4 Jahre Krieg Am 20. Januar 2025 um 19 Uhr Kiewer Zeit wurde Donald Trump in das Amt des US-Präsidenten eingeführt. Er hatte im Vorfeld behauptet, er könne den Ukraine-Krieg in 24 Stunden beenden. Trump traf bei seinen Vermittlungsversuchen auf drei Parteien, die lieber weiter Krieg führen wollten als sich auf der Basis des Status quo auf einen Frieden zu einigen. Ein Jahr später ist dem noch immer so.

Die Konfliktparteien
Der Ukraine-Krieg hat vier Parteien, die jeweils eigene objektive Interessen verfolgen: die Ukraine, Russland, die USA und die EU. Großbritannien scheint sich als fünfte Partei zu verstehen. Weil mir unklar ist, welche objektiven Interessen Großbritannien in der Ukraine-Frage hat, klammere ich diesen Akteur im Folgenden jedoch aus. Der Rest der Welt, einschließlich der schwach unterstützenden Länder im westlichen Lager wie Kanada und Japan, nimmt eine Zuschauerrolle ein. Das gilt auch für China, dass allerdings ein allgemeines Interesse hat, dass Russland als starker Gegenspieler des westlichen Lagers erhalten bleibt und das nicht verhehlt.
Interessenlage der Ukraine
Ich spreche hier über die Interessen von Regierungen, die nicht notwendig mit denjenigen der Bevölkerungen übereinstimmen. Im Fall der Ukraine betrachte ich Regierungen der Nach-Maidan-Ära. Diese Regierungen hatten das Interesse an der Bildung einer ukrainischen Nation, die 2014 sicherlich noch nicht abgeschlossen war. Insofern das eine Loslösung der Ukraine aus dem russischen Kulturraum und ein Zurückdrängung der russsichen lingua franca zugunsten der ukrainischen Sprache erforderte, war die ukrainische Nationenbildung objektiv gegen russische Interessen gerichtet. Im Unterschied zu extremen ukrainischen Nationalisten erkannten die Nach-Maidan-Regierungen, dass daraus die Notwendigkeit einer Westbindung der Ukraine folgte.
Das bei einer Bevölkerungsmehrheit populäre Streben nach einer EU-Mitgliedschaft und das bis mindestens 2014 eher unpopuläre Streben nach einer NATO-Mitgliedschaft waren eine notwendige Konsequenz. Dadurch wurden allerdings weitere russische Interessen bedroht. Die russische und ukrainische Wirtschaft waren bis 2014 eng verflochten. Eine NATO-Mitgliedschaft musste Russland mindestens der Basis seiner Schwarzmeerflotte auf der Krim berauben, würde aber darüber hinaus eine lange abzusichernde Grenze schaffen, auf deren Gegenseite ein starkes antagonistisches Militärbündnis stand.
Nachdem Russland 2014/15 die Krim annektiert und die Etablierung separatistischer Republiken im Donbass unterstützt hatte, hatte die Ukraine zusätzlich die Interessen der Wiedererlangung der Krim und der Wiederherstellung ihrer Souveränität im gesamten Donbass. Diese Ziele drückte sie 2021 in einer neuen Sicherheitsstrategie aus.
Interessenlage Russlands
Ursprünglich hatte Russland das Interesse, die Herausbildung einer ukrainischen Nation zu verhindern, weil es dadurch an Einfluss verlieren musste. Ferner hatte es ein Interesse, dass die Ukraine formell neutral und mindestens nicht NATO-Mitglied werden würde. Auch die bis 2013 bestehenden engen wirtschaftlichen Verflechtungen zu erhalten, lag im russischen Interesse. Der Maidan-Umsturz war daher eine herbe regionalstrategische Niederlage Russlands.
Die Annektion der Krim und die Etablierung der Separatistenrepubliken im Donbass milderten diese Niederlage nur ab; netto hatte Russland einen schweren Verlust erlitten. Eine Wiedereingliederung der Donbass-Republiken in die Ukraine mit weitgehenden Autonomierechten lag 2015 im Interesse Russlands , weil dadurch eine Pufferzone entstanden wäre und die Nationenbildung der Ukraine zumindest verlangsamnt worden wäre. Das kommt im Minsk-II-Vertrag zum Ausdruck, der bei einem Kräfteverhältnis abgeschlossen wurden, das stark zu russischen Gunsten stand.
Anfang 2021 hatte Russland auch die Auseinandersetzung um die Nationenbildung verloren und die wirtschaftlichen Verflechtungen mit der Ukraine waren weitgehend aufgelöst. Es war unwahrscheinlich, dass die noch laufenden Energielieferverträge erneuert werden würden. Auch das lohnende Energiegeschäft mit der EU war durch den dort geplanten Ausstieg aus fossilen Energien mittel- bis langfristig gefährdet. Von einer friedlichen Koexistenz mit der Ukraine und der EU hatte Russland kaum mehr Vorteile zu erwarten.
Vor dem Kriegsausbruch hatte Russland die Interessen, wenigstens die NATO-Mitgliedschaft der Ukraine zu verhindern und die Sicherheitslage der Donbass-Republiken so weit zu verbessern, dass dort ein wirtschaftlicher Aufschwung zu erreichen war und diese nicht länger am russischen Tropf hängen würden. Die neue ukrainische Sicherheitsdoktrin, innerukrainische öffentliche Diskussionen im Frühjahr 2021 und Aufrüstungsdekrete des ukrainischen Präsidenten ließen hingegen eine militärische Lösung des Donbass-Problems durch die Ukraine wahrscheinlich erscheinen. Dadurch musste Russland als Schutzmacht das Gesicht verlieren.
Russland versuchte seine Interessen zunächst durch den Aufbau einer Drohkulisse und Verhandlungsangebote durchzusetzen. Als das scheiterte, erkannte Russland am 21. Februar 2022 die Donbass-Republiken, die es bis dahin als Teil des ukrainischen Staatsgebiets angesehen hatte, formell als unabhängige Staaten an. Nachdem das zu sofortigen westlichen Sanktionen führte und die Sicherheitslage an der Demarkationslage sich nicht verbesserte, griff Russland am 24. Februar 2022 die Ukraine an und deckte mit der Operation weitere Interessen auf, die allerdings prinzipiell bekannt waren.
Russland hatte das Interesse, die prekäre Versorgungs- und Sicherheitslage der Krim durch einen Landkorridor am Asowschen Meer zu verbessern und in diesem Zug auch die Trinkwasserversorgung der Krim aus dem Dnjepr über einen Kanal wiederherzustellen, welche die Ukraine unterbrochen hatte.
In den angesichts der ukrainischen Unterlegenheit praktisch sofort nach Kriegsausbruch beginnenden Verhandlungen stellte Russland auch Forderungen nach Minderheitsrechten für russischsprachige Ukrainer und nach einer Rüstungsbegrenzung auf.
Interessenlage der USA
In den USA waren von Ende des 2. Weltkriegs bis zum 20. Januar 2025 transatlantisch gesinnte Regierungen an der Macht. Das schließt die erste Trump-Regierung ein, die zwar erhöhte Beiträge der Europäer zur NATO verlangte und eine mögliche Obsoleszenz der NATO ins Gespräch brachte, aber objektiv nicht mit transatlantischen Prioritäten der Vorgängerregierungen brach.
Zu diesen Prioritäten gehörte die Wahrung und, wenn möglich, Ausweitung der US-amerikanischen Einflusszone in Europa und im nahen Osten. Der Brzezinski-Doktrin folgend, versuchten die USA 2013/14 Einfluss in der Ukraine zu erlangen und sich dabei auch gegen EU-Interessen durchzusetzen, was durch das «*»Fuck the EU»-Telefongespräch von Victoria Nuland mit dem damaligen US-Botschafter in der Ukraine klar belegt ist. In der Ukraine hatten die USA ein Interesse an der Ausbeutung von Rohstoffen und geostrategisch in der Beseitigung der Krimbasis der russischen Schwarzmeerflotte. Beides scheiterte 2014, ersteres wegen des de facto Verlusts erheblicher Teile des Donbass und der schlechten Sicherheitslage im Rest des Donbass.
Auch die Aufnahme der Ukraine in die NATO lag im Interesse der Transatlantiker in den USA und auch diese Aussicht ging 2014 verloren, weil Teile des ukrainischen Territoriums, auch aus Sicht der NATO-Staaten, nun von Russland kontrolliert wurden. Es überrascht mich daher, dass die Ukraine und die USA sich 2022 auf einen sich abzeichnenden Krieg mit Russland einließen statt die de facto bereits verlorene NATO-Perspektive der Ukraine auch de jure auszuschließen. Außer der Angst vor einem Gesichtsverlust kann ich dafür keine Gründe erkennen.
Die Interessenlage der USA änderte sich in den Folgejahren. Objektiv ist der transpazifische Raum für die USA viel wichtiger geworden als der transatlantische. Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Welt liegt bereits zu beiden Seiten des Pazifik und dabei stärker in Ost- und Südostasien, nicht mehr zu beiden Seiten des Atlantik und dabei stärker in den USA, wie zu Ende des 2. Weltkriegs. Nur mit Ausnahme der Atomwaffen ist China jetzt der hauptsächliche Gegenspieler der USA, nicht länger Russland. Einer Allianz von China mit Russland sind die USA nicht gewachsen, auch unter Einbeziehung Europas nicht. Während Biden unfähig war, diese Veränderungen klar zu erkennen, haben Trump und seine Unterstützer die entsprechenden Schlüsse gezogen. Der Ukraine-Krieg ist für sie nur noch eine Belastung und eine Behinderung in dem Unterfangen, Russland etwas von China weg und etwas näher an die USA zu ziehen.
Durch die Historie können die USA die Ukraine jedoch nicht völlig fallenlassen, ohne das Gesicht zu verlieren. Auch im Innern muss Trump auf die restlichen Transatlantiker gewisse Rücksichten nehmen. Er hat die USA recht weitgehend von der finanziellen Last der Ukraine-Unterstützung befreit und versucht, für die Sicherheitsgarantien, die er zur Konfliktbeilegung bieten muss, Rohstoffrechte einzuhandeln. Die weiter laufende militärische Unterstützung der USA für die Ukraine, insbesondere durch Aufklärungsinformation und, neben Polen, durch Finanzierung des Starlink-Zugriffs der ukrainischen Streitkräfte, benutzt Trump als Druckmittel, um die Ukraine zu Zugeständnissen in Friedensverhandlungen zu bewegen.
Interessenlage der EU
Die EU, die als wirtschaftlicher Akteur durch den Aufstieg Asiens an Bedeutung verlor, hat diesem Trend durch ein Erweiterungsprogramm entgegengewirkt. Dieses Erweiterungsprogramm ist auch stark auf Lobbyismus von Firmen in EU-Brüssel zurückzuführen, die sich davon Absatzmärkte versprachen und diese auch erlangten. Zumindest 2013 galt die Ukraine als potentiell interessanter Beitrittskandidat.
Seitdem hat sich auch infolge der bisherigen Osterweiterung der EU die Handlungsfähigkeit derselben verringert. Auch das Verhältnis zwischen wirtschaftlich starken und schwachen Staaten hat sich verschlechtert und in letzter Zeit gibt es in einigen zuvor wirtschaftlich starken Staaten wie Frankreich und Deutschland erhebliche wirtschaftliche und finanzielle Probleme. Bereits 2021 lag eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine in naher Zukunft obkjektiv nicht im Interesse der EU-Länder. Durch die Kriegszerstörungen, den Exodus etwa eines Viertels der Bevölkerung, einem zu erwartenden Exodus männlicher Ukrainer nach Kriegsende und die weiter verschlechterte demografische Situation der Ukraine wäre eine EU-Aufnahme derselben auf absehbare Zukunft ein erhebliches Verlustgeschäft für die EU.
Die EU hat ein Interesse, dass die Ukraine nach Kriegsende Schuldendienste leisten kann, dass die unvermeidlich noch eine Weile weiterlaufende finanzielle Unterstützung schnell und weitgehend zurückgefahren werden kann und dass der Exodus männlicher Ukrainer nach Kriegsende in Richtung EU nicht zu stark ausfällt. All das erfordert erträgliche Friedensbedingungen und all das muss die USA nicht interessieren. Desweiteren haben führende EU-Politiker das Interesse, einen völligen Gesichtsverlust bezüglich des Ukraine-Kriegs zu vermeiden.
Status quo 20. Januar 2025
Am 20. Januar 2025 kontrollierten die russischen Streitkräfte etwa 18.5% des ukrainischen Territoriums, was knapp 112 000 km2 entsprach. Die Ukraine kontrollierte ihrerseits etwa 428 km2 russisches Territorium in der Region Kursk. Russland konnte im ukrainischen HInterland durch Angriffe mit Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen punktuell die Luftverteidigung überlasten; and einzelnen Tagen mit längeren Abständen auch stark überlasten. An der Frontlinie war Russland vor allem durch Gleitbomben luftüberlegen, die von strategischen Bombern aus sicherer Entfernung abgeworfen wurden. Auf dem Gebiet der Drohnen im Fronteinsatz bestand nahezu Parität.
Abwohl der Begriff Status quo eine statische Situation bezeichnet, schließt das bei Verhandlungen in Betracht kommende Kräfteverhältnis auch immer den Trend ein. Zu den Verlusten beider Seiten gibt es keine zuverlässigen Zahlen. Ich nehme wie die meisten westlichen Experten an, dass die russischen Verluste deutlich höher waren als die ukrainischen, schon deshalb, weil die russischen Streitkräfte viel mehr Offensivoperationen durchführten. Ebenfalls in Übereinstimmung mit diesen Experten nehme ich an, dass im Verhältnis zum verbleibenden Mobilisierungspotential bereits vor einem Jahr die ukrainischen Verluste höher waren. Diese Kennziffer ist die entscheidende. Das Kräfteverhältnis hatte aus Sicht der Ukraine einen Trend zur Verschlechterung.
Status quo 20. Januar 2026
Am 20. Januar 2026 kontrollierten die russischen Streitkräfte etwa 19.3% des ukrainischen Territoriums, nachdem sie im Laufe des Jahres 2025 netto etwa 4336 km2 zusätzlich erobert hatten. Darunter befinden sich die Städte Pokrowsk, Mirnohrad und Siwersk im Donbass. Die Ukraine hält keine nennenswerten Anteile russischen Territoriums mehr (laut DeepStateMap etwa 11 km2 westlich des Grenzflusses Sejm bei Riwne und den Weiler Widrubna). Gegenüber des vor einem Jahr ukrainisch kontrollierten Territoriums in der russischen Region Kursk hält nunmehr Russland 240 km2 der ukrainischen Region Sumy.
Die Überlegenheit der russischen Raketen- und Drohnentruppen im ukrainischen Hinterland hat zugenommen. Die ukrainische Luftverteidigung kann nunmehr massiv überlastet werden. Die russischen Produktionskapazitäten reichen aus, um das im Durchschnitt alle paar Tage zu tun. Infolgedessen ist die ukrainische Stromversorgung prekär und kann überhaupt nur noch durch massive Importe aufrechterhalten werden. In einigen Großstädten, darunter Kiew, können Wohnungen nicht mehr zuverlässig und in bestimmten Gebieten gar nicht mehr beheizt werden. Die Trinkwasserversorgung ist immer wieder unterbrochen. Etwa 16% der Kiewer Stadtbevölkerung hatten infolgedessen bereits vor etwa einem Monat die Stadt verlassen.
Seit Dezember 2024 steuern die russischen Streitkräfte Frontdrohnen hauptsächlich über Glasfaserkabel statt über globale Positionierungssysteme. Das hatte sich am 20. Januar 2025 noch nicht so stark bemerkbar gemacht. Mittlerweile ist jedoch klar, dass die russischen Streitkräfte bei Frontdrohnen überlegen sind.
Die Lage bei den Verlusten in Bezug auf das Mobilisierungspotential ist weiterhin so wie vor einem Jahr, allerdings bei seitdem ausgedünnten ukrainischen Truppen.
Es besteht keine Aussicht, dass die Lage sich zugunsten der Ukraine wendet. Wahrscheinlich ist vielmehr, dass sie sich weiter zu ihren Ungunsten entwickelt. Daraus folgt, dass die Verhandlungsposition der Ukraine sich weiter verschlechtert, bei gleichzeitigen weiteren Gebietsverlusten und sich weiter verschlechternden Aussichten für die Nachkriegssituation.
Die Weiterführung des Kriegs durch die Ukraine statt einem Einlenken auf die gegenwärtig möglichen Friedensbedingungen hat aus meiner Sicht nur einen Grund: Die Vermeidung eines kompletten Gesichtsverlusts der gegenwärtigen politischen Führung. Genau aus diesem Grund stellt Russland Bedingungen, von denen es weiß, dass deren Annahme zu einem solchen kompletten Gesichtsverlust führen muss. Denn diesen will Russland erreichen. Gepaart mit der Bedingung von Wahlen kurz nach Einstellung der Feindseligkeiten könnte Russland dadurch einen großen Teil seiner Kriegsziele erreichen, die militärisch nur mit erheblichem Aufwand und nach einer Weiterführung des Kriegs um ein weiteres Jahr oder länger erreichbar wären. Russland kann sich das leisten, weil es die wirtschaftlichen und finanziellen Ressourcen sowie die innepolitische Stabilität hat, den Krieg hinreichend lange weiterzuführen.
Aussichten der Verhandlungen
Im Prinzip sollte man in dieser Lage erwarten, dass die Verhandlungen scheitern. Die russische Führung ist nicht gezwungen, irgendwelche Kompromisse zu machen und die ukrainische Führung kann die erforderlichen Kompromisse nicht machen, ohne politisch Selbstmord zu begehen. Die Verhandlungen laufen überhaupt nur deshalb weiter, weil keine dieser beiden Seiten endgültig mit den USA brechen will. Die Ukraine kann nicht, weil das ebenfalls Selbstmord wäre und Russland würde sich damit in einen Abhängikeit von China begeben, die es vermeiden kann, wenn es den Bruch mit Trump vermeidet.
Trump seinerseits hat ein erhebliches Interesse, das Problem vor Beginn der heißen Wahlkampfphase für die Zwischenwahlen vom Tisch zu haben. Daraus macht er kein Hehl und das ist auch rational, weil aus Sicht der USA andere Probleme deutlich wichtiger sind und Trumps Handlungsspielraum für die letzten zwei Jahre seiner Präsidentschaft vom Ergebnis der Zwischenwahlen abhängt.
Ob er sich mit seinem Zeitplan durchsetzen kann, ist unklar. Klar ist hingegen, dass die Vermittlung im Ukraine-Konflikt ab Sommer 2026 für ihn und seine Regierung keine hohe Priorität mehr haben wird. Außer den USA kann niemand effektiv im Interesse der Ukraine vermitteln. Das bedeutet, dass die Ukraine im Sommer und Herbst 2026 für etwa ein halbes Jahr ohne Aussicht auf einen Waffenstillstand vor dem nächsten Winter kämpfen müsste. Ich bin nicht sicher, dass sie in dieser Situation innenpolitisch stabil bleiben würde.
241 Antworten zu “Ein verlorenes Jahr”
«Einer Allianz von China mit Russland sind die USA nicht gewachsen, auch unter Einbeziehung Europas nicht.»
Das kann sich aber nicht auf das militärische Potential beziehen. Und wirtschaftlich ist Russland ein kleines Land nach BIP. Der Vorteil für China wären sichere Grenzen zum größten Nachbarn.
«Russland kann sich das leisten (>= 1 Jahr Kriegsführung), weil es die wirtschaftlichen und finanziellen Ressourcen sowie die innepolitische Stabilität hat, den Krieg hinreichend lange weiterzuführen.»
Auch hier halte ich die Fähigkeiten/auch politische Stabilität für nicht so hoch. Und die Requirierung zusätzlicher Soldaten wird schwieriger, weil es nun auch zunehmend ’sensiblere‘ Teile der Bevölkerung betrifft.
Und trotzdem sehe ich die russische Seite in stärkerer Position, was sich zumindest auf eine größere Bevölkerung stützen kann. Die Auswirkungen auf Wirtschaft/Währung sind aber alles andere als gut.
Bisher konnte Putin/die Zentralbank noch vieles für die Bevölkerung ‚puffern‘. Fraglich allerdings, wie lange das noch gelingt.
«Das kann sich aber nicht auf das militärische Potential beziehen.»
Sie müssen perspektivisch denken. China holt schnell auf und hat auf mehreren Technologiegebieten bereits überholt. Nur bei Atomwaffen wird China nicht so bald mithalten können, aber da kann es Russland. Auch die viel grössere Opferbereitschaft russischer Soldaten ist ein Punkt.
«Die Auswirkungen auf Wirtschaft/Währung sind aber alles andere als gut.»
Die russische Wirtschaft ist überhitzt; das kann man von westlichen Wirtschaften nicht sagen. Die finanziellen Reserven sind noch beträchtlich.
Sicher ist Krieg führen alles andere als gut für die Bevölkerung. Aber verglichen mit den Ukrainern geht es den Russen blendend und das wird im Vergleich auch so bleiben.
Russland kann nicht ewig Krieg führen, aber wahrscheinlich doch so lange, bis es die gesamten Donbass-Regionen kontrolliert.
@nera
>>>«Das kann sich aber nicht auf das militärische Potential beziehen.»<<<
Hat jetzt eher nur indirekt mir Russland zu tun, aber die sind ja nun durch den Krieg dort auch damit konfrontiert und müssen irgendwie klarkommen.
War bei "Basta Berlin" zu hören. Die haben das allerdings nun hummoristisch auf den Fall bezogen, wer eigentlich in Zukunft eher die Gefahr für Dt. sein könnte?
Davon abgesehen, denke ich auch, dass die Kampfbereitschaft bei der Bundeswehr nicht sehr hoch ist.
Jedenfalls mit den Soldaten, die derzeit vielleicht verfügbar wären🤔
https://www.watson.ch/digital/analyse/764638629-nato-uebung-wie-zehn-ukrainer-mit-drohnen-ganze-bataillone-lahmlegten
https://www.n-tv.de/politik/Wir-sind-am-Arsch-Zehn-Ukrainer-besiegen-bei-Manoever-zwei-Nato-Bataillone-id30363995.html
Die Beobachtung bei Watson und n-tv (gibt es auch noch woanders) ist schon richtig. Den Krieg, auf den die NATO vorbereitet ist, gibt es nicht mehr. Es gab so etwas Aehnliches noch bis in den Herbst 2022. Inwischen sind die Konzepte der NATO gründlich veraltet. Das gilt auch für die auf diesen Konzepten basierenden Aufrüstungsprogramme.
«Ursprünglich hatte Russland das Interesse, die Herausbildung einer ukrainischen Nation zu verhindern, weil es dadurch an Einfluss verlieren musste.»
Ja genau, darum geht’s zu aller erst. Die koennen es nicht ertragen, dass es von denen unabhaengige Ex-Sowjetstaaten gibt, die selber denken koennen. Die koennen es einfach nicht ertragen, dass die nach dem Systemzusammenbruch in der SU und ihren soz. Vasallen-Staaten sie betraechtlichen Machtverlust hinzunehmen hatten. Nicht mehr ganz oben auf der grossen Weltbuehne mitspielen koennen, sozusagen.
Und fuer das alles muss die Ukraine buessen.
Sch**ss Verlierer!
(Und Trump ist ein Idiot.)
«Das bedeutet, dass die Ukraine im Sommer und Herbst 2026 für etwa ein halbes Jahr ohne Aussicht auf einen Waffenstillstand vor dem nächsten Winter kämpfen müsste.»
Das glaube ich auch. Und ich bin nicht sicher, ob sie das ueberleben wird.
Ach so, grossen Dank fuer Ihre Analyse! Eine Perle im alternativen Misthaufen 😉
@nera
>>>«Ursprünglich hatte Russland das Interesse, die Herausbildung einer ukrainischen Nation zu verhindern, weil es dadurch an Einfluss verlieren musste.»
Ja genau, darum geht’s zu aller erst.<<<
Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie selektiv man Texte lesen kann…🤔
Der Text geht ja noch weiter:
…Ferner hatte es ein Interesse, dass die Ukraine formell neutral und mindestens nicht NATO-Mitglied werden würde.
Das wäre für mich allerdings der WICHTIGERE Punkt.
Und Ihre weiteren Ausführungen:
"Die koennen es nicht ertragen, dass es von denen unabhaengige Ex-Sowjetstaaten gibt, die selber denken koennen. Die koennen es einfach nicht ertragen, dass die nach dem Systemzusammenbruch in der SU und ihren soz. Vasallen-Staaten sie betraechtlichen Machtverlust hinzunehmen hatten. Nicht mehr ganz oben auf der grossen Weltbuehne mitspielen koennen, sozusagen."
Da geben Sie für meine Begriffe das wieder, was nun schon seit Jahren in Dauerschleife bei den, wie Sie seit Neuestem schreiben: "linkslastigen ÖR" zu hören ist…
Von "Selberdenken" ist da für meine Begriffe dann nicht mehr viel zu bemerken.
Aber das hatten Sie ja auch eher auf die Ukrainer bezogen gemeint.
«…Ferner hatte es ein Interesse, dass die Ukraine formell neutral und mindestens nicht NATO-Mitglied werden würde.»
Ja sicher. Formell neutral, aber eigentlich dem Willen Russlands unterworfen.
Aber, dass es nicht immer danach geht, was man selber will und den anderen das Leben deswegen zur Hoelle macht, finden Sie doch bestimmt auch nich scheen?
«Formell neutral, aber eigentlich dem Willen Russlands unterworfen.»
Wie eine neutrale Ukraine ohne Donbass und Krim beschaffen sein könnte wäre Sache der Friedensverhandlungen (An denen die EU allerdings falls überhaupt, nur als Zaungast beteiligte sein wird).
Im Herbst 2022 hätte das noch anders laufen können, aber auch damals konnte die ukrainische Regierung schon nicht mehr souverän entscheiden. So jedenfalls mein Eindruck.
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Theoretisch sollten wir uns hier noch um ein paar andere Sorgen kümmern als die Ukraine, und nicht so tun als ginge uns die Situation in der BRD nichts an.
@nera
>>>Aber, dass es nicht immer danach geht, was man selber will und den anderen das Leben deswegen zur Hoelle macht, finden Sie doch bestimmt auch nich scheen?<<<
Naturellement natürlich nicht.
Wo hätte ich ANDERES verlauten lassen?
In Afghanistan 1979 konnte die SU ja noch auf eine Hilfeabkommen verweisen. Hat zwar International auch nichts gebracht, aber hatte vielleicht doch was Anderes, als was Putin vorbrachte.
Aber das war ja auch eher für die eigene Bevölkerung gedacht. Auf die Bewertung der EU hat der damals bestimmt keinen Wert gelegt bzw. die war ihm egal.
Man hätte es aber auf europäischer Seite in der Hand gehabt, ein anderes Szenario zu betreiben.
Davon hätte sogar die Ukraine NUR provitiert.
Eine Neutralität à la Österreich 1955 als Lösung hätte beide Seiten entlastet – ein pragmatischer Kompromiss.
Ukraine hätte mit EU-Wirtschaftskooperation profitiert (Marktzugang ohne Militärpflicht), Russland seine „Pufferzone" behalten, NATO-Erweiterung gestoppt. Win-Win: Kein Krieg, wirtschaftlicher Aufschwung (wie Österreich post-1955).
Problem: Ukraine favorisierte Westintegration (post-2014 Euromaidan), Russland misstraute Garantien.
Die Souveränität der Ukraine wäre dann zwar sekundär gegenüber europäischer Stabilität gewesen, aber wie Sie selbst sagten:
"Es geht nicht immer danach, was man selber will"
Und in der GROSSEN Politik schon mal gar nicht…
Deutschland (Merkel/Scholz), Frankreich (Macron), Italien/Spanien hätten Druck machen können: „Neutralitätsmodell Österreich" als EU-Partnerschaft ohne NATO. Baltikum/Polen („Russland-Hawks") überstimmen – numerische Mehrheit im EU-Rat.
USA-Faktor war halt wieder mal entscheidend:
Biden-Administration blockierte (NATO-Erweiterung als „Freiheitssymbol"), Kongress-Hardliner (McCain-Nachfolge) pushten Waffenlieferungen.
Ohne US-Veto: Europäische Lösung wäre denkbar gewesen 2021 (Istanbul-Verhandlungen).
„Die koennen es nicht ertragen, dass es von denen unabhaengige Ex-Sowjetstaaten gibt, die selber denken koennen.“
Na ja, eine neutrale Ukraine hätten sie wohl schon ertragen, oder?
Nicht alle ehemaligen Sowjetländer haben sich der EAWU angeschlossen, damit lebt Russland.
Die Ukraine war noch die letzte Lücke in der an die russische Westgrenze verlegten NATO-Ostgrenze: Aus westlicher Sicht ist das Ende des „Kalten Krieges“ lediglich ein Verschieben des „eisernen Vorhangs“, an dem sich feindliche Armeen säbelrasselnd gegenüber stehen, nach Osten.
–
Schaut man die Sache mal global an, dann zeigt sich eine Zangenbewegung um den Komplex Russland/China: Im Westen die NATO, im Osten Australien mit „AUKUS“, Südkorea, Japan.
Die Chinesen sollten halt endlich Taiwan angreifen. Nachdem die USA das Milliardengrab Ukraine der EU ans Bein binden konnten (auch ohne formale Mitgliedschaft) wäre das aus US-Sicht fällig, denke ich.
@gelse
>>>Die Chinesen sollten halt endlich Taiwan angreifen. Nachdem die USA das Milliardengrab Ukraine der EU ans Bein binden konnten (auch ohne formale Mitgliedschaft) wäre das aus US-Sicht fällig, denke ich.<<<
Ist das jetzt Sarkasmus von Ihnen?
Das wäre dann ja eher ein Milliardengrab für die USA würde ich denken.
Natürlich auch für China.
Mal von allen möglichen Sachen in dem Zusammenhang abgesehen.
Welthandel mit Chip, seltene Erden usw.
Also doch Sarkasmus 🤔
«Ist das jetzt Sarkasmus von Ihnen?»
Sicher. Die Chinesen tun es ja nicht. Aber der US-MIK scharrt mit den Hufen, oder? Irgendwie muss das Hochrüstungszeug verbraucht werden, und in der Ukraine wird man ja wohl bald nichts mehr verschrotten können.
++ Ursprünglich hatte Russland das Interesse, die Herausbildung einer ukrainischen Nation zu verhindern, weil es dadurch an Einfluss verlieren musste. ++
Das ist nicht zutreffend, vielmehr müsste es lauten: Russland hat kein Interesse an der Herausbildung einer ukrainischen Nation, die gegen Russland & alles Russische gerichtet ist. Eine Nation, in der antirussische Ressentiments reanimiert werden & zu Hass & Hetze führen.
@mymind
>>>Das ist nicht zutreffend, vielmehr müsste es lauten: Russland hat kein Interesse an der Herausbildung einer ukrainischen Nation, die gegen Russland & alles Russische gerichtet ist. Eine Nation, in der antirussische Ressentiments reanimiert werden & zu Hass & Hetze führen.<<<
Genau so würde ich es auch formulieren.
Und das ist auch für mich das tragische an dem Krieg.
Eigentlich WAR es alles mal, ich sage es mit diesen hehren Worten, die SU eine Völkerfamilie.
Ich sehe es auch heute immernoch als Bruderkrieg. Auch wieder so ein hehres Wort.
Und es hätte alles nicht sein müssen.
Neutralität der Ukraine (à la Österreich 1955), Deeskalation Ostflanke – hätte Vertrauen aufbauen können.
Ukraine hätte eigentlich NUR gewinnen können.
Aber das wollte EU nicht.
Die wollten ALLES. Nichts HALBES.
«Das ist nicht zutreffend, vielmehr müsste es lauten: ..»
2 x Zustimmung! 🙂
***Eigentlich WAR es alles mal, ich sage es mit diesen hehren Worten, die SU eine Völkerfamilie.***
Nein. Trotzdem ist die ukrainische Geopolitik seit 1999 an Dummheit nicht zu übertreffen.
@u_S
Ja, Sie haben Recht.
Es war ein Propagandabegriff.
Aber vielleicht ein nicht so ganz schlimmer.
«Nein.»
Ich stimme zu. Mein Vater war 1982 in Cherson. Nationale Animositäten zwischen Ukrainern und Russen gab es damals schon. Die Vorurteile gingen damnals schon sehr weit. Ich war im Februar 1990 in Moskau, Minsk und Kiew. Selbst in Minsk war damals eine Mehrheit antirussisch.
Es mag sein, dass einige der Bolschewiken eine Völkerfamilie wollten. Es trifft auch zu, dass noch vor etwa zehn Jahren für einige Litauer Russisch die Lingua franca war und es bei diesen eine Verbundenheit nach Russland und Belarus gab. Aber insgesamt hat das mit der Völkerfamilie nicht geklappt.
Eine ukrainische Nation konnte sich nur durch Abgrenzung gegen das Russische bilden. Die Anfänge einer Nation sind immer – nationalistisch.
Richtig ist allerdings, dass die EU erheblichen Einfluss auf die Begrenzung dieses Nationalismus hätte ausüben können, zumindest was die Gesetzlichkeit betrifft. Davon hätten alle Seiten profitiert.
Hätte, hätte, Fahrradkette. Das ist nun alles vorbei. Aus meiner Sicht ist es aber ein Problem, dass die Politiker die Fehler nicht einmal erkennen, sie also bei nächster Gelegenheit wiederholen werden.
++Eine ukrainische Nation konnte sich nur durch Abgrenzung gegen das Russische bilden.++
1. Wieso?
2. Abgrenzung ist eine andere Stufe als Ablehnung & Hetze.
++…sie also bei nächster Gelegenheit wiederholen werden.++
In Belarus wurde das gleiche Prozedere angewandt, indem eine sog. prowestliche Opposition unterstützt wurde, die gleichzeitig antirussisch ist. Die westlichen Federführer w o l l e n das so, das Ganze ist kein Versehen oder Übersehen gewesen.
«das Ganze ist kein Versehen oder Übersehen gewesen.»
Das ist schon auch richtig. Aber der anti-russische Nationalismus war in beiden Ländern auch originär. Der Westen hat ihn gepäppelt, aber nicht erzeugt.
Mich würde interessieren, in welchen Kreisen Sie die antirussischen Ressentiments erfahren haben. Ich habe andere Wahrnehmungen gehört, insbesondere was Belarus betrifft, d.h. es gab schon anti-russische Strömungen, die waren aber alles andere als mehrheitsfähig.
In den 1990ern wurde hierzulande auch viel von den Ressentiments unter den Jugoslawen gesprochen. Das war Bullshit, der von kleinen radikalen Gruppen verbreitet wurde. Diese konnten sich allerdings im Endeffekt durchsetzen & dies gelang nur durch die westliche Unterstützung.
«und die Sicherheitslage der Donbass-Republiken so weit zu verbessern, dass dort ein wirtschaftlicher Aufschwung zu erreichen war und diese nicht länger am russischen Tropf hängen würden.»
Hat ja wunderbar geklappt oder war das überhaupt ein Ziel? Seit 2014 durch Russland ausgeplündert und heute eine Ruine.
«und in diesem Zug auch die Trinkwasserversorgung der Krim aus dem Dnjepr über einen Kanal wiederherzustellen, …»
Hat ja auch wunderbar geklappt, vorallem nach der Staudammsprengung durch Russland hat die Krim bis heute kein Wasser. In Donezk sieht es auch nicht besser aus. Wasser alle 3 Tage. Aber Russland hatte ja nur Gutes im Sinne.
«Seit Dezember 2024 steuern die russischen Streitkräfte Frontdrohnen hauptsächlich über Glasfaserkabel…»
Das ist ein Märchen.
Ja ansonsten, wie geht es den Menschen in Donezk ganz ohne Beschuss? In Belgorod soll es ja auch etwas kälter geworden sein. Ukrainische Drohnen greifen erfolgreich Ziele tief in Russland an. Eine überlastete russische Flugabwehr? Wie geht es der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim? Hätte man mal lieber die Nato auf die Krim gelassen. Russland hätte heute weniger Probleme.
Bei aller Pseudoobjektivität ist die Botschaft klar. Wir sollen alle fest daran glauben, dass Russland nicht besiegt werden kann.
«Wir sollen alle fest daran glauben, dass Russland nicht besiegt werden kann.»
Es wird wohl nur eine Beendigung des Krieges derart geben, wo beide Seiten ohne den sogenannten ‚Gesichtsverlust‘ aus der Sache herauskommen.
Und das scheint beiden Seiten hinreichend dafür, weiter zu kämpfen und noch mehr Menschen in den Tod zu schicken!
Es soll ja jene geben, denen das als hinreichend erscheint. Ich bezeichne das aber als äußerst verantwortungslos! Auch diejenigen, die das Recht auf ihrer Seite haben, sind da nicht außen vor.
Das hunderttausende Ukrainer ihr Zuhause verlieren sollen, bezeichnen Sie als Gesichtsverlust?
«Gesichtsverlust?»
Sie leben dann wenigstens noch und das zählt allemal mehr!
Außerdem ist ‚Zuhause verlieren‘ mit Fragezeichen zu versehen, da das wohl auf die Umstände ankommt, also ob man davon betroffen ist oder nicht. Und das kann individuell völlig verschieden ausfallen.
Im Übrigen haben viele jüngere Ukrainer (Familien) schon längst die Entscheidung getroffen und bauen ihre Zukunft woanders auf. Logisch nun, welche Teile der Bevölkerung es vor allem betrifft.
Und jene trifft man auch bei uns im Alltag des westlichsten Teils D. in der Eifel und nicht nur beim Einkaufen, sondern auch in diversen Beschäftigungsverhältnissen.
Je länger also der Krieg dauert, desto schlechter die Perspektive für die Ukraine. Es gibt folglich mehr zu berücksichtigen, als binäre Ansichten zu vertreten.
«Es wird wohl nur eine Beendigung des Krieges derart geben, wo beide Seiten ohne den sogenannten ‚Gesichtsverlust‘ aus der Sache herauskommen.»
Da gebe ich @nera recht, wenn Putin das wollte, könnt er jetz einen Frieden machen, der de facto ein Siegfrieden wäre, aber einen völligen Gesichtsverlust der ukrainischen Führung vermeiden würde.
Genau das will P aber nicht. Er will diesen totalen Gesichtsverlust und auch das aus politisch-strategischen Gründen. Aus meiner Sicht kann die ukrainische Führung nur noch zwischen diesem Gesichtsverlust und einem Zusammenbruch wählen. Sie kann diese Wahl zwischen zwei Uebeln noch ein paar Monate hinauszögern, aber am Ende wird es wohl darauf hinauslaufen.
Die gesichstwahrende Lösung für die Ukraine war bis zum Gesichtsverlust Putins durch die erfolgreiche ukrainische Gegenoffensive im Herbst 2022 möglich. Danach nicht mehr.
|| «Seit Dezember 2024 steuern die russischen Streitkräfte Frontdrohnen hauptsächlich über Glasfaserkabel…»
Das ist ein Märchen. ||
Muttu gucke hier. Oder hier. Oder auch auch hier.
Wenn Sie einen aktuellen Fachartikel suchen, dann hier.
Ist eigentlich heutzutage militärische Allgemeinbildung. Ueber das Thema wurde viel mehr berichtet als ich hier verlinken kann.
Manchmal kann man übrigens auch dem Feind glauben.
Ich habe in keinem ihrer Links einen Hinweis darauf gefunden, dass Russland hauptsächlich Glasfaserdrohnen einsetzt, so wie Sie behaupten.
Analysten gehen von einem Anteil von 10% aus.
https://laender-analysen.de/ukraine-analysen/321/drohnenkrieg-ukraine-high-tech-fpv-ki-drohnen/
«Manchmal kann man übrigens auch dem Feind glauben.»
In dem Link wird von der weitverbreitesten Drohne in der Nische gesprochen. Also nicht mal ihr Freund bestätigt Sie.
Es bleibt also ein Märchen.
Ihre Analyse zitiert eine Schätzung des Insider von Ende 2024, die sich auf die Drohnen beider kriegsführenden Seiten bezieht, also auch der Ukraine und dann eben auf die Vergangenheit des Zeitpunkts, von dem ich geredet habe. Lesen Sie doch einfach noch einmal den Text, den Sie da zitieren.
«In dem Link wird von der weitverbreitesten Drohne in der Nische gesprochen.»
Lesen Sie auch diesen Text noch einmal. Sie werden darin die Worte «zehntausende Drohnen» finden. Da bin ich mir ganz sicher.
«Sie werden darin die Worte «zehntausende Drohnen» finden.»
Hä und nu? Bei monatlich über 50000 Drohnen sind zehntausende Glasfaserdrohnen (monatlich oder jährlich?) immer noch nicht die Mehrheit.
Die totalen russischen Verluste an taktisch-operativen Drohnen über den gesamten Krieg seit 24. 2. 2022 betragen laut einem Bericht des ukrainischen Generalstabs vom 5. Februar 2026 125’920.
>>Europa braucht jetzt den Mut zum Frieden _
Ein Mahnruf zum 4. Jahrestag des Ukrainekrieges<>DEN KRIEG MIT EINEM VERHANDLUNGSFRIEDEN BEENDEN
Ein Vorschlag als Grundlage für die Aufnahme von Verhandlungen<>Offener Briefan Kaja Kallas & Roberta Metsola<< von Michael v.d. Schulenburg
chrome-extension://efaidnbmnnnibpcajpcglclefindmkaj/https://michael-von-der-schulenburg.com/wp-content/uploads/BRIEF-AN-KAJA-KALLAS-de.pdf
Shit happens, nochmal das Ganze
| Europa braucht jetzt den Mut zum Frieden _
Ein Mahnruf zum 4. Jahrestag des Ukrainekrieges| von Harald Kujat & Michael v.d. Schulenburg
michael-von-der-schulenburg.com/wp-content/uploads/Europa-braucht-Mut-zum-Frieden-FIN.pdf
| DEN KRIEG MIT EINEM VERHANDLUNGSFRIEDEN BEENDEN
Ein Vorschlag als Grundlage für die Aufnahme von Verhandlungen | von Peter Brand, Hajo Funke, Johannes Glotz, Harald Kujat, M.v.d. Schulenburg & Horst Teltschik
https://bsw-vg.de/den-krieg-mit-einem-verhandlungsfrieden-beenden/
| Offener Brief an Kaja Kallas & Roberta Metsola | von Michael v.d. Schulenburg
https://michael-von-der-schulenburg.com/zum-vierten-jahrestag-des-krieges-in-der-ukraine/
Als Ersatz zum 1. Nicht-Link
https://michael-von-der-schulenburg.com/europa-braucht-jetzt-den-mut-zum-frieden/
Danke und als Ergänzung noch:
https://bsw-ep.eu/wp-content/uploads/Nie-wieder-Krieg-Die-Charta-der-Vereinten-Nationen_A5.pdf
Von der Seite: https://bsw-ep.eu/
@mymind
Danke für den Link.
Ich habe gerade den neuesten von Petra Erler bekommen:
https://petraerler.substack.com/p/achtung-achtung-hier-spricht-berlin
Achtung. Achtung. Hier spricht Berlin: Vorsicht vor Putins Agenten, Nowitschok und anderen Giften. Fröschen auch. Die Ukraine wird siegen!
Ich habe den Vorschlag durchgelesen und glaube kaum, dass Russland ihn akzeptieren würde. Er ist aber sinnvoller als alles, was ich bisher an Vorschlägen von westlicher Seite gesehen habe.
Wenn sich die EU-Staaten und die Ukraine entschliessen könnten, für diesen Vorschlag die Unterstützung der USA zu suchen und wenn dann dieser Vorschlag Russland vorgelegt würde und Russland ihn ablehnt, wäre zumindest das Argument der russischen Sicherheitsinteressen abgefräumt (denn diesen wird in dem Vorschlag Rechnung getragen). Und das hätte dann nichts gekostet.
Sollte Russland wider Erwarten auf dieses Angebot einsteigen, mindestens als Verhandlungsbasis, wäre viel gewonnen.
@izi
Achtung. Achtung. Hier spricht Berlin: Vorsicht vor Putins Agenten, Nowitschok und anderen Giften. Fröschen auch. Die Ukraine wird siegen!
https://petraerler.substack.com/p/achtung-achtung-hier-spricht-berlin
Ist für meine Begriffe alles sehr gut zusammengefasst.
Aber mal sehen, was Sie sagen…
Liest sich ganz amüsant, macht aber letztlich die Aussage: Nichts Genaues weiss man nicht.
Das trifft natürlich zu, ergibt sich aber eigentlich schon dadurch, dass die Gewebeproben auf dem Weg über eine interessierte Seite in die Labore kamen.
Als Chemiker muss ich sagen, dass die Evidenz zu Langzeitfolgen von Nowitschok nicht so klar ist, wie Petra Erler es darstellt. Der zitierte Artikel der tschechischen Autoren untersucht nur die akute Behandlung, nicht Langzeitfolgen.
«Nichts Genaues weiss man nicht.»
Da haben Sie unbedingt Recht! Ist aber auch nur anti-westliche Puten-Propaganda fuer Leute, die darauf stehen.
Haben Sie das Geschwurbel etwa bis zu Ende gelesen? Weil, Sie wissen schon: Das Leben ist zu kurz…🤣
Wie schon gesagt finde ich es amüsanter geschrieben als das, wo ich nach ein paar Sätzen aufhöre. Unterhaltung ist auch etwas wert.
Man glaubt es nicht, aber erinnert an ein Puppentheater. Man sieht ’nur‘ zwei Personen (wahrscheinlich) Sicherheitspersonal am Eingangsbereich und im Hintergrund?. Mir ging da jedenfalls so einiges durch den Kopf.
Ab Minute 41:20 reicht völlig aus:
https://www.zdf.de/play/dokus/zdfzeit-106/putins-schattenmaenner-100?q=putins+schattenm%C3%A4nner
Man ist beim ZDF doch schon immer zufrieden, wenn die Bildsequenzen kein Wasserzeichen von «Sora» haben. 😉
«Sora»
Echt jetzt, der Gedanke kam mir auch kurz auf. 🙂
@ pleifel
Nee. lassen Sie sich da mal nichts einreden. Der will Sie doch nur ver*rsch*n.
Vertrauen Sie mir. Ich glaube, dass es stimmt. Sie sollten sich eben nicht immer nur die junge Welt oder andere Putin-Propaganda reinziehen.
Dann wird der Blick auch wieder klarer 😆
Ja, ich sollte mir wohl auch wieder einen Fernseher anschaffen. Damit das Denken von den verzweigten wurzeligen Waldwegen endlich auf die Betonpiste kommt.
Wiiliam Blake sagt dazu: «Improvement makes straight roads, but the crooked roads without Improvement, are roads of Genius.» (Verbesserung macht gerade Straßen, aber die krummen Straßen ohne Verbesserung sind Straßen des Genies)
Hab mal hineingeschaut, abschnittsweise. Eine rasche Abfolge von sehr kurzen Filmsequenzen, zapzapzapzapzap… Zuschauer werden im Eiltempo durchgetrieben.
Was soll damit erreicht werden?
«Was soll damit erreicht werden?»
Normalerweise macht man so etwas, wenn man will, dass die Zuschauer nicht nachdenken können.
@pleifel
>>>Man glaubt es nicht, aber erinnert an ein Puppentheater. Man sieht ’nur‘ zwei Personen (wahrscheinlich) Sicherheitspersonal am Eingangsbereich und im Hintergrund?.<<<
Ich habe nun 3 mal ab der Minute 41.20 geschaut, was haben Sie denn gesehen?
Was wohl!
Eine Arroganz, wie er den Sicherheitsrat derart vorführen kann, ohne offensichtlich irgendwelche Risiken darin zu sehen.
Jedenfalls kann von ‚Beratung‘ keine Rede sein, wenn man diesen Vorgaben zu folgen hat.
@pleifel
mit der Beschreibung:»Man sieht ’nur‘ zwei Personen (wahrscheinlich) Sicherheitspersonal am Eingangsbereich und im Hintergrund?» haben Sie, zumindest nicht mich, auf das geführt, was Sie dann meinten.
Ich habe nach ZWEI Personen geschaut, wo dann im HINTERGRUND irgendwas wäre.
Da haben Sie mir geschickt mind. 15 min. Lebenszeit gestohlen.
Gerade weil Sie sich sonst etwas präziser ausdrücken, habe ich ja sozusagen den ominösen Mann im HINTERGRUND gesucht.
Das was Sie meinten, war ja nun offensichtlich.
>>>Jedenfalls kann von ‚Beratung‘ keine Rede sein, wenn man diesen Vorgaben zu folgen hat.<<<
Ich sage Ihnen jetzt, was ich aus der Minute 41 ff sehe:
Einen zumindest genervt aussehenden Putin, der von dem Mann eine KLARE Antwort will.
Von mir aus können Sie sagen, dejenige wäre jetzt dazu mehr oder weniger GEZWUNGEN worden.
Perplexity sagt:
"Der Sicherheitsrat organisiert und bündelt die sicherheitspolitische Elite, bereitet Strategien und Gesetze vor und koordiniert Konflikte – die finale Entscheidungsmacht hat jedoch klar der Präsident, der das Gremium kontrolliert und die entscheidenden Weichen in kleiner Runde stellt."
Man könnte also sagen: Am Ende entscheidet Putin.
Das hätte ich Ihnen aber auch ohne das Video sagen können 🤣
Oder was hatten Sie gedacht?
@ Oberst
Nun ja, was man nicht sehen will, sieht man auch nicht.
Nennt sich – glaube – wegschauen 😆
@nera
ich habe keine Lust, alles noch mal zu schreiben.😋
Deshalb nur das:
https://blog-samstagern.ch/2026/02/22/ein-verlorenes-jahr/#comment-30950
auch als Antwort an Sie.
Da die Diskussion unter dem Beitrag «Bereitschaftssiedlung» vom 21.02.2026 schon abgeschlossen zu sein scheint, noch ein Kommentar an dieser Stelle. Er verdient es aus meiner Sicht einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden. In der neu erschienenen Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung gibt es die Rubrik Open Source, wo man eigene Beiträge einreichen kann.
https://ostdeutscheallgemeine.com/category/open-source
Meine Fahrradtouren führen mich immer wieder in diese Gegend, 2023 auch durch Zschornegosda. Hier ein paar fotografische Eindrücke von der Tour zwischen Ruhland und Elsterwerda (An- und Abfahrt von und nach Dresden mit der Regionalbahn).
https://photos.app.goo.gl/6iuWvDTMiUigFhwX9
Hallo Grenzpunkt Null 🙂
Eigentlich wollte ich mich nicht mehr an solchen Diskussionen beteiligen. Einer meiner Hochschullehrer an der TU Dresden pflegte sie als «Der Kampf der Neger im Tunnel» zu bezeichnen. Der Blogautor verfügt über die Fähigkeit zur Analyse. Doch auch diese Fähigkeit kann bei eingeschränktem Blickwinkel und sehr unvollständigem Wissen nicht sehr weit führen. Die wirklichen Stärken des Autors liegen auf dem Gebiet der Natur- und Ingenieurwissenschaft.
Seit 2022 veröffentlicht ein ehemaliger hoher britischer Staatsbeamter wöchentlich unter dem Motto «Der Versuch, die Welt zu verstehen» Essays, in denen er seine Sicht auf aktuelle Probleme der Weltpolitik beschreibt. In seinem aktiven Dienst war er an vielen internationalen Verhandlungen beteiligt. Trotzdem betont er immer wieder, dass er nur über solchen Probleme schreibt, die er durch seine Erfahrung wirklich einschätzen kann.
Natürlich spielte der Ukrainekonflikt öfter eine Rolle, so auch in seinem aktuellen Essay «Rückwärts denken».
[aurelien2022.substack.com/p/thinking-backwards]
Die Texte sind alle in englischer Sprache auf Substack zu finden. Hier die beiden ersten Abschnitte (übersetzt mit Google-Translator).
«Ich hatte gehofft, einen weiteren Aufsatz über den Ukraine-Krieg und seine Folgen vermeiden zu können, doch der Unsinn, der von der jüngsten Münchner Sicherheitskonferenz ausging, und das entmutigende Niveau der sogenannten Kommentare dazu lassen mich vermuten, dass der Westen die Lage selbst jetzt noch nicht begriffen hat. Ich meine damit nicht nur die Idee, Russland könnte „verlieren“, denn schließlich kann man, wenn man unrealistische, fiktive Siegbedingungen erfindet und diese den Russen symbolisch aufzwingt, immer noch behaupten, sie hätten „verloren“. Und tatsächlich diente der vierte Jahrestag des Krieges in den letzten Tagen als Vorwand für viele dieser unqualifizierten und uninformierten Analysen. Letztendlich wird die unvermeidliche Behauptung „Sie haben gewonnen, aber zu einem zu hohen Preis“ natürlich logisch unmöglich zu widerlegen sein, solange man die Definition der Wörter „hoch“ und „zu einem zu hohen Preis“ kontrollieren kann.
Nein, ich meine hier ein Problem der Unwissenheit, verbunden mit einem Problem des inkohärenten Denkens. Ich habe beides bereits angesprochen, im Rahmen meiner Argumentation, dass die Niederlage des Westens ebenso sehr eine intellektuelle wie jede andere ist. Betrachten wir also zunächst das Problem der Unwissenheit und unterscheiden wir dabei zwischen der Weigerung , eine Niederlage anzuerkennen – die im Wesentlichen politisch motiviert ist – und der Unfähigkeit, eine Niederlage zu verstehen – was ein intellektuelles Versagen darstellt. In beiden Fällen beginnt der Denkprozess am Ende, mit vorgefassten Schlussfolgerungen, und arbeitet sich vorwärts, indem man ziellos nach Beweisen sucht, die die vorgegebenen Schlussfolgerungen stützen. Beginnen wir mit dem ersten Punkt.»
Den ganzen Essay im PDF-Format habe ich zusammen mit denen der vergangenen Jahre (im epub-Format) in meiner Dropbox abgelegt.
[https://www.dropbox.com/scl/fo/avwzakdq5rpkqy10gimrj/AHpKAvO_0uQ5aJfqlPugvh4?rlkey=veo0e5drjaxvk1ha8ecavjl65&st=ysbcruhq&dl=0]
«Der Blogautor verfügt über die Fähigkeit zur Analyse. Doch auch diese Fähigkeit kann bei eingeschränktem Blickwinkel und sehr unvollständigem Wissen nicht sehr weit führen.»
Eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.
Jeder einzelne Mensch hat zu so komplexen Fragen wie dem Ukraine-Konflikt ein sehr unvollständiges Wissen. Das kann gar nicht anders sein, denn es spielen militärische, wirtschaftliche, geostrategische, psychologische und die innenpolitischen Gegebenheiten mehrerer Länder eine Rolle.
Das ist ein ganz allgemeines Problem der Publizistik (und des Managements und der Politik): Diese Jobs können nur von Generalisten erledigt werden, die von den verschiedensten Aspekten etwas wissen – und die Fähigkeit zur Analyse haben.
Wenn Sie meinen, dass ich einen eingeschränkten Blickwinkel habe, müssen Sie schon konkreter werden. Welche relevanten Aspekte liegen denn ausserhalb meines Blickwinkels?
«sehr unvollständigem Wissen»
Sollte eine ehemalige deutsche Aussenministerin und jetzige Präsidentin der UN-Generalversammlung nicht auch wissen, ob Grönland innerhalb der EU-Grenzen liegt?
«aurelien2022.substack.com/p/thinking-backwards»
Halten Sie das wirklich für eine Analyse?
Schon Sun Tsu hat argumentiert, dass man Abnutzungskriege wo immer möglich vermeidet. Aurelien argumentiert mit dem 1. Weltkrieg; den 2. Weltkrieg lässt er wohlweislich aus. Im 2.Weltkrieg war die Idee des Angreifers, einen Abnutzungskrieg zu vermeiden (Blitzkriegsstrategie). Der Angreifer ist daran gescheitert, dass diese Idee gegen England nicht umgesetzt werden konnte und gegen Russland im Dezember 1941 versagte.
Es ist aus meiner Sicht offensichtlich, dass Russland im Fall des Ukraine-Kriegs ursprünglich keinen Abnutzungskrieg geplant hatte. Die Annahme war, mit der Truppenstärke der Drohkulisse siegen zu können und diese Annahme hat Putin erst revidiert, als die Ukraine im September 2022 eine erfolgreiche Gegenoffensive durchführte. Russland ist zum Abnutzungskrieg übergegangen, weil die russischen Streitkräfte ab dem Sommer 2022 nicht mehr die Ueberlegenheit hatten, die es für weiträumige Manöver braucht.
Das eigentliche Problem mit diesem Essay aus meiner Sicht is aber, dass Aurelien sichtlich «Schaum vor dem Mund» hat. Das ist immer eine Schwäche.
Und woher wissen Sie eigentlich, was genau Aurelien früher wirklich getan hat? DeepSeek, dazu befragt, antwortet kühl:
«Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Aurelien2022“ sich als ehemaliger britischer Beamter mit umfangreicher internationaler Erfahrung präsentiert, es jedoch keine öffentlich zugänglichen Belege gibt, die dies bestätigen. Seine Identität und sein Hintergrund bleiben eine Frage seiner eigenen Behauptung.
Wenn Sie erwägen, seine Arbeit als Quelle zu verwenden, sollten Sie sie am besten als Analyse eines informierten, aber anonymen Kommentators betrachten und nicht als die eines verifizierten Experten. Die letztendliche Zuverlässigkeit seiner Erkenntnisse muss allein anhand der Stärke seiner Argumente und Beweise beurteilt werden.»
>>Wenn Sie meinen, dass ich einen eingeschränkten Blickwinkel habe, müssen Sie schon konkreter werden. Welche relevanten Aspekte liegen denn ausserhalb meines Blickwinkels?<<
Es ist löblich, dass Sie von Interessen ausgehen wollen. Aber nach welchen Interessen handeln die Konfliktparteien?
• Der Aspekt des Abnutzungskrieges kommt in Ihrer Analyse überhaupt nicht vor. Schon Clausewitz hat das als wesentlich erachtet.
• Was lässt Sie die von Ihnen aufgeführten Interessen der Konfliktparteien als wesentlich erscheinen? Was wissen Sie eigentlich wirklich über deren Interessen? Sind Ihre Informationen nicht nur vermittelt?
• Sind die von Ihnen angeführten Konfliktparteien in sich monolithisch? Gibt es innerhalb der Blöcke keine widerstreitenden Parteien?
• Sind die Konfliktparteien rational handelnd? Sind sie es in unterschiedlichem Ausmaß? Was wissen Sie woher darüber? Gerade rational agierende Menschen sind gegenüber irrational Handelnden im Nachteil.
• Sind ihre Quellen wirklich zuverlässig? Welche eigenen Erfahrungen können Sie einbringen?
«Der Aspekt des Abnutzungskrieges kommt in Ihrer Analyse überhaupt nicht vor. Schon Clausewitz hat das als wesentlich erachtet.»
Das trifft nicht zu. Wenn ich zum Beispiel schreibe: «Das Kräfteverhältnis hatte aus Sicht der Ukraine einen Trend zur Verschlechterung.» berühre ich die Frage des Abnutzungskriegs. Allgemein ist die Frage der Verluste im Vergleich zum Mobilisierungspotential die Kernfrage des Abnutzungskriegs in diesem Fall.
«Was lässt Sie die von Ihnen aufgeführten Interessen der Konfliktparteien als wesentlich erscheinen?»
Dass zum Beispiel Russland ein wesentliches Interesse daran hat, dass die Ukraine nicht NATO-Mitglied wird, scheint mir auf der Hand zu liegen. Dass die Ukraine ihr Territorium zurück erhalten möchte, auch.
«Sind Ihre Informationen nicht nur vermittelt?»
Das ist eine zutiefst philosophische Frage 😉 Wessen Informationen wären das nicht?
«Sind die von Ihnen angeführten Konfliktparteien in sich monolithisch»
Keiner der Blöcke ist monolithisch. Das sollte eigentlich Allgemeinwissen sein. Selbst in der Ukraine gehen die Meinungen auseinander. Ganz am Anfang der Interessenanalyse sage ich ganz klar, was ich betrachte: «Ich spreche hier über die Interessen von Regierungen, die nicht notwendig mit denjenigen der Bevölkerungen übereinstimmen.» Dieser Aspekt ist wesentlich, weil die Regierungen (solange sie an der Macht bleiben), die Entscheidungen treffen.
«Sind die Konfliktparteien rational handelnd?»
Sicher nicht. Einige meiner Leser werden wissen, dass ich die ganze politikiwissenschaftliche Strömung der «rational choice» für intellektuell unhaltbar halte. Es ist gut abgesichert, dass Menschen nicht (rein) rational entscheiden. Daraus folgt aber nicht, dass man die irrationalen Beweggründe nicht analysieren sollte.
«Gerade rational agierende Menschen sind gegenüber irrational Handelnden im Nachteil.»
Nein. Die beste Strategie ist, rational zu handeln und dabei irrational zu erscheinen.
«Sind ihre Quellen wirklich zuverlässig?»
Mein Prinzip ist, Information hauptsächlich aus Quellen der Seite zu übernehmen, für welche diese Information ungünstig ist. Diese Methode ist nicht unfehlbar – aber sie ist deutlich besser als das, was die meisten Publizisten (und einige Analysten) tun.
«Welche eigenen Erfahrungen können Sie einbringen?»
Das Jahr des Feuerpferdes kehrt gerade wieder. Mit anderen Worten, ich bin schon eine Weile hier.
«Mein Prinzip ist, Information hauptsächlich aus Quellen der Seite zu übernehmen, für welche diese Information ungünstig ist.»
Dazu ein Beispiel. Ich verfüge über die Information, dass es Russland gelungen sei, Geran-Drohnen (Weiterentwicklung der iranischen Shahed-Billigdrohne) mit Luft-Luft-Raketen auszurüsten und damit in mindestens einem Fall einen ukrainischen Kampfhubschrauber abzuschiessen, der einen Geran-Schwarm bekämpfen sollte.
Diese Information ist allerdings von southfront.press, einer anti-westlichen Propagandaseite, die vermutlich von Russland betrieben wird. Ich habe diese Information daher bis jetzt nicht verwendet und halte sie auch weiterhin für unsicher.
Ihre Antworten sind nichts anderes als Allgemeinplätze. Das ist sehr schade, weil Sie sich damit selbst beschädigen. Treten Sie einfach mal einen Schritt zurück und überdenken Sie Ihren Text noch einmal gründlich. Legen Sie einen beliebigen Text von z. B. Aurelien daneben. Oder schauen Sie einmal bei Big Serge rein, bevor Sie die nächste Antwort schreiben.
(https://substack.com/home/post/p-170719682)
Was würden Sie eigentlich davon halten, wenn ein noch so engagierter Laie Ihr wissenschaftliches Fachgebiet in einem Blogbeitrag versucht zu erklären? Welche Tiefe würden Sie erwarten? Es gibt so viele andere Probleme, zu denen Sie eine wirkliche Expertise besitzen.
Im Netz veröffentlichen viel zu viele Menschen Dinge, von denen sie nur oberflächliche Kenntnis haben. Also sollten wir nicht dem Rat an den deutschen Schuster folgen?
@ GP0
«Ich bin Aurélien und habe diesen Newsletter ins Leben gerufen, weil wir uns an einem Wendepunkt der Weltgeschichte befinden und ich dachte, ich könnte etwas Nützliches beitragen. Nach einer langen beruflichen Laufbahn im Staatsdienst, vor und nach dem Kalten Krieg und in vielen Teilen der Welt, habe ich genug Orte gesehen, genug Menschen kennengelernt und genug erlebt, um eine Vorstellung davon zu haben, wie die Dinge im wirklichen Leben funktionieren. Seitdem habe ich viel Zeit mit Lehren und Schreiben verbracht, hauptsächlich für ein akademisches und professionelles Publikum.»
Und das qualifiziert ihn – Ihrer Meinung nach – dann schon zum grossen Welterklaerer?
PS: Noch so ein Verfechter, der das Recht des Staerkeren propagiert.
Okay, ich hoffe auf ein Wunder. Denn in so einer Welt moechte ich nicht leben. Und sei es auch nur noch ein Augenblick.
(Und auch GJ wird wissen, was er tut.)
Korrekt:
Und sei es auch nur einen Augenblick.
Es geht im obigen Blog um den Ukrainekonflikt. In Bezug darauf ist Aurelien fraglos qualifiziert, da er auf eine lange Erfahrung als Akteur in der internationalen Politik zurückblicken kann. Ob man selbst alles richtig findet, was er schreibt, sollte jeder selbst herausfinden. Jedenfalls ist er sich bewusst, dass internationale Konflikte immer komplex und kompliziert sind.
Woher Sie die Einschätzung haben, dass er für das Recht des Stärkeren eintritt, ist mir schleierhaft. Vielleicht können Sie das mit einigen Zitaten belegen.
Ob jemand weiß, was er tut, und es ob es sinnvoll ist, ist zweierlei.
«Ihre Antworten sind nichts anderes als Allgemeinplätze.»
und
«Jedenfalls ist er sich bewusst, dass internationale Konflikte immer komplex und kompliziert sind.»
Ich beschränke mich mal darauf.
Das ist zum einen ein bemerkenswerter Vorwurf, vor allem, wenn Sie selbst ohne ein einziges konkretes Beispiel auskommen.
Welche Aussage genau soll ein Allgemeinplatz sein? Dass internationale Konflikte komplex sind? Dass Informationen vermittelt sind? Oder dass Regierungen nicht mit Bevölkerungen identisch sind? Falls das Allgemeinplätze sind, dann wohl deshalb, weil das auch ‚Allgemeinplätze‘ sind!
Statt eine konkrete inhaltliche Gegenposition zu formulieren, machen Sie eine Kaskade sehr weit gefasster Fragen zu Rationalität, innerer Geschlossenheit, Quellenlage und persönlicher Erfahrung auf.
Dadurch verschiebt sich die Diskussion von der Sachebene auf eine Metaebene, auf der jede Analyse prinzipiell angreifbar wird. In der Tradition von Arthur Schopenhauer würde man das als einen klassischen Zug der Eristischen Dialektik bezeichnen: nicht, um zu widerlegen, sondern um die Voraussetzungen des Gegenübers insgesamt in Zweifel zu ziehen.
Bemerkenswert ist auch die Asymmetrie bei der Expertise: Ein anonymer Autor gilt als qualifiziert, weil er seine eigene Biographie präsentiert und sobald jemand 60 Jahre Staatsdienst reklamiert, scheint die kritische Vernunft in den Ruhestand zu gehen.
Zugleich legen Sie hier Maßstäbe an, die faktisch jede publizistische Analyse disqualifizieren würden.
Wenn aus Ihrer Sicht also wesentliche Aspekte fehlen, wäre es aufschlussreich, diese konkret zu benennen und argumentativ zu entfalten/vertiefen.
Der Hinweis, dass alles komplex und Wissen unvollständig sei, ist selbst ein Allgemeinplatz und ersetzt keine inhaltliche Auseinandersetzung.
Der Blog ist vom August letzten Jahres. Was ist denn ein halbes Jahr später von den Vorhersagen ihres Gurus eingetroffen?
Nach ihrem Guru scheint ja nur die Ukraine Probleme zu haben, während die glorreiche russische Armee ständig voranschreitet.
Da kann ich auch originale russische Propaganda lesen.
«Der Blog ist vom August letzten Jahres.»
@Petro, ich glaube, es ging jetzt nicht um Big Serge. Es sei denn… 😉
Danke für den Hinweis. Da hatte ich mich wohl in den Tabs verheddert. Aber das Ergebnis ist irgendwie dasselbe.
«ob es sinnvoll ist»
Definieren Sie «sinnvoll» auf dem Gebiet der Publizistik. Ich bin wirklich gespannt.
@ GP
«Es geht im obigen Blog um den Ukrainekonflikt. In Bezug darauf ist Aurelien fraglos qualifiziert, da er auf eine lange Erfahrung als Akteur in der internationalen Politik zurückblicken kann.»
Mir scheint, Sie wissen mehr ueber diesen anonymen Militaerexperten als ich 😆
Koennen Sie bitte mal einen Link hier einfuegen von seiner Vita? Mir ist nicht ganz klar, wer er ist und auf was er eigentlich hinaus will. (Soll sich der Westen auf einen Abnutzungskrieg gegen Russland vorbereiten?)
Und warum er fuer den Ukrainekonflikt (Ich wuerde ja sagen Krieg gegen die Ukraine.) qualifiziert ist, muesste sich ja dann schlussfolgern lassen.
Vielleicht auch von Big Serge, falls es sich nicht um den Selben handelt.
Im Uebrigen sollen die Beitraege hier auch fuer weniger Gebildete verstaendlich sein. Nicht nur fuer Fachpublikum. Ob man dann der gleichen Meinung ist, ist wieder eine andere Sache.
«Mir scheint, Sie wissen mehr ueber diesen anonymen Militaerexperten als ich.»
Ich glaube, der ist nach ‚Diktat‘ verreist. 🙂
«Und auch GJ wird wissen, was er tut.»
Da bin ich nicht immer so sicher 😉
Ernsthaft: Leute, die immer glauben zu wissen, was sie tun, sind – gefährlich.
«Da bin ich nicht immer so sicher.»
Stimmt. Und das ist auch gut so ☺️
Hallo vorab 🙂
Sie sind da zu streng. Blog-samstagern.de ist kein Medium mit dem Anspruch, vollständiges Wissen zum Ukrainekrieg zu vermitteln (ich wüsste auch nicht, wo es dieses gibt). Wir haben hier die Möglichkeit zu diskutieren, unsere Einschätzungen darzulegen & Informationen zu teilen. Dabei können wir nur die Informationen nutzen, die öffentlich zugänglich sind (außer jemand kennt jemanden, der …) & die muss man dann auch noch finden. Sie sind meistens natürlich nicht vollständig, daher kann man als Interessierter die ganzen Informationen lediglich kombinieren & daraus plausible Rückschlüsse ziehen. Damit kann man richtig liegen oder auch nicht & darüber kann man dann auch streiten.
++ Im Netz veröffentlichen viel zu viele Menschen Dinge, von denen sie nur oberflächliche Kenntnis haben. ++
Das ist nicht nur im Netz so, wenn man mehr Hintergrundwissen hat als andere, kann das total nerven. Aber das hier ist kein Forum, in dem einer behauptet, dass die Dinge so & so sind & nicht anders (zumindest die wenigsten). Daher finde ich Ihre Einwände nicht nachvollziehbar. Diskutieren Sie doch besser mit & weisen darauf hin, welcher Argumente oder Belege Ihrer Meinung falsch oder unvollständig sind.
«Ihre Antworten sind nichts anderes als Allgemeinplätze.»
Diesen Blumenstrauss muss ich Ihnen leider gerade zurückgeben. Wie soll ich auf Ihre Allgemeinplätze anders antworten als mit Allgemeinplätzen??
Sie haben ja nichts Konkretes kritisiert.
«Was würden Sie eigentlich davon halten, wenn ein noch so engagierter Laie Ihr wissenschaftliches Fachgebiet in einem Blogbeitrag versucht zu erklären?»
Wenn etwas offensichtlich falsch wäre, würde ich darauf hinweisen. Ansonsten wäre ich eher positiv gestimmt und würde daraus auch etwas lernen, nämlich auf welcher Ebene Laien diese Dinge verstehen. Ich halte ja bisweeilen auch Vorträge für Laien und habe auch schon mit Wissenschaftsjournalisten zusammengearbeitet.
«Im Netz veröffentlichen viel zu viele Menschen Dinge, von denen sie nur oberflächliche Kenntnis haben.»
Es zwingt Sie jedoch niemand, diese Dinge zu lesen.
«Also sollten wir nicht dem Rat an den deutschen Schuster folgen?»
Könnte es möglicherweise sein, dass Ihnen mein Text aus einem anderen Grund nicht gefällt?
++ Mein Prinzip ist, Information hauptsächlich aus Quellen der Seite zu übernehmen, für welche diese Information ungünstig ist. ++
Das macht die Analyse nicht zwangsläufig richtiger. Nicht alle Informationen der Gegenseite sind falsch,daher gilt es, die verschiedenen Informationen gegeneinander abzuwägen.
Das filtert eine ganze Menge von Propaganda und gezielter Desinformation heraus.
«Nicht alle Informationen der Gegenseite sind falsch»
Das ist richtig. So habe ich zum Beispiel versucht, die Information über die Ausstattung von Geran-Drohnen mit Luft-Luft-Raketen gegenzurecherchieren. Ich habe (zumindest damals) keine andere Quelle gefunden. Deshalb halte ich diese Information für zu unsicher, obwohl ds nicht unplausibel ist.
Insgesamt denke ich, dass man ein besseres Gesamtbild bekommmt, wenn man hohe Ansprüche an die potentielle Zuverlässigkeit von Informationen stellt.
Manche sehen das als Mosaik oder Puzzle, wo man so viele Teile wie möglich braucht. Diese Metpaher stimmt aber nicht. Wir leben in Zeiten einer Informationsüberflutung und einer niedrigen mittleren Qualität der Information. Man erkennt mehr, wenn das Bild zwar etwas unnvollständig ist, aber dafür nicht so stark verrauscht.
Schon wieder ein Allgemeinplatz 😉
Jeder hat das Recht mit seinen Ressourcen umzugehen, wie er es für richtig hält. Für mich ist Zeit eine der Wichtigsten, deshalb habe ich wenig Lust, sie zu vergeuden. Diskussionen, wie unter den meisten Beiträgen in diesem Blog, mögen eine Weile spannend sein. Die meisten Teilnehmer hier werden das noch aus Zeiten, in denen das im dF stattfand, kennen. Einen Nutzer ödete das dann so sehr an, dass er die Initiative ergriff und anregte, eine Sammlung von Links zu guten Original-Beiträgen anzulegen. Das halte ich auch heute noch für effektiver, als mit oberflächlichem Wissen eigene Beiträge zu schreiben oder zu kommentieren, die bei den Lesern dann den Eindruck hinterlassen, dass sie jetzt viel besser informiert wären. Deshalb habe ich oben auf den neuesten Beitrag verlinkt und sogar die deutsche Übersetzung zur Verfügung gestellt. Das sind im Word 6 A4 Seiten, einzeilig beschrieben mit 0,5 cm Rand. Zusätzlich stehen dort auch alle anderen Essays. Wer will, kann sie sich reinziehen. Ich verspreche, dass man davon nicht dümmer wird. Aber wer von denen, die jetzt hier mitdiskutieren hat wenigstens den neuesten Beitrag gelesen?
Es ist ja einfacher, rumzumäkeln. Der Blogautor ist da nicht auszunehmen. Er verkündet zwar, dass er einen laienhaften Beitrag, der sein Fachgebiet betrifft, wohlwollend zur Kenntnis nehmen würde. Als Höhepunkt kommt dann aber die schon fast Hagersche Bemerkung, dass man ja «nicht mitlesen müsse». Es sind solche kleinen Spitzen wie auch die Bemerkung «nach Diktat verreist» die mich eher amüsieren aber viel über die Menschen verraten, die sie aufgeschrieben haben. Und auch die Spekulation «Könnte es möglicherweise sein, dass Ihnen mein Text aus einem anderen Grund nicht gefällt?» ist eines Blogautoren von Ihrem Format nicht würdig.
Weil ich auf das Sprichwort mit dem Schuster abgehoben habe, möchte ich noch auf den Wald und die Bäume verweisen. Ist eine politische Analyse darauf beschränkt, die Bäume zu zählen? Jemand, der sich wie Aurelien aus der Gosse nach oben gearbeitet hat und dann lange im gehobenen Staatsdienst tätig war, ist für mich eine bessere Quelle, um bestimmte politische Ereignisse einschätzen zu können, als der Blogautor. In naturwissenschaftlichen Fragen wäre es umgekehrt. Das kann man akzeptieren oder man lässt sich von der KI etwas anderes vorgeben. Ist Ihnen eigentlich in der Schweiz nicht zu Ohren gekommen, was die EU mit Bürgern macht, die sich wagen, das offizielle Narrativ zu kritisieren, selbst wenn sie nicht EU-Bürger sind? Auch solch kleine Lichter wie wir es hier sind, könnten schon auf einer Liste stehen.
Aber um zum eigentlichen Thema zurückzukommen, hier noch zwei Abschnitte aus dem Essay «Thinking Backwards». Nehmen wir doch einfach die KI ernst, wenn sie schreibt: «Die letztendliche Zuverlässigkeit seiner Erkenntnisse muss allein anhand der Stärke seiner Argumente und Beweise beurteilt werden.» Ganz ohne «Schaum vor dem Mund».
«Dabei hat der Westen, wenn man genauer darüber nachdenkt, über Generationen hinweg die Folgen von Abnutzungskriegen zu spüren bekommen. Der Vietnamkrieg war aus kommunistischer Sicht ein Abnutzungskrieg, während die USA ihn eher als konventionellen Bewegungskrieg betrachteten. Wir wissen, wer gewonnen hat und warum: Die Kommunisten zermürbten schließlich die politisch-militärischen Kapazitäten der USA, den Krieg fortzusetzen, und gingen dann zu einer konventionellen Kampagne gegen die Regierung in Saigon über. Die langen Kämpfe in Algerien, Angola und Mosambik und in gewissem Maße auch in Südafrika folgten im Wesentlichen demselben Muster. Dass westliche Experten dies nicht verstehen, erklärt die Art von Kommentaren, die man sonst nur von Fußballzuschauern kennt, wenn es um die Kämpfe in der Ukraine geht. Seht her, die Russen sind hier zehn Kilometer vorgerückt! Seht her, die Ukrainer haben dort fünf Kilometer zurückerobert! Oh, die Russen haben sie wieder zurückerobert! Solche Details können durchaus relevant sein, wenn beispielsweise eine strategisch wichtige Stadt, eine Transport- und Kommunikationsachse oder das gegenüberliegende Ufer eines großen Flusses erobert oder verloren wird. Ansonsten geht es aber um die Frage: Wie haben sich die Ergebnisse der Kämpfe auf den Abnutzungskrieg ausgewirkt? Und es scheint ihnen nie in den Sinn zu kommen, dass eine unentschiedene Schlacht oder gar ein erfolgloser Angriff akzeptabel sein könnte, wenn dadurch ukrainische Reserven von wichtigeren Gebieten abgezogen werden.»
«Die oben beschriebenen Kapazitätsentwicklungsmaßnahmen mögen im Detail komplex und technisch sein, doch ich fordere jeden heraus, zu behaupten, sie seien an sich kompliziert. Das sind sie nicht. Vielmehr hat der Westen die Gewohnheit verloren, systematisch und sachlich zu denken, vom richtigen Standpunkt aus, hin zu einem logischen Zielzustand, dessen Erreichung Zeit braucht. Aus diesem Grund erkennen wir nicht, was die Russen in der Ukraine tun, und können es auch nicht verstehen. Und aus diesem Grund werden wir, wenn kein Wunder geschieht, niemals in der Lage sein, eine vernünftige Antwort zu formulieren.»
«Es sind solche kleinen Spitzen wie auch die Bemerkung «nach Diktat verreist» die mich eher amüsieren aber viel über die Menschen verraten, die sie aufgeschrieben haben.»
Wozu so ‚kleine Spitzen‘ doch nützlich sind. Als Psychologe sollten Sie sich aber nicht gleich berufen fühlen.
Wobei bei der Länge ihrer Ausführungen durchaus noch Raum gewesen wäre, ein paar angefragte Infos/Quellen über ihren ‚werten Aurélien‘ mitzuteilen.
Aber gut, was nicht ist, kann halt nicht geliefert werden.
«und anregte, eine Sammlung von Links zu guten Original-Beiträgen anzulegen»
Ja, schaun’s, das gibt es hier doch. Ich nehme aber in der Regel keine Beiträge anonymer Blogger darin auf. Ich mag es, wenn jemand im Sinne des Presserechts verantwortlich zeichnet.
Und es geht los!!!
https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-204.html
Rauchwolken über Teheran, Explosionen auch in anderen Städten: Die USA und Israel haben Angriffe gegen Iran gestartet. Das teilten US-Präsident Trump und die israelische Regierung mit…
Das freut eine gute Bekannte von mir in Israel ganz bestimmt nicht.
Na ja, mal seh’n wie das Verstaendnis von den Friedensbewegten ist.
Es geht ja Israel auch um berechtigte Sicherheitsinteressen 😆
Das ist das Problem. Wenn das für Israel gilt, dann eben auch…
Yo – und auch umgekehrt. So legt eben jede Seite zwei Maszstaebe an. Kurz: Doppelmoral.
Nun jut, solange Sie mir zugestehen, dass ich zwischen den Stühlen sitze. Für mich sind das beides völkerrechtswidrige Angriffskriege und insofern in beiden Fällen unschuldige Zivilisten sterben und zivile Infrastruktur zerstört wird, Verbrechen.
Klar duerfen Sie sich auch gern auf den Boden setzen, wenn das fuer Sie bequemer ist.
Hauptsache Sie sehen und verstehen dabei noch was 🤣
(Sorry fuer die vielen Emojis, Smileys oder wie die Dinger heissen. Ich bin da durch den @ Oberst erst so richtig auf den Geschmack gekommen. Und jetzt bin ich schon sowas wie suechtig.)
«Und jetzt bin ich schon sowas wie suechtig»
Pech, dass Sie nicht in den USA leben. Sonst könnten Sie jetzt mit einem Streitwert von ein paar Millionen US$ gegen die Emoji-Designer klagen.
«Iran hat nach Angaben des israelischen Militärs Raketen in Richtung Israel abgefeuert. Die Luftverteidigung sei aktiviert, um die Geschosse abzufangen, teilte das Militär mit. Demnach wurden bereits zwei Salven an Raketen auf Israel geschossen. In mehreren Regionen des Landes sei Luftalarm ausgelöst worden. „Israel hat das Recht, sich zu verteidigen“, schrieb das Militär auf der Plattform X.»
Quelle: faz.net
Purer Orwell. Erst greift Israel (zusammen mit den USA) den Iran an und dann reklamiert das israelische Militär ein Recht auf Verteidigung.
Ich bin gespannt, wie sich die Journalisten in Deutschland und der Schweiz verbiegen werden. Was im Fall Russland gegen die Ukraine als Aggression gilt (zurecht), muss im Fall USA/Israel gegen den Iran ja nun gerechtfertigt sein. Das kann man nur mit Orwell’schen Methoden durchziehen.
«Israel hat das Recht, sich zu verteidigen.»
Klar, darf natürlich die 🚀 abschießen.
Ansonsten muss die ‚deutsche Staatsraison‘ vertraglich Waffen liefern! Geschäft ist schließlich Geschäft.
«Purer Orwell.»
Sagt auch diese Professorin*…aehm «de facto» bzgl. Russland.
https://www.republik.ch/2025/03/25/der-masterplot-der-russischen-propaganda-alles-wird-ins-gegenteil-verkehrt
* Born in the GDR 1968, studierte in Konstanz, Sankt Petersburg und Moskau. Lebt in Zuerich.
So hat eben jeder seine eigene «Wahrheit».
(Und ich hoffe, dass die Bezahlschranke nicht hochklappt 😉 )
«Sagt auch diese Professorin*…aehm «de facto» bzgl. Russland.»
Da hat sie ja nicht Unrecht. In «1984» betraf es ja auch beide Seiten, auch wenn der Roman nur auf einer spielt. Orwell sah schon auch Parallelen zwischen Hitler und Stalin.
Auch sonst gibt es in dem Text viele richtige Beobachtungen. Sasse ist nur Blind gegenüber den Verfehlungen der eigenen Seite. Wenn sie davon redet, dass Putin Zersetzung von einer Geheimdienststrategie zu einer (aussen)politischen Strategie gemacht hat, ist sie geschichtsvergessen. Genau das war das Regimewechselprinzip und das Prinzip der Unterstützung der Farbrevolutionen durch den Westen.
Gleichwohl hat sie recht, wenn sie sagt: «Würden wir in seiner Rede «Westen» durch «Russland» ersetzen, kämen wir der Wahrheit deutlich näher.». Näher ja, aber erreichen würden wir sie nicht. Die Tendenz zum Illiberalen gibt es auf der linksliberalen Seite nämlich sehr wohl auch.
Wir wären in diesem Kulturkampf in einer deutlich besseren Position, wenn nicht in jedem der Vorwürfe der Gegenseite auch ein ziemlich grosses Korn Wahrheit stecken würde.
@izi
>>>Wir wären in diesem Kulturkampf in einer deutlich besseren Position, wenn nicht in jedem der Vorwürfe der Gegenseite auch ein ziemlich grosses Korn Wahrheit stecken würde.<<<
Mich verwundert, dass gerade Sie diesen Begriff benutzen: KULTURKAMPF
Aber egal.
Was müsste denn auf unserer Seite passieren, Ihrer Meinung nach?
Der Begriff steht im Interview der «Republik» mit Sasse. Es ist Sasses Wortwahl.
@izi
Tschuldigung.
Ich konnte das noch nicht so richtig lesen.
Ich muss erstmal die innerliche Blockade lösen, die sich gleich nach den ersten Sätzen bei mir aufgebaut hatte.
Aber ich schaffe das noch.
Nur nicht jetzt gleich.
Aber die Frage bleibt trotzdem. 😋
«Aber die Frage bleibt trotzdem.»
Ich halte Sasses These, dass es eher ein Kulturkampf als ein geopolitischer Kampf entlang der zuvor gültigen Linien ist, für gar nicht so abwegig.
+++ So hat eben jeder seine eigene «Wahrheit».+++
+++ Unsere Familie hat damals fast nur Westfernehen gesehen und dadurch… +++
Man kann auch sagen, sie hat nie gelernt den Dorn im eigenen Auge zu sehen…
Sie haben einen besser duftenden Kuhfladen im Misthaufen entdeckt.Das reicht aber noch nicht.
Nun ja, die eine Ostdeutsche denkt vielleicht (!), sie haette die Perle gefunden, waehrend der andere Ostdeutsche sich sicher ist, dass es nur ein besser duftender Kuhfladen im Misthaufen ist.
Fazit: Es gibt keine Ostdeutsche Allgemeine, wer immer da sich auch das Maentelchen angezogen hat. 🤣
Nu, das ist in Frankfurt am Main ja auch so. Fragen Sie mal die Rundschau.
Zwote Ausgabe der OAZ in Papier: Neben einem Wohlfühlinterview mit Wolf,Katja/Erfurterin gibt es ein Portraitinterview über Sascha Ring(S/A), einen Beitrag von der lauten Sächsin/Leipzigerin Antje Hermenau, einen Bericht über SV Empor Lauter Erzgebirge , jetzt Koggenclub Hansa, ein Interview mit Tellkamp/Dresdner, Grünbein/auch Dresdner wollte nach 2017 oder so nicht zum Rückspiel antreten. Über allem auf Seite Eins der Winddieb aus Bayern – Söder/Mittelfranke) soll er heißen. Die Welt ist eben doch bunter als DUGINS MIR.
Tellkamp, das ist doch ein Pöhser. Auch der gegenwärtige Internet-Auftritt wirkt interessant und bunt.Es gibt eine Reihe von Nachrichten, die ich weder auf F.A.Z. noch bei der NZZ gesehen habe. Morgen entscheide ich über eine Digital-Probe-Abo.
@izi
>>>Tellkamp, das ist doch ein Pöhser<<<
Da sagen Sie was.
Der hat halt bloß nicht den Westbonus wie der Martenstein.
Ist halt immer dumm, im Osten geboren worden zu sein.🤔
Der ist irgendwann aus der Gnade gefallen. So lange er für DDR-Kritik bekannt war, war er everybodies darling. Als er dann allerdings begann, gegenwärtige Zustände zu kritisieren…
@izi
>>>So lange er für DDR-Kritik bekannt war, war er everybodies darling. Als er dann allerdings begann, gegenwärtige Zustände zu kritisieren…<<<
Damit steht er aber bei weitem nicht allein…
Seien Sie froh, dass Sie in der Schweiz leben können.
Obwohl mit meiner frühkindlichen Störung, würde dass bei mir, selbst wenn ich das Geld dazu hätte, wahrscheinlich sowieso nicht klappen.
Die Residenz von Ayatollah Ali Khamenei ist schwer zerstört. Gleichzeitig wird gemeldet, dass «wichtige Staatsmänner» des Iran am Leben seien, aber der Name des Ayatollah wird dabei nicht genannt.
@izi
>>>Gleichzeitig wird gemeldet, dass «wichtige Staatsmänner» des Iran am Leben seien, aber der Name des Ayatollah wird dabei nicht genannt.<<<
Das nun wiederum hat die dunkle Seite extra vermeldet.
Aber die geben halt auch nur die Meldungen der anderen wieder, wie unsere Seite die Meldungen der anderen anderen wiedergibt.
So ist das halt im Krieg.
Ich kanns immer nocht nicht ganz fassen…
«Das nun wiederum hat die dunkle Seite extra vermeldet.»
Aber nicht belegt, genausowenig wie Israel die gegenteilige Behauptung belegt hat. Das Problem ist, dass der Iran das wohl auch erst einmal gesagt hätte, wenn es nicht stimmen würde.
Mit anderen Worten glaube ich es erst, wenn er sich mit Video und Ton zu den aktuellen Ereignisse zu Wort meldet und – angesichts der heutigen Möglichkeiten – wäre ich mir nicht mal dann sicher.
In Bahrain hat eine iranische Rakete einen Punkt nahe einer US-Marinebasis (oder halt die Basis) getroffen.
Quelle: CNN
Georg Häsler (Militärexperte der NZZ, Oberst der Schweizer Armee im Heeresstab) zusammen mit Seda Motie und Roland Shaw (NZZ Pro: «Die USA riskieren gegen die Islamische Republik eine strategische Niederlage – selbst wenn sie militärisch gewinnen»
Ich würde hinzufügen, dass mir nicht klar ist, ob die USA militärisch gewinnen. Das können sie nur, wenn das Regime innerlich kollabiert. Sie haben keine Bodentruppen, um den Iran einzunehmen.
Zwei Schlüsselsätze zur Luftverteidigung der USA und Israels sind:
«Der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs der amerikanischen Streitkräfte, General Dan Caine, warnte laut einem Artikel der «Washington Post» in der vergangenen Woche vor den tiefen Lagerbeständen an Abfanglenkwaffen. Die Industrie vermag mit dem Verbrauch von Abwehrlenkwaffen in der Ukraine und auch bei der Unterstützung Israels nur schwer mitzuhalten.»
Desweiteren über Munitionsbunker und Führungsstäbe:
«Selbst die grössten, bunkerbrechenden Bomben der Amerikaner, die GBU-57, dürften nicht mehr ausreichen, um die Fels- und Betonschichten zu durchdringen.»
Das in Bahrain getroffene Gelände war das Nachschublager der US-Marinebasis. Steht bei Häsler.
Man glaubt es nicht (und überrascht dennoch nicht!), mit welcher Dreistigkeit dieses politische Personal die Fakten verbiegt:
https://www.n-tv.de/politik/14-48-Merz-Macron-und-Starmer-verurteilen-Irans-Angriffe-auf-andere-Staaten-id30415311.html
‚Willkürlich‘ bekommt hier mal wieder eine repräsentative Unterlegung.
Dieser Grad von Dreistigkeit überrascht mich dann doch. Ich habe von Merz zwar noch nie viel gehalten und er hat schon viel Unsinn geredet. aber ich hatte doch gedacht, er könne logisch denken oder würde zumindest den Anschein erwecken wollen, er würde es können.
Natürlich sind alle US-Basen legitime Ziele iranischer Gegenschläge, nachdem das Land unprovoziert angegriffen wurde.
«…nachdem das Land unprovoziert angegriffen wurde.»
Na ja, dass sagen AUCH (!) die Machthaber vom russischen Regime.
Aber wenn ich meinen Korkenzieher-Zeitstrahl raushole, ist die Vernichtung des zionistischen Gebildes seit 1979 (!) Staatsraeson in der islamischen «Republik».
Der Iran hat Israel nicht von sich aus angegriffen. Zu keinem Zeitpunkt. Es war immer die andere Seite, die den ersten Schlag geführt hat.
Nu, da ersetzen Sie mal den Iran mit der Ukraine, Israel mit Russland. Und nehmen’Se das – um Gottes Willen – bitte nicht persoenlich.
Ich meine damit naemlich gar nicht Sie 😉
Das dachte ich mir schon. Ich habe ja weder die Ukraine, noch Venezuela, noch den Iran und schon gar nicht Israel angegriffen.
«Na ja, dass sagen AUCH (!) die Machthaber vom russischen Regime.»
Und, ändert (oder legetimiert) das irgend etwas an der Sache?
Wenn ich nun den Zeitstrahl weiter dehne, gehört dann gleich noch jemand/etwas auf die Anklagebank, der bekanntlich solches verlangte:
https://artothek.rpi-virtuell.net/impulse/rembrandt/rembrandt.htm
‚legitimiert‘ sieht besser aus. 🙂
Nochmal zu meinem Vergleich:
https://blog-samstagern.ch/2026/02/22/ein-verlorenes-jahr/#comment-30995
Das fragte der Interviewer bei der Berlinskaja Prawda einen chinesischen Experten auch.
«Israel begründet sein militärisches Vorgehen mit einer existenziellen Bedrohung durch iranische Raketen. Russland hat seinen Krieg gegen die Ukraine ebenfalls mit einer strategischen Bedrohung für das eigene Territorium begründet. Es gab diverse Verhandlungsformate zwischen Moskau und Kiew. Und dann kam es zur militärischen Auseinandersetzung. Sehen Sie da Parallelen oder ist das hier ein anderes Format?»
Und die Antwort war sogar fuer mich ueberraschend:
«Nein, das ist etwas ganz anders in diesem Falle. Die Beziehungen zwischen dem Staat Israel und der Islamischen Republik Iran sind viel komplizierter. Wenn ein Staat, wie in diesem Falle der Iran offiziell in seiner Verfassung festhält, dass ein anderer Staat vernichtet werden soll – und das ist in diesem Fall Israel –, dann ist dessen Existenz tatsächlich bedroht.»
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/china-intervention-iran-usa-israel-militaer-li.10021704
@ Izi:
Ist fuer die Anderen wirr 😉
Erst meine Aussage.
Dann mein Vergleich (nur der erste Satz, der Rest ist…naja Firlefanz 😉 ):
https://blog-samstagern.ch/2026/02/22/ein-verlorenes-jahr/#comment-31006
@izi
Eigentlich hatter doch recht. Wer sich nicht fügt, hat halt mit den Konsequenzen zu leben.
ACAB hat das wertegeleitete Aussenpolitik genannt. 🤢
Bundeskanzler Friedrich Merz gibt dem Iran die Verantwortung für die Eskalation. «Die USA haben über Wochen eine Verhandlungslösung mit Iran gesucht. In Gesprächen im Oman und der Schweiz hat die iranische Seite jedoch keiner umfassenden, verlässlichen und überprüfbaren Vereinbarung zur Beendigung des militärischen Nuklearprogramms zugestimmt».
«Die USA haben über Wochen eine Verhandlungslösung mit Iran gesucht.»
Klingt, Verzeihung, genauso wie…siehe hiiieeer 🤣
Das müssen Sie Merz nachsehen. Er kennt dieses Video sicher nicht. Es handelt sich also nicht um ein Plagiat.
Und wenn schon. Die AfD wird auch im Bundestag mit einem Misstrauensvotum scheitern.
Ihr Landvo(i)gt
@nera
Ja, mir kommen auch gleich die Tränen, aber nicht vor Lachen.😭
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.
Aber Ihrer hinkt noch nicht mal.
Der schleppt sich halbtot und siechend am Boden dahin. 🤣😅😂
Sorry, das war wiedermal zu komplex fuer Sie.
Aber zum Glueck hat sich der Hausherr das Video gar nicht erst angetan. (Ich, ehrlich gesagt auch nicht.) Weil bei der Leuchturmwaerterin (und ihrem Anhaengsel) weiss man sowieso schon was kommt. Und gestern war kein Tag, um sich zu amuesieren.
Und genau deshalb hatter den Vergleich verstanden 🤣
@
>>>Und gestern war kein Tag, um sich zu amuesieren.<<<
Das würde ich auch meinen wollen.
Klingt aber bei Ihnen hier jetzt nicht so:
https://blog-samstagern.ch/2025/12/31/politische-einsichten/#comment-31037
"Und ich freue mich mit den vielen Iranern, die sich ueber diese Entwicklung freuen."
Das sind aber bestimmt nicht die gleichen, die jetzt im Iran sind, oda?
Ich hoffe doch, dass sich im Iran auch viele freuen.
Dsbzgl. verweise ich auch auf meinen Kommentar von heute Vormittag:
https://blog-samstagern.ch/2026/02/22/ein-verlorenes-jahr/#comment-31094
Die freuen sich solange, bis sie nicht selber getroffen werden, oder ihre Liebsten.
Yeh. Sehen nur die Verhandlungsführer aus dem Oman anders. Die fanden, man stünde kurz vor der Lösung.
Spinnen wir das mal weiter. Trump verlangt von Dänemeark Grönland (ich weiss, das Beispiel ist absurd). Nach wochenlangen Verhandlungen in Genf und Anchorage hat Dänemark Grönland immer noch nicht übergeben. Nun greifen die USA an. Dänemark schiesst zurück.
Was würde Merz sagen?
Das Beispiel ist ungewollt brisanter als ich zunächst dachte.
Gibt es hier eigentlich irgendjemanden, der sich sicher ist, dass Merz sich auf die Seite der Dänen stellen würde?
@izi
>>>Gibt es hier eigentlich irgendjemanden, der sich sicher ist, dass Merz sich auf die Seite der Dänen stellen würde?<<<
Wenn solche Fragen von meinem chatty kämen, würde ich erstmal fragen, ob der nicht schon wieder einmal ungefragt den Modus gewechselt hat.🤣😅😂
Meinen Sie das jetzt echt erst?
Also ich bin mir sehr sicher, daß sich das Merzel in so einem Fall natürlich hinter Dänemark stellen würde.
Maximal würde er warten, was die anderen machen.
Aber das ist eigentlich in dem Fall klar.
Ob es allerdings zu einem militärischen Eingreifen kommen würde, wäre die andere Frage.
Da würde ich eher sagen NEIN.
Aber HALTUNG würde er auf alle Fälle zeigen. 😉
«Aber HALTUNG würde er auf alle Fälle zeigen»
🤣
Merz würde vermutlich wieder sagen, dass die rechtliche Einordnung eine komplexe Angelegenheit sei, da sich Dänemark sehr unkooperativ verhalten habe.
Irgendetwas dieser Art würde ich auch erwarten.
Ich würde sagen, er versteckt sich lieber hinter nem schwarzen Felsen um die komplexe Angelegenheit weiterziehen zu lassen.
Das wäre klügeres Verhalten als er bisher in solchen Situationen an den Tag gelegt hat.
«Gibt es hier eigentlich irgendjemanden, der sich sicher ist, dass Merz sich auf die Seite der Dänen stellen würde?»
Na ja, einem unverbürgten Gerücht zufolge hat das deutschen Kriegsministerium 8400 Leichensäcke bestellt. Aber sicher nicht wegen Grönland, das ist doch eine skandinavische Angelegenheit.
Hätten sie den Taurus dem IRAN schicken sollen?
Geht nicht. Oesterreich ist bekanntlich neutral. Und Stiere können bekanntlich nur fliegen, wenn sie «Red Bull» als Treibstoff bekommen.
@pleifel
Mich hat diese Formulierung vom Antifa Lars irritiert:
«Die auf die Schläge Israels und der USA folgenden MASSLOSEN Vergeltungsschläge des iranischen Regimes …»
Ich habe mir abgewöhnt zu erwarten, dass in der Anfangsphase eines Krieges Kommentatoren oder Politiker, ganz gleich auf welcher Seite, auch nur entfernt rational reagieren.
Krieg verdummt.
Aber abgesehen davon: Wie dumm muss man sowieso schon gewesen sein, wenn man als Politiker sein fehlendes Einschätzungsvermögen so offen kundtut?
«Mich hat diese Formulierung vom Antifa Lars irritiert.»
Falls ich die Wahl hätte, würde ich mir eine andere Erde wählen!
Trotzdem mein Lieblingsplanet. Auch wenn Kanzler und Vizekanzler mir gerade als unzurechnungsfähig erscheinen.
«Auch wenn Kanzler und Vizekanzler mir gerade als unzurechnungsfähig erscheinen.»
Solche wählt man eben gerne…
«Solche wählt man eben gerne…»
Wenn man’s streng nimmt, hätten sie gerade zusammen keine Mehrheit mehr, wenn nächsten Sonntag nicht in Zürich, sondern in der BRD gewählt würde. Etwa 42% gegen 46% für AfD, Grüne und Linke, wobei unter diesen 45% wiederum mehr als die Hälfte auf die AfD entfällt (INSA, gestern). Rest: Sonstige, je unter 5%.
Würde wirklich gewählt statt umgefragt, würde ich als stärkste Partei eher die AfD erwarten, aber Kenia würde noch reichen. Ein Drittweltland wäre auch passender.
@izi
>>>aber Kenia würde noch reichen. Ein Drittweltland wäre auch passender.<<<
Drittweltland???
Hören Sie mal bitte auf, aus Ihrer sicheren Eklave heraus, uns hier zu demütigen. 🤣😂
Und mit Ihrem Hinweis auf Kenia:
Die schweizer Regierung ja in der jetzigen Form auch nicht mit der deutschen vergleichbar:
Verteidigung-CDU
Justiz/Inneres-SPD (die aber radikaler links sein soll)
Finanzen/Auswärtiges-FDP
Energie/Umwelt/Wirtschaft-AfD (etablierter, weniger extrem)
Probieren Sie das Experiment Grün als Wirtschaftsminister erstmal in Ihrer schönen Schweiz. 😱
Mal sehen, was Sie danach sagen.
«Probieren Sie das Experiment Grün als Wirtschaftsminister erstmal in Ihrer schönen Schweiz.»
Die haben halt Pech. Da sie nicht (mehr) viertstärkste Partei sind, steht ihnen auch laut «Zauberformel» kein Sitz im Bundesrat zu. Als sie im Nationalrat vierstärkste Partei waren, wurde die Zauberformel nicht eingehalten. Das war aber nachvollziehbar, denn wenn man über beide Kammern (National- und Ständerat) rechnete, waren sie auch damals nur die fünfttstärkste Partei.
Im Uebrigen wird in einer Woche der «Klimafonds» (Referendum) aller Voraussicht nach mit einer gigantischen Mehrheit versenkt werden.
«Energie/Umwelt/Wirtschaft-AfD (etablierter, weniger extrem)»
Wo wir schon dabei sind: Die NZZ hat die Diversität der Kandidaten für das Zürcher Stadtparlament analysiert. Das Ergebnis entspricht nicht den Erwartungen des Durchschnittswoken: Die Kandidaten der SVP sind diverser als diejenigen der SP (Sozialdemokratische Partei).
Der Abendausgabe der ARD-Tagesschau waren die Aeusserungen von Bundeskanzler und Vizekanzler wohl zu peinlich.
Wurde im Brennpunkt durch AM WHATaFOOL nachgeholt.
Ich tue mir die Brennpunkte sehr selten an. Heute war keiner dieser seltenen Tage.
Man darf immerhin sagen, dass der Aussenminister kongenial mit Kanzler und Vizekanzler ist, auf jeder Ebene, zuallererst auf der intellektuellen. Man hat fast den Eindruck, dass selbst seine Vorgängerin noch…
@izi
>>>Man hat fast den Eindruck, dass selbst seine Vorgängerin noch…<<<
Nu lassense doch der feministischen Aussenpolitkerinnnebewegung wenigstens diese EINE Alleinstellungsmerkmal 🤣😅😂
Ein sehr guter und langjähriger Bekannter von mir ist übrigens gerade in Tel Aviv.
Ich weiß nicht, ob sie in London, Paris und Berlin (sowie Kiew) so weit denken, aber jede Luftabwehrrakete, die von den USA im Nahen Osten verschossen wird, muss im Bestand der US-Streitkräfte ersetzt werden. Bei gegebener Produktionskapazität (und diese ist bereits ausgelastet) ist jede dieser Luftabwehrraketen eine weniger, die man der Ukraine zur Verfügung stellen kann.
Das mag Trump wenig tangieren, aber diejenigen in Europa, die ihm applaudieren, behaupten zumindest öffentlich sonst, dass sie das berührt.
Machen Sie sich da mal keine Sorgen. Das tangiert Russland (billige Drohnen, strategische Partnerschaft) auch 😉
«billige Drohnen»
Mir scheint, Sie haben da ein paar Jahre verschlafen. Russland produziert diese Drohnen seit geraumer Zeit in sehr grosser Anzahl selbst und hat sie weiterentwickelt.
Die russische Kriegsanstrengung in der Ukraine hängt nicht wesentlich vom Iran ab.
Wie ist das übrigens mit der russischen Marinebasis in Syrien ausgegangen?
Okay, Punkt fuer Sie 😉
Aber insgesammt schaut Russland nach dem VOELKERRECHTSWIDRIGEN Angriff des Iran jetzt ziemlich deppert drein 🤣
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/russland-iran-angriffe-usa-israel-100.html
(Und den Kasper sollte P. besser in der Kiste lassen. Man weiss ja, wie Trump reagiert, wenn er sich persoenlich beleidigt fuehlt.)
Heisse Luft bbei der ARD.
Niemand hat erwartet, dass Russland den Iran verteidigen würde. Der Vertrag hat das ja sogar explizit ausgeschlossen. Anderenfalls hätten die USA und Israel auch gar nicht angegriffen.
Zudem ist es noch etwas anderes, ob man einen Partner nicht schützen kann oder man mit seinen eigenen Aktionen Chaos und Riesenschäden bei seinen Partnern erzeugt.
Ich sehe schon, der Trumpel ist bei Ihnen in Ungnade gefallen.
Hoffentlich nicht nur fuer den Moment, und dann ist er ploetzlich wieder ein faehiger, rational denkender Mann. 🤣
Russland wird übrigens – trotz EU-Preisdeckel – auch von der Erdölpreissteigerung profitieren, zumindest kurzfristig.
Das auch deshalb, weil China nun soviel russisches Erdöl wie eben möglich importieren muss.
Eine wahrscheinlich auf den Hafen Jebel Ali (Jebel Ali Port) in Dubai, den grössten Anlaufhafen der US-Marine in der Region, gerichtete iranische Rakete ist abgefangen worden. Trümmerteile stürzten in den Eingangsbereich des auf der Insel Palm Jumeirah gelegenen Luxushotels Fairmont The Palm und lösten dort einen Grossbrand aus. Palm Jumeirah liegt in der potentiellen Anflugrichtung von Iran auf den Hafen Jebel Ali und das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate hat den Abschuss anfliegender Raketen bestätigt (dazu gibt es auch Videos, die vermutlich nicht von Sora erzeugt wurden).
Wahrscheinlich unnötig überhaupt darauf hinzuweisen: In den Livetickern von F.A,.Z. und NZZ und einem Artikel auf F.A.Z. online wird zwar über den Brand in dem Luxushotel geschrieben. Der Artikel der F.A.Z. erwähnt sogar, dass die Luftabwehr der VAE iranische Raketen abgefangen habe und dass der Hotelbrand durch Trümmerteile einer abgefangenen Rakete ausgelöst worden sein könnte. In keinem Fall wird aber erwähnt, dass sich Palm Jumeirah in der Anflugrichtung vom Iran auf den US-Militärhafen befindet.
«Es gibt im Iran keine organisierte oppositionelle Kraft, die in der Lage wäre, die Macht zu übernehmen – ungeachtet dessen, was irgendwelche Aktivistinnen und Aktivisten in Deutschland an Gegenteiligem behaupten. Es ist völliger Unfug zu glauben, dass iranische Monarchisten aus dem Exil oder der sogenannte Nationale Widerstandsrat, ehemals die Volksmudschahedin, die im Iran verhasst sind, weil sie Terroranschläge verübt und während des irakisch-iranischen Krieges auf Seiten Saddam Husseins gekämpft haben – dass diese Kräfte, die im Iran so gut wie keine Basis haben, die Macht übernehmen könnten. Das ist pure Propaganda, Ausdruck von Wunschdenken.»
Michael Lüders in der «Ostdeutschen Allgeminen Zeitung»
@izi
>>> Die Straße von Hormuz – Nadelöhr für 20 Prozent der globalen Energieversorgung – droht zur Waffe zu werden.<<<
Ich habe gelesen, dass Iran die schon gesperrt hätten. 🤔
Meine gegenwärtige Informationslage ist diese: Es gibt einen Funkspruch der Revolutionsgarden, nach dem die Strasse für Schiffe gesperrt sei, aber keine solche Erklärung von iranischer Regierungsseite. Das kann durchaus gewollte strategische Zweideutigkeit sein. Wäre ich Kapitän, würde ich sie jedenfalls als gesperrt betrachten.
@izi
>>>Wäre ich Kapitän, würde ich sie jedenfalls als gesperrt betrachten.<<<
Es sei denn, ich werde von der US Marine eskortiert.
Sperren bedeutet doch, dass Schiffe, die dort fahren würden, beschossen werden?
«Es sei denn, ich werde von der US Marine eskortiert.»
Selbst dann nicht. Ich bin doch nicht lebensmüde. Und dann die Verantwortung für die Besatzung. Die Meerenge kann von in Bunkern am Ufer installierten Artilleriegeschützen und mit relativ kurzreichweitigen (also billigen, massenweise herstellbaren) Raketen beschossen werden. Da nützt mir die Eskorte im Zweifelsfall nix. Ich bin ein sehr langsames Ziel und Artilleriegeschosse kann niemand abfangen.
«Ich habe gelesen, dass Iran die schon gesperrt hätten.»
Das wird Israel mittels deutscher U-Boote schon zu verhindern wissen. 🙂
Hilft nix. Wie gesagt, die Artillerie ist in gut befestigten Stellen an Land. Ist nur 20 km breit. Moderne Artillerie schiesst 40 km weit.
@izi
Ich habe mich eigentlich noch nie für diesen ganzen militaristischen Kram interessiert nach meiner Dienstzeit.
Allerdings würde ich die Amerikaner dahingehend nicht unterschätzen.
Da machen die eben die ganzen Bunker vorher platt.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Zieldaten längst vorhanden sind.
Besetzen werden die das Land nicht wollen.
Aber wenn das Militär überläuft, sieht das ganz schnell anders aus.
Und auch auf ziviler Seite wird sich was finden lassen.
Ich denke schon, dass das alles mit berechnet wurde.
Diese Unruhen im Iran kamen nicht von ungefähr.
Aber wer bin ich schon, mit meinen VTs.
Apricot VT: der Ganser ist am 02.03. in Chemnitz. Ich überlege noch. 55 Euro pro Karte. Ich weiss bloss nicht, ob ich so lange stillsitzen kann.🤔
«Diese Unruhen im Iran kamen nicht von ungefähr.
Aber wer bin ich schon, mit meinen VTs.»
Eben 😆😅😂🤣
«Aber wenn das Militär überläuft, sieht das ganz schnell anders aus.»
Das hat ja schon in Venezuela blendend geklappt.
«Und auch auf ziviler Seite wird sich was finden lassen.»
Dito. Wie Lüders sagt: Es gibt gar keine organisierte Opposition und der Exil-Schah hat im Iran keine nennenswerte Unterstützung. Wer im Kriegszustand den Aufstand probt, wird erschossen. Da die Revolutionsgarden die Situation auf dem Boden kontrollieren, werden die Leute, denen das völlig klar ist, kaum auf dieb Strasse gehen.
Ein anhaltendes Chaos im Iran wäre für die Angreifer, zumindest für USA, bereits ein zufriedenstellendes Ergebnis, um einen wichtigen Player in der Region zu lähmen _ s. Libyen.
Das ist eine kurzsichtige Idee, wobei ich einräume, dass US-Strategen (und noch mehr israelische Strategen) noch immer so denken.
Für Israel mag das sogar funktionieren, weil dieser Staat über die eigene sichere Existenz als ein Gross-Isreal einschliesslich des Gaza-Steifens und des Westjordanlands keine weiteren Hegemoniepläne verfolgt.
Aus US-Sicht ergibt das aber wenig Sinn.
Ein iranischer Rodriguez wäre den US-Amis natürlich am liebsten, nur können sie ihn nicht backen.
Die Rolle Israels an dieser Eskalation sehe ich weitaus stärker.
«Die Rolle Israels an dieser Eskalation sehe ich weitaus stärker.»
Aus israelischer Sicht ergibt das Ganze vielleicht sogar noch politischen Sinn. Aus US-amerikanischer nicht.
„Ein anhaltendes Chaos im Iran wäre für die Angreifer, zumindest für USA, bereits ein zufriedenstellendes Ergebnis, um einen wichtigen Player in der Region zu lähmen _ s. Libyen.“
Ja. Wobei Iran noch wichtiger als Libyen sein dürfte, weil man eine Bresche in die „plurilaterale Gipfelinstitution BRICS plus“ schlagen würde. Und als Beifang Israel als treuer Vasall, Wachhund&Wadenbeisser in der Region.
++…weil man eine Bresche in die „plurilaterale Gipfelinstitution BRICS plus“ schlagen würde. ++
Ja.
++…Wachhund&Wadenbeisser…++
In 2erlei Bedeutung eher ´Wag the Dog´. Die Frage ist, wer der Hund & wer der Schwanz ist.
@ Izi
«Das ist pure Propaganda, Ausdruck von Wunschdenken»
Nun ja, da mag er Recht haben. Oder nicht. Interessiert nur das Volksmeer der Iraner nicht wirklich.
«Hau wech den Scheiss!» scheint die Devise.
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Iraner-bejubeln-Angriffe-und-tanzen-auf-Strassen-id30416255.html
Sorry, war das falsche Video 😉
Hier:
https://www.youtube.com/watch?v=l2UuYT0rkDE
Scheint hier irgendwie untergegangen zu sein. 🤣
Ihnen ist aber schon der Unterschied zwischen Exil-Venezuelanern und Venezuelanern in Venezuela klar, um das mal so zu formulieren?
Sicher. Was mit Demonstranten passiert, die IM Land demonstrieren – hier:
https://www.amnesty.de/aktuell/iran-proteste-gewalt-blutbad-augenzeuginnen-beweise
««Hau wech den Scheiss!» scheint die Devise.»
Das ist ja nachvollziehbar, unter einem derartigen Regime würde ich auch nicht leben wollen. Aber wer sich auf die USA verlässt könnte halt auch einen zu hohen Preis bezahlen.
Gerade den Brennpunkt im ARD gesehen. Da wurde ein deutscher ‚Sicherheitsexperte‘ zu der aktuellen Gefahr des iranischen Atomprogramms gefragt.
Die Antwort war eindeutig. Zumal nach den US-Angriffen am 21.06.2025 sei diese Gefahr abwegig zu behaupten (meine Worte). Außerdem klare Position zum Bruch vom Völkerrecht (was Trump ja selbst offiziell für sich als sekundär erklärt hatte).
Dann am Schluss Fragen an Wadephul, der geschwurbelt zum Atomprogramm der Iraner von deren Widerstand in den Verhandlungen erzählt und auf Israel verweist, sowie auf auf ‚Untersuchungen‘, die man nun anstellen müsse.
Der Moderator hielt hier kritische Fragen zur Verdrehung von Fakten für überflüssig und ließ Wadephul seine ‚Erzählung‘ durchgehen.
(Vorschlag: vielleicht ’nen neuen Beitrag von Ihnen, ohne größere inhaltliche Vertiefung, da es wohl noch viele Kommentare/Links geben dürfte)
«vielleicht ’nen neuen Beitrag von Ihnen»
Ich werde vielleicht morgen etwas schreiben. Eigentlich hatte ich ein anderes Thema geplant, aber das war eh noch nicht so weit gediehen. Am kommenden Wochenende gibt es hingegen nichts (Skifahren in Sils-Maria).
@izi
Langlauf?
Abfahrt?
Snowboard?
Nur um zu wissen, wie gefährdet Sie womöglich sein könnten…
«Nur um zu wissen, wie gefährdet Sie womöglich sein könnten…»
Mann hast Du Sorgen. Der Gunnar wird schon selber auf sich aufpassen können…
Nu ja, lass doch mal den Oberst etwas Nettes sagen. Man will doch, dass das Feuerpferdchen in die richtige Richtung hoppelt. Vor allem gerade jetzt, wo der Trump gerade so richtig durchdreht. Konnte ja vorher keener wissen, wo der doch so gut mit den Russen kann…
Abfahrt, immer Abfahrt. Bin nicht geschickt genug für Snowboard oder Skating-Schritt. Aber Langlauf ist ja auch nicht risikolos, wie man von Angela Merkel weiss.
«gefährdet»?
Man hat doch die Wahl, mit welcher Art Stöcken man unterwegs ist. 😉
Besonders mit dem Snowboard 😉
@izi
>>>Besonders mit dem Snowboard 😉<<<
Für Anfänger vielleicht? 😂
Zur Abwechslung mal was ganz Anderes. Die Demonstrationen gegen «Stuttgart 21» waren völlig unnötig. Es reichte aus, die Bahn einfach machen zu lassen. Inzwischen gibt es nicht mal mehr einen neuen Termin für die (ursprünglich für 2019 geplante) Fertigstellung.
@izi
Da haben die Schwaben doch tatsächlich die Preussen geschlagen. 🤣😅😂
Obwohl, selbst wenns bei 2026 geblieben wäre,hätten sie den Rekord gehabt.
Von daher…
«Es reichte aus, die Bahn einfach machen zu lassen.»
Im Prinzipe ja. Nur werden eben einige -zig Milliärdchen €uroni verheizt, die man hätte nützlich investieren können. Wie auch beim münchner SBahntunnel: Jedes Jahr ein Milliärdchen teurer, weil man bei der Planung etwas «vergessen» hatte. Und in der Fläche dann kein Geld mehr für den Ausbau des Sbahnnetzes. Aber egal, Hauptsache das Geld ist weg. Die Fertigstellung werde ich nicht erleben, es sei denn ich würde älter als 100 Jahre.
«S21» ist übrigens nicht als Bahnhof einzustufen, sondern als Haltepunkt: Auf die Weise kann das Ding vom Eisenbahnbundesamt doch noch genehmigt werden. Als Bahnhof voraussichtlich keine Betriebserlaubnis, u. A. wegen zu starkem Gefälle der Gleise in der Station.
+++«S21» ist übrigens nicht als Bahnhof einzustufen, sondern als Haltepunkt:+++
Man muss auch mal neue Wege bestreiten, sagte ein Architekt vor 5 Jahren mir, angesprochen auf die Gesamtplanung um den Haltepunkt Stuttgart 21.
Ja klar. Auch mal wieder mit einem Tunnel Anhydit anbohren zum Beispiel.
Anhydit
=
Anhydrit
Autsch. Das Gutachten zu den damit verbundenen Risiken sollte doch eigentlich unter Verschluss gehalten werden.
Und schliesslich gibt es einen Referenztunnel. Gut, der musste 2025 wegen quellendem Anhydrit für sieben Wochen vollgesperrt werden, aber was sind schon sieben Wochen?
«Das Gutachten zu den damit verbundenen Risiken sollte doch eigentlich unter Verschluss gehalten werden.»
Es ist nichts so fein gesponnen…
«…neue Wege bestreiten…»
Ansage im ICE: «In wenigen Minuten erreichen wir den Haltepunkt Stuttgart»
Stuttgart hat dann keinen Hauptbahnhof mehr, aber es gibt ja noch den Bahnhof Cannstatt.
«Cannstatt»
Passen Sie als Münchnerin bloss auf. Wenn alles über Cannstatt läuft, ist d’Wiesn vielleicht irgendwann nicht mehr das grösste Volksfest der Welt, weil ihr der Wasen den Rang abläuft.
Ich wohne ja nicht in München, sondern in Unterhaching, Landkreis München. Zur Wiesnzeit fahre ich nur nach München hinein wenn es sich nicht vermeiden lässt, also fast nie.
Vor ein paar Jahren schlug ich mal vor, man solle während der Wiesn auf den Bahnsteigen des Ostbahnhofes, analog zu den Raucherbereichen, Kotzerbereiche einrichten. Aber auf mich hört ja niemand.
««S21» ist übrigens nicht als Bahnhof einzustufen, sondern als Haltepunkt»
Wie geht das jetzt? Kommt «S21» ohne Weichen aus? Soweit ich weiss, doch nicht. Ausserdem bildet es (soferen es irgendwann fertig wird) einem gemeinsamen Bahnhof mit dem Stuttgarter Hauptbahnhof, wo Züge ausweichen, überholen, beginnen und enden können.
Das Hauptkriterium seien nicht die Weichen, sondern das Gefälle der Gleise und Bahnsteige, das für einen Bahnhof nicht zulässig ist, las ich. Man kann natürlich sagen, dass die tiefgelgten Gleise nur eine Tunneleinfahrt mit Haltestelle ist.
Aber der Fernverkehr Paris-Strasbourg-Stuttgart-München-Wien-Budapest wird dort wohl durch müssen. Oder, wenn der Anhydrit aufquillt eben doch wieder auf der alten Strecke über die Geislinger Steige fahren.
«Das Hauptkriterium seien nicht die Weichen, sondern das Gefälle der Gleise und Bahnsteige, das für einen Bahnhof nicht zulässig ist, las ich.»
Nun ja. Aber, wenn es eine Lunge hat, ist es kein Fisch. Und wenn es Weichen hat, kein Haltepunkt.
«Und wenn es Weichen hat, kein Haltepunkt.»
Aber «Tunneleinfahrt mit Haltepunkt» wäre vielleicht ein Ausweichargument, um die Betriebsgenehmigung nicht zu gefährden.
«Aber «Tunneleinfahrt mit Haltepunkt» wäre vielleicht ein Ausweichargument»
Das sehe ich nicht. Es handelt sich ganz klar um einen Bahnhof. Wenn man Regeln auf diese Art umgehen könnte, bräuchte man gleich gar keine aufzustellen.
Man sollte stattdessen darüber nachdenken, warum nach den bestehenden Regelungen das Gefälle geringer sein muss und ob das auf dem heutigen Stand der Technik noch Sinn ergibt. Wenn ja, muss «Stuttgart 21» mit angemessenem Gleisgefälle für einen Bahnhof gebaut werden. Wenn nicht, soll man die Regelung ändern und die Betriebsgenehmigung nach der neuen Regelung erteilen, die dann aber eben auch überall für neue oder erneuerte Bahnhöfe gilt.
Neben allen berechtigten Einwänden & Mäkeleien: Der neue Tiefbahnhof des Hbf Stuttgart wird architektonisch & ingenieurtechnisch beeindruckende Baukunst darstellen.
Hier ein interessantes Video:
https://architekturvideo.de/baustelle-stuttgart-21-frei-otto-kelchstuetzen/
«…architektonisch & ingenieurtechnisch beeindruckende Baukunst…»
Vor ein paar Jahren nannte das der Forist «Mandelbrot» im Freitag «Kathedrale des Fortschritts». Aber ein Bauwerk, das nicht Tempel, sondern auch verkehrstechnische Einrichtung sein soll, müsste einer verkehrstechnischen Kosten/Nutzenrechnung standhalten können. Das tun solche Milliardengräber wie S21 oder münchner Sbahntunnel nicht. Sie wirken sich eher katastrophal aus auf das Gesamtkonzept Renovierung und Ausbau des Schienenverkehrs, weil sie allzuviel Geld verbrutzeln.
** Aber ein Bauwerk, das nicht Tempel, sondern auch verkehrstechnische Einrichtung sein soll, müsste einer verkehrstechnischen Kosten/Nutzenrechnung standhalten können. **
Ja, die Kosten-Nutzen-Analyse für das Konzept S21 war ursprünglich positiv (sofern nicht geschummelt wurde). Die kostengünstigere Variante waren damals sicher auch schon eine Modernisierung des bestehenden Kopfbahnhofs oder die Errichtung eines neuen Durchgangsbahnhofs abseits vom Zentrum, so wie z.B. in Berlin oder Kassel geschehen.
Doch die Ansprüche für das Stuttgarter Projekt waren ambitioniert, bei Bahn|Bund|Land & Stadt, weitaus ambitionierter als bei anderen Bahnhofsprojekten in D. Man wollte den bestehenden Verkehrsknotenpunkt beibehalten, einen Durchgangsbahnhof wegen Zeitersparnis & on top ein neues Stadtquartier auf dem ehemaligen Gleisvorfeld errichten samt Verlängerung des Schlossgartens. Die Idee ist nach wie vor gut, doch die Tücke liegt hier, wie so oft, in der Ausführung, in dem Unvorhersehbaren & zu hohem Optimismus, das Kind trotz erwartbarer Probleme schon schaukeln zu können.
In Stuttgart ist eine Menge durch Eigenverschulden diverser Projektbeteiligter schief gelaufen, dazu kam eine ordentliche Portion Pech & externe Faktoren, die nicht vorhersehbar waren. Zu letzteren zählen die allgemein stark gesteigenen Baupreise sowie mehrmalige Verschärfungen der Brandschutzbestimmungen seitens EU. Normalerweise gelten im Baurecht die Regelwerke, die zum Zeitpunkt der Genehmigung aktuell sind. Das gilt aber nicht für Bahn-Projekte, d.h.: Wird während der Bauphase eine Richtlinie wie z.B. die Brandschutzverordnung geändert, müssen die neuen Abschnitte die jeweils neuesten EU-Vorgaben erfüllen. Ein weiteres Ärgernis waren erhöhte Auflagen im Zuge von Änderungsanträgen, z.B. bzgl. Geologie, die von den Behörden wie Neuanträge behandelt wurden. Entsprechend mussten die neuesten Bestimmungen eingehalten werden und die vorangegangenen Sicherheitskonzepte üebrarbeitet oder gar verworfen werden, auf jeden Fall kam es daher ständig zu erneuten Zeitverzögerungen & Mehrkosten. Aktuell hakt es an der Integrierung des digitalen Sicherungssystem ETCS, deswegen die jüngste Verzögerung der Fertigstellung. Es musste eben das Neueste vom Neuen sein, auch wenn die Realisierung teuer & schleppemd ist.
Zur Kathedrale: Von diesem Bahnhofs-Projekt habe ich das 1. Mal vor ca. 25 Jahren in einer Ausstellung erfahren, es hat mich damals begeistert & heute immer noch. Ja, es ist in der Ausführung aufwendig & teuer, das sind Innovationen oft & Bauwerke mit hohem baukünstlerischem Wert sowieso. Insgesamt betrachtet sind die entstandenen Mehrkosten & Verzögerungen bei der Fertigstellung am wenigsten dem architektonischen Meisterwerk anzulasten: Laut KI ist es für ca. 15% der entstandenen Mehrkosten und ca. 25 % der Zeitverzögerung verantwortlich. Der Rest ist den geologischen Bedingungen, der digitalen Sicherheitstechnik und dem Brandschutz geschuldet.
Die Kritik kann ich dennoch nachvollziehen, vor 4 Jahren allerdings mehr als heute. Angesichts der verballerten Milliarden seit 2022 & der noch zu verballernden Hunderte Milliarden Sondervermögen etc. erscheint mir gerade finanziell das Ärgernis um S21 als Peanut.
«Angesichts der verballerten Milliarden seit 2022 & der noch zu verballernden Hunderte Milliarden Sondervermögen etc. erscheint mir gerade finanziell das Ärgernis um S21 als Peanut.»
Ja schon, relativ zu den nicht limitierten Kosten der militärischen Aufrüstung Peanut.
Aber eben im Sinne verkehrstechnischer Effizienz doch, hm, fragwürdig.
«…geologischen Bedingungen…»
Alledings gab es die Geologie schon vor Planungsbeginn. Wären geologisch bedingte Betriebsrisiken vor der Abstimmung über S21 veröffentlicht worden, dann wäre die Abstimmung wohl anders ausgegangen.
Ja, Der Tiefbahnhof in Zürich (Durchmesser-Linie, gebaut als ich schon wieder in Zürich war) ist keine «Kathedrale des Fortschritts» und er hat auch nur vier Gleise. Aber er ist pünktlich fertig geworden, hat die Situation deutlich verbessert und ist superpraktisch in jeder Hinsicht. Das ist mir lieber.
Neue, begeisternde Architektur soll schon auch sein und darf etwas Geld kosten. Aber sie muss nicht notwendige Infrastrukturprojekte verzögern.
Wenner fertisch wirrd
Der Iran hat den Tod von Ali Khamenei eingeräumt. Ein islamischer Märtyrer mehr.
Oh weh‘, dann scheint es also doch wahr zu sein.
Wenn Daddy Cool will: So schnell kann’s gehen…
Und nein, natuerlich freut mich das ueberhaupt nicht.🤣
Ich werde um diesen Mann nicht trauern. Aber seine Tötung löst kein Problem.
Ich weiss, schlimmer geht immer. Und dabei verweist man gern auf Irak, Afghanistan, Syrien, den arabischen Fruehling und manche DDR-Schoenredner sogar auf die deutsche Kehre.
Aber was sollte fuer das Gross der iranischen Bevoelkerung denn noch schlimmer sein als wenn der Status quo beibehalten worden waere?
«Eine revolutionäre Situation gibt es dann, wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen» (Lenin)
Jut, wir werden sehen. (Oder eben nicht.)
«Eine revolutionäre Situation gibt es dann, wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen»
Dann kann eine Revolution (Machtumdrehung, von lat. Revolutio = Umdrehung) stattfinden. Dafür müssen aber die unten nicht nur wissen was sie nicht mehr mehr wollen, sondern was sie stattdessen wollen und wie sie es realisieren und sichern können. Anderenfalls setzt sich die Oligarchie in neuem Gewand wieder durch („Radieschen“, aussen rot, innen weiss)
@gelse
>>> Dafür müssen aber die unten nicht nur wissen was sie nicht mehr mehr wollen, sondern was sie stattdessen wollen und wie sie es realisieren und sichern können.<<<
Das ist aber nur die eine Seite der Medaille.
Bei Lenin gehörte immer auch der Nachsatz dazu: „unter Führung einer marxistischen Partei“.
Und genau hier liegt das Problem: Eine Revolution lässt sich nur sichern, wenn Macht konzentriert wird – meist autoritär.
Das Ergebnis sind nicht selten Repression und hohe Opferzahlen.
Mit anderen Worten: Der Zweck heiligt die Mittel.
Entscheidend ist also das „Sichern“.
Wie soll etwas stabilisiert werden, das entweder gerade erst entsteht oder noch gar nicht konsolidiert ist?
«Entscheidend ist also das „Sichern“.»
Ich meine, die Revolution kann nur von einer sehr breiten Volksmehrheit in Gang gesetzt werden. Die dann ihre Errungenschaften ohne viel Propagandabrimborium wertschätzen kann. Dann braucht es keine Repression durch eine Obrigkeit. Deswegen sage ich ja, man muss nicht nur wissen was man nicht will, sondern auch was man will und wie es realisiert werden kann. Sonst wird das nix. Was nur durch Repression einer Obrigkeit gesichert werden kann, ist Macht einer Oligarchie und keine Demokratie. Deswegen gehe ich auch davon aus, dass wir derzeit von einer revolutionären Situation ziemlich weit entfernt sind. Aber manchmal erlebt man unerwartete qualitative Sprünge.
Was den Iran angeht, denke ich auch, wie schon von Anderen geäussert, dass es zwar am Nichtmehrwollen nicht fehlt, aber am Wissen was man stattdessen will und wie es realisiert werden kann eben doch. Eine günstige Situation für «Regimechanger» die ein unerwünschtes Herrschaftssystem gegen ihr eigenes Herrschaftssystem austauschen wollen.
«Ich meine, die Revolution kann nur von einer sehr breiten Volksmehrheit in Gang gesetzt werden.»
Glauben Sie, dass es das in der Geschichte je in dieser Form gegeben hat? In der DDR hat sich 1989 vor der Wende ganz gewiss nicht eine Mehrheit für die Wende eingesetzt. Es gab zwar wohl eine Mehrheit, die nicht mehr so weiter wollte, wie bisher. Es gab eine Mehrheit, die die Wende begrüsst hat. Aber eben erst, nachdem es gefahrlos war.
Noch wichtiger ist aus meiner Sicht, dass es nie eine Mehrheit gibt, die auch die Verantwortung übernehmen will. Es wollen immer nur bestimmte Leute zur Macht – und die üben sie dann hinterher auch aus.
Das ist aus meiner Sicht sogar der Hauptgrund, warum Sozialismus und Kommunismus regelmässig entarten.
„Noch wichtiger ist aus meiner Sicht, dass es nie eine Mehrheit gibt, die auch die Verantwortung übernehmen will.“
Dass sehr Viele das nicht wollen, sehe ich bei meinen Mitmenschen auch. Wer unzufrieden ist wünscht sich eine ‚bessere‘ Obrigkeit, also keineswegs Demokratie sondern eben ‚die bessere Oligarchie‘. Man könnte in einer Demokratie auch falsch entscheiden, und dann könnte man die Schuld nicht der Obrigkeit zuweisen, die zu blöd zum Regieren ist.
Wenn ich versuche, Voraussetzungen für eine primär gemeinwohlorientierte Machtumwälzung zu skizzieren, dann behaupte ich ja nicht, dass die Bevölkerungsmehrheit dafür reif sei. Zumal zur Installation einer Volksmacht noch wesentlich mehr zu sagen wäre als meine kleinen Kommentärlein das können. Gut, es wurde auch schon viel gesagt&geschrieben, aber es kann nicht schaden in der Richtung weiterzudenken.
Stetes Wiederkäuen der Erkenntnis, dass vergangene Revolution letztlich nicht zum erwünschten Ergebnis führten fördert nicht das Weiterdenken, nicht mal die Frage, was sich daraus lernen lässt, sondern die Resignation.
Ansonsten könnte man ja zu der Meinung gelangen, dass das Ende der Entwicklung der Menschheit nicht erreicht ist. Es sind unterschiedliche Entwicklungsstränge denkbar, ist der Derzeitige wirklich alternativlos?
«dann behaupte ich ja nicht, dass die Bevölkerungsmehrheit dafür reif sei»
Sie glauben aber, dass man zu einer dafür reifen Bevölkerungsmehrheit gelangen könnte. In diesem Punkt unterscheiden sich Ihre und meine Einschätzung.
Was immer heute über die DDR erzählt wird, es ist da wirklich versucht worden, diese Art Engagement vieler zu erreichen. Vergeblich, wie Volker Braun in seinem «Hinze-Kunze-Roman» eindrücklich beschrieben hat.
@izi
>>>Was immer heute über die DDR erzählt wird, es ist da wirklich versucht worden, diese Art Engagement vieler zu erreichen. Vergeblich,…<<<
Ich weiss nicht, ob es vergeblich war.
Es wurde ja eigentlich gar nicht darüber abgestimmt.
Mit der Grenzöffnung war das Experiment vorbei.
Die Wahl im März 1990 war eigentlich nur dazu da, diejenigen zu bestimmen, welche die Übergabe zu vollziehen haben.
In der Form war allerdings die Wahl von Günther Krause kein gutes Omen…🤔
„Sie glauben aber, dass man zu einer dafür reifen Bevölkerungsmehrheit gelangen könnte. In diesem Punkt unterscheiden sich Ihre und meine Einschätzung.“
In der Einschätzung der derzeitigen Situation (nicht dieses Jahr, sondern diese und zeitnah nachfolgende Generationen) unterscheiden wir uns wohl kaum. Nur halte ich die menschliche Gesellschaft über einen längeren Zeitraum betrachtet nicht für statisch. Es gibt Ansätze, einen eher kollektiven als privaten Wohlstand* anzustreben. Zur Zeit zwar in schwacher Position, aber die derzeitigen Machtverhältnisse haben keine Ewigkeitsgarantie. Auch wenn man den Privatkapitalismus als Variante des Feudalismus betrachtet nicht.
*nicht im engen finanziellen Sinne.
«Wie soll etwas stabilisiert werden, das entweder gerade erst entsteht oder noch gar nicht konsolidiert ist?»
Selbst in der DDR gab es 1989 eine organisierte Opposition (Neues Forum, SDP, Demokratischer Aufbruch). In Ländern wie dem Iran gibt es so etwas aber nicht und selbst in Venezuela würde die Opposition nicht für einen Regimewechsel reichen.
Ich würde den Iranern (und besonders den Iranerinnen) auch ein besseres politisches System wünschen, nur kann man das nicht von außen überstülpen. Und Reza Pahlavi ist gewiss nicht der Richtige dafür.
@izi
>>>Selbst in der DDR gab es 1989 eine organisierte Opposition (Neues Forum, SDP, Demokratischer Aufbruch).<<<
Das ist zwar richtig. Aber die waren nur entscheidend in der Phase bis zur Volkskammerwahl im März 1990.
Die entscheidenden Impulse kamen meiner Meinung in der Zeit 1989 vom Neuen Forum.
SDP, DA,DSU: ich weiss gar nicht mehr so richtig, wann die sich alle gegründet haben.
Obwohl SDP bleibt in Erinnerung: 7. Oktober in Schwante.
Mit Böhme als Generalsektretär. Der wurde ja dann auch danach sehr schnell vom ARD oder ZDF interviewt.
Da kann ich mich noch gut dran erinnern.
Wie er in die Kammera schaute, fast platzend vor Stolz, aber auch irgendwie gehemmt, nach meiner Meinung.
Und dann sprach er, den für mich damals legendären Satz auf die Frage, was er empfehlen würde: er empfiehlt, die SED solle sich selbst auflösen.
Hat dann auch nicht mehr lang damit gedauert.
Nur dass sich die SED nicht aufgelöst hat, sondern als SED-PDS weiterexistierte.
Das war damals der grosse Verdienst von Gysi, das er das verhindert hat.
Ja, das «Neue Forum» war die treibende Kraft. Bei uns hat ein Kommilitone in der ML-Vorlesung(!) den Aufruf des Neuen Forums verlesen. Der Professor (Politische Oekonomie, 2. Studienjahr) hatte den Fehler gemacht, von sich aus auf die Demonstrationen in Dresden zu sprechen zu kommen und die Zeitungslinie zu vertreten und war niedergezischt worden.
Anekdote: Ein paar Wochen später hatte der gleiche Professor angeblich schon immer Konzepte zu wirtschaftlichen Reformen in der DDR in der Schublade gehabt.
Oh, ich weiss, wie schnell Gesellschaften umkippen können. Der Wendehals ist ein sehr häufig vorkommender Vogel.
«Aber was sollte fuer das Gross der iranischen Bevoelkerung denn noch schlimmer sein als wenn der Status quo beibehalten worden waere?»
Libysche Verhältnisse.
Ich möchte der Runde nicht zu nahe treten. Aber der Diskussionsstrang folgt dem selben Ritual wie schon zu dF-Zeiten. Man setzt sich nicht mit Argumenten auseinander, sondern feuert Kommentare Minutentakt. Mir ist dafür die Zeit zu schade.
Nur noch einige kurze Anmerkungen.
Wenn der Blogautor bemängelt, dass ein anderer anonym schreibt, sollte er sich die Beispiele Ulrike Guérot und Jacques Baud ansehen. Erstere wurde als Professorin (wie über 70 im deutschsprachigen Raum in den vergangenen Jahren) von der Universität Bonn entlassen und kämpft schon seit Jahren um Wiedereinstellung, weil sie zwei Bücher unter ihrem Klarnamen veröffentlicht hat. Eine sehr gute Zusammenfassung findet man hier:
https://www.youtube.com/watch?v=nwepEyaDPMA
Jacques Baud ist Schweizer Staatsbürger und wohnt in Brüssel. Am 16. 12. 2025 wurde er von der EU sanktioniert und sämtliche Konten wurden ihm gesperrt. Er darf auch nicht ausreisen. In Deutschland würden sich Menschen strafbar machen, die ihm Lebensmittel zukommen lassen. In der OAZ gibt es ein ausführliches Interview mit ihm.
Auf dem Blog «Naked Capitalism» [https://www.nakedcapitalism.com] hat heute die Blogautorin einen Text zum Irankrieg veröffentlicht. Darin weist sie auf einen anderen Beitrag hin, der ihr von Aurelien empfohlen worden ist. («Tindale’s analysis is credible and alarming. Our normally phlegmatic colleague Aurelien sent it to us with a note: “Makes your hair stand on end…”»). Tindals Beitrag ist eine ausführliche und tiefgründige Analyse von Auswirkungen des Krieges auf die Welt. Ich habe die deutsche Übersetzung «Systemisches Risiko – Eine Kaskadenanalyse zwölfter Ordnung bei vollständiger Schließung der Straße von Hormuz» in meiner Dropbox abgelegt.
Dort findet sich auch der Beitrag aus Foreign Affairs zum Ukrainekrieg «Die Ukraine verliert den Krieg – Foreign Affairs».
Die Schweizer Weltwoche hat den französischen Autoren Emmanuel Todd Todd interviewt. Er spricht über „Der Beginn eines Weltkriegs“.
Und schließlich noch ein längerer Beitrag von Robert Malone. Er schreibt zum Einsatz von KI, um die Verbreitung von biologischen Waffen frühzeitig erkennen und verhindern zu können. «Die unsichtbaren Inspektoren: Wie künstliche Intelligenz die Überwachung biologischer Waffen still und leise neu erfindet»
Die wirkliche Auseinandersetzung mit diesen vier Autoren lohnt sich im Sinne eines Erkenntnisgewinnes.
«Mir ist dafür die Zeit zu schade.»
Dafür ist Ihr Kommentar mit Link-, Autoren- und Weltlageverzeichnis erstaunlich umfangreich geraten.
Wenn das Ihre Version von „Zeit zu schade» ist, möchte man Ihre Version von ‚ich habe Zeit‘ lieber nicht erleben.
Besonders rührend ist zudem der belehrende Ton, mit dem Sie uns erklären, wer Jacques Baud ist oder dass Ulrike Guérot einmal Professorin in Bonn war – als hätte hier bislang niemand von beiden gehört und als wäre eine biographische Notiz bereits ein Argument.
Aber danke für die kommentierte Literaturliste; eine Diskussion hätte wirklich zu viel Zeit gekostet. lol