine Falle.»

              Dieser Aspekt kommt in Christoph Heins «Das Narrenschiff» aus meiner Sicht etwas zu wenig zur Geltung. Strittmatters «Wundertäter III» war da schon mal weiter.

              • @izi
                Ja, Sprachkraft ist wirklich das richtige Wort.
                Jede Zeile, bis zum Schluss.

                Ich bin eigentlich nicht der Mensch, der sich groß für Lyrik begeistern kann.

                Manches ist mir zu unklar, verschwommen…

                Obwohl ich als Kind schon viele Gedichte von Kästner gelesen hatte.
                Aber die waren in ihren Aussagen auch immer klar.

                Was nicht verwundert, wenn in der DDR publiziert…

          • «…sondern auch solche, die sich wie Knechte verhalten.»
            Es hat sicher auch mit Konditionierung zu tun, wobei die heutige Glaubenserziehung nahtlos an frühre Feudaltzeiten anschliessen kann. In der Schule ‚lernte‘ ich, es sei der Gipfel der Demokratie, bei der Wahl ein Kreuzlein zu malen und dann zu hoffen dass die Gewählten glimpflich mit ihren Wählern umspringen. Auch wenn es nicht mit genau diesen Worten gesagt wurde 😉
            Und man dürfe doch meckern, ohne gleich im Gefängnis zu landen, was will man mehr? Auch das nicht mit exakt diesen Worten, aber fast.
            Ich hab im Unterricht nicht gemeckert, wollte die Realschule möglichst rasch hinter mich bringen, das klappte auch.

            • Meckern konnte man im Realsozialismus auch, ohne gleich im Gefängnis zu landen. Es durfte nur keine Fundamentalopposition sein, die auch noch Wirkung erzielte.

              Ich denke aber nicht, dass knechtisches Verhalten (nur) eine Frage der Erziehung ist. Eben das arbeitet Braun im Hinzhe-Kunze-Roman heraus. Der Drang zur Macht scheint mir zum Teil genetisch angelegt zu sein und dann ergibt es bei Herdentieren Sinn, dass er nicht bei allen Individuen stark ausgeprägt ist. Die Reibungsverluste durch interne Kämpfe in der Herde wären zu gross.

              Wer aber einen schwach ausgeprägten Drang zur Macht hat, für den ist es einfach nur unbequem, Verantwortung zu übernehmen. Diejenigen, die gern unbequeme Dinge tun gibt es zwar auch, aber nicht in rauen Mengen.

              • „Meckern konnte man im Realsozialismus auch, ohne gleich im Gefängnis zu landen.“
                Schon klar. Dass hinter jedem Busch ein Stasispitzel sitzt, und wenn dir mal ein falsches Wort entfleucht, schwupps, sitzest du schon in Bautzen: Das war simple Kaltkriegspropaganda.

                „Die Reibungsverluste durch interne Kämpfe in der Herde wären zu gross.“
                Sozusagen genetisch bedingte Vernunft. Man kann aber auch bei kämpfenden alpha-Tieren beobachten, dass es äusserst selten zu schweren bis tödlichen Verletzungen kommt. Falls doch ist das eher Unfall als Absicht. Der/die Unterlegene gibt rechtzeitig auf, bevor die Sache bis zum Todesfall eskalieren kann. Aber dass ein Hirsch sich unterwirft, nur weil der Rivale zwei Geweihenden mehr hat oder etwas lauter brüllen kann wurde wohl noch nie beobachtet 😉

                Beabsichtigte Tötungen, die nicht der Ernährung dienen, scheinen nur bei homo sapiens der Normalfall zu sein.

                Einerseits stolz zu verkünden, man sie ja anders als Ameisen nicht einfach durch die Genetik gesteuert, andererseits aber genetische Steuerung in den Vordergrund zu stellen, wenn das gerade besser ins Weltbild passt scheint mir eine typische homosapiens-Eigenschaft zu sein. Vielleicht ist die ja genetisch bedingt? 🙂

                Es kommt darauf an, ob man Risiken einschätzen und danach entscheiden kann, denke ich: Lohnt es sich, einen Konflikt durchzustehen oder ist das Verlustrisiko zu hoch? Das kann von Fall zu Fall entschieden werden.
                Auch mein Beispiel: ‚In der Schule nicht viel gemeckert‘, geht in diese Richtung. Ich wollte mit möglichst geringen Reibungsverlusten durchkommen, auch wenn mir Manches nicht passte.

                In einer schwachen Position können Menschen entscheiden ihre Kräfte organisiert zusammenzufassen. Gewerkschaftliche Erfolge beruhen auf solcher Zusammenfassung. Der Erfolg kommt dadurch zu stande, dass die Gegenseite ebenfalls Risikoabschätzung betreibt. Falls das Verlustrisiko als zu hoch eingeschätzt wird, wird ein Kompromiss gesucht.
                Eine grundsätzliche Unterwerfung, die gar nicht versucht, eigenes Interesse zu vertreten, scheint mir aber nicht genetisch, sondern eher ideologisch bedingt zu sein. Müsste eine ‚genetische Vernunft‘ nicht eher bewirken, dass man sich nicht widerstandslos in jede Katastrophe führen lässt?

                • «Dass hinter jedem Busch ein Stasispitzel sitzt, und wenn dir mal ein falsches Wort entfleucht, schwupps, sitzest du schon in Bautzen: Das war simple Kaltkriegspropaganda.»

                  Noe, das war es nicht. Vielleicht nicht hinter jedem Busch…aber gibt schon «beeindruckende» Beispiele.

                  • Also liegt izi falsch mit: ‚Es durfte nur keine Fundamentalopposition sein, die auch noch Wirkung erzielte.‘?
                    Mal ein bisserl rumgemosert, und ab in den Knast?
                    Ich hab damit ja keine eigene Erfahrung. lasse mich gerne aufklären. Vielleicht könnt ihr euch auf etwas einigen?

                    • Nun ja, da muesste ich erstmal den guten @izi* fragen, was der unter Fundamentalopposition versteht.

                      Und klar, die allermeisten DDR-Buerger haben «Bautzen» nie von innen gesehen. Dass es aber nur simple Kaltekriegspropaganda war, stimmt so auch wiederum nicht.

                      Und sowieso war an der DDR nicht alles schlecht.

                      *Wo steckt der eigentlich schon wieder? 😉
                      (Ist mir wirklich echt peinlich, aber ich habe seinen Laufkalender verramscht.)

                    • Eine Dresdb er Chemie-Studentin ein Studienjahr über mir hat Bautzen eine Nacht von innen gesehen – allerdings nach einer Demonstration im Herbst 1989.

                      Ueber die 1950er Jahre kann ich nichts sgaen, aber in den 1980er Jahren kam man nichtb wegen eines politischen Witzes oder einer Sachkritik in den Knast.

                      Wenn man allerdings auf offener Bühne mit Live-Fernsehübertragung bei der Einweihung des neuen Friedrichstadtpalastes als Moderator Witze über den Milliardenkredit der BRD and die DDR machte und dann noch sagte, der SED-Wirtschaftschef Günther Mittag habe gar nicht gelacht, hat man hinterher keinen Fuss mehr auf den Boden bekommen. In den Knast kam O. F. Weidling nicht, aber auch nicht mehr auf eine Bühne.

                    • «Wo steckt der eigentlich schon wieder?»

                      Heute war (wohl) der letzte echte Sommertag 2025. Der steckt im Wallis, genauer im Obergoms, noch genauer in Oberwald. Das liegt sehr praktisch in der Nähe von drei Alpenpässen (Grimsel, Furka, Nufenen).

                      Gekommen ist der über den Grimselpass (spektakulär in dieser Richtung). Eigentlich wollte er über die Kombination Nufenen/Gotthard wieder gehen, aber da würde ihn am Gotthard morgen die Kaltfront einholen. Daher wird er über den Furka abkürzen.

                    • Yo, hab’s gesehen.

                      Da kam mir wohl ein Geistesblitz, und da habe ich meine alten Seilschaften (d.h. Verbindungen) mal wieder befragt 😉

                    • @izi
                      >>> hat man hinterher keinen Fuss mehr auf den Boden bekommen. In den Knast kam O. F. Weidling nicht, aber auch nicht mehr auf eine Bühne.<<<

                      Das Dumme ist aber mittlerweile in Deutschland, daß diese "Unsitte" wieder auflebt.
                      Jüngst hat es Julia Ruhs betroffen, Moderatorin bei KLAR:
                      Der NDR wirft die Moderatorin Julia Ruhs raus, das „nicht-linke Feigenblatt“ (Cicero) des ÖRR.

                      https://www.achgut.com/artikel/egenkultur_ja_aber_vorsicht
                      https://www.achgut.com/artikel/Ausgestossene_der_Woche_julia_ruhs

                    • «Der NDR wirft die Moderatorin Julia Ruhs raus»

                      Das sind die gleichen Leute, die Zeter und Mordio schreien, wenn wieder mal ein US-amerikanischer Sender die Show eines Trump-Kritikers absetzt.

                      Die scheinen gar nicht zu merken, wie sie sich selbst widersprechen.

                    • «Die scheinen gar nicht zu merken, wie sie sich selbst widersprechen.»
                      Wenn es ausser ihnen niemand merken will ist das doch egal.

                    • «Die scheinen gar nicht zu merken, wie sie sich selbst widersprechen.»

                      Ja, das denke ich auch manchmal…aber eben auch von den anderen «gleichen Leuten» 😉

                    • «Das Völkerrecht wird, wie schon so oft, zum Nachteil Israels angewendet und verdreht.»

                      Ich würde nicht einmal bestreiten, dass es in der Vergangenheit auch in UN-Abstimmungen antisemitische Tendenzen gab. Was die gegenwärtige Situation betrifft, ist Netanjahu ein Verbrecher. Das wird bis in Teile der Israeli Defense Forces hinein so gesehen.

                    • «aber eben auch von den anderen «gleichen Leuten»»

                      Das ist korrekt. Wenn Trump von Meinungsfreiheit redet, würde ich ein Holzhaus schnellstens verlassen. Die Balken biegen sich dann so, dass sie drohen zu brechen.

                    • @nera
                      >>>Dass die, die Sie oefters mal verlinken, aber auch eine etwas andere Vorstellung von «Genozid» als unsereiner und die «junge welt» hat, wissen Sie?<<<

                      Denken Sie wirklich, daß ich auf der Wurstsuppe dahergeschwommen bin?

                      Natürlich weiß ich das. Aber nur weil die in der Beziehung eine völlig andere Meinung haben als ich, gibt es aber auch mittlerweile viele Sachen, wo ich mit denen übereinstimme.
                      Und ich kann Ihnen sagen, daß war vor 10 Jahren noch völlig anders.
                      Die waren bei mir auch nicht die "Achse des Guten" sondern die "Achse des Bösen".

                      Aber das ist was Themen wie Klima, Energie, Corona betrifft völlig anders geworden.
                      Deswegen kann ich aber immer noch unterscheiden bzw. habe meine Meinung zu anderen Themen.

                      Ich hatte in der Zeit auch schon überlegt, die Junge Welt nicht mehr als Abo zu bezahlen.
                      ND habe ich dann allerdings gekündigt, die sind ja zum Großteil für mich völlig falsch abgebogen. Können sie machen, aber dann ohne meinen Beitrag.
                      Was aber wieder Gazah betrifft, stimme ich denen nun wieder zu.

                      Sie haben vielleicht immer ein klares Feindbild, für mich ist das nicht so einfach.

                      Was denken Sie, worauf die Nachdenkseiten auch verlinken.
                      Und fragen Sie mal Linke, was die von den Nachdenkseiten halten.
                      Und Albrecht Müller ist nun zwar SPD, hat für Brandt sogar Wahlkampf gemacht, aber doch niemals NAZI.
                      Von den Linken habe ich mich mehr oder weniger emotional getrennt, auch wenn ich immer noch einen symbolischen Jahresbeitrag von 18€ zahle.
                      Für mich ist links sein mittlerweile etwas völlig anderes, als bei dieser neuen Führung.

                      Ich würde mich sehr freuen, wenn BSW die Werte der Linken hätte und die Linken die von BSW.
                      Mir selbst fehlt eine Sahra Wagenknecht im Bundestag sehr.
                      Auf eine Heidi Reichinnek hingegen könnte ich eher verzichten.

                    • «Denken Sie wirklich, daß ich auf der Wurstsuppe dahergeschwommen bin?»

                      Niemals!

                      Aber sein’Se doch nicht so fuchtig. Man wird doch wohl mal fragen duerfen.

                      Bin ja selber so. Internet macht’s moeglich. Man durchstoebert alles was im Angebot ist, nach dem was der eigenen Sichtweise entspricht (oder auch mal nach was, wo man sich so richtig aufregen kann) – und dann fuehlt man sich so unglaublich objektiv und erhaben ueber den Dingen stehend.

                      Sehn’Se.

                      «Die Europäische Union spielt dabei eine Schlüsselrolle. [bei einer spuerbaren Schwaechung des Westens – nera] Einerseits gilt sie Moskau als Konstrukt, das den russischen Einfluss auf einzelne Staaten bislang gebremst hat – der Widerstand Polens gegen Nord Stream 2 war dafür exemplarisch. Andererseits erscheint sie als Hindernis, das überwunden werden muss. Ihre Schwächung oder gar Auflösung wäre zugleich der Hebel, um auch die NATO zu erodieren – jenes Bündnis, das der Kreml als Bollwerk gegen seine Vormachtstellung in Osteuropa betrachtet. Dieses Ziel lässt sich nicht durch offenen Krieg erreichen, wohl aber durch systematische Destabilisierung und Spaltung.»

                      Und darin scheint Russland einfach Weltmeister zu sein.

                    • @nera

                      «Und darin scheint Russland einfach Weltmeister zu sein.»

                      Sieht so aus. Allerdings muss man auch sagen, wenn die Weltmeister sind, haben wir vielleicht zu wenig trainiert.

                    • @nera
                      >>>Man durchstoebert alles was im Angebot ist, nach dem was der eigenen Sichtweise entspricht (oder auch mal nach was, wo man sich so richtig aufregen kann) <<<

                      Für mich ist das alles nicht zutreffend.
                      Es gibt NIERGENDS eine allumfassende, unvoreingenommene Berichterstattung.
                      Aber man kommt schon dahinter, wie man die Spreu vom Weizen trennt.
                      Albrecht Müller hat dazu meiner Meinung nach ein gutes Buch geschrieben.
                      Aber völlig gefeit gegen Falschinformationen wird man alldings nie sein.

                • «Aber dass ein Hirsch sich unterwirft, nur weil der Rivale zwei Geweihenden mehr hat oder etwas lauter brüllen kann wurde wohl noch nie beobachtet»

                  Nee. Tue ich in einer Platzhirschsituation auch nicht, wenn die Sache wichtig ist. Die Hirsche mit den zwei Geweihenden mehr ziehen erstaunlich häufig den Kürzeren – und diejenigen, die laut brüllen, ganz besonders oft.

  20. Ab und an findet man lesenswerte Infos im digitalen Archiv wie diesen Link hier:

    𝗣𝗼𝗹𝗶𝘁𝗶𝗸: 𝗝𝗲𝗹𝘇𝗶𝗻 𝗯𝗹𝗲𝗶𝗯𝘁 𝗯𝗲𝗶 𝘀𝘁𝗿𝗶𝗸𝘁𝗲𝗺 𝗡𝗲𝗶𝗻 𝘇𝘂𝗿 𝗡𝗔𝗧𝗢-𝗘𝗿𝘄𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴 – Das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Clinton und Rußlands Staatschef Jelzin ist am Freitag in Helsinki ohne Annäherung im Streit um die NATO-Osterweiterung, aber mit einer grundsätzlichen Verständigung auf die künftige Sicherheitsstruktur in Europa zu Ende gegangen. / Tagespiegel 22.03.1997

    https://www.tagesspiegel.de/politik/jelzin-bleibt-bei-striktem-nein-zur-nato-erweiterung-557185.html

    Übrigens entnommen aus der lesenswerten Neuerscheinung: «𝗪𝗲𝗹𝘁𝗼𝗿𝗱𝗻𝘂𝗻𝗴 𝗶𝗺 𝗨𝗺𝗯𝗿𝘂𝗰𝗵».

    https://shop.papyrossa.de/Brie/Crome/Deppe/Wahl-Weltordnung-im-Umbruch

      • Ja. Vielleicht war das bei Jelzin auch vorher die Entwicklung, als Alkohol seine Urteilsfähigkeit mehr und mehr eintrübten, was ja in berühmten Szenen von Live-Übertragungen zu sehen war.

        Und niemals hätten die USA dem zugestimmt, wenn Mexiko oder Kanada in einem analogen Szenario mit Russland ein Militärbündnis eingegangen wäre, mit dem Risiko von Atomwaffen an den Grenzen.

        Tja und 2002 ist ja Bush jun. zudem aus dem ABM-Abkommen ausgestiegen, worauf Russland, zur Erhaltung der sich abzeichnenden Bedrohung der Zweitschlagsfähigkeit, u.a. die Hyperschallrakete entwickelt hat.

        Konnte alles nicht im Sinne von Europa sein und das haben Schäuble und Lamers auch durchaus weitblickend in einem gemeinsamen Papier festgehalten.

        Daraus: «𝙈𝙞𝙩 𝙙𝙚𝙧 𝙀𝙞𝙣𝙗𝙚𝙯𝙞𝙚𝙝𝙪𝙣𝙜 𝙤𝙨𝙩𝙢𝙞𝙩𝙩𝙚𝙡𝙚𝙪𝙧𝙤𝙥𝙖̈𝙞𝙨𝙘𝙝𝙚𝙧 𝙎𝙩𝙖𝙖𝙩𝙚𝙣 𝙞𝙣 𝙙𝙞𝙚 𝙀𝙪𝙧𝙤𝙥𝙖̈𝙞𝙨𝙘𝙝𝙚 𝙐𝙣𝙞𝙤𝙣 𝙢𝙪ß 𝙚𝙞𝙣𝙚 𝙋𝙤𝙡𝙞𝙩𝙞𝙠 𝙪𝙢𝙛𝙖𝙨𝙨𝙚𝙣𝙙𝙚𝙧 𝙋𝙖𝙧𝙩𝙣𝙚𝙧𝙨𝙘𝙝𝙖𝙛𝙩 𝙯𝙬𝙞𝙨𝙘𝙝𝙚𝙣 𝙙𝙚𝙧 𝙐𝙣𝙞𝙤𝙣 𝙪𝙣𝙙 𝙍𝙪ß𝙡𝙖𝙣𝙙 𝙚𝙞𝙣𝙝𝙚𝙧𝙜𝙚𝙝𝙚𝙣. 𝙎𝙞𝙚 𝙢𝙪ß 𝙍𝙪ß𝙡𝙖𝙣𝙙 𝙙𝙞𝙚 𝙂𝙚𝙬𝙞ß𝙝𝙚𝙞𝙩 𝙜𝙚𝙗𝙚𝙣 – 𝙨𝙤𝙬𝙚𝙞𝙩 𝙙𝙞𝙚𝙨 𝙫𝙤𝙣 𝙖𝙪ß𝙚𝙣 𝙢𝙤̈𝙜𝙡𝙞𝙘𝙝 𝙞𝙨𝙩 – 𝙣𝙚𝙗𝙚𝙣 𝙙𝙚𝙧 𝙀𝙐 𝙖𝙡𝙨 𝙙𝙖𝙨 𝙖𝙣𝙙𝙚𝙧𝙚 𝙥𝙤𝙡𝙞𝙩𝙞𝙨𝙘𝙝𝙚 𝙕𝙚𝙣𝙩𝙧𝙪𝙢 𝙖𝙪𝙛 𝙙𝙚𝙢 𝙆𝙤𝙣𝙩𝙞𝙣𝙚𝙣𝙩 𝙖𝙣𝙚𝙧𝙠𝙖𝙣𝙣𝙩 𝙯𝙪 𝙨𝙚𝙞𝙣.»

        Aus diesem Dokument zitiert: https://cdn.repub.ch/s3/republik-assets/assets/can/schaeuble-lamers-papier-1994.pdf

      • Ich muss Sie mal loben. So stelle ich mir Diskussion vor.

        Natürlich habe ich dann noch eine weitere Meinung von 1997 hinzugefügt, nämlich diejenige der Forschungsstelle für Sicherheitspolitik und Konfliktanalyse der ETH Zürich. Dort findet sich, durch eine Referenz belegt, die folgende Aussage:

        «Obschon sich Moskau de facto bereits lange vor dem Nato-Gipfel vom 8./9. Juli 1997 in Madrid mit der Tatsache abgefunden hatte, dass zumindest die Aufnahme der drei mitteleuropäischen Staaten Polen, Ungarn und Tschechien in die Nato nicht verhindert werden konnte, versicherte die politische Führung auch nach Unterzeichnung der Grundakte zwischen der Nato und Russland vom 27. Mai 1997 in Paris, dass Russland dieser Entwicklung grundsätzlich negativ gegenüberstehe.»

        Desweiteren (sie werden es ungern lesen) ist die Russland-NATO-Grundakte nur eine politische Absichtserklärung und kein völkerrechtlich bindender Vertrag. Die NATO hatte sich ihrerseits verpflichtet, Russland eng in ihre Planungen einzubinden (Ihr Link).

        Vor allem aber verpflichteten sich beide Seiten, die Souveränität aller Staaten zu achten (auch Ihr Link). Die NATO-Russland-Grundakte war mit Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs der NATO gegen Serbien Makulatur.

        • «dass Russland dieser Entwicklung grundsätzlich negativ gegenüberstehe.»

          Haben Sie mir nicht vor kurzem erklärt, wenn ein Präsident etwas will, dann ist es die Meinung seines Landes, oder so ähnlich?
          Aber wenn ich aus ihrem Artikel auch etwas herausreißen darf:

          «Gleichzeitig tendiert die politische Führung aber dahin, die Verantwortung für innere Krisen auf äussere Umstände abzuschieben. Dabei will die Regierung schon deshalb nicht von ihrer grundsätzlich negativen Position gegenüber der Nato-Osterweiterung abweichen, weil sie dieser Frage eine gewisse Brückenfunktion zwischen Regierung und Opposition beimisst.»

          «kein völkerrechtlich bindender Vertrag»

          Ja und? Dafür hat er aber recht lange gehalten. Keine der beiden Seiten ist einseitig in Vorleistung gegangen. Die beiden Vertragspartner haben sich, was die zweiseitigen Beziehungen angeht, daran gehalten. Gegenüber Dritten hatten beide Seiten Dreck anstecken. Russland hat seine Sonderrolle bekommen.

          «Angriffskriegs der NATO gegen Serbien Makulatur.»

          Russland war aber auch präsent. Veto in der UNO (wie immer), KFOR, SFOR und «Schweigegeld» in Form eines 4,5 Mrd.$ Kredits.

          • «Gleichzeitig tendiert die politische Führung aber dahin, die Verantwortung für innere Krisen auf äussere Umstände abzuschieben.»

            Das bestreite ich nicht. Es ist eine politische Grundkonstante, immer und überall wo es innere Krisen gibt.

            «Russland war aber auch präsent. Veto in der UNO (wie immer)»

            Ueberlegen Sie mal. War das nicht erst diese Woche, als die USA völlig isoliert im UN-Sicherheitsrat ein Veto eingelegt haben?

            Und welche UN-Sicherheitsrats-Abstimmung haben Sie da eigentlich im Sinn? Meines Wissens fand gar keine statt. Russland und China hatten ein Veto nur angekündigt. Es ist daher unklar, ob die NATO überhaupt eine Mehrheit (unabhängig von den beiden Vetos) bekommen hätte.

            «KFOR, SFOR und «Schweigegeld» in Form eines 4,5 Mrd.$ Kredits.»

            Das war alles nach dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der NATO, mit dem zum ersten Mal nach dem 2. Weltkrieg ein unzweifelhafte Staatsgrenze gewaltsam verschoben wurde.

            • «Und welche UN-Sicherheitsrats-Abstimmung haben Sie da eigentlich im Sinn?»

              3475. Sitzung am 2. Dezember 1994
              Kernpunkt ist die Behinderung von Hilfsgüterlieferungen in die bosnisch-herzegowinische Region Bihac durch bosnisch-serbische Truppen und lokale serbische paramilitärische Einheiten.

              «Das war alles nach dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der NATO,..»

              Nein! Außer, Sie wollen den Konflikt in Jugoslawien auf den Kosovo beschränken.

              • «3475. Sitzung am 2. Dezember 1994
                Kernpunkt ist die Behinderung von Hilfsgüterlieferungen in die bosnisch-herzegowinische Region Bihac»

                Was hat das mit dem Kosovo-Krieg 1999 zu tun??

                Der ist auch nicht durch irgendwelche früheren Ereignisse zu rechtfertigen. Da wurde ein Staat angegriffen, der keinem NATO-Land etwas getan hatte, ohne dass die NATO auch nur versucht hätte ein UN-Mandat dafür zu erhalten. Und das war ganz eindeutig ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg.

                • «Was hat das mit dem Kosovo-Krieg 1999 zu tun??»

                  Also ich habe von Anfang an über den gesamten Krieg in Jugoslawien geredet. Die ideologischen Scheuklappen haben Sie aufgesetzt und das Thema auf den Kosovo eingehängt.
                  Komisch, plötzlich interessiert die Vorgeschichte überhaupt nicht. Bei Russland schreiben Sie aucn nicht jedesmal vom völkerrechtswidrigem Krieg…

  21. Redaktionelles

    Dieser Blogbeitrag wird per Anfang Oktober durch einen Neuen in der gleichen Rubrik Salon abgelöst werden. Er bleibt dabei natürlich erhalten und für Kommentare offen. Jedoch werden neue Empfehlungen dann im neuen Blogbeitrag eingestellt.

Schreiben Sie einen Kommentar