Überreizt


Machtspiele Beim Skat kann man auch dann verlieren, wenn man das beste Blatt hat und sogar dann, wenn man die meisten Stiche gemacht und damit die meisten Augen gewonnen hat. Das ist in der Politik analog.

deepai.org

Viele Beobachter, darunter der Chefredakteur der NZZ Eric Gujer, glauben, dass in der Politik das Recht des Stärkeren in Mode gekommen ist und dass dieser Trend die nächsten Jahre bestimmen wird. Ich glaube das nicht. Wenn es vorteilhaft wäre, Politik rein auf der Basis eigener Stärke zu betreiben, wäre das in der langen Menschheitsgeschichte schon eher aufgefallen. Vor allem aber sprechen die Tatsachen nicht dafür, dass ein solches Verhalten gegenwärtig von Vorteil ist.

Die politische Welt ist etwas komplexer, als dass man nur die Anzahl der Raketen und das Bruttoinlandsprodukt kennen müsste, um vorhezusagen, wer sich langfristig durchsetzen wird. Politik ähnelt viel eher einem Skatspiel als einem Schachspiel.

Skat

Das Anfang des 19. Jahrhunderts im thüringischen Altenburg erfundene Skatspiel wird auf Wikipedia treffend bezeichnet als ein «Strategiespiel mit imperfekter Information, das… auch ein Glücksspielelement enthält». Hingegen ist Schach ein Strategiespiel mit perfekter Information und ohne Glücksspielelement. Das mach Schach zu einem schlechteren Abbild der Welt und des Lebens.

Die Skatregeln sind zu komplex, um sie hier im Detail zu diskutieren. Wichtig ist, dass es einen Alleinspieler gibt, der bei einem gewonnen Spiel die Punkte erhält und dem bei einem verlorenen Spiel die Punkte doppelt abgezogen werden. Wer der Alleinspieler ist, wird duch das Reizen bestimmt. Zum Zeitpunkt der Reizens kennt jeder der drei Mitspieler nur seine eigenen zehn Karten. Zwei der insgesamt 32 Karten liegen im Skat. Diesen bekommt derjenige, der sich beim Reizen als Alleinspieler durchsetzt. Er kann bis zu zwei seiner eigenen Karten gegen diejenigen aus dem Skat tauschen. Dann drückt er (seltener sie) wieder zwei Karten in den Skat, so dass er wie die Gegenspieler das Spiel mit zehn Karten beginnt.

Alleinspieler wird, wer beim Reizen das höchste Spiel anbietet. Unter erfahrenen Spielern ist das derjenige, der die besten Karten hat. Die Berechnung der Spielwerte ist jedoch ebenfalls komplex. Insbesondere werden Spiele höher bewertet, wenn einem einige der höchsten Trümpfe fehlen.

Ein Beispiel soll das verdeutlichen. Mir fehlen die höchsten drei Trümpfe, der Kreuz-Bube, der Pik-Bube und Herz-Bube (wir spielen mit einem französischen Blatt, auch wenn man das in Altenburg kaum tun würde). Sonst ist mein Blatt aber so gut, dass ich erwarten darf, insgesamt mehr als 60 der 120 möglichen Augen zu gewinnen. Das ist ein recht hohes Spiel und ich reize hoch und bekomme es. Nun nehme ich den Skat auf und finde – den Kreuz-Buben.

Der Kreuz-Bube macht mein Blatt noch stärker, denn er ist die höchste Trumpf-Karte. Aber er verringert auch den Spielwert. Wenn mir kein anderes Spiel einfällt, das wenigstens den von mir beim Reizen genannten Spielwert erreicht (indem ich zum Beispiel die Gegner Schneider oder schwarz spiele), werde ich verlieren, auch wenn ich mehr als 60 Augen erreiche. Ich habe mich überreizt.

Politik

Politiker machen öffentliche Angebote, zum Beispiel potentiellen Wählern oder anderen Staaten, mit denen sie eine Übereinkunft erzielen wollen. Sie werden versuchen, ein so hohes Angebot abzugeben, dass sie «das Spiel machen» können. Insofern sind politische Willensbekundungen Angeboten beim Reizen im Skat nicht ganz unähnlich. Zugleich werden Politiker versuchen, nicht zu hoch zu reizen, weil sie ein gewisses Image der Verlässlichkeit aufrechterhalten müssen. Die Lage ist noch etwas komplexer als beim Skat, weil Politiker damit durchkommen können, einige ihrer Versprechen nicht einzuhalten und das auch regelmäßig tun. Das hat allerdings Grenzen, wie wir weiter unten bei der Diskussion von Donald Trump sehen werden.

Ebenfalls ähnlich wie beim Skat haben Politiker bei der Abgabe ihrer Angebote nicht die volle Information, die sie bräuchten, um die Erfolgschancen ihres «Spiels» einzuschätzen. Deshalb kommt es vor, dass ein Politiker sich überreizt. Diesen Begriff lege ich hier etwas weiter aus als beim Skat, weil er auch umgangssprachlich etwas weiter ausgelegt wird. In diesem Beitrag verstehen wir darunter, dass ein Politiker die Stärke seiner Position überschätzt hat und nicht liefern kann, was er versprochen hatte. Mir scheint, dass sich Politiker deutlich häufiger überreizen als erfahrene Skatspieler. Das liegt zum Teil daran, dass eine moderne Gesellschaft oder die Weltlage noch deutlich komplexer sind als die Skatregeln.

Wladimir Putin

Als Wladimir Putin am 24. Februar 2022 die Ukraine überfiel, hatte er eine gewisse Hoffnung, die gewünschten politischen Zugeständnisse mit einem Einsatz zu erreichen, den er innenpolitisch als militärische Spezialoperation hätte darstellen können. Vermutlich begünstigt durch einen Doppelagenten des ukrainischen Militärgeheimdienstes und infolge der Bereitschaft, bewohnte Kiewer Vororte mit schwerem Artilleriefeuer zu belegen, konnte die Ukraine das verhindern.

Allerdings hatte Putin sich nicht völlig auf diesen einen Schlachtplan verlassen. Er hatte auch richtig vorhergesehen, dass die NATO sich nicht wegen der Ukraine auf einen Krieg mit Russland einlassen würde. Eine solchen Krieg hätte Russland verloren. Nach großen anfänglichen Erfolgen der weit überlegenen russischen Streitkräfte, Rückschlägen im Herbst 2022 und einer zurückgeschlagenen ukrainischen Gegenoffensive im Sommer 2023 stabilisierte sich die Frontlinie zu Russlands Gunsten. Russland hat eine Landbrücke zur Krim besetzt, die Sicherheitslage in der Stadt Donezk erheblich verbessert, die Region Luhansk fast komplett eingenommen und hält insgesamt etwa 20% des vormals ukrainischen Territoriums. Die Ukraine ist auf absehbare Zeit nicht in der Lage, wesentliche Teile dieses Territoriums zurückzuerobern.

Bis zu diesem Punkt kann man sagen, dass Putin sich nicht überreizt hatte. Sicherlich hatte er sich angesichts der anfänglich riesigen Überlegenheit der russischen Streitkräfte mehr und vor allem einen Sieg zu geringeren Kosten versprochen. Zugleich hat der lange Krieg ihm jedoch die Möglichkeit gegeben, Russland aus sehr vielen Abhängigkeiten vom Westen zu lösen, ohne dass das zunächst zu offen sichtbarem Unmut in der Bevölkerung führte. Von dieser Lageeinschätzung geht Gujer vermutlich aus, wenn er behauptet, niemand könne die Großmächte stoppen und wenn er damit auch Russland meint.

Wenn ich hier davon ausgehe, dass Putin sich überreizt hat, meine ich Geschehnisse von August 2025 bis jetzt. Zunächst war es den russischen Verhandlungsführern im August 2025 gelungen, die Trump-Administration von einem Friedensangebot zu überzeugen, bei dem die Ukraine das noch von ihr gehaltene Territorium der Region Donezk einschließlich der Großstädte Kramatorsk und Slowjansk hätte kampflos abgeben müssen. Die Absicht war, in der ukrainischen Gesellschaft den Eindruck einer Kapitulation zu erwecken und die politische Führung der Ukraine so zu demütigen, dass es nach Kriegsende zu einem politischen Richtungswechsel kommen würde.

Putin muss klar gewesen sein, dass sich die ukrainische Führung mit Zähnen und Klauen dagegen wehren würde, auf diese Forderung einzugehen. Vermutlich nahm er an, dass zunächst die europäischen NATO-Länder einsehen würden, dass sie ohne US-Unterstützung auf verlorenem Posten stünden und dann die ukrainische Führung, dass sie ohne militärische und finanzielle Unterstützung der USA und der EU den Krieg nicht weiterführen könne. Zudem war im August 2025 eine aufkommende innere politische Instabilität der Ukraine sichtbar.

Diese Überlegungen erwiesen sich jedoch als falsch, weil die wirtschaftlich und militärisch stärksten europäischen Länder die Ukraine nicht fallen ließen und Trump nicht das politische Kapital im eigenen Lager hatte, um die Ukraine völlig fallenzulassen, unter Bedingungen, unter denen die Europäer fortan fast die gesamten Kosten tragen würden.

Es waren vermutlich die USA, die im Laufe der Verhandlungsperiode den ukrainischen Präsidenten Selenskyj durch die Unterstützung von Korruptionsermittlungen unter Druck zu setzen versuchten. Anders als Putin angenommen hatte, gaben sie sich jedoch damit zufrieden, dass Selenskyj den Chef seines Präsidialstabs, Andryj Jermak, fallen ließ. Dieser hat aller Wahrscheinlichkeit nach Korruption Vorschub geleistet, parlamentarische Vorgänge manipuliert und war für westliche Unterstützer der Ukraine aufgrund seiner Uneinsichtigkeit ein großes Problem. Wahrscheinlich ist auch, dass sein Nachfolger Kyrilo Budanow, zuvor Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, nicht der Wunschkandidat Selenskyjs war, sondern eher derjenige der USA. Desweiteren darf man annehmen, dass Budanow so wie zuvor Jermak in der Ukraine derjenige ist, der eigentlich die Fäden in der Hand hält.

Der Wechsel von Jermak zu Budanow scheint die Ukraine in jeder Hinsicht stabilisiert zu haben. Natürlich ist auch zu bedenken, dass vorher angelegte Programme, wie die Produktion langreichweitiger Angriffsdrohnen, erst 2026 größeren Erfolg zeitigen konnten. Jedenfalls hat sich die Lage zugunsten der Ukraine verändert, wiewohl sie immer noch luftunterlegen ist, eine durchlässige Luftverteidigung aufweist und weiterhin netto Territorium verliert. Sie ist aber mittlerweile in der Lage, effektive Luftschläge gegen «weiche» russische Ziele, wie zivile Häfen und Erdölanlagen zu führen und hat die Vormarschgeschwindigkeit russischer Truppen noch einmal erheblich verringern können.

Aus jetziger Sicht erscheint es unwahrscheinlich, dass die Ukraine 2026 innenpolitisch zusammenbricht, dass ihre Front zusammenbricht oder dass die russischen Streitkräfte 2026 Kramatorsk und Slowjansk erobern können. Zugleich wächst in Russland der Unmut. Eine weithin bekannte russische Influencerin wendet sich gegen Putin und der Chef der kommunistischen Partei kritisiert in der Duma die Wirtschaftspolitik der Regierung und warnt vor Zuständen wie 1917, als zwei Revolutionen das russische politische System grundlegend umgestalteten und zu einer russischen Niederlage im 1. Weltkrieg führten.

Putin scheint sich überreizt zu haben. Dabei hatte er noch Glück, dass der israelisch-amerikanische Krieg gegen Iran die wirtschaftliche Situation Russlands erheblich verbessert hat. Würde Putin rational handeln, dann müsste er jetzt einen Waffenstillstand zu den Bedingungen schließen, zu denen die Ukraine Anfang 2026 bereit war. Das allerdings würde für ihn immer noch einen erheblichen Gesichtsverlust bedeuten und die jetzige ukrainische Führung eher stabilisieren.

Donald Trump

Was Trump betrifft, so ist die Lage komplexer. Während Putin versucht hat, ein Image von Zuverlässigkeit aufzubauen, nimmt kein vernünftiger Beobachter Trumps Meinungsäußerungen zum Nennwert. Trump hat sich einen Raum geschaffen, in dem er Angebote machen und Behauptungen aufstellen kann, ohne hinterher dafür Verantwortung zu übernehmen. Dieses Verhalten hat ihm einen erheblichen politischen Spielraum verschafft und sowohl national als auch international haben seine Gegner nur sehr langsam Rezepte gefunden, dem zu begegnen.

Vermutlich deshalb hat Trump angenommen, er könne auch eines seiner zentralen Versprechen an die eigene Basis brechen, nämlich die USA nicht in Kriege fernab von ihrem Territorium zu verwickeln. Trump dürfte auch angenommen haben, dass der Iran angesichts der hohen militärischen
Überlegenheit der USA und der Unzufriedenheit großer Teil der Bevölkerung nach einem Enthauptungsschlag entweder innenpolitisch zusammenbrechen würde oder dass die neue Führung einlenken würde. Aus meiner Sicht und derjenigen vieler westlicher Analysten war weder das eine noch das andere sehr wahrscheinlich.

Es erstaunt, dass Trump und seine Militärführung keinen Alternativplan hatten. Mit seinem Blatt hatte Trump nur die Möglichkeit für ein «Spiel»: Ein schneller Sieg mit geringen oder mittleren Kosten ohne Einsatz von Bodentruppen. Dieses «Spiel» hat er sichtlich nicht gewonnen. Die Kosten sind bereits jetzt so hoch und die Kriegsdauer ist bereits jetzt so lang, dass Trumps eigene Basis zu bröckeln beginnt.

Wieso Gujer denkt, dass dieses Beispiel Schule macht, erschließt sich mir nicht. Der NZZ-Chefredakteur argumentiert, dass die Zerstörungen und wirtschaftlichen Schäden im Iran riesig seien und glaubt, darin einen Sieg der USA zu sehen. Aber was nutzt das den USA? Bis zum Waffenstillstand war der Iran in der Lage, Ziele in Israel und den Golfstaaten und immer wieder auch US-Militäreinrichtungen zu treffen. Trotz der drückenden Luft- und Marineüberlegenheit der USA kontrolliert der Iran die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Selbst wenn man auf Trumps Äußerungen zum Iran-Krieg den üblichen Abschlag anwendet, ist klar, dass die USA diesen Krieg nicht gewonnen haben und kaum noch gewinnen können. Trump hat sich überreizt.

Hinzu kommt, dass auch die größeren Linien von Trumps Politik nicht zum Ziel führen. In einem bemerkenswerten Beitrag ebenfalls in der NZZ analysiert Judy Dempsey (Carnegie Europe) die Situation der NATO («Inside Nato: Führungslos, frustriert, aber nicht am Ende»). Dempsey argumentiert, Trump wolle die NATO nicht zerstören, sondern kontrollieren.

Wenn das stimmen sollte, stellt er sich seltsam stümperhaft an. Die USA hatten einst erhebliche «Soft power», vor allem, weil sie als zuverlässig galten. Das waren sie zwar nicht immer, gegenüber ihren engeren Verbündeten und auf bestimmten Gebieten (Zahlungssysteme) aber schon. Indem Trump – und auf manchen Gebieten vor ihm bereits Biden – diese Zuverlässigkeit aufgekündigt hat, hat er die Attraktivität der USA als Führungsmacht verringert. Dempsey erklärt denn auch, dass Trump ein Umdenken in Europa ausgelöst hat, das sich nun aus seiner Abhängigkeit von den USA zu lösen beginne.

In den letzten Tagen ist Trump von verschiedenen Seiten Wahnisnn attestiert worden. Wenn man davon ausgeht, dass er den Interessen der USA dienen will, kommt man auch kaum um diese Diagnose herum. Bis zum Beginn des Iran-Kriegs konnte man darüber noch geteilter Meinung sein, wenn man die US-Interessen sehr eng definierte. Inzwischen kann man das nicht mehr. Trump schadet nicht nur bestimmten Gruppen in den USA und anderen Staaten, er schadet den USA insgesamt.

Nimmt man an, dass Trump nicht wahnsinnig ist (oder unter nahezu komplettem Realitätsverlust leidet, was auf das Gleiche hinausläuft), gibt es eigentlich nur ein Erklärungsmuster. Trump hat stark in US-Erdöl- und Erdgasfirmen investiert und das Hauptziel seiner zweiten Präsidentschaft ist die Mehrung seines privaten Reichtums. Wenn dem so wäre, würde seine bisherige Politik 2026 Sinn ergeben. Sollte sich diese Ansicht in den USA allerdings verbreiten, wird nicht nur seine MAGA-Basis sondern auch sein Rückhalt unter den Spitzen der Republikaner verschwinden.

Politische Folgen

Gujer scheint anzunehmen, dass China analog zu Russland und den USA handeln wird. Wenn ich mich in die chinesische Führung hineinversetze, ergibt das keinen Sinn. Warum sollte man sich ein Beispiel an zwei Politikern nehmen, die mit sehr kostspieligen Aktionen ihre Ziele nicht erreichen konnten und die beide die «Soft power» ihrer jeweiligen Staaten verspielt haben?

Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Die Unzuverlässigkeit der USA und die Missachtung der Souveränität der Ukraine durch Russland bieten China die Chance, sich als bessere Führungsmacht darzustellen. Im Prinzip hätte auch die EU diese Chance, wenn sie einiger auftreten würde.

Bis etwa Ende 2025 habe auch ich angenommen, dass Trump nicht nur eine Episode der US-Politik sein wird und dass Russland als eindeutiger Sieger aus dem Ukraine-Krieg hervorgehen würde. Das hätte dann tatsächlich die jetzt von Gujer behaupteten Weiterungen gehabt, eine neue «Weltunordnung» mit regionalen Hegemonialmächten.

Inzwischen glaube ich das nicht mehr. Putin und Trump haben nicht nur jeweils das Blatt überschätzt, das sie auf der Hand hatten. Sie haben beide auch die Komplexität der internationalen Politik unterschätzt. Putin hätte gern, dass Politik ein Schachspiel wäre, in dem er dank seiner Intelligenz, analytischen Fähigkeiten und längeren Erfahrung den meisten andreen Spitzenpolitikern überlegen wäre. Das ist Politik aber nicht. Wie schon im Sommer 2022 scheint Putin die Rückkopplung an die komplexe Realität zu fehlen. Dass er 2030 mit 78 Jahren noch einmal eine Präsidentschaftswahl in Russland gewinnen kann, erscheint mir unwahrscheinlich.

Trump hatte aufgrund der Schwäche seiner Gegner Allmachtsfantasien entwickelt. Diese Gegner waren aufgrund seiner unorthodoxen Handlungsweise und ihrer eigenen Trägheit in der Tat sehr langsam darin, effektiven Widerstand zu organisieren. Inzwischen haben sie jedoch Trumps Spiel durchschaut und seine Schwächen erkannt. Dieses Spiel funktioniert nicht mehr und Trump kann kein anderes. Aller Voraussicht nach wird er J.D. Vance und Marco Rubio mit sich in den Abgrund reißen. Was nach diesem Trio kommt, ist ungewiss, aber wohl kaum Leute, die ähnlich agieren.

Wenn es blitzt und donnert, haben alle Angst. Aber Gewitter ziehen vorüber.


326 Kommentare zu “Überreizt”

  1. Wenn die Kriegstüchtigkeit ihre Grenze erreicht ist das die Stunde der klugen Diplomatie, könnte man meinen.
    Allerdings müssten dafür die Einflüsse der Kriegrüstungslobby beendet werden, damit stürzen wieder «systemrelevant» gewordene Kapitalinvestitionen* ab. Und die Schäden, die Kriegspropaganda in den Köpfen angerichtet sind auch nicht hopplahopp zu reparieren. Beides wirkt synergetisch.

    *ich kann mir vorstellen, dass ein Ende der ballaballabummbumm-Politik heute schärfere ökonomische Auswirkungen hätte als am Ende des Kalten Krieges. Darauf müsste man mit mildernden Massnahmen vorbereitet sein, um einen «backlash» bei Wahlen zu vermeiden.

  2. Aus: Warum Kriege wahrscheinlicher werden (NZZ)

    «Die Welt ist ohnehin ein unsicherer Ort, aber sie wird noch erheblich unsicherer.»

    und

    «Die Untergangspropheten, die einen Weltenbrand vorhersagen, werden sich täuschen.»

    und

    «Solange die Ursachen regional sind … Das Kriegsgeschehen aber bleibt regional.»

    Wenn, wenn, Eric Gujer fantasiert sich da einiges zusammen, was wenig überzeugt und auch so nicht logisch ist.

    ~~~~~~~~~~

    «Es erstaunt, dass Trump und seine Militärführung keinen Alternativplan hatten.»

    Es bestätigt doch eher, dass das Umfeld von Trump eher seinen wirren ‚Ausflügen‘ folgt und es nicht riskiert, ihm ernsthaft zu widersprechen.

    daher auch für mich schlüssig: «Trump hat sich überreizt.»
    und folglich auch: «Trump schadet nicht nur bestimmten Gruppen in den USA und anderen Staaten, er schadet den USA insgesamt.»

    Sollte T. bei den Zwischenwahlen in beiden Häusern die Mehrheit verlieren oder gar als 1ter Präsident den Job durch ein Impeachment verlieren, dann ist nicht garantiert/vorhersehbar, das sein(e) Nachfolger:in eine wesentlich klügere Politik betreiben kann.

    Denn was T. und Konsorten bis dahin alles ‚zertrümmert‘ haben, dürfte viel Zeit/Geduld/Kompromissfähigkeit, aber vor allem Überzeugungskraft benötigen.

    Hoffentlich wird es bis dahin nicht noch krasser, wobei selbst verursachte Wirtschaftskrisen, einhergehende Militarisierung und vor allem die begleitende Kriegsrhetorik keinen Optimismus begründen.

    • Nachtrag:
      𝗗𝗲𝘂𝘁𝘀𝗰𝗵𝗹𝗮𝗻𝗱 𝘄𝗲𝗹𝘁𝘄𝗲𝗶𝘁 𝗮𝘂𝗳 𝗣𝗹𝗮𝘁𝘇 𝟰 𝗯𝗲𝗶 𝗥𝘂̈𝘀𝘁𝘂𝗻𝗴𝘀𝗮𝘂𝘀𝗴𝗮𝗯𝗲𝗻, 𝗶𝗻 𝗘𝘂𝗿𝗼𝗽𝗮 𝗮𝘂𝗳 𝗣𝗹𝗮𝘁𝘇 𝟭

      https://de.euronews.com/my-europe/2026/04/27/ruestung-sipri-nato-bundeswehr-pistorius

      Verantwortung übernehmen heißt das. Zur Glaubwürdigkeit würde aber auch gehören, dass man das Amt von Pistolius in ‚Kriegsministerium‘ umbenennen sollte.

      • >>…dass man das Amt von Pistolius in ‚Kriegsministerium‘ umbenennen sollte.<<
        Ich mache das schon mal, nenne den Kriegsminister Kriegsminister, das Kriegsministerium Kriegsministerium und den "Wehr"dienst Kriegsdienst. Auch wenn sich dem bislang niemand anschliessen mochte: Es wird verstanden und mir hat noch niemand widersprochen. Immerhin.

    • «Sollte T. bei den Zwischenwahlen in beiden Häusern die Mehrheit verlieren»

      Wahrscheinlich.

      «oder gar als 1ter Präsident den Job durch ein Impeachment verlieren»

      Unwahrscheinlich. Im Senat braucht es dafür eine Zweidrittelmehrheit. Die REpublikan er begehen doch keinen politischen Selbstmord und was immer bis November passiert, die Demokraten werden im Senat keine Zweidrittelmehrheit haben.

    • Das ist wirklich bitter.

      Aus meiner Sicht sieht das Dilemma jetzt so aus. Entweder macht man mit der Brandmauer weiter, dann geht nur eine Koalition, in der Positionen links und rechts der Mitte zusammengeführt werden. Das funktioniert nicht, wie man gerade sieht. Es kommt nur Stagnation heraus und die Anhänger beider Lager sind unzufrieden.

      Oder aber die politische Landschaft gliedert sich in ein Lager rechts und ein Lager links der Mitte. Dann führt die AfD das rechte Lager an und das rechte Lager hat bei der nächsten Wahl mehr Wähler.

      • @izi
        Das Bittere ist, das unbedingt nötige Dinge nicht in Angriff genommen werden.
        Wahlumfragen sind ja erstmal nur Momentaufnahmen. Das kann in einer Woche schon wieder etwas anders aussehen.
        Allerdings denke ich, dass sich der Trend eher fortsetzen wird. Die Regierung wird aber weiterbestehen bis 2029.
        Es sei denn, es gäbe wirklich riesige Demos des einfachen Volkes. Fast schon ähnlich wie 17. Juni.

        Aber Dank des legendären Coups,kurz nach der Wahl, der neuen Regierung mit den Stimmen der alten Regierung können Merzel und Konsorten, alles erstmal mit Geld zusche****n:

        Im März 2025 nutzten die SPD und die CDU/CSU (als designierte neue Regierungspartner) die Handlungsfähigkeit des „alten“ 20. Bundestages kurz vor dessen Konstituierung, um ein umfangreiches Schuldenpaket durch Sondersitzungen zu verabschieden.

        Dieses Paket umfasste folgende zentrale Punkte zur Kreditaufnahme:
        -Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz: Es wurde ein neues Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro geschaffen. Dieses Geld ist zweckgebunden für Investitionen in marode Brücken, Schienen, Energienetze sowie Schulen und wird über mehrere Jahre durch Kredite finanziert.
        -Lockerung der Schuldenbremse für Verteidigung: Durch eine Grundgesetzänderung wurden Ausgaben für äußere und innere Sicherheit (Verteidigung, Zivilschutz, Cybersicherheit) ab einer Schwelle von einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von der Schuldenbremse ausgenommen.
        -Kreditspielraum für Bundesländer: Die zuvor sehr strenge Regelung für die Länder wurde gelockert, sodass diese künftig eigene Kredite in Höhe von bis zu 0,35 Prozent ihres jeweiligen BIP für Investitionen aufnehmen dürfen.

        • «Die Regierung wird aber weiterbestehen bis 2029.»

          Laut F.A.Z. rechnet der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand (PKM) in der Unionsfraktion, Christian von Stetten, allerdings damit, dass die Koalition vor dem regulären Ende der Legislaturperiode ein Ende findet.

          Die F.A.Z. hat das von «Bild» und «Stern» abgeschrieben und ich von der «F.A.Z.» So funktioniert die Verteilung von Nachrichten. Man muss nur umformulieren.

      • «Dann führt die AfD das rechte Lager an und das rechte Lager hat bei der nächsten Wahl mehr Wähler.»

        Ja, das ist so furchtbar bitter! Aber ich verrate da mal ein Geheimnis: Im rechten Lager steht eine Brrrrrrrrrrrrrrrandmauer.

        Wir haben so ein Glueck!!! 😂

          • @gelse

            >>>Dieses Ding aus Pappmaché? Da wurde etwas zuviel gezündelt, ist abgebrannt.<<<

            Also ich sehe die "Brandmauer" immer noch fest stehen.
            Wenn doch mal ab und zu ein Antrag der AfD mit Unterstützung der anderen durchkommt, ist das ja noch kein Beweis für das NICHT MEHR BESTEHEN.🤔

  3. In Rumänien droht die pro-westliche Koalition völlig auseinanderzubrechen, nachdem die Sozialdemokraten ihre Minister bereits abgezogen haben. Sie planen ein Misstrauensvotum gemeinsam mit den Ultranationalisten.

    Käme es zu Neuwahlen, so würden die Ultranationalisten (AUR) unter George Simion nach Umfragen mit Abstand die stärkste Partei werden (35-40%). Es steht sogar im Raum, dass die Sozialdemokraten eventuell mit der AUR koalieren könnten.

    Simion lehnt Militärhilfe für die Ukraine ab und ist in der Ukraine sowie in Moldawien persona non grata.

    Quelle: NZZ

  4. Die NZZ hat ein Interview mit dem ungarischen Politologen Zoltan Adam geführt. Der Titel lautet:

    «Niemand weiss, wofür Peter Magyar steht – nicht einmal er selbst»

    Dder Kernsatz lautet:

    «Orbans Wahlniederlage in diesem Jahr erfolgte zu einem grossen Teil wegen des Ausbleibens von EU-Geldern.»

    Und zu Magyar:

    «Seine gesamte politische Sozialisation fand innerhalb von Orbans Regime statt. Als er im Februar 2024 begann, sich als Oppositionsführer zu positionieren, entwickelte er sich allmählich zu einem europäischer gesinnten, liberaleren Politiker. Aber ursprünglich war er das nicht. Sein Verhältnis zu unabhängigen Medien war schlecht. Wenn Journalisten kritische Fragen stellten, schrie er sie mitunter an, und das ist noch nicht so lange her.»

      • Eben. Aus ihrem ersten Link:

        «Andere wiederum dachten angesichts dieser Arroganz erschrocken darüber nach, dass dieser außer sich geratene Mensch praktisch die totale Macht erhalten wird.»

        Genau das meinte ich, als ich @nera fragte, ob sie mal gehört habe, wie Magyar nach seinem Wahlsieg redet. Ich war auch erschrocken. Wenn sich der Saulus nicht zum Paulus wandelt – und das ist selten, noch seltener, wenn jemand fast absolute Macht hat – dann wird das ein böses Erwachen geben.

        • @ Izi

          «Wenn sich der Saulus nicht zum Paulus wandelt – und das ist selten, noch seltener, wenn jemand fast absolute Macht hat – dann wird das ein böses Erwachen geben.»

          Nu lassen’Se den erstmal sein Amt antreten, bevor Sie Ihre apokalyptischen Vorhersagen zum Besten geben. Gibt’s nicht fuer jeden ’ne Schonfrist von 100 Tagen?

          Im Uebrigen, eine ueberwaeltigende Mehrheit der Ungarn hat ihn gewaehlt. Nicht Sie.

          DIE wollten den Viktor loswerden! Das war ihr oberstes Ziel. Und DIE muessen mit dem Neuen klar kommen. Nicht Sie.

          Was ist denn daran so schwer zu verstehen?

          Und ein Irrer wie der Trump ist der Neue garantiert nicht.

          (Ich kopiere mir Ihre Kommentare in ’ne Extra-Datei und dann haue ich Sie Ihnen nach vier Jahren um die Ohren. Aber sowas von.😂)

          • @nera
            >>>Im Uebrigen, eine ueberwaeltigende Mehrheit der Ungarn hat ihn gewaehlt. Nicht Sie.<<<

            Die ÜBERWÄLTIGENDE Mehrheit!!! sieht allerdings nicht sooooo überwältigend aus:

            Die Wahlbeteiligung erreichte rekordverdächtige 79,56 Prozent. Bei den Listenstimmen sicherte sich die Tisza-Partei mit 52,78 Prozent (3,38 Millionen Stimmen) 45 Mandate, der Fidesz mit 38,06 Prozent (2,45 Millionen Stimmen) 42 Mandate und die Partei Mi Hazánk mit 5,67 Prozent (358.000 Stimmen) sechs Mandate.

            Tatsächlich liegt der Stimmenanteil bei rund 50–55 %. Das ist eine klare Mehrheit – aber keine überwältigende. Die 2/3-Mehrheit entsteht erst durch das Wahlsystem, das Direktmandate stark übergewichtet und daraus eine überproportionale Sitzverteilung erzeugt.

            • Freilich, man kann sich das katastrophale Wahlergebnis fuer den Viktor auch schoenreden.

              Aber wissen Sie, was das wirklich geile ist? Das Wahlsystem hatte der Viktor erst zu Gunsten seiner Fidesz eingefuehrt. Und jetzt wirkt es wie ein Bumerang! 🤣

              • @nera
                >>>Aber wissen Sie, was das wirklich geile ist? Das Wahlsystem hatte der Viktor erst zu Gunsten seiner Fidesz eingefuehrt. Und jetzt wirkt es wie ein Bumerang!<<<

                Ja, das weiss ich. Das wurde ihm ja auch allenthalben von unseren Demokraten vorgeworfen und trug ja nicht unwesentlich zu seiner Bezeichnung als Despot oder Diktator bei.
                Wenn er allerdings wirklich so gestrickt gewesen wäre, hätte er auch VORBAUEN können.
                Er hätte ja im Vorfeld der Wahl das Wahlgesetz ähnlich wie das deutsche gestalten können.
                Damit wäre er ja schon fast als Demokrat zu bezeichnen gewesen.
                Und dann hätte dieses Wahlergebnis eben auch nur zu einer einfachen Mehrheit für Magyar gereicht.

                Jetzt kann Magyar halt genauso despotisch regieren wie Orban.
                Sie sehen halt in ihm die demokratische Lichtgestalt, GJ ist da halt zwiespältiger in der Bewertung. Ich übrigens auch.

              • ***Freilich, man kann sich das katastrophale Wahlergebnis fuer die … auch schoenreden.***

                …gelernt ist gelernt: Machen uns die ALtparteien in der BRD seit 2000 regelmäßig vor. Der Unterschied. Sie bleiben demokratisch zusammengeschlossen mit Hilfe der versifften OLivgrünen und der gekauften Linken verantwortungsbewusst an den Schalthebeln…

          • «DIE muessen mit dem Neuen klar kommen. Nicht Sie.»

            Was nichts an meinem Recht auf die Aeusserung meiner Meinung über den Charakter dieses Typen ändert. Ich würde den in meiner Arbeitsgruppe nicht einstellen und in jeder Berufungskommission gegen ihn stimmen.

            • @ Izi

              «Was nichts an meinem Recht auf die Aeusserung meiner Meinung über den Charakter dieses Typen ändert.»

              Natuerlich duerfen Sie Ihre Meinung sagen. Wer kann da noch zwischen den Stuehlen hocken, wenn ueberall die furchtbar poehse links-gruen-woken-Antifa den «linken» und rechten, echten und Moechtegern-Diktatoren dieser Welt in deren unappetitliche Suppe spucken will. Wir sind hier schliesslich nicht unter Putin, Trump, Orban, bei den Mullahs und anderen «Leuchttuermen» der Meinungsfreiheit.

              Und auch nicht in der DDR.

              Also ja, schwarz-weiss-Denken und apokalyptische Visionen, das muss auch in die andere Richtung gehen duerfen.

              Selbstverstaendlich.

              • @nera
                >>>Also ja, schwarz-weiss-Denken und apokalyptische Visionen, das muss auch in die andere Richtung gehen duerfen.
                Selbstverstaendlich.<<<

                Das alles aber hat nun GJ mit seinem Kommentar nicht ausgedrückt.

                Er äusserte max. Zweifel an der vielleicht von Ihnen in Magyar gesehen "Lichtgestalt".

                Und schon das triggert Sie gewaltig.
                Mich würde da interessieren, WARUM?

                • «Das alles aber hat nun GJ mit seinem Kommentar nicht ausgedrückt.»

                  Ja, das ist das Tragische. Wenn man auf der gleichen Seite steht, kann man das nicht sehen.

                  «Und schon das triggert Sie gewaltig.
                  Mich würde da interessieren, WARUM?»

                  Soll ich das phoese Wort wirklich noch mal «aussprechen»?

                  Nee, mache ich nicht. Dann ist es eine Unterstellung.

                  • @nera
                    >>>Soll ich das phoese Wort wirklich noch mal «aussprechen»?<<<

                    Sie können es doch mit reichlich Sternchen auch NIEDERSCHREIBEN.

                    Aber versuchen Sie doch mal konkret zu antworten.😱🥵

                • @izi
                  Dass Sie zwischen den Stühlen sitzen, ist MIR schon klar.
                  Das ist ja eigentlich auch nicht schlimm.
                  Schlimm ist ja die Situation, die von Ihnen verlangt, einen KLAREN STANDPUNKT zu formulieren.

                  Da reicht eine «Ich weiss, dass ich nichts weiss» nicht aus. Da sind Sie in die «Kollektivschuldfalle» getappt.
                  Das wird Ihnen aber in bestimmten Kreisen nun eben NICHT verziehen.
                  Ich meine jetzt nicht nera.
                  Allerdings dringt diese Forderung, für mich zumindest, aus fast jedem Wort von Ihr.

                  • Sagen wir so: Ich bin erstens im real existierenden Sozialisimus aufgewachsen nund habe schon damals auch den Mund aufgemacht und ich bin nun fast 60 Jahre alt. Was andere ideologisch oder politisch von mir erwarten, berührt mich nicht sonderlich, es sei denn, sie haben gute rationale Argumente. Ich habe in meine Leben zu viele Ideologen scheitern gesehen.

                • …oder Trump, oder der AfD, oder Vance, dem Loser. Das BSW nur eine kurze Episode, die Basis auch irgendwo in der Versenkung verschwunden. DDR woll’n Se auch nicht wieder.

                  Alles wunderbar.

                  Aber Sie wissen schon genau, was ich meine.

                  Der Punkt ist der, wenn man Putin nicht nur verstehen will, sondern – trotz seines Arschloch-Charakters – auch Verstaendnis fuer ihn und seine dreckige Bagage, mit reichlich Blut an den Haenden, aufbringt, dann kloppt man jede Grundueberzeugung von offener Gesellschaft, Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit , Demokratie – als das Beste, was im Angebot ist – usw. in die Tonne. Ob klassisch links oder als gereifter Konservativ-rechtsliberaler – alles scheissegal, sobald irgendso ein Moechtegern-Diktator oder blaugefaerbter, brauner Demokratieveraechter, P. fuer ’nen guten Mann haelt. Dann macht man sich selber zum nuetzlichen Idioten.

                  Und ja, ich glaube gern, dass Sie das selber gar nicht sehen koennen und die anderen Foristen hier natuerlich – weder bei sich noch Ihnen – auch nicht. Die stehen ja auf der selben Seite. Ausnahme bestaetigt die Regel.

                  Okay, wo Sie irgendwas behauptet haben, das wuerde wieder Stunden kosten, das zusammenzusuchen. Und dann haett‘ ich’s vermutlich nur falsch verstanden.

                  Allerdings muss Ihnen ja endlich mal Eene die Wahrheit sagen. Die in der gleichen ideologischen Verblendung dsbzgl. gefangen sind, koennen das nicht.

                  Nun ja, irgendwie sind Sie auch eine tragische Figur. Und das tut weh, sehr weh. (Und das ist doof. Aber ist schon so.)

                  • Nee. Putin muss man schon deshalb verstehen lernen, weil man irgendeine Uebereinkunft mit ihm braucht, um den Krieg zu beenden. Und man muss den Krieg beenden. Russland wird nicht dadurch zusammenbrechen, dass man ihn weiterführt.

                    Sie verwechseln Verständnis mit Zustimmung. Das sind aber ganz verschiedene Dinge.

                    • @ Izi

                      «…weil man irgendeine Uebereinkunft mit ihm braucht, um den Krieg zu beenden.»

                      Das hatte ich lange, lange…zu lange auch geglaubt. Aber was ist, wenn P. keine Uebereinkunft will? Und falls doch, um JEDEN Preis? Und was kommt danach? Neue Kriege? Wenn man P. als Moechtegern-Stalin bezeichnet, kann man eigentlich nicht davon ausgehen, dass er dann von seinen imperialen Grossmachtplaenen absieht.

                      «Und man muss den Krieg beenden.»

                      Sowieso. Und das sagen alle.

                      «Russland wird nicht dadurch zusammenbrechen, dass man ihn weiterführt.»

                      Da bin ich mir inzwischen nicht mehr sicher. Und das liegt auch nicht in erster Linie in unserer Entscheidung, ob der weitergefuehrt wird.

                      «Sie verwechseln Verständnis mit Zustimmung.»

                      Ich glaube nicht. Aber P. nuetzt Verstaendnis aus und spaltet.

                  • Gegen Putin zu sein ist ne Haltung aber keine Politik. Kann ja die richtige moralische Haltung sein. Ersetzt aber nicht die Politik. Führte ja schon zur Abdankung von ACAB und dem olivgrünen Stahlhelmträger vor Donezk.

                • Die Stühle haben Sie sich doch selbst hingestellt und rutschen hin und her.
                  @nera ist begeistert, dass Magyar es trotz aller widriger Umstände geschafft hat, Orban loszuwerden. @nera plädiert dafür, doch mal wenigstens 100 Tage abzuwarten. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass sie der Meinung ist, dass Magyar ein ganz hervorragender Präsident wird. Wobei, was ist schon hervorragend.

                  • Das Problem ist, dass Magyar sichtlich einen zu schlechten Charakter für eine Führungspersönlichkeit hat und dass sich ein Charakter selten bessert, wenn jemand bereits an die Macht gelangt ist.

                    Wie gesagt, ich behaupte nicht, dass Orban eine besseren hat. Ich verstehe nur die Begeisterung für Magyar nicht. Sie passt nicht zu dessen Auftreten.

                    Erich Honecker war ungeeignet. Günther Krause war es auch. So etwas kommt vor.

                    • «Ich verstehe nur die Begeisterung für Magyar nicht.»

                      Bitte lesen Sie noch mal @ Petrowitsch’s Kommentar, dem ich fuer seine Unterstuetzung gegen ALLE – abzuegl. der schweigenden Mehrheit (?) – bei der Gelegenheit hiermit herzlich danke.

            • «Ich würde den in meiner Arbeitsgruppe nicht einstellen»

              Was ja wohl kaum ein demokratischer Prozess ist.

              «in jeder Berufungskommission gegen ihn stimmen.»

              Was ist, wenn Sie von ihren Kollegen überstimmt werden? Wie lange werden Sie nach der Entscheidung weiter ihre Bedenken öffentlich bekanntgeben?

              • «Wie lange werden Sie nach der Entscheidung weiter ihre Bedenken öffentlich bekanntgeben?»

                Vorgänge in der Berufungskommission darf ich gar nicht öffentlich bekanntgeben.

                Ich kann mich auch ganz ruhig zurücklehnen, wenn ich überstimmt wurde. Entweder hatte ich Unrecht, dann ist es ja gut. Oder ich hatte Recht. Dann wird das sowieso offensichtlich werden.

                Wir können das ja auch im Fall Magyar abwarten. Ich sehe dem gelassen entgegen.

    • Nochmal zu dem Interview mit Zoltan Adam :

      Nun weiss ich nicht wie der sonst so ist, aber DAS nenne ich mal «zwischen den Stuehlen»:

      «Vieles ist also unklar, was Magyar anbelangt, dennoch wirken Sie optimistisch.

      Ja, denn Magyar hat geschafft, was zeitweise fast unmöglich schien: Er hat Orban und den Fidesz besiegt. Man will nun nicht übermässig pessimistisch sein und die Stimmung verderben, das zeigt sich auch in den Medien. Trotzdem ist Vorsicht angebracht.»

  5. @ all

    Liebe Freunde in der Jeschke-Gemeinde! Vergessen wir mal kurz unsere gegenseitigen Ressentiments.

    Der Hausherr verlinkt ja sehr oft Artikel von der NZZ. Vermutlich, damit wir inhaltlich darueber diskutieren. Oder weil er die interessant findet. Oder, weil er der Meinung ist, diese Analysen bzw. Meinungen sind in den deutschen Mainstream-Medien unterrepesentiert. Oder vielleicht auch, weil er seine eigene Position staerken will. (Ist ja auch nicht verkehrt. Das tun wir ja alle, wuerde ich meinen.)

    Also kurze Rede, langer Sinn:

    Wer von euch kann diese Artikel ohne Abo und ohne (vermutlich nicht ganz legale) Tricks lesen. Und wer ist der/ die Angesch*ss*n*.

    PS: Selbstverstaendlich ist es dem Blogbetreiber sein gutes Recht. Und es ist ja nicht schlecht, wenn man zumindest an Hand der Ueberschrift, des Anrisses und event. ausgewaehlter Zitate sieht, was GJ so alles umtreibt. Und vielleicht koenen das ja auch alle ausser mir (wie auch immer) lesen.

    Danke fuer die Aufmerksamkeit.

    Und aus gegebenen Anlass…morgen: Auf die Barrikaden! Eins.Zwei.Drei. 😉

    • @nera
      >>>Wer von euch kann diese Artikel ohne Abo und ohne (vermutlich nicht ganz legale) Tricks lesen. Und wer ist der/ die Angesch*ss*n*.<<<
      Ich hatte es hier schon paar mal geschrieben, wie es auf NZZ zum Glück funktioniert.
      Das ist auch überhaupt nicht schwer.
      Beim Browser in Einstellungen gehe, oben bei "Suchen" eingeben: "speedreader" und dann die entsprechenden Funktionen aktivieren.

      Sie kriegen doch die Einbindung von Text in Ihre Url's auch hin. Das habe ICH nicht kapiert.
      Aber die Einstellung von speedreader oder Lesemodus ist nun gar kein Problem.

    • @nera
      Ich beziehe mich auf diesen Kommentar:
      https://blog-samstagern.ch/2026/04/19/abhaengigkeiten/#comment-32998

      >>>Die Mehrheit waehlt fuer Gesamtdeutschland Anti-AfD, wenn der Merz hat fertig.<<<
      Wenn es Wahlen gibt, werden Parteien gewählt. Es gibt KEINE Partei "Anti-AfD".
      Und es wird auch KEINE Partei geben, die jemals so heissen wird.
      Allerdings könnte man versuchen, etwas ähnliches wie in der DDR zu versuchen.
      Na, wissen Sie noch, wie das dort damals hiess? "Parteien der Nationalen Front".
      Die führende Partei wäre dann halt nicht die SED sondern eine eine Koalition aus CDU/SPD.
      Einen Namen hätte ich auch schon für die Koalition: CDSPD oder SCDPD.
      Dann müsste man aber vorher noch die AfD verbieten, weil das sonst nicht klappen würde. Aus naheliegenden Gründen, oda?

      Und jetzt nehmen Sie mal Ihren schönen Satz: ERST EINMAL DAS SYSTEM ORBAN LOSWERDEN UND TATSAECHLICH DEMOKRATISCHE VERHAELTNISSE WIEDERHERSTELLEN. und wandeln den auf die möglichen Verhältnisse in Deutschland um.
      Sie würden wahrscheinlich GAR keinen Handlungsbedarf dahingehend sehen, ich sehe allerdings DRINGENDEN Handlungsbedarf.
      Was wäre denn Ihre Meinung zu "Verfall der Infrastruktur"?
      Und was wäre Ihre Meinung zu "Wirtschaftliche Schwäche und Inflation"?

      Der einzige Unterschied zu Ungarn ist in Deutschland, dass es KEINE Partei geben wird, die nach einer Wahl mit 2/3 Mehrheit wirklich die Macht hätte, GRUNDLEGEND etwas zu verändern.
      Das einzige was möglich wäre, dass CDU und AfD in Koalition regieren könnten. Da gibt es nun die Brandmauer und das Problem, dass die dann auch KEINE 2/3 Mehrheit hätten.
      Die Schwachsinnsdebatte "Nie wieder ist jetzt" mit der "Angst" vor Verhältnissen wie 1933 können die woken, links-grünen Anhänger führen.
      Ich bin da genauso raus wie 2021 ff. aus der Coronadabatte. Und die Asyldebatte wird nach meiner Meinung genauso scheinheilig geführt.
      Haltung zeigen aller Orten. Und wehe, es nicht die Richtige.
      Das ist fast schlimmer als zu Ostzeiten der Satz: Überprüfe mal deinen Standpunkt.
      Ich hätte echt nicht gedacht, dass ich noch mal so viel IDEOLOGIE von Regierung und Medien über mich ergehen lassen muss.🥵

      • «Ich hätte echt nicht gedacht, dass ich noch mal so viel IDEOLOGIE von Regierung und Medien über mich ergehen lassen muss»

        Geht mir auch so. Ich glaube inzwischen, es ist der gleiche Grund wie in der DDR. Wer es nicht (mehr) richtig machen kann, wird ideologisch, weil er sachlich-argumentativ auf verlorenem Posten stünde.

        • @izi
          >>>Wer es nicht (mehr) richtig machen kann, wird ideologisch, weil er sachlich-argumentativ auf verlorenem Posten stünde.<<<
          Nun würde ich allerdings auch sagen, dass Ideologie IMMER mit im Spiel war.
          Die Ideologie der BRD war eben "soziale Marktwirtschaft".
          Allerdings wäre die DDR mit weniger Ideologie auch noch früher gescheitert. Nicht wegen der Ökonomie, sondern der SU ( s. Ungarn und CSSR ).
          Was aber in der BRD eigentlich immer gegeben war, war das von mir vorausgesetzte Bewusstsein, dass die Regierung die ökonomischen Zusammenhänge verstanden hat. Da ging es bei den einzelnen Parteien eigentlich eher um mehr oder weniger "soziale" Marktwirtschaft. Aber dazu muss man halt auch noch eine Wirtschaft haben, die die finanzielle Grundlage bietet.
          Aber jetzt sehe ich eigentlich nur noch bei BSW bzw. AfD in den Äusserungen der Parteispitze dieses Verständnis vorhanden.
          Das ganze begann aber alles schleichend unter Merkel.
          Vielleicht ist an den Verdächtigungen hinsichtlich IM Erika doch was dran?🤔

          • Mir scheint, Merz ist so etwas wie eine tragische Figur, wenn man ihm das auch nicht gern zugesteht, weil er kein Sympathieträger ist. Der weiss eigentlich schon, dass das so nicht geht, aber er weiss auch, dass er das Nötige weder gegenüber seinem Koalitionspartner noch gegenüber der Bevölkerung durchsetzen kann.

            Die AfD rechnet schon richtig. Was die CDU/CSU/SPD gerade macht, wird sehr bald um die 80 Milliarden Euro Zinsen pro Jahr kosten. Das ist unverantwortlich.

            Ob die AfD anders wirtschaften würde, steht allerdings auf einem anderen Blatt. In einer Demokratie kann man die Anspruchshaltung der Wähler, die sich in den fetten Jahren aufgebaut hat, nicht einfach enttäuschen.

          • „Aber dazu muss man halt auch noch eine Wirtschaft haben, die die finanzielle Grundlage bietet.“
            Ja, irgendeine eine Wirtschaft muss man haben, wenn man in einer Einsiedlerklause lebt. (Und sei es die Bearbeitung von Feuerstein zur Produktion von Werkzeugen und deren Tausch gegen eine höhlengeräucherte Elchkeule und getrocknete Hagebutten).

            Wer ist „man“, der/die so was HABEN muss?
            Woher kommt die finanzielle Grundlage?
            Und wenn sie da ist, wer setzt sie wie mit welchen Zielen ein?
            Wie werden von wem Ziele gesetzt:
            Durch Wahlen?
            Durch Lobbyismus? Wie funktioniert diese Steuerungsinstrument überhaupt? Wer kann sich Lobbyismus leisten, wer nicht?
            Führt es irgendwelchen Zielen, einfach allgemein von „der Wirtschaft“ zu reden, ohne zu klären, was das überhaupt ist? Falls ja, zu welchen?

            Könnten wir eventuell eher zukunftssichere Konzepte entwickeln, wenn wir uns mal mit derartigen Fragen auseinandergesetzt haben(sie müssen nicht exakt so formuliert sein wie ich es spontan hintippe)? Vielleicht beginnend mit der Frage, was das eigentlich ist, „die Wirtschaft“?

            • «Vielleicht beginnend mit der Frage, was das eigentlich ist, „die Wirtschaft“?»

              Die Produktion von Verbrauchsgütern und anderen Waren, die zum Beispiel über den Umweg Geld gegen Verbrauchsgüter getauscht werden können oder dafür eingesetzt werden, die zukünftige Produktion von Verbrauchsgütern zu ermöglichen. Zudem die Bereitstellung von Infrastruktur und von Dienstleistungen, jeweils gegen Geld.

              Und ja, so etwas braucht man, wenn man nicht zu Feuersteinen und gemörserter Hirse zurückkehren will.

                  • «Da müssen Sie erst die GESELLSCHAFTSORDNUNG ändern.»
                    Schönes Wort, GESELLSCHAFTSORDNUNG 😉

                    Aber gut, mach ich, morgen Vormittag hab ich Zeit.
                    Nur: Wie soll ich sie ändern? Einfach irgendwie, egal wie?

                  • «Da müssen Sie erst die GESELLSCHAFTSORDNUNG ändern.»

                    Und das in einer Weise, die nicht auf Mangelwirtschaft hinausläuft. Sobald es dafür einen plausiblen Vorschlag gibt, bin ich bereit, mich dafür einzusetzen. Realsozialismus ist dafür kein plausibler, sondern ein gründlich (weil mehrfach unter verschiedenen Bedingungen widerlegter) Vorschlag.

                  • Produziert wird ja. Produktobseleszenz wird produziert weil ohne sie (haltbarere Produkte) zu wenig konsumiert würde.
                    Eon weiterer Grund für Konsumschwund sind schwindende Realeinkommen. Dagegen hilft allerdings keine Produktobseleszenz

                    • «Ein weiterer Grund für Konsumschwund sind schwindende Realeinkommen.»

                      Die Rechnung ist komplex. Von 2005 bis 2024 ist die durchschnittliche Jahresarbeitszeit in der BRD um 6% gesunken. Die Reallöhne sind um etwa 8% gestiegen. Bei gleichbleibender Verteilung hätte man auf dieser Basis einen Reallohnzuwachs von 100*0.94*1.22-100 = 14.7% erwartet. Er betrug aber nur 7.8%.

                      Die Verteilung scheint sich also tatsächlich zuungunsten der Arbeitnehmer verändert zu haben. Die Medaille hat jedoch noch eine andere Seite. Die Sozialleistungsquote (Anteil am BIP) ist von 29.1% (2004) auf 31.2% (2024) gestiegen. Das scheint immer noch nicht die Lücke auszugleichen.

                      Wenn wir wissen wollen, was verteilt werden kann, müssen wir aber noch anders rechnen. Von Belang ist neben der Produktivitätsentwicklung (Faktor 1.22) und der verringerten Jahresarbeitszeit (Faktor 0.94) die Erwerbsquote als Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung. Diese betrug 2004 noch 47.6% und 2024 betrug sie 54.8%. Zusammen mit gestiegener Produktivität und verringerter Jahresarbeitszeit je Beschäftigtem ist die Leistung um etwa 32% gestiegen.

                      Rechnet man so, dann muss man tatsächlich schlussfolgern, dass sich die Verteilung seit 2004 stark zuungunsten der arbeitenden Bevölkerung und der sozial Schwachen verschoben hat. Mit anderen Worten ist nur etwa ein Drittel des von den Arbeitenden erwirtschafteten Zuwachses auch den Arbeitenden (9% über die Lohnsumme) und sozial Schwachen (erhöhte Sozialquote) zugute gekommen.

                      Selbst wenn man berücksichtigt, dass man für den Produktivitätszuwachs auch die Kapitalgeber entschädigen muss, die ihn mit ermöglicht haben, ist das deutlich zu wenig.

              • @izi
                >>>Und ja, so etwas braucht man, wenn man nicht zu Feuersteinen und gemörserter Hirse zurückkehren will.<<<
                Oder wie es Friedrich Engels schrieb in seinem Werk, „Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen“:

                „Sie [die Arbeit] ist die erste Grundbedingung alles menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, daß wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.“

                Es begann ganz unschuldig mit ARBEIT, führte dann über TAUSCH zu WIRTSCHAFT.
                Und bei Wirtschaft geht es halt darum, ob sich der MEHRWERT privat oder gesellschaftlich angeeignet wird.
                Und PRIVATE Aneingnung führt nach meiner Meinung eher zu Ungerechtigkeiten in der Verteilung.
                In der SOZIALEN Marktwirschaft wird halt per se ETWAS mehr verteilt, als in der REINEN Marktwirtschaft.
                Aber auch in den USA fällt halt auch für die unteren Schichten noch einiges ab.
                Mehr halt, als in anderen Staaten.

                Eine Änderung wird es allerdings NUR geben, wenn alle gemeinsam das wollen.
                Ob DAS allerdings jemals so sein wird, ich weiss es auch nicht.
                Sie meinen ja eher nicht, ich würde es für möglich halten, wenn eben die am meisten entwickelten Industriestaaten diesen Weg beschreiten würden.
                Aber wer KANN das denn wirklich abschätzen.
                Meist gibt es nach grossen Katastrophen einen Neuanfang.
                Aber das war bisher eigentlich NUR nach dem 2. Weltkrieg, und auch NUR, weil die SU eben einen Grossteil von Europa befreit hatte, und dort eben IHR System, aber eigentlich NUR mit nicht ganz DEMOKRATISCHER Einsetzung von kommunistischen Regierungen, installieren konnten.
                Der Ausgang ist ja nun allgemein bekannt.
                Von daher sind Sie in Ihrer Sicht bestärkt worden.
                Ich bin halt immer noch nicht GÄNZLICH überzeugt, ich weiss allerdings, dass ich HEUTE nur noch hoffe, dass es nicht wirklich zu einer Katastrophe kommt.

                Und die Katastophe kommmt nun nach meiner Meinung nicht daher, dass sich in Gesamteuropa wieder stärker rechtskonservative Tendenzen bemerkbar mache.
                Die sind die sichtbaren Auswirkungen einer völlig verschrobenen Politik, die nur noch auf Ängste und Emotionen setzt.
                IDEOLOGIE statt PROBLEMLÖSUNG.

                • «Aber auch in den USA fällt halt auch für die unteren Schichten noch einiges ab.
                  Mehr halt, als in anderen Staaten.»

                  Sicher, deshalb ist auch Zahl der Bedürftigen, die auf Lebensmittelausgabestellen (Food Pantries) oder staatliche Unterstützung angewiesen sind, aus 2025 mit mehr als 42 Millionen Menschen ausgewiesen.

                  Katastrophen sind das letzte, was Gewähr für bessere Lebensbedingungen bietet. Die entstandenen gesellschaftlichen Extreme von Reichtum und generierter Armut ist kein Zufallsergebnis und schon gar keine Notwendigkeit!

                  So wie diese Strukturen aufgrund von tradierten Machtverhältnissen erhalten und bestärkt wurden, unterlegt durch die jeweiligen Rechtsverhältnisse, so kann auf dem gleichen Weg das Ruder umgelegt werden und diesmal von einer Mehrheit eingeleitet, was bisher noch nie (soweit mir bekannt) geschehen ist.

                  Die Kommentierung dazu stützt sich natürlich konservativ formuliert auf die sogenannten demokratischen Verhältnisse/Institutionen, die aber exakt zu diesen inakzeptablen Zuständen geführt haben.

                  Und da die großen Medien allemal als Profiteure dieses Systems auftreten können, dürfte auch klar sein, das (mit Ausnahmen) von dieser Seite keine Unterstützung zu erwarten ist.

                  Und wer sich in diesem Kontext lange aufgehalten hat, dürfte davon nicht unberührt geblieben sein. Und wer kann schon von sich mit Sicherheit das Gegenteil behaupten!

                  • @pleifel
                    >>>Sicher, deshalb ist auch Zahl der Bedürftigen, die auf Lebensmittelausgabestellen (Food Pantries) oder staatliche Unterstützung angewiesen sind, aus 2025 mit mehr als 42 Millionen Menschen ausgewiesen.<<<

                    Das habe ich jetzt nicht so gemeint.
                    Ich wollte damit sagen, dass es eher so ist, dass mehr Menschen aus südamerikanischen Staaten in die USA wollen als umgekehrt.

                    Das war übrigens im Realsozialismus auch so.
                    Da wollten die Armen aus Europa auch nicht in die DDR.
                    Habe ich als Jugendlicher auch nicht so intensiv drüber nachgedacht.

                    • «Da wollten die Armen aus Europa auch nicht in die DDR.»
                      Wobei sich aber die Erzählung vom süssen Leben im Wirtschaftswunderland meistens als unrealistisch erwies.

                    • «Wobei sich aber die Erzählung vom süssen Leben im Wirtschaftswunderland meistens als unrealistisch erwies.»

                      Ist dem so? Ging es den Türken, die in Deutschland zunächst die Drecksarbeit gemacht haben, nicht trotzdem besser als in Anatolien? Haben sich nicht viele von ihnen einen bescheidenen Wohlstand aufgebaut?

                      Oder um privater zu werden: Hätte ich ein materiell besseres und erfüllteres Leben gehabt, wenn die DDR weiter bestanden hätte?

                    • @izi
                      >>>Haben sich nicht viele von ihnen einen bescheidenen Wohlstand aufgebaut?<<<
                      Das würde ich für manche?, viele? auch so sehen.
                      Es sind ja aus der damaligen Zeit auch viele hier in Dt. geblieben.
                      Als ich bei der RAG gearbeitet habe, konnte ich das ja auch sehen.
                      Da haben sehr viele Türken gearbeitet.
                      Als wir vor Jahren(2016?) auf Kreta waren und bei Wanderungen einkehrten, trafen wir auf Besitzer, die früher bei VW oder Mercedes gearbeitet haben, aber dann zurückgekehrt sind.
                      Das war dann eine andere Generation, oder vielleicht lag es daran, dass es Griechen waren?

                      Aber mein Bezugspunkt war ja die DDR, und dort kamen nur sehr wenige "Arme" aus dem kap. Ausland.
                      Die gingen eher in die BRD. Warum weiss ich nicht. Vielleicht war es auch einfach Angst vor dem eingeimpften Vorurteil, den Sozialismus betreffend.
                      Man konnte sich damals ja auch nicht selbst im Urlaub davon überzeugen, wie es in der DDR ist.
                      In die BRD konnte man fahren.

                      Wenn jemand in die DDR kam, dann aus politischen Gründen: Griechen, Chilenen.
                      Oder wegen Ausbildung: Vietnam, Mocambique.

                      Jetzt hat es aber auch ANDERE Ursachen. Und die liegen eben zum grossen Teil an dem Sozialsystem in DT.
                      Wer das abstreitet, ist in meinen Augen zutiefst unseriös, um es mal nicht so aufgeladen zu bezeichnen.

                      Diese Frage von Ihnen: "Hätte ich ein materiell besseres und erfüllteres Leben gehabt, wenn die DDR weiter bestanden hätte?" hätte ich allerdings nicht erwartet.
                      Das man dies eigentlich NICHT wahrheitsgemäss beantworten kann, liegt ja auf der Hand.

                      Das einzige, was auch ich halbwegs ehrlich sagen könnte, wäre:
                      Materiell in Bezug zum Westen sicher nicht.
                      Das ist wahrscheinlich unstrittig.
                      Ob es erfüllter gewesen wäre, das kann man eigentlich NICHT beantworten.

                      Ich glaube, das müssten Sie aber eigentlich auch so sehen🤔

                    • @ Robert Zapf

                      ++Als wir vor Jahren(2016?) auf Kreta waren und bei Wanderungen einkehrten, trafen wir auf Besitzer, die früher bei VW oder Mercedes gearbeitet haben, aber dann zurückgekehrt sind.
                      Das war dann eine andere Generation, oder vielleicht lag es daran, dass es Griechen waren?++

                      Der größte Teil der Freunde meiner Eltern ist Mitte der 1970er zurück nach Jugoslawien gegangen, dabei haben alle ausnahmslos eine ansprechendere Arbeit gefunden als sie hier verrichteten. Zu der Zeit gab es noch einen wirtschaftlichen Aufschwung, doch ab Mitte der 1980ern ging alles den Bach runter.

                  • «auf die sogenannten demokratischen Verhältnisse/Institutionen, die aber exakt zu diesen inakzeptablen Zuständen geführt haben»

                    In der Tat. Ich darf hier Churchill zitieren. Demokratie ist die schlechteste Gesellschaftsform.

                    Mit der Ausnahme aller anderen Gesellschaftsformen, die bisher ausprobiert wurden.

                    Das ist das Kernproblem der Linken. Die Kritik am Kapitalismus und den gegenwärtigen Demokratieformen ist ja gar nicht ganz falsch. Falsch wäre es aber, diese Dinge aufzugeben, solange es keine Alternative gibt, bei der plausibel ist, dass sie auch besser wäre- Alles, was bisher ausprobiert wurde, war noch schlechter.

                    • >>Mit der Ausnahme aller anderen Gesellschaftsformen, die bisher ausprobiert wurden.<<
                      Na ja, wenn als "alle Anderen" einzig wirtschaftliche Zentralverwaltung sehen will.
                      Eine Alternative ist demokratische Ökonomie, zum Beispiel die Mondragón Corporación Cooperativa (MCC). Die Betriebe gehören ausschliesslich den dort Arbeitenden, geschäftliche Entschungen der einzelnen Kooperativen werden auf Betriebsversammlungen diskutiert.
                      Die Leute haben ihren Mehrwert nutzbringend investiert, zum Beispiel mit der Gründung einer MCC-eigenen Bank, womit sie nicht in Abhängigkeit von kapitalistischen Banken geraten können. Und sie haben die urprüngliche technische Fachschule, aus der heraus die erste KOOP gegründet wurde, mit Zeit zu einer kompletten Universität ausgebaut. Und Einiges mehr.
                      Bemerkenswert finde ich, dass sie sich bis 70 Jahre im kaputtalisischen Umfeld mit seinen Krisen und dem harten Konkurrenzgebolze behaupten konnten, ohne staatliche Subvention und dgl.
                      Man könnte mal überlegen, ob das weiterentwicklungswürdig sein könnte.*
                      Für Leute, die Einkommensüberschüsse als Kapital anlegen wollen allerdings ungeeignet: Es gibt keine MCC-Aktien auf dem Markt, auf den Markt kommen ausschliesslich konkrete Produkte.

                      *Die MCC ist natürlich kein Staat, sondern ein rein ökonomischer Verbund. Aber wenn eine Mehrheit sich so organisieren könnte wäre ja der Staat ein anderer.

                      Das habe ich nicht als "Patentrezept" zur 1:1-Kopie gedacht, sondern als Denkanregung.

                    • «Eine Alternative ist demokratische Ökonomie»

                      Nur ist dieses Modell gesamtwirtschaftlich in Jugoslawien versucht worden und hat dort auch nicht funktioniert. Jugoslawien ist für mich das Paradebeispiel, dass Sozialismus prinzipiell ein Problem hat. Dort wurde er demokratischer betrieben, es gab Reisefreiheit und es ging trotzdem nicht gut aus.

                    • @ Izi

                      In Judoslawien ging es u.a. nicht gut aus, weil bestimmte auswärtige Kräfte nicht wollten, dass es gut ausgeht. Freilich hatten auch innere Kräfte dieses Ziel.

                    • @gelse
                      >>>Eine Alternative ist demokratische Ökonomie, zum Beispiel die Mondragón Corporación Cooperativa (MCC).<<<

                      Das bringen Sie immer wieder. Aber wie sieht denn diese Alternative jetzt aus?
                      Sie haben es doch selbst früher geschrieben, wie sich dies entwickelt hat.
                      Sie KÖNNEN sich DEMOKRATISCHER aufstellen, am Ende werden sie aber, unter den gegebenen gesellschaftlichen Verhältnissen, auch sich diesen ANPASSEN müssen.
                      Und zum Schluss ist es eben auch NUR noch Kapitalismus, in der Form nur etwas "demokratischer".
                      Aber ganz zum Schluss gehen diese Sachen auch unter.
                      Es sei denn, sie haben in ihrem Umfeld Unterstützung durch die Bevölkerung.
                      Die muss dann aber bereit sein, MEHR Geld auszugeben.

                      Was war den die LPG zu DDR Zeiten?
                      Welche Widerstände gab es denn von den Einzelbauern, die ja erst durch die Bodenreform EIGENES Land erhielten?
                      Land ist für den Bauer PM. Wenn er es nicht mehr braucht, SOLLTE es wieder GEMEINGESELLSCHAFTLICH werden.
                      Aber NIEMALS zum Spekulationsobjekt werden dürfen.

                      Aber dass ist ja auch das LEBENSELIZIER des Kapitalismus: PRIVATES Eigentum an Grund und Boden.
                      Und da würde mich jetzt mal wirklich die Meinung von GJ interessieren.
                      Würde der Kapitalismus zusammenbrechen, wenn man dies aufheben würde?
                      Könnte der Kapitalismus nicht auch existieren, wenn es KEIN Recht auf Privateigentum an Grund und Boden gäbe?

                    • «Könnte der Kapitalismus nicht auch existieren, wenn es KEIN Recht auf Privateigentum an Grund und Boden gäbe?»

                      Das wäre möglich, liegt aber nicht in der Logik des Systems. Es hätte neben Vorteilen auch Nachteile. Ein Problem ist: Jemandem gehört eine Fabrik, aber der Grund und Boden, auf dem sie steht ist Gemeineigentum. Irgendwer muss das verwalten. Irgendwelche Regeln muss es geben, jemandem Nutzungsrecht zu entziehen. Wenn jemand dem Fabrieigner missgünstig ist, wird er versuchen, Strippen zu ziehen, um ihn von diesem Grund und Boden zu vertreiben.

                      Deshalb wäre es töricht, eine Rieseninvestitition auf gepachtetem Land zu tätigen. Man müsste ein System sehr langer und fest garantierter Pachtverträge haben, damit solche Grossinvestitionen weiter stattfinden würden.

                • Ich denke, die Situation ist nicht binär. In den entwickelten Ländern wird ein erheblicher Teil des Mehrwerts gesellschaftlich verwendet, aber eben auch ein erheblicher Teil privat angeeignet. Ich gebe gern zu, dass seit 1989 der letztere Anteil zunimmt und dass das keine gesunde Entwicklung ist.

                  Ich bin aber auch der Meinung, dass es einer nicht zu kleinen Teil geben darf, der privat angeeignet wird, weil sonst die Initiative und der Anreiz zur Anstrengung verschwinden. Und insofern kann man schon auch der Meinung sein, dass derzeit der gesellschaftlich verteilte Anteil in Deutschland eher zu hoch ist, weil der Anreiz zur Anstrengung ganz offensichtlich zu klein ist. Anderenfalls würden die Dinge besser funktionieren.

                  In Falkenberg (Elster), wo sich zwei Fernbahnlinien kreuzen, hat man auf dem Bahnhof nicht mal Internet (weder mein Smartphone noch das WLAN der Bahn). So etwas würde in China ganz gewiss nicht passieren. Seit Anfang 2026 war noch nie ein Nachtzug von Zürich nach Leipzig auch nur annähernd pünktlich. Ich habe immer den Anschluss verpasst, bisher viermal. Dieses Land funktioniert nicht und das liegt nicht nur an der Führung.

                  • Vielleicht fehlt es auch der Motivation zu qualitativ hochwertiger Arbeit*. oder der Stress ist zu hoch. Oder es gibt Ursachen, auf die ich jetzt nicht komme. Könnte mal untersucht werden, falls Änderungsbedarf erkannt würde.
                    *in meinem früheren Leben habe ich motivierende und demotivierende Arbeitsplätze erlebt.
                    Demotiviend kann z. B. Leiharbeit ohne Aussicht auf Übernahme in ein direktes Arbeitsverhältnis wirken. Weniger Einkommen und weniger Urlaubstage für gleiche Arbeit. Es gibt aber auch Arbeitsplätze, die per se demotivierend wirken: Man macht den Sch..ssjob weil man das Geld braucht und nichts Besseres gefunden hat.

    • @Nera

      Geht auch ohne ‚Speedreader‘ mit Firefox.
      1. Link aufrufen
      2. Leseansicht umschalten (Button oder F9)
      3. dann aktuelle Seite neu laden (Button oder Strg + R)

      Auf geht’s. 🙂

            • Vielleicht.

              Denn nur Windows 11 und ohne Firefox geht das bei mir nicht. Und der «Russe» will da anscheinend nicht.

              Aber der Olle sitzt uff’n Balkon. Der will dabeisein! Da muss ich noch warten.

              Nochmals schoenen Dank euch Beiden!

              Venceremos! 😉

              • @ gelse, @ pleifel & der Oberst

                Yo. Geht. (Test: Feuerfuchs.) Mein Oller, eigentlich in der Beziehung nicht doof, staunt Baukloetzer.

                Wozu dann aber ueberhaupt noch Abo?

                    • «Vielleicht kann ja der Hausherr alles diesbzgl. noch fix loeschen?»

                      Nee. Ich glaube, dass muss ich nicht. Wenn ich auf diese Art hinter die Bezahlschranke gelange und dann eein Kopie poste, verstosse ich gegen Gesetze. Wenn ich zulasse, dass hier technische Unzulänglichkeiten real existierender Bezahlschranken diskutiert werden, dann noch nicht.

                      Muss die NZZ das halt technisch besser lösen. Geht ja.

                    • Nicht nur bei der NZZ, auch beim Freitag kann man auf diese Weise F+-Artikel lesen. Allerdings ohne Kommentare.
                      I hob nix gsogt.

                • «Wozu dann aber ueberhaupt noch Abo?»

                  Abgezockt werden immer die nicht ganz so Hellen (oder dijenigen, die glauben, dass guter Journalismus tatsächlich bezahlt werden muss). Es gibt immer genug nicht ganz so Helle, damit ein Geschäftsmodell funktioniert.

                  Und doch, ich bezahle ein NZZ-Abo (Pro). Der Punkt ist, dass ich reich genug bin, für guten Journalismus zu spenden. Ich spende ja auch an das IKRK oder UNICEF.

          • @gelse
            Frage an Google KI:
            «bei brave kann ich speedreader in einstellungen aktivieren. bei chrome oder firefox nicht?»

            Antwort:
            Das ist tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal von Brave.
            Brave hat die Speedreader-Technologie fest in den Browser-Kern eingebaut, weshalb du dort einfach einen Schalter in den Einstellungen umlegen kannst.
            Bei Chrome und Firefox ist die Philosophie eine andere:
            Kein «echter» Speedreader ab Werk:
            In den Standard-Einstellungen von Chrome und Firefox wirst du vergeblich nach einem Schalter suchen, der «Speedreader» heißt. Diese Browser bieten nativ nur einen einfachen Lesemodus (Text ohne Werbung).
            Modulares System: Google und Mozilla gehen davon aus, dass Nutzer für solche Spezialfunktionen Erweiterungen (Add-ons) nutzen. Während Brave die Funktion «mitbringt», musst du sie bei Chrome und Firefox «nachrüsten».
            Warum macht Brave das?
            Brave basiert auf dem Bestreben, das Surfen so schnell wie möglich zu machen.
            Da der Speedreader Artikel schon lädt, bevor die ganze Seite (inklusive schwerer Skripte) gerendert wird, passt das perfekt zum Marketing von Brave.
            Zusammenfassend:Brave: Schalter in den Einstellungen (Darstellung -> Speedreader).
            Chrome/Firefox: Du musst einmalig eine Erweiterung wie SwiftRead installieren.
            Danach verhält es sich fast genau so, ist aber eben kein nativer Menüpunkt in den Browser-Einstellungen.
            Möchtest du eine kurze Anleitung, wie du die beste Erweiterung für deinen bevorzugten Browser mit nur zwei Klicks hinzufügst?

            Ich würde sowieso dringend zu «Brave» raten.
            Da wird viel Müll im Vorfeld abgeblockt.

  6. Wurde die vor kurzem abgehaltene 8.Bulgarien-Wahl in den letzten 5 Jahren oder so schon erwähnt? Wahlsieger Radew fordert „neue Sicherheitsarchitektur“ für Europa: Europa muss industrielle Stärke wiedererlangen und „pragmatisch“ handeln.

  7. ***Wie das ungarische Nachrichtenportal Telex berichtet, wurde am Donnerstag / Hexentanznacht 2026 bekannt, dass Márton Melléthei-Barna das Justizressort übernehmen soll. Er ist seit September 2025 der aktuelle Schwager. Magyars Schwester Anna Ilona Melléthei-Barna, tatig als Richterin geht derweil in den Hausfrauenstand, um auch nur den Anschein einer Vermischung der Gewalten zu vermeiden.***

    Aus der Berliner Pravda, wir haben erst Tag -7 der neuen Zeitstahlrechnung in Ungarns Geschichte.

    • Hi Sportsfreund,

      was ich gestern im Eifer des Gefechts ganz vergessen hatte, wie war eigentlich der Kampftag?

      Okay, lassen wir das. Aber schoen, dass Sie jetzt endlich mal mit der Wahrheit ueber die inneren Verhaeltnisse von Ungarn kommen.

      Jahrelang interessierte die Korruption dort ja keene Sau hier.

      Da gab’s nur Ukraine und Ukraine und Ukraine.

      Wenn man mal von Ukraine-freundlichen westl. Politikern absieht.

      • Hab nen Besen auf dem Hörselberg / Der Balkon zum Thueringer Wald gefunden. War hoffentlich nicht ihrer…

        Die Bratwurst kostet jetzte schon 4 Euro, das 0.5-Bier vom Fass auch. Der Blick zur Wartburg und zum Inselberg waren großartig, die Fledermäuse aus der Tannhäuserhöhle waren schon weitergezogen und das Jesusbrünnlein ohne Wasser.

        Was die Ukrainisierung von Bruxel betrifft, es gibt nen Spruch vom französischen Agenten PSL – irgendwas mit Kalkutta.

        Der Pate von Bergmann Donezk han ne neue 25-Zimmer-Wohnung. Irgendwo in Monaco, Schnäppchen für den.

        • «Hab nen Besen auf dem Hörselberg / Der Balkon zum Thueringer Wald gefunden. War hoffentlich nicht ihrer…»

          Also hoer’n ‚Se mal. Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter wie zu DDR-Zeiten. Heute benutzt man E-Besen.

          «Die Bratwurst kostet jetzte schon 4 Euro, das 0.5-Bier vom Fass auch.»

          Bratwurst essen, Saufen und der AFD nachlaufen. Yo, das entspricht auch meiner Beobachtung bei meiner Fahrradtour durch die Stadt. Was ist nur aus der Arbeiterklasse geworden! Handzahme Gewerkschaften standen friedlich neben Bratwurst- und Getraenkestaenden hinterm Kulturpalast. Nur paar junge Anarchisten von der FAU kamen mal kurz vorbeimarschiert und forderten das Recht auf Faulheit. Dagegen am Platz von Koenig Albert standen auch nur wenige – Verzeihung – Alte von der MLPD. DDR-Fahne und die Fahne des Mullah-Regimes flatterten im Wind, waehrend ein fast ebenso alter Herr vom BSW eine wenig mitreissende Rede ueber die poehse NATO und den glorreichen iran. Widerstand vor drei/vier Hanseln hielt. Oder so. Und endlich im Park von Alaunen angekommen, war das Fest der Linken wohl auch schon vorbei. Paar Staende waren noch aufgebaut.Aber die meisten lagen eher davon unbeeindruckt auf der grossen Wiese und froenten dem schoenen Wetter.

          PS: Was hamm’Se eigentlich immer mit Donezk? Mein’Se etwa den Eigentuemer von Schachtjor. Also das interessiert doch wirklich niemand.

          Behalten Sie lieber mal weiter den Viktor und seine Kumpane im Auge, nich, dass die noch mit ihren gescheffelten Millionen ins Ausland entwischen 😉

          • «Heute benutzt man E-Besen.»
            Da fällt mir ein Traum ein, den ich vor langer Zeit mal hatte:
            Ich ging mit dem Vater am See spazieren. Plötzlich flog eine Hexe auf einem Staubsauger vorbei. Ichstaunte nicht schlecht, und der Vater sagte: ‚Ja, die gehen auch mit der Zeit, heute fliegen sie elektrisch». Ich antwortete: «Oha, dann leben wir in Biberach ja noch im Mittelalter, bei uns fliegen sie noch auf Besen». Und der Vater: «Ihr habt ja keinen geeigneten Flughafen».
            So ist das mit dem Fortschritt, ohne Infrastruktur geht nix.
            Anderseits funktioniert der Besen auch bei Stromausfall. Aber das Rezept für die Flugsalbe kennen ja nur wir alten Hexen.

            • «Aber das Rezept für die Flugsalbe kennen ja nur wir alten Hexen.»

              Da muss man experimentieren. In Irmtraud Morgners «Amanda. Ein Hexenroman» (sehr lesenswert) wurde auf diese Weise irrtümlich das Phönix-Elixier wiederentdeckt, mit dem hex nach einer Verbrennung wiederauferstehen kann.

          • «Und endlich im Park von Alaunen angekommen, war das Fest der Linken wohl auch schon vorbei.»

            Das war in meiner Spätjugend (oder eher meinem Jungerwachsenenalter) anders. Da war da noch richtig was los.

            Die Verbindung des 1. Mai mit Wurst (damals Bockwurst mit Konsumbrötchen und Bautzner Senf) bestand allerdings bereits in meiner Kindheit. Nach der Demonstration war in Schwarzheide-Wandelhof – Verzeihung – Kirmes, auch mit Zuckerwatte, Kettenkarussel und kandierten Aepfeln.

        • Es ist nicht sicher, ob Scholl-Latour das wirklich gesagt hat (kein Textnachweis in seinen Schriften). «Wer halb Kalkutta aufnimmt, wird selbst zu Kalkutta» gibt jedoch seine Einstellung zu dieser Art Politik im Prinzip richtig wieder.

      • «Man stelle sich vor…»

        Das stellen sich viele vor.

        Darum die Anti-AfD-Front aufbauen! JETZT und mit allem was die Demokratie erlaubt.

        Wie es geht, hat adaequat Ungarn vorgemacht. Und vorher Frankreich.

        Nie wieder ist JETZT!

        Man kann das nicht genug sagen. Was fuer ein genialer Slogan! 😂

        • «Und vorher Frankreich.»

          Sicher? Freuen Sie sich da mal nicht zu früh.

          Was eine mögliche künftige absolute AfD-Mehrheit betriffft, so sorgt die Bundesregierung schon mal dafür, dass die nicht wie dazumal ihre geistigen Verwandten die stärkste Armee Europas erst aufbauen müssen. Die will man ihnen gleich vererben.

          «Was fuer ein genialer Slogan!»

          Welcher? «Sieg-Mund!»?

          • ++so sorgt die Bundesregierung schon mal dafür, dass die nicht wie dazumal ihre geistigen Verwandten die stärkste Armee Europas erst aufbauen müssen. Die will man ihnen gleich vererben.++

            Das ist tatsächlich besorgniserregend

          • +++…die stärkste Armee Europas aufbauen…+++

            Normalereise ein Grund für Paris und Warschau sofort den deutschen Botschafter einzubestellen.

            Maria Sacharowa zu Moskau soll vor kurzem Alexander Graf Lambsdorff einbestellt haben. Grund: Der Bundestagsabgeordnete zu Berlin Roderich Kiesewetter hat in Kiew Netze geknüpf.

          • «Was eine mögliche künftige absolute AfD-Mehrheit betriffft, so sorgt die Bundesregierung schon mal dafür, dass die nicht wie dazumal ihre geistigen Verwandten die stärkste Armee Europas erst aufbauen müssen. Die will man ihnen gleich vererben.»
            Dazu ein Volksüberwachungsinstrumentarium, von dem die «Stasi» nicht aml zu träumen wagte. Dazu die Bedrohung unliebsamer Organistationen und Personen mit «De-Banking», es wurden schon Exempel statuiert.
            Der Biedermann hofiert die Brandstifter.

            • @ gelse

              «Dazu ein Volksüberwachungsinstrumentarium, von dem die «Stasi» nicht aml zu träumen wagte. Dazu die Bedrohung unliebsamer Organistationen und Personen…»

              Na, na. Da hinkt aber der Vergleich gewaltig. Die hatten nur vor 40 Jahren noch nicht das technische Zeugs dafuer.

              Wenn’de dir mal angucken willst, was alles moeglich ist, guck dir das in China an. Oder Russland…

              Und mit den Brandstiftern meinste die AfD? (Nur so fuer mich zur Klaerung. Man muss ja schliessl. wissen, warum eine Brandmauer noetig ist.)

                  • Das halte ich für eine etwas flache Beschreibung einer komplexeren Geschichte. Lesen Sie’s mal oder – falls es in Dresden mal auf die Bühne kommt und die Regie nicht mit dem Holzhammer «modernisiert» – schauen Sie es sich doch am besten mal im Theater an.

                    • «Das halte ich für eine etwas flache Beschreibung einer komplexeren Geschichte.»

                      Na sicher doch 😉

                      Bisher habe ich aber leider noch nicht mal zu «Homo Faber/ Robo Faber» geschafft.

                      Sie schon?

                    • …aber Sie muessen schon zugeben, dass Ihre Zusimmung zu @ gelse’s Aussage…

                      «Der Biedermann hofiert die Brandstifter.»

                      …ganz schoen verwirrend ist. Wenn man sogar moechte, dass der Biedermann zusammen mit den Brandstiftern regiert.

                      Im Kontext sollte dass dann die jetzige Bundesregierung [CDU/CSU (& SPD? – glaube nee)] und die AfD sein.

                    • Fehlende Woerter und grammat. Dreckfuhler duerfen Sie mir gern am Jahresende als Dividende ausschuetten.

                    • «Wenn man sogar moechte, dass der Biedermann zusammen mit den Brandstiftern regiert.»
                      Wer möchte das?

                    • @nera

                      Die AfD sowohl zu entzaubern als auch zu domestizieren, indem man sie in das politische Systeme einbezogen hätte, wäre durchaus möglich gewesen. Es war ja sehr lange so, dass es sich um eine Kleinpartei handelte, deren Teilhabe überschaubare Konsequenzen gehabt hätte.

                      Jetzt ist dieser Zug freilich abgefahren. Das ist keine gute Nachricht und es ist eine direkte Konsequenz der über mehr als ein Jahrzehnt verfolgten Brandmauerpolitik.

                    • «Nun ja, das war schon mal moerderisch schief gegangen.»

                      Der Vergleich ist schief. Erstens hat man es damals eben wirklich erst gemacht, als die NSDAP bereits die grösste Partei war und zweitens hatte die NSDAP eine SA und eine SS und hat diese bei der Zementierung ihrer Macht auch eingesetzt.

                      Als die AfD noch zwischen 10 und 15% lag, wäre es kein Problem gewesen, sie wie eine ganz normale Partei zu behandeln. Man hätte immer noch ein Vorgehen gegen die extrem rechten Strömungen in der AfD verlangen können und den Grad der Einbeziehung danach ausrichten können.

                      Wir sollten nicht vergessen, dass die CDU/CSU über Jahrzehnte weit rechts stehende konservative Kräfte eingebunden hat («Stahlhelm-Fraktion»). Die Marginalisierung dieser Strömung in der Union hat das Monster überhaupt erst geschaffen.

                      Es ist aber eigentlich müssig, jetzt über die verschüttete Milch zu reden. Der Schaden ist angerichtet und nicht einfach reparierbar.

                    • @nera

                      Ich habe mir gestern Abend tatsaechlich noch einmal auf n-tv «Apokalypse Hitler» angesehen. Es handelt sich beid er NSDAP und der AfD um voellig verschiedene Phaenomene, auch massenpsychologisch. Aus der AfD wird weder ein Holocaust noch ein 3. Weltkrieg erwachsen.

                      Die AfD ist gefaehrlich, sie arbeitet mit Hass als Emotion, das ist alles richtig. Aber wenn man ihr auf geeignete Weise begegnen will, muss man eine realistische Einschaetzung dieser Partei haben.

                    • @ Izi

                      «Ich habe mir gestern Abend tatsaechlich noch einmal auf n-tv «Apokalypse Hitler»» angesehen.»

                      Oh! Mein Beileid. 😉

                      «Aus der AfD wird weder ein Holocaust noch ein 3. Weltkrieg erwachsen.»

                      Das glaube ich auch nicht. Mir wuerde aber schon ein Orban 2.0 oder ’ne Beta-Variante von Trump reichen. Und alle die als linksgruen-woken-versifft «markiert» sind, in deren Haut moechte ich dann auch nicht stecken. Ganz egal, ob die je zur sogenannten globalistischen Elite gehoerten – der grossen neuen Erzaehlung aller Autokraten und Diktatoren und vom bodenstaendigen «Volk» gern nachgeplappert – oder ueberhaupt nicht.

                      Aber klar, kann mich auch irren. Und die AfD uebernimmt das, was von den Christdemokraten und -sozialen noch uebrig bleibt und wird die neue CDU.

                  • «…domestizieren, indem man sie in das politische Systeme einbezogen hätte…»
                    Denkbar, ja. Schliesslich gibt es die Erfahrung, dass eine «Ökopax»-Partei, Anfang der 80er Jahre noch Schmuddelkind, mit dem keine der etablierten Parteien etwas zu tun haben wollte, durch Domestikation in eine martialische Kriegerpartei verwandelt werden konnte.
                    Mit der «A»fD, die als neoliberale «FDP ohne €uro» gestartet war, hätte so etwas etwas eventuell, oberflächlich gesehen, leichter gelingen können, man musste sie ja nicht umdrehen, sondern nur zu ihren Ursprüngen zurückdrängen. Allerdings hatte die «A»fD von Beginn an einige Kapitalisten auf ihrer Seite, sogenannte «Familienunternehmer, das heisst konzernbesitzende Familien. Gegen die konnten&können vor Allem die C-Parteien schon aus ideologischen, aber auch ganz praktischen Spendengründen nicht anstinken.

                    • «Denkbar, ja.»

                      Denkbar ist alles. Vielleicht enden die wie die Oeko-Paxe. Oder wie das BSW. Gehen unter und tauchen nie wieder auf.

                      Man weiss es nicht. Aber, wenn ich sehe wie lange sich der Viktor halten konnte, wuerde ich das Risiko lieber nicht eingehen.

                      Gibt ja einen tollen Spruch:

                      «Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber.»

                      Ich gebe mal Big Donald: «Mal seh’n, was passiert 😉

                    • Die «Linke» (ehemals PDS) ist doch eigentlich auch domestiziert. Die hat sogar mal einen Ministerpräsidenten gestellt. Anfangs hatte das bundesdeutsche System eine erhebliche allergische Reaktion gegen diese Partei.

                      Ich denke dennoch, dass man das jetzt mit der AfD nicht mehr wagen kann. Die Bulldogge ist mittlerweile zu gross und sie ist unerzogen.

                      Die Situation ist sehr ungemütlich. Es kann sein, dass die AfD asymptotisch gegen einen Wähleranteil konvergiert, der nirgends zum Alleinregieren reicht. Dann kann man mit der Brandmauer zwischen 30 und 40% der Wähler dauerhaft von Einfluss auf die Sachpolitik ausschliessen und das Ganze immer noch Demokratie nennen.

                      Wahrscheinlicher erscheint mir, dass sie zumindest in irgendeinem Bundesland irgendwann die absolute Mehrheit im Parlament erhält, wenn man Pech hat, sogar bundesweit. Nach allem, was dem vorausgegangen ist und noch vorausgehen wird, wird das sehr ungemütlich werden. Die AfD wird dazu nur die Werkzeuge gegen die anderen anwenden müssen, welche die anderen derzeit gegen die AfD anwenden.

                    • „Die «Linke» (ehemals PDS) ist doch eigentlich auch domestiziert.“
                      Den Eindruck erweckt sie immer wieder, dazwischen auch immer wieder mal nicht.
                      Domestiziert nicht weil sie mal einen Landesregierungschef stellte, der hätte ja als Korrektiv auf den Koalitionspartner wirken können, auf der Grundlage des Parteiprogrammes. Sondern weil sie immer mal in die Kumpanei mit den Kapitalparteien driftet.
                      Kapitalparteien haben einen stabilisierenden Faktor in ihren Kapital-Lobbies und Finanziers per Grossspenden, „Sponsoring“ etc. Die Lobby stellt nicht nur Forderungen, sondern bietet bei Erfüllung iher Ansprüche Türöffnung zu Karriereleitern, zum Beispiel via Atlantlantikbrücke, „Bilderberg“, Direktkontakt zu Management usw. Und bei wunschgemässer Auftragserfüllung positive Darstellung in kapitalistischen Massenmedien.
                      Für eine linke Partei ist das Prinzip „wählen und still abwarten was passiert“ tödlich. Sie könnte aber durch eine starke ausserparlamentarische Opposition als parlamentarische Interessenvertretung der nichtbesitzenden Mehrheit auf Kurs gehalten werden. Zur Zeit hat sie kaum aktive Basis in der Bevölkerung, daher das Driften, meine ich.

        • «Darum die Anti-AfD-Front aufbauen!»

          Wählt die Kandidaten der etablierten Front! Wählt die Kandidaten der etablierten Front! Wählt die Kandidaten der etablierten Front!

          An irgendetwas erinnert mich das doch. Woran nur?

          • Nun ja, war ja nicht alles schlecht in der DDR…hoert man immer wieder. Nur eben, mir fehlte da die Alternative.

            Also, wie bitteschoen konnte man da WAEHLEN? War das nicht nur FALTEN?

              • «Es wurde doch immerhin als Wahl bezeichnet.»

                Etikettenschwindel 😂

                «Das höchste der Gefühle war allerdings, den ganzen Wahlzettel durchzustreichen. Eine Alternative gab es nicht.»

                Eben. Das hatte ich gemacht.

                • >>Das höchste der Gefühle war allerdings, den ganzen Wahlzettel durchzustreichen. Eine Alternative gab es nicht.
                  Eben. Das hatte ich gemacht.<<<

                  Damit haben Sie aber nun KEINE Alternative aufgezeigt. Sie haben gezeigt, dass Sie "Dagegen" sind.
                  Das hätte ICH auch machen können, allerdings WAR ich nicht "Dagegen".
                  Ich bin nicht mehr zur Wahl gegangen, irgendwie ging das auch.
                  Ich hätte sogar das System im Kriegsfall verteidigt. Nicht aus Zwang, sondern aus Überzeugung.
                  Ich hätte eine Scheiss Angst gehabt, aber ich hätte es gemacht.

                  Und jetzt finde ich zwar das System KAPITIALISMUS auch nicht als zielführend oder gut für die Gesamtmenschheit.
                  Ich verstehe aber auch die Meinung von GJ.
                  Weil die eben die ANDERE Seite der Medaille ist.
                  Sie denken immer noch NUR in zwei Möglichkeiten. Gut oder Böse.
                  Die Welt ist aber leider nicht so. Auch Menschen sind nicht so.

                  Deswegen werde ich aber nicht den Gesslerhut ziehen.
                  Ich werde allerdings auch zugeben, wenn ich falsch lag.

                  Bis dahin bin ich halt für Sie eine "traurige Gestalt".😞

                  • @ Oberst Zapf

                    «Sie denken immer noch NUR in zwei Möglichkeiten. Gut oder Böse.»

                    Da wissen Sie ja wiedermal mehr als ich! Ja, am voelkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gg. die Ukraine finde ich nichts Gutes. Und fuer Faschismus und Stalinismus ist «boese» eigentlich zu harmlos.

                    Also ich dachte so fuer mich, ich waere mit meiner Einteilung erst am Anfang.

  8. Wer ahndet wohl diese Verbrechen!?

    Mit ‚äußerster Besorgnis‘ nehmen ‚wir‘ das zur Kenntnis und fordern von der IDF, dass das aufgeklärt wird. Man kennt also diese politische Ignoranz, wenn es um Israel geht.

    https://www.n-tv.de/mediathek/magazine/auslandsreport/Israelischer-Siedler-schoss-ihm-einfach-in-den-Kopf-id30774507.html

    Wofür steht eigentlich ‚IDF‘? Richtig, schon längst nicht mehr für ‚Israel Defense Forces‘, sondern für ‚IAF‘, also ‚Israel Attack Forces‘.

    Die Wahrheit sollte nicht durch Sprache/Begriffe auch noch verschleiert werden!

    • Die westlichen Heuchler und Mittäter interessiert das nicht.
      Übrigens wurde der Vater des Jungen vor Jahren auch von israelischen Siedlern getötet.

      Als Menschen 2. Klasse muß das hingenommen werden.
      Ich und Andere diskutieren das Thema seit Monaten.
      Natürlich nicht hier.

    • «Die Wahrheit sollte nicht durch Sprache/Begriffe auch noch verschleiert werden!»
      Ja. Sprachverwirrung ist eines der Standard-Herrschaftsinstrumente. Das hat schon George Orwell erkannt und thematisiert.

  9. Ich ziehe das obige Thema mal aus dem dünnen «Wurm». heraus.

    mymind
    „In Jugoslawien ging es u.a. nicht gut aus, weil bestimmte auswärtige Kräfte nicht wollten, dass es gut ausgeht. Freilich hatten auch innere Kräfte dieses Ziel.“
    Nicht nur in Jugoslawien. Ein paar „innere Kräfte“ für den regime change finden die „äusseren Kräfte“ immer.

    • «Ein paar „innere Kräfte“ für den regime change finden die „äusseren Kräfte“ immer.»

      Das ist zwar korrekt, es funktioniert aber nur, wenn es im Innern eine verbreitete Unzufriedenheit gibt.

      Es gibt übrigens auch Beispiele, wo anfangs nicht wesentlich von aussen mitgemischt wurde. Die DDR-Bürgerrechtsbewegung 1989 war kein Geschöpf westlicher Geheimdienste oder Parteistiftungen. Sie entstammte direkt der inneren Unzufriedenheit.

      Umt etwas ganz Böses zu sagen: Die AfD ist auch kein Geschöpf Putins.

      • «Die DDR-Bürgerrechtsbewegung 1989 war kein Geschöpf westlicher Geheimdienste oder Parteistiftungen.»
        Ja. Und eine anschliessende Unzufriedenheit mit dem BRD-Anschluss war auch nicht von aussen unterstützt. Allerdings war die Bonzenrepublik Deutschland (BRD) stärker.

        «Die AfD ist auch kein Geschöpf Putins.»
        Ja. Die «A»fD ist ein BRD-internes Verwirrungsinstrument, das verhindert dass die Unzufriedenheit in konstruktive Zielsetzungen münden kann.

  10. gelse
    „Die MCC ist natürlich kein Staat, sondern ein rein ökonomischer Verbund. Aber wenn eine Mehrheit sich so organisieren könnte wäre ja der Staat ein anderer.“
    Die MCC ist nicht von einer staatlichen Obrigkeit verordnet, sondern „von unten“, sozusagen aus einer Keimzelle, gegründet und aufgebaut worden, Das meine ich mit Wirtschaftsdemokratie: Nicht von einer „Führung“ installiert, sondern in stetiger Diskussion (auch kontrovers, man musste lernen damit umzugehen) ALLER Gründer entwickelt. Lernen beim Tun.
    Die Resilienz rührt nach meiner Meinung vor Allem daher, dass die Leute genau wissen was sie verlören wenn sie ihre Arbeitsplätze irgendwelchen externen Investoren überliessen.

    • Robert Zapf:
      „Und zum Schluss ist es eben auch NUR noch Kapitalismus,…“
      Man könnte sagen: Ein Kollektivkapitalismus. Die Betriebe gehören immer noch ausschliesslich denen, die dort arbeiten, zu gleichen Anteilen und mit gleichem Stimmrecht. Die teilweise Intransparenz des Verbundes wird kontrovers diskutiert, das ergibt sich einfach daraus, dass so ein grosser Verbund Vor- und Nachteile hat. Ein Vorteil ist zum Beispiel, dass der Verbund eine eigne Bank und eine eigene Universitität und ein paar andere Infrastrukrurelle Einrichtungen aufbauen konnte, etwas, das kleine Einzelgenossenschaften nicht können.
      „Es sei denn, sie haben in ihrem Umfeld Unterstützung durch die Bevölkerung.“
      Na ja, man kann sagen, die Bevölkerung der Stadt Mondragón IST die MCC. Zwar gibt es auch MCC-Betriebe ausserhalb von Mondragón, die sich eben auch auf dem kapitalistischen Markt behaupten können, und die können das aus eigener Kraft, weder mit staatlicher Subvention noch mit irgendwelchen Spenden aus der Bevölkerung. Zum Beispiel betreibt das MCC-Mitglied Eroski ca, 1500 Supermärkte in Spanien, Andorra und Gibraltar, und die ökonomische Grundlage sind einfach zufriedene Konsumenten. Kein externer Kaputtalist kann den Laden an die Wand fahren, wie es der Profi-Pleitier mit dem Kaufhof gemacht hat.
      Ich denke, dass es auch politische „Ausstrahlungen“ gibt, zum Beispiel dass die MCC einer der wesentlichen Treiber der baskischen Autonomie war.

      „Könnte der Kapitalismus nicht auch existieren, wenn es KEIN Recht auf Privateigentum an Grund und Boden gäbe?“
      Das war der Gedanke von Hans Jochen Vogel, der das in den 70er Jahren propagierte: Boden ist grundsätzlich Staatseigentum, Privatnutzung nur per Erbpacht möglich. Bodenspekulation wäre dann unmöglich, wenn Erbpachtverträge zwar vererbt, aber nicht verkauft werden können. Das heute aktute Problem, dass Leute an einem Ort Arbeit, aber keinen für sie bezahlbaren Wohnraum oder an einem anderen Ort zwar bezahlbaren Wohnraum, aber keine Arbeit finden hätte damit frühzeitig entschärft werden können. Vogel machte sich mit dem Vorschlag in seiner Partei unbeliebt, woran wir erkennen können, dass die „S“PD auch vor 1998 schon keine Arbeiterpartei mehr war. Etz hammer den Dreck im Schachterl, wie man in Bayern sagt.

      • Jetzt haben Sie mich so neugierig gemacht, dass ich einen Abstecher bei meiner diesjährigen Pyrenäen-Radtour erwogen habe. Der Umweg über Mondragon ist aber zu lang.

        Ich muss einen Kompromiss machen. Ich habe eine Uebernachtung im spanischen Baskenland, bei der ich sowieso das Abendessen mit gekauften Lebensmitteln bestreite, weil die Unterkunft kein Restaurant hat und ein wenig abseits liegt. Irgendwo zwischen dem Port de Larrau und Orbaizeta wird es ja wohl einen Eroski-Supermarkt geben.

  11. +++„Wenn ein russisches U-Boot bereits seit vielen Jahren in den Reihen einer Regierungsfraktion sitzt, braucht Russland keine eigenen Spione mehr“, schrieb sie auf der Plattform X.+++

    ist die Reaktion auf:

    +++Man müsse jetzt darauf dringen, „dass die russischen, atomar bewaffneten Mittelstreckenraketen aus Belarus und Kaliningrad abgezogen werden“. Weitere Schritte könnten dann „in einen rüstungskontrollpolitischen Gesamtprozess eingebettet“ werden, schlug der SPD-Politiker vor.+++

    ER kennt seinen EGON, Sie die STOSSRICHTUNG.

      • Na sicher doch! Ich denke, da brauchen wir uns keine Sorgen machen, dass jetzt das braune Pack in Rumaenien regiert.

        Und wir den ganzen «Spass» noch mit unseren Steurgeldern finanzieren.

    • Berlin will Zugang zu EU-Fonds

      +++ Die Sozialdemokraten (Das Klingende Beil) sind noch die drittstärkste Kraft im Parlament. Sie forderten den Rücktritt des Regierungschefs Chancellor vom MÄRZ und schlossen sich mit der rechtsradikalen Opposition (Alice für Deutschland) hinter der Brandmauer zusammen, um ein Misstrauensvotum einzubringen. Die SPD war wiederholt mit Chancellor vom MÄRZ aneinandergeraten. Seine Sparmaßnahmen trafen die Klientel der Freunde des klingenden Beils und seiner Arbeiterführerin Brigadier Bas, während sie in Umfragen Wähler an Alice für Deutschland verlor. Die Sozialdemokraten warfen Chancellor vom MÄRZ zudem einen herablassenden Führungsstil vor. Umfragen zufolge ist Chancellor vom MÄRZ einer der beliebteste Politiker innerhalb der Satirekoalition. +++

      Berlin will Zugang zu EU-Fonds

    • @izi
      auf MDR
      https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landespolitik/landtagswahl-sonntagsfrage-umfrage-trend-102.html

      Da steppt der Bär.
      Vormittags gerade mal 60 Kommentare, jetzt schon über 730.

      Und hier die Meinung der MDR Chefredakteurin:
      https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/kommentar-umfrage-sachsen-anhalt-vertrauensverlust-staat-demokratie-afd-100.html

      Und hier noch ein Politologe zum selben Thema:
      https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/afd-umfrage-hoch-gruende-politik-100.html

      Ich weiss nicht, wie Sie das sehen, aber irgendwie reden die alle für meine Begriffe am eigentlichen Thema vorbei:

      -verfehlte Migrationspolitik
      -verfehlte Energiepolitik und damit auch Wirtschaftspolitik

      Vor allem wird eigentlich der wahre Grund, nämlich die völlig sinnlose Brandmauer, die eben für viele AfD Wähler der Grund ihrer Wahlentscheidung ist, gar nicht erwähnt.

      • Ich sehe 41% (AfD) zu 45% (andere Parteien, die es in den Landtag schaffen würden). Eine Minderheitsregierung aus CDU und SPD (weil die CDU nicht mit der Linken regieren will), toleriert von den Linken wäre möglich, aber problematisch.

        Wenn sich die Abwärtsspirale der Bundesregierung fortsezt, läuft es wegen der Ausstrahlung auf die Bundesländer auf eine absolute Mehrheit der AfD im Landtag heraus.

        • @izi
          >>>Wenn sich die Abwärtsspirale der Bundesregierung fortsezt, läuft es wegen der Ausstrahlung auf die Bundesländer auf eine absolute Mehrheit der AfD im Landtag heraus.<<<

          Das ist ja nun das OFFENSICHTLICHE.
          Halte ich zwar immer noch für NICHT wahrscheinlich, aber es ist halt nicht auszuschliessen.
          Der Frust sitzt mittlerweile nicht nur dort sehr tief.

          Ich dachte allerdings, Sie äussern sich zu dem Meinungskommentar und dem Politologen.🤔

          • Bei Meinungen kommen zwölf auf das Dutzend und von drei Politologen hört man meist sieben einander widersprechende Aussagen.

            Wenn Politologie irgendetwas bedeuten würde, wären wir bei so vielen Politologen und deren Grundhaltung kaum in der Situation, in der wir sind.

            • @izi
              Da haben Sie schon recht.

              War das Ihrer Meinung nach aber auch mal anders?
              Oder ist das eher eine Erscheinung der neueren Zeit?

              Ich meine jetzt nicht Meinungsartikel sondern Politologen.

              • Ich glaube zwar, dass die Gesellschaftswissenschaften insgesamt früher besser waren (weniger absurde Argumentationen, weniger enge ideologische Korsette), aber mir ist nicht in Erinnerung, dass die Politikwissenschaften als Fach je Substanz hatten.

      • «Ganz oben und unbestritten: Unser «Kriegsminister»?»
        77 % der „S“PD-Anhänger sind laut ARD-Trend mit bummbumm-Boris zufrieden oder sehr zufrieden. Was ein bezeichnendes Licht auf den geistigen Zustand der „S“PD-Restwählerschaft wirft.

        • «Was ein bezeichnendes Licht auf den geistigen Zustand der „S“PD-Restwählerschaft wirft.»

          Na ja, vielleicht sind die auch nur realistischer als unsereener. Wenn der Herr P. staendig mit seinen Waffen fuchtelt, sollte man das vielleicht auch ein bisschen ernst nehmen.

          Und nicht nur in Unterhosen dastehen.

          • Also: Es fuchtelt jemand mit einer Knarre herum. Dann muss ich auch mit einer Knarre fuchteln. grösseres Kaliber. Dann bekommer der Andere Angst und wirft seine Knarre weg. So ungefähr sieht die Lösung des Problem aus, korrekt?

                  • Okay, wenn Sie meinen DORT, dann Punkt fuer Sie.

                    Allerdings allen Wuenschen seiner Gegner zum Trotz: Israel existiert immer noch!

                    Aber gut: Wir koennen auch die Ukraine nehmen. Wenn die sich nicht von Russland haette linken lassen, haette die immer noch Atomraketen auf ihrem Territorium.

                    Ich denke, da waere dem Herrn P.der Krieg vielleicht nicht ganz so leicht gefallen.

                    • «haette die immer noch Atomraketen auf ihrem Territorium.»
                      Dann wäre die Ukraine MAZO-Mitglied und die Front auf der Westseite geschlossen.
                      Im früheren kalten Krieg gab es diplomatosche Bemühungen, das System von Drohung, Gegendrohung, Gegengegendrohung,… zu begrenzen.
                      Wie sähe die Situation heute aus, ohne die De-Eskalationsbestrebung?

                      Kommentar von ‚gelse‘ vor ca einem halben Jahr im Freitag zum Thema:
                      «Man sollte auch die Frage nicht tabuisieren, ob das Aufschaukeln von Drohung/Gegendrohung, Provokation/Gegenprovokation, Aufrüstung/Gegenaufrüstung nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Krieg endet. Es gibt historischen Beispiele.

                      Kriege sind von Menschen gemachte Katastrophen mit sehr viel höherem Tötungs- und Zerstörungspotential als bekannte Naturkatastrophen. Wenn wir den Begriff „Sicherheit“ einfach als Katastrophenschutz definieren würden, dann käme doch fast automatisch die Frage auf, ob nicht effizientere Schutzstrategien denkbar sind als der oben genannten Drohungs- und Rüstungswettlauf. Der ja immer Akzeptanz massiver Verluste von Leben, Gesundheit und Infrastruktur auch auf der eigenen Seite voraussetzt. Kann Katastrophenschutz wirklich nur darin bestehen, dass man selber Teil der Katastrophe wird? Falls ja, dann sollte die Feuerwehr Benzin als Löschmittel benützen.»

                    • «Wenn die sich nicht von Russland haette linken lassen, haette die immer noch Atomraketen auf ihrem Territorium.»

                      Das trifft nicht zu. Die Haupttriebkraft bei der Vereinigung aller Kernwaffen in Russland waren die anderen Atommächte, allen voran die USA.

                    • Yo, das war mir auch gleich aufgefallen. Aber ich dache, vielleicht ist das auch mal wieder so ’ne interessante Wortschoepfung von dir.

                      Im Uebrigen ist man nicht automatisch gleich NATO-Mitglied, wenn man Atomraketen hat.

                      Und nochmal zur Klarstellung: Jeder Krieg ist Scheisse.

                      Aber ich sehe nun mal, dass Putin diese Scheisse seit mehr als 4 Jahren durchzieht. (Vielleicht auch – im Geiste – schon viel laenger. Die Annexion der Krim und alles was noch davor geschah, lief bei mir faktisch unter dem Radar.) Und um zu verhandeln, braucht es beide Seite mit dem Willen zum Frieden. Und den sehe ich bei P. absolut nicht.

                      Und dafuer, dass so ein Scheisskrieg ueberhaupt beginnt, braucht es sogar nur eine Seite. Dann naemlich, wenn sich diese – dank ihrer Wassersuppe – dazu in der Lage fuehlt, als Sieger den Platz zu verlassen.

                      Und P. hat mehr als Wassersuppe. Sowohl materiell als auch personell.

                    • «Im Uebrigen ist man nicht automatisch gleich NATO-Mitglied, wenn man Atomraketen hat.»
                      Automatisch nicht. Die NATO muss es schon wollen.

          • «Und nicht nur in Unterhosen dastehen.»

            Man sollte dann aber auch überlegen, was man wirklich als Abschreckung braucht. Wie jemand angesichts des Verlaufs des Ukraine-Kriegs auf die Idee kommen kann, dass dazu 1000 Leopard-2 Kampfpanzer und sechs Mehrzweck-Fregatten gehören, ist mir schleierhaft.

  12. Saudi-Arabien soll den USA die NUtzung eines Militärstützpunktes untersagt haben für den Fall, dass diese während laufender Verhandlungen unter Vermittlung Pakistans versuchen sollten, die Strasse von Hormus gewaltsam zu öffnen. Quelle: ntv

  13. Regionales Wählen auf der Insel:

    ***Labour, ebenso wie die Tories, sind bei diesen Regionalwahlen das Opfer von etwas Größerem geworden, der Reform UK. Was hier passiert, ist keine Abstrafung einer einzelnen Regierung sondern eine Revolution mit dem Wahlzettel, und zwar gegen eine als Gesamtheit (drei Ausrufezeichen) wahrgenommene Politikerklasse, welche die Inselsachsen über das vergangene Vierteljahrhundert regiert hatten.***

      • Die Zeiten werden ungemütlich, auch für die Zeit.

        Die Leute wählen doch nicht AFD weil die AFD die neue NSDAP wird. Irgendwann nervt das. Die Menschen, welche zum Teil AFD wählen wollen den anderen (SPD / CDU / Grüne / Einheitsfront gegen Nazis ) einfach nur eine auswischen. Aber so richtig. Weg damit. Und da den anderen nichts einfällt was das Leben wieder schön macht und dem Leben einen Sinn gibt…

        Gestern in Berlin: Die Irankrise nach der Russlandkrise (nie wieder Gas und Öl aus Russland, freiwillig) erreicht an der Tanke in Deutschland den Höhepunkt. Wir müssen handeln oder wenigsten so tun. Also wird in einer Villa nachts mit Geschrei ein Tankrabatt (kann man das Geld ja gleich den Mineralmultis überweisen) und ne steuerfreie Prämie bis 1000 Euro eingeführt. Gestern im Bundesrat wird es wieder abgeschafft. Haben wie die Unternehmen kein Geld, die Bundesländer. Höhepunkt das Fleischpflanzl Söderle, in der Borsigvilla dabei und dafür, im Bundesrat wird sich sein Freistaat enthalten.

        • «Die Menschen, welche zum Teil AFD wählen wollen den anderen (SPD / CDU / Grüne / Einheitsfront gegen Nazis ) einfach nur eine auswischen. Aber so richtig. Weg damit. Und da den anderen nichts einfällt was das Leben wieder schön macht und dem Leben einen Sinn gibt…

          …wollen sie den Buergerkrieg.

          Aber so richtig.

          • …sie meinen, die Einheitsfront möchte nen Bürgerkrieg gegen die AFD und deren Wähler. Ich würde ja eher sagen, die Einheitsfront + Medien führt einen ideologischen Krieg gegen den Bürger. Und wenn dann nach einer Wahl wieder ein paar Prozente weg sind kommt ein: das haben die nicht richtig verstanden, das müssen wir denen noch mal richtig erklären))))

            • Hallo Sportsfreund,

              war heute viel los in der Stadt und fuer mich persoenlich uff’n «Land». Aber wenigstens habe ich keine Leute gesehen, die aus gegebenen Anlass Putins Krieg als einen «gerechten» propagieren.

              Fuer mich sind die «Anderen» eben die «Einen».

              Also der Vollstaendigkeit halber:

              «Die Menschen, welche zum Teil AFD wählen wollen den anderen (SPD / CDU / Grüne / Einheitsfront gegen Nazis ) einfach nur eine auswischen. Aber so richtig. Weg damit.»

              Also: Buerger in Wut. Und damit wollen sie den Buergerkrieg.

              Oder was denn sonst?

      • «Was geschieht nach der Enttäuschung über die Pseudorevolution?»

        Nigel Farrage fällt aus der Gnade des Volkes. Dadurch erhalten die vorherigen führenden Kräfte die Gnade allerdings nicht zurück. Deshalb ist schwer vorhezusagen, was danach geschehen wird, zum Beispiel auch nach Trump.

  14. Nanu? Habe ich da was verpasst?

    «Dies steht quer zur Ansage des Putin-Regimes, Russlands Ziele militärisch zu erreichen, wenn die Ukraine nicht am Verhandlungstisch Territorien aufgibt. Je stärker Russlands Armee abgebremst wird, desto mehr gewinnt die Ukraine zudem Zeit, um ihre Verteidigungslinien auszubauen.»

    «Die Ukraine baut ihre Überlegenheit im Drohnenkrieg aus»

    «Russland hat Mühe, seine hohen Verluste zu ersetzen»

    «Noch vor einem halben Jahr konnte sich der Kreml berechtigte Hoffnungen machen, dass die USA unter Donald Trump die Ukraine zu einem Kapitulationsfrieden zwingen würden. Trump hatte die Militärhilfe an Kiew gestoppt, Putin mit einem Gipfeltreffen beehrt und einen prorussisch eingefärbten Friedensplan vorgelegt. Zugleich hämmerte er der Öffentlichkeit ein, dass die Ukraine chancenlos sei und so schnell wie möglich seinen Bedingungen zustimmen sollte – unter anderem einem kampflosen Rückzug aus dem Donbass.»

    «Aussenpolitisch läuft die Zeit auch gegen Russland, weil der Kreml mit jedem Jahr weitere Bundesgenossen verliert: Syrien, Armenien, Venezuela, nun auch Ungarn. Derweil ist Irans Regime geschwächt und Moskaus Prestige in Afrika nach dem Debakel des russischen Afrika-Korps in Mali angeschlagen.»

    «In Russland beginnt es zu gären…unbestreitbar wird es für Putin schwieriger, einen perspektivlosen Krieg weiterzuführen und zugleich die Eliten wie auch die breite Bevölkerung bei Laune zu halten.»

    Oder beziehen sich Ihre aehnlichen Schlussfolgerungen nur auf: «Russland hat auch Trümpfe»

    und nicht auch auf das Folgende?

    «Dennoch hat sich Trumps Behauptung, die Ukraine verfüge «über keine Karten», eindeutig als falsch erwiesen. Vielmehr mangelt es Russland an einer glaubwürdigen Strategie, wie es seine Kriegsziele erreichen will. Das von Putin verbreitete Bild, dass Russland stetig vorrücke und die Ukraine unter dem militärischen Druck irgendwann zusammenbrechen werde, deckt sich immer weniger mit der realen Lage.»

    • «Vielmehr mangelt es Russland an einer glaubwürdigen Strategie, wie es seine Kriegsziele erreichen will.»
      Mir mangelt es an Informationen an russischen Kriegszielen, deswegen kein Kommentar zur aktuellen Kriegslage,

      Nachdem kein Zweifel mehr daran besteht, dass sich die USA aus dem Ukrainekrieg zurückziehen – sie sind mit dem Iran nicht so rasch fertig geworden wie vorhergesagt – kommen nun Meldungen über dem bevorstehenden Sieg der EU im Ukrainekrieg. Allerdings haben Meldungen im laufenden Krieg eine kurze Halbwertszeit (Russland war ja schon öfter am Ende, schon weil es ökonomisch ruiniert ist).
      Ich denke, es wird auf eine «einfrorene» Front hinauslaufen. Die hätte man allerdings schon früher und billiger haben können, mit weniger Opfern an Leben, Gesundheit und Infrastruktur in der Ukraine.

      • Wieder mal ohne Tippfehlerkorrektur abgeschickt

        „Mir mangelt es an Informationen an russischen Kriegszielen,…“
        =
        Mir mangelt es an Informationen über russische Kriegsziele

        „…Meldungen über dem bevorstehenden Sieg…“
        =
        Meldungen über den bevorstehenden Sieg

      • @ Izi

        Doch, schon.

        Und Verzeihung, das hatte ich nicht wirklich ernst genommen. Ging sozusagen in der grossen Erzaehlung, die Sie noch bis mind. Ende Februar 2026* hatten, unter.

        Insofern war ich eben bass erstaunt ueber Ihre kopernikanische Wende.

        Weil es Ihnen normalerweise nie passiert bei einer halben Drehung stehen zu bleiben. Mir leider manchmal schon.

        * «Es besteht keine Aussicht, dass die Lage sich zugunsten der Ukraine wendet. Wahrscheinlich ist vielmehr, dass sie sich weiter zu ihren Ungunsten entwickelt. Daraus folgt, dass die Verhandlungsposition der Ukraine sich weiter verschlechtert, bei gleichzeitigen weiteren Gebietsverlusten und sich weiter verschlechternden Aussichten für die Nachkriegssituation.» Usw. usf.

        https://blog-samstagern.ch/2026/02/22/ein-verlorenes-jahr/

          • Vermutlich ist er etwas zu optimistisch. Die nach wie vor andauernden Schwierigkeiten (und die sogar von Selenskyj erwähnten zunehmenden Schwierigkeiten der Luftverteidigung wegen Mangels an Abwehrraketen) sind im Westen etwas aus dem Blick geraten.

            Gleichwohl schreibt auch Rüesch, dass sollche Schwierigkeiten existieren und das Russland in diesem Krieg auch in früheren Phasen schon eigene Tiefpunkte überwunden hat.

            Der von @MyMind zitierte Artikel von Salsuchnyj ist übrigens wieder der «alte» hochintelligente Salsuchnyj, nicht so ein verquaster pseudo-philosophischer Text wie zwischendurch mal. Der Mann weiss mehr vom modernen Krieg als die gesamte NATO-Führung und Bundesregierung zusammengenommen. Zum Beispiel ist ihm klar, dass Kampfpanzer Fossile sind, so wie Säbel und Pferde. Deutschland will 1000 neue Kampfpanzer für die Bundeswehr (für irgendetwas muss das «Sondervermögen» ja ausgegeben werden).

            Das eigentlich interessante an Saluschnyjs Text ist aber, dass in der Ukraine offensichtlich eine Diskussion über eine Demobilisierung in Kriegszeiten im Gange ist, weil die Gesellschaft den Mobilisierungszustand nicht aufrechterhalten kann (und will).

        • «Insofern war ich eben bass erstaunt ueber Ihre kopernikanische Wende.»

          Aber den NZZ-Artikel von Rüesch haben Sie schon gelesen, wenigstens die ersten drei Sätze?

          «In den letzten beiden Jahren dominierte im Ukraine-Krieg stets dasselbe Bild: Russland erzielte kontinuierliche Geländegewinne und schien im Zermürbungskampf am längeren Hebel zu sitzen. Dieser Eindruck wirkt heute nicht mehr zutreffend. War die Ukraine noch vor einem halben Jahr unter enormem Druck, stellt sich 2026 die Frage, ob die Zeit wirklich für Russland arbeitet – oder nicht eher das Gegenteil der Fall ist.»

          Ich habe keine kopernikanische Wende vollzogen, die Realität stellt sich anders dar. Alle Experten hatten eine russische Frühjahrsoffensive erwartet (übrigens auch die ukrainischen). Diese ist ausgeblieben. Die russischen Geländegewinne gehen jetzt langsamer vonstatten als im Winter 2025/26.

          • «Ich habe keine kopernikanische Wende vollzogen, die Realität stellt sich anders dar.»

            Oder mit anderen Worten: Ich fuehle mich umzingelt von der Wirklichkeit. 🤣

            So gesehen kann S. und vermutlich ein grosser Teil der ukrain. Bevoelkerung froh sein, dass die Ihrem Rat bzgl. des Trump’schen «prorussisch eingefärbten Friedensplans» (Andreas Rueesch) nicht gefolgt sind.

            «Insgesamt ist der Plan stark nachteilig für die Ukraine, wenn man die militärische, wirtschaftliche und demographische Situation außer Acht lässt. Schaut man aber auf die reale Situation, das Kräfteverhältnis und die voraussichtliche weitere Entwicklung ohne einen Friedensschluss, dann scheint es mir besser, dass die Ukraine in diesen sauren Apfel beißt.»

            https://blog-samstagern.ch/2025/11/23/ein-weg-zum-frieden/

            Nichts fuer ungut:

            Erare humanum est. 😉

            • «So gesehen kann S. und vermutlich ein grosser  Teil der ukrain. Bevoelkerung froh sein, dass  die Ihrem Rat bzgl. des Trump’schen «prorussisch eingefärbten Friedensplans» (Andreas Rueesch) nicht gefolgt sind.»

              Wie kommen Sie darauf? Haben Sie mal überlegt, welche Verluste seitdem aufgelaufen sind, praktisch nur, um Kramatorsk und Slowjansk – vielleicht – zu halten?

              Die Ukraine könnte seit einem halben Jahr Frieden haben, eine leidlich funktionierende Stromversorgung und ein paar zigtausend ukrainische Männer könnten noch leben.

              Wie viel will man opfern, um zwei Städte mehr zu halten, nachdem man ein Fünftel seines Territoriums verloren hat?

              • @izi
                >>>Wie viel will man opfern, um zwei Städte mehr zu halten, nachdem man ein Fünftel seines Territoriums verloren hat?<<<

                Ich denke, S. hat ganz andere Absichten.
                Das ist alles nur temporär.
                Wenn der grosse Feldzug kommt, kriegt er das alles wieder rein, und noch viel mehr.
                Bis dahin muss die Ukraine nur durchhalten.
                Immerhin kommen die mit ihren Drohnen weit in russisches Gebiet und auch an die kritische Infrastruktur.
                Für mich klingt das alles brandgefährlich.
                Zumal ein Grossteil der Drohnenproduktion nicht in der Ukraine passiert.
                Aber wer weiss, vielleicht alles nur Propaganda.

                  • @izi
                    >>>Der Bewegungskrieg ist vorbei.<<<

                    DEN Krieg habe ich auch nicht gemeint.
                    Ich denke, S. spekuliert auf einen anderen Krieg.
                    Oder auf einen ökonomischen Zusammenbruch wie 1990 unter Gorbatschow.

                    Aber vielleicht alles nur VT und unbegründete Ängste.
                    Auf alle Fälle blieb es am 9.Mai in Moskau ruhig.
                    Zitat Röper auf Anti-Spiegel:
                    "Aber kurz darauf unterzeichnete Selensky den Erlass „Über die Durchführung einer Parade in Moskau“, in dem er mitteilte, die Ukraine genehmige „die Durchführung der Parade“ in Moskau, wobei das Gebiet des Roten Platzes für die Dauer der Parade „aus dem Einsatzplan für ukrainische Waffen ausgeschlossen“ werde. Dazu veröffentlichte Selensky auch einen Post auf Telegram, in dem er Trump für die Vermittlung dankte."

                    • «Oder auf einen ökonomischen Zusammenbruch»

                      Von wem? Russland? Das ist ein Märchen. Das Land ist viel weniger verschuldet als westliche Länder und hat riesige Goldreserven. Momentan verdient es sich gerade wieder mal eine goldene Nase mit Erdöl und Erdgas, trotz teilweise beschädigter Exportinfrastruktur.

                    • @izitiwab
                      Russisches Wunschdenken?

                      «Das Land ist viel weniger verschuldet als westliche Länder…»

                      Und nu? Gibt es deshalb günstige Kredite oder stehen die Investoren Schlange? Da ist wohl eher das Gegenteil der Fall.

                      «hat riesige Goldreserven. »

                      Selbst Italien hat mehr Gold. Komisch, dass Russland schon verkaufen muss, wo es ihm doch so blendend geht.

                      «Momentan verdient es sich gerade wieder mal eine goldene Nase»

                      Ich glaube, Sie kennen die aktuellen Wirtschaftsdaten aus Russland nicht.

                    • Sehen wir mal davon ab, dass die Ukraine ohne den 90-Milliarden-Kredit der EU im Juni bankrott gewesen wäre.

                      Oel- und Gaseinnahmen Russlands:

                      Januar 2026: 5.2 Milliarden US$ (50.2% niedriger als im Vorjahr)
                      Februar 2026: 4.7 Milliarden US$ (44% niedriger als im Vorjahr)
                      März 2026: 8.1 Milliarden US$
                      April 2026: 11.3 Milliarden US$

                      Sehen Sie was? Die Aprilzahl liegt über den monatlichen Einnahmen 2025.

                      Es ist sicher richtig, dass auch Russland an Grenzen der Finanzierung seines Kriegs stösst. Das Land ist aber sehr weit von einem wirtschaftlichen Zusammenbruch oder sozialen Unruhen entfernt.

                      Derzeit führt Russland sehr teure Raketen- und Drohnenangriffe in einem riesigen Umfang aus, um die ukrainische Luftverteidigung auszudünnen und den Durchhaltewilllen der ukrainischen Bevölkerung zu brechen. Ein gewisser Erfolg dieser Taktik ist schwer zu bestreiten. Deshalb setzt Putin sie fort. Wenn das nicht mehr finanzierbar ist, kann er es aber auch herunterfahren. Auch dann werden die Kosten für die EU-Länder (die Ukraine ist ja ohne finanzielle Unterstützung nicht überlebensfähig) höher bleiben als für Russland.

                      Der 90-Milliarden-Kredit der EU für die Ukraine sollte ursprünglich bis Ende 2027 reichen. Der IWF schätzt den tatsächlichen Bedarf auf 135 Milliarden € ein. Die Finanzierungslücke von 45 Milliarden € is gegenwärtig ungedeckt. Das sind etwa 4 normale Monatseinnahmen Russlands für Erdöl und Erdgas.

                    • Es ist ja schön, dass Sie nur die Einnahmeseite sehen und jubeln. Aber müsste man nicht auch die Ausgabeseite sehen? Gerne auch nur für den Erdöl/Gas Sektor.

                      Ich würde ja gerne auf die Seiten des russischen Finanzministeriums verweisen. Die sind für mich aber gesperrt. Vielleicht sieht das bei Ihnen ja anders aus.

                    • @Petrowitsch

                      Ich wüsste nicht, inwiefern ich gejubelt hätte. Wenn eine Regierung Entscheidungen trifft, muss sie die Dinge jedoch realistisch sehen. Wer beim Entscheiden auf die eigene Propaganda hereinfällt, ist ein Idiot.

                      Die Ukraine kann den Krieg nicht selbst finanzieren. Die USA geben nichts mehr. Der Wille der EU, etwas zu geben, nimmt ab. Der 90-Milliarden-Kredit sollte im Prinzip aus eingefrorenem russischem Staatsvermögen zurückgezahlt werden (die Ukraine ist bereits überschuldet). Das würde aber das Einverständnis Russlands erfordern, das mit dem russisch eingefärbten Trump-Plan in Reichweite lag.

                      Kommt aber keine Einigung auf dieser Basis zustande, so bleibt die Summe an den EU-Ländern kleben, die für den Kredit bürgen. Die eingefrorenen russischen Gelder zu enteignen wäre doppelt riskant, sowohl für die Finanzhäuser, bei denen sie liegen (wer ausserhalb der EU würde mit denen noch Geschäfte machen wollen?) als auch für die Firmen der Länder, die das tun (Russland würde im Gegenzug westliche Firmen enteignen).

                      Daraus folgt, dass die EU unwillig sein wird, noch einmal 45 Milliarden € draufzulegen und dass die finanzielle Situation der Ukraine daher prekär bleiben wird. Und die ukrainische Regierung hat sie nicht selbst in der Hand, im Gegensatz zur russischen.

                    • @izitiwab

                      Es ging aber nicht um die Wirtschaft der Ukraine, sondern um die von Russland.
                      Und wenn mir dann unkritisch nur vermeintliche Vorteile der russischen Wirtschaft, sogar gegenüber dem Westen, aufgezählt werden, dann erinnert mich das halt an die russische Jubelpropaganda.

                    • @Petrowitsch

                      «Es ging aber nicht um die Wirtschaft der Ukraine, sondern um die von Russland.»

                      Das können Sie nicht isoliert betrachten, wenn die Frage diejenige ist, wer in einem Krieg länger durchhält. Und das ist gegenwärtig die Frage.

                      Die ukrainische Regierung soll aus meiner Sicht sehr wohl versuchen, Friedensbedingungen zu erreichen, die so gut wie möglich sind. Das kann auch bedeuten, länger zu kämpfen und gewisse Opfer zu bringen.

                      Das Eis ist aber dünn. Es ist wie beim Anziehen einer Schraube oder Mutter: Nach fest kommt lose. Wenn die Regierung den Durchhaltewillen der Bevölkerung und die eigenen Verteidigungsfähigkeiten überschätzt, werden die Friedensbedingungen sehr viel schlechter sein.

                      Dass es Diskussionen über eine Demobilisierung zu Kriegszeiten gibt, ist sehr beunruhigend. Wie Saluschnyj schreibt, mag es nicht völlig abwegig sein, den Krieg demobilisiert zu führen, wenn er so lange dauert, dass die Mobilisierung nicht aufrechtzuerhalten ist. Dass die Diskussion überhaupt aufgekommen ist, zeigt aber, wie prekär die innere Lage der Ukraine mittlerweile ist.

                      Sie dürfen sicher sein, dass Putin darüber sehr gut informiert ist.

                    • @izi
                      >>>Es ist wie beim Anziehen einer Schraube oder Mutter: Nach fest kommt lose.<<<

                      Das wäre der eine Fall.
                      Der andere Fall wäre: Nach fest kommt ab.

                      Was wäre in dem Fall?

                    • «Dass es Diskussionen über eine Demobilisierung zu Kriegszeiten gibt, …»

                      Ich glaube, Sie verwechseln die Ukraine wieder mit Russland. Eine Diskussion ist, egal zu welchen Zeiten, ein ganz normaler Vorgang. Vor allem, wenn es verschiedene Aspekte der Demobilisierung gibt. Ansonsten wären die Leute in der Ukraine schon längst auf der Straße. Wir sind ja nicht in Russland.

                      Übrigens wurde in diesem Rahmen jetzt erstmal festgelegt, wie lange ein Soldat ununterbrochen direkt an der Front eingesetzt werden darf.

                    • @Petrowitsch

                      «Eine Diskussion ist, egal zu welchen Zeiten, ein ganz normaler Vorgang.»

                      Replik von Sender Jerewan:

                      Im Prinzip ja, aber der Gegenstand der Diskussion zeigt, dass die Ukraine mit ihrem System der Mobilisierung an Grenzen stösst. Und das ist in Bezug auf die Gesamtlage beunruhigend.

                      Sie dürfen auch nicht vergessen, dass Saluschnyj selbst gesagt hat, die russische Desinformationskampagne zur Diskreditierung der Mobilisierung in der Ukraine sei «recht erfolgreich». Lesen Sie die Wiedergabe seiner Rede in der Ukraijnska Prawda noch einmal genau durch.

                      Es ist richtig, dass Saluschnyjs Vorschläge zur Arbeit an dem Problem im Prinzip vernünftig sind. Unsicher ist jedoch, ob die ukrainische Regierung die Zeit hat, sie so umzusetzen, ehe die Lage ausser Kontrolle gerät.

                      Sie sollten sich auch fragen, warum jemand wie Saluschnyj vor einem solchen Forum (Verteidigungskonferenz in Warschau) so offen über dieses Thema geredet und dabei gesagt hat, die Partner und Nachbarn würden diesen Prozess unglücklicherweise nicht verstehen. Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass die Partner all das mit grosser Besorgnis sehen.

                    • @izitiwab

                      Sie beteiligen sich also an der russischen Desinformationskampagne?

                      Ich kenne die Motivation von Salyshny nicht, vielleicht wollte er dem Westen zeigen, dass in der Ukraine Gerüchte schon immer eine größere Rolle spielten als im Westen. Vielleicht wollte er seinen neuen Verteidigungsminister motivieren mit der angekündigten Reform des Einberufungssystems zu beginnen und dazu seine Vorschläge einbringen. Aber Sie werden mir das bestimmt ganz genau erklären.

              • @ Izi

                «Wie viel will man opfern, um zwei Städte mehr zu halten, nachdem man ein Fünftel seines Territoriums verloren hat?»

                Na, na. Kommen Sie mir nicht so. Ich finde jeden Krieg Scheisse und begruesse auch jede/n UkrainerIn, der hier in Deutschland wg. Putins Krieg Zuflucht sucht. Einschl. denen, die nicht kaempfen wollen. (Ich wuerde es auch nicht tun.)

                Aber das muessen die schon selbst entscheiden. Und ja, es ist fuer S. und seine Regierung ein Problem, ein grosses. Und fuer mich wenigstens ein – was weiss ich – psychologisches (?) Dilemma.

                Und haben Sie das auch mal P. gefragt? Oder die iranische Fuehrung und ihrer ideologisch Verblendeten, die ihr moerderisches Regime bis zum Selbstmordattentat «verteidigen»?

                «Die Ukraine könnte seit einem halben Jahr Frieden haben, eine leidlich funktionierende Stromversorgung und ein paar zigtausend ukrainische Männer könnten noch leben.»

                Wie schon angemerkt, Sie verstehen P. leider auch nicht.

                • Das war vielleicht etwas harsch. Schauen wir uns die Umfrageergebnisse an bezüglich Zugeständnissen an Russland, um ein Kriegsende zu erreichen.

                  Mai 2022, KIIS
                  84% gegen jegliche Zugeständnisse, 10% bereit zu einigen Konzessionen

                  September 2022, KIIS
                  87% gegen eine Abgabe von Territorium unter jeglichen Umständen

                  Februar 2023, KIIS
                  9% bereit zu territorialen Zugeständnissen

                  Gallup, 2022, 2023, 2024
                  2022 nach Kriegsausbruch: 73% dafür, bis zum Sieg zu kämpfen

                  2023: 63% dafür

                  August-Oktober 2024: 52% für sofortige Verhandlungen, 38% dafür, bis zum Sieg zu kämpfen

                  Februar 2024, KIIS
                  26% würden territoriale Zugeständnisse akzeptieren

                  Mai 2024, KIIS

                  32% bereit zu territorialen Zugeständnissen, 55% dagegen

                  Dezember 2024, KIIS

                  38% bereit zu territorialen Zugeständnissen, 51% dagegen

                  Februar-März 2025, KIIS

                  50% gegen territoriale Zugeständnisse, 39% dafür

                  Mai-Juni 2025, KIIS

                  52% gegen territoriale Zugeständnisse, 43% für de facto Zugeständnisse, wenn ohne rechtliche Anerkennung, 38% generell für Zugeständnisse, auch mit rechtlicher Anerkennung

                  Ergebnisse einer späteren Umfrage dieser Art konnte ich nicht mehr finden (DeepSeek auch nicht). Was glauben Sie wohl, woran das liegt?

                  • «Das war vielleicht etwas harsch.»

                    Nee, Sie wollten mich doch nur («Kommen Sie mir nicht…») kopieren 😉

                    «Schauen wir uns die Umfrageergebnisse an…»
                    Spaeter. Vielleicht.

                    • @izi
                      >>>In der modernen Psychologie heisst das «spiegeln» und ist positiv besetzt 😂<<<

                      Was die moderne Psychologie betrifft, haben Sie unbedingt recht.
                      Sie betreiben aber den Blog doch nicht der Psychologie oder Therapie wegen?🤔

                      Obwohl man auch hier gute Rückschlüsse ziehen könnte, was das Kommentarverhalten betrifft.
                      Ich zumindest habe mich schon öfter gefragt, ob ich denjenigen, der hier kommentiert auch in Natura wiedererkennen würde, wenn ich ihn zufällig treffen würde, und wir in ein Streitgespräch kämen.😊

                    • Nettes Link. Und wo findet sich da die Frage, welcher Anteil der Ukrainer zu territorialen Zugeständnissen bereit ist, um ein Kriegesende zu erreichen? Also die Frage, die KIIS bis zum Frühjahr 2025 immer gestellt hat? Na??

                    • Noch ein Tipp. Ich weiß, dass das schwer fällt, es ist aber eine strategische Notwendigkeit.

                      Sie müssen die zeitliche Entwicklung dieser Daten (und der gestellten Fragen) mit den Augen Putins sehen.

                      Das hat nichts damit zu tun, dass Putin im Recht wäre. Ist er nicht. Aber er entscheidet nach seiner Einschätzung der Lage und ihrer voraussichtlichen weiteren Entwicklung.

                    • @ Izi

                      Anscheinend ist @Petros Link zu komplex fuer Sie. Englisch verstehen koennen Sie aber? 😉

                      «Now I will read a possible condition for achieving peace, and you tell me how acceptable it is to you. Use the scale “I easily agree with this condition”, “This will be a difficult condition, but generally acceptable”, “This condition is absolutely unacceptable”.

                      Ukraine withdraws its troops from the territories of Donbas that it currently controls, i.e. from Kramatorsk, Sloviansk, etc., and these territories pass under Russian control. In return, the USA and Europe give Ukraine security guarantees»

                      Schauen Sie sich bitte die Balken an. Blau bedeutet: «This condition is absolutely unacceptable.»

                      Feb. 26: 57%. Das ist meines Wissens die absolute Mehrheit. Und der Trend ist ansteigend.

                      Was glauben Sie wohl, woran das liegt? 😆

                    • Nachtrag:

                      Okay ich habe das jetzt mit den Augen Putins gesehen. Und da ist das genauso seine Bedingung (neben den anderen unakzeptablen) fuer den Frieden, den er meint.

                    • «Anscheinend ist @Petros Link zu komplex fuer Sie. Englisch verstehen koennen Sie aber? »

                      @nera

                      Wollen Sie mich veräppeln?

                      Das ist doch nicht die Frage von 2022-2025 zu territorialen Konzessionen allgemein. Das ist die sehr spezielle Frage, sich aus Gebiet zurückzuziehen, das Russland noch nicht beherrscht.

                      Die ursprüngliche Frage wird aus guten Gründen nicht mehr gestellt. Was würden Sie denn daraus schliessen, wenn Sie Putin wären, eingedenk der Tatsache, dass sich die Situation der ukrainischen Bevölkerung derzeit nicht verbessert?

                      Uebrigen: Wenn Sie den ganzen Text lesen, werden Sie bemerken, dass das keine Umfrage in dem Sinn ist, die bestehende Meinung der Bevölkerung zu erkunden, sondern mit einer Reihe von Suggestivfragen gewünschet Ergebnisse zu erzielen. Dies Tendenz hatte KIIS schon immer, was Sie in den Ergebnissen oben erkennen können, wenn Sie KIIS-Umfragen mit Gallup-Umfragen vergleichen.

                    • @izitiwab

                      Eben schrieben Sie noch: «Ergebnisse einer späteren Umfrage dieser Art konnte ich nicht mehr finden.»

                      Ich wusste nicht, dass «dieser Art» bei Ihnen «genau so» bedeutet.

                    • @ Izi

                      «Das ist doch nicht die Frage von 2022-2025 zu territorialen Konzessionen allgemein.»

                      Hm. Verstehe ich Sie nicht… Ist doch logisch, dass man keine Frage mehr stellen muss, die an den Realitaeten vorbei geht.

                      D.h. die Frage stellt sich doch gar nicht (und hat sich auch vermutlich nie gestellt), weil es P. um den GANZEN Donbas geht.

                      https://www.n-tv.de/politik/Putin-angeblich-zu-Teil-Gebietstausch-bereit-will-aber-ganzen-Donbass-id30179919.html

                      Ist ein bisschen aeltlich. Aber so wie ich das sehe, hat sich daran absolut nichts geaendert.

                      Also anderes wird der nicht akzeptieren.

                      Wenn man ihn nicht dazu ZWINGT.

                    • «Wenn man ihn nicht dazu ZWINGT.»

                      Das ist die Crux schon seit dem 24. Februar 2022. Man kann ihn nicht (be)zwingen.

                      Eben deshalb ist die ursprüngliche Frage gegenstandslos geworden.

                      Ich glaube, ich muss doch mal eine kommentierte Uebersetzung des Saluschnyi-Artikels machen. Es scheint weithin unklar zu sein, wie explosiv das ist, was Saluschnyj da schreibt.

                    • «Eben deshalb ist die ursprüngliche Frage gegenstandslos geworden.»

                      Aha. Dann gehoerte also Ihr Beharren auf einer Frage, die eigentlich gegenstandslos ist, zu Ihren Psycho-Studien.

                      Weil es eigentlich egal ist, was die Ukrainer denken.

                      «Das ist die Crux schon seit dem 24. Februar 2022. Man kann ihn [d.i. Putin – Nera] nicht (be)zwingen.»

                      Na, wenn Sie da mal nicht wieder daneben liegen. (Der Viktor laessst schoen gruessen.)

                      https://blog-samstagern.ch/2026/04/05/die-beta-welt/#comment-32539

                      Auf der politischen Ebene ist nichts alternativlos. Da haben sich schon ganz andere Groessen geirrt.

                    • «Aha. Dann gehoerte also Ihr Beharren auf einer Frage, die eigentlich gegenstandslos ist, zu Ihren Psycho-Studien.»

                      Nee. Das die Frage mittlerweile gegenstandslos geworden ist, heisst noch lange nicht, dass man aus der Entwicklung der Antworten darauf nichts mehr lernen könnte.

                      Umgekehrt wird ein Schuh draus. Der hohe Durchhaltewillen am Anfang hat weder den gewünschten Erfolg gezeitigt, noch war er nachhaltig.

                      Putin kennt diese Entwicklung. Wenn er eine Entscheidung trifft, wie viel er jetzt noch in diesen Krieg investieren soll – Staatsfinanzen, politisches Kapital, Verluste an Soldaten – wird er niemals nur die augenblickliche Stimmungslage in der Ukraine betrachten, sondern ihre wahrscheinliche zukünftige Entwicklung.

                      Und die zuverlässigste Vorhersage dieser zukünftigen Entwicklung erhält man aus der Betrachtung der bisherigen Entwicklung sowie der Analyse, worauf diese beruht. Wenn Russland diese Ursachen aufrechterhalten kann, wird die Entwicklung wahrscheinlich so weitergehen. Und dann wird Putin bekommen, was er im letzten Sommer verlangt hat.

                      Die eigentliche Frage ist also, ob Russland den Druck auf die Ukraine lange genug aufrechterhalten kann. Bevor ich Saluschnyjs Artikel gelesen habe, hatte ich daran Zweifel. Nachdem ich ihn gelesen habe, bin ich nicht mehr so sicher, dass Putin sich überreizt hat. Die Lage für ihn ist nicht unkritsich, aber nun auch wieder nicht so kritisch wie im Frühsommer 2023. Und die Lage der Ukraine scheint sehr kritisch zu sein.

  15. **Würde Putin rational handeln, dann müsste er jetzt einen Waffenstillstand zu den Bedingungen schließen, zu denen die Ukraine Anfang 2026 bereit war. Das allerdings würde für ihn immer noch einen erheblichen Gesichtsverlust bedeuten und die jetzige ukrainische Führung eher stabilisieren.**

    Nach meinem Kenntnisstand beinhalteten die ukrainischen Bedingungen zu diesem Zeitpunkt die gleichen Maximalforderungen wie zuvor. Darauf einzugehen würde nicht nur einen Gesichtsverlust Putins bedeuten sondern käme einer Kapitulation gleich. Doch so auswegslos sieht die Lage der RF bislang nicht aus, insofern ist das momentan keine Option der Vernunft, die in diesem Krieg schon lange keine Rolle mehr spielt _ auf allen Seiten. «Überreizt» haben sich alle & dieser Zustand wird fortgeführt, mit dem Glauben, die andere Seite würde eher zusammenbrechen.

      • @mymind
        Danke für den Link.
        Dort wird eigentlich ganz konkret gesagt, wie sich die Ukraine die Zukunft vorstellt.

        Eigentlich wird das Israelszenario beschworen.
        Nur das dafür nicht die USA zuständig sind, sondern Europa.

        Das wird viel Geld kosten, und ob es in der Form überhaupt übertragbar ist und funktioniert mitten in Europa?

        • «Das wird viel Geld kosten, …»

          Wenn ‚wir‘ uns mal in der Welt umschauen, wie viele ‚Baustellen‘ sollen es denn noch werden, für die sich die EU/NATO zuständig erklärt? Wie misslungen das so ist, zeigt ein kleiner Blick zurück.

          Und was so alles politisch zu Europa zählen soll, darüber lässt sich trefflich diskutieren. Da würde ich doch weitaus lieber Kanada im Boot haben, auch wenn da ein paar Verträge geändert werden müssten.

          Und sollte darüber etwa abgestimmt werden, dürfte das Ergebnis wohl klar ausfallen.

        • Ohhh, es geht um eine Brigade in einem Skandal angestoßen von der allseits «bekannten» und «beliebten» Abgeordnete Bezuhgla.
          Ihrer Meinung nach betrifft es das gesamte ukrainische Militär? Die Sache ist schon belegt?

          Komisch, aus der russischen Armee höre ich solche Vorwürfe wöchentlich. Da wird nicht einmal etwas untersucht. Haben Sie darüber mal geschrieben?

          Kein Wunder, dass man bei so einem Fokus schon mal die eine oder andere Entwicklung in der Ukraine verpasst.

              • Nee. militaryland hat nur Folgendes geschrieben:

                «Die Frage, die über eine Brigade hinausgeht

                Die 58. Brigade ist kein Einzelfall. Sie ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie das System funktioniert, wenn Rechenschaftspflicht diejenigen bedroht, die Teil davon sind. Die Frage, die sich daraus ergibt, ist unverblümt: Ist es in der derzeitigen Struktur des ukrainischen Militärs möglich, Soldaten zu schlagen und eine Beförderung zu erhalten? Zu stehlen und einfach zu transferieren? An der Front Boden zu verlieren und dennoch ein vertrauenswürdiger Insider zu bleiben? Und was ist mit denen, die ihre Stimme erheben – sollen sie durch Inspektionen, deren Ergebnisse bereits feststehen, zum Schweigen gebracht werden?

                Die Antwort, die das System durch sein Handeln – und nicht durch öffentliche Erklärungen – gibt, lautet: All das ist möglich. Denn gefügige Kommandanten sind nützlich. Sie befolgen Befehle, wenn sie dazu aufgefordert werden. Sie verfassen die erforderlichen Berichte. Sie decken keine Verstöße auf, wenn ihnen gesagt wird, sie sollen keine finden.»

                (übersetzt mit DeepL)

                • Und die Aussage können Sie bestätigen?
                  In ihrem zitierten Text sind ja eine Menge Fragezeichen. Ist das ein besonderer Ausdruck dafür, dass von belegten Tatsachen berichtet wird?

    • ««Überreizt» haben sich alle…»
      So sehe ich das auch.

      Und was Einschätzungen einer momentanen Lage angeht: Jede Seite reagiert auf Aktivitäten der anderen Seite, und man sieht eben nicht genau vorher wie.

    • «Nach meinem Kenntnisstand beinhalteten die ukrainischen Bedingungen zu diesem Zeitpunkt die gleichen Maximalforderungen wie zuvor.»

      Da stimmt Ihr Kenntnisstand nicht. Die Ukraine war bereit, die gegenwärtige Frontlinie einzufrieren, nicht aber, diese Linie als neue Grenze anzuerkennen. Sie war bereit, innert 100 Tagen ab dem Waffenstillstand Neuwahlen abzuhalten, wollte aber zum Zeitpunkt dieser Neuwahlen bereits Sicherheitsgarantien haben. Sie war bereit, de facto auf eine Aufnahme in die NATO zu verzichten, strebte aber die EU-Mitgliedschaft an. Letzterem wollte Russland zustimmen.

      Ich sehe nicht, was daran für Russland unannehmbar wäre. Eine Uebereinkunft, dass keine NATO-Truppen auf ukrainisches Territorium verlegt werden, kann ohne Zustimmung der Ukraine zwischen Russland und den NATO-Staaten getroffen werden.

      Wenn ich Putin wäre, würde ich jetzt ein derartiges Angebot machen. Die Ukraine und der Westen könnten das schwer ablehnen und wenn sie es annehmen, hat Putin de facto Russland erheblich vergrössert und insbesondere die vorher prekäre Situation der Krim (aus russischer Sicht) verbessert. Die grosse Mehrheit der russischen Bevölkerung würde das unterstützen.

      Lehnen die Ukraine oder die europäischen NATO-Staaten ab, so läge in den Augen aller nichtwestlichen Staaten die Verantwortung für die Weiterführung des Krieges bei ihnen.

      @nera wird wegen des letzten Satzes aufschreien, aber so liegen die Dinge nun einmal.

      • «… so läge in den Augen aller nichtwestlichen Staaten die Verantwortung für die Weiterführung des Krieges bei ihnen.»

        Dem ist doch schon seit Sommer 2022 so.
        Lediglich die Trumpregierung hat deutlich gemacht, dass sie eine möglichst sofortige Beendigung des Krieges bevorzugt, alle anderen im Westen wollen weitermachen bis Russland oder Putin einbricht (dabei gibt es in den USA natürlich ebenfalls starke Kräfte, die in der Ukraine weitermachen wollen). Dass dies von großen Teilen der westlichen Bevölkerung nicht richtig wahrgenommen wird ist ein Verdienst der NATO-Propaganda.
        Das Hauptkriegsgeschehen ist nach wie vor medial. Damit will ich die Kriegstoten und -schäden in der Ukraine nicht verharmlosen. Die Entscheidung für den Frieden in der Ukraine dürfte aber nicht mehr auf dem realen Schlachtfeld fallen sondern in der Medienschlacht innerhalb der westl. Staaten.

        • «Das Hauptkriegsgeschehen ist nach wie vor medial.»

          Wenn es zu einem längeren Waffenstillstand und ggf. danach sogar einen Friedensvertrag zwischen Russland und der Ukraine geben sollte, wird das kein Grund sein, dass die NATO von der eingeleiteten Aufrüstung absehen wird. Dann werden die Kräfte einfach gen Osten verlagert, also Richtung Pazifik.

          Man wird also andere Gründe finden, um das – zumindest auf diesem Gebiet – lukrative Geschäft weiter betreiben zu können.

          Außerdem lässt sich in einem militarisierten Umfeld, also eines, dass mit viel Mühe wieder für Kriegsrhetorik ‚erschlossen‘ wird, leichter Politik machen.

          Wenn das nicht alles so idiotisch wäre und von der Bevölkerung mehr oder weniger weltweit hingenommen wird, dann könnte man auf Besserung hoffen. Danach sieht es aber leider überhaupt nicht aus.

      • Es gab in dem Zeitraum Ende 2025 | Anfang 2026 mehrere Friedenspläne. Erst den 28-Punkte-Plan der USA, daraufhin einen ukrainischen 19-Punkte-Plan, der zum 20-Punkte-Plan wurde, s. https://www.tagesspiegel.de/internationales/alle-punkte-auf-einen-blick-selenskyj-prasentiert-entwurf-von-20-punkte-friedensplan-15080019.html

        Darin ist der Verzicht auf eine NATO-Mitgliedschaft nicht explizit enthalten, vielmehr sind Sicherheitsgarantien nach dem Vorbild von Artikel 5 des Militärbündnisses beabsichtigt, was einer NATO-Mitgliedschaft gleich kommt. Die ukrainische Armee soll 800.000 Soldaten umfassen. Zum Vergleich: Die EU-Staaten, die gleichzeitig NATO-Mitglied sind haben eine Truppenstärke von ca. 1,4 Millionen Soldaten. Meinen Sie, dass die ukrainische Truppenstärke akzeptabel sei?

        EU-Mitgliedschaft: Angesichts der immensen Aufrüstung der EU-Staaten und der russophoben Haltung in den Spitzen würde es mich wundern, wenn die RF immer noch keine Einwände gegen eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine hätte.

        Einfrieren der gegenwärtigen Frontlinie: In dem 20-Punkte-Plan wird der Abzug der russischen Truppen aus den Gebieten Dnepropetrowsk, Mykolajiw, Sumy und Charkiw gefordert, also kein Einfrieren des jetzigen Frontverlaufs.

        Für besonders annehmbar halte ich die Vorschläge im Ganzen nicht, ansonsten hätte die RF sicherlich eingewilligt.

        • «vielmehr sind Sicherheitsgarantien nach dem Vorbild von Artikel 5 des Militärbündnisses beabsichtigt, was einer NATO-Mitgliedschaft gleich kommt»

          Ganz und gar nicht. Diese Sicherheitsgarantien beinhalten eben gerade nicht eine Stationierung von NATO-TRuppen oder eine Engliederung der ukarinischen Streitkräfte in die NATO-Kommandostruktur. Vielmehr bedeutet gerade diese Formulierung den de-facto-Verzicht auf die NATO-Mitgliedschaft.

      • @ Izi

        «Lehnen die Ukraine oder die europäischen NATO-Staaten ab, so läge in den Augen aller nichtwestlichen Staaten die Verantwortung für die Weiterführung des Krieges bei ihnen.»

        Sicher wuerde ich schreien. Abgesehen davon, dass ich JEDE Wette eingehe, dass Ihre allgemeine Hypothese nicht stimmt, sehe ich absolut keinen Grund, warum die Ukraine und die europäischen NATO-Staaten Putin soweit entgegen kommen sollten.

        «Wenn ich Putin wäre…»

        Ich sehe leider, Sie haben P. auch nicht verstanden. 😂

        • «Ich sehe leider, Sie haben P. auch nicht verstanden.»
          Aber Du bist die sichere P.-Versteherin? Aha, verstehe 😉
          Nein, Scherz beiseite, msl im Ernst: Oben habe ixh geschrieben, dass ich wenig Informationen über russische Kriegsziele habe. Ich kann auch sagen, dass überhaupt wenig über Russland weiss, wenn ich «Informationen», die als Kriegspropaganda identifzierbar sind subtrahiere.

          Was wissen wir, was glauben wir zu wissen?
          Ich hab mal gesagt: «Ich weiss was ich nicht weiss». Mittlerweile bin ich mir dessen auch nicht mehr sicher,
          Und ich fühle mich mit der Akzeptanz meiner Wissensgrenzen und der Irrtumsfähigkeit wohler als ohne sie.

          «Verstehen»: Ich verstehe noch nicht mal, warum Kriegstüchtigkeit unbedingt «Wehrpflicht» genannt werden muss, und nicht Kriegsdienstzwang genannt werden kann.

          Wenn ich versuche, den Rüstungswettlauf zu verstehen, komme ich zu Erklärungen, die eher nicht volksfreundlich sind. Aber das liegt vielleicht ja an meiner Verstehensunfähigkeit.

        • Es könnte auch einfach sein, dass P eine andere Informationsbasis über den tatsächlichen Zustand der Ukraine hat als ich. Der Artikel von Saluschnyj in der Ukrajinska Prawda und der Bericht über die Zustände in den ukrainischen Streitkräften auf militaryland klingen nicht so gut.

  16. Ja die Zeit

    Die haben den Tucker interviewt, hinter der Bezahlschranke, ist aber nicht so schlimm:

    ***…die ganze Rahmenerzählung dieses Kriegs ist falsch.Dass der Iran eine Nuklearwaffe entwickelt ist nicht das größte Problem für die USA….

    ….Unsere Geburtenrate schmiert ab. Die öffentliche Gesundheitsversorgung ist ein Desaster(!!! Ausrufezeichen von mir). Das Bildungssystem ist ein Witz.(Ausrufezeichen)…

    …Mir ist egal, ob die Hisbollah den Libanon südlich des Litani-Flusses kontrolliert…

    …Nehmen Sie Friedrich Merz! Der hat gesagt, er stimme mit Trump darin überein, dass der Iran keine Atomwaffen haben darf. Wirklich, Herr Merz? Ihr Land steht vor dem wirtschaftlichen Kollaps (Kollaps nun noch nicht, aber Exportweltmeister war mal, odr?), die Energiepreise sind doppelt so hoch wie in den USA. Und Sie sorgen sich um Atomwaffen im Iran?…***

      • Ich nehme sogar an, dass Russland bestimmte ukrainische Drohnentypen gezielt steuern kann, möglicherweise durch gefälschte GPS-Signale. Ein Kraftwerk und Oeltanks ist etwas viel Koinzidenz. Kann aber auch eine VT sein.

        • Möglich, aber die ukrainische Drohnenpiloten müssten die Kaperung ihrer Drohnen bemerken, in Folge hätten die Letten gewarnt werden können. Das Ganze könnte auch ein abgekartetes Spiel sein, um Raivis Melnis ins Amt zu hieven. Man schaue sich die Vita des Oberst an. Budanow zumindest ist entzückt über dessen Ernennung.

          • «Möglich, aber die ukrainische Drohnenpiloten müssten die Kaperung ihrer Drohnen bemerken»

            Ich denke nicht, dass die Langstreckendrohnen von der Heimatbasis aus gesteuert werden. Das wäre viel zu störanfällig. Sie müssten dann ja auch ständig ihre Position zurückfunken, was ihre Auffassung durch den Gegner erleichtern würde.

            Kurz, ich denke nicht, dass die Ukrainer immer wissen, wo ihre Drohnen sind. Zudem ist die Vorwarnzeit extrem gering, weil ukrainische Drohnen, die auf russische Häfen an der Ostsee zielen, über russisches Territorium sehr nahe an der lettischen Grenze fliegen. Wenn die gekapert werden und abdrehen, ist es eigentlich schon zu spät.

            Die Vorwürfe an den lettischen Verteidigungsminister sind übrigens – mit Verlaub – Schwachsinn. Der ist nur ein Sübndenbock, der dem Publikum zum Frass vorgeworfen wird. Die lettische Luftverteidigung hat kaum eine Chance, xdiese Drohnen aufzufassen, weil sie so gebaut sind und fliegen, dass sie extrem schwer aufzufassen sind. Deswegen treffen sie ja auch in Russland Ziele, ohne vorher abgeschossen zu werden.

            Kurz, Lettland hätte nur eine Chance, wenn es von der Ukraine über geplante Flugbahnen und Zeiten vorinformiert würde. Das würde ich anstelle der ukrainischen Militärführung aber auch ungern riskieren.

      • ***Lettlands Regierungschefin Evika Silina hat nach dem Bruch ihrer Regierungskoalition ihren Rücktritt bekanntgegeben. Die 50 Jahre alte Liberalkonservative zog damit die Konsequenzen aus der Ankündigung eines ihrer beiden Bündnispartner, den Fortbestand der Koalition nicht mehr zu unterstützen.***

        Quelle=Tagesschau.de / da wird demnächst und zeitnah das Volk zur Urne gerufen.

  17. Von »Operation Talentsuche« bis »Women on Board«

    +++Sie heißen »Boots on the Ground«, »Heli Guardians« oder »CyberCamp III«: Seit Jahren lädt die Bundeswehr an verschiedenen Standorten zu Feriencamps und Jugendfreizeiten….im vergangenen Jahr gar 86. Von »Operation Talentsuche« bis »Women on Board«
    …lud das Panzergrenadierbataillon 112 Anfang August etwa zum »Edelweißcamp«……kommt auch schweres Gerät zum Einsatz…Fregatte »Bayern« war 2024 für die »Women on Board« gebucht.+++

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