Die Politik von Versuch und Irrtum


Naher Osten und ferne USA Nach einer bemerkenswerten Kehrtwende betreibt Donald Trump gegenüber dem Iran genau die Regimewechselpolitik, die er im Mai 2025 in Riad als fehlgeleitet verurteilte. Der plötzliche Sinneswandel passt in das Muster einer Politik, der eine kohärente Gesamtstrategie fehlt und in der Trump herumprobiert, statt geduldig auf lange Sicht etwas aufzubauen.

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Letztendlich haben die sogenannten Nation-Builder weit mehr Nationen zerstört als sie aufgebaut haben, und die Interventionisten haben in komplexe Gesellschaften eingegriffen, die sie selbst nicht verstanden haben.

Donald Trump, Rede in Riad, 13. Mai 2025

System oder Irrlichterei?

Die Effektivität von Trumps Politik ist schwer einzuschätzen. Einerseits rührt das daher, dass er neben seiner öffentlich verkündeten Agenda auch eine verdeckte Agenda verfolgen dürfte, die ihm vermutlich wichtiger ist. Da man die Frage nach seinem Erfolg aus seiner Sicht stellen muss, müsste man wissen, inwieweit er bisher in der Lage war, diese verdeckte Agenda voranzubringen. Das ist naturgemäß nicht möglich.

Als Politiker muss Trump allerdings gewisse Erfolge bei der Verfolgung seiner offenen Agenda vorweisen. Man darf auch annehmen, dass ihm die offene Agenda ebenfalls wichtig ist. Hier verfängt man sich leicht in Trumps Kommunikationsstrategie. Er pflegt unrealistische Ziele und unrealistische Zeitrahmen zu verkünden. Dann erreicht er aber eben doch irgendetwas in der generellen Richtung dieser Ziele mit mehr Zeitaufwand. Die Situation hat sich aus einer Sicht verbessert. Gegner, die das mit Verweis auf die ursprünglich verkündeten Ziele und Zeiten als Misserfolg ansehen, sind Narren.

Was man sicher sagen kann, ist, dass Trump disruptiv und unkonventionell agiert. Er präsentiert eine ungewöhnliche politische Idee, die sogar offensichtlich gesetzeswidrig sein kann und verfolgt diese, so lange er kann. Wenn sie gescheitert ist, lässt er sie fallen und kommt nie wieder darauf zurück. Stattdessen macht er mit der nächsten Idee dieser Art weiter. Seine Gegner haben bisher keine erfolgreiche Gegenstrategie gefunden.

Die Methode ist dem ähnlich, was Elon Musk in der Wirtschaft getan hat. Bei Musk funktionierte das hauptsächlich deshalb, weil Mitarbeiter seiner Firmen sich ganz konventionell und professionell um die Details kümmerten. Der Tesla fährt, die SpaceX fliegt. Diese Ideen wurden nicht irgendwann aufgegeben. Die Mitarbeiter von Musk haben Dinge fertig entwickelt und das liegt auch daran, dass Musk Ideen hatte, die fertig entwickelt werden konnten. Die meisten Leute, die versuchen, wie Musk zu agieren, sind erfolglos, weil sie Ideen haben, denen diese Eigenschaft fehlt. Das passiert Musk zuweilen auch, aber nicht durchgängig.

Bei Trumps Mitarbeitern hat es zuletzt oft in der Detailumsetzung gehapert. Die ICE-Einsätze in Minnesota mussten beendet werden, weil die vor Ort Verantwortlichen nicht wussten, was in der US-Gesellschaft geht und was nicht. Trumps Versuch einer Beendigung des Ukraine-Kriegs ist bisher gescheitert und könnte, für ihn, völlig scheitern, weil sein Team die anderen Akteure nicht verstanden hat. Sie haben den Willen der Ukraine zum Widerstand auch gegen US-Zumutungen, den Willen der Europäer zur Unterstützung der Ukraine und die Resilienz der russischen Wirtschaft gegen eine Drosselung der Einnahmen aus Energieexporten unterschätzt. Was Grönland betrifft, so hat Trump nichts bewegt.

Zuletzt musste Trump auch gescheiterte Ideen durch weit weniger aussichtsreiche ersetzen. Am augenscheinlichsten ist das bei der Zollpolitik, in der im das Oberste Gericht das Instrument selektiver Zölle aus der Hand geschlagen hat. Die globalen Zölle, die er stattdessen erheben will, taugen nicht als außenpolitisches Machtinstrument. Trump hat damit das wichtigste solche Machtinstrument, das er sich für seine zweite Amtsperiode erschaffen hatte, verloren.

In letzter Zeit ist Trump von seinem früheren Prinzip abgewichen, seine außenpolitischen Ziele ohne Rückgriff auf das Militär zu verfolgen. Im Falle Venezuelas hat er damit zumindest ein wenig in Richtung seines generellen Ziels bewegt, auch wenn man geteilter Meinung sein kann, ob der außenpolitische Schaden in bezug auf andere Akteure nicht überwiegt. Bei den Angriffen auf den Iran seit gestern ist Trumps Einsatz – und damit der potentielle Verlust – viel höher. Wie sehen seine Gewinnchancen nach knapp zwei Tagen aus?

Die Frage des Regimewechsels

Die Regimewechselstrategie der USA für den Iran folgt dem Drehbuch von Venezuela, mit den Variationen, dass Maduro entführt und Khamenei umgebracht wurde und dass Iran ein nennenswertes Verteidigungspotential hat. Gemeinsam ist beiden Fällen, dass es keinen plausiblen oppositionellen Ersatz für die gegenwärtigen Machtstrukturen in den beiden Ländern gibt. Der Begriff «Regimewechsel» ist daher irreführend. Es handelt sich in Venezuela nur um einen Führungswechsel innerhalb eines bestehenden Machtapparats, durch den die USA begrenzte Zugeständnisse erlangen konnten. Im Iran wird der Ausgang für die USA kaum besser ausfallen. Trump scheint das auch bewusst zu sein, wenn er an die iranischen Revolutionsgarden und das Militär appelliert, einzulenken.

Zunächst einmal war der «Enthauptungsschlag» zu Beginn des Kriegs über alle Maßen erfolgreich. Der eigentliche Staatsführer, Ayatollah Ali Khamenei, wurde in seiner Residenz getötet. Der Irak (kein Tippfehler) hat deswegen eine dreitägige Staatstrauer angekündigt. Desweiteren wurde laut dem iranischen Staatsfernsehen ein Schlag gegen ein Treffen des iranischen Verteidigungsrats geführt. Dabei kamen unter anderem der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte, Abdolrahim Mousavi, der Verteidigungsminister, Aziz Nasirzadeh, der Kommandeur des Korps der iranischen Revolutionsgarden, Mohammad Pakpour, und der Sekretär des Verteidgungsrats, Ali Shamkhani, ums Leben. Desweiteren behauptet Israel den Tod von Saleh Asadi, Leiter des Nachrichtendienstes des Khatem-Alanbieh-Kommandos, Mohammad Shirazi, Chef des Militärbüros von Ayatollah Ali Khamenei, Hossein Jabal Amelian, Leiter der Organisation für Innovation und Forschung im Bereich der Verteidigung und Reza Mozaffari-Nia, der Vorgänger von Amelian. Insgesamt sollen 40 iranische Offizielle getötet worden sein.

Dennoch ist der iranische Staat, einschließlich seiner Verteidigungsanstrengun-gen, bemerkenswert stabil. Das ist eine Ergebnis von Vorkehrungen, die genau für solche Fälle getroffen wurden. Die überlebende Schlüsselperson ist Ali Laridschani, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates (SNSC) des Iran. Ebenfalls überlebt haben der Präsident Masoud Pezeshkian, der Oberste Richter Gholam-Hossein Mohseni-Ejei, und Ayatollah Alireza Arafi, Mitglied einer mächtigen Verfassungsaufsichtsbehörde. Diese Drei bilden ein Triumvirat, das zunächst die Staatsführung übernimmt. Im Gegensatz zur Situation in Venezuela ist kein Einvernehmen zwischen diesem Triumvirat und den USA zu erwarten. Von einem Regimewechsel kann bisher nicht einmal ansatzweise geredet werden. Laridschani war nach dem gegenwärtigen Informationsstand der Kopf des gewaltsamen Vorgehens des iranischen Staates gegen Demonstranten Ende 2025/Anfang 2026 und führend an den Verhandlungen des Irans mit den USA im Oman beteiligt.

Generell kann ein Regimewechsel nicht ohne den Einsatz von Bodentruppen erzwungen werden. Ein einfacher Blick auf die Landkarte zeigt, dass die USA und Israel mit den ihnen zur Verfügung stehenden Truppen unmöglich die Kontrolle über Teheran (8.7 Millionen Einwohner, Nordiran),m geschweige denn über den gesamten Iran erlangen können. Das wäre ungleich schwerer als in Afghanistan, wo die USA auf Dauer militärisch gescheitert sind, obwohl sie Verbündete hatten, welche die ursprüngliche Bodenoffensive führten.

Ein Regimewechsel durch einen Volksaufstand erscheint ebenfalls unwahrscheinlich. Eine landesweit organisierte Opposition mit bekannten Führungsfiguren existiert nicht. Die Revolutionsgarden (Personalstärke zwsichen 150’000 und 190’000 Mann) haben ein erhebliches Interesse, einen Regimewechsel zu verhindern und sie sind die am besten ausgebildeten und bewaffneten Kräfte im Iran. Ihr paramilitärischer Arm Basij umfasst hunderttausende Freiwillige, von denen kaum eine Mehrheit mit den USA und Israel gleiche sache machen dürften. Weitere 350’000 Man bilden das reguläre Militär. Insgesamt sind die iranischen Streitkräfte mehr als doppelt so groß wie die deutsche Bundeswehr. Die Polizei hat eine Stärke von 300’000 Mann und war an der Niederschlagung der Proteste Ende 2025/Anfang 2026 beteiligt. Der iranische Staat kontrolliert die Informationsinfrastruktur erfolgreich. Auf den Straßen von Teheran dominieren Proteste gegen die USA und Trauer um Khamenei.

Insgesamt erscheint es unwahrscheinlich, dass der von Trump als Kriegsziel verkündete Regimewechsel stattfinden wird. Westliche Medien werden versuchen, es anders zu framen, aber die Militäraktion wird sehr wahrscheinlich beendet werden müssen, ohne ihre Ziele erreicht zu haben. So etwas kann man nicht als Sieg bezeichnen. Im Iran wird ein Überleben des Regimes, unabhängig von der Zahl der Opfer und den Schäden als Sieg dargestellt werden. Auch das wird dann nicht richtig sein, jedoch immer noch plausibler als die Behauptung eines Siegs Israels und der USA.

Die militärischen Kosten

Jede Militäraktion hat ein Kosten-Nutzen-Verhältnis. Falls es nicht zu einem Regimewechsel kommt, ist der Nutzen der Aktion für die USA und Israel für mich nicht klar ersichtlich. Die Nuklearanlagen und Nuklearwissenschaftler des Irans wurden bereits im vorigen Sommer attackiert. Die neuen Militärschläge dürften hier kaum oder keinen zusätzlichen Nutzen erbracht haben. Der Enthauptungsschalg ist zu sehr aus westlicher und israelischer Sicht gedacht. Ich glaube nicht, dass der Iran eine ähnliche Krise des Führungspersonals hat wie der Westen. In einer deutlich jüngeren Gesellschaft, die unter deutlich widrigeren Bedingungen aufgewachsen ist und lebt, fehlt es eher an Aufstiegsmöglichkeiten als an Führungsnachwuchs. Der Iran verbraucht ein paar Raketen und eine Menge Drohnen, hat aber selbst in der Hand, wie viele, weil es sich nur um Vergeltungsschläge handelt. Auch hier ist das Problem, dass Israel und die USA keine Bodentruppen einsetzen wollen und können. Der Iran ist nicht zu Verteidigungsoperationen gezwungen.

Umgekehrt halten sich auch die Verluste der USA und Israels, soweit sie bekannt sind, bisher in Grenzen. Immerhin hat der Iran das Logistikzentrum (Naval Support Activity Bahrain) und damit die Heimatbasis der 5. US-Flotte gestern schwer getroffen. Es war kein Pearl Harbor, die 5. US-Flotte belibt einsetzbar. Gleichwohl dürften künftige Einsätze, zum Beispiel zur Öffnung der Straße von Hormus, erschwert sein.

Schwerer wiegt der iranische Treffer gegen ein AN/FPS-132-Radar ebenfalls in Bahrain, der durch ein Video belegt zu sein scheint. Die Drohne mit Kosten von deutlich unter 50’000 US$ hat wohl ein Radarsystem mit Kosten von etwa einer Milliarde US$ zerstört. Das ist mehr als ein Achtungserfolg und hat auch unmittelbare Folgen für die Koordination der Luftverteidigung der US-amerikanischen Aggressoren und der mit ihnen verbündeten Golftstaaten. Es ist auch eine Peinlichkeit, nach der sich die Frage stellt, was das US-Militär eigentlich aus der jahrelangen Beobachtung des Ukraine-Kriegs gelernt hat. Die langsame Shahed-Drohne ist kein System, das bis zu einer teuren Radarstation vordringen darf.

Bisher wurden drei amerikanische Soldarten getötet und fünf schwer verletzt.

Insgesamt scheint mir das Kosten-Nutzen-Verhältnis aus US-Sicht bisher stark negativ auszufallen.

Die Erdöl- und Erdgasfrage

Durch Druck mit seiner Zollpolitik war es Trump Anfang 2026 gelungen, Indien zu einer deutlichen Reduktion seiner Erdölkäufe in Russland um etwa 40% auf etwa 600’000 Barrel/Tag zu bewegen. Das betraf auch eine große Menge
russischen Öls, das sich bereits auf Tankern auf hoher See mit der Destination Indien befand. China kaufte den größten Teil dieses Öls auf, allerdings nur mit erheblichen Preisabschlägen. Gleichzeitig wurde dadurch der Iran, er 90% seiner Erdölexporte nach China tätigte, zu einem Preisnachlass gezwungen. Netto waren die finanziellen Verlierer Russland, der Iran und Indien und der Gewinner war China. Das strategische Ziel der Aktion war es, in den Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs Druck auf Russland aufzubauen.

Während diese Verhandlungen noch laufen, hat Trump den Iran angegriffen, mit dem Ergebnis, dass die Straße von Hormus erst einmal und auf unabsehbare Zeit für Erdölexporte blockiert ist. Etwa 20% der weltweiten Erdölexporte verlaufen über diese Route, darunter alle iranischen Exporte. Der Iran hat in Friedenszeiten gegenwärtig eine Exportkapazität von 1.5 – 1.7 Millionen Barrel/Tag. Maximal 300’000 Barrel/Tag könnten über die als Tauschkapazität gedachte Route über das Kaspische Meer exportiert werden. Weitere maximal 300’000 Barrel/Tag könnte der Iran im Prinzip über den Hafen Jask am Persischen Golf exportieren, der südlich der Straße von Hormus liegt. Diese Route könnten die USA aber leicht blockieren. Wahrscheinlich ist daher, dass China mehr russisches Erdöl wird kaufen müssen, um den Ausfall iranischer Lieferungen zu kompensieren. Es wird dafür einen höheren Preis akzeptieren müssen, was über den Preis und die Liefermenge mehr Geld in die russische Kriegskasse spülen wird.

Gleichzeitig verändert sich die Situation für Indien, das seit der Einschränkung der Importe aus Russland den größten Teil seiner Erdölimporte über die Straße von Hormus abdeckt (zuvor etwa 50%). Auch 80-85% des von Indien importierten Haushaltsgases (Kochen) und 60% des verflüssigten Erdgases werden über diese Route importiert. Indien kann eine kurrzeitige Blockade dieser Route überbrücken, nicht aber eine langzeitige. Importe aus Russland, für welche die Infrastruktur in Indien existiert, sind praktisch die einzige Alternative für die erforderlichen Mengen. Indien wird diese Importe wieder erhöhen müssen und dafür ebenfalls höhere Preise akzeptieren müssen.

Die 300’000 Barrel/Tag, die der Iran im Prinzip über das Kaspische Meer exportieren könnte, wären ein gegenüber der jetzigen Situation umgekehrter Fluss. Derzeit exportiert Kasachstan über diese Route 300’000 Barrel/Tag in den Iran, der diese Menge in Raffinerien im Nordiran verabeitet. Gleichzeitig exportierte Iran bisher im Auftrag Kasachstans 300’000 Barrel/Tag eigenes Rohöl über seine südlichen Häfen. Es gibt keine kurz- oder mittelfristige Möglichkeit für Kasachstan, diese Menge zu exportieren, ohne russische Pipelines zu nutzen. Wenn der Fluss umgekehrt wird, mach das netto 600’000 bpd kasachisches und iranisches Erdöl, an desssen Transport Russland verdienen würde.

Die Erdölexporte der Golfstaaten hängen kritisch von der Passierbarkeit der Straße von Hormus ab. Kuweit, der Irak und Katar haben keine alternativen Exportrouten. Bei Katar gilt das auch für die Exporte von verflüssigtem Erdgas (LNG). Obwohl Russland auch von der sich öffnenden Weltmarktlücke bei LNG profitieren würde, könnte es diese Lücke nicht annähernd schließen. Die Gaspipeline Sibirien 1 von Russland nach China operiert gegenwärtig bereits auf voller Kapazität. Die nächste Pipeline (Fernost-Route) wird frühestens am 1. Januar 2027 in Betrieb gehen. Bleibt die Straße von Hormus länger geschlossen, so werden die Erdgaspreise weltweit erheblich steigen und zwar soweit, bis die enstehende Lücke durch Minderverbrauch kompensiert ist.

Saudi-Arabien hat eine leistungsfähige Ost-West-Pipeline, die allerdings zum Teil auch für die Inlandsversorgung benötigt wird. Sie würde bei einer andauernden Blockade der Straße von Hormus eine Exportmenge von 2-3 Millionen Barrel/Tag ermöglichen. Im Februar 2026 hat Saudi-Arabien 7.3 Millionen Barrel/Tag exportiert. Weitere 1.5 Millionen Barrel/Tag könnten die Vereinigten Arabischen Emirate über die Abu Dhabi Crude Oil Pipeline und den Golf von Oman exportieren. Deren Exportmenge betrug im 1. Quartal 2025 2.86 Millionen Barrel/Tag und Produktionszahlen für Januar 2026 legen nahe, dass sie zuletzt noch größer war. Bleibt die Straße von Hormus länger geschlossen, so werden auch die Erdölpreise weltweit erheblich steigen und zwar auch hier soweit, bis die entstehende Lücke durch Minderverbrauch kompensiert ist.

Die Hauptprofiteure würden bei Erdgas die USA, Australien und Russland sein, in geringerem Maße Kanada, Nigeria und Angola. Bei Erdöl wären die Hauptprofiteure, in dieser Reihenfolge, Russland, die USA, Kanada, Norwegen, Brasilien, Kasachstan (mit russischem Transportprofit), Mexiko, Nigeria und Angola. Unter diesen Ländern kann allein Russland eine sich auftuende Marktlücke schnell durch Exportausweitung schließen. Russland hat 150 Millionen Barrel Erdöl in Tankern auf dem Meer. Es ist wahrscheinlich, dass sich bereits kurzfristig Käufer finden werden. Der mühsam aufgebaute Druck auf die russischen Energieexporte droht in kurzer Zeit zu verpuffen.

Die Hauptleidtragenden eine längeren Blockade der Straße von Hormus wären die Golfstaaten – Verbündete der USA – sowie auf der Seite der Importeure die EU, die nicht auf Importe aus Russland ausweichen kann, Indien und China. Auch Japan und Südostasien wären Leidtragende.

Insgesamt kann man folgern, dass die USA wirtschaftlich von einer längeren Blockade der Straße von Hormus profitieren würden, das wirtschaftliche Druckpotential gegen Russland verschwinden würde, sich die wirtschaftliche Krise der EU-Staaten verschärfen würde, die Weltwirtschaft insgesamt einen erheblichen Schock erleben würde und die Golfstaaten dazu neigen könnten, ihre Beziehung zu den USA zu überdenken.

Die innenpolitische Frage in den USA

Die Bemerkung Trumps in Riad im Mai 2025 kam nicht von ungefähr. Sie entsprang einer Analyse einer verfehlten Politik der USA im Nahen und Mittleren Osten in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten und war deckungsgleich mit der Meinung des Vizepräsidenten J. D. Vance in dieser Frage. Vance hatte für die US-Armee im Irak gedient. Diese Haltung entsprach auch dem Selbstverständnis der «Make America Great Again» (MAGA)- Bewegung, nach der Geld nicht für außenpolitische Hegemoniebestrebungen sondern für die amerikanische Bevölkerung ausgegeben werden sollte.

Trump ist die unangefochtene Führungsfigur der MAGA-Bewegung. Protest gegen seine Politik wird verhalten bleiben. Jedoch wird Trumps Handlungsspielraum bereits durch eine geringere Mobilisierung der MAGA-Bewegung eingeschränkt. Mit anderen Worten schadet ihm nicht nur vernehmlicher Protest, sondern auch Deenegagement und Resignation innerhalb dieser Bewegung.

Auf der anderen Seite gewinnt Trump mit dieser Aktion führende Republikaner mit außenpolitsichen Interessen zurück, die er mit seiner Ukraine-Politik vergrätzt hat. Fast all diese Leute sind unbedingte Unterstützer Israels und werden sich in der Iran-Frage jeder Kritik an Trump enthalten. In eine Bredouille geraten eher die US-Demokraten, die sich gegen diese Aktion aussprechen und dadurch als anti-israelisch dargestellt werden können. Obwohl die US-Demokraten weniger israelfreundlich sind als die Republikaner, wählen doch viele US-Amerikaner jüdischer Abstammung demokratisch. Wenn die Demokarten als Unterstützer des Iran wahrgenommen werden, dürfte ein teil von ihnen das Lager wechseln oder gar nicht wählen. Aus diesen Gründen ist es auch wahrscheinlich, dass Trump für diesen Krieg Unterstützung im Kongress finden wird, sobald und wenn er welche benötigt.

Den Einfluss auf die Zwischenwahlen im Spätherbst 2026 ist weniger klar vorhesagbar. Bisher hatte ich angenommen, dass Trump im Frühsommer eine Pause bei der Durchsetzung derjenigen Punkte seiner Agenda einlegen würde, die von einer Mehrheit der US-Bürger abgelehnt werden oder die Inflation treiben. Stattdessen würde er eine Reihe von Entscheidungen treffen, die kurzfristig die Lebensbedingungen verbessern würden, also den Anstieg der Lebenshaltungskosten zumindest drosseln und einen Scheinaufschwung erzeugen würden. Strategisch wäre das sinnvoll, weil ein Verlust der Mehrheiten im Repräsentantenhaus und Senat oder in einer der Kammern für seine Agenda schädlicher wäre als die Verringerung des UMsetzungstempos für einige Monate.

Will er diese Strategie verfolgen, dann muss er allerdings die Militäraktion gegen den Iran bis zum Frühsommer beenden, ohne dabei einen größeren Gesichtsverlust zu erleiden und ohne die Weltwirtschaft in einen Zustand zu versetzen, der zu einem weiteren Inflationsschock in den USA führt. Angesichts der Importabhängigkeiten der USA (das Außenhandelsdefizit ist trotz der US-Zölle 2025 noch einmal um 2% gestiegen) kann das nicht umgesetzt werden, wenn die Straße von Hormus länger als für ein paar Wochen blockiert bleibt. Aus militärstrategischer Sicht ist es ungünstig, einen Krieg zu beginnen, bei dessen Führung die Optionen zeitlich begrenzt sind. Man gelangt so leicht in eine Zwickmühle, in der man entweder politische oder militärische Ziele aufgeben muss.

Insgesamt erscheint mir der Krieg gegen den Iran als innenpolitischer Fehler ohne außenpolitischen Nutzen für die USA selbst. In der Bemerkung Laridschanis, dass Trump statt «Make America Great Again» nun «Make Israel Great» verfolge, steckt ein Körnchen Wahrheit.

Fazit

Obwohl die Gegner Trumps bisher keine erfolgversprechende Strategie gegen ihn entwickeln konnten, wird es in letzter Zeit wahrscheinlicher, dass er schließlich scheitern wird – an seiner eigenen Hybris. Der Grund ist, dass in seiner Versuch-und-Irrtum Politik die Irrtümer überwiegen. Bisher hat Trump die Welt zu seinen Gunsten verändert. Da er aber ständig den Einsatz erhöht, kann ein einziger Verlust die Bilanz umkehren. Es erscheint möglich, dass der Angriff auf den Iran zu diesem Verlust führt.


601 Antworten zu “Die Politik von Versuch und Irrtum”

  1. Und auf der Inlands-Baustelle (für Trump):

    Die Bewegung «Tax the rich» will in Kalifornien ein Referendum ergreifen, um eine einmalige 5%-ige Vermögensabgabe für Milliardäre zu erreichen. Dazu müssen sich nun die Demokraten in diesem Bundesstaat positionieren, auch einer der wenigen national wirklich bekannten demokratischen Gouverneure, Gavin Newsom.

    Wie immer sie sich entscheiden, sie werden etwas verlieren.

  2. «Die US-Regierung hat die Ukraine in einer formellen, diplomatischen Einspruchsmitteilung dazu aufgefordert, Angriffe auf den russischen Hafen Noworossijsk zu unterlassen. Das teilte die ukrainische Botschafterin in Washington, Olha Stefanischyna, bei einer Pressekonferenz mit, wie der US-amerikanische Nachrichtensender CNN berichtete. Als Grund für die Aufforderung teilte Washington Kiew wohl mit, dass derlei Angriffe die US-amerikanischen Wirtschaftsinteressen beeinträchtigen würden. »

    Quelle: Der Tagesspiegel

  3. «Obwohl die Gegner Trumps bisher keine erfolgversprechende Strategie gegen ihn entwickeln konnten, wird es in letzter Zeit wahrscheinlicher, dass er schließlich scheitern wird…»

    Na ja, ich wuerde sagen: Scheitern auf der ganzen Linie 🤣

    PS: Die ueberlebende Schlüsselperson sollte sich besser in Sicherheit bringen. Das geht manchmal schneller als man denkt, und es ist alles schwarz 😉

    https://orientalstiftung.org/wp-content/uploads/2025/08/لاریجانی.jpg

    (Ihr Link funktioniert bei mir nicht.)

            • Funktioniert. Danke!

              «US-Präsident Donald Trump sagte, das Treffen sei «sehr gut» verlaufen, und kündigte weitere Gespräche an.» 🤣

              Na ja, ich denke, Ali Laridschanis Zeit ist bald abgelaufen.

              PS: Was haelt T. eigentlich in der Hand? Soll das eine Brandfackel sein?

              • «Was haelt T. eigentlich in der Hand?»

                Verlangt hatte ich eine zum Bumerang gebogene Rakete. Das erkennt man zwar nicht, aber ich fand das Bild insgesamt gelungen.

                deepai.org macht eigentlich nie genau das, was ich verlange, aber gerade das finde ich reizvoll.

                  • «mit gleicher Muenze zurueckschlagen kann»

                    Nee, asymmetrisch. Es ist nur nicht einfach, dazu eine Illustrationsidee zu entwickeln.

                    Eigentlich war bekannt, dass der Iran angesichts seiner Luft- und Marine-Unterlegenheit Konzepte der asymmetrsichen Kriegsführung entwickelt hat. Die USA scheinen von den Auswirkungen insbesondere auf die mit ihnen verbündeten Golfstaaten (wo sie ihre Basen nahe am Iran haben) dennoch ziemlich überrascht zu sein.

                    Nach drei Kriegstagen sollte man noch keine weitreichenden Schlussfolgerungen ziehen, aber es läuft derzeit bedeutend schlechter für die USA als selbst ich gedacht hätte. Nach dem Enthauptungsschlag hat nicht mehr viel geklappt.

                    • @izi
                      >>>Nach dem Enthauptungsschlag hat nicht mehr viel geklappt.<<<
                      Militärisch gesehen, haben Sie vielleicht recht.
                      Wenn aber die Führung keine Führer mehr bekommt, weil die, ich sage mal, Fracksausen haben, die nächsten zu sein, was dann?
                      Es wäre ja möglich, dass man denkt, dass dann auf deren Seite irgendwie "eingelenkt" wird.
                      Was immer sich USA und Israel auch darunter vorstellen.
                      Ich kann es ja nun nicht beweisen, aber ich habe das Gefühl, dass man auf der Seite der Agressoren weiss, wo man zuschlagen muss, um aus 40 Toten schnell 41, 42 oder mehr werden zu lassen…🤔

                    • «Wenn aber die Führung keine Führer mehr bekommt, weil die, ich sage mal, Fracksausen haben, die nächsten zu sein, was dann?»

                      Sie denken, wie die Strategen in Washington und Tel Aviv, zu westlich. Eben das ist ja auch offensichtlich nicht geschehen.

              • «Na ja, ich denke, Ali Laridschanis Zeit ist bald abgelaufen.»

                Hier:

                https://www.ledevoir.com/monde/moyen-orient/964374/guerre-israel-etats-unis-iran-ari-larijani-tue

                Freilich, kann auch nur zionistische Propaganda sein.

                Allerdings das Regime sollte auf ihre Schergen wirklich besser aufpassen. Oder brauchen die wirklich noch mehr Maertyrer, um die islamische «Republik» zusammenzuhalten?

                Und ja, Gesslerhut: Gegen die findet gerade ein brutaler, unprovozierter voelkerrechtswidriger Angriffskrieg statt.

                Das ist (fast) alles richtig, genau so wie, dass T. das groesste Rindvieh ist, das ich bisher gesehen habe.

  4. Wolfgang Ischinger (Münchner Sicherheitskonferenz) hat grosse Zweifel daran, dass die Angriffe von einer durchdachten Strategie unterlegt sind.

    Dass ich mit dem mal einer Meinung bin…

    Quelle: Letzte Minuten des ARD-Brennpunkts

  5. Danke für die Ausführung. In der US-Beteiligung an dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Iran halte ich 2 Strategien für denkbar. Zum einen würde eine Schwächung Irans auch BRICS schaden, geopolitisch & wirtschaftlich. Gerade für Russland (aber nicht nur) ist der Internationale Nord-Süd-Transportkorridor (INSTC) von entscheidender Bedeutung für den Transport von Waren zwischen dem Kaspischen Meer & dem Persischen Golf. Iran ist ein zentrales Transitdrehkreuz im INSTC, der frei von westlichen Einflüssen & Sanktionen funktioniert. Die Installierung eines Marionettenregimes oder ein entfachter Bürgerkrieg könnten die Handelsroute behindern & weitere Projekte stoppen.

    Zum anderen ist eine Verpflichtung der Trump-Regierung ggü. Israel zu vermuten oder eine Art Druck auf T aus welchen Gründen auch immer. In dem Ausspruch MIG steckt mehr als ein Körnchen Wahrheit. Wobei auch USA ein Interesse daran haben, den Einfluss Irans im Nahen Osten weiterhin zu schwächen.

    • Ich würde das Ding ja auch in den Operationsbereich iranischer ballistischer Raketen verlegen, anchdem die «Abraham Lincoln» angegriffen wurde.

      Aber nur, wenn ich mir der Luftabwehr des Flugzeugträgers seeeeehr sicher wäre.

  6. Trump hat sich gestern Abend (vermutlich) wieder einmal in einer Rede selbst widersprochen. Er prognostizierte eine Kriegsdauer von vier Wochen und sagte im gleichen Atemzug, der Krieg werde so lange fortgesetzt, bis alle Ziele erreicht seien.

    Quelle: ZDF MoMa,

  7. «Der britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern ist in der Nacht von einer Drohne getroffen worden. Das berichtete das zyprische Nachrichtenportal «Cyprus Mail» unter Berufung auf gut informierte Kreise. Eine Bestätigung seitens der Behörden liegt zunächst nicht vor. Wer die Drohne abgefeuert hat, ist bislang nicht bekannt.»

    Quelle: NZZ-Liveticker

    Anmerkung: Es ist ausgeschlossen, dass eine im Iran gestartete «kleine Drohne» Zypern erreicht hat.

    • Bereits gestern hatte Grossbritannien die Nutzung dieser Basis durch die US Air Force für «Defensivoperationen» im Zusammenhang mit den Angriffen auf den Iran autorisiert. Dabei ist «defensiv» wie in der gemeinsamen Erklärung von Merz, Macron und Starmer ein Orwell-Begriff. Es geht um Angriffe auf Raketenabschussrampen und Raketen im Iran.

      Quelle: BSS News

      Laut Daily Mail gab es starke Explosionen, aber nur geringfügige Schäden und keine Toten und Verletzten.

    • «In einer gemeinsamen Erklärung ..».

      Da sollte sich jeder Soldat verweigern. Und es dürfte gute Gründe für jene geben, wenn es dann zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt.

      • @pleifel
        >>>Da sollte sich jeder Soldat verweigern. Und es dürfte gute Gründe für jene geben, wenn es dann zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt.<<<
        Wenn Sie Grundwehrdienst machen, ist das möglich. Die werden aber auch dafür nicht ausgewählt.
        Es betrifft längerdienende.
        Da geht es zuerst nach freiwilligkeit.
        Wenn es zuwenige gibt, wird angeordnet.
        Da ist dann eine Weigerung allerdings vor Gericht schlecht zu begründen.
        So war zunindest die Rechtslage noch vor dem neuen Dienstgesetz.

        • Egal, von welchem Arbeitgeber man seine ‚Anweisungen‘ auch erhält, letztlich entscheidet man immer noch selbst!

          Ersetzt man nun ‚Anweisung‘ durch ‚Befehl‘, dann scheint das selbstbestimmte Denken/Handeln wohl auszusetzen.

          • @pleifel
            >>>Ersetzt man nun ‚Anweisung‘ durch ‚Befehl‘, dann scheint das selbstbestimmte Denken/Handeln wohl auszusetzen.<<<
            Das war ja schon zu BRD Zeiten ein Euphemismus, wenn man von "Bürger in Uniform" sprach.
            Man unterstand als vereidigter Soldat eben auch IMMER der Militärgerichtsbarkeit.
            Und da gelte die Grundgesetze halt nur noch eingeschränkt.
            Deswegen ist ja die Diskussion um das neue Wehrdienstgesetz scheinheilig.
            Das einzige, was in Dt. jemanden davor bewahrt, in einem wirklichen Kriegsfall an die Front geschickt zu werden, ist eben, den Wehrdienst verweigern.
            Damit kann man dann zwar nicht einem möglichen Krieg verhindern, aber zumindest wird man nicht gezwungen, mit der Waffe in der Hand zu kämpfen.
            Das ist ja eigentlich für mich auch eine Zwickmühle.
            Ich bin ja nun kein Pazifist. Ich habe auch zu Ostzeiten bei der NVA gedient. Mich musste man auch nicht überzeugen.
            Für mich war damals die Welt noch ziemlich übersichtlich:
            Auf der einen Seite NATO, auf der anderen Seite Warschauer Pakt.
            Die NATO war mit USA verbunden. Die USA haben seit 1945 mehrere Kriege und Invasionen zu verantworten gehabt. Also nicht auf Friedenssicherung aus.
            Die UdSSR ist sozialistisch. Verteidigungsausgaben sind eigentlich schädlich, für eine Volkswirtschaft, die nicht auf Aktien, Dividenden und Börsenpreise gründet. Aber wenn doch Angriff, dann muss man sich verteidigen können.
            Bei Ihnen wird es vielleicht ähnlich gewesen sein.
            Und Wehrdienstverweigerer werden AUCH nicht IMMER die Motive gehabt haben, die sie vorgaben.
            Ich kann auch nicht sagen, wie ich mit jetzt als Jugendlicher von 18 Jahren entscheiden würde.
            Es kommt ja auch immer auf das Umfeld an, in dem man aufwächst.
            Ich habe allerdings einen Enkel, der ist 18.
            Der ist ja noch mit seinen Eltern in Moskau, muss aber, wenn er diesen Jahr Abitur macht, nach Dt. zurückkehren.
            Der wird dann wahrscheinlich diesen Brief erhalten.
            Vielleicht hat er ihn auch schon über die dt. Botschaftspost erhalten, weil er vor kurzem 18 wurde.
            Dem würde ich auf alle Fälle raten, den Wehrdienst zu verweigern.

            • «Dem würde ich auf alle Fälle raten, den Wehrdienst zu verweigern.»

              Das würde ich ihm auch ‚raten‘. Zur Zeit des ‚Kalten Krieges‘ waren die Fronten noch klar.

              In den Siebzigern (also der Wehrpflichtzeit) wäre als Alternative natürlich der Ersatzdienst möglich gewesen (als anerkannter Verweigerer).

              Danach war mir damals nicht, da ich ein Ziel bei der Luftwaffe verfolgt hatte, zu dem ich mich verpflichten musste. Es sollte zur Ausbildung mit Mindestlaufzeit dienen, um anschließend im zivilen Bereich im Rettungsdienst (Helikopter) arbeiten zu können.

              Aber, es kommt des Öfteren anders als man denkt, insoweit wurde es dann Z2 in Zusammenarbeit mit der zivilen Flugsicherung und damit wäre kein Kampfauftrag verbunden gewesen (was ich dann auch verweigert hätte).

              Und genau in der Zeit gab es dann das Münchener Attentat bei Olympia und die freien Zugänge auf die Aussichtsplattformen der Flughäfen wurden dann rigoros reduziert, was bis heute weitgehend so geblieben ist.

              Bemerkenswert ist doch, dass Verschärfungen mit Eingriffen in die Lebensbereiche der Menschen schnell/dauerhaft vollzogen werden und der Weg zurück (wenn überhaupt), selten beschritten wird.

              Woran mag das wohl liegen? Zumal es nicht im Interesse (meine Annahme) der großen Mehrheit der Menschen ist.

            • «Ich kann auch nicht sagen, wie ich mit jetzt als Jugendlicher von 18 Jahren entscheiden würde.»

              Es klingt zwar widersinnig, aber ich war als Offiziersschüler pazifistischer als jetzt.

              Inzwischen sehe ich ein, dass ein Land verteidigungsfähig sein muss. Gleichzeitig traue ich der deutschen Regierung nicht über den Weg, dass sie die Bundeswehr nur zur Verteidigung (einschliesslich kollektiver Verteidigung) einsetzt. Es wäre wirklich keine einfache Entscheidung.

            • @izi
              >>>Es klingt zwar widersinnig, aber ich war als Offiziersschüler pazifistischer als jetzt.
              Inzwischen sehe ich ein, dass ein Land verteidigungsfähig sein muss<<<

              Damals dachten Sie das, bezüglich VERTEIDIGUNGSFÄHIG, nicht?
              Dann verstehe ich Ihren Berufswunsch auch nicht richtig.🤔
              Ich weiss ja nicht auf was Sie sich beziehen.
              Wenn Pazifismus bedeutet, keine Gewalt anzuwenden, hat sich bei mir nichts geändert.
              Das heisst aber nicht, dass ich mich nicht verteidigen würde.
              Allerdings würde ich mein Gegenüber nicht immer weiter reizen, bis der vielleicht die Beherrschung verliert.
              Von daher traue ich dieser Regierung mittlerweile GAR NICHT mehr.
              Aber wenn ICH heute als 18 jähriger entscheiden müsste, weiss ich ja nicht, was ich als 18 jähriger wissen würde, was ich selbst heute als 67 jähriger weiss.
              Klingt sperrig, ich hoffe, sie verstehen, was ich meine.

              • «Dann verstehe ich Ihren Berufswunsch auch nicht richtig.»

                Es war kein Berufswunsch. Ich war Offizier auf Zeit und wollte mich vor dem anderthalbjährigen Grundwehrdienst und der Gammelei als Unteroffizier auf Zeit drücken 😉

                • @izi
                  >>>Ich war Offizier auf Zeit und wollte mich vor dem anderthalbjährigen Grundwehrdienst und der Gammelei als Unteroffizier auf Zeit drücken<<<
                  Na ja, dann ist es klar.
                  Das hätten Sie aber auch mal eher sagen können, dass Sie nur ein Unterlolli waren 🤣😅😂
                  Das war jetzt die Retourkutsche für den Uffz in Verbindung mit Gammelei.

                  • «Gammelei als Unteroffizier»

                    Diese ‚Belohnung‘ ist mir dann auch angeboten worden, wobei ich zur Ausbildung dazu auch noch über Monate im Ausland hätte verbringen müssen, also in Bayern! lol

                    • @pleifel
                      Ich glaube, bei Ihnen in der damaligen Bundeswehr war ein Uffz. etwas ganz anderes als in der NVA.
                      Dort war man eher wirklich der letzte Arsch.
                      Tagesack, und mit Gammelei war da auch nichts, zumindest nicht, wenn man in eine Einheit versetzt wurde.
                      Man war genauso eingesperrt wie der Soldat.
                      Zwischen Bundeswehr und NVA lagen wirklich Welten.
                      Izi als OaZ war da merklich und bedeutend bessergestellt.
                      Obwohl auch er 3 Jahre dienen musste.

                    • Oberst Zapf: Waren am Ende der DDR 4 Jahre, ein Jahr Ausbildung und 3 Jahre an der Kasernenfront. Danach bekam Itzi den Offiziersgrad, mit dem man in der BRD einstieg. War dann auch besser für den Geldbeutel, auch während des Studiums. Soviel Klarstellung muss sein)))

                    • «Obwohl auch er 3 Jahre dienen musste.»

                      4, um genau zu sein. Bei meinem Bruder waren es noch 3. Aber eben nur eines in Unfreiheit. Danach im Ledigenwohnheim ausserhalb des Kasernengeländes und freie Verfügung über die meisten Wochenenden und Wahl der Urlaubstage. Nach dem ersten Jahr war es eher ein normaler Job.

                    • «War dann auch besser für den Geldbeutel, auch während des Studiums.»

                      Sie werden lachen (oder auch nicht). Es wird sich sogar bei meiner bundesdeutschen Rente bemerkbar machen.

                      Der Feind zahlt mit, sozusagen.

                    • @Itzi, es mag ja sein dass sie von den 4 Jahren in Sachen Rente profitieren – den Berufssoldaten/Offizieren hat man aber irgendwas rausgestrichen mit dem Einheitsvertrag. Aber da müsste ich noch mal genau nachfragen – da zu jung in der Sache.

                  • @izi
                    >>>Was wählen Sie als Duellwaffe: Worte oder Ehrendolch?<<<
                    Da ich 1976 bei den Panzers war, einen damaligen T-55.
                    Für Sie bliebe dann nur die Schilka übrig.
                    Die ersten 3400 Schuss haben Sie 🤣😅😂
                    Allerdings mit der damaligen Munition, nicht dass Sie denken, Sie können mich austricksen 😉

        • «Da ist dann eine Weigerung allerdings vor Gericht schlecht zu begründen.»

          Da § 13 VStGB das Führen und bereits die Vorbereitung eines Angriffskriegs durch die Regierung verbietet, kann die Regierung nicht die Beteiligung von Soldaten an einem solchen gerichtlich durchsetzen. Diese Strafnorm ist zudem durch Art. 26 Grundgesetz unterlegt.

      • «Und es dürfte gute Gründe für jene geben, wenn es dann zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt.»

        Ja, ich glaube, der Staat könnte es nicht darauf ankommen lassen. Wenn Deutschland sich an einem Angriffskrieg beteiligt, gehört von Rechts wegen ja der Bundeskanzler vor Gericht. Das wurde beim Krieg gegen Restjugoslawien zwar vom Generalbundesanwalt Nehm mittels Rechtsbeugung verhindert, aber dann im gleichen Zug einen Soldaten zu verklagen, würden sie wohl kaum wagen.

  8. Die drei F-15 sind durch Feuer der eigenen Seite abgeschossen worden, weil es dem Iran gelungen ist, über Kuweit die Luftverteidigung der USA und ihrer Verbündeten zu überlasten. Die Kuwaitis sind unschuldig. Die falsche Zielzuweisung kam vom US-amerikanischen Zentralkommando, das die Luftverteidigung koordiniert. Möglicherweise spielt auch die Ausschaltung des amerikanischen Super-Radars in Bahrain am Tag zuvor durch eine iranische Billig-Drohne eine Rolle.

    Quelle: Defense Security Asia

  9. Der Iran scheint nicht durch das 1-Milliarde-AN/FPS-132-Radar (oder ein FPS-59 für 300 Millionen, da streiten die Quellen) im Bahrain ausgeschaltet zu haben, sondern auch das zweite US-Radar dieser Art in Katar.

    Quelle: Kashmir Observer

    Das dürfte einer der Gründe für die ernsten Probleme der US-Luftverteidigung heute sein. Dieses Problem ist nicht kurzfristig lösbar.

    • @izi
      Ich würde ja sehr hoffen, dass die Amis Schiffbruch erleiden mit ihrer Agression
      Allein ich glaube es nicht.
      Die Allianz ist einfach zu stark.
      Wenn Iran einen Flugzeugträger versenken würde, gut, dann vielleicht.
      Aber auch das kann bei den Amis anders ausgehen.

            • Ich sehe nicht einmal, dass es am Beginn ein klares Kriegsziel gab. Man wollte draufhauen und glaubte, das iranische Regime würde dann schon zusammenbrechen – und wenn nicht, dann würde man nach wenigen Tagen die Angriffe einstellen können und seine Verhandlungsposition verbessert haben.

              Das waren wohl die Pläne A und B. Ich denke, man kann bereits sagen, dass sie beide gescheitert sind. Nach den widersprüchlichen Aussagen von Präsident, Kriegsminister und Aussenminister scheint mir desweiteren, dass es einen Plan C nicht gibt. Nach drei Tagen Krieg ist man bereits an dem Punkt, an dem man nur noch versucht, sich irgendwie durchzuwurschteln.

        • @izi
          >>>Wenn sogar schon die F.A.Z. orakelt, dass den Amerikanern bald die Munition ausgehen könnte…<<<
          Na, wenn jetzt die Europäer auch mit einsteigen, würde ich vorschlagen, die Amis machen es wie in den beiden Weltkriegen.
          Auf Kriegswirtschaft umstellen und die Europäer zahlen lassen. 😉

          • «Kriegswirtschaft umstellen»

            Und die Ukraine? Aus welchen Beständen sollen/können die deann noch ‚bedient‘ werden. Dieser Konflikt gerät völlig aus dem Fokus.

            Oder anders, der Druck auf die Ukraine dürfte steigen, denn falls das mit dem Iran noch intensiver/langwieriger wird, dürfte T. Europa noch weniger unterstützen (können).

            Und diesmal dürfte es an den Kapazitäten der USA liegen, es sei denn, die stellen auf Kriegswirtschaft um. Was selbst T. nicht gelingen dürfte, weil das völlig gegen seine Wahlversprechen stehen würde.

            Bereits jetzt lehnt eine deutliche Mehrheit der Amerikaner diese Sch.. ab!

            • @pleifel
              >>>Und diesmal dürfte es an den Kapazitäten der USA liegen, es sei denn, die stellen auf Kriegswirtschaft um. Was selbst T. nicht gelingen dürfte, weil das völlig gegen seine Wahlversprechen stehen würde.<<<

              Ich weiss ja nicht, WER alles von den Amis Trump gewählt hat.
              Aber wenn da ein paar Arbeitslose drunter waren, die würden sich vielleicht eher über gutbezahlte Jobs freuen.
              Denen ist das, was Trump in seinen Wahlversprechen getönt hat hinsichtlich Frieden, wahrscheinlich eher egal.

            • «es sei denn, die stellen auf Kriegswirtschaft um»

              Selbst wenn Trump wollte und könnte (das geht ohne Kongress wirklich nicht), hat das eine Zeitskala von Monaten. Diese Zeit hat Trump in der gegenwärtigen Situation nicht.

  10. Was begründet eigentlich aktuell diese hektische Aktivität hinsichtlich atomarer Aufrüstung/Beteiligung in Europa? Der Iran kann doch unmöglich ein plausibler Grund/Anlass dafür sein.

    «Polens Regierungschef Donald Tusk begrüßt den französischen Vorstoß, die Zusammenarbeit mit anderen Staaten zur atomaren Abschreckung auszuweiten. Tusk schreibt auf X, man führe dazu Gespräche mit Frankreich und einer Gruppe der engsten Verbündeten. «Wir rüsten mit unseren Freunden auf, damit unsere Feinde es nicht wagen, uns anzugreifen.» Frankreich will sich mit acht Ländern, darunter Deutschland und Großbritannien, auf die Ausweitung seines Atomschutzschirms auf Europa verständigen. «Es wurden Kontakte zu einer ersten Gruppe von Verbündeten geknüpft, angefangen natürlich mit unserem wichtigsten Partner, Deutschland», sagte Macron. «Sie haben positiv auf das Angebot Frankreichs reagiert. Heute kann somit eine neue Etappe der französischen Abschreckung konkretisiert werden.» Die weiteren interessierten Länder seien Polen, die Niederlande, Belgien, Griechenland, Schweden und Dänemark. Konkret stellt Macron in Aussicht, dass Partner an den französischen Atomübungen teilnehmen könnten. Außerdem könnten vorübergehend strategische Elemente zu den Verbündeten verlegt werden.» ntv 21:40

    • „Was begründet eigentlich aktuell diese hektische Aktivität hinsichtlich atomarer Aufrüstung/Beteiligung in Europa? Der Iran kann doch unmöglich ein plausibler Grund/Anlass dafür sein.“
      Auch unplausible Begründungen sind willkommen. Die Begründung, dass Russland (oder früher die Sowjetunion) möglichst grosse Teile von Europa erobern wolle wenn man nicht heftig dagegendroht war und ist ja etwas fragil.
      Vielleicht steht hinter der ganzen Hochrüsterei das Ziel, BRICS durch ein ruinöses Wettrüsten zum Absturz zu bringen. Mit der Sowjetunion hat das ja auch geklappt.

      • «Vielleicht steht hinter der ganzen Hochrüsterei das Ziel, BRICS durch ein ruinöses Wettrüsten zum Absturz zu bringen. Mit der Sowjetunion hat das ja auch geklappt.»

        Ich denke nicht, dass China mitspielt und ich denke auch nicht, dass der Westen noch die wirtschaftliche Stärke hat, die er im Kalten Krieg hatte. Bei einem Wettrüsten ist es wahscheinlicher, dass wir uns selbts ruinieren. China braucht gar keinen Finger zu rühren. Es muss nur höflich lächelnd zuschauen wie wir die Lemminge machen.

  11. Der Iran behauptet, auch ein THAAD Radar (AN/TPY-2) in Al-Ruwais (Vereinigte Arabische Emirate) zerstört zu haben. Zudem sind sehr wahrscheinlich auch bei massiven Angriffen auf Camp Arifjan & Ahmad al-Jaber Air Base (Kuwait) Radaranlagen beschädigt worden.

    Wenn auch nur die Hälfte von dem stimmt, was der Iran behauptet (und belegte Schäden durch iranische Luftangriffe anderswo sprechen dafür), sieht das gar nicht gut aus.

  12. Der Iran hat mit zwei Drohnen die US-Botschaft in Riad (Saudi-Arabien) in Brand geschossen. Die Schäden sind gering und es soll keine Toten oder Verletzten geben. Auch die US-Botschaft in Kuwait City wurde in Brand geschossen.

    Es bleibt festzuhalten, dass der Iran systematisch spezifische Gebäude in der Region mit Drohnen treffen kann.

  13. Trump und Hegseth sind sich uneins, ob es um Regimewechsel geht.

    Laut einer Reuters-Umfrage unterstützen 27% der US-Amerikaner die Angriffe. Laut einer CNN-Umfrage lehnen 60% die Angriffe ab und ebenfalls 50% finden, dass Trump gar keinen klaren Plan hat.

    Quelle: NZZ

  14. @izi
    https://blog-samstagern.ch/2026/03/01/die-politik-von-versuch-und-irrtum/#comment-31213
    Ich hätte es mir denken können.
    Sie sind halt ein Ohrschlitz 😊

    Man läuft doch bei einem Duell nicht einfach weg, nur weil die Munition alle ist 🤔
    Mit dieser Hasenfüssigkeit habe ich allerdings nicht gerechnet.🥵
    Ich dachte, dass wäre, von Ihrer Seite her, ein Duellangebot unter Ehrenmännern.
    Ansonsten, wissen Sie wahrscheinlich auch, wie es weitergangen wäre, trotz kaputter Zieloptik,nehme ich an?

      • @izi
        Das ist jetzt aber unfair.
        Sie sind mir nun mal, was das Wort betrifft, überlegen.
        Und einen Ehrendolch besitze ich nicht.
        Dass Sie als Ultn. eine solchen haben, hätte ich gar nicht gedacht.
        Und ich müsste als gefühlt🤣 zuerst Beleidigter doch die Wahl der Waffen haben?
        Und eine Schilka enstspricht nun eher Ihren Profil. Hatten Sie nicht was mit Luftabwehr und Raketen erwähnt?
        Sie haben sogar VIER ROHRE🤣 mit denen Sie schiessen können.
        Und ich bin ja nach Ihrer Feuerorgie sozusagen blind und lahm.

  15. Wie die politische Wahrheit verstanden werden soll, hängt ganz davon ab, was damit bezweckt werden soll.

    Jedenfalls löst das ‚Sprachlosigkeit‘, bzw. große Verärgerung aus, wenn man folgendes lesen muss:
    https://x.com/AuswaertigesAmt

    Als iranischer Botschafter würde ich darauf nur eines anmerken: «tickt ihr noch richtig!», und würde das Auswärtige Amt unverzüglich wieder verlassen.

      • «war reiner Sarkasmus.»

        und darauf muss ich natürlich auch Antworten. 🙂

        Ich bin sicher (wie viele andere auch), für einen Regimewechsel im Iran. Allerdings bin ich ebenfalls dafür, dass das ‚Regime‘ in Israel verschwindet.

        Netanyahu gehört jedenfalls vor das IStGH (ganz unabhängig von dem anhängigen Verfahren der israelischen Generalstaatsanwaltschaft mit Anklage wegen Bestechung, Betrug und Untreue gegen ihn).

        Solche Typen schaffen es doch tatsächlich immer wieder, mit ‚äußeren Anlässen‘ die eigene Bedrohung in den Hintergrund zu schieben. Denn wer wechselt schon die ‚Führung‘ aus, wenn man sich im Krieg befindet!

        • @pleifel
          >>>Solche Typen schaffen es doch tatsächlich immer wieder, mit ‚äußeren Anlässen‘ die eigene Bedrohung in den Hintergrund zu schieben. Denn wer wechselt schon die ‚Führung‘ aus, wenn man sich im Krieg befindet!<<<

          Wenn ich mich noch richtig erinnere, war das damals bei den anderen Israelis ( die gibt es eben auch noch ) die Befürchtung. Klar war, dass der Herr mit seiner Wiederwahl der Verfolgung entgehen wollte, und die Befürchtung der Leute war aber auch, dass es dadurch wieder zu stärkeren militärischen Auseinandersetzungen kommen wird.
          Das ist ja nun auch eingetreten…

    • «Als iranischer Botschafter würde ich darauf nur eines anmerken: «tickt ihr noch richtig!»»

      Ich würde mit eisiger Ruhe und sichtlicher pädagogischer Geduld dem Herrn Wadephul erklären, dass die Golfstaaten ein gemeinsames Luftverteidigungssystem mit den USA betreiben und US-Basen beherbergen und daher legitime Ziele für Gegenschläge sind.

      • «legitime Ziele für Gegenschläge».

        Im Prinzip (falls Iran die Reichweite dafür hätte), träfe das dann (im Gegensatz zu Spanien), auch auf D. zu.

        Denn von ‚Neutralität‘ lässt sich nicht sprechen, wenn die US-Stützpunkte hier auch für den Krieg genutzt werden.

        • «Denn von ‚Neutralität‘ lässt sich nicht sprechen, wenn die US-Stützpunkte hier auch für den Krieg genutzt werden.»

          Das ist richtig. Deshalb war auch der Drohnenangriff auf die britische Luftwaffenbasis auf Zypern legitim, nachdem Grossbritannien den USA die Nutzung dieser Basis für Angriffe auf den Iran gestattet hatte.

  16. «Am Montag betonte der spanische Außenminister Albares (02.03.2026):

    „Jedes Land trifft seine eigenen außenpolitischen Entscheidungen.“ Die Position Spaniens sei „ganz klar“: „Europa muss gerade jetzt seine Stimme für Ausgleich und Mäßigung erheben und sich für Deeskalation und die Rückkehr an den Verhandlungstisch einsetzen.“

    Eine „Logik der Gewalt, wie wir sie derzeit erleben“, führe nur zu mehr Gewalt. Stattdessen müsse sich Europa für die Wahrung des Völkerrechts einsetzen, so Albares weiter.»

    aus: Berliner Zeitung vom 03.03.2026
    𝗜𝗿𝗮𝗻-𝗞𝗿𝗶𝗲𝗴: 𝗦𝗽𝗮𝗻𝗶𝗲𝗻 𝘀𝘁𝗲𝗹𝗹𝘁 𝘀𝗶𝗰𝗵 𝗴𝗲𝗴𝗲𝗻 𝗧𝗿𝘂𝗺𝗽, 𝗥𝗮𝗺𝘀𝘁𝗲𝗶𝗻 𝗿𝘂̈𝗰𝗸𝘁 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗻 𝗙𝗼𝗸𝘂𝘀 – Frederic Schnatterer

    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/spanien-verbietet-usa-nutzung-stuetzpunkte-iran-krieg-ramstein-voelkerrecht-li.10022166

    ~~~~~~~~~~~~~~

    Sollte eigentlich selbstverständlich sein, gilt aber allemal nicht für D., dass stillschweigend sogar die Drohneneinsätze der USA von Ramstein aus duldet (und dann mit ‚keine Kenntnis darüber‘ verschleiert).

    • @pleifel
      >>>Sollte eigentlich selbstverständlich sein, gilt aber allemal nicht für D., dass stillschweigend sogar die Drohneneinsätze der USA von Ramstein aus duldet (und dann mit ‚keine Kenntnis darüber‘ verschleiert).<<<

      Auch das ist für umfassend informierte Menschen nichts Unbekanntes.
      Allerdings gehören Konsumenten von ARD und ZDF nicht unbedingt dazu. Leider.

    • «Auch das ist für umfassend informierte Menschen nichts Unbekanntes.
      Allerdings gehören Konsumenten von ARD und ZDF nicht unbedingt dazu.»

      Ja, ja. ARD bzw. ZDF verdummt. Aber zum Glueck gibt es ja genuegend Alternativen.

      Flood the zone with shit.🤣

    • «Ramstein»

      𝗨𝗦- 𝘂𝗻𝗱 𝗡𝗔𝗧𝗢-𝗠𝗶𝗹𝗶𝘁𝗮̈𝗿𝗯𝗮𝘀𝗶𝘀 𝗶𝗻 𝗥𝗮𝗺𝘀𝘁𝗲𝗶𝗻 𝘀𝗰𝗵𝗹𝗶𝗲ß𝗲𝗻 – Sevim Dağdelen/BSW – ND 12.03.2026

      Wie es der Zufall so will oder die Vernunft zu gleichen Ergebnissen kommt, begründet Sie diese Forderung ausführlich:

      https://www.nachdenkseiten.de/?p=147557

      Zitat:

      «In einem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages zur Austrittsfrage heißt es im letzten Satz verräterisch offen:

      „Sowohl der Aufenthaltsvertrag als auch das NATO-Truppenstatut können aufgekündigt werden. Nach Nr. 3 der Vereinbarung vom 25. September 1990 zu dem Vertrag über den Aufenthalt ausländischer Streitkräfte in der Bundesrepublik Deutschland kann die Bundesrepublik Deutschland den Aufenthaltsvertrag in Bezug auf eine oder mehrere Vertragsparteien unter Einhaltung einer Frist von zwei Jahren beenden. Nach Art. XIX Abs. 1 und 3 NATO-Truppenstatut kann jede Vertragspartei das Abkommen mit einer Frist von einem Jahr nach Eingang der Notifizierung bei der Regierung der USA kündigen. – 𝑶𝒃𝒘𝒐𝒉𝒍 𝒅𝒊𝒆 𝑴𝒐̈𝒈𝒍𝒊𝒄𝒉𝒌𝒆𝒊𝒕 𝒆𝒊𝒏𝒆𝒓 𝑲𝒖̈𝒏𝒅𝒊𝒈𝒖𝒏𝒈 𝒓𝒆𝒄𝒉𝒕𝒍𝒊𝒄𝒉 𝒃𝒆𝒔𝒕𝒆𝒉𝒕, 𝒅𝒖̈𝒓𝒇𝒕𝒆 𝒔𝒊𝒆 𝒑𝒐𝒍𝒊𝒕𝒊𝒔𝒄𝒉 𝒏𝒊𝒄𝒉𝒕 𝒈𝒂𝒏𝒈𝒃𝒂𝒓 𝒔𝒆𝒊𝒏.“

      ‚Politisch nicht gewollt sein‘ (müsste es wohl präziser lauten), wobei sich die Frage stellt, wie bei einer offenen Diskussion in der Öffentlichkeit eine Volksbefragung/Volksentscheid ausgehen würde.

      Allerdings, so gespalten wie sich die EU nach der Neuaufnahme der Oststaaten zeigt, dürfte das vor allem für Polen eine ‚Steilvorlage‘ sein, um sich den USA dann als zuverlässigerer Partner mit neuem Zentrum derer Militärstützpunkte in Europa anzubiedern.

  17. Fünf amerikanische Soldaten sind im Hafen der 5. Flotte in Bahrain durch Shahed-Drohnen getötet worden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten haben 10% der anfliegenden Shahed die Luftverteidigung überwunden.

    Quelle: NZZ

    Bloomberg hat am 2. März geschrieben, dass die Patriot-Raketen von Katar bei dieser Verbrauchsrate nur noch für vier Tage reichen. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten bereits am 1. März die Hälfte ihrer Abwehrwaffen gegen ballistische Raketen verbraucht.

    Die NZZ schreibt: «Klar scheint aber, dass die Luftverteidigung eine steile Lernkurve bewältigen muss, wenn sie längerfristig handlungsfähig bleiben will.»

    Die Militärforscherin Dara Massicot hat bei Carnegie mein drei Jahre altes Argument zur Ökonomie des Drohnenkriegs angebracht. Man kann nicht (auf Dauer) mit millionenteueren Abwehrraketen auf Drohnen schiessen, die pro Stück ein paar Zehntausend Dollar kosten.

  18. Der Iran hat sehr wahrscheinlich eine Anti-Radar-Version der Shahed-Drohne entwickelt.

    Prinzip: Die Drohne wird mit konventioneller Navigation in die Nähe eines Militär- (oder auch zivilen) Radars gebracht. Der letzte Zielanflug erfolgt mit dem Radarsensor, der das Frequenzband des bekannten, zu attackierenden Systems abdeckt (z.B. X-Band für THAADS, L/D-Band für AN/TPS-59).

    Das müsste auch gegen nicht von vornherein bekannte Radarstellungen funktionieren, wenn man bei einem kombinierten Angriff in einem Shahed-Schwarm einige der (teureren) Anti-Radar-Drohnen mitfliegen lässt.

    Der Fehler der USA war, teure Luftverteidigungsradarinstallationen in den Golfstaaten fest installiert zu betreiben (und dass diese Anlagen keine eigene Luftabwehr hatten).

    Falls Russland diese Technologie noch nicht hat, wird es sie für seine Geran-Drohnen (Shahed-Abkömmlinge) entwickeln.

    • Sie sagen es. Die Friedensbewegung sollte sich nicht staendig nur ueber den voelkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels ereifern, sondern sollte dasselbe beim voelkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine tun.

      • Es gibt ja längst nicht mehr ‚die eine Friedensbewegung‘ (falls es die je mal gab). Also eine, die an einem Strang zieht.

        Das hat Vor- und Nachteile und ist halt ein Merkmal linker Bewegungen, was man natürlich bedauern kann.

        Russland wird im Allgemeinen als Staat mit völkerrechtswidrigem Krieg mit der Ukraine positioniert, nicht umsonst (bemerkenswert auffallend übrigens) immer mit Angriffskrieg spezifiziert, zumeist noch mit weiteren Attributen begleitet, die in anderen Fällen tunlichst vermieden werden.

        Mit anderen Worten: es gibt eine große Diskrepanz der medialen und politischen Ausdrucksweise, wenn es um östliche oder westliche Interessen geht.

        Warum schweigt D. z.B. aktuell wieder vor allem bei Kuba und organisiert keine europäischen Initiativen, auch mit Mexiko, Brasilien und Kanada?

        Dann lässt man auch noch Spanien im ‚Regen stehen‘ und vermeidet es tunlichst, nach den gleichen klaren Regeln sich mit Spanien zu solidarisieren?

        Nein, hier stinkt der Apfel vom Kopf her.

        • «Es gibt ja längst nicht mehr ‚die eine Friedensbewegung‘»

          Da haben Sie natuerlich recht.

          Aber, dass es fuer die Menschen in der Ukraine noch krasser wird, liegt ja wohl zuallererst an P. und seiner Verbrecherbande.

          «Warum schweigt D. z.B. aktuell wieder vor allem bei Kuba und organisiert keine europäischen Initiativen, auch mit Mexiko, Brasilien und Kanada?»

          Weil Staaten auch eigene Interessen haben? Und Teile der Linken schweigen ja auch zu den eklatanten Menschenrechtsverletzungen in Kuba.

          Ich wuerde ja behaupten, der Apfel hat gar keinen Kopf, sondern ist faul auf allen Seiten 😉

      • «sondern sollte dasselbe beim voelkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine tun»

        Das hilft nur nichts. Die Ukraine braucht keine Demonstranten auf Strassen westlicher Städte, sondern Luftabwehrraketen.

        • Sie haben es immer noch nicht verstanden. (Wir hatten ja schon vor den Krieg gegen den Iran schon mal etwas darueber diskutiert.)

          Es geht nicht darum, was die Ukraine braucht (und was wir «Friedenskaempfer» von AfD bis BSW – ich eingeschlossen – ihr von Anfang an verweigern wollten), sondern wie man sich als «Freund des Friedens» zu realen Kriegen real positioniert.

          Und da misst man eben mit zweierlei Masz, wenn man einerseits fordert, die Ukraine sollte de facto aufgeben, sich demilitarisieren, und neutralisieren, einschl. Regimechange, waehrend man das alles vom Iran ueberhaupt nicht fordert.

            • «Die Ukraine könnte zu Bedingungen Frieden schliessen, nach denen sie immer noch ein stabiler Staat wäre.»

              Na nee, das ist die Sicht der nicht-direkt betroffenen Russland-«Versteher» (neutral gemeint).

              Ich glaube, nicht. Wer die Greuel selbst erlebt hat, oder seine Familie, seine Freunde, Menschen, die einem am Herzen liegen usw., wer von russ. Soldaten gefoltert oder vergewaltigt wurde, dessen Kinder nach Russland verschleppt wurden, wessen Heimat zerstoert wurde, wer aus eben dieser vertrieben wurde…ich glaube, der kann das im allgemeinen nicht verzeihen. (Auch wenn ich das bei dem ueber hundertjaehrigen Konflikt komplexer sehe: Nehmen Sie Palaestina – und Sie verstehen das 😉 )

              Ganz abgesehen, dass die Rumpfukraine kein stabiler Staat waere.

              Nichts waere da wieder gut. Nichts ist vergessen, mind. Jahrzehnte nicht.

              Und seit wann ist danach ein stabiler Staat ueberhaupt ein Kriterium, ob es ein voelkerrechtswidriger Angriffskrieg ist?

              Aber in einem haben Sie tatsaechlich Recht: Das Terrorregime im Iran mit der Ukraine zu vergleichen, ist wirklich ein Witz. 🤣

              • «Und seit wann ist danach ein stabiler Staat ueberhaupt ein Kriterium, ob es ein voelkerrechtswidriger Angriffskrieg ist?»

                Darum ging es überhaupt nicht.

                Es geht darum, dass es für die Ukraine besser wäre, Frieden zu schliessen, auch zu diesen Bedingungen und für den Iran diese Möglichkeit derzeit gar nicht besteht, weil es keine Bedingungen gibt, u denen die USA und Israel den Krieg beenden würden und bei denen der Iran als stabiler Staat weiterexistieren könnte.

                • ++…weil es keine Bedingungen gibt, u denen die USA und Israel den Krieg beenden würden und bei denen der Iran als stabiler Staat weiterexistieren könnte.++

                  Na ja, wenn Trump Mitspracherecht bei der Auswahl des obersten iranischen Religionsführer eingeräumt wird, dann …

                    • Den hat er offenbar fallengelassen wie Machado. Er dachte offenbar wirklich, er könne das Venezuela-Szenario wiederholen.

                    • Das interessiert T. auch nicht. jetzt fordert T. fuer Verhandlungen mit dem Iran die bedingungslose Kapitulation.

                      Mensch, der ist so ehrlich, wenn er will. Von wegen: postmodernes Gequatsche – und nichts dahinter. 🤣

                    • Bedingungslose Kapitulation bedeutet, dass man gar nicht mehr verhandeln muss.

                      Sollte die iranische Führung das tun (unwahrscheinlich), hätten die USA (und Israel) ein Problem, denn dann hätten sie sofort die Verantwortung für die Sicherheit in diesem riesigen Land.

                      Selbst Friede Merz hat begriffen, dass den USA jegliches Konzept für den Fall fehlt, dass sie den Krieg wirklich gewinnen würden.

              • ++Wer die Greuel selbst erlebt hat, oder seine Familie, seine Freunde, Menschen, die einem am Herzen liegen usw., wer von russ. Soldaten gefoltert oder vergewaltigt wurde, dessen Kinder nach Russland verschleppt wurden, wessen Heimat zerstoert wurde, wer aus eben dieser vertrieben wurde…++

                Einfach mal zurückblicken & überlegen, wer mit der Gewalt & Zerstörung mit welchem Ziel angefangen hat.

                ++Ganz abgesehen, dass die Rumpfukraine kein stabiler Staat waere.++

                Für diese These würde mich Ihre Erklärung interessieren. Warum sollte die Ukraine ohne die 5 südöstlichen Regionen kein stabiler Staat werden können?

    • Mit einer rational-strategischen Denkweise ist es auch nicht zu verstehen. Der Westen hat keinen Hebel, um ein Ende des Ukraine-Kriegs zu erträglichen Bedingungen zu erzwingen. Weder die Ukraine noch die europäischen Länder wollen die Krieg zu den möglichen Bedingungen beenden. Trump will oder kann ein solches Ende auch nicht erzwingen.

      Daraus folgt, dass man in diesem Krieg Verantwortung hat und Ressourcen bereitstellen muss. Luftverteidigungsressourcen waren ohnehin schon knapp. Dann hatte die US-Regierung eine Produktionsausweitung für 2026 erreicht. Damit hätte man sowohl die im Nahen Osten im vorigen Sommer verbrauchte Munition ersetzen als auch die Ukraine unterstützen müssen.

      Einen unnötigen neuen Krieg zu beginnen, der massenweise Luftabwehrraketen verbraucht, ergibt keinerlei Sinn. Der Iran hätte von sich aus weder Israel noch die Golfstaaten noch die US-Truppen angegriffen.

  19. Der US-Stützpunkt al-Udeid in Katar ist in der vergangenen Nacht durch eine iranische ballistische Rakete getroffen worden. Niemand sei verletzt worden. Es handelt sich um die Kommandozentrale der USA in der Region. Ueber Schaeden wurden keine Angaben gemacht.

    Quelle: NZZ

  20. Womit so mache Journalisten ihr 💰 verdienen, bleibt mir zumindest schleierhaft.

    Ein Beispiel dazu:

    «Worum es wirklich geht, hat Hans Zippert in der Welt aufgeschrieben: Die Vereinigten Staaten sind »eindeutig zu weit gegangen, Krieg darf niemals dazu führen, dass Menschen in der Ausübung ihrer Urlaubsrechte eingeschränkt werden«.

    Damit sollten wohl alle Klarheiten beseitigt sein. Man glaubt es nicht, wenn man es nicht lesen würde.

    • @pleifel
      Das von Ihnen angeführte Zitat bedeutet aber eigentlich das genaue GEGENTEIL:

      Das ist ein klassischer Hans Zippert, der in seiner Kolumne „Zippert zappt“ die Absurdität politischer Weltlagen auf das Niveau deutscher Befindlichkeiten herunterbricht.
      In dem von Ihnen zitierten Text (erschienen kurz nach Beginn des Irak-Kriegs 2003) glossierte er die deutsche Haltung, bei der die moralische Empörung über einen Krieg oft erst dann ihren Höhepunkt erreicht, wenn die Reisefreiheit oder der Komfort im Sommerurlaub bedroht sind. Die Ironie liegt in der Umkehrung der Werte: Nicht das menschliche Leid ist der ultimative Tabubruch, sondern die Störung der Urlaubsplanung.

      Es ist Sarkasmus pur, nach meiner Meinung.

        • @izi
          >>>Ich halte es auch als Sarkasmus für geschmacklos.<<<

          Na, dann dürfen Sie aber nicht die Titanic lesen, oder deren Titelbilder betrachten.🤔

          Ist halt alles Ansichtssache.
          Ich finde nur, dass er nicht gänzlich unrecht hat.
          In Dt. ist die Haltung oft:
          Waschen ja, aber nicht den Pelz nassmachen…

              • Warum man auf den geschmacklosesten Vorgang der Welt nicht auch mal mit Sarkasmus reagieren sollte erschließt sich mir nicht. (Krieg geschmacklos zu nennen ist wohl selbst sehr geschmacklos)
                Da finde ich feinsinnige Satire auch mal unangebracht. Geschmacklosigkeit ist für meinen Geschmack dem Sarkasmus auch nicht wesensfremd. Und hier hat Hans Zippert, von dem ich vorher noch nie gehört habe, wahrscheinlich weil ich die Titanic aus dem gleichen Grund wie itzi nur seltenst mal anschaue, den Nagel nicht an der falschen Stelle auf den Kopf getroffen, scheint mir. Hätte auch von Lisa Eckert sein können.

                Mehr verwundert mich dass der «Oberst» (geschmackvolle Ironie mit, äh, Faktizitätsbezug, oder?) das sofort als Original aus 2003 erkennt und dass man das nicht sofort als Sarkasmus identifiziert, ganz ohne Emojis.

                • «Da finde ich feinsinnige Satire auch mal unangebracht.»
                  Die geschmacklosen Deutschen haben auch dafür ein Sprichwort:
                  «Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil»

                  Ja, Satire muss nicht wohlschmckend sein mit feiner Ironie, die zu behaglichem Schmunzeln anregt. Da soll einem das Lachen schon mal im Halse stecken bleiben, hust…

                  • Hallo @gelse!

                    Du willst doch nicht etwa andeuten, dass @Izi keinen feinsinnigen Humor versteht und ein grober Klotz ist. 😉

                    Leider bin ich auf der Titanic nicht mehr zugegen. (Das Leben ist zu kurz…) Vermutlich ist ihm nur das Satiremagazin zu linksextrem.

                    • @Eremit
                      Ja, Volker Pispers war nach meiner Meinung immer sehr gut.
                      Aber auch der ist an der Dummheit der Menschen verzweifelt, bzw. nicht verzweifelt, aber er hatte irgendwann keine Lust mehr, immer und immer wieder auf die Probleme hinzuweisen, ohne das ein Umdenken der Leute zu erkennen war, die seine Veranstaltungen besuchten.
                      Hat er selbst ja auch offen in seinen Veranstaltungen angesprochen:
                      Wir holen dann unsere Eintrittskarten von Pispers raus, um nachzuweisen, dass wir schon immer dagegen waren…🤔

                • @Eremit
                  Ich konnte auch nichts mit dem Name anfangen.
                  Was macht man da?
                  Goggel hat mir diese Information gegeben.
                  Und eine Kolumne ist halt meist satirisch.
                  Und der Rest kam von deren KI.

  21. Selenskyj droht Orban;

    «Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro nicht blockieren wird und die ukrainischen Kämpfer Waffen bekommen, andernfalls geben wir die Adresse dieser Person unseren Jungs weiter, auf dass sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache reden».

    Das ist Mafia-Speech.

    • Wieso blockiert Orban einen Kredit mit dem er keinen Cent zu tun hat? Mafiosi?
      Warum klaut Orban ukrainische Geldtransporter? Ein Raubritter?
      Überhaupt die Vorgeschichte ist diesmal bei Ihnen verdammt kurz!

      • Die Vorgeschichte kennen Sie sicher, Stichwort Druschba-Pipeline. Im Übrigen nicht relevant für Selenskyjs Drohung in Mafia-Manier.

        ++ Warum klaut Orban ukrainische Geldtransporter? ++

        Sie müssen nicht jeden Nonsens der Kiewer Führung nachplappern. Der Unterschied zwischen Klauen & Beschlagnahme ist Ihnen sicherlich geläufig Das wird i.Ü. noch ganz interessant bzgl. der Ermittlungsergebnisse über den ukrainischen Transports von Geld & Gold hinsichtlich Herkunft, Zweck, Ziel usw. Die Beschlagnahme soll auf einem Rastplatz (Autobahnparkplatz) an der Autobahn M5 südlich von Budapest erfolgt sein. Diese führt aber nicht in die Ukraine.

          • «Was ist denn mit der Pipeline?»

            Ich kann das ehrlich gesagt, nicht beantworten. Die einen sagen so, die anderen so. Es gibt allerdings glaubhafte Berichte, dass die Ukraine in Russland liegende Abschnitte dieser Pipeline angegriffen hat.

            «Am 23. Februar meldeten u.a. Kyiv Independent und Reuters unter Berufung auf eine Quelle im ukrainischen Sicherheitsdienst SBU einen Drohnenangriff auf die Pumpstation Kaleykino in Tatarstan, einen wichtigen Knotenpunkt der Druschba‑Pipeline.»

            Quelle: ZDF heute und andere

            perplexity.ai zur Frage, ob diese Meldungen als gut belegt gelten können:

            «Dass die Ukraine russische Energie‑Infrastruktur, einschließlich Einrichtungen im Druschba‑System bzw. unmittelbar daran angeschlossener Pumpstationen, mit Drohnen angegriffen hat, kann als gut belegt gelten.»

      • «Warum klaut Orban ukrainische Geldtransporter?»

        Das hat er ja nicht getan. Ich habe perplexity.ai befragt. Hier ein paar Auszüge:

        «Nach gängiger Strafprozess-Logik (auch in EU‑Staaten wie Deutschland) kann Bargeld bei einem Anfangsverdacht auf Geldwäsche beschlagnahmt und Beteiligte vorläufig festgenommen werden, um Sachverhalte zu klären.»

        «Aus den bisher bekannten Fakten (hohe Bargeldsummen, Gold, sicherheitsdienstliche Begleitung, ungewöhnliche Route, politischer Kontext) lässt sich seriös nur sagen: Der Fall ist auffällig und bietet Anknüpfungspunkte für Geldwäsche‑Verdacht, aber es gibt öffentlich bislang keine harten Belege, dass es sich tatsächlich um Geldwäsche handelt.»

        «Selbst wenn sich der Anfangsverdacht später nicht bestätigt, heißt das für sich genommen noch nicht, dass Ungarn automatisch „im Unrecht“ gehandelt hätte – Zweck eines Ermittlungsverfahrens ist ja gerade die Klärung, ob sich ein Verdacht erhärtet oder nicht.»

        «Im Moment ist der Fall erst wenige Tage alt; niemand kann seriös erwarten, dass eine komplexe Geldwäscheprüfung über internationale Bankbeziehungen in dieser Zeit abgeschlossen ist.»

        «Wenn alles legal wäre, läge es rational im Interesse Kiews, möglichst transparent zu kooperieren, weil das den Verdacht schneller entkräften und politischen Schaden begrenzen würde.»

        «Unter der Annahme, dass der Transport tatsächlich legal ist, wäre eine sachliche, dokumentengestützte Kooperation langfristig für die Ukraine tatsächlich nützlich; der bislang sehr konfrontative Ton legt aber nahe, dass politische Signalwirkung und Abschreckung gegenüber Ungarn derzeit höher gewichtet werden als diese juristische Logik.»

        Das entspricht meiner Einschätzung, was natürlich nicht völlig verwunderlich ist, weil ich nach Einschätzungen von perplexity.ai zu genau diesen Punkten gefragt hatte.

    • Dieser Thread ist ein gutes Beispiel dafür, wie Red Herring betrieben wird. Auf Selenskyjs Drohung wird gar nicht eingegangen, stattdessen wird auf ein anderes Thema gelenkt, dabei wird der Angegriffene on top als Bandit dargestellt.

      • @mymind
        >>>Dieser Thread ist ein gutes Beispiel dafür, wie Red Herring betrieben wird.<<<

        So isser nu mal ebend, der Petrowitsch.

        Haben Sie gedacht, dass er in Klausur gegangen war, um an sich zu arbeiten? 🤣😅😂

      • Dieser Thread ist ein gutes Beispiel dafuer, wie ungleich man die Opfer von voelkerrechtswidrigen Angriffskriegen von der… hm linken, querlinken, ex-linken, Hufeisen-Front (?)… nennt ihr es wie ihr wollt, ich nenne es mal «von der falschen Seite»🤣, aus behandelt.

        Ich habe keine Ahnung davon, was da wg. der Pipeline genau vorgefallen ist, aber Orbans Politik duerfte eigentlich wenigstens von urlinker Seite auch nicht so gut wegkommen, dass man da auch noch unbedingt Partei fuer ihn ergreifen muss.

        Zum Vergleich: Die Regierung vom Iran hat x-mal-mehr Dinge als die Regierung S. auf dem Kerbholz, die jeder «normale» Mensch mit Verstand verurteilen muesste. Aber DAS interessiert hier keine Sau. (Gessler-Hut mal kurz aufsetzen, ist nicht genug.)

        Und das nenne ich dann AUCH Doppelmoral.

        • Weder die Pipeline noch die ungarische oder iranische Regierung habe ich in meinem Kommentar thematisiert. Es ging lediglich um die Sprache eines Staatschefs, der sein Land in die EU führen möchte, mit einer damit verbundenen Drohung gegen einen Staatschef, dessen Land bereits EU-Mitglied ist. Wer das nicht kapiert, sollte besser schweigen. Dieser Vorfall lässt sich weder durch Ablenkung oder Relativierung herunterspielen.

          Orbans Politik ist zwar nicht urlinks, aber nicht alles was er tut ist urfalsch. Vor allem für die ungarische Bevölkerung & an die sollte ein Regierungschef zuerst denken, oder?

          ++Zum Vergleich: Die Regierung vom Iran hat x-mal-mehr Dinge als die Regierung S. auf dem Kerbholz, die jeder «normale» Mensch mit Verstand verurteilen muesste.++

          Dann mal her mit dem Vergleich, ich bin gespannt! Wo Sie die Doppelmoral schon mal angesprochen haben: Für den Frieden in Europa ist der Extremismus im Iran allemal ungefährlicher als der ukrainische.

          • @ Mymind

            «Weder die Pipeline noch die ungarische oder iranische Regierung habe ich in meinem Kommentar thematisiert.»

            Eben. Und ich habe Sie auch nicht namentlich angesprochen.

            Ehrlich gesagt, war das nur ein psychologisches Experiment. [Macht ja der Hausherr auch. Nun kann es natuerlich sein, dass das zum Privileg des Gastgebers gehoert, dann moege er mich nach seiner Stimmabgabe gegen «200 Franken sind genug» (kurz: «Halbierungsinititive») bzw. nach dem runterrutschen von den Schweizer Bergen, mal so richtig zurechtweisen.]

            Aber, wenn Sie sich den Schuh schon mal angezogen haben, muessten Sie doch eigentlich merken, dass der von allen Seiten drueckt. Oder?

        • Die Worte werden mir langsam Asche im Mund, aber die Sachen, die die iranische Regierung auf dem Kerbholz hat, werden in den anderen Medien zur Genüge abgehandelt.

          Im Uebrigen bin ich der Meinung, dass zwei völkerrechtswidrige Angriffskriege gleich behandelt werden sollten.

          • «…dass zwei völkerrechtswidrige Angriffskriege gleich behandelt werden sollten.»

            Ohne Vorgeschichte, ohne Verstaendnis fuer die Angreifer usw… Ohne wenn und aber.

            Na endlich!

            Und ehrlich gesagt, aber bitte behalten Sie das fuer sich: Ich habe selber Doppelmoral, bin oft unsicher und zudem noch feige.

            T. ist meiner Meinung nach schon lange voellig unzurechnungsfaehig – und eigentlich gehoert der in Behandlung. Bibi ist ein Kriegsverbrecher. Da beisst die 🐀 keinen Faden ab.

            Allerdings, wenn dieser vw. Angriff dieser beiden Arschloecher der letzte Funke waere, damit das Volksmehr (?) der Iraner sich von dieser Schreckensherrschaft befreien koennte, waere mir das trotzdem recht.

            • «Allerdings, wenn dieser vw. Angriff dieser beiden Arschloecher der letzte Funke waere, damit das Volksmehr (?) der Iraner sich von dieser Schreckensherrschaft befreien koennte, waere mir das trotzdem recht.»

              Daran glaube ich nicht. Am Ende entscheidet das Mehr unter denjenigen, die Waffen haben – und das liegt anders.

              Ich bin nicht einmal so sicher, dass die Behauptungen westlicher Medien über die Präferenzen des Volksmehrs stimmen. In Afghanistan war das ja offensichtlich nicht der Fall.

              Die westliche Idee universeller Werte ist falsch. Werte sind kulturell bedingt.

              • @ Izi

                «Die westliche Idee universeller Werte ist falsch.»

                Nee, das glaube ich nicht. Die laesst sich nur nicht universell verwirklichen in der realen Welt. (Im Prinzip ist es wie beim Kommunismus, um nicht zu sagen: DAS IST KOMMUNISMUS. Aber wem sage ich das 😉 )

                Es ist doch eher so, dass es die aeltere Generation nicht anders kennt. Es war eben schon immer so und gottgewollt. Bei der Generation, die mit Internet oder Smartphone gross geworden ist (die Dinger haben die sogar in Afrika und irgendwie schaffen die das dann auch, westliche «Propaganda» mitzubekommen), sieht das aber dann schon anders aus.

                Okay, was den Iran betrifft, Google-Hupp sagt das:

                «Die Mehrheit der Bevölkerung im Iran, insbesondere die jüngere Generation, steht der theokratischen Herrschaft der Mullahs mehrheitlich ablehnend gegenüber und wünscht sich einen Wandel hin zu einer demokratischen Ordnung. Umfragen und die «Frau, Leben, Freiheit»-Proteste deuten darauf hin, dass die Menschenrechte – insbesondere Frauenrechte und persönliche Freiheiten – nicht länger dem islamischen Glauben oder dem bestehenden System untergeordnet werden sollen.

                Hier sind die zentralen Punkte zur aktuellen Haltung der iranischen Bevölkerung:
                Ablehnung des bestehenden Systems: Etwa 70 Prozent der Menschen im Iran sehen sich laut Studien nicht mehr als Muslime oder wenden sich von der staatlich verordneten Religion ab. Die Forderung nach einem Ende der Islamischen Republik ist weit verbreitet.
                Wunsch nach Demokratie: Umfragen (Stand Anfang 2026) zeigen, dass eine überwältigende Mehrheit von bis zu 89 Prozent ein „demokratisches politisches System“ befürwortet. Die Sehnsucht nach grundlegenden Freiheiten und Menschenrechten ist enorm.
                Menschenrechte vor Religion: Die Proteste haben gezeigt, dass die Bevölkerung, allen voran Frauen, Gesetze, die den Islam über die Menschenrechte stellen (wie den Kopftuchzwang), ablehnt. Die Forderungen konzentrieren sich auf universelle Menschenrechte, Säkularisierung und Gleichberechtigung.»

                Im Uebrigen kann man das auch praktisch sehen: Wer kann, meist junge Menschen, sei es aus Afrika, Iran, Irak, Afghanistan, Syrien usw., die fliehen nicht in undemokratische Systeme. Nee, die fliehen in die stabilsten kapital. Demokratien, wo die regelbasierte Ordnung gilt und es einen Sozialstaat gibt. Auch wg. besserer finanzieller Moeglichkeiten, sicher. Aber eben nicht nur.

                Was freilich nicht bedeuten muss, dass die sich auch alle an unsere Werte halten. (D. h. die Uebeltaeter sind meist Maenner.) Aber die «schaetzen» dann eben auch unsere «Freiheiten», sich auszutoben und unsere Gesetze, die es meist nicht erlauben, sie dann selbst bei Schwerstverbrechen in Laender abzuschieben, wo fundamentale Menschenrechte nicht gelten.

                Und die jungen Frauen… Da muesste man schon richtig suchen, um einige zu finden, die in ein System zurueckwollen, wo sie Verfuegungsmasse der Maenner sind.

                • «Google-Hupp sagt das»

                  Das basiert (vermutlich) auf einer Umfrage von GAMAAN. Recherchen haben gezeigt, dass GAMAAN von der US-Regierung und der Tony Blair Foundation finanziert wird.

                  Ich halte es angesichts der geringen Wahlbeteiligung von 40% für wahrscheinlich, dass eine Mehrheit der iranischen Bevölkerung gegen das Regime ist, aber ob dem wirklich so ist, ob es auch auf dem Land so ist und wie die Mehrheitsverhältnisse sind, weiss man einfach nicht.

                  Die iranische Bevölkerung ist hochgebildet. 54% der Anfänger von Universitätsstudien sind Frauen. Da sie seltener abbrechen, sind es 60% insgesamt. Wir reden nicht von Afghanistan.

                  Wie gesagt, ich denke auch, dass die iranische Bevölkerung eine bessere Regierung verdient hat, Frauen und Männer. Aber ein Krieg führt nicht dazu. Das ist in den letzten Jahrzehnten gescheitert, wo immer es versucht wurde.

                  • «Eine bessere Regierung. Aber ein Krieg führt nicht dazu.»

                    Kann man darueber streiten bzgl. Volksmehr: Zweiter Weltkrieg – Deutschland. Aber in jedem Fall fuer die Bevoelkerungsgruppen, die zur Vernichtung oder fuer die Sklaverei vorgesehen waren.

                    Und vielleicht weniger strittig: In Europa, fuer alle mit Deutschland Verbuendeten.

                    Aber die Befreier hatten ja auch nicht mit dem Krieg angefangen, haetten es vermutlich auch nie getan, wenn es die nicht selbst direkt betroffen haette, und zumindestens bei einem gewissen Staat auch – damals mit hoher Wahrscheinlichkeit – auch von Vorteil sein wuerde. (Parallele? Noe!)

                    Also ist das ganz was anderes.

                    Kosovo, Serbien – Montenegro (als Spaetfolge des NATO-Krieges)??? Glaube nicht.

                    Korea-Krieg? Suedkorea? Keine Ahnung.

                    Und mehr faellt mir spontan nicht ein.

                    • «Korea-Krieg? Suedkorea? Keine Ahnung.»

                      Den Korea-Krieg hatte Nordkorea begonnen, in der nicht ganz falschen Ansicht, dass im Süden eine Mehrheit gegen die dortige Regierung war. Nordkorea hatte auch bis Anfang der 1970er Jahre das höhere BIP pro Kopf. Südkorea war eine ganze Zeit lang eine Diktatur.

                      Mir fällt noch mehr ein:

                      Irak, Libyen (Luftunterstützung), Afghanistan.

                  • @ Izi

                    «Wie gesagt, ich denke auch, dass die iranische Bevölkerung eine bessere Regierung verdient hat, Frauen und Männer. Aber ein Krieg führt nicht dazu. Das ist in den letzten Jahrzehnten gescheitert, wo immer es versucht wurde.»

                    «… aber ein Krieg führt nicht dazu»

                    Jetzt ist mir doch noch einer, war (glaube) sogar ein voelkerrechtswidriger Angriffskrieg mit anschliessenden Regimechange, eingefallen. Eigentlich sogar Ihr Paradebeispiel bei anderen Gelegenheiten 😜

                    Vietnam gegen die Schreckensherrschaft von Pol-Pot.

                    Und was auch immer danach geschehen ist (Buergerkrieg a.s.o.), es wird wohl niemand bestreiten wollen (Bis-zum-letzten Ukrainer- Chomsky, vielleicht? Nein, der hat wohl spaeter glaubhaft versichert, dass alles was er davor gesagt hatte, nicht so gemeint war.) – fuer die Mehrheit der Bevoelkerung war es immer noch besser als zuvor.

                    • In Kambodscha ware die Zahl der Kriegsopfer sehr viel kleiner als die Zahl der Opfer der Pol-Pot-Herrschaft (und sehr wahrscheinlich, auch als die Zahl zusätzlicher Opfer durch ihre Fortführung).

                      Das ist im Iran nicht zu erwarten. Es sind bereits Hunderttausende auf der Flucht vor den Luftangriffen ihrer noblen Retter.

  22. Das iranisches Kriegsschiff, das von einem US-Torpedo getroffen wurde, war «verteidigungslos», behauptet ein ehemaliger indischer Beamter.

    Das Schiff hatte an Marineübungen von Neu-Delhi teilgenommen. Vorausetzung dafür: unbewaffnete Teilnahme.

  23. ‚postmodernes Gequatsche‘

    «Seine Sprecherin verrät, wie Donald Trump Entscheidungen fällt. Er bezieht zwar «Fakten» ein, entscheidet aber am Ende nach «Gefühl».»

    Deshalb immer loben, der alte Sack braucht das als ständige Aufmunterung.

      • «Ich muss Sie enttäuschen.»

        Ah, dann war ihre Reaktion jetzt also auch eine Gefühls basierte. 🙂

        Nun, ich würde mal sagen, dann ticke ich ein wenig anders. Denn zumindest die wichtigen Entscheidungen haben ‚wir‘ (Betonung auf wir!) gemeinsam getroffen und das seit mehr als 50 Jahren!

        Ganz konkret z.B. mit Pro und Contra (und mit Wiedervorlage), sodass es keinesfalls eine ‚Gefühlsentscheidung‘ wurde.

        Die Ratio sollte also auch bei Liebe nicht ganz außen vor bleiben, würde die Scheidungsrate jedenfalls deutlich senken.

        Nun aber auch genug dazu..

        • Grueezi, Paul.

          Ich glaube @Izi war ja der Mann, der Trump decodiert hatte. (Einige werden sich erinnern.)

          Und nun das!

          Dat dauert, bevor man sich selber eingestehen kann, dass man sich so getaeuscht hat. (Und damit, ich wuerde denken: noch schlimmer – auch in Vance.)

          Ich weiss, von was ich rede. 🤣

          • Hallo Nera,

            «Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.», wird Heraklit zugesprochen.

            Für viele Politiker mit ‚Grundsätzen‘ scheint eher diese Variante zuzutreffen:

            ‚Man ist nie derselbe, wenn man in den gleichen Fluss steigt.‘

            Und vor allem bei alten Linken lässt sich vielfach feststellen, dass sie sich derart gewandelt haben, als ob sie einer Gehirnwäsche unterzogen worden wären.

            Theorielastige, verkopfte Ideologien sind natürlich auf nüchterne, realitätsgehalt bezogene Relevanz zu überprüfen.

            Aber dabei nichts so ‚vom Kurs abkommen‘, dass man die linken Kerngehalte völlig dem Pragmatismus/faulen Kompromissen opfert und vor allem, damit im Machtumfeld verbleiben zu können.

            Die vermeintliche ‚Wendung‘ von Vance ist vielleicht eher das Ergebnis seiner Summe von Grundsatzüberzeugungen geschuldet, die Trump dabei intellektuell ‚überholt‘ und ihn als Sprungbrett seiner Karriere/Planungen dient.

            Jedenfalls ist der klassische Wirtschaftsliberalismus nicht sein Ding und die Nation (weniger Individualismus), kulturelle Identität, Familie und Religion usw. im Fokus seiner Interessen.

            Jedenfalls aber Amerika first!

            • @pleifel
              >>>Jedenfalls ist der klassische Wirtschaftsliberalismus nicht sein Ding und die Nation (weniger Individualismus), kulturelle Identität, Familie und Religion usw. im Fokus seiner Interessen.

              Jedenfalls aber Amerika first!<<<

              Ich selbst sehe da starke Parallelen zur AfD.
              Bei der heisst das aber "Alles für Deutschland" was für viele auch den Namen erklärt.
              Ich hätte diese Verbindung gar nicht selbst hergestellt.
              Auf alle Fälle ist dieser Spruch nun gesichert räääächtsextrem.
              Vielleicht können die auch deshalb ganz gut mit Vance?

              Fragen über Fragen…
              Wenn ich mir vorstelle, das ausgerechnet eine Frau Wagenknecht, die von der KOMMUNISTISCHEN PLATTFORM kommt, für mich die einzig sinnvolle linke Alternative geworden ist mit BSW und deren Programm 🤔

              Wenn Sahra ein Mann wäre, würde man hinter dieser Wandlung bestimmt eine starke unabhängige Frau ausmachen 😅
              Obs in dem Fall der Oskar war.
              Zu vermuten wäre es.
              Die beiden haben sich intellektuell bestimmt befruchtet 😉

  24. Nico Lange (ein Militärexperte) behauptet bei ZDF, dass im bisherigen Iran-Krieg mehr Patriot-Flugabwehrraketen verschossen wurden, als die Ukraine in reichlich vier Jahren Krieg erhalten hat.

    Ich halte das für plausibel. Auch unter Biden war die Klappe halt viel grösser, als die Hände.

    • @izi
      Ich weiss nicht, ob Sie das stehen lassen können?
      Mich würde auch nur IHRE Meinung interessieren.
      Ist das glaubwürdig oder nicht:

      https://x.com/drhossamsamy65/status/2029741796830630208

      Das ist der Link.
      Das die Übersetzung:

      ⛔️ Die USA und Israel haben diesen Krieg bereits verloren. ‼️

      ⛔️ Alon Mizrahi, ein israelischer Journalist, einer der verdienstvollsten Juden der Welt:

      „Wir erleben Geschichte. Der Iran zerstört, zur Überraschung aller, amerikanische Stützpunkte so gründlich, in so großem Umfang und so entschieden, dass die Welt darauf nicht vorbereitet ist.“

      Innerhalb von vier Tagen ist es dem Iran gelungen, seinen militärischen Einflussbereich in der Region auszuweiten. Der Iran hat die wertvollsten und teuersten Militärstützpunkte, Anlagen und Ausrüstungen der Welt zerstört.

      Die amerikanischen Stützpunkte in Bahrain, Kuwait, Katar und Saudi-Arabien gehören zu den größten Militäranlagen der Welt. Ihr Bau hat über Jahrzehnte Billionen von Dollar gekostet. Es geht also darum, dass der Großteil der Militärausgaben der letzten 30 Jahre sinnlos verschwendet wurde.

      Wir sehen, wie Radaranlagen im Wert von Hunderten Millionen Dollar in Sekundenschnelle zerstört werden. Wir sehen, wie ganze Militärbasen verlassen, niedergebrannt, geplündert und zerstört werden. Und ich sage Ihnen, soweit ich weiß, hat die USA in ihrer gesamten Geschichte noch nie eine solche Zerstörung erlitten, außer vielleicht bei Pearl Harbor, aber das war nur ein einziger Angriff.

      Kein Feind in einem konventionellen Krieg hat den amerikanischen Streitkräften jemals so etwas angetan wie der Iran es derzeit tut. Es ist kaum zu glauben. Die militärische Lage ist so ernst, dass die Zensur fast alle neuen Informationen über diesen Krieg unterdrückt. Wie Sie vielleicht bemerkt haben, erhalten wir täglich immer weniger Informationen.

      Vor 35 Jahren, während des ersten Irakkriegs, wurden uns unzählige Aufnahmen aus dem Irak gezeigt. Damals waren Präzisionsbomben und Kameras noch etwas Neues, aber jeden Abend sahen wir Nachtaufnahmen. Heute sehen wir kaum noch Videos.

      Verstehen Sie das! Angeblich handelt es sich hier um die größte Militärmacht der Welt mit den größten Luftstreitkräften, und am vierten Tag der US-Offensive, die angeblich die iranische Verteidigung durchbrochen hat, sehen wir keinerlei Anzeichen amerikanischer Dominanz am iranischen Himmel. Wo sind all die Videoaufnahmen unserer Flugzeuge, die über Teheran oder anderen Teilen des Irans fliegen?

      Amerikanische Soldaten können nicht einmal im Traum daran denken, iranischen Boden zu betreten. Und um zu verstehen, wie verzweifelt dieser Krieg ist: Schon am vierten Tag hört man die irrwitzigsten Vorschläge und Ideen der Trump-Regierung. Sie schlagen vor, Öltanker, die den Persischen Golf verlassen, mit Militäreskorten zu begleiten. Was soll das denn?! Sie wollen amerikanische Schiffe in die Zone schicken, in der Tausende iranischer Raketen zerstört werden sollen? Jetzt kommt niemand mehr durch die Straße von Hormus.

      Die Iraner bereiten sich seit Jahrzehnten darauf vor. Sie prahlen damit, kurdische Milizen zu bewaffnen, um in den Iran einzumarschieren. Was redest du da? Hast du jemals eine Karte vom Iran gesehen?! Anscheinend hat die Trump-Regierung noch nie eine Karte vom Iran gesehen! Weißt du, wie riesig das Land ist? Was bedeutet es, in den Iran einzumarschieren?! Glaubst du, eine Miliz von 10.000 Mann könnte den Iran erobern? Oder gar 50.000? Oder 100.000? Der Iran wird sie verschlucken.

      Die USA und Israel haben diesen Krieg bereits verloren. Sie können Millionen Zivilisten in ihren Häusern töten. Sie verfügen über mächtige Bomben und können Gebäude zerstören, aber sie werden diesen Krieg nicht gewinnen. Irans militärische Infrastruktur und Waffensysteme befinden sich tief unter der Erde, überall im Land. Weder die Amerikaner noch, insbesondere, die Israelis haben eine Chance, irgendetwas davon zu erreichen. Sie stecken in großen Schwierigkeiten.

      Sie haben etwas begonnen, das sie unmöglich beenden können. Wenn das alles vorbei ist, werden die USA nie wieder nach Westasien zurückkehren. Es wird keine amerikanische Präsenz mehr im Nahen Osten geben. Das sage ich Ihnen jetzt mit Gewissheit.“ ‼️

      • Ich kann das nicht verifizieren, aber stehenbleiben kann es schon.

        Erhebliche Schäden an US-Militärbasen, gerade an Radaranlagen sind belegt. Die NZZ hat entsprechende Satellitenfotos gezeigt und es ist sehr wahrscheinlich, dass die NZZ vorher gegenrecherchiert hat. Die Behauptung «Radaranlagen im Wert von Hunderten Millionen Dollar in Sekundenschnelle zerstört» ist zum Beispiel richtig.

        Dass Militärbasen im Wert von Billionen von Dollar unbrauchbar geworden sind, bezweifle ich. Richtig ist allerdings, dass mehrere US-Militärbasen sehr schlecht gegen iranische Luftangriffe geschützt waren, auch solche mit einfachen Mitteln.

        Die USA und Israel haben diesen Krieg noch nicht verloren. Ich sehe allerdings derzeit auch nicht, wie sie ihn gewinnen wollen. Vermutlich werden sie irgendwann, wie im Sommer 2025, einfach behaupten, sie hätten ihre Ziele erreicht und die Angriffe einstellen. Der Iran wird dann auch die Gegenangriffe einstellen, ohne dass es einen formellen Waffenstillstand oder gar Friedensschluss gibt.

        Nach dem, was Trump bisher so gesagt hat, wird der grösste Teil der Welt das dann allerdings tasächlich als Niederlage der USA wahrnehmen.

        • «…wird der grösste Teil der Welt das dann allerdings tasächlich als Niederlage der USA wahrnehmen.»
          Na, wenn’s weiter nichts ist gönnen wir das der Welt, oder?
          Damit kein Mistverständnis entsteht: Keineswegs habe ich irgendwelche Sympathien für das iranische Regime, unter einer solchen Herrschaft würde ich auch nicht leben wollen. Nur denke ich nicht, dass ein Sieg von USA/Israel der iranischen Bevölkerungsmehrheit Verbesserung ihrer Lebensbedingungen bringen würde: Die haben andere Ziele.

      • Die USA haben schon wieder ein THAAD-Radar verloren(AN/TPY-2, 300 – 500 Millionen US$, Quelle: NZZ). Damit dünnt ihre Verteidigung gegen iranische ballistischer Raketen weiter aus. Wenn das noch eine Weile so geht, wird die Luftverteidigung des Flugzeugträgers «Abraham Lincoln» nicht mehr undurchdringlich sein.

        Wenn beide Kriege vorbei sind, sollten die USA mal in Kiew anfragen, ob ihnen die Ukrainer die Prinzipien eines gestaffelten Luftverteidigungssystems erklären können. Das ist nicht als Witz oder Häme gemeint. Die ukrainischen Streitkräfte machen das mit den ihnen zur Verfügung stehenden Miteln deutlich besser als die US-Streitkräfte.

        • Ach, die haben doch keine Ahnung!

          Vielleicht haben Sie’s ja nicht mehr mitgekriegt, aber T. hat irgendwann heute frueh (MEZ) gesagt, der Krieg sei so gut wie vorbei. Und die sind ihrem Zeitplan weit voraus.

          Wenn ‚Se heute Abend nach Hause kommen, hat der wahrscheinlich schon alle Ziele erreicht und den Krieg beendet.

          • «Ach, die haben doch keine Ahnung!»

            Nee. Das war schon deren Antwort auf Trumps «Der Krieg ist bald zuende.». Sie lautete: «Wann der Krieg zuende ist, bestimmen wir.»

            Tatsächlich glaube auch ich, dass Trump sich gerade in einer Zwickmühle befindet. Es war aber eigentlich vor dem Angriff absehbar, dass das geschehen könnte, wenn Plan A nicht funktioniert. Und dass Plan A (Zusammenbruch des Regimes nach Enthauptungsschlag) funktioniert, war nicht sehr wahrscheinlich.

            Wer hatte noch einmal gesagt: «die Interventionisten haben in komplexe Gesellschaften eingegriffen, die sie selbst nicht verstanden haben»?

  25. *Nun ja, ist die baden-schwäbische CDU wirklich überzeugender als Özdemir – und steht der wirklich im Lager der Grünen Partei?**

    Cem – Winner. Grün soll sein Wahlplakat aber nicht gewesen sein.
    CDU – Winner. Klar die SPD unter BAS und Klingbeil abgezogen.
    AfD – Winner. Fast verdoppelt bei höherer Wahlbeteiligung und einem Spitzenkandidaten der lieber in Berlin bleibt.
    SPD – Winner. Klar über 5.5% und damit stabil an den Fleischtöpfen des Überlebens.
    FDP – Winner. Klarer Beitrag zu mehr Prozenten bei der CDU.Hätt fast gereicht.
    Linke – Winner. Klarer Beitrag für mehr Prozente bei den Grünen. Reicht für Cem.

    Von außen sichtbar bleibt vorerst das lebende Denkmal Stuttgart 2100, ein Vorbild an Inovation im Land der Schaffe-Schaffe-Häuslebauer und eine Eva mit braunen Augen im Nebenstrang. Ziemlich peinlich das aus einem Bundesland, wo auch Bosch, Mercedes, Kärcher oder ZF eine Heimat haben.

    • In München und Unterhaching kommt es zur Stichwahl der OB-Kandidaten von «S»PD und Grünen.
      Nicht dass ich viel für Grünpartei übrig hätte, aber wenn der bisherige Münchner OB Reiter versenkt würde wäre das wahrscheinlich gut für die Stadt.

    • Peinlich für mich: Ich habe erst heute gelernt, dass ein gewisser Christian Dürr FDP-Vorsitzender ist. Vielleicht muss man den Vorsitzenden dieser Partei aber auch wirklich nicht mehr kennen, um als politisch gebildet gelten zu dürfen.

      • Das wusste ich auch nicht, wüsste es auch bei anderen Parteien nicht sicher zu sagen, weil mich mehr interessiert, was sie inhaltlich vertreten. Damit bin ich sicher popolitisch ungebildet.

          • Primär die Kapitalrendite, seit Ende Februar 2022 besonders der Rüstungsindustrie.*
            Spätestens seit der Regierungszeit von «S»PD/Grün 1988-2005 lässt sich ja nicht mehr leugnen, dass beide Parteien an der Lebensqualität der nichtbesitzenden Klasse völlig uninteressiert sind.

            *Ich weiss nicht, ob Rheinmetall, Hensoldt & Co. damals ein Dankestelegramm an den Kreml geschickt haben, aber wundern täte es mich nicht.

            • «beide Parteien an der Lebensqualität der nichtbesitzenden Klasse völlig uninteressiert sind»

              Das Problem ist, dass die nichtbesitzende Klasse das gemerkt hat. In Baden-Württemberg hatte die SPD unter allen Wählern 5.5% Zuspruch – und unter Arbeitern 4%.

              Die Grünen sind die neue Partei der Besserverdienenden und die Arbeiter wenden sich nicht scharenweise der CDU zu – warum auch?

              Die Linke redet nicht die Sprache der Arbeiter. Das BSW ist auch zu verkopft.

              Daraus folgt, was wir nun seit Jahren beobachten.

  26. Ein längerer Beitrag mit interessanten Aspekten zur ‚Psychologie‘ (ergo Verhalten) Ts. (von ‚The Grayzone‘).

    Zitat:

    «In a graphic promoted by the White House’s official Twitter/X account on July 21, 2025, Trump implied that he had begun to turn the tables on his would-be Iranian assassins: “I was the hunted, and now I’m the hunter,” he declared.»

    https://thegrayzone.com/2026/03/06/israel-fbi-assassination-plots-trump-iran-war/

  27. «Europa soll ein globales Zentrum der Kernenergie der nächsten Generation werden.»

    Von der Leyen und ihre ‚verstrahlten‘ Visionen!

    https://www.n-tv.de/politik/Von-der-Leyen-Abkehr-von-Atomkraft-war-strategischer-
    Fehler-id30451936.html

    Als ob dieser Hype, angestoßen vor allem von den KI-Unternehmen, die ihre Clouds mit Atomstrom bedienen wollen, die Kosten/Schäden nicht mit Gewinn auf die Verbraucher/Staat umlegen werden.

    Und vor allem, welche verantwortliche Unternehmensführung überlässt ausgerechnet noch jenen Firmen ‚ihre Daten‘, die jederzeit dem politischem Druck ihres Staates nachgeben werden (es gibt auch Ausnahmen!) und Zugriff ermöglichen, sei es zur Spionage/Kontrolle oder gar der Erpressung. Nach dem Motto: wir haben die Macht und die Möglichkeiten dazu!

    Gibt es eigentlich noch Politiker in Spitzenpositionen, die diese (und andere) Zusammenhänge, die doch offensichtlich sind, einfach ignorieren? Oder etwa übersehen? Das dürfte doch wohl eher unwahrscheinlich sein.

    • Ich denke zwar auch, dass man sich zwischen einem schnellen Ausstieg aus den fossilen Energien und der Nichtverwendung von Kernenergie entscheiden muss (beides zusammen geht nicht), aber ich kann Sie da beruhigen: Der Zug mit der Kernenergie in Deutschland dürfte abgefahren sein (Know-How-Verlust und keine nächste Generation von Fachkräften).

      Die Zukunft ist fossil (sic!).

      • Darauf im Chat mit ChatGPT:

        „Die Zukunft ist fossil (sic!)“ – zumindest solange, bis die Alternativen tatsächlich in ausreichendem Maßstab existieren. Das ist keine ideologische Position, sondern schlicht eine Beschreibung der gegenwärtigen energetischen Realität moderner Industriegesellschaften.

        Vor diesem Hintergrund wirkt die oft geäußerte Gewissheit, Deutschland habe sich technologisch vollständig von der Kernenergie verabschiedet, etwas vorschnell. Politisch mag der klassische Kraftwerksbetrieb beendet worden sein – technologisch gilt das so pauschal nicht.

        Deutsche Forschungseinrichtungen und Industrie sind weiterhin in internationale Hochtechnologieprogramme eingebunden, etwa im Bereich der Raumfahrt, wo kompakte nukleare Energiesysteme für Langzeitmissionen, Mondinfrastruktur oder autonome Versorgung unter extremen Bedingungen entwickelt und eingesetzt werden.

        Gerade dort zeigt sich ein interessanter Widerspruch der öffentlichen Debatte: Während Kerntechnik im terrestrischen Energiesystem als überholt oder unerwünscht gilt, wird sie in den technologisch anspruchsvollsten Anwendungen weiterhin als verlässliche, energiedichte und langfristig stabile Lösung betrachtet.

        Vielleicht liegt das eigentliche Problem also weniger im „Know-how-Verlust“ als in einer merkwürdigen Form politischer Schizophrenie: Auf der Erde erklärt man eine Technologie für erledigt, während man sie gleichzeitig im All für unverzichtbar hält.

        Die Zukunft mag/wird irgendwann überwiegend erneuerbar sein. Der Weg dorthin bleibt jedoch – nüchtern betrachtet – fossil flankiert und technologisch deutlich pluraler, als es manche energiepolitischen Narrative nahelegen.»

        ~~~~~~~~~

        Nun liegt es an den Staaten selbst, wie sich das zeitlich steuern/umsetzen lässt. Jedenfalls überlässt man das weder Typen wie T., noch denjenigen, die möglichst lange fossil ihre Profite erzielen wollen.

          • «Der Umstieg auf erneuerbare Energien sollte so schnell wie möglich erfolgen. Aber nicht schneller als das.»
            Ja.
            Man hätte natürlich vor vier Jahrzehnten einen Gesamtenergieplan entwickeln können, ganz ohne Hektik, ohne etwas zu ignorieren und korrekturoffen weil Laufe der Entwicklung sich neue Erkenntnisse ergeben können).

            Jetzt rennen alle hektisch herum & gackern & flattern wie die Hühner wenn der Fuchs zur Stalltür hereinschaut. Der Besitzer des Stalles weist jede Verantwortung für die Sicherung der Stalltür weit von sich und sagt, die Hühner müssen halt schauen wie sie zurecht kommen.
            Dabei werden so skurrile Ideen wie die Elektrifizierung des Energie- und Materialfressers Strassenmassenunfallverkehr generiert.
            Und energiefressende monströse EDV-Systeme. Ziel: Du sendest deine aktuellen Verdauungs- und Umfelddaten an die „Ki“ und sie sagt dir ob du jetzt furzen darfst oder es besser noch mal verkneifen solltest. Ich bezweifle nicht, dass es für „KI“-Systeme ein paar nützliche Anwendungen geben kann, aber der von Investoren angestrebte grenzenlose Wildwuchs konterkariert jedes Bemühen um rationellen Umgang mit Elektroenergie.
            Ständig gibt es zu lesen und zu hören, dass der Energieverbrauch weiter steil ansteigen wird: Ein Naturereignis, das nullkommanix mit menschlichen Aktivitäten zu tun hat.

            Grenzenloses Wachstum von Allem & Jedem, weit entfernt von vernunftbetontem Umgang mit Ressourcen: die Träume des 19. Jahrhunderts werden weiter geträumt, auch wenn das morsch gewordene Bettgestell schon wackelt & knirscht & kracht.

            • «Ich bezweifle nicht, dass es für „KI“-Systeme ein paar nützliche Anwendungen geben kann, aber der von Investoren angestrebte grenzenlose Wildwuchs konterkariert jedes Bemühen um rationellen Umgang mit Elektroenergie.»

              Das ist richtig, nur werden wir das nicht verhindern können. Für mich ist KI ein Segen. Ich mache derzeit Bioinformatik-Forschung, die ich sonst in der mir zur Verfügung stehenden Zeit gar nicht machen könnte.

              Für viele wird es aber eher zur Selbstentmündigung führen. Es ist ja so schön bequem, andere «denken» zu lassen.

              Navigationssystem sind auch bequemer als Karten. Fast jeder benutzt sie heutzutage, auch ich auf Radtouren, um am Ende das Hotel zu finden. Es wird mit KI nicht anders ausgehen.

              • KI ist eher eine Gefahr und zum Wohle der Gesellschaft wird sie nicht entwickelt.
                Man wird in Zukunft eher wie bei der Atombombe darüber diskutieren.
                Heute schon sind diverse riskante Entwicklungen im Gespräch. Obwohl sie noch in den Kinderschuhen stecken.
                Wer entwickelt wofür?
                Das sagt schon alles.

                Es gäbe wichtigere Felder als KI um Gelder zu verwenden.

                • «KI ist eher eine Gefahr und zum Wohle der Gesellschaft wird sie nicht entwickelt.»
                  Wenn die Leute mal angefüttert sind, sich daran gewöhnt haben, nicht mehr selber auf Antworten für ihre Fragen zu suchen: Dann kann das ein perfektes Führungsinstrument werden, das darüber entscheidet was die Leute wissen dürfen und was nicht. Woran sie glauben sollen und woran nicht. Letzlich, dass sie nicht mehr denken, sondern von einem EDV-System «gedacht» werden. Wer das Ding besitzt beherrscht die Welt, mit einer Perfektion, die sich nicht mal George Orwell ausdenken konnte.
                  Soweit sind wir noch nicht, es gibt aber die Erfahrung, dass wer sich nicht zu Beginn einer Entwicklung kritisch mit ihr auseinandersetzt und möglichen Nutzen & mögliche Schäden abwägt, sich darin verlieren kann und nicht mehr hinaus findet.

                  • Das wird wohl so verlaufen.
                    Bilder, Texte, verlieren ihren Wert.
                    Bedienungsanleitungen gewinnen dagegen.

                    Ich sehe das in einigen Berufsfeldern.
                    Wie sagte mir ein Handwerker: Wir reparieren nicht, wir tauschen.
                    Reparieren kann man teilweise aufgrund der Fähigkeiten gar nicht mehr. Selbst wenn es ein Euroteil wäre und 10 Minuten dauern würde, es gibt ja das Neuteil für 230 Euro.

        • «…Schizophrenie: Auf der Erde erklärt man eine Technologie für erledigt, während man sie gleichzeitig im All für unverzichtbar hält.»
          Auf der Erde muss das teure Entsorgungsproblem bewältigt werden, das man draussen zunächst nicht hat. Auf dem Mond vielleicht irgendwann doch mal, aber eben zunächst nicht, dann schaun wir mal, dann sehn wir schon.

          • Als ich ein Kind war, gab es Uhren, deren Zifferblatt nachts grünlich leuchtete, weil die Stundenstriche (und bei teureren Modellen die Zahlen) ein wenig radioaktives Material in einer Substanz mit fluoreszenten Zentren enthielten.

            Man könnte den Restmüll auf dem Mond mit diesem Prinzip kombinieren und den Mond so zur nächtlichen Beleuchtung der Erde benutzen. Geht auch bei Neumond.

            Inzwischen gibt es auch die Flueoreszenfarbstoffe in mehr Farben. Man könnte eine Sponsor suchen, sein Markenzeichen als Design des Himmelslichts verwenden und das Ganze dadurch mit Werbung finanzieren.

      • Hmm, ja, Heft 1/2025 (es gibt wohl nur eins) beginnt mit einem Gedicht von Ernesto Cardenal. Ich zitiere:

        «Sei
        ganz beruhigt, Felipe Pena, der fiel, wir wissen nicht wo,
        und Donald und Elvis, die an der Grenze zu Costa Rica begraben sind,
        seid ganz ruhig, meine Jungs, es geht gut.
        Durchs schwarze All kreisend,
        wohin die Reise auch geht, es geht gut.
        Und auch
        die Revolution geht ihren guten Lauf.»

        Das bezog sich auf die sandinistische Revolution in Nikaragua.

        Nichts gegen Cardenal, aber das 2025 als Werbung für die Befreiungstheologie zu drucken, nach allem, was in Nikaragua seitdem geschehen ist: Nicht sehr überzeugend.

      • «Yo, bei mir knirscht’s auch.»

        Falls es tatsächlich an den Kniegelenken liegen sollte, bitte kein Hyaluron spritzen lassen! Das wird immer noch wider besseren Wissens privat verabreicht.

        Falls zutreffend, gerne mehr.
        Alles Gute jedenfalls.

        • @ Albatros, @ pleifel

          Da muss ich wohl Entwarnung geben.

          Es sind die Zaehne, bei manchem was man hinnehmen muss. Und klar, Schmierung koennte helfen 😉

          Danke aber, fuer die Besorgnis!

          • Wir könnten uns zusammentun, vielleicht gäbe es Rabatt.
            Mein Zahnarzt, ganz der Kapitalist, rechnet nur noch mit 5 stelligen Zahlen.
            Andere Branchen sollten auch wie er jeden kleinsten Handgriff, jeden cent Artikel, teuerst berechnen.
            Leider geht das nicht.
            Wir würden zusammenbrechen.

      • Morgen, gelse.
        In diese Richtung wird gerade eine Unsumme umgeleitet.
        Interessant, daß für viele wichtige Dinge kein Geld da war, nun rechnet man in Hunderten Milliarden. Geht also.
        Es ist auch nicht plausibel, daß die BW mit ca 45 Milliarden nicht funktioniert, mit 100 Milliarden schon.
        Wozu wurden dann 45 Milliarden ausgegeben?
        Im internationalen Vergleich war das nicht wenig.

        Ich weiß noch, daß man mit max. 5.000 Soldaten (laut BW) an der Grenze der Belastbarkeit angekommen war. In Afghanistan.
        Bei 150.000 Mann Belegschaft.

        Die Rüstungsbetriebe und Zulieferer werden nicht nur mehr verkaufen, sondern auch die Preise kräftig erhöhen. Die Nachfrage regelt den Preis.
        Prost, Mahlzeit.

        • «Die Nachfrage regelt den Preis.»
          Die Nachfrage nach Produkten und die Rohstoffverfügbarkeit, die nicht beliebig erhöht werden kann. Ein Nebeneffekt ist, dass viele der für den Krieg verbrauchten Rohstoffe auch im zivilen Bereich gebraucht werden, wo sie dann knapper werden.

          Für die betroffenen Bevölkerungen besteht aber die Katastrophe des Krieges primär im Verlust von Leben oder Gesundheit, Zerstörung von Wohnraum und Infrastruktur.

      • Nun ja, die Information stammt ursprünglich von Axios und dieses Medium wird in den USA stark rezipiert. Axios wiederum beruft sich auf zwei US-Beamte (und einen ukrainischen).

        Der n-tv-Bericht (und vermutlich der von Axios auch) gehen allerdings nur darauf ein, dass die USA Shahed-Drohnen mit mindestens zwanzigmal so teuren Flugabwehrraketen bekämpft haben. Dass sie mit einer brauchtbaren Luftabwehr nicht mehrere Radarstationen im Wert von je mehreren hundert Millionen Dollar verloren hätten, wird nicht angesprochen. Die Radarstationen sind auch noch schwerer zu ersetzen als die verschossenen Patriot, die ja prinzipiell zum Verschiessen da sind.

  28. Es ist zwar nicht erfreulich, aber Trump hat meine Erwartungen bestätigt und etwas übertroffen.
    Kosten/Nutzen Verhältnis absolut negativ.
    Ein anderes Land und Sanktionen würden verhängt.

    Wie man sieht, können auch «Dorftrottel» an die Spitze gelangen. Beruhigend ist das nicht.
    Darauf war man wider Erwarten nicht vorbereitet, keine Blaupause dagegen in der Schublade.

    • «Wie man sieht, können auch «Dorftrottel» an die Spitze gelangen.»

      Ich denke nach wie vor nicht, dass er ein Dorftrottel ist. Er scheitert nur gerade an seiner Hybris, nachdem er bereits vieles hatte durchsetzen können, was er hatte durchsetzen wollen.

      Man muss bei seiner Beurteilung die ethische Komponente von der Frage seiner politischen Effektivität und grundsätzlichen Intelligenz trennen.

      • Was hat er denn positives erreicht?
        Chaos, Krieg, weitere Beschädigung des Rechtssystems, Spaltung, Leute entlassen,
        Institutionen geschlossen, die UN Beiträge nicht bezahlt, Vertrauen national wie international auf Grundeis gefahren, «Freunde» verprellt.
        Ethisch/moralisch sowieso eine Katastrophe.

        • «Ethisch/moralisch sowieso eine Katastrophe.»
          Das ist eine Frage der Perspektive. «MAGA»-Fans sehen bei der derzeitigen US-Regierung (Thiel/Vance/Trump/Musk…) wohl eher hohe moralische Kompetenz.
          «Ethisch/moralisch sowieso eine Katastrophe.»
          Das ist eine Frage der Perspektive. «MAGA»-Fans sehen bei der derzeitigen US-Regierung (Thiel/Vance/Trump/Musk…) wohl eher hohe moralische Kompetenz.
          Ich hingegen habe bei US-Regierungen noch nie ethische Grundlagen endeckt. Verstehe noch nicht mal die ethische Kompetenz deutscher Wählermehrheiten, kann auch kaum Eigeninteresse entdecken (Kapitallobbies sind ja keine Wählermehrheit).

          • Menschen wählen nicht rational im Eigeninteresse (die politikwissenschaftliche Richtung der «rational choice» ist Unsinn). Ethik tritt oft gegen (empfundenes) Eigenintersse zurück. Man beruft sich zwar gern darauf, hält sich aber ungern daran.

            • «Menschen wählen nicht rational im Eigeninteresse.»
              Ja. Schon die Propaganda zielt ja darauf ab, nicht Inhalte&Ziele wahrzunehmen, sondern Personen zu mögen oder nicht zu mögen.

            • «Menschen wählen nicht rational im Eigeninteresse»

              Da müsste ich bei den Schweizern ja meine Meinung ändern. lol

              Aber wie umstritten letztlich fundierte Meinungsbildung auch sein mag, also was letztlich den Ausschlag gibt, Entscheidungen sind oft kurzfristig ausgerichtet und dann auf längere Sicht gesehen wiederum nachteilig für einen selbst, allemal für andere.

              Das muss nicht mal Egoismus sein oder fehlendes Wissen, sondern einfach Unsicherheit/Gewohnheit, auch Angst vor Neuem.

              ‚Eigeninteresse‘ kann und ist aus vielerlei Gründen durchaus rational! Und das führt halt gesellschaftlicher immer wieder zu Problemen/Auseinandersetzungen.

              • «Da müsste ich bei den Schweizern ja meine Meinung ändern.»

                Aber das ist doch mittlerweile ein alter Hut und völlig unabhängig von Nationen. Die Verhaltenswissenschaft hat nachgewiesen, dass Menschen in vielen Fällen irrational und nicht in ihrem objetiven Interesse entscheiden.

                Es hätte auch keine Verhaltenswissenschaft gebraucht. Schon eine oberflächliche Betrachtung der Geschichte zeigt, dass eine solche Annahme irrwitzig ist.

                • «Aber das ist doch mittlerweile ein alter Hut und …».

                  Wenn man einen Ausschnitt herausgreift, wird damit der andere nicht gleichzeitig bestritten! Das wiederum ist auch ein alter Hut.

                  Natürlich entscheiden Menschen auch irrational. Nur, es kommt in jedem Fall darauf an, wer oder was dieses Verhalten/Entscheidungen nach welchen Prämissen/Vor-Urteilen/kulturellen Prägungen/Interessen usw. selbst einordnet.

                  Neben ‚wir‘ die aktuelle Diskussion mit @Nera über ihre Ansicht, wir würden ihre Meinung nicht verstehen. Diese ihre Ansicht kommt dadurch zustande, dass sie ihre Perspektive/Schwerpunktsetzung prioritär auf einen Teil der uns näher liegenden Welt konzentriert, also dort die Gewichtung ihrer Gerechtigkeitsvorstellung für sinnvoll hält.

                  Es wird nun aber nicht gedanklich zugelassen/akzeptiert, dass ‚wir‘ wiederum unsere Gewichtung auf andere Kriegszonen setzen mit dort verübten Kriegsverbrechen jener, die als Demokratien ‚gepflegt‘ werden, also politische/militärische und mediale Unterstützung weiterhin erhalten.

                  Der Unterschied vom ‚wir‘ zu ‚ihr‘ ist nun aber nicht das ‚entweder oder‘, sondern eine kritische Auseinandersetzung mit den Verbrechen auf allen Seiten, völlig unabhängig von dem, was politisch so gewünscht wird. Und letztlich doch bloßer Ausdruck von wirtschaftlichen/geopolitischen und abhängigen Verhältnissen ist.

                  Machen ‚wir‘ uns nichts vor. Die ethischen Aspekte dienen der Machtpolitik zumeist als rhetorisches Aushängeschild, um die Politik durchführen zu können, die mit Menschenrechten wenig zu tun haben.

                  Der Beweis dafür zeigt sich doch immer wieder in den von Kriegen zerrütteten Staaten, in dem der Westen (und Ost-West-Konflikt) seine Spuren hinterlassen hat. Und was jetzt im Iran geschieht, dürfte ein weiteres Chaos hinterlassen.

                  D. (Europa) bereitet sich doch schon wieder darauf vor, neue Flüchtlingsströme abzublocken, wobei man sich natürlich gerne dem vorhandenen Bildungspotential der Iraner bedienen wird! So läuft das doch immer, wenn von Menschlichkeit und beschleunigter Integration gesprochen wird.

                  Nicht zu verschweigen allerdings die vielen freiwilligen Helfer/Organisationen, die tatsächlich dafür stehen/sich engagieren, was Menschlichkeit betrifft (siehe auch die Tafeln!).

                  (Sorry, ist was länger geworden. Da ist auch ein gewisser Zorn eingeflossen.)

                  • @pleifel
                    Eigentlich kann man es ganz simpel auf die EINE Frage reduzieren:
                    Gibt es GERECHTE Kriege?
                    Wenn man die Frage für sich selbst EINDEUTIG mit JA beantworten kann, ist alles Andere nur noch Beiwerk.
                    Ich kann diese Frage nun nicht EINDEUTIG beantworten.

        • «Was hat er denn positives erreicht?»

          Das ist nicht die richtige Frage. ES geht bei politischer Effizienz nicht darum, was er aus Ihrer Sicht positives erreicht hat, sondern aus seiner Sicht bzw. der Sicht seiner Wähler.

          Er hat Bürokratie und administratives Personal abgebaut, Immigration verringert, die Handelsbedingungen für US-Firmen verbessert, die finanzielle Belastung durch den für die USA nicht lohnenswerten Ukraine-Krieg gestoppt, zum Beispiel.

          • Das sehe ich anders.
            Wenn er die Kosten für die Ukraine verringert hat, gut.
            Wieso stürzt er sich dann in einen Angriffskrieg mit hohen Kosten?

            Zölle, die im Endeffekt seine Bürger bezahlen?

            Ganze wichtige Behörden geschlossen und die Leute in die Arbeitslosigkeit geschickt?

            Wenn etwas Positives dabei war, wird es längst durch das Negative aufgefressen.
            Das Negative ist bekannt, muß ich nicht aufzählen.

      • @gelse
        >>>Natürlich kein Veto der USA, wenn der Iran für seine Reaktion auf den Angriff kritisiert wird.<<<
        Völlig richtig.
        Warum SOLLTEN die USA ihr Veto einlegen, wenn der IRAN kritisiert wird?
        Die freuen sich diebisch.
        Ich weiss langsam nicht mehr, in welche Richtung nera denkt.🤔

          • @izi
            Ich weiss überhaupt nicht, worauf sich nera bezog mit Ihrem Link und ihrem Ausspruch:
            >>>Dass ich das noch erleben darf: Kein Veto im Sicherheitsrat!<<<
            Weil es doch eigentlich völlig klar sein dürfte, warum RUS und China KEIN Veto eingelegt haben.
            Sie haben sich der Stimme ENTHALTEN.
            Das hatte aber nichts mit den ANDEREN Golfstaaten zu tun, sondern NUR mit dem Iran.

            • Das hatte schon etwas mit den Golfstaaten zu tun, zu denen die RF als auch CH pragmatische Beziehungen pflegen. Diese pglegen sie allerdings auch zum Iran, daher hätten sie sich so verhalten können wie ich oben erwähnte.

              • @Mymind
                >>>Das hatte schon etwas mit den Golfstaaten zu tun, zu denen die RF als auch CH pragmatische Beziehungen pflegen<<<

                Ja, natürlich.
                Deswegen gab es ja auch NUR die Enthaltung.
                Ein Veto gegen die UN Resolution wäre eine KLARE Positionierung gewesen.
                GEGEN die Golfstaaten, FÜR den Iran.
                Das hat man vermieden.
                Die Enthaltung ist GESICHTSWAHREND.

                Und der von RUS und China vorgelegte EIGENE Entwurf wäre die weitaus BESSERE Alternative gewesen.
                Aber dieser wurde ABGELEHNT.

                • ++Ein Veto gegen die UN Resolution wäre eine KLARE Positionierung gewesen.
                  GEGEN die Golfstaaten, FÜR den Iran.++

                  Nicht zwangsläufig. Es gab gute Gründe den in dieser Form von Bahrain vorgelegten Resolutionstext abzulehnen. Da auch der objektivste Entwurf am Veto der USA wegen Eigeninteresse gescheitert wäre, hätte es dann eben gar keine Resolution gegeben. Das wäre allemal ausgewogener als die jetzige Signalwirkung.

    • Die russische Vorlage, beide zur Einstellung des Krieges aufzufordern scheiterte.
      Damit steht man auf der israelischen und US Seite und die beiden werden daraus die Rechtfertigung ziehen.

      Etwas Angst vor den beiden dürfte mitgespielt haben. Trump ist schließlich recht rachsüchtig und Israel steht eh über Allem.

      • Die Enthaltung ist nachvollziehbar & dennoch ein Fehler. Dieses Verhalten beflügelt die USA mitunter, so zu agieren wie sie agieren. Trump ist nicht übermächtig, er kann sich nicht mit allen anlegen.

        • Mal abwarten.
          MAGA spaltet sich schon etwas.

          Da wir auch hinter diesem völkerrechtswidrigen Krieg stehen, wird es auch hier Folgen haben.
          China und Russland werden die Zusammenarbeit ausweiten.
          China wird nicht vergessen, daß Trump unter anderem gegen die Öllieferungen nach China vorgeht. Kuba hat man auch noch nicht vergessen.
          Eventuell steht Kuba auch vor einem Angriff.

          China wird die westlichen Argumente bei der Rückeroberung Taiwans benutzen. Falls China die militärische Karte zieht.
          Europa wird als Mitläufer an Bedeutung verlieren, etwas anderes ist nicht in Sicht.

        • @Mymind
          >>>Die Enthaltung ist nachvollziehbar & dennoch ein Fehler.<<<
          Wieso ist die Enthaltung, die Angriffe des Irans auf Golfstaaten und andere Länder der Region zu verurteilen ein FEHLER von China und Russland?
          Und wieso soll diese Enthaltung Israel und die USA ermuntern, so zu agieren wie sie agieren?
          Irgendwie verstehe ich die Diskussion über das Abstimmverhalten der verschiedenen Akteure nicht so richtig.🤔

          • Die iranischen Angriffe auf die Golfstaaten zu verurteilen ist kein Fehler. Der Fehler liegt darin, dass in der UN-Resolution auch die iranischen Angriffe auf us-amerikanische Stützpunkte verurteilt werden während die Angriffe der USA & Israel auf den Iran komplett unerwähnt bleiben. Die RF & CH hätten argumentieren können, dass die vorgelegte Resolution den Konflikt nicht vollständig abbildet. Ein Veto hätte nicht gegen das Völkerrecht verstossen, da es das Recht auf Selbstverteidigung erlaubt. Als Kompromiss hätte man sich auf eine Resolution einigen können, die alle Angriffe verurteilt usw.

            • @Mymind
              «Die RF & CH hätten argumentieren können, dass die vorgelegte Resolution den Konflikt nicht vollständig abbildet»
              Deswegen haben sie ja auch den Vorschlag unterbreitet, der dies berücksichtigt HÄTTE:
              – Verurteilung iranischer Angriffe AUF Golfstaaten
              – GLEICHZEITIG: Verurteilung US-/israelischer Angriffe AUF Iran
              – Aufruf zu «politisch-diplomatischer Lösung»
              – Keine einseitige Schuldzuweisung an Teheran

              Das WÄRE dann Ihr Vorschlag gewesen:
              «Als Kompromiss hätte man sich auf eine Resolution einigen können, die alle Angriffe verurteilt usw.»

              Dieser Kompromiss wurde abgelehnt:
              RUS/CHN-Vorschlag: 11:2 (gescheitert)

              Darauf hin enthielten sich die beiden Länder dem dann zur Abstimmung vorgelegten Plan.

              Ein Veto hätte zwar nicht gegen das VÖLKERRECHT verstossen, aber auch nichts hinsichtlich der Politik der USA, Israels und Europas geändert.

              Rein DIPLOMATISCH betrachtet, war dies die beste Option.

        • «Die Enthaltung ist nachvollziehbar & dennoch ein Fehler.»

          Nachvollziehbar ja, Fehler nein.

          Eine Sicherheitsratsresolution bedeutet doch nichts, weder kurzfristig noch langfristig. Das beste Beispiel ist die UN-Sicherheitsratsresolution 242 vom 22. November 1967.

      • @Albatros
        >>>Die russische Vorlage, beide zur Einstellung des Krieges aufzufordern scheiterte.
        Damit steht man auf der israelischen und US Seite und die beiden werden daraus die Rechtfertigung ziehen.<<<
        Die russische Vorlage zielte auf BEIDE Seiten.
        Das ist doch völlig richtig.
        Diese EINZIG richtige Vorlage wurde abgelehnt.
        Daraufhin stimmte man GEGEN die VERABSCHIEDETE Resolution.
        Wieso hat mas sich dann aber damit auf die Seite von Israel und den USA gestellt?
        Man hat die Vorlage nun AUSDRÜCKLICH NICHT unterstützt.
        Genauso wie China nicht.
        Ist doch auch völlig nachvollziehbar aus deren Sicht.

          • @nera
            >>>Enthaltung war RUS/CHN-Selbstschutz, keine Iran-Rettung. Realpolitik bleibt unberührt.<<<

            Natürlich.
            Deswegen verstehe ich ja Ihren Satz:
            "Dass ich das noch erleben darf: Kein Veto im Sicherheitsrat!"
            in keiner Weise.
            Mit einem Veto hätten sich RUS und China EINDEUTIG FÜR Iran positioniert.
            Zumindest in der Öffentlichkeit.
            Mit einer Enthaltung nun ÜBERHAUPT nicht.
            Woher resultiert also Ihre Freude? 🤔
            Und selbst MIT einem Veto hätte sich an der Politik von Israel, den USA und Europa NICHTS geändert.
            Warum also hätten RUS und China ein Veto einlegen sollen.
            Von den USA mal völlig abgesehen?

            In welche Richtung denken denn Sie?

            • Das NATÜRLICH bezog sich nicht auf das, was dummerweise zwischen den Zeichen jetzt steht, sondern auf Ihre Frage:
              >>>Kennen Sie eigentlich den Unterschied zwischen Enthaltung und dagegen stimmen?<<<

        • ++Diese EINZIG richtige Vorlage wurde abgelehnt.
          Daraufhin stimmte man GEGEN die VERABSCHIEDETE Resolution.++

          USA legte gegen die von der RF vorgelegte Resolution ein Veto ein, das ist nachvollziehbar & kostet sie nix.
          CH & RF stimmten eben nicht GEGEN die verabschiedete Resolution, auch wenn sie es plausibel begründen könnten. Eine Enthaltung ist weder Fisch noch Fleisch, kann schei*egal bedeuten oder stillschweigende Duldung oder: «Eine Sicherheitsratsresolution bedeutet doch nichts».

          • @Mymind
            Sie denken als wirklich, dass es im Falle eines VETOS von China und Russland gereicht hätte, mit einer BEGRÜNDUNG des Vetos den einsetzenden Propagandasturm in den USA und Europa in irgende einer Form entkräften zu können?
            Fast alle Staaten hätten unisono einen Shitstorm ausgelöst.
            Warum sollte das KLUG gewesen sein?
            Der Iran kann die Enthaltung geauso einordnen wie die Golfstaaten.

            Wie unsere Medien hier die angeblichen Reaktionen des Iran einordnen, ist mir doch völlig egal.
            Wichtig ist einzig, wie diese Abstimmung im Iran selbst gesehen wird:
            Und da ist es eben anders:
            -USA/Israel werden als Kriegstreiber gesehen, Sicherheitsrat als deren Marionette.
            -Russland/China werden nicht kritisiert – implizite Anerkennung ihrer Enthaltung als «fair».

            Amir Saeid Iravani, Irans ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen in New York, hat es so eingeordnet:
            1. **USA**: Als Sicherheitsratspräsident die Resolution «durchgedrückt»
            2. **Israel**: Gemeinsam mit USA als «Aggressoren» und «Angreifer»
            3. **Sicherheitsrat insgesamt**: «Missbrauch des Mandats» für «politische Agenden»

            Aber er weiß: RUS/CHN haben maximum geleistet unter globalem Druck.
            Ich glaube also NICHT, dass Iran sich deshalb von RUS und China verraten sieht.

            • Warum sollte der Propagandasturm in USA & EU die Russen & Chinesen interessieren? Die westliche Einseitigkeit & Doppelmoral ist doch lange bekannt, wird sich auch nicht ändern, egal wie sich Russen & Chinesen positionieren. Letztere haben den Weg des geringsten Widerstands gewählt, Iran wird es ihnen vermutlich nachsehen (wobei es dort sicherlich auch eine kritischere Sichtweise dazu gibt) aber viele andere Staaten zwischen den Stühlen werden das russisch-chinesische Verhalten aufmerksam registrieren & ihre Schlüsse daraus ziehen.

              • @Mymind
                >>>aber viele andere Staaten zwischen den Stühlen werden das russisch-chinesische Verhalten aufmerksam registrieren & ihre Schlüsse daraus ziehen.<<<

                Das denke ich ja auch.
                Ich glaube allerdings eben AUCH, dass diese Staaten die selben Schlüsse ziehen werden, wie der Iran.

                Wie Sie ja sagen, die Doppelmoral ist auch dort bekannt.
                Allerdings bricht man deshalb auch dort nicht die Handelsbeziehungen mit diesen Staaten ab oder versucht sich in Sanktionen.
                Doppelmoral hin und her.
                Ich weiss auch nicht, was wäre, wenn BRICS ein starker wirtschaftlicher Gegenspieler wäre.
                Die USA haben auf alle Fälle nicht vor, BRICS als Konkurrent zu akzeptieren.
                Die akzeptieren eigentlich NUR willfähige Untertanen.
                Alles, was deren Hegemonie schwächen könnte, wird bekämpft.

    • «Für wie blöde hält man uns eigentlich, so etwas aufzutischen.»
      Ich denke, die Obrigkeit hält uns weder für blöd noch für klug: Sie hat es nicht nötig, die Untertanen wahrzunehmen.

    • Hey, hoert mal alle auf mit der Schnappatmung, wenn ihr EU, Iran und Sanktionen hoert! Tausende tote Demonstranten in zwei Tagen. Reicht das nicht? Da geht es nicht um den voelkerrechtswidrigen Angriffsgriff, sondern gegen Personen, Unternehmen und Organisationen, die fuer schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, darunter die Revolutionsgarden. (Nicht um irgendwelche Schreiberlinge aus Deutschland und der Schweiz z.B.)

      «Nun auch noch EU-Sanktionen gegenüber den Iran!»

      Ja, bitte!

      (Und Scheiss auf die Doppelmoral! Die hat schliessl. jede Seite.)

      • Na ja, wenn die üblichen Verdächtigen Krieg führen ergibt das meist mehr tote Zivilisten als durch die Machthaber vorher.
        Gaza bis zu 100.000 Tote. 16.000 tote Kinder.
        Im Irak noch mehr.
        Afghanistan.

        Es gibt viele Länder denen die «Freiheit und Demokratie» gebracht wurde, gerne auch einen Diktator.

        Auf eine Abstimmung im Iran wäre ich gespannt. Bombardierung, ja oder nein für einen Regimewechsel.

        Aber sehen Sie nicht, daß wir garantiert nicht wegen der Demonstration und der Toten diesen Krieg führen? Sicher nicht wegen der Bevölkerung.
        Venezuela….sicher nicht wegen der Bevölkerung.

      • Mal eine ganz schnappatmungsfreie Frage: Wieviele iranische Zivilisten sind durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg bislang getötet worden? Oder zählen die nicht, weil «Scheiss auf die Doppelmoral!»? Oder ist die dahinterstehende Logik, dass auf tote Demonstranten noch mehr tote Zivilisten gerechtfertigt sind, frei nach dem Statement von M. Albright «The price is worth it»?

        • Ich glaube nicht, daß diese Toten im Westen interessieren.
          Eigentlich auch die toten Demonstranten nicht. Die sind nur als Argument für den Krieg nützlich.
          Haben wir immer nur angegriffen, wenn Menschenrechtsverletzungen uns gestört haben?
          Oder hatte das im Prinzip andere Gründe?
          Menschenrechte sind egal, wenn ein Staat von Nutzen ist.
          Salman hat man die Hand geküsst. Der zerstückelte Journalist und die anderen Gegebenheiten im Land haben keine Folgen gehabt.

          Ruanda, hat man nicht eingegriffen. Geht uns ja nichts an, wenig zu holen.

        • @Mymind

          «Wieviele iranische Zivilisten sind durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg bislang getötet worden?»

          Weiss ich nicht. Abgesehen davon, dass in einem Krieg immer Menschen sterben, ist wohl jeder Mensch (na jut: der Ayatollah… da kann man darueber streiten – Stichpunkt: Tyrannenmord) einer zu viel.

          Gegenfrage:

          «Wie viele ukrain. Zivilisten sind durch den voelkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands in der Ukraine bislang getoetet worden?»

          Wissen Sie? Oder zaehlen die nicht, weil sowieso alles Bandera-Faschisten bzw. fanatische, durchgeknallte Nationalisten.

          Im Uebrigen ist es auch Doppelmoral, mit resoluten Worten den Krieg gegen den Iran zu verurteilen und dabei dasselbe seit vier Jahren in der Ukraine zu tun. Und ganz nebenbei vom Krieg im Iran in jeder Hinsicht auch noch zu profitieren. Je laenger desto besser.

          https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/der-lachende-dritte-wie-putin-vom-iran-krieg-profitiert,VDZF6BW

          Gut, fuer Letzteres koennen die Herren im Kreml nichts. Sowie Putins Russland nie fuer irgendetwas Verachtenswertes kann.

            • «Laut S. nicht viel mehr als alleine tote Kinder in Gaza.»

              Das ist sicher richtig. Aber es geht mir schon die ganze Zeit nicht um «uns».

              Dass der Westen Doppelmoral hat, ist ja hier allgemeiner Konsens.

              Aber wenn mich schon tote Zivilisten (auch Kinder dabei) in der Ukraine nicht interessieren – weil uebernaechstes Nachbarland – warum sollten die mich dann in Gaza – weit, weit weg – interessieren?

              Sind Palaestinenser die besseren Menschen?

              Und wie ist es denn bei Russland? Interessieren DIE toten Kinder in Gaza? Waffenlieferungen und Wagner-Soeldner beim Buergerkrieg im Sudan? Tote Zivilisten im Iran – VOR DEM Krieg?

              Zu Tote gefolterte unter Saddam – VOR DEM Krieg. Giftgas von Assad gegen die eigene Bevoelkerung in Syrien? Die Uiguren in China? usw.

              Sollte man zu den schlimmsten Regimes dieser Welt als Linker, Halblinker oder einfach als Mensch nichts sagen, weil die gut mit Russland koennen und ein Gegenpol zum heuchlerischen Westen sind?

              >>»In unserem Land wird Ajatollah Chamenei als herausragender Staatsmann in Erinnerung bleiben, der einen großen persönlichen Beitrag zur Entwicklung der freundschaftlichen russisch-iranischen Beziehungen geleistet und sie auf das Niveau einer umfassenden strategischen Partnerschaft gebracht hat», sagte der russische Präsident.<< (Quelle: Euronews)

              Ja, schoenen Dank auch.

              Lieber @ Albatros, wir (einschl. mir) sind doch nicht besser als die 😉

          • Es geht nicht darum, die Toten zu zählen, sondern um Ihr äußerst dehnbares Argumentationsmuster. I.d.R. werfen Sie in Folge anderen vor, was Sie selber tun.

            ++Stichpunkt: Tyrannenmord++

            Immer wieder interessant, wie klassische Definitionen von Begriffen uminterpretiert werden, um sie für eigene Zwecke nutzbar zu machen.

      • «Und Scheiss auf die Doppelmoral! Die hat schliessl. jede Seite.»

        Darauf ‚kitzelt‘ es mir doch in den Fingern, eine ironische Antwort zu schreiben.

        Aber, das lasse ich mal aus und wundere mich nun doch, denn wenn es egal sein soll, ob auch die selbst ausgerufene/proklamierte westliche Werteordnung den Rest an Glaubwürdigkeit in den Orkus befördert, dann sollte auch diese Scheinheiligkeit endlich beendet werden!

        Und noch verwunderlicher ihre Annahme (die setze ich beim Lesen ihres Kommentars voraus), als ob es Israel und T. tatsächlich um die Menschenrechte im Iran gehen würde. Und auch die behauptete aktuelle Atomwaffengefahr ist laut IAEO keine, die diesen Angriffskrieg legitimieren kann (man beachte: Angriffskrieg!)

        Nur, falls es da jetzt zu irgendeinem Machtwechsel kommen sollte, dann wird es sicher einer sein, der analog der autokratischen/undemokratischen/menschenrechtsverletzenden arabischen Staaten ähneln, mit denen man ja bereits beste Geschäfte machen kann.

        Nun EU-Sanktionen gegen den Iran zu beschließen, ist der bloße Gipfel der Verlogenheit. Und welcher überfallene Staat der Welt würde seine Möglichkeiten nicht nutzen (wollen), die ihm zur Verteidigung zur Verfügung stehen.

        Nur die Auswirkungen dieses Überfalls der USA/Israel soll wie selbstverständlich vom Rest der Welt einfach so hingenommen werden. Was das allein für krasse Folgen für viele afrikanische Staaten hat, interessiert eine von der Leyen oder Kallas allerdings natürlich nicht und bleibt medial auch außen vor.✊

        • Unsere Freiheit wird scheinbar auch im Iran verteidigt.
          Würden wir diese auch in USA verteidigen?
          Hm, zu stark. Und Freund dazu.
          China? Zu stark. Und die Handys und Plastikschüsseln brauchen wir.

          Es wird sich aber schon ein Schwächerer finden,
          dem wir Freiheit, Demokratie und Wohlstand bringen können.

      • @ all

        Dachte ja, es ist nicht noetig…aber da muss ich wohl doch nochmal mit dem Gessler-Hut schoen gruessen 🤣

        Klar ist das ein voelkerrechtswidriger Angriffskrieg!

        Bibi gehoert vor’s Kriegsverbrecher-Gericht. T. auch und danach gleich in die Anstalt. (Wird die vielleicht auch wieder sehenswert 😉 )

        Ich weiss nur nicht, warum man nicht gegen Leute, die sich schwerster Verbrechen schuldig gemacht haben, Sanktionen verhaengen soll.

        Weil man es nicht gegen alle tut bzw. nicht will?

        Meine Guete! Ein Verbrecher ist ein Verbrecher ist ein Verbrecher. Ganz unabhaengig davon, dass es auch russ. Verbrecher in der Ukraine gibt, die ihr Unwesen weiterhin ungestoert verrichten 😉

        Meine Sorge ist eher die:

        https://blog-samstagern.ch/2026/03/01/die-politik-von-versuch-und-irrtum/#comment-31491

        • «Dachte ja, es ist nicht noetig…»

          Dachte ich auch,

          wobei es doch eigentlich klar sein sollte, dass nicht generell Sanktionen gegen gewisse Personen/Organisationen im Iran zu beanstanden wären (was die Vergangenheit betrifft), sondern die Unterlegung eines Angriffskrieges von Israel und den USA.

          Wobei man davon ausgehen darf, das eine Person wie T. durchaus manipulativen Techniken von Netanjahu dabei ausgesetzt war/ist, die ihn glauben lassen, er selbst sei der Vollstrecker höherer Gewalt!

          Also, es ging in der kleinen Satire vor allem um diese auffallende Diskrepanz zur europäischen Behandlung vom Völkerrecht.

          • «Bei Sanktionen ist immer die Frage, wen sie treffen. Wenn sie die russische Bevölkerung mit treffen, mag das angehen.»

            Na, sein ‚Se bloss froh, dass Sie hier einen Amtsbonus haben. Ansonsten klarer Fall von Russophobie 🤣

          • «Aber wenn sie die iranische Bevölkerung treffen – womit zu rechnen ist – wieso wäre das gut?»
            Es könnte zu vermehrten Verzweiflungsaufständen führen, sodass das Regime sich im Zweifrontenkrieg (nach innen UND nach aussen) verheddert. Das könnte einen «failed state Iran» zur Folge haben, was für Isreal zufriedenstellend wäre und für die USA die zweitbeste Lösung (Wenn auch keine Kontrolle über Öl und Uran, aber doch eine Bresche in den BRICS-Verbund geschlagen)

            • @gelse
              >>>(Wenn auch keine Kontrolle über Öl und Uran, aber doch eine Bresche in den BRICS-Verbund geschlagen)<<<

              Das ist für die USA neben China die grosse Gefahr.
              Und ein funktionierender iranischer Staat ist dafür aber unabdingbar.
              Das versucht man nun mit allen Mitteln zu verhindern.
              Ein failed state Iran ist dafür perfekt geeignet.
              Allerdings auch wieder nicht, wenn es zu lang geht, und der Öltransver ins Stocken gerät.
              Das ist in dem Szenario dann das FATALE.
              Syrien und Libyen waren da weniger gefährlich.🤔

              • «Und ein funktionierender iranischer Staat ist dafür aber unabdingbar.»

                Für BRICS oder eine multipolare Welt?

                Das sehe ich nicht. Noch ein gescheiterter Staat im Mittleren Osten wäre tragisch für die Menschen dort, würde aber am allgemeinen internationalen Trend nicht viel ändern.

                • ++Noch ein gescheiterter Staat im Mittleren Osten wäre tragisch für die Menschen dort, würde aber am allgemeinen internationalen Trend nicht viel ändern.++

                  Ein Vasallenstaat Iran im Dienste der Angreifer schon. Die russische & chinesische Zurückhaltung ist rätselhaft.

                  • «Ein Vasallenstaat Iran im Dienste der Angreifer  schon.»

                    Das hat ja schon beim Irak und Afghanistan so glänzend geklappt.

                    Selbst wenn es im Iran einen Regimewechsel gibt, in dessen Ergebnis die Israelfeindlichkeit aufgegeben wird, ist es noch immer extrem unwahrscheinlich, dass dieser Staat ein US-Vasalle würde.

                    Im Gegenteil. Einen solchen Staat könnten China und Russland einfacher zum Teil ihres Lagers machen.

                    • ++Das hat ja schon beim Irak und Afghanistan so glänzend geklappt.++

                      Ein failed state reicht ihnen.

                      ++Im Gegenteil. Einen solchen Staat könnten China und Russland einfacher zum Teil ihres Lagers machen.++

                      Jede iranische Regierung, sei sie noch so vorbildlich, wäre dem politischen Westen ein Dorn im Auge, wenn sie sich für das russisch-chinesische Lager entscheidet. Ja selbst, wenn sie einfach nur gute Beziehungen & wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den beiden Staaten führt. Die Regime-Change-Aktionen per Straße würden nicht aufhören.

                    • @Mymind
                      >>>ihres Lagers machen.++

                      Jede iranische Regierung, sei sie noch so vorbildlich, wäre dem politischen Westen ein Dorn im Auge, wenn sie sich für das russisch-chinesische Lager entscheidet. Ja selbst, wenn sie einfach nur gute Beziehungen & wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den beiden Staaten führt. Die Regime-Change-Aktionen per Straße würden nicht aufhören.<<<

                      Genau so würde ich das AUCH sehen.
                      Verwunderlich, dass GJ das nicht auf dem Schirm hat.
                      Oder zumindest mit in seine Überlegungen einbezieht.

                    • «Verwunderlich, dass GJ das nicht auf dem Schirm hat.»

                      Weil er vielleicht nicht gaaanz so schwarz-weiss und einseitig denkt?

                      Im Uebrigen: Tuerkei ist sogar NATO-Mitglied und hat nicht gerade die schlechtesten Beziehungen zu Russland und China.

                      Und wird gegen Erdo’s elektorale Autokratie aus dem Westen ein Regime-Change vorangetrieben?

                      Leider nicht wirklich 🤣

                    • «Und wird gegen Erdo’s elektorale Autokratie aus dem Westen ein Regime-Change vorangetrieben?»

                      Das wurde versucht, ging aber gründlich schief.

                    • @nera
                      >>>Weil er vielleicht nicht gaaanz so schwarz-weiss und einseitig denkt?<<<

                      Haben Sie überhaupt noch den Überblick, um was sich die Diskussion hier eigentlich dreht?🤔
                      Ich habe mich auf diese Aussage von GJ bezogen:
                      "Selbst wenn es im Iran einen Regimewechsel gibt, in dessen Ergebnis die Israelfeindlichkeit aufgegeben wird, ist es noch immer extrem unwahrscheinlich, dass dieser Staat ein US-Vasalle würde."
                      Was hat das jetzt damit zu tun, dass "er vielleicht nicht gaaanz so schwarz-weiss und einseitig denkt?"
                      Ich meine damit, dass es eben NICHT um "Israelfeindlichket" oder das "Atomprogramm" geht, sondern um die Gefahr, dass sich der Iran RUS und CHN annähert.
                      Also die ganz konkrete Gefahr des BRICS als wirkliche ökonomische und vor allem auch FINANZPOLITSCHE Gegenmacht zu den USA und dem Dollar.
                      Das würde die Hegemonie der USA entscheidend schwächen.

                      Und wenn Sie nun nicht wissen, worauf sich diese gründet, fragen Sie einfach eine x-beliebige KI.
                      Da bekommen Sie IMMER nur die EINE Antwort…

                      Und wenn Sie dann vielleicht noch fragen, was in Zusammenhang mit BRICS der entscheidende Unterschied der Türkei zu Iran sein könnte, würden Sie da schon etwas klarer sehen.
                      Aber die Fragen müssen Sie eben selbst stellen.😉
                      Wenn Sie keine haben, kann Ihnen auch keine KI weiterhelfen.

                • @izi
                  Ein failed Iran wäre für BRICS schlecht.
                  Ein Iran im Sinne der USA wäre für BRICS natürlich genauso schlecht.

                  Für BRICS war die Situation bis zum Krieg das einig zielführende gewesen.
                  Weil ich mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass es mit einem Regimechange im Iran auch KEIN BRICS mehr geben würde.
                  Das ist für RUS und China eben das fatale an der Situation.
                  Die USA gewinnen in beiden Fällen.
                  Allerdings wäre Regimechange weitaus ungefährlicher für die gesamte Weltwirtschaft als der Krieg in der derzeitigen Form.
                  Aber das scheint den USA NOCH auch egal.
                  Die Zukunft wird es wahrscheinlich zeigen, was dahingehend passieren kann.

                    • «Genau deswegen ist deren vorwiegend passives Verhalten rätselhaft.»

                      Bei China würde ich vermuten, dass die langfristiger planen und mir scheint, die ‚Uhr‘ läuft für China. Also sich zurzeit nicht in eine Auseinandersetzung mit einem T. zu manövrieren, in der wohl nur alle Seiten verlieren können.

                      Deshalb vermeidet China noch militärische Auseinandersetzungen mit den USA und stellt sich wirtschaftlich/finanzmarkt- und währungsspezifisch unabhängiger auf.

                      Wobei traditionell vielleicht weiter gilt, dass China auch zukünftig keine Weltherrschaft anstreben will/wird, sondern allenfalls ein multipolares Umfeld akzeptiert.

                    • @Mymind
                      >>>Genau deswegen ist deren vorwiegend passives Verhalten rätselhaft. Können sie nicht anders oder haben sie noch einen Joker im Ärmel?<<<
                      Was verstehen Sie denn nun konkret unter PASSIV?
                      Beide haben einen Entwurf zur Abstimmung vorgelegt, der die Doppelmoral aufgezeigt hat.
                      Der wurde einstimmig abgelehnt.
                      Es gab nur den EINEN Entwurf, der zur Abstimmung kam.
                      Dort hätten China und RUS Ihrer Meinung nach ihr Veto einlegen können.
                      Ja, das hätten sie KÖNNEN, es hätte aber aber NICHTS an dem Vorgehen der deren Staaten geändert.
                      Ob deren Vorgehen mit oder ohne UN Mandat läuft, ändert nichts an der Durchsetzung der Massnahmen.
                      Das VETO hätte eine nur eine REIN symbolische Wirkung gehabt.
                      Beide Staaten wären aber wieder massiv unter Beschuss geraten, für den Iran selbst hätte sich NICHTS geändert.
                      Ich würde auch annehmen, dass das mit dem Iran über diplomatische Kanäle auch so erklärt wurde.
                      Die Machthaber im Iran sind nun auch nicht SO ideologisch festgefahren, dass diese das nicht verstehen würden.
                      Deshalb haben sie die Enthaltung auch in dem Sinn "interpretiert"-eben aber NICHT als Verrat, sondern aus Einsicht.
                      Und die USA stehen auch unter Trump NICHT allein.
                      FAST die ganze restliche Welt unterwirft sich notgedrungen.
                      Und China und Russland sind allein nicht in der Lage, das aufzubrechen.
                      BRICS vielleicht einmal, in der Zukunft.
                      Aber OHNE Iran, wird BRICS auch KEINE Zukunft haben.
                      Auch das Projekt "Seidenstrasse" wäre gestorben.
                      Warum, denken Sie, haben China und RUS bei Maduro keinen Resolutiosentwurf in die UN eingebracht?
                      Im Fall des Iran kam der ja auch nur durch USA und Bahrain zustande.

                    • @ Ropert Zapf

                      Der von den Russen eingebrachte Resolutionsentwurf wurde nicht einstimmig abgelehnt, es gab 4 Ja-Stimmen, 9 Enthaltungen und 2 Nein-Stimmen (USA & Lettland). Im Grunde ist es sinnlos, eine Resolution einzubringen, die eine der 5 Veto-Mitglieder verurteilt, da sie sowieso scheitert. Daher gab es auch keinen Resolutionsentwurf zu der Maduro-Entführung.

                      ++Das VETO hätte eine nur eine REIN symbolische Wirkung gehabt.++

                      Da haben Sie Recht, dennoch hätte ich es ausgewogener gefunden, wenn auch sie gescheitert wäre. So entsteht das Bild, dass der Iran der einzig Schuldige ist. Die Mehrheit der Welt misst den UN-Entscheidung eine höhere Beachtung bei als sie verdient.

                    • @Mymind
                      >>>Oh ja, der Wackelpudding<<<
                      Sie sagen es.
                      Indien ist ein ziemlich wankelmütiger Kandidat.
                      Eigentlich steht und fällt BRICS mit dem Iran.
                      Ob ich nun Chat GPT, Perplexity oder Goggel KI befrage, alle sagen mir, dass der IRAN das ENTSCHEIDENDE Glied dabei ist.
                      Kann ich auch verstehen: es heisst ja nicht umsonst PETRODOLLAR.
                      Und von PETRO (nicht der hier existierende😂) haben Indien und China leider nicht so viel.
                      Die sind auf Lieferungen angewiesen.
                      Ich weiss ja nun nicht, ob China hinsichtlich der Petrolchemischen Industrie ein ASS im Ärmel hat, ich denke aber, dass selbst DIE dahingehend eben NICHTS haben.

                    • @ Robert Zapf

                      ++Eigentlich steht und fällt BRICS mit dem Iran.++

                      Iran ist ein wichtiges strategisches BRICS-Mitglied, aber ob Iran das Zünglein an der Waage für BRICS-SEIN oder BRICS-NICHTSEIN ist _ da bin ich nicht so sicher. Wenn Indien von seinen Abwegen in die erfolgsversprechendere Spur findet, wäre natürlich hilfreich.

                      Bzgl. Petro hat die RF noch ein paar Tropfen – so ca. 100 Mrd Barrel -, bzgl. Ölreserven steht sie weltweit an 5. Stelle.

                    • @Izi

                      «Das I in BRICS ist Indien.»

                      Der war so was von gut, da fehlen mir die Tasten, um das auszudruecken 🤣

                      Aber schon interessant, dass man sich in erster Linie Sorgen macht, dass mit dem brutalen Mullah-Regime auch BRICS fallen koennte.

                      Okay, dass nennt man dann wohl Verantwortungsethik 😉

                    • @Mymind
                      Wenn der Petrodollar fällt, verlieren die USA ihre wirtschaftliche und finanzielle Macht.
                      Dann sind sie NUR noch militärisch sehr stark.
                      Bringt aber für den HANDEL wenig.
                      Sie sind zwar wirtschaftlich trotzdem stark, aber sie haben eben auch auch einen riesigen Schuldenberg.
                      Dahingehend wäre die Abkopplung der BRICS Staaten vom Petrodollar eine wirkliche Gefahr für die USA.
                      Sowas lassen diese GRUNDSÄTZLICH nicht zu.
                      Bis jetzt war es jedenfalls immer so gewesen.
                      Was Trump in seinen Slogan gegossen hat, war seit 1945 die treibende Kraft der USA Diplomatie.
                      Wenn man in dem Fall überhaupt von Diplomatie sprechen kann.
                      Russland hat zwar Öl, aber China hat andere Produkte, die Russland braucht.
                      Die zwei ergänzen sich gut.

        • Ja, die Maedchenschule – ein Kriegsverbrechen – ist auch im MSM in aller Munde. Nur der Donald, der auch sehr viel Gutes fuer die heimische Bevoelkerung bewirkt hat – Ihrer Meinung nach (die Umfragewerte waren allerdings auch schon vor dem Krieg im Keller) – leugnet das permanent.

          OT: Russische Kriegsverbrechen in der Ukraine. Die Liste ist lang und wird immer laenger:

          https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsverbrechen_im_Russisch-Ukrainischen_Krieg

          Um auch das nur mal hier zu erwaehnen.

              • Sie verwechseln das Konkrete mit dem Allgemeinen. Das die ukrainischen Streitkräfte im März 2022 Kiewer Vororte mit schwerem Artilleriefeuer belegt haben, ist ein Fakt und bestimmte Bilder aus Butscha haben auch die entsprechenden Zerstörungen gezeigt.

                  • Aussagenlogik scheint nicht Ihre Stärke zu sein.

                    Mein Satz ist ganz klar allgemein formuliert und besagt, dass ich nicht bestreite, dass die russische Seite in der Ukraine Kriegsverbrechen begangen hat. Damit ist noch längst nicht jede von der Ukraine Russland gegenüber gemachte Anschuldigung abgedeckt.

                    • «Mein Satz ist ganz klar allgemein formuliert»

                      Die russischen Kriegsverbrechen waren aber sehr konkret adressiert. Warum sollte man darauf mit Allgemeinplätzchen antworten? Seltsame Logik.

                      Ja und warum bring man überhaupt die ukrainische Artillerie ins Spiel? Konnte die in Butscha Schusswunden verursachen und den Opfern die Hände auf dem Rücken zusammenbinden?
                      Seltsame Logik.

                    • «Ja und warum bring man überhaupt die ukrainische Artillerie ins Spiel?»

                      Weil es in Butscha etwa 500 Todesopfer gab, aber der veröffentlichte Bericht der internationalen Untersuchung für den gesamten Zeitraum bis zur Befreiung von Butscha für die gesamte Region weniger als zwanzig Tötungen von Zivilisten durch russische Truppen belegen konnte.

                  • @Petro

                    Ich weiss, Sie sind da strenger, aber ich bin Herrn Jeschke in der Beziehung wirklich dankbar (diesmal keine Ironie), dass er ueberhaupt Kriegsverbrechen Russlands sieht und nicht einzig und allein anerkennt (und selbst bzgl. Anfang ist sich die ueber diese Website hinausreichende alternative internationale Gemeinde nicht voellig einig), dass es ein vw-Krieg Russlands ist. (Freilich thematisiert werden die Verbrechen dann schon in den MSM zur Genuege, muss man also dann nicht auch noch hier tun.)

                    Die Meisten hier halten mich ja fuer bekloppt, bzw. verstehen sowieso nicht, von was ich «rede». Kurz: Koennen meinen Gedanken nicht folgen.

                    Weil nicht sein kann, was nicht sein darf 😉

                    • Kann ich mir mit meinem Mindestlohn nicht leisten.

                      Sie wissen doch, dass in unserer «Dekokratie» fuer uns Untertanen das Leben einfach nur die Hoelle ist.

                      Darum kommen auch die vielen Fleuchtlinge aus ihren grossartigen Diktaturen und echten Halbdemokratien so gern zu uns, um das selber mal zu erleben. (Wenn sie nicht vom furchtbar poehsen Westen mit allen Mitteln daran gehindert werden.)

                      Und wenn sie das dann einmal durchschaut haben, sind sie auch ganz schnell wieder in ihr Heimatland verschwunden. So schnell kannste gar nicht gucken. 😉

  29. Interessiert zwar nicht aber Trump spricht:

    «Während wir in Venezuela einen historischen Wandel vollziehen, freuen wir uns auch auf die großen Veränderungen, die bald in Kuba stattfinden. Kuba befindet sich in seinen letzten Augenblicken, so wie es ist. Unser Fokus liegt derzeit auf Iran. Aber danach werde ich mich um Kuba kümmern. »

    In Kuba ist eine Katastrophe am Laufen, kaum Energie, Medikamente, Wasser Lebensmittel.
    Trump sorgt dort für Tote. Das 60 jährige Embargo war nicht genug.
    Jetzt sollen die Leute direkt sterben.
    Schuld ist die dortige Regierung. Hätte sich ja beugen können.

    Was sagen die demokratischen Staaten? Nichts.
    Gibt es Sanktionen? Nein.
    Aber wehe, wenn China Taiwan ….abschottet.
    Heuchler und Täter sind am Werk.

    Mal schauen, wieviele Kinder uns das wert ist. Auch 500.000? Oder 16.000? Oder ist das völlig egal?

    • @izi
      Ich glaube schon, dass der Iran, was die militärische Schlagkraft betrifft, in KEINER Weise mit den USA mithalten kann.
      Er kann NADELSTICHE versetzen, mehr nicht. Aber auch das wird ja in der Form bei uns in den MSM kaum kommuniziert.

      Auch hinsichtlich Israel und den Schäden durch iranische Drohnen und Raketen bleibt man ziemlich kurz angebunden.

      Das Problem ist eher die durch den Überfall ausgelöste Knappheit an Öl und Gas.
      Und das Nadelöhr «Strasse von Hormus».
      Da hat man mit dem freigeben der Reserven jetzt etwas Zeit gewonnen, ich habe gehört, max. 90 Tage.
      Wenn sich in dem Zeitfenster nichts grundlegend ändert, wird es ungemütlich, zuerst wahrscheinlich für Europa.
      Auch für Trump, aber eher wegen der Umfragen im eigenen Land und den Midterms.

      Wie es mit der Bevölkerung im Iran aussieht, welche Stellung die beziehen, ich weiss nicht, welchen Meldungen man da glauben soll. Falls es überhaupt überprüfbare Meldungen dahingehend geben sollte.

      Sie beschreiben ja auch, wie die Informationslage hinsichtlich Satelitenbildern ist.
      Das allein ist schon etwas bedenklich.

      • Der Iran führt einen asymmetrischen Krieg. Auch die Taliban konnten in keiner Weise mit den militärischen Mitteln der USA mithalten. Nordvietnam und der Vietcong konnten das nicht.

        Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln und der politische Sieg liegt nicht immer bei demjenigen, der die stärkeren militärischen Mittel hat. Wenn dem so wäre, gäbe es noch mehr Kriege (weil es noch mehr Anreiz für Kriege gäbe).

        • @izi
          Sie haben schon recht.
          Vietnam und Afghanistan war auch von der Geographie her schlecht für die Art der Kriegsführung der USA.
          Ausserdem kostet auch Drohnenkrieg Geld.
          Irak war in der Beziehung den USA in der Kriegsführung entgegen.
          Ich habe hier mal wieder einige neue Beiträge von Rupp gefunden.

          Israel und USA verirrt in iranischer Sackgasse

          https://apolut.net/israel-und-usa-verirrt-in-iranischer-sackgasse-von-rainer-rupp/

          Top-US-Experte: Iranische Raketen besiegen israelisch-amerikanische Luftabwehr

          https://freedert.online/der-nahe-osten/273154-top-us-experte-iranische-raketen/

          Ich denke ja immer, an dem was Rupp sagt, ist wenigstens die Hälfte wahr…

          • «Ich denke ja immer, an dem was Rupp sagt, ist wenigstens die Hälfte wahr…»

            Am besten die Rupp’sche Propagandashow bei Ken rechts liegen lassen.

            Und unser «Kundschafter des Friedens» beim russ. Propaganda-Staatssender zu sehen…weiss nicht so recht 🤣

            • «Und unser «Kundschafter des Friedens» beim russ. Propaganda-Staatssender zu sehen…»

              Irgendwie das Speigelbild der bei sich zu Hause unbedeutenden Dissidenten, die in unseren Medien herumgereicht werden und aus Ländern kommen, die unserer Obrigkeit nicht genehm sind.

              • Wuerde ich jetzt nicht als Speigelbild 😉 bezeichnen.

                Ich beziehe mich auf den Artikel bei Ken (nicht auf seine inhaltlichen Angaben bzgl. eines Interviews von…mit…bei RT)

                Wenn russ. bzw. iran. Exil-Oppositionelle von den Schrecken berichten, die Sie selbst erlebt oder von Freunden, Verwandten usw. mitbekommen haben und so dann natuerlich ihre Regimes nicht gut weggekommen sind (gegenfalls auch mit politisch nicht korekten Worten) ist es schon etwas anders als wenn ein Herr Rupp (Deutscher?) von der Genialitaet der Kriegsfuehrung des brutalen, verbrecherischen Mullah-Regimes SCHWAERMT.

                Zudem sind einige Behauptungen ueberhaupt nich belegt bzw. schlicht falsch.

            • @izi
              >>>Es steht dort aber auch einiges Wahre, was in den MSM zu kurz kommt.<<<
              Das denke oder weiss ich auch.
              Könnten Sie mir aber aus Ihrer Sicht das Wahre trotzdem auch benennen?🤔
              Natürlich nur, wenn Sie Zeit haben.
              Es ist ja für mich auf alle Fälle hilfreich, die eigenen Vermutungen vielleicht auch bestätigt zu bekommen.
              Wenn nicht, ist es für mich auch kein Beinbruch…

      • «…ich weiss nicht, welchen Meldungen man da glauben soll.»
        Am Besten keiner. Gelogen wird immer, aber in Kriegen besonders monströs. Am Besten gesteht man sich ein, dass man fast nicht Konkretes weiss. Man kann Vermutungen anstellen und «was wäre wenn» Szenarien entwerfen, aber nicht davon ausgehen dass man konkrete Informationen besässe.

    • @izi
      Vor allem wird man froh sein, wenn es noch was zu verteilen gibt.
      Aber viele haben ja die grandiose Idee, nur nach dem nominalen BIP zu schauen.
      Da ist Deutschland noch gut aufgestellt.

      Nur keine Sorge, Herr Jescke 😅😂🤣

      Mir kriegen das hier schon hin.😱

    • Nicht die Firmen gehen, sondern sie verlagern ihre Produktion in Länder mit niedrigeren Löhnen und Umweltstandards. Das läuft schon seit Jahrzehnten. Die Konzernzentralen bleiben, weswegen der Rückgang der BIP-Zahl relativ gimpflich aussieht. Euphemisierend wird das beschrieben mit «Wandlung vom Industrie- zum Dienstleistungsstandort». Wobei mit «Dienstleistung» auch im Niedriglohnsektor ansiedelte Dienste gemeint sind. Die zu steigenden Sozialkosten führen, vor Allem durch Wohngeld für Vollzeitarbeitende.
      Was bleibt, ist (zunächst) die steigende Kriegsrüstungsproduktion, die allerdings heute schon nur noch mit Kredit finanziert werden kann. Wobei unklar bleibt, aus welcher Quelle die Zinsen bezahlt werden sollen. Dass permanent weitere Streichungen im Sozialsektor die steigenden Kosten und Verluste bei Lohnsteuer und MWSt nicht auffangen können ist bekannt, interessiert aber keine Regierung.

      • «sondern sie verlagern ihre Produktion in Länder mit niedrigeren Löhnen und Umweltstandards»

        Mir würde dann scheinen, dass die Löhne hierzulande in Bezug auf die Produktivität zu hoch sind und die Umweltstandards «überrissen», wie man in der Schweiz sagt.

        Man kann sich nur leisten, was man sich leisten kann.

          • «Sie könnten sich für ’nen Arbeitgeberverband bewerben.»
            Wer Einkommensüberschüsse auf dem Kapitalmarkt anlegen kann ist natürlich für Argumente der Kapitalseite im Interessengegensatz von Lohnarbeit und Kapital offen.
            Das sollte uns nicht erstaunen, denn das Sein bestimmt das Bewsstsein.

            • «.. denn das Sein bestimmt das Bewsstsein.»

              Ja, man kann nie ganz sicher sein, welches nicht bemerkte Vor-Urteil die eigene Argumentation prägt.

              Wenn man es nun als normal/akzeptabel betrachtet, dass z.B. in D. ~ 250 Mulitmilliadäre ihr Geld 💰 für sich arbeiten lassen.

              Mit anderen Worten selbst entscheiden können, wieviel sie von den eigentlich Werte schaffenden sich rechtlich legal aneignen können, dann ist sehr viel faul im Staate.

              Dann wiederum locker darauf zu verweisen, ‚ja, wenn man das anders machen würde, verlagern die doch ihr Kapital in andere Staaten und bei uns gehen dann Arbeitsplätze verloren.‘

              Dabei wird verschwiegen, dass selbst/immer noch Staaten in der EU Steuerdumping betreiben und sich damit Vorteile verschaffen (wollen). Das geht soweit, dass sich Irland weigert, dortige US-Unternehmen höher zu besteuern, weil sie das als ein profitables Geschäftsmodell betrachten. Und Irland steht da beileibe nicht allein mit in der EU!

              Wenn man sich also die kapitalseitig dominierte Strategie ein wenig nüchtern betrachtet, dann befindet sich die Arbeitnehmervertreter weiterhin klar auf der schwächeren Seite.

              Aber, allein die bestehende Gesetzgebung in D. würde es ermöglichen, dieses Missverhältnis zu korrigieren. Und warum dies nicht (siehe Berliner Volksbegehren) geschieht, beweist nur eines: die Macht des Kapitals!

              Euphemistische Formulierungen zur Verteidigung dieser bestehenden Verhältnisse, selbst von Teilen der Gewerkschaft, beweisen vor allem eines: die langjährige, erfolgreiche’Bearbeitung‘ des Bewusstseins von Seiten des Kapitals hat Früchte getragen.

              Womit sich der Kreis schließt.

              • Es geht aber wirklich nichr darum, dass in Deutschland die Steuern zu hoch wären.

                Die gleichen Produkte können in der gleichen Qualität anderswo billiger produziert werden, sogar ohne Steuern und Umweltstandards zu berücksichtigen. Daraus folgt, dass in Deutschland entweder die Produktivität zu niedrig oder die Löhne zu hoch sind, zu hoch, wohlgemerkt, in Bezug auf die tatsächliche Leistung im internationalen Vergleich.

                Ich denke, es ist sogar beides der Fall. Die Produktivität ist zu niedrig, weil viel zu viel Arbeitszeit in bürokratische Forderungen investiert wird und zwar in allen Branchen, auch bei Dienstleistungen und auch an Universitäten. Dem steht kein auch nur annähernd passender Nutzen gegenüber.

                Die Löhne sind aus historischen Gründen zu hoch. Deutschland hatte früher einen Produktivitätsvorsprung, war besser organisiert als Wettbewerber und hat qualitative hochwertigere Waren produziert. Zudem hatte es noch im internationalen Vergleich niedrige Energiekosten (für die Industrie). Daher liessen sich höhere Margen erwirtschaften und an denen waren die Arbeitnehmer beteiligt.

                Von all dem ist nicht mehr viel übrig. Die Margen sind erheblich gesunken, während die Reallöhne nicht annähernd in diesem Verhältnis gesunken sind. Kein Wunder, dass die Arbeitsplätze verschwinden.

              • @pleifel
                Guter Text.
                So wird ein Schuh daraus.
                Die technokratische Sichtweise vom Hausherr möchte ich mittlerweile nicht mehr ausgiebig diskutieren.
                Dafür habe ich andere Plätze, bei denen mir längere Texte sinnvoller erscheinen.

                Ihre Sichtweise ist besser in der Analyse und relevanter in gesellschaftlicher Hinsicht.

                • @Albatros
                  >>>Ihre Sichtweise ist besser in der Analyse und relevanter in gesellschaftlicher Hinsicht.<<<

                  Diese Aussage stimmmt aber auch nach meiner Meinung nicht.
                  Und in gesellschaftlicher Hinsicht können Sie eigentlich SELBST sehen, dass es leider in Dt. eben NICHT besser wird.
                  Was aber IMMER noch, bisher zumindest, gültig ist, ist eben allerdings TATSACHE:
                  Man KANN nur VERTEILEN, wenn etwas zu VERTEILEN vorhanden ist.
                  Steuereinnahmen oder Geld aus aufgenommenen Schulden, sind zwar Gelder die VORHANDEN sind, leider aber an Voraussetzungen gebunden.
                  Was aber IMMER da sein MUSS, ist irgendeine Grundlage für all das.
                  Und unserer Geschäftsmodell beruht nicht auf GLEICHHEIT oder FRIEDVERTIGKEIT.
                  Unser Geschäftsmodell beruht auf dem GEGENTEIL.
                  Und SOZIALE Marktwirtschaft ist eben im KERN auch erst einmal MARKTWIRTSCHAFT oder KAPUTALISMUS.
                  Das SOZIAL bezeichnet eigentlich nur, dass die Verteilung des MEHRWERTS nach sozialen Gesichtspunkten vorgenommen werden soll.
                  Aber es muss eben trotzdem erst einmal ein MEHRWERT zum Verteilen da sein.
                  Man kann Steuern und auch Gelder, die geliehen wurden, SOZIAL verteilen.
                  Aber leider nur solange, wie wirklich REAL etwas dazukommt.
                  Das hat in der alten BRD und auch später noch wirklich funktioniert.
                  Da ging es dann um die VERTEILUNG des REAL erwirtschafteten Mehrwerts.
                  Wenn aber das NICHT mehr gegeben ist, bewegt man sich langsam zwar, aber mit Sicherheit eben, nach UNTEN.
                  Das kann noch Jahrzehnte dauern, das System an sich wird nicht kollabieren, aber die SOZIALE Komponente wird innerhalb des Systems immer weniger funktionieren KÖNNEN.

                  Darauf verweist GJ eigentlich nach meiner Meinung nur mit seinen Aussagen.
                  Und das sehe ich leider genauso.

                  Und ich stehe nun auf der ANDEREN Seite der Kette.
                  Ich war 45 Jahre Arbeiter. Im Bergbau, Baunebengewerbe, Tunnelbau, im Steinbruch, ABM, Hartz4.
                  Ich habe die ANDERE Seite des Systems erlebt.
                  Ich habe 1500 Euro Rente und Glück, dass ich in Chemnitz wenigstens noch geringe Wohnkosten habe.

                  Das ändert aber nichts daran, dass ich GJ trotzdem zustimmen MUSS.
                  Wenn wir aus rein IDEOLOGISCHEN Gründen die Basis der MW Gewinnung schwächen, wird es nicht besser werden.
                  Und leider sind Änderungen in Dt. aus verschiedenen Gründen fast NICHT möglich.

            • Ich verstehe auch Ihr Argument nicht.

              Wieso kann man sich aus Ihrer Sicht leisten, was man sich nicht leisten kann?

              Irgendwer muss dafür aufkommen. Im Zweifel ist das die nächste Generation. Die Kosten für unseren Lebensstandard auf die nächste Generation abzuschieben, ist aus meiner Sicht unethisch.

              • @izi
                >>>Irgendwer muss dafür aufkommen. Im Zweifel ist das die nächste Generation. Die Kosten für unseren Lebensstandard auf die nächste Generation abzuschieben, ist aus meiner Sicht unethisch.<<<

                Deswegen kam ja dann die Klimadebatte bzw. wurde die Angst vor einem Klimawandel erzeugt.
                Und es war eben ANGTST.
                Damit war man ETHISCH eben auf der RICHTIGEN Seite.

                Sie argumentieren RATIONAL.
                Damit haben Sie allerdings eher schlechte Karten.
                Alles was seit 10 Jahren in Dt. diskutiert wird, wird eben NICHT rational diskutiert.

                Das beste Beispiel dafür war Corona.

                Angst essen Seele auf.

                Und mittlerweile kann man froh sein, wenn man mit der eigenen rationalen Diskussion nicht als NAZI geframed wird.

          • @pleifel
            >>>Mir würde dann scheinen, dass die Löhne hierzulande in Bezug auf die Produktivität zu hoch sind und die Umweltstandards «überrissen», wie man in der Schweiz sagt.<<<
            Man müsste zuerst klären was mit Löhnen gemeint ist.
            Löhne in der Industrie, also privater, kaputalistischer Bereich, oder Löhne bzw. Gehälter im staatlichen Bereich.
            Das wird immer gern vermischt, sollte aber nach meiner Meinung STRIKT unterschieden werden.

            Umweltstandards sollte auch näher definiert werden.
            Ich glaube nicht, das GJ jetzt Gesetze meint, die auf Luft bzw. Gewässerreinheit abzielen.
            Es gibt sehr sinnvolle und notwendige UMWELTGESETZE. Meist wird aber in Dt. Umweltschutz im gleichen Atemzug mit Tierschutz und Naturschutz genannt.
            Naturschutz ist auch wichtig und sinnvoll. Leider aber auch in verschiedenen Fällen absolut extrem und ins Gegenteil umschlagend.
            Das letzte dahingehende Ereignis fand in Berlin statt:

            https://www.focus.de/regional/berlin/erdkroete-verhindert-batterie-fabrik-in-berlin_4c71b7f8-790e-4d74-a0fe-adce6850f47b.html

            Vor allem wenn das ganze dann noch mit KLIMASCHUTZ kombiniert wird.
            Leider wurden mittlerweile Gesetze geschaffen, die sogar die Regierung VERPFLICHTET, in der Art zu agieren.
            Wenn nicht wird geklagt. Und auch erfolgreich geklagt.

            Ich denke, in diese Richtung sind GJs Worte zu verstehen.

            • «Ich denke, in diese Richtung sind GJs Worte zu verstehen.»

              Denke ich eher nicht, was sich auch aus Diskussionen mit ihm an anderer Stelle gezeigt hat.

              «Mir würde dann scheinen, dass die Löhne hierzulande in Bezug auf die Produktivität zu hoch sind …», ist zwar abgeschwächt formuliert, aber zeigt grundsätzliche Übereinstimmung mit den wirtschaftlich zugrunde liegenden Wirkursachen, also was den Neoliberalismus betrifft.

              Es geht als um die Akzeptanz gewisser Ideologien, die die bisherigen Verhältnisse bestimmen.

              • «Es geht als um die Akzeptanz gewisser Ideologien, die die bisherigen Verhältnisse bestimmen.»

                Nee, es geht darum, dass Sie ein EPR-Spektrometer vergleichbarer Leistungsfähigkeit nicht zum doppelten Preis verkaufen können, zu dem es die Chinesen anbieten. Entweder Sie haben ein besseres Produkt oder Sie müssen deren Preis näher kommen.

                Gilt auch für E-Autos – wobei – da haben die Chinesen auch noch die besseren Produkte.

                • «Gilt auch für E-Autos – wobei – da haben die Chinesen auch noch die besseren Produkte.»
                  Wer vor 40 Jajren behauptet hätte, dass Chinesen die japanische und europäische Automobilindustrie vom Weltmarkt verdrängen könnten wäre ausgelacht worden.
                  Wenn ich heute sage, dass chinesiche PKW-Hersteller mal von Afrikanern verdrängt werden können, werde ich wohl auch ausgelacht. Aber die afrikanische Automobilproduktion wächst, anscheinend von der «Keimzelle» Nigeria aus.

                  Heute wissen wir, dass die hohe Abhängigkeit der BRD vom Automobil-Export eine Fehlentwickung war.

            • «Das wird immer gern vermischt, sollte aber nach meiner Meinung STRIKT unterschieden werden.»

              Im Prinzip ja, aber inzwischen sind auch die Industrielöhne im Vergleich zur Produktivität, Innovation und Qualität zu hoch.

          • Dieser Satz sollte eigentlich unstrittig sein. Wenn die Linke denkt, es handele sich dabei um Arbeitgeberinteressen, dann – pardon! – kann die Linke nicht denken.

            Sich mehr zu leisten als man sich leisten kann, endet so, wie die DDR geendet ist.

              • «Warum kommt es Ihnen nicht in den Sinn»

                Weil die Chinesen nicht weniger auf Profit aus sind. Und weil ganz unabhängig vom Profitstreben eine Verlagerung von Produktion ins Ausland nur dann Sinn ergibt, wenn dort ähnlich gut zu geringeren Kosten produziert werden kann. Wenn dem so ist, dann ist es (ebenfalls unabhängig vom Profitstreben), unwirtschaftlich, diese Produkte hier herzustellen.

                Und damit ergibt sich die Folgerung, dass es letztlich nicht viel bringt, sich höhere Löhne für höhere Produktkosten zu leisten. Für Exportgüter geht es eh nicht, weil man den nötigen Preis nicht durchsetzen kann und es keinen Sinn ergibt, mit Verlust zu exportieren und für im Inland verbrauchte Güter führt der höhere Lohn dann eben zu entsprechend höheren Preisen.

                • ++Weil die Chinesen nicht weniger auf Profit aus sind. ++

                  Darum geht es doch gar nicht, natürlich muss ein Unternehmen Profit abwerfen. Es geht nur um das wieviel! Schauen Sie sich die Umsatzrenditen deutscher Unternehmen vor 40 Jahren an im Vergleich zu den aktuellen. Dann noch die aktuellen im Vergleich zu den Umsatzrenditen chinesischer Unternehmen heute.

                  Ich sage nicht, dass die enorme Steigerung der Umsatzrendite die einzige Ursache des aktuellen Dilemmas ist, aber es ist eine der Ursachen.

                  • «Umsatzrendite»

                    Konsumgüter/Technologie, Spitzenwerte:

                    Beiersdorf (Kosmetika, Deutschland, 2025): ~14,0%
                    Nongfu Spring (Getränke, China, 2025): 28,6%
                    ANTA Sports (Sportartikel, China, 2025): 20.5%
                    Tencent (Internet, China, 2025): 28.9%

                    Autoindustrie:

                    VW (Deutschland, 2025): 2.8%
                    BYD (China, 2025): 5.1%
                    Great Wall Motors (China, 2025): 5.9%

                    • Sie machen das sehr geschickt, indem sie auf der einen Seite die Ausreisser heranziehen & auf der anderen Seite die Branchen des absteigenden deutschen Astes, alles dazwischn aber ignorieren. Hilft eben nicht, um die allgemeine Tendenz aufzuzeigen.

                    • «Hilft eben nicht, um die allgemeine Tendenz aufzuzeigen.»

                      Gehen Sie doch mal Industrieprodukte (Konsumgüter einkaufen), derehen Sie die um und lesen, wo sie herkommen.

                      Vor zehn Jahren ging es da um Spielzeug und billige KLeidung. Jetzt bietet eine chinesische Firma auf meinem Forschungsgebiet ein (mindestens) gleichwertiges Spektrometer billiger an als der deutsche (bisherige) Platzhirsch auf dem Gebiet.

        • Ganu so einfach muss man es nicht sehen: Wenn die Lebenshaltungskosten (in der BRD vor Allem die Wohnkosten) zu hoch sind fordern (und erstreiken zum Teil) einen Lohnausgleich. In Ungarn zum Beispiel sind nicht nur die Löhne niedrieger als hier, sondern auch die Wohnkosten. So können sie Investoren anlocken.

          Und was die Umweltschutzkosten angeht: Auch damit können Länder Investoren anlocken. Aber langzeitig zeigt sich, dass zum Beispiel Luft- und Gewässerverschmutzung zu einen schlechten Gesundheitszustand der Bevölkerung führen.Der dann auch die Produktivität senkt wenn nicht mehr genügend gesunde Arbeitskräfte verfügbar sind. Ärmere Länder haben hier einen finziellen Konkurrenzvorteil, der aber auf Dauer nicht durchhaltbar ist, denke ich. In China haben sie das eingesehen und umgesteuert.

          Natürlich müsste hier überlegt werden, wie sich Energiekosten in eunem bestimmten Rahmen halten lassen. Auch für Privathaushalte, die dann mit glimpflichen Wohn- und Energiekosten eher zu Abstrichen bei Tarifforderungen bereit wären.

          • «Aber langzeitig zeigt sich, dass zum Beispiel Luft- und Gewässerverschmutzung zu einen schlechten Gesundheitszustand der Bevölkerung führen.»

            Wenn es so aussieht, wie Buna Schkopau, Bitterfeld und die Braunkohlekraftwerke der DDR, dann ja. Aber über dieses Niveau reden wir schon lange nicht mehr. Selbst bei den moderneren Chemiewerken der DDR war das nicht mehr der Fall.

            Die Standards, die gegenwärtig in der EU im Allgemeinen und in Deutschland im Besonderen gepusht werden und die damit verbundene Bürokratie sind aberwitzig.

            Wie für alle Phänomene, so gilt auch für den Umweltschutz, dass man auf einem gewissen Niveau immer mehr Geld für immer geringere Verbesserungen ausgibt. Irgendwann stehen der Nutzen in keinem sinnvollen Verhältnis mehr zu den Kosten.

            Die EU und Deutschland befinden sich bereits weit in diesem Bereich. Umweltschutz und Produktsicherheit sind ideologiegetrieben, nicht rational begründet. Mit dem gleichen Aufwand könnte man Lebenserwartung und den allgemeinen Gesundheitszustand stärker verbessern, wenn man es auf andere Weise ausgeben würde. Selbst subventionierte Sportstätten und Sportvereine wären besser.

          • «In China haben sie das eingesehen und umgesteuert.»

            China zeigt, dass nicht die Kosten für sinnvollen Umweltschutz und einen vernünftigen Uebergang zu erneuerbaren Energien das Problem sind, sondern die Art und Weise wie das in der EU betrieben wird. Offenbar lassen sich Wirtschaftlichkeit und Verbesserung der Oekologie verbinden, wenn man darauf Acht gibt, dass sie verbunden werden müssen.

        • ++Mir würde dann scheinen, dass die Löhne hierzulande in Bezug auf die Produktivität zu hoch sind…++

          Das muss nicht zwangsläufig der Rückschluss sein. Ein Grund könnte auch der deutlich niedrigere Lohn in anderen Ländern sein, für den sich eine Auslagerung lohnt. Ein weiterer Grund könnte sein, dass es Schwierigkeiten bei der Besetzung der Arbeitsplätze gibt. Letzteres ist zunehmend ein Problem im Niedriglohnsektor.

          • «Ein Grund könnte auch der deutlich niedrigere Lohn in anderen Ländern sein, für den sich eine Auslagerung lohnt.»

            Aehmm, ja, nur ist das der gleiche Grund. Das Verhältnis zwischen Produktivität und Lohn ist hier schlechter als dort.

            • «Aehmm, ja, nur ist das der gleiche Grund.»

              Mehr fällt Ihnen dazu nicht ein?

              1. Nutzt unsere Exportindustrie aus, was den Zustand in diesen Ländern erhält und Umweltstandards dabei ausgehebelt werden (können).

              2. Parallel dazu dient diese Billiglohnkonkurrenz, unsere Beschäftigungsverhältnisse unter Druck zu setzen, was ja bestens gelingt.

              Wenn nun in diesen ‚Billiglohnländern‘ aufgrund von Streiks/Arbeitskämpfen, bzw. auch eigene industrielle Weiterentwicklung gelungen ist, den Lohnanteil zu erhöhen, dann wandert das Kapital in andere Staaten, bis sich dort der gleiche Prozess vollzogen hat.

              Erst wenn das Kapital flächendeckend keine Staaten mehr aus/nutzen kann, die aufgrund von Billiglöhnen und/oder Steuerdumping nützlich sind, dann wäre ein Zustand erreicht, wo mit Löhnen nicht mehr gegeneinander konkurriert werden kann.

              Konkreter:

              Dass kleine Länder wie die Schweiz eine der höchsten Milliardärsdichten der Welt haben und selbst Deutschland über hundert Milliardäre zählt, zeigt vor allem eines:

              Reichtum konzentriert sich immer stärker in den Händen weniger. Während ein winziger Kreis Vermögen in Milliardenhöhe anhäuft, kämpfen viele Menschen mit steigenden Lebenshaltungskosten, Wohnungsnot oder unsicheren Jobs.

              Dass einzelne Personen also mehr besitzen als Millionen andere zusammen, ist kein Zeichen persönlicher Leistung, sondern das Symptom eines Systems, das extreme Ungleichheit hervorbringt/zulässt und politisch erstaunlich wenig dagegen unternommen wird.

              Im Gegegenteil lässt sich beobachten, dass diese Klientel noch mit besonderen Vergünstigungen angelockt wird, damit sie ihren A. dorthin bewegen. Wobei selbst das physisch nicht mal notwendig ist!

              Daraus ergibt sich nun eine etwas andere Formulierung als:

              «Man kann sich nur leisten, was man sich leisten kann.»

              nämlich:

              𝗦𝗼𝗹𝗮𝗻𝗴𝗲 𝗺𝗮𝗻 𝘀𝗶𝗰𝗵 𝗲𝘁𝘄𝗮𝘀 𝗹𝗲𝗶𝘀𝘁𝗲𝘁, 𝘄𝗮𝘀 𝗺𝗮𝗻 𝘀𝗶𝗰𝗵 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗹𝗲𝗶𝘁𝗲𝗻 𝘀𝗼𝗹𝗹𝘁𝗲, 𝘀𝗽𝗿𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗱𝗮𝘀 𝘀𝗼𝘄𝗼𝗵𝗹 𝗴𝗲𝗴𝗲𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗩𝗲𝗿𝗻𝘂𝗻𝗳𝘁, 𝘄𝗶𝗲 𝗮𝘂𝗰𝗵 𝗵𝗶𝗲𝗿 𝗴𝗲𝗴𝗲𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗯𝗲𝘀𝘁𝗲𝗵𝗲𝗻𝗱𝗲𝗻 𝗥𝗲𝗰𝗵𝘁𝘀𝘃𝗲𝗿𝗵𝗮̈𝗹𝘁𝗻𝗶𝘀𝘀𝗲!

              • All das ändert nichts daran, dass Löhne und Sozialleistungen erwirtschaftet werden müssen.

                Für den Anteil des BIP, der in DEutschland an Milliardäre fliesst, gibt es keine genauen Angaben. Man kann ihn aber abschätzen. Durchschnitsrendite; 7.1%. Anlagevermögen der deutschen Milliardäre; 1.4 Billionen Euro, deutsche BIP 2024; 4.33 Billionen Euro. Daraus folgt ein Anteil von etwa 2.1%.

                Das empfinde ich auch als stossend, wie der Schweizer sagt, aber diese 2.1% zu reduzieren, macht in der gegenwärtigen Strukturkrise das Kraut nicht wieder fett.

                Das Problem ist nicht hauptsächlich ein Verteilungsproblem. Waren gleicher Technologiestufe und Qualität werden in Deutschland teurer produziert als anderswo.

                • @izi
                  Die Rechnung mit 1,4 Billionen Vermögen und 7,1 % Rendite ergibt rechnerisch rund 100 Mrd. € bzw. etwa 2,1–2,3 % des BIP – das ist formal korrekt. Der entscheidende Fehler liegt aber in der Interpretation.

                  Hier werden zwei unterschiedliche Größen vermischt: Vermögen (Bestand) und BIP (jährliche Wertschöpfung). Die 7,1 % sind zudem keine saubere volkswirtschaftliche Einkommensgröße, weil sie zu einem erheblichen Teil aus Buchgewinnen, Bewertungsänderungen oder im Ausland erzielten Erträgen bestehen. Damit handelt es sich nicht um einen klar dem deutschen BIP zurechenbaren Anteil.

                  Die methodisch richtige Größe ist das Vermögenseinkommen der privaten Haushalte (Zinsen, Dividenden, Gewinne). Dieses liegt in Deutschland grob bei 600–750 Mrd. € jährlich, also etwa 14–17 % des BIP. Schätzt man daraus den Anteil der Milliardäre (ca. 15–25 % des Vermögens), ergibt sich ein Bereich von etwa 90–180 Mrd. €, also ungefähr 2–4 % des BIP.

                  Fazit: Die Größenordnung ist nicht völlig daneben, aber die ursprüngliche Herleitung ist methodisch unsauber. Korrekt ist nur eine grobe Schätzung über Vermögenseinkommen, nicht über pauschale Renditen auf Vermögensbestände.

                  Is nicht von mir, das war KI im Zapf Modus.
                  Was sagen Sie?

                  • «Hier werden zwei unterschiedliche Größen vermischt: Vermögen (Bestand) und BIP (jährliche Wertschöpfung).»

                    Das ist falsch. Die jährliche Rendite verbindet diese beiden Größen.

                    «Die 7,1 % sind zudem keine saubere volkswirtschaftliche Einkommensgröße, weil sie zu einem erheblichen Teil aus Buchgewinnen, Bewertungsänderungen oder im Ausland erzielten Erträgen bestehen.»

                    Das ist richtig. Benutzt man diese 7.1% erhält man nur eine grobe Abschätzung. Im Kontext unserer Diskussion ergibt sie gleichwohl Sinn.

                    «Die methodisch richtige Größe ist das Vermögenseinkommen der privaten Haushalte (Zinsen, Dividenden, Gewinne).»

                    Das sehe ich nicht. Es gelten dabei genau die gleichen Argumente über den Bezug zum BIP wie für die mittlere Kapitalrendite der Vermögen der Milliardäre.

                    «Schätzt man daraus den Anteil der Milliardäre (ca. 15–25 % des Vermögens)»

                    Durch diese breite Spanne ist diese Herleitung noch grober. Dass 25% des gesamten Privatvermögens auf Milliardäre entfallen soll, ist falsch. Abschätzungen des DIW zeigen einen viel geringeren Anteil von 5%. Rechnet man mit 5-10%, dann ist meine ursprüngliche Abschätzung eher zu hoch, weil dann nur knapp 1 bis knapp 2% des BIP herauskommt.

                  • @izi
                    Würden Sie diese Einschätzung im Kern teilen, was Unterschied DT zu Schweiz betrifft?

                    Die strukturellen Finanzierungsprobleme sind in der Schweiz grundsätzlich ähnlich gelagert wie in Deutschland, aber deutlich schwächer ausgeprägt.

                    Auch dort wirkt die Demografie, allerdings langsamer. Gleichzeitig ist die Erwerbsbeteiligung höher und die Wirtschaft produktiver, insbesondere durch starke Sektoren wie Pharma, Industrie und Finanzdienstleistungen. Das führt zu einer stabileren Einnahmebasis.

                    Ein zentraler Unterschied ist die Staatsquote: In der Schweiz liegt sie bei etwa 33–35 % des BIP, in Deutschland bei rund 50 %. Entsprechend ist die strukturelle Ausgabenlast geringer. Zudem basiert die Altersvorsorge nicht nur auf Umlage (wie in Deutschland), sondern kombiniert diese mit kapitalgedeckten Elementen, was die Belastung breiter verteilt.

                    Hinzu kommt der Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen, der Ausgaben und Steuerpolitik diszipliniert.

                    Fazit: Die gleichen Grundprobleme existieren, aber sie sind in der Schweiz durch höhere Wertschöpfung, geringere Staatsquote und andere Systemstrukturen deutlich besser abgefedert.

                    • «In der Schweiz liegt sie bei etwa 33–35 % des BIP, in Deutschland bei rund 50 %.»
                      Noch niedriger ist die Staatsquote mit knapp über 20 % in Irland. weil dort viele multnationale Konzerne ihren Sitz haben. Je höher die Konzernumsätze, desto geringer die Staatausgaben relativ zum BIP.
                      Zunächst überraschend ist die Staatquote mit etwas über 40 % im reichen Luxemburg höher als in der Schweiz. Das heisst, der Staat hat Geld und gibt es aus, zum Beispiel für ein kostenlos benützbares öffentliches Verkehrssystem.

                    • Ja, dieser Einschätzung stimme ich zu. Gleichwohl gibt es in der Schweiz keinen höheren Anteil von Haushalten in prekären Verhältnissen. Die geringere Staatsquote der Schweiz ist nicht unsozialer als die hohe Staatsquote in Deutschland. Es handelt sich in Deutschland um Misswirtschaft.

                    • Während ich gegen hohe Rüstungsausgaben bin, muss ich doch feststellen, dass auch die Rüstungsausgaben in Vergleich zu den Sozialausgaben bislang gering sind. Daher gilt, dass geringere Rüstungsausgaben (wie geringere Abschöpfung durch Superreiche) zwar an sich sinnvoll wären, aber das eigentliche Problem auch nicht lösen würden.

                      «Anders gesagt, wenn alle Arbeitseinkommen auskömmlich wären.»

                      Das wäre in der Tat besser. Andererseits muss man bei der Erhöhung des Mindestlohns schrittweise vorgehen, weil bei einer sprunghaften, starken Erhöhung tatsächlich einfach Arbeitsplätze verschwinden würden.

                      Das eigentliche Problem sind nicht zu hohe Mindestlöhne oder zu hohe Sozialausgaben für die Einkommensschwächsten. In Branchen, die früher Wettbewerbsvorteile gegenüber ausländischen Konkurrenten hatten, sind die Löhne sehr hoch und die Vorteile sind verschwunden. Dort müssen entweder die Reallöhne sinken oder es gehen Arbeitsplätze verloren. Derzeit passiert letzteres.

                      Unter den Sozialausgaben gibt es Mittelstandssubventionen, die aufhören sollten. Das träfe – im Wortsinn – keine Armen. Wenn sich einige Rentner nur jedes zweite Jahr eine Kreuzfahrt leisten könnten, wäre das besser, als dass die junge Generation im Realeinkommen schlechter gestellt wird.

                    • «Definieren Sie, weshalb Sie dieses Wort nicht einordnen können.»

                      Das ist – mit Verlaub – primitiv. Es ist durchaus nicht selbstverstädnlich, was Gerechtigkeit im Allgemeinen oder Verteilungsgerechtigkeit im Besonderen ist.

                      Sie müssen sich schon festlegen, was Sie meinen.

                      Beispiel:

                      Wollen Sie Kommunismus: Jeder trägt nach seinen Möglichkeiten bei, jedem wird nach seinen Bedürfnisse gegeben.

                      Oder Sozialismus: Jeder trägt nach seinen Möglichkeiten bei, jedem wird nach seiner Leistung gegeben.

                      Oder Verteilungsgerechtigkeit im Sinne der modernen Linken: Jeder trägt bei, was ihm gerade einfällt, jeder bekommt das Gleiche wie alle anderen.

                      Oder kapitalistische Verteilungsgerechtigkeit: Jeder trägt bei, was er beitragen kann und will und jeder bekommt den Marktwert dieses Beitrags.

                    • Suchen Sie sich das Ihnen genehme aus.
                      Überrascht wäre ich wohl nicht.

                      Konnte ich schon bei Studenten sehen, je nach Studium. Meine Annahmen wurde leider in sehr hohem Maße bestätgt.
                      Bis heute mußte ich mich nicht korrigieren, obwohl ich das gerne tun würde.

              • https://www.haufe.de/media/arbeitskosten-im-eu-vergleich_648322.html

                Die Suche nach „Lohnstückkosten in Europa“ ergibt ein ziemlich uneinheitliches Bild: Je nachdem, ob speziell auf das verarbeitende Gewerbe bezogen oder Gesamtdurchschnitt. Beim verarbeitenden Gewerbe steht die BRD stets im oberen Drittel, meistens auf Platz 5 oder 6. Falls Luxemburg mitaufgelistet wird hat das stets den Spitzenplatz, sowohl bei der Lohnhöhe als auch bei den Lohnstückkosten. Die BRD steht sowohl bei Lohnstückkosten als auch bei Lohnhöhe nie an der Spitze.
                Beispiele:
                https://external-content.duckduckgo.com/iu/?u=https%3A%2F%2Ftse1.mm.bing.net%2Fth%2Fid%2FOIP.j6nfhxHQCtsjbtD7MqglVgHaE3%3Fpid%3DApi&f=1&ipt=b7f0f4d3c5151a0681a6cd593cf54b8b55660efeaa35389ebf9a238e3fe40b5a

                https://www.bavc.de/images/news/Impuls-einmalig/Grafik_imp_08_20_3.PNG

                https://www.bpb.de/themen/wirtschaft/europa-wirtschaft/241605/loehne-und-lohnstueckkosten-im-euroraum/

                https://www.iwkoeln.de/studien/christoph-schroeder-kostenwettbewerbsfaehigkeit-der-deutschen-industrie-in-zeiten-grosser-verunsicherung.html

                https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/c/cb/Lohnst%C3%BCckkosten.jpg


                „…kämpfen viele Menschen mit steigenden Lebenshaltungskosten, Wohnungsnot oder unsicheren Jobs.“ Ja. Der Vergleich von Lohnhöhen ist unrealistisch, wenn nicht das Verhältnis Lebenshaltungskosten zu Arbeitsentgelten betrachtet wird. Vor Allem die Wohnkosten sind in der BRD meistens dort, wo Arbeitsuchende fündig werden extrem. Welche volkswirtschaftlich Schäden Bodenspekulation und „Betongold“-Investition anrichten wird von kapitalseitigen Darstellungen stets komplett ausgeblendet, aus naheliegenden Gründen.*
                Wer wg. Eigentumsmangel vom Verkauf der Arbeitskraft leben muss, sieht sich zwischen den Backen einer Presse: Einerseits die steigenden Reproduktionskosten, andererseits die internationale Lohnkonkurrenz. Während die Propaganda dröhnt, die keine Lösungen zu bieten hat, sondern nur den Stuhlgang der geplagten Psyche: Blaune Diarrhoe.

                Gibt es Wege aus dem Dilemma? Wahrscheinlich ja, allerdings eher nicht per Kreuzlein auf dem Wahlzettel**, sondern mit der Bildung eine druckstarken ausserparlamentarischen Opposition. Auf gut boarisch hiesse das „Mir san de Mehrern“.

                *Auf das Problem hat schon der Sozialdemokrat Hans Jochen Vogel in den 70er Jahren hingewiesen, von seinen „Genossen“ beflissen ignoriert.

                **Mit der Wahl kann eine Meinung geäussert werden. Man könnte mal bei den „Sonstigen“schauen, wer als Opposition über die 5 % zu heben wäre, um die Etablierten mal richtig zu ärgern. Aber ohne den Druck einer selbstbewussten APO bleibt die Opposition nicht lange Opposition.
                Nein die „A“fD ist dafür nicht geeignet, auch wenn sie mit den Etablierten noch um Plätze am Futtertrog des Kapitallobbyismus konkurriert.

                • Vergessen Sie all diejenigen Grafiken, die zu irgendeinem willkürlichen Zeitpunkt in der Vergangenheit normiert wurden (Bundeszentrale für Politische Bildung, Wikipedia). Diese sagen über die gegenwärtige Wettbewerbssituation nichts aus.

                  Vergessen Sie auch Luxemburg. Derart kleine Länder sind Anomalitäten. Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes am BIP beträgt dort 3.5-4%, einschliesslich Bau (wenig interationaler Wettbewerb) sind es 9%. Deutschland kann nicht von Tankstellen, Banken und der Mitarbeit in internationalen Organisationen leben. In Deutschland entfallen etwa 18-20% des BIP auf das verarbeitende Gewerbe.

                  Auch Norwegen ist ein Sonderfall, weil es von der Energieproduktion lebt. Kroatien und Lettland kann ich nicht einschätzen.

                  Bleiben noch Grossbritannien, das bekannterweise in noch grösseren Schwierigkeiten steckt als Deutschland, und mit zu Deutschland vergleichbaren Lohnstückkosten Frankreich. Ach so, Frankreich steckt auch in grossen Schwierigkeiten.

                  Sie verlinken IW Köln. Dort steht schon im Abstract, dass die deutschen Lohnstückkosten 15% höher sind als im Euro-Ausland. Das ist prozentual mehr als die üblichen Margen und die Energiekosten sind in Deutschland ja auch höher. Das kann nicht funktionieren.

                  Im Prinzip ist aber die gesamte bisherige Diskussion einschliesslich all dieser Grafiken nur eine Nebelkerze. Der wichtige Vergleichsmasstab ist China, das inzwischen fast alles herstellen kann, was Deutschland herstellen kann. Werden Sie jetzt bitte nicht blass:

                  Autoindustrie 5.6:1 zugunsten Chinas (mehr als fünfmal geringere Lohnkosten in China). Selbst in den USA sind die Lohnkosten in der Automobilproduktion nur halb so hoch wie in Deutschland.

                  Ich wiederhole mich: Das kann nicht funktionieren.

                    • Aus historischen Gründen. Es ist ja nicht wirklich so, dass ein VW-Arbeiter mit 10 oder 20% weniger Reallohn hungern würde. Er wäre immer noch besser gestellt als viele Leute die genauso hart arbeiten.

                      Und es ist auch nicht so, dass der Mittelstand Staatssubventionen bräuchte, um anständig zu leben.

                      Oder dass kostenloser öffentlicher Nahverkehr in der gegenwärtigen Strukturkrise in Deutschland ein Thema vernünftig denkender Leute sein sollte.

                    • «Und wieso müssen die Löhne so hoch sein?»
                      Von einem chinesischen Lohn wäre hier nichts mehr übrig, wenn die Miete abgebucht ist. Flachensammeln wäre dann auch keine Lösung, weil sich niemand mehr Mineralwasser oder Bier leisten könnte.

                    • «»Von einem chinesischen Lohn wäre hier nichts mehr übrig»

                      Sicher. Nur muss man dann entweder Sachen machen, welche die Chinesen nicht machen können oder zumindest auf etwas verzichten.

                      Man kann natürlich auch Trumps Weg zu gehen versuchen, bei dem man die Welt zu deglobalisieren versucht. Nur führt das auch zu Wohlstandsverlust.

                    • «Oder dass kostenloser öffentlicher Nahverkehr in der gegenwärtigen Strukturkrise in Deutschland ein Thema vernünftig denkender Leute sein sollte.»
                      Ist auch kein Thema, sogar 63 € pro Monat sind umstritten. Interessant sit allerfalls die Frage warum Luxemburg sich das leisten kann.

                    • «Interessant sit allerfalls die Frage warum Luxemburg sich das leisten kann.»

                      Wie schon gesagt, weil ein Land, dass es wirklich nicht nötig hat, jährlich mit mehr Geld als dem dafür nötigen von den anderen EU-Ländern subventioniert wird.

                  • «Vergessen Sie all diejenigen Grafiken, die zu irgendeinem willkürlichen Zeitpunkt in der Vergangenheit normiert wurden»
                    Gerne. Damit sind wir wieder mal an der Erkenntnis angelangt, dass mit Zahlenspielen trefflich Propaganda betrieben werden kann, aber keine Probleme gelöst 😉

  30. «Während ich gegen hohe Rüstungsausgaben bin, muss ich doch feststellen, dass auch die Rüstungsausgaben in Vergleich zu den Sozialausgaben bislang gering sind.»

    Nicht wahr, zumal wenn man 100 Mrd Neuverschuldung als Sondervermögen verbuchen/verkaufen kann.

    Ihr Kommentar greift aus meiner Sicht zu kurz, weil er zentrale Zusammenhänge der Wirtschaft ausblendet.

    Die deutsche Wirtschaft ist im Kern binnengetrieben, der Außenbeitrag macht nur einen vergleichsweise kleinen Teil der Wertschöpfung aus, auch wenn die Exportquote hoch ist.

    Entscheidend ist also, was im Inland an Nachfrage entsteht. Und genau hier sind Löhne eben nicht nur ein Kostenfaktor, sondern gleichzeitig die wichtigste Nachfragequelle.

    Wenn man daraus ableitet, dass Reallöhne sinken müssten, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, übersieht man ein grundlegendes Problem:

    Sinkende Löhne schwächen die Binnennachfrage und damit am Ende auch die Unternehmen selbst. Das löst keine strukturellen Probleme, sondern verschärft sie nur.

    Ähnlich verkürzt ist der Blick auf die Sozialausgaben. Diese sind nicht einfach nur ‚Belastung‘, sondern stabilisieren die Wirtschaft gerade in unsicheren Zeiten, weil sie Kaufkraft sichern und Krisen abfedern.

    Die eigentlichen Herausforderungen liegen daher weniger in ‚zu hohen‘ Löhnen oder Sozialausgaben, sondern in einer schwachen Binnennachfrage, wachsender Ungleichheit und zu geringen Investitionen.

    Solange diese Punkte nicht adressiert werden, bleibt die Argumentation unvollständig.

    • «Ähnlich verkürzt ist der Blick auf die Sozialausgaben. Diese sind nicht einfach nur ‚Belastung‘, sondern stabilisieren die Wirtschaft gerade in unsicheren Zeiten, weil sie Kaufkraft sichern und Krisen abfedern.»

      Ich bin gerade in der Jugendherberge Windischleuba, einem Wasserschloss, dass bis 1945 denen von Münchhausen gehörte.

      Einer ihrer entfernten Verwandten gleichen Namens soll sich mal an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen haben.

        • Die Jacke ziehe ich mir nicht an. Was in Deutschland in Sozialleistungen fliesst, beeinflusst mein Einkommen und meine Steuern zu 0%. Und in der Schweiz tendiere ich dazu, jedes Jahr relativ viel zu spenden und meine Spenden nicht mal von der Steuer abzusetzen. Nur entscheide ich da eben selbst, wem ich wofür etwas spende.

      • «Jugendherberge Windischleuba»

        Der Münchhausen-Vergleich passt nur, wenn man ignoriert, dass Einkommen und Ausgaben in einer Volkswirtschaft Kreisläufe sind.

        Sozialausgaben erhöhen reale Nachfrage, das ist kein Sumpf, sondern ein geschlossener Kreislauf.

        • Nee. Irgendwer muss das Zeug produzieren, das nachgefragt wird. Ist auch bei Dienstleistungen so.

          Plakativ: Wenn der Lokführer wieder mal zu spät kommt, hat der ICE Verspätung oder fällt aus. Jeder, der die Deutsche Bahn benutzt, versteht dieses Beispiel.

          Man kann nicht ungestraft Geld drucken (oder Produzenten wegnehmen) und in Sozialleistungen stecken. Irgendwo muss die Leistung sein, die das deckt. Das können Sie einem ehemaligen DDR-Bürger glauben.

          • Hm, das würde zur Schweiz aber schwer passen.
            Denken Sie einige Jahrzehnte zurück bis heute.

            Auch in der DDR ist das relativ. Wer hat davon profitiert, wer beschwerte sich über was, welche Kritik gibt es heute?

            Ist aber schon vor längerer Zeit durchgekaut worden.
            Lohnt nicht es aufzuwärmen.

          • «Man kann nicht ungestraft Geld drucken …».

            Das ist schon ein wenig komplexer, als es sich mit der Notengeldpresse erklären ließe.

            Dazu mal mit anderen Worten: Es führen viele Wege nach Rom. Das Ziel ist allen Reisenden bekannt, ergo bei den meisten Menschen es gewisse, weitgehend übereinstimmende Vorstellungen davon gibt, was Gerechtigkeit bedeutet.

            Mein Eindruck aufgrund ihrer Kommentare zeigt allerdings, dass Ihre Vorstellungen davon ein wenig speziell sind, zumindest im Vergleich zu dem, was üblicherweise unter Gerechtigkeit verstanden wird.

            Schon in früheren Diskussionen über Linke und Rechte wurde deutlich: Linke messen Gerechtigkeit am Wohlergehen aller, Rechte mehr am Erfolg des Einzelnen.

            Daraus ergeben sich logische Unterschiede in Gesellschaftsmodellen und wirtschaftlicher Zielsetzung.

            Die Frage, wie man dieses Ziel nun am besten erreicht, ist komplex, dennoch lassen sich die Grundprinzipien klar fassen.

            Ihre Wiederholungen tragen dabei leider nicht zur Klärung bei, sondern machen es eher mühsam, den Kern der Diskussion zu erkennen.

            • «Linke messen Gerechtigkeit am Wohlergehen aller, Rechte mehr am Erfolg des Einzelnen.»

              Und die Leute in der Mitte wissen, dass das gar kein Widerspruch ist.

              Die Summe der Erfolge der Einzelnen schafft das Wohlergehen aller. Wo niemand Erfolg hat, ist auch nichts zum Verteilen da.

              Fragen Sie sich doch mal, wo die 20-25% des BIP herkommen, die der deutsche Staat umverteilt und warum in den meisten Ländern eine solche Summe zur Umverteilung gar nicht zur Verfügung steht.

                  • @izi
                    >>>Die Wahrheit steht jeden Tag in den Zeitungen.<<<

                    Der Satz klingt einem Ossi wirklich in den Ohren. 😂

                    Das ist aber wirklich eine, bei immer noch vielen Menschen, weit verbreitete Illusion.
                    Genauso wie die Meinung, Tagesschau und ÖRR betreffend.
                    Heutzutage ist aber das Problem nicht die Information, sondern die Entscheidung, welcher der VERSCHIEDENEN Informationen man persönlich eher GLAUBT.
                    Und das liegen die MSM und ÖR vor allem im Westen noch an der Spitze.
                    Das Framing anderer Meinungen und der Medien, die diese vertreten, ist bisher schon relativ erfolgreich gewesen.🤔

                    • @Albatros
                      >>>Wieder falsch verstanden.
                      Sie müssen «globaler» denken.<<<
                      Könnten Sie, wenn möglich, etwas näher erläutern, wo ich in der Antwort etwas globaler sehen soll oder warum ich globaler denken soll?
                      In dem Gespräch ging es doch erstmal eher um Deutschland?
                      Oder was haben Sie jetzt global im Auge?

          • «Das können Sie einem ehemaligen DDR-Bürger glauben.»

            Hm, wieso haben sich so viele Ex-DDRler dann so über das westliche System getäuscht bzw beschwert?
            Sie natürlich nicht, aber Sie sind nicht repräsentativ.

            • «Sie natürlich nicht, aber Sie sind nicht repräsentativ.»

              Das scheint aber sehr unterschiedlich wahrgenommen zu werden. Auch einer der Gründe dafür, warum man sich immer wieder in den gleichen Details ‚verzettelt‘.

              Und einige Details diskutieren zu können, wird dann unkritisch verallgemeinert. Die Schlussfolgerung daraus liegt auf der Hand, denn die verfügbare Lebenszeit ist zu wertvoll.

              Übrigens dienen gespiegelt Rückfragen zur Definition häufig zu bloßer Verlagerung von Denkarbeit, die ausschließlich dazu dient, sich anschließend daraus Details herauszufischen, die dann dazu dienen, der eigenen Ansicht mehr Gewicht zu verleihen.

              Ansonsten müssten sich erkennbare Fortschritte in den Diskussionen zeigen, damit man nicht immer wieder bei den gleichen Punkten hängen bleibt.

              • «Übrigens dienen gespiegelt Rückfragen zur Definition häufig zu bloßer Verlagerung von Denkarbeit»

                Nee. Es ist eine Grundvoraussetzung jedes fruchtbaren Dialogs, dass klar wird, was man meint. Wenn B nicht versteht, wie A einen Begriff meint, hat B das gute Recht, von A dazu eine Erklärung zu verlangen. Ansonsten ist die Diskussion dieses Punktes nicht länger sinnvoll, weil man nur noch aneinander vorbeiredet.

                • Mit anderen Worten gesagt: Es bringt nichts, mit schwammigen Begriffen zu diskutieren. Ein Begriff kann komplex sein, dann ist die Definition halt etwas länger, aber er muss irgendwie definiert sein.

                  Und wenn er komplex ist, ist es auch völlig legitim, mit Teilaspekten der Definition zu argumentieren und in diesen Aspekten Probleme aufzuzeigen.

            • @Albatros
              >>>Hm, wieso haben sich so viele Ex-DDRler dann so über das westliche System getäuscht bzw beschwert?
              Sie natürlich nicht, aber Sie sind nicht repräsentativ.<<<

              Das waren aber nun GERADE NICHT diejenigen, die täglich das ND gelesen haben oder die Nachrichten des DFF gesehen haben.
              Ist das für Sie wirklich nicht aus dem Kommentar von GJ herauszulesen?

              Das westliche System habe ich auch vom Anschein her genauso gesehen. Luxus und Überfluss.
              Ich wusste aber auch, dass es auch die ANDERE Seite in dem System gibt.
              Die wollte ICH aber nicht haben. Da habe ich eben mit den Einschränkungen gelebt.
              Bei mir war es freiwillig, bei vielen anderen aber eben gezwungenermassen.

              Ich kenne nun ja auch keine Zahlen, wie gross die einzelnen Gruppen waren.
              Aber bei 16 Mill. DDR Bürgern gehe ich von 4 Mill. Werktätigen und Angestellten aus.
              Davon sollen 2 Mill. in der SED gewesen sein. Davon waren viele bestimmt nur aus Karrieregründen dabei.
              Selbst wenn es nicht so wäre.
              Nach meinem Verständnis haben weit mehr als die Hälfte der DDR Bürger ihre Meldungen NICHT aus ND und Fernsehen bezogen.
              Die waren aber DAMALS zum Grossteil überhaupt nicht enttäuscht.
              Die haben die Vereinigung bejubelt.

              Der Westen war für VIELE Arbeiter und auch Intellektuelle weitaus erstrebenswerter, als die realsozialistische Alternative.
              Allerdings konnnte ich das für die Intellektuellen, Angestellten, Leute mit Studium auch vollkommen nachvollziehen.
              Beim Arbeiter nicht unbedingt.
              Und Arbeitslosigkeit und hohe Mieten, Kriminalität und Drogen, war für VIELE nicht unbedingt der Grund, nicht in den Westen zu wollen.
              Das alles hat aber auch GJ nicht anders dargestellt.

              Für mich war klar, was es für mich selbst bedeuten würde.
              Ich bin JETZT enttäuscht, aber nicht wegen meiner privaten Situation.
              Ich verstehe nicht, warum ein Land sich wegen einer IDEOLOGIE irgendwann wirtschaftlich ruiniert.
              Dann ist die SOZIALE MARTWIRTSCHAFT nicht mehr finanzierbar. Auch dass stellt GJ genauso dar.

              Und eben DAS habe ich nun ALLERDINGS hinsichtlich der DDR und des praktizierten Modells begriffen:
              Dieser Weg konnte LEIDER NICHT in der SYSTEMAUSEINANDERSETZUNG mit dem KAPUTALISMUS erfolgreich sein.
              Auch wenn ich dieses Modelle für mich selbst damals bevorzugt habe.

            • «Hm, wieso haben sich so viele Ex-DDRler dann so über das westliche System getäuscht bzw beschwert?»

              Ich halte das westliche System nicht für ideal. Mich überzeugen nur die gegenwärtig herumgereichten linken Gegenentwürfe nicht, weil sie alle Vorschläge enthalten, die schon ausprobiert wurden, wirtschaftlich nicht funktioniert haben und die Bedingungen sich nicht dahingehend geändert hätten, dass man erwarten könnte, dass diese Vorschläge bei Wiederholung funktionieren werden.

        • «Sozialausgaben erhöhen reale Nachfrage, das ist kein Sumpf, sondern ein geschlossener Kreislauf.»
          Der Kreislaufgedanke scheint immer wieder mal kurz auf, wird aber nicht ernsthaft weiter geführt. Es wäre ein eigenständiges Thema wert:
          Kreisläufe nicht nur bei Geld, sondern auch bei Rohstoffen. Zum Zweiten gibt es kleine Ansätze, aber die Frage ist, ob Entwicklungen dahin nicht priorisiert werden sollten. Gerade für rohstoffarme Länder müsste das doch attraktiv sein.
          Ein hoher Kreislaufanteil der Wirtschaft wäre weniger von globalen Krisen gerüttelt und müsste, bei hohem Rohstoffkreislaufanteil, sich weniger rohstoffgierig verhalten. Letztlich eher friedensfähig.

          • @gelse
            Ihre Gedanken sind völlig richtig.
            Allerdings leben wir halt in einem System, das nun LEIDER NICHT diesen Gedanken als Geschäftsmodell zur Grundlage hat.
            Und LEIDER ist DIESES Geschäftsmodell dasjenige, welches sich LEIDER nach 1990 international DURCHGESETZT hat.

            • «Und LEIDER ist DIESES Geschäftsmodell dasjenige, welches sich LEIDER nach 1990 international DURCHGESETZT hat.»
              Allerdings halte ich den Standpunkt: «Es ist jetzt so, und deswegen wäre es falsch, über mögliche Weiterentwicklungen des homo sapiens nachzudenken» nicht für problemlösungsfähig.
              Gibt es nicht das schöne Sprichwort:
              «Stillstand ist Rückschritt»?

              • @gelse
                >>>Gibt es nicht das schöne Sprichwort:
                «Stillstand ist Rückschritt»?<<<

                Das einzige Sprichwort bzw. der einzige Spruch welcher dahingehende eine Lösung bieten würde, wäre der von Marx:
                "Die Philosophen haben die Welt alle nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern".

                Sie müssten doch aber nun, als im Westen aufgewachsen, SELBST wissen, dass das System eben NICHT stillsteht und stehengeblieben wäre.
                Es hat dort IMMER Veränderungen gegeben. Allerdings nur INNERHALB des Systems selbst.
                Die Veränderungen können aber eben auch Rückschritt bedeuten. Jedenfalls für manche Bevölkerungsgruppen INNERHALB des Systems.
                Das betrifft dann aber eigentlich eben auch nur die SOZIALE Seite.

                Wann das System allerdings Veränderungen an der WIRTSCHAFTLICHEN Seite vornehmen sollte, dürfte man nicht die BASIS schwächen oder zerstören.
                Und die Basis des KAPUTALISMUS ist nun aber die ständige Erzeugung von MW.
                Ob das mit einer ständigen Erhöhung des Verbrauchs endlicher Ressourcen möglich sein wird, BEZWEIFLE ich selbst auch.

                Bisher wird es allerdings so gehandhabt. Eben auch mit der Begründung, dass unser Lebensstandard auch für die armen Länder endlich Standard sein SOLLTE.
                Nur leider wohnt der weitaus GRÖSSTE Teil von Menschen in armen Ländern.
                Wenn diese Milliarden den selben Lebensstandard hätten, den WIR uns hier leisten, wäre die Frage nach endlichen Rohstoffen wahrscheinlich noch VIEL stärker gegeben.
                Aber können WIR ihnen das dort wirklich VERBIETEN? Hätten diese Menschen nicht das gleiche Recht, diesen Wohlstand für sich dort auch einzufordern, den wir hier haben?
                Wir können das Problem hier EWIG diskutieren.

                Und auch da werden eben SEHR VIELE Menschen sagen: Richtig, und dahingehend zeigt eben der Kaputalismus die besten Resultate.

                Und warum werden diese Menschen das sagen?
                Weil sie aus ihrer EIGENEN Erfährung heraus eben dies selbst gemerkt haben.
                Aber eben NUR sie selbst.
                In den armen Ländern ist das vielleicht nicht so, aber selbst dort kommt ETWAS von UNSEREM Wohlstand an.

                Es ist aber das Geschäftsmodell des Kaputalismus, das auf AUSBEUTUNG beruht.
                Aber auch im Westen wurde gesagt, dass der Arbeiter im Osten AUSBEUTET wurde.
                Und unsere Geschäftsmodell beruhte nach meiner Meinung NICHT auf AUSBEUTUNG.

                Es hat sich allerdings NICHT durchgesetzt. Und warum nicht?
                Weil sich viele Leute eben doch ausbeuten lassen, wenn sich ihr persönliches Leben verbessert.

                Das ist jetzt auch wieder sehr, sehr platt formuliert. Ich weiss das selbst.
                Aber bisher finde ich KEINE andere Erklärung dafür.
                Andere verweisen auch auf den ALTEN Adam und die ALTE Eva. Geht wahrscheinlich in die selbe Richtung.

                • «Es hat dort IMMER Veränderungen gegeben. Veränderungen erleben wir ständig, Aber eben nicht zivilisatorische Fortschritte, sondern zur Zeit eher Rückschritte.»
                  Wenn mir eine Krebsgeschwulst wüchse, dann wäre das eine Veänderung meines Körpers, aber keine gesundheitliche Verbesserung, trotz Massezuwachs.

                  „Bisher wird es allerdings so gehandhabt. Eben auch mit der Begründung, dass unser Lebensstandard auch für die armen Länder endlich Standard sein SOLLTE.“
                  Voraussetzung ist, dass die Worthülse „Lebensstandard“ nicht mit Inhalten befüllt wird. Wer das versuchte, könnte auf Gedanken kommen. Zum Beispiel: Leben in Gesundheit/Wohlbefinden/Lebensfreude, wie wäre dieses Ziel mit stetig steigendem Materialverschleiss, stetig steigendem Energieverschleiss, stetig steigendem Verschleiss der Arbeitskraft, steter Angst vor Verlust der Einkommensquelle ‚Verkauf der Arbeitskraft‘ vereinbar?

                  „Ob das mit einer ständigen Erhöhung des Verbrauchs endlicher Ressourcen möglich sein wird, BEZWEIFLE ich selbst auch.“
                  Und da beisst sich die Katze wieder mal in den Schwanz.

                  „Bisher wird es allerdings so gehandhabt.“
                  Wer handhabt und wer wird gehandhabt?
                  Es ist wie es ist, und es kommt wie es kommt, da kann man halt nix machen?
                  Es ist denkbar, dass irgendwann eine kritische Masse entsteht, die nicht mehr gehandhabt werden will. (eine Minderheit gibt es ja.) Man sollte dann allerdings nicht nur wissen, was man nicht will, sondern was man stattdessen will. Was davon wie umsetzbar ist, und wie weit es korrekturoffen und optimierungsfähig sein muss. Und wie man mit erwartbaren Kampfmassnahmen derzeitiger Machthaber umgehen kann.

                  Wie nützlich ist es, einfach abzuwarten was weiter geschieht, denn es ist wie es ist und kommt wie es kommt?

                  Der Vorschlag, immer mit dem jeweils billigsten Anbieter in eine Lohnkonkurrenz zu treten bei gleichbleibenden Lebenshaltungkosten ist schon durchgefallen. Nicht erst hier, das Thema ist alt.
                  Pleifel hat ja schon einen Weg aufgezeigt, auf dem man mal weiterdenken kann: Stabile Binnenkreisläufe.

                  Hier noch eine hübsche Anekdote zur Wachstumsideologie von Heinrich
                  https://erdcharta.de/2023/06/anekdote-zur-senkung-der-arbeitsmoral/

                  • @gelse
                    Die ganze Diskussion begann hier:
                    https://blog-samstagern.ch/2026/03/01/die-politik-von-versuch-und-irrtum/#comment-31703

                    >>>Der Münchhausen-Vergleich passt nur, wenn man ignoriert, dass Einkommen und Ausgaben in einer Volkswirtschaft Kreisläufe sind.
                    Sozialausgaben erhöhen reale Nachfrage, das ist kein Sumpf, sondern ein geschlossener Kreislauf.<<<
                    Sie sagen, pleifel hätte einen Weg dahin aufgezeigt:
                    "stabile Binnenkreisläufe"
                    Das unterlegen Sie mit dem Link zu der Erzählung von Böll.

                    Die Geschichte von Böll ist zwar wirklich schön und in gewisser Weise auch wahr und richtig.
                    Aber eben wirklich nur in einer ganz SPEZIELLEN Weise.
                    Sehen Sie das wirklich nicht?
                    Was für den Fischer in dem Fall zutreffend ist, ist doch NICHT auf die GESAMTWIRTSCHAFT eines Landes übertragbar.
                    Diese funktioniert eben NICHT nach diesem Prinzip. Kann sie auch gar nicht.
                    Aber darum geht es doch in der Diskussion eigentlich, oder verstehe ich jetzt wieder etwas nicht?

                    • «Was für den Fischer in dem Fall zutreffend ist, ist doch NICHT auf die GESAMTWIRTSCHAFT eines Landes übertragbar.»
                      Ich (und Böll) behaupte ja nicht, dass es ein Patentrezept für die Lösung akuter ökonomischer Probleme wäre. Eine Denkanregung zu Lebensqualität und Wachstumsideologie, mehr nicht. Mehr als Denkanregungen, die evenuell mal aus der Enge kapitalistischer «Sachzwänge» (von Menschen gemacht, kein Naturgesetz) hinausführen könnten. Wer das nicht versucht fällt eben immer wieder auf Stand: «Es ist wie es ist.» Man kann niemals mit elektrischer Kraft eine Lokomotive bewegen, das bringt die Voltasche Säule einfach nicht: Es geht nur Dampfkraft!

                    • @gelse
                      >>> «Es ist wie es ist.» Man kann niemals mit elektrischer Kraft eine Lokomotive bewegen, das bringt die Voltasche Säule einfach nicht: Es geht nur Dampfkraft!<<<

                      Aber das ist doch nun wieder eine ganz andere Sache. Das ist Naturwissenschaft.
                      Vorher war man eben der Meinung, Dampfkraft kann nicht funktionieren. Dann wurde der Beweis erbracht, dass es funktioniert, und dass damit die Produktion gesteigert werden kann.
                      Dann wurde das auf den Verkehr ausgeweitet. Aber da die Lokomotive aber doch nur der Anfang.
                      Man brauchte Gleise, musste Brücken bauen, Tunnel.
                      Dynamit enstand ja nicht wegen Militär sondern wegen eben der Anforderungen damals durch Tunnel und auch Bergbau.

                      Hier reden wir doch aber darüber, wie eine Gesellschaft gerechter, ressourcenschonender, umweltbewusster funktionieren kann.
                      Natürlich gibt es da auch bestimmte NISCHEN für bestimmte Gruppen.

                      Aber das kann man eben NICHT auf eine gesamte Gesellschaft, Nation, Land übertragen.

                      Was damals den Frauen am 24. Oktober 1975 in Island gelang, wäre eben in Dt. in der Form überhaupt nicht möglich gewesen.

                      Das KONNTE nur in Island erfolgreich sein. Weil dabei auch noch andere wichtige Faktoren eine Rolle gespielt haben.

                    • «Eine Denkanregung zu Lebensqualität und Wachstumsideologie, mehr nicht.»

                      Das ist ja auch richtig und persönlich stimme ich dem für mich auch zu. Es funktioniert aber gesantgesellschaftlich nicht.

                      Das ist meiner Meinung nach sogar der Grundirrtum des Marxismus. Das Verteilungsprinzip «Jedem nach seinen Bedürfnissen» kann nicht funktionieren, weil A das Bedürfnis hat, besser zu leben als B und umgekehrt auch. Es gibt ein paar Leute C, aber die sind nie in der Mehrheit.

              • «Allerdings halte ich den Standpunkt: «Es ist jetzt so, und deswegen wäre es falsch, über mögliche Weiterentwicklungen des homo sapiens nachzudenken» nicht für problemlösungsfähig.»

                Da haben Sie aus meiner Sicht durchaus recht. Nur müssen die zu entwickelnden Problemlösungen gewisse Randbedingungen beachten und eine ist eben wirklich, das (über längere Zeiträume) nur verbraucht werden kann, was vorher produziert wurde. Man kann eine Weile von der Substanz leben, wie die BRD das jetzt tut, aber es geht dabei bergab, wie @Robert Zapf bemerkte.

                «Gibt es nicht das schöne Sprichwort:
                «Stillstand ist Rückschritt»?»

                Stimmt. Lässt sich auf das Prinzip geschlossener Kreisläufe auch anwenden.

                • Ganz geschlossen kann ein regionaler Kreisluaf ja nicht sein, es sei denn er wäre nicht regional. sondern global.

                  Rückschritt: Zur Zeit erleben wir zivilisatorische Rückschritte.

                  Ökologische Kreisläufe waren nie statisch, siehe Evolution.

                  Adam & Eva: Gott hat die Menschen als Sünder konzipiert, die Seine Gebote missachten, sodass er sie bestrafen muss?
                  Oder ein chaotisch herumexpermentierender Mister Bean, der sich eine Erfindung ausdenkt die dann nicht so funktioniert wie er sich das dachte?

                  «…eine ist eben wirklich, das (über längere Zeiträume) nur verbraucht werden kann, was vorher produziert wurde.»
                  Das würde ja auf Kreisläufe zutreffen.
                  Vielleicht muss auch gar nicht jeder Mist produziert werden, nur weil man ihn produzieren und viel Arbeitskraft ins Marketing investieren kann.

                  • «Adam & Eva: Gott hat die Menschen als Sünder konzipiert»

                    Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott.

                    Ich glaube aber auch nicht an eine Weiterentwicklung des Menschen an sich in der Geschichte. Die Psychologie und das Verhalten von Menschen werden vom Zustand der Gesellschaft beeinflusst, aber es gibt auch über Jahrtausende im Mittel keinen Aufwärtstrend. Man muss nur im Alten Testament lesen. Die gleichen Typen bevölkern die Erde auch heute.

                    • «Die gleichen Typen bevölkern die Erde auch heute.»

                      Würde ich ähnlich formulieren. Wenngleich es auch Fortschritte in der theoretischen Intelligenz/Ethik gibt, hat sich die Gewalt eher potenziert.

                    • «hat sich die Gewalt eher potenziert»

                      Wir entwickeln immer wirksamere Waffen (und andere mächtige Technologie), aber nicht so schnell die Klugheit, die es bräuchte, um mit unseren eigenen Schöpfungen umzugehen.

                    • Bzw. nicht die Klugheit, die Fähigkeiten konstruktiv und nicht destruktiv einzusetzen. Die Entwicklung von immer katastrophaleren Waffen ist ein extremes Teilgebeit der Destruktivität des ‚modernen‘ homo sapiens, der nicht zur symbiotischen Integration in die Natur des Planeten fähig ist, schon gar nicht versteht dass er ein Teil des Ganzen ist. Statt der alten ‚Naturreligionen‘ gibt es heute sehr viel Wissen über das Leben, aber was tun wir damit? Sind wir ein Organ des Bioms oder ein Krebsgeschwür?

                    • @izi
                      >>>Ich glaube aber auch nicht an eine Weiterentwicklung des Menschen an sich in der Geschichte.<<<
                      Sie haben also die Abkehr vom Konkurrenzstreben hin zu gemeingesellschaftlichem Streben in der Wirtschaft und Gesellschaft mit dem neuen Gesellschaftssystem damals NICHT als Weiterentwicklung betrachtet?
                      Man darf ja auch die Zeiträume nicht ausser Acht lassen, in denen sich solche Veränderungen vollziehen:
                      Den Kapitalismus in seinen Anfangsjahren kann man schlecht mit dem Kapitalismus heute vergleichen.
                      Obwohl das Grundmuster ja das gleiche geblieben ist.
                      Ich denke allerdings, dass der Mensch auch nicht unbedingt NUR materiell denkt.
                      Dieses Denken ist doch bedingt durch die Geschichte der Menschheit.
                      Geld hat immer bis dahin Sicherheit und Unabhängigkeit bedeutet.
                      Geld war auch im Sozialismus nicht unwichtig.
                      Allerdings setzte das System an sich der Gewichtung des Geldes Grenzen.
                      Sicherheit war nicht hauptsächlich vom Geld abhängig.
                      Das persönliche Wohlfühlen des Einzelnen an sich aber eben doch…
                      Mit 600 Ostmark hat man ANDERS gelebt als mit 1600 Ostmark.
                      Das kann und will ich nicht bestreiten.
                      Für 600 Ostmark musste man allerdings ARBEITEN.
                      Für fast den gleichen Betrag jetzt NICHT.
                      Wohnung wird auch NOCH vom Staat bezahlt.

                      Das könnte man schon als Weiterentwicklung bezeichnen.
                      Allerdings nur als Weiterentwicklung für diejenigen, die im System nicht mehr gebraucht werden.
                      Für das System SELBST, sind es einfach KOSTEN.
                      Wenn die nicht irgendwo gegenfinanziert werden können, ist allerdings bald KEIN Geld mehr da.
                      Das wenigstens müsste doch aber ALLEN klar sein?

                    • «Sind wir ein Organ des Bioms oder ein Krebsgeschwür?»

                      Gute Frage. Aber ich denke, das mit dem Krebsgeschwür ist Selbstüberschätzung. Wir zerstören bestenfalls durch unser destruktives Verhalten die eigene Art und selbst das ist sehr unwahrscheinlich. Das Biom ist sehr viel robuster als unsere Apokalyptiker befürchten.

                    • «Das Biom ist sehr viel robuster als unsere Apokalyptiker befürchten.»
                      Es gibt Selbstheilungkräfte, ja.

                    • «Wir zerstören bestenfalls durch unser destruktives Verhalten die eigene Art und selbst das ist sehr unwahrscheinlich.»
                      Die Evolution hat schon viele Arten entwickelt die wieder verschwanden. Ich halte den Glauben an «homo sapiens» als «höchste Stufe» der Evolution für eine (wahrscheinlich artspezifische) Psychose.
                      Das Leben geht nach uns weiter.
                      Vielleicht hielt sich der Spitzenprädator Tyrannosaurus Rex ja auch für die Krone der Schöpfung 🙂

                    • «Ich halte den Glauben an «homo sapiens» als «höchste Stufe» der Evolution für eine (wahrscheinlich artspezifische) Psychose.»

                      Die in absehbarer Zeit höchste Stufe der Evolution heisst KI (sorry).

                    • Wenn sie den Menschen zu nahe kommen, werden sie bekämpft. Vielleicht können sie gegen heute angewandte Giftstoffe Resistenu entwickeln. Aber die Chemie schläft nicht und enetwickelt stetig neue Gifte. Es gibt Areale, in den Ameisen völlig unbehelligt leben können, damit meine ich nicht nur Naturschutzgebiete.
                      Die Menschen müssen übrigens aufpassen, dass sie sich mit ihrer Gifterei nicht selber vergiften: Die Behauptung, «für Mensch&Säugetier völlig unschädlich» hat sich schon öfter als falsch erwiesaen.

          • Kreislaufwirtschaft ist bis zu einem gewissen Sinne schon sinnvoll, wobei allerdings erstens das Ideal eines völlig geschlossenen Kreislaufs unerreichbar ist und zweitens die Technologie auf absehbare Zeit auch keinen sehr viel höheren Kreislaufanteil als jetzt erlaubt. Es ist nicht so, dass es an Entwicklungsanstrengungen für solche Technologie fehlt. Es ist nur schwierig mit Kreislaufprozessen den Lebensstandrad und die Lebenserwartung zu halten, die wir jetzt haben.

            Was das Geld betrifft, sehe ich nicht, wie das funktionieren soll. Es muss investiert werden und nicht nur konsumiert. Das wird immer so sein. Es muss also einen Anreiz geben, zu investieren.

            Im weiteren Sinne, was Produkte und Dienstleistungen betrifft, gilt das Münchhausen-Prinzip tatsächlich. Man kann sich nicht am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Irgendjemand muss die Arbeit schon machen und das bei beweglichen Gütern (oder bei Dienstleistungen bei Freizügigkeit von Personen) zu einem Lohn-/Produktivitätsverhältnis, das von demjenigen anderswo nicht zu weit entfernt ist.

            • „Es muss investiert werden und nicht nur konsumiert.“
              Eine Definitionsfrage: Man kann Investition zum Beispiel in eine Fabrik auch als Konsum von Baumaterial, Maschinen und Arbeitskraft beschreiben. Oder persönlichen Konsum von AK-Verkäufern als Investition in die Reproduktion der Arbeitskraft.
              Dient die Separierung der Begriffe für „Kaufen“ nicht einfach ideologischen Zwecken? Um eben im Separatfalle Arbeitskraft, der nicht „Wirtschaft“ sei, keinen Zusammenhang zwischen den Reproduktionskosten und dem Preis der AK sehen zu müssen?

              • «Eine Definitionsfrage: Man kann Investition zum Beispiel in eine Fabrik auch als Konsum von Baumaterial, Maschinen und Arbeitskraft beschreiben. Oder persönlichen Konsum von AK-Verkäufern als Investition in die Reproduktion der Arbeitskraft.»

                Das sind Nebelkerzen.

                Der weit überwiegende Teil der heutigen Konsumption dient nicht der Reproduktion der Arbeitskraft. Man kann sogar argumentieren, dass ein Teil dieser Konsumption (z.B. Smartphone-bezogen) dieser Reproduktion eher abträglich ist.

                Und Investition ist eben etwas ganz anderes als Konsumption, weil sie die zukünftige Produktivität steigert. In einer alternden Gesellschaft hat man enteder diese Produktivitätssteigerung oder die heutige Konsumption geht zu Lasten der Konsumption zukünftiger Generationen, ist also Raub an unseren Nachkommen.

                • Ja, sicher. Die Frage, wieviel Material und Endergie für ein Leben in Gesundheit & Wohlbefinden erforderlich ist wird ja durch die Frage nach Reproduktionskosten der AK nicht hinfällig, wobei ‚Wohlbefinden‘ natürlich über die Reproduktion der AK hinausgeht.
                  Bleiben wir mal beim Smartphone: Ging es den Leuten wirklich schlewchter, als es das nicht gab?
                  Ging es den Leuten schlechter, als Industriprodukte haltbarer und reparierbar waren? Man könne alles mal überprüfen auf den ‚Wohlbefindensfaktof‘. Eventuell kamen wir zu der Frage. ob uns ein falscher ‚Wohlstands‘-Begriff eingetrichtert wurde. Die dann erst mal beantwortet werden müsste, bevor man sich wieder der ‚reinen Ökonomie’* zuwendet.
                  *ohne die Menschen, die in ihr leben, bzw. sich halt irgendwie durchfretten.

                  • Ich bin, wie gesagt, persönlich ihrer Meinung.

                    «Wer des Genügens Genüge kennt, hat immer genug» (Lau-dse, Dau-de-Dsching, Uebersetzung von Erwin Rousselle).

                    Aber Sie kommen nicht dagegen an, dass eine grosse Mehrheit das eben nicht so sieht.

                    • Ich renne ja nicht dagegen an, versuche nur während meiner (nicht bekannten) Restlaufzeit das meiner Meinung nach sehr enge Denken ein bisserl zu weiten, oder zu freieren Flügen anzuregen oder wie auch immer das genannt werden kann.
                      Man gönnt sich ja sonst nichts.

    • «Die deutsche Wirtschaft ist im Kern binnengetrieben, der Außenbeitrag macht nur einen vergleichsweise kleinen Teil der Wertschöpfung aus, auch wenn die Exportquote hoch ist.»
      Könnte, nur mal als Beispiel für einen möglichen Lösungsgedanken, die Förderung von Genossenschaften/Kooperativen zur Stabilisierung der Binnenwirtschaft beitragen? Ist es vielleicht zu kurz gedacht, dass Löungen der ökonomischen Probleme ausschliesslich von kapitalistischer Privatwirschaft kommen können? Wer das so propagiert (propagieren lässt) hat durchschaubare Motive, die aber auf Nichtkapitalisten nicht zutreffen.

        • Gut, es war natürlich eine dumme Frage, Kooperativen bezahlen ja keine Dividende an Betriebsexterne.
          Also Kriegsrüstung, dort gelten immer noch Tariflöhne, die Preise der Produkte werden bezahlt, auch von armen Ländern und Blackrock, Vanguard & Co. engagieren sich da gerne.
          Und die Anschubfinanzierung kostet den Staat kein Geld, weil Sondervermögen.
          Genial, was will man mehr?

  31. Selbst Orbans Gegenkandidat Magyar hat sich üffentlich gegen die Gewaltandrohung Selenskyis gegen den ukrainischen Staatschef erklärt.

    Selenskyi hat versprochen, dass die Ukraine die Druschba-Pipeline bis Anfang Mai (einen halben Monat nach der Wahl in der UKraine) reparieren wird. Orban hat geantwortet, bis das Oel wieder fliesse, werde Ungarn weitere Kredite der EU an die Ukraine blockieren.

    Quelle: faz.net

    • @izi
      Allerdings ist die Sache Zionismus und Semitismus bzw. Anti als Vorsilbe, schon immer in Dt. ein ganz, ganz heisses Eisen gewesen.

      Selbst leiseste Kritik wird da oft zu einem Totschlagargument.

      «nachdem sich der niedersächsische Landesverband in einem Antrag gegen den »heute real existierenden Zionismus« gewandt hatte und der israelischen Regierung einen »Genozid« im Gazastreifen sowie ein System der »Apartheid« vorgehalten hatte.»

      In Verbindung mit mit diesen Wörtern, hat man dann schon verloren.

      • Das ist richtig, aber darum ging es bei Gysi gar nicht. Gysi ist selbst gegen die gegenwärtige politische Linie der israelischen Regierung, hat diese öffentlich kritisiert und sich für die Zweistaatenlösung eingesetzt.

        Er hat nur zu recht angemerkt, dass es in der Partei auch antisemitische Tendenzen gibt und dass diese verstärkt unter Parteimitgliedern mit einem gewissen Migrationshintergrund auftreten. Das ist kein Rassismus, das sind zutreffende Beobachtungen.

    • Yo, die Mehrheit der Linken, ich wuerde sogar denken: weltweit, haben ein Problem mit der Existenz von Israel.

      Ich weiss nicht, wann es angefangen hat, aber seit ich existiere ist es schon immer so. Kann da nur aufwendig recherchieren oder vermuten. Also da vermute ich doch lieber: Begann es dsbzgl. mit der halben Drehung der SU um ihre eigene Achse? Und die meisten Linken drehten mit?

      • «Und die meisten Linken drehten mit?»

        Wie @Robert Zapf bereits über ‚Zionismus und Antisemitismus‘ anmerkte und von mir jetzt aufgegriffen wird, scheint es jedenfalls gut gelungen zu sein, berechtigte Kritik an Israel zügig in Antisemitismus zu instrumentalisieren.

        Das hat mit Russland nun überhaupt nichts zu tun. Allerdings ist es wohl nützlich, da gewisse Verbindungen herzustellen, wenn man sich nicht der offiziellen Linie anschließen will, was vom aufrechten deutschen Bürger gegenüber Russland erwartet/gefordert wird.

        Es ist natürlich in dem Wissen über die Zusammenhänge mehr als naiv, wenn von Linken der durchaus berechtigte Vorwurf ‚Genozid‘ gegenüber Israel verwendet wird und man es auch auf andere Weise ausdrücken kann.

        Bleibt die Frage zu klären, warum man dann die Kritik an Israel aus anderen politischen Richtungen allenfalls mit ‚Besorgnis‘ formuliert oder deutlicher manches auch als ‚Fehler‘ bezeichnet, daraus aber keine Konsequenzen resultieren.

        Wenn man in D. schon seine besondere Verantwortung gegenüber Israel mit ‚Staatsraison‘ formuliert, sollte das aber nicht den Blick für Verbrechen trüben, die selbst aus Israel vernehmbar kritisiert werden, wer genauer hinschaut, bzw. sich dort anerkannter Quellen bedient.

        Ich welcher ‚Drehung‘ Sie sich befinden, kann ich nur anhand ihrer Formulierungen vermuten.

        • «Das hat mit Russland nun überhaupt nichts zu tun.»

          Sorry, aber «SU» war kein Dreckfuehler. Ich meinte tatsaechlich die Sowjetunion.

          Ansonsten ist es auch nur meine Beobachtung und meine Schlussfolgerung. Angefangen im DDR-Schulunterricht und kein Ende in Sicht.

          Also betrachten Sie es bitte als wertungsfrei und unabhaengig von Angriffskriegen und gewalttaetigem «Widerstand».

          • …Langzeitbeobachtung ist vielleicht treffender.

            Und wie gesagt, ob der Staat Israel fuer die Mehrheit der Linken* schon vor dem «Seitenwechsel» der UdSSR, ein Problem war, da muesste ich aufwendig recherchieren.

            *Bitte nicht verwechseln mit den panarabischen Nationalisten. Denen waren schon juedische Einwanderer – egal ob Fluechtlinge vor Pogromen in Europa oder anderswo; rechte Zionisten, oder linke, die die Vision von einer sozialistischen Gesellschaft hatten oder juedische Kapitalisten/ Kolonisten, die die einheimische Bevoelkerung ausbeuten wollten – von Anfang an ein Dorn im Auge.

        • @pleifel
          >>>Wie @Robert Zapf bereits über ‚Zionismus und Antisemitismus‘ anmerkte und von mir jetzt aufgegriffen wird, scheint es jedenfalls gut gelungen zu sein, berechtigte Kritik an Israel zügig in Antisemitismus zu instrumentalisieren<<<
          Das ist es ja noch nicht mal allein.
          Nera macht ja dann schon fast automatisch den nächsten Schritt.
          Ich rede davon, dass es schwierig ist, Handlungen von Israel zu KRITISIEREN, ohne gleich des Antisemitismus bezichtigt zu werden, Nera bringt dann noch ZUSÄTZLICH den Punkt der "Deligitimierung des Staates Israel" ins Spiel.
          Dann kommt noch die "mögliche" Verbindung mit Russland.
          Allerdings kann ich da nun wirklich nach 25 Jahren Mitgliedschaft in der Partei sagen, dass dies nun wirklich völlig abstrus ist.
          Kritik an Israels Politik gegenüber den Palistinensern war dort eigentlich die NORMALITÄT.
          Und aus meiner Sicht auch völlig berechtigt.
          Die Existenz des Staates Israel wurde jedoch NIE in Zweifel gezogen.

          Man könnte nun allerdings, wenn es denn überhaupt möglich wäre, das ohne Schaum vor dem Mund zu tun, darüber reden, warum es UNBEDINGT eines EIGENEN israelischen Staates bedurft hat.
          Und vor allen Dingen, warum es unbedingt dort geschehen musste.
          Ich kenne eigentlich die Argumente der jüdischen Seite und auch der anderen Seite.
          Allerdings war es vorauszusehen, dass es auf dieser Grundlage eigentlich NUR schief gehen konnte.
          Ob es anders möglich hätte sein können, weiss ich auch nicht.
          Auf alle Fälle war mit dieser Art der Gründung des Staates Israel der Konflikt schon eingebettet worden.

          • «Nera bringt dann noch ZUSÄTZLICH den Punkt der «Deligitimierung des Staates Israel» ins Spiel.»

            Mein lieber Schwan 🕊️

            GJ hat das Thema wieder in die Diskussion gebracht. Ich kannte den Vorfall mit Gysi auch (Der wurde schon in der rechten «Welt» ausgiebig breitgetreten.) Wollte aber eigentlich mal das dabei belassen.

            Aber nun sitz‘ ich hier und kann nicht anders.🤣

            • @nera
              >>>GJ hat das Thema wieder in die Diskussion gebracht<<<

              Darum geht es aber nicht. Jedenfalls nicht in meinem Kommentar.

              Es ging um Antisemitismus, nicht um die Deligitimierung des Staates Israel.

              Das haben Sie mal wieder keck selbst ins Spiel gebracht.😉

              Das ist eigentlich eher die Verbindung, die von unseren MSM und dem ÖR automatisch hergestellt wird.
              Oder von Seiten des politischen Gegeners.

              Aber warum nun von Ihnen? Das würde mich interessieren🤔

              Nicht dass Sie schon infiziert wurden.🤣

              • «Nicht dass Sie schon infiziert wurden».

                Echt jetzt, ich muss mit meiner Tränenflüssigkeit mehr haushalten. Gelegentlich immer mal wieder mit ThealozDuo nachfeuchten. Also bitte etwas mehr darauf achten. lol

                    • «Aber es ist schon auffallend, wenn man sich ‚härter‘ argumentiert und es mit Emojis wieder relativiert (oder so)»

                      Ich dachte immer, dazu seien Emojis da. Man macht eine klare Aussage, die von der Gegenseite eventuell als persönlicher Angriff statt als Argument verstanden werden könnte und man setzt ein Emoji, um zu zeigen, dass man es nicht persönlich meint.

                      Ist ähnlich zu dem Unterschied zwischen Kritik an Verhalten und Kritik an der Persönlichkeit.

              • Frage an DeepSeek:

                «Gibt es in der Partei Die Linken Mitglieder, welche die These «From the river to the sea» vertreten?»

                Antwort:

                «Ja, in der Partei Die Linke gibt es Mitglieder und Strömungen, die die Parole «From the river to the sea» verwenden oder sich zumindest weigern, sich klar von ihr zu distanzieren.»

                «Jugendorganisationen (Linksjugend solid): Die Linksjugend solid, die offizielle Jugendorganisation der Partei, hat in der Vergangenheit wiederholt die Parole verwendet oder sich geweigert, sie zu verurteilen.»

            • @nera
              Sie sind wohl immer noch krankgeschrieben?

              Dann wären hier mal 2 Beiträge für Sie, beide argumentieren meiner Meinung nach von linker Position aus:

              Das ist ein Beitrag von Gabriele Gysi zur Lage der Linkspartei heute, nach ihrer Meinung:
              https://linkezeitung.de/2026/01/25/gabriele-gysi-die-aktuelle-rechts-links-diskussion-schafft-ein-verkehrschaos-der-begriffe/

              Der Beitrag analysiert die Argumentation von Gabriele Gysi:
              https://gewerkschaftslinke.hamburg/2026/02/03/sogar-gabriele-gysi-verwechselt-rechts-und-links/

              Würden Sie sich wundern, wenn ich der Einschätzung von Gabriele Gysi fast vollständig folgen kann, die Besprechung von Alwin Altenwald aber eher nicht teilen kann.
              Wichtig wären dabei aber unbedingt die Wörter: FAST vollständig und EHER.

              Was für mich persönlich AUCH wichtig ist: den Beitrag von Gabriele Gysi habe ich bei RT gefunden.
              Da ich weiss, dass dies als Quelle für Sie toxisch ist, habe ich dann gesucht, wo der evtl. vielleicht noch erschienen sein könnte. In dem Fall gab es dann zum Glück eine andere Quelle.
              Das ist mit Rupp genauso. Dessen Beiträge bei RT erscheinen später auch auf anderen Seiten.

              • «Sie sind wohl immer noch krankgeschrieben?»

                Es ist was ganz Persoenliches. Und Sie sind mir gerade willkommene Ablenkung.

                Also bitte nicht erwarten, dass ich in den naechsten Tagen immer oder ueberhaupt antworte.

      • «Begann es dsbzgl. mit der halben Drehung der SU um ihre eigene Achse? Und die meisten Linken drehten mit?»

        Ich denke, das hatte schon einen grossen Anteil.

        Palästina war damals nicht so dicht besiedelt, dass eine Zweistaatenlösung nicht möglich gewesen wäre. Es gab zwei Probleme: Den irrsinnigen Flickenteppich, den der UN-Plan vorsah, und dass beide Seiten alles wollten.

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