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Zeitenwende Die Alternative für Deutschland (AfD) ist eine Volkspartei – derzeit sogar diejenige mit potentiell den meisten Wählern bundesweit. Dass sie noch 2026 ein Bundesland allein regieren wird, liegt im Bereich des Möglichen. Wie ist es dazu gekommen und was könnte daraus noch folgen?

Umfragen und Wahlergebnisse der stärksten deutschen Parteien seit Oktober 2013 bis zur letzten Umfrage von dieser Woche. Weitere hervorgehobene Daten sind der Tag vor der Grenzöffnung für Balkanrouten-Flüchtlinge 2015 sowie die drei Bundestagswahlen im betrachteten Zeitraum. Daten: wahlrecht.de, Infratest dimap

Mutter TINA

Der Ursprung der politischen Phrase «There is no alternative», abgekürzt TINA, wird Margret Thatcher zugeschrieben. Die Dame hat in ihrer Rede vor der Conservative Women’s Conference in Großbritannien am 21. Mai 1980 allerdings noch etwas sorgfältiger formuliert: «We have to get our production and our earnings into balance. There’s no easy popularity in what we are proposing but it is fundamentally sound. Yet I believe people accept there’s no real alternative.» Das lässt die Interpretation offen, dass es sehr wohl eine politische Alternative dazu gab, nur wäre diese nicht realistisch durchführbar gewesen. Thatcher dürfte bewusst gewesen sein, dass es idiotisch ist, zu behaupten, es gäbe in einer politischen Frage gar keine Alternative. Wenn es keine gibt, steht gar keine Frage und Politik ist nicht nötig.

Etwa 30 Jahre später am 5. Mai 2010 schien Angela Merkel das nicht mehr zu wissen oder nicht mehr wissen zu wollen, als sie vor dem Bundestag sagte: «Die zu beschließenden Hilfen für Griechenland sind alternativlos, um die Finanzstabilität des Euro-Gebietes zu sichern». Immerhin enthielt der Satz noch die Einschränkung, des «um zu». Damit räumte Merkel ein, dass es schon eine Alternative gab, nur behauptetet sie zu wissen, dass zum Beispiel ein Ausschluss Griechenlands aus der Euro-Zone deren Finanzstabilität zerstört hätte.

Wichtig ist, dass sowohl bei Thatcher als auch bei Merkel nicht zu Unrecht der Eindruck entstand, sie wollten ihre Politik als alternativlos darstellen, um eigentlich nötige Diskussionen über politische Fragen abzuwürgen. Auch im Deutschen wurde der Begriff «alternativlos» bereits vor 2010 für politische Entscheidungen verwendet, denn der Berliner Politologe Herfried Münkeler kritisierte ihn bereits 2009. Nach Merkels Verwendung in Bezug auf die Griechenland-Hilfe kürte eine Jury der Gesellschaft für Deutsche Sprache den Begriff «alternativlos» zum Unwort des Jahres 2010. Das Wort des Jahres 2010 war übrigens «Wutbürger». Das ist kein Zufall.

Die Mutterschaft der AfD kann eindeutig TINA zugeschrieben werden, denn die Partei entstand als Reaktion auf Merkels Politik in der Eurokrise und das erste Wort im Parteinamen ist eine direkte Replik auf «alternativlos». Mutter TINA hat sich seitdem vorbildlich um ihr Kind bemüht, indem sie immer mehr Wutbürger erzeugte, die seine Freunde wurden. Seit 2010 haben Politiker etablierter Parteien und Journalisten von Leitmedien immer wieder bestimmte politische Standpunkte tabuisiert. Gewisse Alternativen zur Regierungspolitik sollten nicht diskutiert werden. Wer es dennoch tat, galt als rechtsextrem. Die Wähler haben dieses Verhalten nicht goutiert.

Der politische Gegner geht unter – Rettet ihn

Zunächst allerdings galt die AfD als verkopft, weil sie eine Schöpfung einiger Professoren mit nationalökonomischem Hintergrund war. Im Jahr 2013 galt sie als «Professorenpartei» und dümpelte in der Wählergunst um die 5%-Marke herum. Weil ihre Position zum Euro mit nationalen Interessen begründet wurde, wurde die AfD gleichzeitig zum Sammelbecken ehemaliger rechtskonservativer Politiker der CDU, die in der Merkel-Ära ihre politische Heimat verloren hatten. Der Raum rechts der Union, den mindestens Franz-Josef Strauß in Bayern nicht hatte entstehen lassen wollen, war plötzlich da. Es überrascht wenig, dass die rechtskonservativen Politiker mehr von Politik verstanden als die Wirtschaftsprofessoren. Sie begannen die Partei zu übernehmen.

Der Gründervater Bernd Lucke, einer der Wirtschaftsprofessoren, hatte den Machtkampf im Frühsommer 2015 verloren und verließ die Partei per 10. Juli 2015. Sie war ihm zu nationalistisch geworden. Ein großes Wählerpotential hatte diese Position nicht. In den vier Umfragen vom 17. Juli bis 3. Oktober 2015 lag die AfD bei 4%, während sie zuvor noch bei 5% gelegen hatte. Danach erlebte jedoch einen erheblichen Aufschwung, wiederum dank Merkel.

In der Nacht vom 4. auf den 5. September 2015 öffnete Merkel die deutsche Grenze für hauptsächlich syrische Flüchtlinge, die über die Balkanroute bis an die ungarisch-österreichische Grenze gelangt waren. Dieser Akt war unrechtmäßig (er hätte einer Zustimmung des Bundestags bedurft), nicht mit den anderen EU-Ländern abgestimmt und er führte zu einem politischen Desaster. Die meisten ins Land strömenden Flüchtlinge waren junge Männer, vielen von ihnen hatten als Aufständische Gewalt ausgeübt und viele hatten eine Vorstellung vom Verhältnis zwischen Männern und Frauen, die in die deutsche Gesellschaft nicht hineinpasste. Zunächst wurde all das von der Berichterstattung in den deutschen Medien ausgeblendet, die einer «Willkommenskultur» das Wort redeten. Merkel selbst sagte zu der nicht zu leugnenden Herausforderung durch den massiven Zustrom: «Wir schaffen das.» Bereits am 13. September musste die deutsche Grenze jedoch temporär wieder geschlossen werden, weil es nicht zu schaffen war.

In der Silvesternacht 2015/16 kam es im Umfeld des Kölner Hauptbahnhofs und Doms zu massiven Übergriffen von MIgranten, die aus vom Islam geprägten Ländern stammten. Es gab über 1000 Strafanzeigen wegen sexueller Belästigung, Diebstählen und weiteren Gewalt- und Ordnungsdelikten. Die Täter kamen genau aus den Kreisen, vor denen die neuen Tonangebenden in der AfD gewarnt hatten. In der Mitteilung zu seinem Parteiaustritt hatte Bernd Lucke beklagt, es gäbe in der Partei nun «insbesondere islamfeindliche und ausländerfeindliche Ansichten, die sich in der Partei teils offen, teils latent, immer stärker ausbreiten und die ursprüngliche liberale und weltoffene Ausrichtung der AfD in ihr Gegenteil verkehren.» Aufgrund der Ereignisse von September 2015 bis Januar 2016 neigten immer mehr Wähler ebenfalls zu diesen Ansichten. Vom 15.1.2016 bis zum 11.5.2017 lagen die Umfragewerte der AfD stabil bei 10% oder darüber und erreichten ivorläufige Spitzenwerte von 15-16%. Zwar ebbte die Zustimmung wieder etwas ab, als die Flüchtlingskrise kein politisches Thema mehr war. Die AfD hatte nun aber eine Kernwählerschaft, die sie sicher über der 5%-Hürde hielt. In der Bundestagswahl am 24.9.2017 erreichte sie eine Wähleranteil von 12.7%.

Die Brandmauer

Der Begriff «Brandmauer» war zunächst ein innerparteilicher Begriff der AfD. Er wurde 2014 von Hans-Olaf Henkel geprägt, als dieser Vize-Parteichef der AfD war. Jahre vorher war Henkel Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie gewesen. Im Mai 2014 schrieb der «Stern» nach einem Treffen mit Henkel, dieser sehe sich «als «Chefideologe» der jungen Partei – auch als eine Art Brandmauer gegen rechtes Gedankengut.»

Am 23. April 2015 trat Henkel aus dem Bundesvorstand der AfD zurück und gab als Grund Versuche von „Rechtsideologen“ an, die Partei zu übernehmen. Als im Juli 2015 Frauke Petry zur Parteivorsitzenden gewählt wurde, trat Henkel fünf Tage vor Lucke aus der AfD aus. Die Brandmauer hatte versagt. Im Mai 2015 hatte der «Stern» noch geschrieben: „Verzweifelt versucht Lucke jetzt, eine Brandmauer gegen das rechte Milieu hochzuziehen, das ihm bei früheren Wahlerfolgen nicht unwillkommen war.“ Petry ihrerseits gewann als AfD-Chefin bei der Bundestagswahl 2017 ein Direktmandat im Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, trat aber nie der AfD-Fraktion im Bundestag bei. Sie fand die Äußerung des Co-Chefs Alexander Gauland: «Wir werden Merkel oder wen auch immer jagen.» zu unbürgerlich und erkannte rassistische Strömungen in der AfD. Per 30. September 2017 trat dann auch Petry aus der AfD aus. Wie zuvor Lucke, gründete sie eine neue Partei. Während die AfD weiter aufstieg, haben es die Parteien von Lucke und Petry in Umfragen nie über den Status «Sonstige» hinausgebracht.

Nach Petry war Jörg Meuthen der führende Politiker der AfD. Er war auch ihr Spitzenkandidat bei der Europawahl 2019. Meuthen legte im Januar 2022 den Parteivorsitz nieder und trat mit sofortiger Wirkung aus der AfD aus. Er gab an, er habe den Machtkampf um die Ausrichtung der Partei gegen den rechtsextremen «Flügel», der formell aufgelöst worden war, verloren. Meuthen verlor sich in der Folge über die «Deutsche Zentrumspartei» und die «Werteunion» aus der Politik. Die AfD nicht.

Fragt man perplexity.ai nach einer Definition des Begriffs «Brandmauer», so wie ihn nun Politiker auerhalb der AfD und Journalisten verwenden, so lautet die Antwort: «keine Kooperation, keine Koalition und keine Normalisierung im Umgang mit der AfD». Gleichwohl räumt der Chatbot ein, dass der Begriff nich allgemein saueber definiert sei. Die «Deutsche Welle» hat das am 25. Januar 2025 aus Anlass eines von der AfD im Bundestag unterstützten Entschließungsantrags der CDU/CSU thematisiert. Sie kam zu dem Schluss, dass Kooperation mit der AfD auf Landesebene und Kreisebene immer wieder vorkäme. Jens Thurau schrieb: «Dort, in den Kommunen und Gemeinden, arbeiten eigentlich alle Parteien gelegentlich mit der AfD zusammen, weil Mehrheiten ansonsten kaum oder schwierig zu erzielen sind.»

De facto kann die AfD infolge der Brandmauer immer noch gelegentlich ihre politischen Vorstellungen umsetzen, ohne aber je Verantwortung übernehmen zu müssen. Wenn die Brandmauer erreichen sollte, dass die AfD und ihr Gedankengut sich nicht ausbreiten können, muss man angesichts der Entwicklung seit 2013 ganz klar sagen, dass sie sich als entweder wirkungslos oder sogar kontraproduktiv erwiesen hat.

Die Brandmauerpolitik hat auch der inneren Radikalisierung der AfD Vorschub geleistet. Weil die Partei ohnehin von Anfang an von der normalen politischen Teilhabe ausgeschlossen war, hatte sie nichts zu verlieren, als sie sich immer weiter vom politischen Grundkonsens der Bundesrepublik Deutschland entfernte. Sie zog einen erheblichen – und immer noch wachsenden – Teil der Wähler auf diesem Weg mit.

Ein aufhaltsamer Aufstieg

Vor der Flüchtlingskrise hatte der Wähleranteil der AfD nahe bei 5% verhalten, danach verhielt er nahe der 10%. In der Anfangsphase der Corona-Pandemie fiel er sogar noch einmal kurz unter die 10%-Marke. Am 17. Februar 2022 lag er bei 12%, etwa so wie bei der Bundestagswahl 2017 (12.7%). Zwischendurch hatte die AfD bei der Bundestagswahl im September 2012 sogar an Zustimmung eingebüßt (10.3%).

Die Situation änderte sich im Herbst 2022, als die die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs sich für die Bevölkerung bemerkbar machten. In der Folge stieg die Zustimmung für die AfD auf etwas über 20%. Nach einem kurzen Dämpfer erzielte die Partei bei der vorgezogenen Bundestagswahl am 23.2.2025 ein Ergebnis von 20.8%. Sie war nun die stärkste Oppositionspartei.

Die neue Regierung unter Friedrich Merz und Lars Klingbeil war offensichtlich den Herausforderungen nicht gewachsen, denen sie sich gegenüber sah. Hinzu kam, dass Merz gleich am Anfang eines seiner zentralen Wahlversprechen brach, indem er eine gigantische Schuldenaufnahme betrieb. Dazu bediente er sich auch noch eines Tricks, indem er sich des bereits abgewählten alten Bundestags bediente. Dass von einer solchen Situation die Opposition profitiert, ist normal. Nach der Bundestagswahl 2025 hat jedoch nur eine der drei im Bundestag vertretenen Oppositionsparteien profitiert und auch die knapp an der 5%-Hürde gescheiterte FDP (4.3%) nicht. Das extrem knapp gescheiterte Bündnis Sahra Wagenknecht (4.98%) hat sogar deutlich an Zustimmung verloren. Der einzige Profiteur ist die AfD. Bei allen Umfragen seit Anfang Mai (Forsa, 5.5.; Infratest dimap 7.5.; Forschungsgruppe Wahlen; 8.5.; Verian, 8.5; INSA, 9.5.) ist sie in der Wählergunst die stärkste Partei.

Sachsen-Anhalt

Umfragewerte und Wahlergebnisse der stärksten Parteien in Sachsen-Anhalt seit August 2013 bis zur letzten Umfrage von dieser Woche. Die weiteren hervorgehobenen Daten bezeichnen die zwei letzten Landtagswahlen. Die nächste Landtagswahl findet am 6. September 2026 statt. Daten: wahlrecht.de

Die etablierten Parteien, die seit Jahren Zustimmung unter der Bevölkerung verlieren, haben nicht nur mit der Brandmauer-Politik versucht, die AfD aus dem Spiel zu halten. Sie haben der Partei auch im Bundestag und in Landtagen Rechte vorenthalten, die zwar nur auf ungeschriebenen Regeln beruhen oder mit legalen Winkelzügen vorenthalten werden können, aber bisher allen anderen in Parlamenten vertretenen Parteien gewährt wurden. Zudem haben sie sich des Inlandsgeheimdienstes bedient, um gegen eine oppositionelle Partei vorzugehen. In drei Fällen ist der Verfassungschutz diesbezüglich von Gerichten zurückgepfiffen worden, 2024 in Hamburg, im Dezember 2025 in Thüringen, im Februar 2026 der Bundesverfassungsschutz vom Verwaltungsgericht Köln. In einem weiteren Fall hat der niedersächsische Verfassungsschutz im März 2026 eine Hochstufung des Landesverbands der AfD auf «gesichert rechtsextremistisch» sogar freiwillig zurückgezogen, nachdem die AfD geklagt hatte und bevor es zur Verhandlung kam.

Derlei Verhalten kommt in der Wählerschaft nicht gut an. Die AfD gerät so in eine Opferrolle, die ihr Zuspruch verschafft. Besonders allergisch reagieren Menschen in den östlichen Bundesländern.

In Sachsen-Anhalt war die CDU noch am 19. Juni 2025 in einer Umfrage von INSA mit 34% die stärkste Partei vor der AfD mit 30%. Am 7. August 2025 gab Ministerpräsident Rainer Haseloff bekannt, dass er bei der nächsten Landtagswahl nicht mehr als Spitzenkandidat der CDU antreten werde. Bei der näcshten Umfrage am 4. September 2025 (Infratest dimap) kam die CDU noch auf 27% und die AfD auf 39%. Diese Verhältnisse haben sich seitdem stabilisiert und sogar noch einmal leicht zugunsten der AfD verschoben. Am 7. Mai 2026 (wieder Infratest dimap) kam die CDU auf 26% und die AfD auf 41%. Die Summe aller anderen Parteien über der 5%-Hürde (CDU, SPD, Linke) ist von 47% auf 45% gefallen.

Wenn kein Wunder geschieht, ist der beste bei den Landtagswahlen im September zu erwartende Ausgang noch derjenige, dass CDU, SPD und Linke (und möglicherweise die Grünen) zusammen mehr Stimmen erhalten als die AfD. Sehr unwahrscheinlich ist jedoch, dass die CDU und die SPD zusammen (auch mit den Grünen, falls diese es doch über die 5%-Hürde schaffen) auf eine Mehrheit im Landtag kommen. Die CDU steht dann vor dem Dilemma, zwischen einer Koalition mit der Linken und einer Minderheitsregierung zu wählen. Auch gegenüber der Linken hat die CDU einen Unvereinbarkeitsbeschluss.

Tatsächlich ist eine von der CDU geführte Volksfrontregierung unter Einbezug der Linken keine gute Idee. Die CDU würde einen Teil ihrer Wähler an die AfD verlieren. Sie könnte dann mit einer Landtagsmehrheit regieren, aller Voraussicht nach dann aber gegen eine Bevölkerungsmehrheit.

Eine von der Linken abhängige Minderheitsregierung wäre allerdings auch ein prekäres Modell. Da die AfD unter solchen Bedingungen kaum in einer Budgetabstimmung helfen würde, hätte die Linke praktisch auch als Oppositionspartei ein Vetorecht beim Budget. Gleichzeitig müsste sie ihren eigenen Wählern ständig erklären, warum sie bestimmte politische Vorhaben der Regierungsparteien mitträgt. Auch in diesem Szenario würde die AfD wohl bald in Umfragen auf eine absolute Mehrheit kommen. Das gäbe ihr zwar keine Macht, aber es gäbe der Landesregierung eine Ohnmacht und ein riesiges Legitimitätsproblem.

Auf Bundesebene sind die Verhältnisse noch deutlich günstiger. Zusammen kommen CDU/CSU, SPD und Grüne auf etwa 50%, was wegen der wegfallenden Stimmen der Parteien unter der 5%-Hürde einer deutlichen Bundestagsmehrheit entspräche.

Auch hier sind die Aussichten allerdings alles andere als rosig. Wenn die Koalition von CDU/CSU und SPD über die ganze Wahlperiode Bestand hat, ohne ihre Leistung und Geschlossenheit in dieser Zeit erheblich zu verbessern, wird sich bei der nächsten Bundestagswahl voraussichtlich das gleiche Problem stellen wie im September in Sachsen-Anhalt. Dafür genügt es, wenn CDU/CSU, SPD und Grüne zusammen 6% verlieren und die AfD und die LInke diese 6% unter sich aufteilen. Schaut man auf den Trend in der Abbildung ganz oben, dann erscheint das recht wahrscheinlich.

Wie weiter?

Ein Teil der Probleme ist durch die Bundesregierung prinzipiell nicht lösbar. Die Strukturkrise der deutschen Wirtschaft, insbesondere der Exportwirtschaft, kann die Regierung kaum beeinflussen. Versuche, sich durch eine schuldenfinanzierte Ersatzpolitik (Deutschland-Ticket, Mütterrente) beliebter zu machen, sind bisher gescheitert und auch für die Zukunft nicht aussichtsreich. Die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum zu verbessern, hätte möglicherweise einen gewissen Effekt, aber auch das würde viel Geld kosten, das nicht vorhanden ist.

Es wäre schon etwas geholfen, wenn die Koalition wenigstens handwerklich ordentlich arbeiten und nach außen geschlossen auftreten würde. Angesichts der Situation und der Umfrageergebnisse liegen jedoch die Nerven blank und die koalierenden Parteien, wie auch Politiker in den einzelnen Parteien, versuchen sich gegeneinander statt gemeinsam zu profilieren. Dabei verlieren sie alle. Es scheint ihnen nicht klar zu sein, was eigentlich auf dem Spiel steht.

Um das zu verstehen, muss man zuerst begreifen, dass die Situation qualitativ eine andere ist als bei der Wahl Viktor Orbans in Ungarn oder derjenigen Donald Trumps in den USA oder der potentiellen Wahl von Nigel Farrage zum britischen Premierminister. Das sind normale demokratische Prozesse. In Deutschland würde die AfD Strukturen erben, die im Kampf gegen sie zu Instrumenten gegen den politischen Gegner umgebaut wurden. Alle politischen Gegner der AfD hätten in diesem Moment gerade einen Bankrott erlebt.

Vor allem aber steht derzeit fast das gesamte Establishment im Lager der etablierten Parteien. Darunter sind viele Leute, deren Existenz von ihren Posten im Staatsdienst abhängt. Darunter sind Staatsanwälte, denen gegenüber die Regierenden in Deutschland Weisungsrecht haben. Darunter sind Sicherheitskräfte, die naturgemäß für Recht und Ordnung sind und ein konsequentes Eintreten für diese Konzepte bei den etablierten Parteien vermissen. Was würde wohl geschehen? Wäre eine Machtübernahme durch die AfD wirklich reversibel?

Die Lage ist ausgesprochen verfahren. Für eine Normalisierung im Umgang mit der AfD ist es zu spät, nachdem diese inzwischen tatsächlich stark radikalisiert und zudem die größte Partei ist. Die kontraproduktiven Versuche, die AfD durch das Aushöhlen demokratischer Prozesse zu bekämpfen, sollten allerdings aufgegeben werden.

Was man normalisieren kann, ist die politische Auseinandersetzung mit der AfD. Man sollte sie zwingen, in der Öffentlichkeit Stellung zu beziehen, wie sie das Land denn regieren würde, wenn sie an der Macht wäre. Wie will sie mit dem Gesundheits- und Pflegesystem umgehen? Wie mit der Rentenfrage? Wie stellt sie sich die Lösung demografischer Probleme ganz ohne Einwanderung nach Deutschland vor? Wie sieht sie die Rolle der Bundeswehr? Wie die Stellung Deutschlands in der EU?

Die AfD hat auch keine Lösungen für die anstehenden Probleme, zumindest keine, die den eigentlichen Wünschen der Wähler entsprechen. Solche Lösungen gibt es gar nicht. Man sollte die Wählern dabei unterstützen, das zu verstehen, ehe sie der AfD zu einer absoluten Mehrheit verhelfen.


265 Kommentare zu “40+”

  1. «Man sollte sie zwingen, in der Öffentlichkeit Stellung zu beziehen, wie sie das Land denn regieren würde, wenn sie an der Macht wäre.»

    Nun ja, es ist ja nicht so, dass es das nicht gibt. Und bei phoenix kann man sich ganze Parteitage ungeschnitten anschauen. Ich wuerde aber denken, Buerger in Wut interessiert das nicht. Hauptsache es triggert.

    «Die AfD hat auch keine Lösungen für die anstehenden Probleme, zumindest keine, die den eigentlichen Wünschen der Wähler entsprechen. Solche Lösungen gibt es gar nicht. Man sollte die Wählern dabei unterstützen, das zu verstehen, ehe sie der AfD zu einer absoluten Mehrheit verhelfen.»

    Da haben Sie unbedingt Recht. Aber damit erfinden Sie das Rad neu.

    Und so denkt man dann. Jenseits von links/gruen versifft:

    «…Und wenn dann nach einer Wahl wieder ein paar Prozente weg sind kommt ein: das haben die nicht richtig verstanden, das müssen wir denen noch mal richtig erklären))))»

    https://blog-samstagern.ch/2026/04/26/ueberreizt/#comment-33297

    • «bei phoenix»

      «Buerger in Wut interessiert das nicht»

      Nee. Es ist übrigens die Aufgabe der Politiker der anderen Parteien, die politischen Vorstellungen der AfD in Frage zu stellen. Aber ausser dem Allzwecketikett «rechtsextrem» kommt da nicht viel.

      • ++Es ist übrigens die Aufgabe der Politiker der anderen Parteien, die politischen Vorstellungen der AfD in Frage zu stellen. Aber ausser dem Allzwecketikett «rechtsextrem» kommt da nicht viel.++

        Das könnte daran liegen, dass die politischen Vorstellungen der AfD z.T. nicht so weit entfernt liegen zur Merz-CDU. Eine stärkere inhaltliche Debatte über Sachthemen könnte die AfD ein Stück weit entzaubern, es besteht dabei auch die die Gefahr, dass die Überschneidungen für die Wähler sichtbarer werden und das Etikett «rechtsextrem» an Schärfe verliert.

        • Das «z.T.» ist wichtiger, als es in diesem Satz erscheint. Die CDU/CSU in AfD-Nähe zu verorten, weil sie in der Migration allgemein und im Verhalten eines nicht unerheblichen teils der Immigranten speziell ebenfalls ein Problem sieht, ist eine sehr linke Haltung. Diese Haltung hat sehr wahrscheinlich keine Mehrheit in der Bevölkerung.

          Alles als rechtsextrem zu bezeichnen, was sich rechts der Mitte befindet, verwischt die Grenze zum Rechtsextremismus. Wenn Höcke «Alles für Deutschland» sagt oder ein Einpeitscher bei AfD-Kundgebungen in Sachsen-Anhalt «Sieg» ruft und die Menge mit «Mund» antwortet, dann ist das ein bewusstes Spiel mit Nazi-Referenzen. Nichts dergleichen ist von der CDU oder CSU zu erwarten.

          Das AfD-Problem resultiert zu einem erheblichen Teil daraus, dass die Rechte keine politische Heimat mehr unter den etablierten Parteien hat und deshalb die AfD unterstützt, während in der AfD extreme Kräfte starken Einfluss haben.

          Merz hat dieses Problem im Prinzip erkannt, befindet sich aber in einer Situation, in der er es nicht lösen kann. Es gelingt ihm nicht, die Rechten, die nicht rechtsextrem sind, ins Lager der CDU(/CSU) zurückzuholen. Im Gegenteil.

          • @ Izi

            «Die CDU/CSU in AfD-Nähe zu verorten, weil sie in der Migration allgemein und im Verhalten eines nicht unerheblichen teils der Immigranten speziell ebenfalls ein Problem sieht, ist eine sehr linke Haltung.»

            Das ist rrrrichtig. Und auch ein Aergernis.

            «Alles als rechtsextrem zu bezeichnen, was sich rechts der Mitte befindet»

            Das ist ein Narrativ, was von Rechtspopulisten und -extremen, Putin’scher, Trump’scher, aller Autokraten und querlinker Seite gestreut wird. Und freilich auch beim links/gruenen und autonomen Rand der Fall ist.

            Nicht aber in den «Systemmedien». Da wird sich sehr wohl auch inhaltlich mit der AfD auseinandergesetzt. Aber wenn man nur noch Tagesschau, heute journal und MoMa nebenbei beim Fruehsport schaut, kann man das nicht wissen. Und es gibt ja auch nicht nur den linkslastigen «OERR». Wenn man Fernsehen oder Internet hat, kann man sich faktisch auch «Free-TV» anschauen und andere – auch vom System akzeptierte Medien – lesen.

            Aber wer der Meinung ist, alles ist «Luegenpresse», der ist dann voellig raus. Schaut oder hoert angenehm ueberrascht mehr als vier Stunden Hoecke zu. Oder Tucker Carlsen wohlwollend, wie der P. hoechst beeindruckt, seine beruehmten Monologe halten laesst, die Welt und Deutschland erklaert. Schaut sich im alternativen Misthaufen um. Wie da, alles was gerade schief laeuft zu apokalyptischen Szenarien hochgejazzt wird. Glaubt noch den absurdesten VT (Mz.). Und an allem Schuld sind natuerlich die links/gruen versifften woken Eliten. Die neuen «Juden».

            Muss aufhoeren…Schnitt:

            Ich sehe das Problem leider aber auch verstaerkt bei den Aelteren ab Sexsch, die noch mal den Aufstand proben.

            Also passen Sie auf, dass Sie noch gerade so die Kurve kriegen. Der Countdown laeuft… 😉

            • «Aber wenn man nur noch Tagesschau, heute journal und MoMa nebenbei beim Fruehsport schaut»

              Ich finde eher, das ist schon zu viel. Vielleicht sollte ich mich in meinem Alter da etwas beschränken (nicht beim Frühsport natürlich).

              Immerhin lese ich aber noch eine Reihe von NZZ-Artikeln. Die verbreiten allerdings eher selten das von Ihnen bevorzugte Narrativ 😉

              Wenn Sie mich vor die Wahl stellen, ob ich lieber vier Stunden Höcke oder vier Stunden Hayali sehe und der dritte Weg (wieder mal) verbaut ist, dann doch lieber Hayali.

                • @ Izi

                  «Was denken eigentlich Sie über den alten Judenhasser Mélenchon?»

                  Die traditionelle «alte» Linke, Sahra und das BSW sowie ihre Anhaenger wuerden jetzt aufschreien.

                  Ich weiss nicht, ob Mélenchon ein Judenhasser ist. Aber ein Antizionist auf jeden Fall.

                  Ich denke, er sollte in seinem Alter so schnell wie moeglich von der politischen Buehne verschwinden 😉

                  (Ihren NZZ-Artikel habe ich dsbzgl. immer noch nicht gelesen. Der Feuerfuchs schlaeft noch und der Olle ist da und beansprucht staendig MEINEN Computer.)

                  • «Ich denke, er sollte in seinem Alter so schnell wie moeglich von der politischen Buehne verschwinden»

                    Ich verspreche hoch und heilig, dass ich mit 65 von der wissenschaftspolitischen Bühne verschwinden werde. Bis dahin allerdings werde ich ab und an noch die große Klappe aufreißen, die mir schon als Schüler eigen war.

                    Jegliches hat seine Zeit.

                    • Hey, der (Mele) ist schon -Pi mal Daumen- 74,7 Jahre jung! Da bleibt also noch viel Luft nach oben.

                  • @nera

                    «Ich weiss nicht, ob Mélenchon ein Judenhasser ist. Aber ein Antizionist auf jeden Fall.»

                    Ein Judenhasser per se kann er als Trotzkist natürlich nicht sein. Aber die Linie zwischen Anti-Zionismus und Anti-Semitismus ist eine sehr dünne.

                    Nimmt man es genau, dann bedeutet Anti-Zionismus die Infragestellung des Existenzrechts Israels.

                    Ich kann also durchaus ein Gegner der israelischen Siedlungspolitik im Westjordanland sein, ohne Anti-Zionist zu sein. Der Zionismus hat verschiedene Spielarten. Eretz Israel ha-Schlema ist nur eine davon.

                    Noch viel mehr kann ich ein Gegner von Netanjahus Politik sein, ohne anti-zionistisch oder anti-israelisch zu sein.

                    • «Noch viel mehr kann ich ein Gegner von Netanjahus Politik sein, ohne anti-zionistisch oder anti-israelisch zu sein.»

                      Sicher, aber das ist nicht der Punkt! Wenn man diesen Vorwürfen ausgesetzt ist und zumal, wenn es von israelischer Seite selbst ausgeht, dann erweckt das den Eindruck von Seriosität, also Berechtigung und Widerspruch bekommt nicht mehr die adäquate Aufmerksamkeit/Korrektur.

                      Mit anderen Worten, was ‚ich‘ in einer Sache für völlig berechtigt halte, wird mir rhetorisch und viral verbreitet völlig gewendet um die ‚Ohren gehauen‘.

                      Kalter Kaffee!

                    • @ Izi

                      Ja, die Sache ist extrem kompliziert und man bewegt sich da auf sehr duennen Eis. Und…

                      Kurz: Ich sehe das genauso wie Sie 😉

                • Vorwurf: «Judenhasser Mélenchon?»

                  Solche Vorwürfe können im politischen Wettbewerb auch strategisch genutzt werden, um Gegner moralisch zu delegitimieren und deren politische Anschlussfähigkeit zu schwächen.

                  Die Regierung Netanjahu, insbesondere in ihrer aktuellen Koalition mit stark rechtsnationalen und religiös-autoritären Kräften, steht international wegen stark kritisierter, als diskriminierend und teils völkerrechtswidrig eingestufter Politik massiv in der Kritik.

          • Das «z.T.» ist bewusst gewählt. Es geht doch nicht um das Verorten der CDU in AfD-Nähe, doch jeder Blinde mit Krückstock kann im politischeen Programm der beiden Parteien die Übereinstimmung in diversen Bereichen erkennen, sei es Wirtschaftspolitik, Militärausgaben, Sozialpolitik, Energiepolitik, Familoienpolitik & Migrationspolitik. Ich denke auch, dass die in weiten Teilen gescheiterte Migrationspolitik & dessen Folgen der Hauptgrund

            • da ging was schief…

              Ich denke auch bzw. schnappe es in meinem Umfeld so auf, dass die in weiten Teilen gescheiterte Migrationspolitik & dessen Folgen den Hauptgrund für den Erfolg der AfD darstellen. Dass die Rechte keine politische Heimat mehr unter den etablierten Parteien hat, stimmt auch. Viele Aussagen von AfD-Politikern zu dem Thema erinnern mich an frühere Statements von CDU-Politikern, allen voran Friedrich Merz. der vor 26 Jahren den Begriff «deutsche Leitkultur» prägte. Er meinte, dass Zuwanderer, die auf Dauer hier leben wollen, sich einer gewachsenen freiheitlichen deutschen Leitkultur anpassen müssen. Später liess er das «deutsche» weg, befand aber noch 2023:»Wenn wir von Leitkultur sprechen, von unserer Art zu leben, dann gehört für mich dazu, vor Weihnachten einen Weihnachtsbaum zu kaufen.“

              • Sie werden lachen (oder eher nicht), die Idee einer deutschen Leitkultur dürfte eine Mehrheit in der deutschen Bevölkerung haben.

                Es ist spezifisch deutsch, das überhaupt in Frage zu stellen. Jeder Nationalstaat hat eine nationale Leitkultur, auch die USA oder Australien als Einwandererländer. Auch in der Schweiz erwartet man, dass sich Einwanderer in einem gewissen Maße einpassen und beim Erwerb der Staatsbürgerschaft wird das auch geprüft.

                Es ist sehr menschlich, die eigene Kultur zu verteidigen. Wenn dem nicht so wäre, gäbe es gar keine definierbare Kultur. Aber selbst Multikulturalismus ist erst möglich, wenn es vorher schon einmal spezifische Kulturen gab.

                Die Schweiz ist sehr stolz auf ihre Fussball-Nationalmannschaft, die weitgehend aus «secondos» besteht (zweite Generation von Einwanderern). Aber der Punkt ist, dass sich diese jungen Leute auch als Schweizer sehen.

                • @izi
                  Da legen Sie den Finger auf die Wunde…

                  Das dürfen Sie in Dt. aber in der Stringenz eher nicht mehr sagen.
                  Da kommt der Shitstorm von allem, was nicht CDU/CSU ist.
                  Das ist das Problem, was für mich auch nicht mehr aushaltbar ist.
                  Man kann das natürlich auch alles übertreiben und auf die Spitze treiben.
                  Aber schon der moderate Hinweis ist mittlerweile gefährlich.

                • Ja natürlich & jede Menge Menschen in D mit Migrationshintergrund sehen das so wie Sie es formulieren. Um sich zu integrieren, muss man allerdings nicht alle Sitten & Gebräuche übernehmen, insofern war der Tannenbaum-Satz völlig absurd. Noch absurder war die Behauptung, der Brauch sei Ausdruck der christlich-abendländisch geprägten kulturellen Identität. Was so nicht stimmt, vielmehr stellt der Tannenbaum ein Beispiel für Inkulturation dar. Bei orthodoxen Christen z.B. in Serbien oder Griechenland spielen zu Weihnachten Eichenzweige bzw. Olivenzweige eine zentrale Rolle, die tiefer in der christlichen Tradition verwurzelt sind als die strahlende & geschmückte Tanne. Nichts gegen weihnachtliche Tannenbäume (ich mag sie auch), doch den Begriff Leitkultur an so einem Beispiel zu erklären, ist einfach platt. Hätte er es so dargelegt, wie Sie es oben schreiben, wäre das völlig o.k.

                  Ich erinnere mich noch recht gut an die von Merz angestossene Diskussion über deutsche Leitkultur im Jahr 2000. Es sprach auch damals nichts dagegen, dass Zugewanderte die allgemeinen geselschaftlichen Normen anerkennen, doch der Unterton in den Aussagen von Merz & Co war eher durch die Forderung einer Assimilation als einer Integration bestimmt. Es wurde kräftig gegen Multikulturalismus geschossen, der mit Parallelgesellschaften gleichgesetzt wurde, was völlig daneben war.

                  • «insofern war der Tannenbaum-Satz völlig absurd»

                    Dem stimme ich zu. Ich habe zu Hause übrigens auch keinen.

                    In der Schweiz verlangt übrigens auch keiner von mir, dass ich jasse. Und Adventskalender sind hier von deutschen Einwanderern eingeschleppter Multikulturalismus 😉

                    (wirklich, das war keine Schweizer Tradition, aber inzwischen sind die Supermärkte Ende November voll davon)

                    • „Und Adventskalender sind hier von deutschen Einwanderern eingeschleppter Multikulturalismus…“
                      In meiner Kindheit war auch der Weihnachtsmann unbekannt. Eine optisch ähnliche Figur hiess Nikolaus und kam am 6. Dezember. Das Original war ein Bischof in „Kleinasien“, also kein Mitteleuropäer.
                      Vielleicht eher mitteleuropäisch ist der eierlegende Osterhase, Fruchtbarkeitssymbol des Frühlingsfestes. Der aber aus einer vorchristlichen Zeit stammt.
                      In meiner Kindheit und Jugend schimpften viele Erwachsene übe die Jugend, die gerne Musik aus USA und etwas später Britannien hörte. Diese deutschleitkulturelle Erregung bieb aber erfolglos.
                      Die Esskultur wurde unterwandert, zunächst von Pasta & Pizza, dann vom Döner Kebap. Etwa zeitgleich schossen ostasiatische Restaurants aus dem Boden wie die Schwammerl nach einem Sommerregen. Und Hamburgers. Nur das Bier blieb deutsch, auch wenn die Brauerei längst einem US- oder niederländischen Konzern gehört.
                      Übrigens, „urdeutsch“ ist ein Mischvolk mit keltischen, römischen und germanischen Ursprüngen. Von daher müsste „multikulti“ ja eigentlich Tradition sein.

            • «kann im politischen Programm der beiden Parteien die Übereinstimmung in diversen Bereichen erkennen»

              Das finde ich nun wieder nicht verwunderlich. Es gibt da ja auch eine gewisse personelle Kontinuität (Bernd Lucke, Alexander Gauland, Martin Hohmann, Beatrix von Storch, Hans-Olaf Henkel, Jörg Meuthe, Jörg Dornau). 2019 hatten 7.5% der AfD-Mitglieder eine CDU- oder CSU-Vergangenheit, und da waren ja ein ganz paar schon wieder gegangen.

                    • Das stimmt. Ich habe Sie aber so verstanden, dass Sie eine Nähe zwischen der AfD und der CDU konstruiert haben.

                      Das geht mir zu weit.

                  • @izi
                    >>>MIt meinem Einwand meine ich, dass man der CDU und der CSU zwar viel vorwerfen kann, aber sicher keinen Rechtsextremismus. Höcke schon.<<<

                    Im Gegensatz zu 33 ist Höcke aber nicht die Partei, und die Partei ist nicht Höcke.
                    Der ist zwar extrem unappetitlich, von mir aus auch rechtsextrem, und es gibt davon auch bestimmt noch ein paar ähnliche, aber dummerweise eben auch, eigentlich wie die gesamte AfD, ein WESTPRODUKT.
                    Und das wird generell in der Diskussion vergessen.

                    Die ganze Sache kam wieder mal aus dem Westen.
                    In den Medien wird aber generell alles auf den Osten projiziert.
                    Dabei war 2017 der Bundestageinzug der AfD nur durch die Weststimmen möglich.
                    Die Stimmen im Osten hätten dafür NICHT ausgereicht.
                    Was aber geschah: Der Osten wars, dort waren ja sowieso schon immer die Nazis.

    • Aus dem NZZ-Artikel über Mélenchon:

      >>…in dem er sich für das Recht ausspricht, Fabriken und Unternehmen zu enteignen, wenn dies «im Sinne der Allgemeinheit» sei.<<
      Na so was! Hat der alte Schlingel den linksextremen Artikel 15 des deutschen Grundgesetzes gelesen?

      • Ich glaube sowieso, ich sollte mein Haltung zu Mélenchon überdenken. Wenn sich jemand wie er in der Schweiz durchgesetzt hätte, könnte ich Ende des Monats in Rente gehen. Immerhin noch in einem Alter, indem die Kräfte für eine Radtour im Sommer und Herbst vom Nordkap nach Gibraltar reichen würden.

        Ironie aus.

    • «Da war doch mal was. War da nicht mal was?»
      «Die NSDAP ist die einzige Partei, die den Bolschewismus aufhalten kann», ja, das war mal. Kapitalisten, sofern nicht Juden, hatten keinen Grund für Angst vor der NSDAP. Angst vor der KPD natürlich schon. Dass es eine kapitalistische Krise war, die der KPD Stimmenzuwächse bescherte wollte man ja nicht wahrhaben. Auch heute werden Wirtschaftskrisen ja eher als Naturereignis gesehen.

      • «Kapitalisten, sofern nicht Juden, hatten keinen Grund für Angst vor der NSDAP.»

        Wuerde ich nicht behaupten. Wenn Sie Juden geholfen, versteckt usw. hatten, mussten die schon auch Angst haben. Spontan faellt mir Oskar Schindler ein.

        Dann Zeugen Jehovas, hommosexuell?

        Und sowieso, koennte wetten, das auch einigen die Ideologie der Nazis ueberhaupt nicht gefiel und die in verschiedenen Formen Widerstand leisteten.

        • Ausnahmen von der Regel habe ich nicht erwähnt, stimmt.
          Aber dass die Nazen ab 1933 massiv finanziell unterstützt wurden stimmt halt auch. Das waren keine Spargroschen der Verarmten. Bekannt ist die Klage von Heinrich Brüning, dass seine Partei nur 5000 RM Wahlkampfunterstützung bekam und die Nazen ca. 50 000 RM.
          Und dass später Firmen massiv von der Zwangsarbeit der KZ-Häfltlinge profierten, das ist schon auch so.

            • Die AfD hat eine ganze Reihe von Unternehmern als Grossspender. Einer hat einen Covid-19-Impfstoff entwickelt und ohne Zulassung an freiwillige Testpersonen verimpft. Er hat das selbst dem Paul-Ehrlich-Institut mitgeteilt und landete vor Gericht. Die Strafe (2024) betrug 250’000 Euro. Der Strafverteidiger war ein gewisser Wolfgang Kubicki. Die Spende an die AfD erfolgte erst 2025. Sie betrug 1.55 Millionen Euro.

                • @nera
                  >>>Meine Guete, was muessen das fuer Schlafschafe sein, die das freiwillig mit sich machen lassen.<<<

                  Ich glaube es waren ungefähr 60 bis 61 Mill. in Deutschland. 😋

                  • Die Betonung lag auf FREIWILLIG.

                    Bei den anderen geht ja die Erzaehlung so: ZWANGSIMPFUNG.

                    Aber freilich, bei dem AfD-affinen Quaksalber war’s ja mehr Viktor statt Vektor und Totimpfstoff. Da dachte man sich wahrsch. «Tote piepen nicht mehr.»

                    Und vielleicht gab’s ja dafuer auch mehr als nur ’ne Bratwurst.😆

                    • «Die Betonung lag auf FREIWILLIG.»

                      Hier sind die Zahlen für Comirnaty (BNT162b2), den weltweit ersten zugelassenen mRNA-Impfstoff von Biontech (vor der Zulassung):

                      Phase 1/2 (erste Menschenversuche): 200 Frewillige

                      Phase 3 (Zulassungsstudie): 21’720 von 43’448 Freiwilligen (Rest Placebo)

                    • @nera
                      >>>Die Betonung lag auf FREIWILLIG.
                      Bei den anderen geht ja die Erzaehlung so: ZWANGSIMPFUNG.<<<

                      Ja, ich weiss. Die haben sich freiwillig impfen lassen.
                      Sie haben sich doch auch freiwillig impfen lassen.
                      Die Menschen haben aber dadurch auch keinen Schaden erlitten. Sie doch auch nicht.
                      Weshalb reden Sie dann von "Schlafschafen"?

                      Und Zwang war ja bei den ganzen Massnahmen IMMER dabei gewesen.

                      Es war auch schon Zwang, was vor der Impfung war. Maskenzwang, Ausgehverbote, Bewegungsradius 15 km, Verbot auf Parkbänken zu sitzen usw.

                      Wenn Sie sich haben impfen lassen, habe ich doch nichts dagegen. Die ANDEREN hatten auch nichts dagegen.
                      Sie wollten nur nicht dazu GEZWUNGEN werden. Und dafür gab es eben auch Gründe.

                    • @ Oberst Zapf

                      «Wenn Sie sich haben impfen lassen, habe ich doch nichts dagegen.»

                      Sagen wir mal so, ich hab’s nicht so mit Zwang.

                      Und ’ne Bratwurst lockt mich nicht hinterm warmen Ofen vor. Da haette es schon ein anderes Angebot sein muessen.

                      Ansonsten klar, Leben und leben lassen.

                    • Das haut mich jetzt nicht vom Hocker. Ich hatte mal im Serumwerk gearbeitet. (Heute kurz «Glaxo» genannt, d.h. ist auch schon wieder so 8 Jahre her, wo ich das letzte Mal dort war. Will jetzt nicht erst nachgoogen, ob das noch aktuell ist.) Nicht, dass dort getestet wurde, aber man wurde so ungefaehr informiert, wie der ganze Ablauf ist, bevor das entsprech. Zeug auf den Markt kommt.

                      Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist der, dass es meines Wissens die Testphasen 1,2,3 gar nicht gab. Oder waren das die Eigen- und Umfeldtests?

                      Nun ja, der alternative Glaube versetzt Berge. Da kannste halt auch Wasser als Wein verkaufen.

                      Meinetwegen.

                      Ich gruesse mit dem Aluhut 😉

                    • «Der Punkt ist der, dass es meines Wissens die Testphasen 1,2,3 gar nicht gab.»

                      Der Punkt ist, dass es das Gleiche war wie eine Testphase 1.

                    • Sommernacht in Rom…

                      Okay, ich gehe jetzt ausnahmsweise mal die Kommentare von oben nach unten durch.

                      «Der Punkt ist, dass es das Gleiche war wie eine Testphase 1.»

                      So gesehen ja. Zumal es ja den willigen Versuchskaninchen auch so ziemlich egal war, was das fuer ein Zeugs war. Hauptsache nicht vom Staat empfohlen (und das noch unter Druck.)

                      Aber Testphase 2 und 3 sind wohl ausgefallen? Jedenfalls finde ich da nichts davon. Und zugelassen ist das auch immer noch nicht. Nirgends.

                    • @nera

                      Testphase 3 kostet viel Geld. Der Mann hat zwar angeblich etwa eine Milliarde, aber die Investitition hätte sich nicht gelohnt, weil die Abnahmeverträge mit anderen Anbietern längst ausgekungelt waren.

                  • Da ist sogar was dran. Wirklich gut getestet waren diese Impfstoffe auch nicht. Das Paul-Ehrlich-Institut mauert sogar bei der Information über die Analytik zur Qualitätskontrolle.

                    Man darf auch nicht vergessen, dass die in Masse verimpften Stoffe in einer ersten Serie auch an Freiwilligen getestet werden mussten. Mit gutem Grund kann man der Ansicht sein, dass das bei mRNA-Impfstoffen riskanter war als das, was Stoecker getan hat.

                    • @izi
                      >>>Mit gutem Grund kann man der Ansicht sein, dass das bei mRNA-Impfstoffen riskanter war als das, was Stoecker getan hat.<<<

                      Sie müssen das mal mit der KI diskutieren.
                      Man müsste dort sogar Aussagen über Wirksamkeit und Nebenwirkungen haben.

                      Zumindest findet es meine KI auch seltsam, dass man das nicht berücksichtigt hat.

                      Ganz so schlecht soll das Zeug, dass sich diese "Schlafschafe" haben injizieren lassen, gar nicht gewesen sein.🤔

                    • @ Izi

                      «Mit gutem Grund kann man der Ansicht sein, dass das bei mRNA-Impfstoffen riskanter war als das, was Stoecker getan hat.»

                      Wann und warum kam denn da bei Ihnen der Sinneswandel? Wenn ich mich recht entsinne, hatten Sie damals – beim Freitag noch – mit mRNA ueberhaupt kein Problem gesehen.

                    • @nera

                      «Wenn ich mich recht entsinne, hatten Sie damals – beim Freitag noch – mit mRNA ueberhaupt kein Problem gesehen.»

                      Soweit ich mich erinnere, habe ich dort nur die Meinung vertreten, dass ab einem gewissen Alter das Impfrisiko sehr wahrscheinlich geringer war als das Risiko, dem man bei Covid-19 ungeimpft ausgesetzt war. Ich war nie einer von denen, die behauptet haben, die Impfung könne keine Langzeitnebenwirkungen haben.

                      Ich bin immer noch der Meinung, dass mindestens ab 60 Jahren, wahrscheinlich schon früher, es statistisch gesehen richtig war, sich impfen zu lassen.

                      Im Uebrigen haben wir damals über etwas ganz Anderes geredet als jetzt. Damals ging es um Impfstoffe, die bereits drei Phasen der Zulassung durchlaufen hatten, also bereits an ein paar Zigtausend Freiwilligen getestet worden waren. Beim Vergleich Stöcker-Impfstoff mit mRNA reden wir über die allerersten Tests am Menschen (Phase 1) und da war das Risiko mit den neuartigen mRNA-Impfstoffen grösser als mit Stöckers hergebrachter Methodik.

                    • Yo, ich weiss, was Sie vertreten hatten und immer noch vertreten. Das scheint mir auch vernuenftig zu sein.

                      Was mRNA betrifft, will ich mich gar nicht streiten. Vielleicht hatte ich damals auch nur etwas miszverstanden oder einen Kommentar von jemand anderen Ihnen versehentlich zugeordnet. (War ein Kommentar.) Oder es ist einfach eine falsche Erinnerung.

                      Vielleicht versuche ich es aber auch irgendwann noch mal, die Nadel im Heuhaufen zu finden. Das kann ja nur in den Beitraegen von Ihnen sein, wo der Name BIONTECH schon im Spiel war. Und bei tausenden von Kommentaren sicher kein Problem.

                • Ei, ei, da schreibt man einen Kommentar gemäss der augenblicklichen Rechtslage und – Schwups – einen Tag später ändert ein Berufungsgericht diese Rechtslage.

                  Wenn das mal keine Verschwörung gegen mich ist. 😉

                    • @izi
                      Das ist der Mist mit der Übersichtlichkeit.
                      Ich dachte, Sie meinten, die Staatsanwaltschaft wäre in Revision gegangen.
                      Würde mich nämlich wundern.
                      Sie könnten Stöcker eher wegen eines anderen Vergehens anklagen.
                      Falls sie doch noch ein Exempel statuieren wollen…

                  • @ Izi

                    «Wenn das mal keine Verschwörung gegen mich ist.»

                    Ich glaube, da kann ich Sie beruhigen. Meines Wissens handelt es sich dabei um die wissenschaftlich gut erforschte «spukhafte Fernwirkung». Und mehr ist da auch nicht dahinter.

                    Sie duerfen also gern Ihre beiden Eier wieder einpacken. Angesichts des derzeitig wenig erbaulichen Wetters waere es vielleicht auch besser so.

                • **Meine Guete, was muessen das fuer Schlafschafe sein, die das freiwillig mit sich machen lassen.**

                  Viele dieser Schlafschafe haben dann auch und subtil ganz viel Druck gemacht. Manche haben sich sogar als Vorreiter und Helden inszeniert. Das war ganz schön traurig.

                  Willst Du ein Held sein…

              • Andreas Kemper nannte die „A“fD schon nach der Gründung im Jahr 1913 „Partei der Familienunternehmer“, weil der „Verband der Familienunternehmer“* an der Gründung beteiligt war, sie vielleicht sogar initiiert hatte. Der Verband blieb lange im Hintergrund, hielt sich mit öffentlichen Stellungnahmen zur „A“fD zurück. Hat sich aber mittlerweile offen zur Unterstützung der „A“fD bekannt. Rossman und Vorwerk sind daraufhin ausgetreten. Weil sie aber bis vor Kurzem noch Mitglied waren nehme ich an, dass dahinter kein politisches Motiv steht, eher wohl ein befürchteter Image-Schaden.

                *Mitgliedersind sind u. A. Miele, Deichmann, Sixt, Melitta, Oetker

                • Man darf sich natürlich auch fragen, warum dieser Verband die AfD unterstützt. Schärfer formuliert, warum die anderen Parteien die Unterstützung der Familienunternehmen verloren haben. Man würde annehmen, dass das mit ihrer Politik zu tun hat.

                  • „…warum die anderen Parteien die Unterstützung der Familienunternehmen verloren haben.“
                    Es gab damals die Diskussionen um €uro-Ausstieg und Wiedereinführung der Dmark. Die „A“fD wurde als anti-€.Partei gegründet. Firmen, die ihre Geschäfte vorwiegend auf dem Binnenmarkt betrieben (der damals fast wachstumslos dahindümpelte), also die Ross- und Deichmänner, Oetker etc. waren am den deutschen Export fördernden € nicht interessiert. Ich kann mich an die These erinnern, dass die Wiedereinführung der DMark günstig für eine Wiederbelebung des Binnenmarktes sei.
                    Andererseits war „A“fD von Beginn an strikt gegen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes, der den Binnenmarkt ja eher, wenn auch auf niedrigem Niveau, stabilisieren kann. Ganz konsistent waren die nie, meine ich.

                    • «Es gab damals die Diskussionen um €uro-Ausstieg und Wiedereinführung der Dmark.»

                      Das erklärt die Unterstützung der AfD durch die Familienunternehmen in der Anfangsphase der AfD. nicht aber die anhaltende Unterstützung, nachdem dieses Thema längst vom Tisch ist.

                    • Die heutige Unterstützung, kann ich mir vorstellen, beruht eher auf der Meinung, dass die „A“fD geeignet ist, die Leute vom objektiven Nachdenken über Gründe ihres realen oder befürchteten Wohlstandsverlustes abzuhalten. Eines bescheidenen Wohlstandes, wohlgemerkt, unterhalb der oberen Hälfte der „Mittelschicht“.

                      Die etablierten Parteien können das nicht: Mit einschneidenden Verordnungen, steter Beschimpfung der „faulen Arbeitslosen“ und „Kriegstüchtigkeit“ generiert man keine grosse Fangemeinde. Was Beschimpfung bestimmter Bevölkerungsteile angeht („divide et impera“) können die Leute ja das Original wählen und den Etablierten den „Stinkefinger“ zeigen. Stuhlgang der geplagten Psyche.

                      Auf welche Weise Politik & Agitation von oben gesteuert wird nimmt ja hier unten kaum jemand wahr: Als „reich“ gelten Arbeitskraftverkäufer der höheren Gehaltsklassen, als „mächtig“ Regierungspolitiker. Alles Andere schwebt komfortabel über den Wolken, von unten (scheinbar) unsichtbar.

                    • «Eines bescheidenen Wohlstandes, wohlgemerkt, unterhalb der oberen Hälfte der „Mittelschicht“.»

                      Das ist eine unbescheidene Ansicht, sowohl historisch als auch global gesehen. Ausser Statusneid spricht nichts dafür, mindestens in der unteren Hälfte des Mittelstands nicht.

                    • Man kann den Leuten nicht mit globalen oder historischen Vergleichen kommen, wenn sie einen Verlust oder auch «nur» Verlustangst erleben.
                      Diese Vergleiche
                      Der Hinweis: «Vor 100 Jahhren wäre es ihnen schlechter gegangen» oder «Schauen Sie mal nach Somalia» beruhigt nieman und hält niemand vom Wählen der Pseudoalternative ab.. Was zählt ist der persönliche Lebensverlauf, die Perspektive vor 20 Jahren und das Erleben heute.
                      Hinweise, es ginge den Leuten ja immer noch relativ gut werden als arrogant empfunden, nicht als hilfreich.

                    • «Hinweise, es ginge den Leuten ja immer noch relativ gut werden als arrogant empfunden, nicht als hilfreich.»

                      Das weiss ich. Nur folgt daraus nicht, dass diese Hinweise falsch sind.

                      Die DGB-Delegierten halten es ja auch für arrogant, wenn Merz «Demographie und Mathematik» sagt. Aber es handelt sich tatsächlich um Demographie und Mathematik. Was verbraucht werden soll, muss bereitgestellt werden.

                    • „Demografie und Mathematik“, mit dem Spruch versuchte der Mathematiker Merz auf dem DGB-Bundeskongress für die Politik seiner Regierung zu werben, und: «Alle werden etwas geben müssen und dafür werden wir alle etwas bekommen»* Dem DGB hat Merz nichts anzubieten, worüber zu verhandeln wäre, und es kann ihm auch egal sein, dass der Applaus sehr viel zurückhaltender ausfiel als der Beifall am 27. 02. 2022 im Bundestag zur „Zeitenwende“. Die Impulsgeber der Regierungspolitik sind andere, „über den Wolken schwebende“, wie ich oben schrieb in der komfortablen Position von den Untertanen nicht wahrgenommen zu werden.

                      *Abgeben: Nicht gemeint sind Abgaben per Vermögenssteuer, nicht gemeint ist ein Beitrag per reformierter Erbschaftssteuer. Nicht gemeint ist eine Rückkehr zum früher üblichen Einkommenssteuerspitzenssatz: Wer abgeben könnte ohne Not soll nicht geben, das steht ausser Frage. Kennet noch jemand den Begriff Lastenausgleich“?
                      Kredite werden vorwiegend so investiert, dass sie Aktienkurssteigerung und Dividenden erzeugen. Wer kommt für die Zinsen auf? Darüber spricht man nicht so gerne.
                      Das mal zu sagen hat nichts mit „Sozialneid“ zu tun, es ist einfach die Benennung von und die Frage zu Fakten: Kein Grund zur Aufregung. Vielleicht eher Grund zum Nachdenken über Lösungen statt steter Verschärfung der Situation? Nein? Dann wählt halt die „A“fD, es scheint ja alternativlos zu sein.

                      Im vergangenen Jahr „verloren“ mehr als 100 000 Leute ihren Arbeitsplatz, die sollen einfach mehr arbeiten, vielleicht ist das ja die Lösung aller Probleme.

                    • @ gelse

                      «Dann wählt halt die „A“fD, es scheint ja alternativlos zu sein.»

                      Brandbrief statt Brandmauer.

                      Cool.

                    • @gelse

                      Dieser Argumentation liegt die Idee zugrunde, dass alles Geld das gleiche Geld sei. Das glaubt fast jeder, aber es stimmt nicht. Geld, das für Produkte und Dienstlesitungen ausgegeben wird und Geld, das nur zur Aenderung von Zahlen auf Konten führt, sind verschiedene Dinge.

                      Die Menge verfügbarer Produkte und Dienstleistungen wird nicht grösser, wenn man die Vermögenssteuer wieder einführt (wiewohl das sinnvoll wäre) oder die Erbschaftssteuer erhöht (wiewohl das ausser für Firmenvermögen auch sinnvoll wäre) oder den Spitzensteuersatz erhöht (wiewohl auch das sinnvoll wäre).

                      Es hängt in Zukunft vor allem an den Dienstleistungen, speziell medizinischen Leistungen, Pflegeleistungen sowie an Handwerkern. Es wird an dem fehlen, was nicht im Homeoffice oder von Robotern erledigt werden kann. Das sind die Dinge, die wirklich nötig sind, wie bereits Wolfgang Grupp bemerkte.

                      Dieses Problem ist nicht durch die Umverteilung von Geld zu lösen.

    • @ Izi

      Ich habe es jetzt auch endlich geschafft, den von Ihnen verlinkten Artikel der NZZ zu lesen.

      Also, dass der NZZ-Journalist kein gutes Wort fuer Méle uebrig hat, ist mir klar. (Und wenn man rein die Person betrachtet, sehe ich das aehnlich.)

      Aber, dass Sie auch gegen den so vom Leder ziehen, da bin ich bass erstaunt.

      Mann, denken Sie doch mal nach! 😉

      Denken Sie einfach mal nicht nur im binaeren Modus links-rechts, und erst recht nicht nur an Frankreichs Innenpolitik.

      Denken Sie auch mal an den EU. So ein Putinversteher waere doch viel besser als Bardella (»Ich werde nicht zulassen, dass der russische Imperialismus einen verbündeten Staat wie die Ukraine absorbiert.« – s. u. Link).

      Und Frankreich hat ein ganz anderes Gewicht als die Slowakei, Bulgarien oder Rumaenien, die allesamt am T(r)opf der EU haengen.

      Mélenchon waere auch in diesem Verein der perfekte Spalter! 😆

      https://www.spiegel.de/ausland/frankreich-jordan-bardella-moechte-ukraine-weiter-unterstuetzen-a-e399256f-3a32-45cd-a312-cb9e366608a3

    • «…formiert sich in Frankreich die Brandmauer gegen rechts gerade um in eine gegen (extrem) links.»
      Weshalb für die Oberschicht der Hauptfeind (nicht Konkurrent, sondern Grundsatzgegner) links steht, lässt sich leicht ökonomisch erklären. Dass da nicht nur agitatorisch schwere Geschütze eingesetzt werden ist nicht neu.

      • «Weshalb für die Oberschicht der Hauptfeind (nicht Konkurrent, sondern Grundsatzgegner) links steht»

        Mag sein, aber da es eine Umformierung ist, war es ja vorher nicht so. Die Oberschicht hätte wohl Mitteparteien weiter vorgezogen, aber wenn es auf ein Duell extrem links gegen extrem rechts hinausläuft, unterstützen sie regelmässig extrem rechts. Auch wenn die Rechten auf Arbeiterpartei machen, kommen die Röhms nie dazu, wirklich die ökonomischen Verhältnisse zu revolutionieren.

        • @izi
          >>>Auch wenn die Rechten auf Arbeiterpartei machen, kommen die Röhms nie dazu, wirklich die ökonomischen Verhältnisse zu revolutionieren.<<<

          Vollkommen richtig.
          Und wenn "die Röhms" doch zu stark oder einflussreiche zu werden drohen, wird eben so verfahren wie damals bei Röhm.

  2. Der Beitrag enthält einige interessante und wichtige Beobachtungen, insbesondere zum Zusammenhang zwischen dem Eindruck politischer ‚Alternativlosigkeit‘, moralisierender Debattenführung und dem Wachstum einer Protestpartei.

    Gerade vor dem Hintergrund einer ostdeutschen Biografie erscheint nachvollziehbar, warum Begriffe wie «alternativlos» oder informelle Ausgrenzungsmechanismen besonders sensibel wahrgenommen werden. Der Text macht verständlich, weshalb solche Entwicklungen bei vielen Menschen ein Gefühl politischer Entfremdung erzeugen können.

    Auch der Gedanke, dass eine Demokratie politische Konflikte offen austragen muss, statt bestimmte Positionen reflexhaft zu tabuisieren, ist wichtig. Besonders überzeugend finde ich deshalb den Satz:

    «𝗠𝗮𝗻 𝘀𝗼𝗹𝗹𝘁𝗲 𝗱𝗶𝗲 𝗔𝗳𝗗 𝘇𝘄𝗶𝗻𝗴𝗲𝗻, 𝗸𝗼𝗻𝗸𝗿𝗲𝘁 𝗦𝘁𝗲𝗹𝗹𝘂𝗻𝗴 𝘇𝘂 𝗯𝗲𝘇𝗶𝗲𝗵𝗲𝗻.»

    Genau darin läge vermutlich ein sinnvollerer demokratischer Umgang als in ritualisierten Empörungs- oder Abgrenzungsschleifen.

    Gleichzeitig greift mir aber die Analyse insgesamt zu kurz, weil sie den Erfolg der AfD fast ausschließlich als Folge von Fehlern der etablierten Parteien erklärt. Damit unterschätzt der Beitrag aus meiner Sicht sowohl die Eigenlogik der AfD als auch die tieferen gesellschaftlichen Bruchlinien in Deutschland selbst.

    Auffällig ist vor allem, dass die massiven Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland kaum thematisiert werden. Wenn Migration oder die Flüchtlingspolitik allein ausschlaggebend wären, müsste die AfD gerade in westdeutschen Ballungsräumen mit höherem Migrantenanteil besonders stark sein.

    Tatsächlich erzielt sie ihre höchsten Werte jedoch häufig dort, wo vergleichsweise wenig Migration stattfindet. Das deutet für mich darauf hin, dass es um mehr geht als um konkrete Alltagserfahrungen.

    Gerade in Ostdeutschland scheinen tiefere Faktoren mitzuwirken: Erfahrungen von Fremdbestimmung, der abrupte gesellschaftliche Umbruch nach 1990, ein oft geringeres Vertrauen in Institutionen sowie das Gefühl kultureller Geringschätzung durch politische und mediale Eliten.

    Viele Konflikte wirken dort nicht nur wie normale parteipolitische Auseinandersetzungen, sondern wie Fragen von Anerkennung, Identität und gesellschaftlicher Zugehörigkeit.

    Der Beitrag streift diese Ebene höchstens am Rand, obwohl sie möglicherweise zentral für das Verständnis der heutigen politischen Lage ist.

    Gerade deshalb erscheint mir der stärkste Gedanke des Beitrags zugleich der produktivste: Die AfD sollte politisch und inhaltlich gestellt werden und nicht nur moralisierend.

    Wer dauerhaft große Zustimmung erhält, muss öffentlich erklären können, welche konkreten Lösungen für Renten, Pflege, Demografie, Wirtschaft oder Europas Rolle aussehen sollen.

    Eine Demokratie gewinnt langfristig nicht dadurch an Stabilität, dass sie Konflikte verdrängt, sondern, dass sie sie offen austrägt und argumentativ überprüfbar macht.

    • «Gleichzeitig greift mir aber die Analyse insgesamt zu kurz, weil sie den Erfolg der AfD fast ausschließlich als Folge von Fehlern der etablierten Parteien erklärt. Damit unterschätzt der Beitrag aus meiner Sicht sowohl die Eigenlogik der AfD als auch die tieferen gesellschaftlichen Bruchlinien in Deutschland selbst.»

      Da ist was dran. Da ähnliche Entwicklungen in vielen Ländern Europas ablaufen, ist schwer zu glauben, dass überall die etablierten Parteien zu dumm sind. Andererseits ist Wilders in den Niederlanden eingehegt worden. Auch in Spanien war die Gegenbewegung erfolgreicher.

      Die gesellschaftlichen Bruchlinien lasse ich gelten, die «Eigenlogik der AfD» nicht. Eine Eigenlogik, die zu Wählergunst führt, ist ein typisches Merkmal einer politischen Partei. Die Frage ist doch, warum die AfD mit ihrer Art von Eigenlogik erfolgreich ist.

      «Auffällig ist vor allem, dass die massiven Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland kaum thematisiert werden.»

      Ich finde, die sind in der Vergangenheit überthematisiert worden. Erstens ist die AfD nicht originär ostdeutsch, sondern westdeutsch. Selbst Höcke wurde in der alten BRD sozialisiert und blieb bis 2014 im Westen.

      Auch ist der grosse Zuspruch für die AfD längst nicht mehr allein ein ostdeutsches Problem. Die AfD ist zweitstärkste Partei in der Wählergunst in Bayern (18%). Wenn dort die SPD noch eine Volkspartei ist, dann ist es die AfD auch. Sie ist zweitstärkste Partei in der Wählergunst in Hessen (22%). Es gibt kein westdeutsches Bundesland mehr, in dem die AfD unter 10% liegt und mit Ausnahme des Stadtstaates Hamburg keines, in dem sie unter 15% liegt. Ueberall ist die Tendenz steigend.

      Dass es in Ostdeutschland schneller ging, liegt eher an der geringeren Loyalität zu Parteien allgemein als an irgend etwas anderem.

      «Tatsächlich erzielt sie ihre höchsten Werte jedoch häufig dort, wo vergleichsweise wenig Migration stattfindet.»

      Migranten sind häufig dort unbeliebter, wo es wenige gibt. Wo es viele gibt, gibt es häufig weniger Aengste unter den Einheimischen und sie werden eher als Menschen gesehen.

      «Eine Demokratie gewinnt langfristig nicht dadurch an Stabilität, dass sie Konflikte verdrängt, sondern, dass sie sie offen austrägt und argumentativ überprüfbar macht.»

      Da sind wir völlig einer Meinung. Allerdings scheint mir hier wirklich auch ein Versagen etablierter Parteien vorzuliegen.

      • «Andererseits ist Wilders in den Niederlanden eingehegt worden.»

        Genau das wäre auch für Deutschland der einzige, sogar demokratische Weg gewesen.
        Hätte Merz vor einem guten Jahr strategisch gehandelt statt opportunistisch (und feige) dann war damals die Koalition mit der AfD der einzig mögliche Weg, um sowohl dem «Ampelschicksal» als auch einer AfD-Dominanz zu entgehen.
        Nach dem Scheitern der Ampel war rational klar, eine künftige Regierung nur wird erfolgreich arbeiten können, wenn die Ausrichtung der Regierungsarbeit mit dem Mehrheitswillen der Wähler konform gehen wird. Aber da die deutsche Öffentlichkeit seit mehr als einem Jahrzehnt daran gewöhnt ist, dass die Regierung auch bequem gegen den Mehrheitswillen der Wähler regieren kann, Merkel hatte das quasi zum Programm erhoben, neigte auch Merz lieber dazu so weiter zu wurschteln.

      • «Da ähnliche Entwicklungen in vielen Ländern Europas ablaufen, ist schwer zu glauben, dass überall die etablierten Parteien zu dumm sind.»
        So dumm, oder:» zwar gutwillig im Interesse des Allgemeinwohles, aber leider unfähig», wie sie gerne dargestellt werden sind sie sicher nicht. Vielleicht könnte ein schärferer Blick auf die Lobbies, denen sie folgen eher etwas erklären?

  3. «Chatty/KI»

    Diesmal zutreffend. 🙂

    Ich diskutiere mit den KIs nach bestimmten Vorgaben/Regeln, die im LogoffModus als Einstiegskopie der KI von mir einkopiert wird zu Beginn und den zwar hinterlegten Texten entsprechen, die aber, wie ich jetzt weiß, systemisch nur in Teilausschnitten/Verdichtungen der KI zur Verfügung gestellt werden. Ich also nicht wüsste, unter welchem Stand die kI gerade mit mir diskutiert.

    Mit anderen Worten, es gibt deshalb einen kontinuierlicheren Kontext, an dem angeschlossen werden kann.

    Und eine beidseitige, offene Kritik, die für mich zumindest zu besseren Ergebnissen führt.

  4. «Die Hamas ist eine Terrororganisation.»

    Sicher, im Falle von ‚Staatsterrorismus‘ labelt man es natürlich anders, es sei denn, es handelt sich um P.

    Aber abgesehen davon bedarf es wohl einer größeren Zahl von Toten, um das als zumindest legitim zu bezeichnen. Und in dem Kontext benutzt man dann auch den Begriff ‚Kollateralschäden‘.

  5. Das Erzgebirge in Sachsen: Aua-Bad Schlema: Rechts neben der AFD ist hier schon Platz. Der Kandidat der Freien Sachsen für das Amt des Bürgermeisters liegt im ersten Wahlgang vorn.

    Irgendwo in Brandenburg: Der erste AFDler hat es geschafft, zum Bürgermeister.In Zehdenick im Landkreis Oberhavel wurde der AfD-Kandidat am letzten Sonntag im ersten Wahlgang gewählt. Dieser Betriebsunfall wäre nicht passiert wenn die Grünen mal aufs Land gezogen wären.

    Die Anhalt-Wahl über Sachsen naht: Die neueste Insa-Umfrage im Überblick:

    AfD: 42 Prozent (+ 4)
    CDU: 24 Prozent (- 1)
    Linke: 13 Prozent (+/- 0)
    SPD: 6 Prozent (+/- 0)
    Grüne: 4 Prozent (+/- 0)
    BSW: 4 Prozent (- 1)
    FDP: 3 Prozent (+/- 0)
    Sonstige: 5 Prozent (- 2)

    Da geht noch was, liebe SPDler. Entweder ein paar Grüne ins Boot holen, BSWler bezahlen oder die Linke stärken. Urlaub muss ja auch mal sein.

    Berlin: Wie dramatisch es um die Infrastruktur in Deutschland steht, kann man derzeit leider in der Hauptstadt besichtigen. Die weltbekannte Technische Universität (TU) an der Straße des 17. Juni, 32.000 Studierende und über 100 Studiengängen, darf seit dem Wochenende nicht mehr genutzt werden. Nach einer Begehung der Bauaufsicht und der Berliner Feuerwehr wurden derart erhebliche Baumängel festgestellt, dass das Gebäude sofort geschlossen wurde. Immerhin sind keine Brücken über die Elbe oder den Rhein im Spiel.

    Thüringen-Monitor: 90 Prozent der mehr als 3800 Befragten bekennen sich zur Demokratie. Gleichzeitig hat die Erhebung ein massives Umsetzungsproblem durch die Politik offenbart. Zwar halten 90 Prozent die Demokratie für gut, doch 44 Prozent sind mit ihrer praktischen Umsetzung unzufrieden. Irgenwas stört halt immer, und wenn es nur das Volk ist.

    Wien, ESC-Hauptstadt 2026: Teilnehmerland San Marino mit Boy George, nicht zu verwechseln mit George Michael als musikalischer Asylant, ähm Gast schon im Halbfinale ausgeschieden. Oder soll man sagen, leiders. Dafür präsentierte sich der deutsche Beitrag, ein Engel von der GoGo-Stange mit Tanz und Feuer in Höchstform. Wir sind auf den großen Samstag Abend gespannt.

    • @u_S
      >>>Irgenwas stört halt immer, und wenn es nur das Volk ist.<<<

      Eigentlich scheint seit längerer Zeit in Unserer oder einer anderen westlichen Demokratie fast nur noch das Volk das störende Element zu sein.🤔

      So wie es in einer Beziehung oder Partnerschaft mittlerweile der Mann sein soll.

      Zumindest habe ich selbige Aussage in bestimmten, sich von Hass und Hetze strikt abgrenzenden, hoch toleranten Kreisen gelesen.

      Irgendwas läuft hier gewaltig schief und aus dem Ruder.

      Aber macht nichts. Stay calme.
      Gibts neben Geschlechterkrieg halt auch noch Bürgerkrieg.
      Auf den grossen Krieg bereiten wir uns ja nun schon mit allergrösster Entschlossenheit und Mobilisierung aller Reserven auch vor.

    • «Dieser Betriebsunfall wäre nicht passiert wenn die Grünen mal aufs Land gezogen wären.»

      Die hatten vorher Juli Zeh gelesen und wussten daher, dass sie auf dem Land nicht willkommen waren.

      In Sachsen-Anhalt zähle ich bei INSA 42:43. Da liegt eine absolute AfD-Mehrheit schon in der Vorhersageunsicherheit.

      «Wir sind auf den großen Samstag Abend gespannt.»

      Nö. Das ist der Abend nach der SOLA-Staffette. Da habe ich nicht mehr genug Widerstandkraft, um diese diese Sendung durchzustehen.

      «TU Berlin»

      Das ist doch nur eine mittlere Katastrophe. (Ina Czyborra, SPD).

    • @ Sportsfreund

      «Irgenwas stört halt immer, und wenn es nur das Volk ist.»

      Zwischenfrage: Was ist denn das Volk? Gehoeren dazu auch die links/gruen-versifften Woken, der Fritze Merzen, Narr Olaf, Gas-Gerd, das klingende Beil der Guillotine usw.? Verdiente Migranten, graue Woelfe und Pass-Staatsbuerger?

  6. *Was ist denn das Volk?*

    Eine Nationalmannschaft, 40 Millionen Bundestrainer oder so in etwa in der BRD. Vollkommen klar das es das Eichhörnchen Nagelsmann dann schwer hat)))

      • Die andere Hälfte steht halt auf andere Sportarten. Auch die gehören dazu))) Man merkt es nur nicht.

        Gestern Landtag Sachsen. Grün und Blau schlachten die Sau. Keine Ahnung ob das was der Grüne 7-Demokraten-Block für das Fleischerhandwerk in Sachsen eingebracht hat vernünftig und durchdacht für Sachsen war. Wurde jedenfalls – iGitt – mit den Stimmen von BSW und AFD beschlossen. CDU + SPD, die Minderheitenregierung wollten nicht. Drama für die Grünen. Anstatt aber mal zu schreiben was es mit dem Gestzt so auf sich hat wird nur über fallende Brandmauern diskutiert. Man gönnt sich halt nicht die Butter auf dem Brot.

        Ich zitiere aktuell die Juli vom ZEH: +++„Es ist ein wirklich schrecklicher Teufelskreis, denn das Allerwichtigste wäre, dass Politik anfängt, wieder richtig zu gestalten, so dass die Leute* die Ergebnisse sehen und in ihrem Leben spüren können.“+++

        Mit Leute* meint sie bestimmt das allgemeine Volk.

        ** Gehoeren dazu auch die links/gruen-versifften Woken, der Fritze Merzen, Narr Olaf, Gas-Gerd, das klingende Beil der Guillotine usw.?**

        Bestimmt, auch wenn sie nicht unter ihrer eigenen Arbeit Resultate leiden müssen.

        **Verdiente Migranten, graue Woelfe und Pass-Staatsbuerger?**

        Bestimmt, wobei die drei Gruppen die Resultate der Arbeit der oberen Gruppe ertragen müssen. Wobei Gruppe eins noch nicht mal ohne deutschen Pass wählen kann, also die da oben.

        Sind sie wirklich in ROM. Auch so versifft, ungepflegt und dreckig wie Weimar aktuell?

        • „Es ist ein wirklich schrecklicher Teufelskreis, denn das Allerwichtigste wäre, dass Politik anfängt, wieder richtig zu gestalten, so dass die Leute* die Ergebnisse sehen und in ihrem Leben spüren können.“

          Zeh lebt in einem Brandenburger Dorf. Ich denke, jeder Spitzenpolitiker sollte an so einem Ort mal ein Sabbatical machen. Es geht auch ein Dorf im Hunsrück oder Gelsenkirchen.

        • @u_S
          >>>Gestern Landtag Sachsen. Grün und Blau schlachten die Sau<<<

          MDR berichtet über die Hintergründe. Natürlich aus Sicht der Grünen Fraktionschefin Franziska Schubert:
          "…man habe zu keinem Zeitpunkt eine Mehrheit mit AfD und BSW angestrebt.
          "Bis zum Ende der Debatte hatte sich die AfD ablehnend zum Antrag geäußert und die BÜNDNISGRÜNEN für den Inhalt beschimpft.
          Das BSW hatte ebenfalls den Antrag kritisiert und zuvor gegenüber den Parlamentarischen Geschäftsführern deutlich gemacht, diesem Antrag nicht zuzustimmen.
          Am Ende haben AfD und BSW gemeinsam nur zugestimmt, um die demokratischen Fraktionen des Landtages vorzuführen.
          Dies zeigt einmal mehr, dass dem BSW nicht zu trauen ist und es sich ohne Skrupel daran beteiligt, die Demokratie verächtlich zu machen."

          Ob es allerdings finanzierbar ist, steht noch in den Sternen.
          Wie eigentlich fast alles mittlerweile…

              • «Und wenn der Antrag sinnvoll ist, was soll die Distanzierung und das Wehklagen danach?»

                Der Antrag (Entlastung kleinerer Schlachtbetriebe und Fleischer von Bürokratie und Gebühren, für die Grossbetriebe Mengenrabatte erhalten) ist im Wesentlichen sinnvoll. Ich habe allerdings den Verdacht, dass die Grünen ihn gar nicht durchbekommen wollten.

                • @izi
                  >>>Ich habe allerdings den Verdacht, dass die Grünen ihn gar nicht durchbekommen wollten.<<<

                  Dann wäre das Vorgehen der AfD und BSW ja schon fast "faustisch".
                  Es soll um die Absenkung der Fleischbeschaugebühren gegangen sein.
                  Du muss man sich aber bei MDR durch einen 60 min podcast quälen.
                  Normale Berichterstattung gibt es ja in der Form dort nicht mehr.

                  In der Zeit kann man was dazu lesen:

                  https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-05/sachsen-landtag-gruenen-antrag-mehrheit-afd

                    • @ u_S

                      Tja. Dem kann sich keiner entziehen. Und wir sind auch bald dran*.

                      Dazu muss ich aber nicht die Ostdeutsche Allgemeine lesen. Kam auch in der tagessschau zur besten Sendezeit, mit dem Hinweis, dass man sich dort (also in deren Sendeanstalten) von der Paula auch nochmal Filme und so ansehen kann. (Geht auch mittels Internet.)

                      *Ich jedenfalls kann mir das Arbeiten bis 67 nicht leisten. Das steht schon mal fest. Sinnlos verschwendete Lebenszeit. Und von wegen alternativlos. Phh 😉

                    • @Florentinerin aus Sachsen. Ich hab doch nur den nichtfunktionierenden Link von Günni geklickt…

                    • @ Sportsfreund

                      Sie meinen: gekickt.

                      Da hammSe natuerlich Recht! Das muss der Guenni noch lernen 😉

                    • Keine Ahnung, warum der Sportsfreund Ihren Namen so verhunzt hat. Ich hatte den dann nur zwecks Wiedererkennungseffekt gespiegelt.

                      Apropos Sport: Da war doch heute was. Vor lauter Aufregung weiss ich jetzt nicht mal Startzeit und Teamname.

                      Aber ich stehe natuerlich – wie immer – mit voller Kraft im Geiste hinter Ihnen.

                      Also Hals- und Beinbruch! Sie machen das schon 😉

                    • «weiss ich jetzt nicht mal Startzeit und Teamname»

                      Es wäre noch zurecht gekommen, wenn ich kurz vor dem Start aufs Handy geschaut hätte. Der Startläufer von «Magnetic Moments in Motion» war so schnell, dass ich fast an der Spitze des Feldes gestartet bin und demzufolge von ganzen Heerscharen überholt wurde.

                    • Den Halbsatz am Schluss haetten Sie jetzt nicht sagen sollen. Hat mein Zauber also nicht geholfen 😉

                      Nu jut, ich gucke heute Abend mal auf die Ergebnisse…(und Fotos…aehm brauche ich dazu etwa ’ne Startnummer???)

                    • Realistischerweise muss man sagen, dass die meisten Starterinnen und Starter zwischen 30 und 40 Jahren jünger sind 😉 Es wäre komisch, wenn sie mich nicht überholen könnten. Ich bin aber mit meiner durchschnittlichen Kilometerzeit zufrieden, selbst wenn man berücksichtigt, dass die Strecke netto bergab ging.

                  • *MDR* muss sparen. 3 Jahre kein Tatort mit Schnabel, kein Polizeiruf aus Halle und Magdeburg, Sputnik(halber Nachfolger von DT64) fliegt aus dem UKW und das Mittagsmagazin wird an den Norden weitergereicht.

        • @u_S

          «Sind sie wirklich in ROM. Auch so versifft, ungepflegt und dreckig wie Weimar aktuell?»

          Nee, gab doch keene Bruecke zum Brueckentag. Musste gestern Nacht orbeidn.

          Aber Rom wenigstens im Guckkasten gesehen. Und da lief natuerlich alles nach Plan.

          Und Ihre Frage (Is AfD-Sprech, wa?)… kann ich sowieso nicht beantworten. Weil ich war bestimmt genauso lange nicht in Rom wie in Weimar. Und dann noch zur ziemlich gleichen Zeit. Also wirklich, Sie haben Ansprueche!

  7. Ein Vorschlag zur Konjunkturbelebung: Zeltbau ausweiten als Ersatz für baufällige Schul- und Hochschulgebäude. Das wäre auch billiger und bräuchte weniger teuren Rohstoffimport als Produktion von Drohnen und Panzern.

  8. Ich ziehe das mal wieder aus dem „Bandwurm“ nach unten. zwecks leichterer Lesbarkeit.

    „Geld, das für Produkte und Dienstleistungen ausgegeben wird und Geld, das nur zur Aenderung von Zahlen auf Konten führt, sind verschiedene Dinge.“
    Das habe ich ja noch nie bestritten und wer meine bisherigen Aussagen zum Thema gelesen hatte weiss, dass ich nicht für „über den Wolken“ generierte Zahlenspiel plädiere Auch nicht für Friedmans „Helikoptergeld“ oder Ähnliches, das unspezifischen Konsum propagiert.
    Wenn der Staat seine Einnahmen wieder erhöhen würde, dann käme es darauf an, wie das Geld investiert wird. Dass ich nicht für ein ruinöses Wettrüsten plädiere dürfte ebenfalls bekannt sein.* Eher kommt es darauf an Gemeinwohdienliche Arbeit fördern und gemeinwohlschädliche Arbeit hindern.
    Der gelobte Merz sprach ja von „Abgeben“, als Ergebnis seiner mathematischen Ermittlungen. Dann wäre eben zunächst mal zu prüfen wo ohne Not etwas abgegeben werden kann und wo eher nicht. Wenn Abgeben nur zur Erhöhung des Wohngeldes führen würde wäre es kontraproduktiv, zum Beispiel. Abgeben von Niedrigeinkommen ohne Einkommensersatzleistung wäre auch kontraproduktiv: Wer keinen Wohnsitz mehr hat kann bei Bewerbungen keine Antwort empfangen, auch wären ja die üblich gewordenen online-Bewerbungsformulare gar nicht zugänglich. Auch wäre man nach einiger Zeit wegen gesundheitlicher Mängel nicht mehr arbeitsfähig. Totalausfall. Massnahmen, die Wohnungslosigkeit forcieren sind also kontraproduktiv im Sinne des Gemeinwohls. Mal als Beispiel. Wer möchte kann mehr Beispiele finden.
    Reine Zahlenspiele sind nicht produktiv im Sinne des Allgemeinwohles. (Eine Definition für „Gemeinwohl“ habe ich schon mal vorgeschlagen und dazu gesagt, wem was Besseres einfällt, der/die soll es bitte schreiben.)
    Nichts gegen Mathematik, sie hat ihren Gebrauchswert, aber eben nicht Alles &Jedes. Wer mal von theoretischen auf die praktische, materielle Ebene hinunter geht findet eine Komplexität, die dem Zahlenspieler zu unbequem sein kann. Soviel zu den Welten über und unter den Wolken.


    „Es hängt in Zukunft vor allem an den Dienstleistungen, speziell medizinischen Leistungen, Pflegeleistungen sowie an Handwerkern.“
    Ja. Nicht einfach mit Zahlen jonglieren, sondern Gebrauchswerte definieren. um es mal allgemeiner zu sagen.
    Wie können die wieder verbessert werden? Die bisherige Politik hat die stete Verschlechterung nicht verhindert, sie sogar eher gefördert. Kann gefragt werden, welche Produkte (Waren und Dienstleistungen) dem Gemeinwohl nützen und welche ihm Schaden zufügen? Könnte nach Klärung dieser Frage mit Steuern gesteuert werden, die Einen ent- die Anderen Belasten? (Das Prinzip der Tabaksteuer auf den ganzen Wirtschaftsbereich angewandt?) Wie können in zunehmend unbeliebt gewordenen Arbeitsbereichen (zum Beispiel Krankenpflege) die Arbeitsbedingungen wieder attraktiver gestaltet werden? In dieser Weise

    *Die massive Aufrüstung, der monströse Werbeaufwand für die Kriegsertüchtigung und Opferbereitschaft dafür wird begründet mit der Behauptung, dass die russische Westerweiterung unmittelbar bevorstünde. Das ist durchaus auch ein ökonomisches Thema, man muss ja nur mal fragen: „cui bono?“. Schon lange her, dass ein gewisser Cicero die Frage stellte, aber sie ist auch heute aktuell, wenn man nicht auf jede propagandistische Leimrute der Obrigkeit krabbeln möchte.
    Bevor man nach Antworten sucht, sollte versucht werden zielführende Fragen zu stellen. Antworten nach denen niemand gefragt hat sind in der Regel Reklame für irgendwas.

    Viele sind bereit, anzunehmen, dass Regierungen zwar gutwillig seien, aber halt leider unfähig. Weswegen Lebensbedingungen für einen wachsenden Teil der Bevölkerung nicht besser werden, sondern Schrittchen für Schrittchen schlechter. Wenn auch, verglichen mit Somalia, immer noch relativ komfortabel, da ist schon noch ‚Luft nach unten‘.
    Vielleicht aber sind die Regierungen (nicht nur die jeweils akute) gar nicht so dumm wie sie scheinen, vielleicht folgen sie einfach nur einer „Führung“, die kein Mehrheitsinteresse vertritt? Womit wir schon wieder bei der „cui bono“-Frage sind. Doch doch, die ist immer noch aktuell, glaubt mir bitte wenigstens mal das 😉

    • «Dass ich nicht für ein ruinöses Wettrüsten plädiere dürfte ebenfalls bekannt sein.*»

      Da sind wir uns auch einig. Ich bin zwar (inzwischen) vermutlich etwas weniger pazifistisch als sie. Ein Staat muss eine gewisse Verteidigungsfähigkeit haben, etwa im Sinne des Dau-de-Dsching (Entschlossen, aber nur wenn es nicht anders geht. Entschlossen, aber nicht gewalttätig). Was aber gegenwärtig an Aufrüstung angestrebt wird, ist in dieser Form nicht nötig und nicht einmal militärisch sinnvoll.

      Ihre Gedanken sind klug. Allerdings kommt man am Ende nicht um die Erkenntnis herum, dass ein gewisser Wohlstandsverlust unvermeidlich ist, wenn sich das Verhältnis zwischen der arbeitenden und nichtarbeitenden Bevölkerung zuungunsten der ersteren verschiebt. Und das ist ein demografischer Fakt, der sehr schwer zu ändern ist (das würde sehr viel Einwanderung erfordern, mit allen damit verbundenen Problemen).

      Man kann ausrechnen, wie stark die Produktivität steigen müsste, um bei diesen demografischen Gegebenheiten keinen Wohlstandsverlust zu erleiden. Diese Produktivitätssteigerung ist unrealistisch. Das ist das, was Merz mit Mathematik meint.

      Ob die Gewerkschafter das einsehen oder nicht, ist unerheblich. Es wird so kommen, weil weder die Demografie noch die Mathematik geändert werden können.

      Ich gebe Ihnen recht, dass man diesen Prozess deutlich besser gestalten könnte, als es die jetzigen Politiker tun oder anstreben zu tun. Das würde aber in einer Demokratie nur möglich sein, wenn die Wähler die Unvermeidlichkeit des Wohlstandsverlusts und einer enstprechenden Umgestaltung der Gesellschaft im Mittel einsehen würden.

      Die Realität ist, dass sie diejenigen wählen werden, die ihnen vorlügen, es ginge ohne Wohlstandsverlust.

        • Diese These ist so steil, dass ich den Anstieg nicht mal im niedrigsten Gang meines Gravel-Bikes bewältigen kann. Und das liegt auch nicht am gegenwärtigen Zustand meiner Beinmuskulatur.

          Eine solche Korrelation gibt es weder historisch in einem Land noch beim Vergleich hochentwickelter Volkswirtschaften.

          Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit für alle Beschäftigten betrug in Deutschland 2025 30.4 Stunden und in den USA 34.3 Stunden. Die Geburtenraten pro Frau betrugen 1.35 in Deutschland und 1.57 in den USA.

          Ich habe übrigens nicht behauptet, man müsse länger arbeiten. Zum Beispiel hätte Rente mit 67 in der Schweiz an der Urne nicht die Spur einer Chance. Deshalb versucht das hier gar keiner. Man muss dann eben nur akzeptieren, dass man sich weniger leisten kann. So oder so, meinetwegen auch ein Kompromiss zwischen Arbeitszeit und Wohlstand, aber gleiche oder abnehmende Arbeitszeit und steigender materieller Wohlstand geht angesichts der demografischen Situation nicht.

          • «meinetwegen auch ein Kompromiss zwischen Arbeitszeit und Wohlstand»

            Einverstanden. Ich habe natuerlich das Privileg, dass ich mir weniger «Wohlstand» leisten kann, andere vielleicht weniger.

            Noch ’ne steile These: Vermutlich liegt es auch an den fehlenden Plagegeistern?

            • Oh, ich bin durchaus dafür, allen ein vernünftiges Auskommen zu geben, die arbeiten (oder in den Jahren ihrer Leistungsfähigkeit gearbeitet haben) sowie denjenigen, die nicht arbeiten können oder denen man keine Arbeit anbieten kann, für die sie geeignet wären.

              Ich bin nur dagegen, dass an diejenigen umverteilt wird, die sowieso schon ein sehr auskömmliches Einkommen haben.

              • Yo. Da sind wir einer Meinung. Aber die Sache ist eben sehr komplex, wuerde ich mal meinen. (Siehe Genossen @pleifel oder Genossin @ gelse oder allgemein die linken GenossInnen von der SPD und der Linken.)

                Uebrigens Ihre Zeit: 5:… – aehm Moment: Israel kommt -Michel, ei,ei,ei, oh, oh,oh oder so, reisst mich jetzt nicht gerade vom Hocker -…aehm wo war ich gerade: :46 ist doch richtig gut ueber die lange Strecke. Den Schnitt hatte ich – wenn ueberhaupt – in meinen besten Jahren und da war die Strecke (Halbmarathon) zwar etwas laenger, aber glatt.

                Und, dass Sie – mit freilich viel Fantasie – in schwarz/blau gelaufen sind, finde ich schon irgendwie suess 😉

              • Vielleicht mal über Arbeitsinhalte/Arbeitsziele/Arbeitsergebnisse?
                Das Ergebnis dieser Ermittlung dann auf den Pauschalbegriff «Produktivität» anwenden, mit der Frage, was nützt einem Leben in Gesundheit/Wohlbefinden/Lebensfreude, was schadet dem eher? Wir würden Arbeitsergebnisse finden, die dem eher schaden als nützen, also gut verzichtbar wären ohne Verlust an Lebensqualität. Ich warte gespannt wie ein alter Regenschirm (nie war er so nützlich wie heute 😉 ) auf die Widerlegung meiner Behauptung.

                • Nun ja, Widerlegung.

                  Aus meiner Sicht ist der Punkt eher, dass man nicht für andere entscheiden kann, was sie wollen sollen. Und dass man nicht zentral planen kann, welche Produkte und Dienstleistungen in welcher Menge bereitgestellt werden sollen. Das ist mehrfach versucht worden und immer schiefgegangen.

                  Ich glaube nicht, dass jemand eine Kreuzfahrtreise braucht, aber wer bin ich, Kreuzfahrtreisen zu verbieten? Ich brauche ja auch keine Pyrenäen-Radtour und mache sie trotzdem, weil ich daran Freude habe.

                  Auf den ersten Blick bewege ich mich damit zwar in Ihrem Raum (Lebensfreude), aber ich trinke auch mal Wein oder esse Süssigkeiten und dann fängt das mit der Fragerei nach der Gesundheit schon an. Würde ich irgendjemanden wählen, der meine Entscheidungsfreiheit bei Wein und Süssigkeiten einschränken will? Sicher nicht.

                  Die Regierung hat sich nicht als Kindermädchen zu gebärden. Sie soll die Freiheit nur in den Fällen einschränken, in denen die Ausübung der Freiheit den Interessen anderen schwer schadet. Was «schwer» bedeutet, ist eine Abwägungsfrage. Ist die Einschränkung für diejenigen, denen ich etwas verbiete grösser als diejenige für andere, wenn es erlaubt bleibt? Das sollte die Richtschnur sein.

                  Dann würden viele Regulierungen, die es jetzt gibt, verschwinden.

                  • Ach, das Verbieten. Immer wieder gerne irgendwo hineininterpretiert wo es nicht gefordert wird. Mit welchem Ziel?
                    Oben war die Rede davon, dass der Gesellschaft aus demogrphischen Gründen weniger Arbeitskraft zur Verfügung stünde und dass damit das Angebot an Arbeitsergebnissen reduziert wird.
                    Anderseits ist man in Sorge, wenn Arbeit im KFZ-Bereich entfällt und hocherfreut, wenn ein Rüstungskonzern diese Arbeitsplätze übernimmt. Was fehlt denn nun wirklich? Arbeitsplätze oder Arbeitsergebnisse? Oder vielleicht Beides?
                    Jedenfalls halte ich es nicht für falsch, in einer Notlage, wie auch immer sie wirklich beschaffen ist, Prioritäten zu setzen. Wobei Bedarfe zu berücksichtigen sind, und Bedürfnisse soweit es die Notlage erlaubt. Und niemand zu bevorzugen oder zu benachteiligen ist.

                    • Werden wir konkret. Es gibt zu wenige Aerzte im ländlichen Bereich, zu wenige Fachärzte insgesamt und Pflegepersonal ist ebenfalls schwer zu bekommen. All das wird sich aus demographischen Gründen nicht verbessern sondern verschlechtern (mehr Bedarf, geringeres Angebot von Arbeitskräften).

                      Ihr Beispiel vom Ersatz von Kfz-Arbeitsplätzen durch solche in der Rüstung hat zwei Gründe. Die Kfz-Hersteller haben natürlich sehr gute Kontakte in die Politik und da wird einfach Klientelpolitik gemacht. Aber die IG Metall ist eben auch ein Grund. In dieser Industrie ist unverschämt gut verdient worden. Es gäbe schon Jobs, für welche die freigesetzten Arbeitskräfte umgeschult werden könnten, nur sind diese lange nicht so gut bezahlt.

                      Aehnliches gilt für die chemische Industrie/IG Chemie, nur ist es da schwerer durch Rüstungsaufträge zu kompensieren.

                  • «Ich glaube nicht, dass jemand eine Kreuzfahrtreise braucht, ..»

                    Wobei ihre ‚Pyrenäen-Radtour‘ niemanden schadet, eher dürfte das Gegenteil der Fall sein.

                    Ersteres hat einen Massentourismus ausgelöst, der nicht nur aus Umweltgründen abzulehnen ist, sondern auch viele Tourismusorte überfordert.

                    Das lässt sich nun mit ihrem persönlichen Hobby überhaupt nicht vergleichen, zumal es wohl als ‚Individualtourismus‘ beurteilt werden kann, der wohl auch noch der Gesundheit förderlich ist.

                    Und vor allem auch, hier wurde kein ‚Produkt‘ (also Kreuzfahrschiffe) geplant und vor allem auf Sport, Engagement, Ausdauer und auch Freude an der Natur gesetzt.

                    Kommt das etwa so hin?

                    • So sehe ich das zwar auch, aber immerhin brauche ich eine Zugreise nach Perpignan, eine Zugreise zurück von Biarritz und Uebernachtungen. Gesunde Ferien könnte ich auch haben, indem ich in der Umgebung von Zürich radfahre und wandere. Das würde viel weniger Ressourcen verbrauchen.

                • » Es gibt bestimmt viele wichtige Verwaltungsjobs – ich kann aber nicht sagen ob das Verhältnis zu anderen Arbeitsplätzen gesund ausfällt.»

                  Ich glaube, das kann ich sowohl für Deutschland als auch für die Schweiz einschätzen. Dieses Verhältnis ist bei Weitem nicht gesund.

                  Aber es ist illusorisch, in grösserem Ausmass aus Verwaltungspersonal Pflegepersonal zu machen, beispielsweise.

                  • @izi
                    >>>Aber es ist illusorisch, in grösserem Ausmass aus Verwaltungspersonal Pflegepersonal zu machen, beispielsweise.<<<
                    Warum soll das nicht möglich sein?
                    Ich erinnere das gern an 1989 und ff.
                    Die DDR hatte doch auch einen sehr grossen Wasserkopf, wurde gesagt.
                    Den konnte man doch recht zügig abbauen, damals.
                    Stasi in die Produktion wird nicht mehr so klappen, aber weniger wegen der felhlenden Stasi. 🤔

                    • Ja, ja, nach einem Zusammenbruch geht das. Nur bedeutet das dann, dass die vorherigen Jobs nicht mehr da sind, weil der Staat sie nicht mehr bezahlen kann. Wenn vorher keine andere Lösung gefunden wird, geht das so aus.

      • «Ein Staat muss eine gewisse Verteidigungsfähigkeit haben,…»
        Im Sinne von Katastrophenschutz, ja. Ich denke, wir könnten uns darauf einigen, dass Kastrophenschutz, der primär im Bestreben besteht, Teil der Katastrophe zu sein (‚Kriegstüchtigkeit‘), nicht sehr effizient ist. Dass man eventuell erwägen könnte, zwecks Vermeidung von Maximalverlusten andere Strategien anzustreben.

          • Ich dachte, ich hätte mich vorsichtig genug ausgedrückt.
            Ich habe mich bislang nicht so intensiv mit möglichen Varianten vom militärischer Abschreckung und Diplomatie beschäftigt, dass ich ins Detail gehen könnte.
            Auch weiss ich nicht, wie real der angebliche russische Plan zur Westerweiterung ist.

            Das Fernziel einer Demilitärisiernug der Welt könnte man aber schon im Kopf behalten, es gäbe dabei viel zu gwinnen. Auch wenn das momentan nicht aktuell ist.

            • «Auch weiss ich nicht, wie real der angebliche russische Plan zur Westerweiterung ist.»

              Ja, einerseits bringt die Ukraine mit ihren modernen Waffen und ihrem heroischen Widerstand Russland gerade an den Rand einer Niederlage und Putins Regime wird demnächst zusammenbrechen. Andererseits wird das übermächtige Russland 2028 die NATO angreifen, weshalb unbedingt schnell aufgerüstet und die Stärke der Bundeswehr erhöht werden muss.

              Fragen Sie mich nicht, wieso die Bevölkerung das glaubt. Umfragen scheinen zu zeigen, dass sie es tut. Mich erinnert das an Nietzsche: „Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes, — aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel.“.

                    • Da sind wir uns völlig einig.

                      Ein grosses Problem ist, dass Politiker heutzutage unpräzise sprechen. Und ich fürchte, das liegt daran, dass Sprache Denken ist.

                    • @izi
                      Da frage ich doch dahingehend mal die KI 😅:

                      Der eigentliche europäische Hoffnungskern lautet wahrscheinlich:

                      Rüstung soll nicht nur Waffen produzieren,
                      sondern:

                      industrielle Kernkompetenzen erhalten,
                      Hochtechnologie fördern,
                      Lieferketten sichern,
                      strategische Souveränität schaffen,
                      und wirtschaftliche Erosion bremsen.

                      Die große Unsicherheit ist aber:

                      ob daraus echte neue Produktivität entsteht,
                      oder:
                      nur dauerhafte staatliche Nachfrageabhängigkeit.

                      Und genau das ist historisch der kritische Punkt fast aller Rüstungsökonomien.

                      Das klingt auch nicht sehr überzeugend?
                      Aber vielleicht kann nera das einordnen 🤔

                    • @ Robert Zapf

                      ++Die große Unsicherheit ist aber:

                      ob daraus echte neue Produktivität entsteht,
                      oder:
                      nur dauerhafte staatliche Nachfrageabhängigkeit.++

                      Wenn entgegen der selbsterfüllenden Prophezeiung der EU die RF gar keinen Angriffskrieg gegen die EU vorhat, dann gibt es mehr militärische Ausrüstung als erforderlich wäre & keine unendlich großen Lagermöglichkeiten. I.d.F. müssen die überschüssigen Produktionen anderweitig vertickt werden & dafür braucht es die Schaffung oder Anfachung von neuen Krisen- & Kriegsherden. Das war bislang nie anders.

                    • @Mymind
                      >>>dafür braucht es die Schaffung oder Anfachung von neuen Krisen- & Kriegsherden. Das war bislang nie anders.<<<

                      Sie haben vollkommen Recht.
                      Das ist eigentlich die zwingend notwendige Schlussfolgerung daraus.

                      Das müssten jetzt nur noch von den rund 370 Mill. Menschen über 18 Jahren, die in der EU zur Zeit leben sollten, wenigstens 50% auch noch so sehen, dann wäre vielleicht ein Kurswechsel möglich.
                      Haben Sie dahingehend Hoffnung?

                    • «Das ist eigentlich die zwingend notwendige Schlussfolgerung daraus.»

                      Nun ja, ich habe mal Chatty @ Myminds ganzen Kommentar vorgelegt.

                      Und meine Frage war: Wurde hier logisch kommentiert?

                      Zusammenfassung von Chatty:

                      «Das Argument ist nicht streng logisch, sondern eher induktiv-hypothetisch und tendenziell verschwörungstheoretisch aufgebaut.
                      Hauptfehler:
                      Kausalitätsannahme ohne Belege: Überschuss → zwingend neue Kriege.
                      Historische Verallgemeinerung: „war nie anders“ als Argument für zwingende Notwendigkeit.
                      Falsches Schlussfolgerungsmuster: Nur weil eine Bedingung (Überschuss) möglich ist, folgt daraus nicht die behauptete Handlung.»

                    • „Wenn entgegen der selbsterfüllenden Prophezeiung der EU die RF gar keinen Angriffskrieg gegen die EU vorhat,* dann gibt es mehr militärische Ausrüstung als erforderlich wäre & keine unendlich großen Lagermöglichkeiten.“
                      Denkbar ist Verschrottung und Rohstoffrückführung in die Produktion. Wobei zu prüfen wäre, ob & wo im zivilen Markt Versorgungslücken auftreten und ob bzw. wie weit die mit den zurückgewonnenen Rohstoffen gefüllt werden können. Weil das Arbeitskraft, Energie ind Investition erfordert müsste dem eine entsprechende Kaufkraft gegenüber stehen.

                      *Ein Nichtangriffszustand könnte mit Abrüstungsverträgen stabilisiert werden. Das ist nicht neu, sondern wäre ein diplomatischer Weg, der zur Zeit des früheren „Kalten Krieges“ schon mal begonnen wurde. Dass die russische Regierung anders als die gute alte Sowjetunion zu keinerlei Verständigung bereit wäre halte ich für ein Gerücht, dessen Wahrheitsgehalt zur Zeit niemand austesten will. Auch wenn es schwer fallen mag vom hohen Ross abzusteigen, besser als ein Absturz wäre es. Dass der „Westen“ ein ruinöses Wettrüsten zum zweiten Mal gewinnen könnte halte ich für eine Illusion, die bald platzen kann.

                      Gründe für Abrüstungsbestrebungen:
                      Irgendwann werden Zinszahlungen für die Kriegskredite ein Niveau erreichen, das keine weitere Kreditaufnahme mehr erlaubt.
                      Weil den in der Rüstung verdienten Gehältern kein ziviles Konsumangebot gegenübersteht, heizt exzessive Kriegsrüstung die Inflation an, auch ohne realen Krieg..
                      Wenn das Ende der Rüstungshelix erreicht ist, finden die dort Entlassenen im geschrumpften zivilen Bereich keine Arbeit mehr. Bewährte Hetzkampagnen gegen die „faulen Arbeitslosen“ werden das Problem dann nicht „lösen“ können.

                    • «Weil den in der Rüstung verdienten Gehältern kein ziviles Konsumangebot gegenübersteht, heizt exzessive Kriegsrüstung die Inflation an, auch ohne realen Krieg.»

                      Ja. Das Ganze wird teilweise aus den Sparrücklagen der Bevölkerung finanziert, teilweise durch eine allgemeine Erosion der Reallöhne und teilweise über Zinszahlungen auf die nächste Generation abgeschoben. Das durchschaut ein grosser Teil der Bevölkerung aber nicht.

              • «Fragen Sie mich nicht, wieso die Bevölkerung das glaubt.»
                Ein Verdacht: Wer religiös erzogen wurde hat gelernt, widersprüchliche Aussagen zu glauben, ohne von des Gedankens Blässe angekränkelt zu sein. 😉

  9. Zitat Gerd Bosbach (von Pelzig in seiner Sendung zitiert):

    «𝗣𝗼𝗹𝗶𝘁𝗶𝗸𝗲𝗿 𝗵𝗮𝗹𝘁𝗲𝗻 𝘀𝗶𝗰𝗵 𝗮𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗦𝘁𝗮𝘁𝗶𝘀𝘁𝗶𝗸 𝗳𝗲𝘀𝘁, 𝘄𝗶𝗲 𝗕𝗲𝘁𝗿𝘂𝗻𝗸𝗲𝗻𝗲 𝗮𝗺 𝗟𝗮𝘁𝗲𝗿𝗻𝗲𝗻𝗽𝗳𝗮𝗵𝗹».

    Gerd Bosbach, Statistikprofessor, hat zwei sehr lesenswerte Bücher geschrieben: https://www.penguin.de/service/search/penguin-de/2462916?docType=PRHEdition&query=gerd%20bosbach

    Und einen guten Eindruck über Statistik kann man sich hier verschaffen:

    https://www.ardmediathek.de/video/alpha-demokratie/statistik-tricksen-mit-zahlen/ard-alpha/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvLzZkZGE2NTgyLWNjNjctNDBkMi04ZGQ0LTFjZmFjOGVhZjA0Nw

    ~~~~~~~~~~~

    Was also das Verhältnis ‚zwischen der arbeitenden und nichtarbeitenden Bevölkerung» betrifft‘ – und die Interpretation dieser Zahlen -, da ist weder die Argumentation neu, noch die Interessen, die sich damit verbinden.

    • Man braucht dafür keinerlei komplizierte Statistik.

      Der Verhältnis zwischen arbeitender und nicht arbeitender Bevölkerung wird stärker fallen als durch den Anstieg der Arbeitsproduktivität kompensiert werden kann. Bezweifeln Sie das?

      Wenn dem aber so ist, folgt aus grundlegender Mathematik (ohne statistische Methoden), dass entweder der materielle Wohlstand sinken wird oder pro Person mehr gearbeitet werden muss.

      Ich finde es erstaunlich, wie gross der Anteil der Bevölkerung – selbst unter sonst intelligenten Menschen – ist, der diesen einfachen Zusammenhang verdrängen kann. Das ist Realitätsverweigerung.

      • «Der Verhältnis zwischen arbeitender und nicht arbeitender Bevölkerung wird stärker fallen als durch den Anstieg der Arbeitsproduktivität kompensiert werden kann.»

        und

        Das mit der ‚Realitätsverweigerung» knüpft daran an, also was mal wieder aktuell mit Sicherheit gewusst behauptet wird, und in der Vergangenheit bereits vielfach wiederlegt wurde.

        Vor allem, was Langzeitprognosen über wirtschaftliche Entwicklung usw. betrifft, die halt auch nicht ‚berechenbaren‘ Faktoren unterliegt.

        Hier geht es natürlich auch um Fragen der Macht, wenn tatsächlich Krisen wie aktuell wieder, alle Prognosen über den Haufen werfen, was Wachstum, Stabilität und damit verbunden natürlich die Lebenshaltungskosten betrifft.

        Dann gibt es die übliche Rhetorik, die sich in Kürze mit ‚Gürtel enger schnallen‘ zitieren lässt. Wobei dabei natürlich nicht ‚alle‘ fehlen darf, was aber gleich wieder gestrichen werden kann.

        Tja, wie in Fragen des ‚Terrorismus‘ wird das wohl bei gewissen Differenzen verbleiben.

      • «Wenn dem aber so ist, folgt aus grundlegender Mathematik (ohne statistische Methoden), dass entweder der materielle Wohlstand sinken wird oder pro Person mehr gearbeitet werden muss.»
        Wenn, zunächst mal pauschal, weniger Arbeitskraft verfügbar ist, könnte ein Abbau von Arbeit selektiv erfolgen. Ich denke nicht, dass wenn es zum Beispiel keine Werbeagenturen mehr gäbe, irgendwelche materiellen Mängel auftreten würden*. Es müsste dann eben eine etwas geringere Nachfrage bedient werden. Wodurch, neben Produktionsarbeit, auch ein Teil der Transportarbeit (z. B. Paketlieferdienste) entfiele. In dieser Richtung kann weiter gedacht werden.

        *Ein positiver Nebeneffekt wäre auch, dass Parteien für ihre Selbstdarstellung und Wahlreklame keine Marketingstrategen mehr beauftragen könnten.

        • «keine Werbeagenturen mehr»

          Die meisten der produzierten Rüstungsgüter (-‚güter‘ klingt doch eher verharmlosend/beschönigend) sind volkswirtschaftlich für den Schrottplatz.

          Zwar generiert es Einkommen, die aber an anderen Stellen sinnvolle Investitionen/Nachfrage verhindert, es sei denn, es läuft alles auf der Basis von Schulden.

          Aber wenn man Bedrohungslagen generiert, dann wird damit auch die Spirale der Unvernunft gestartet, was eher früher als später außer Kontrolle geraten kann.

          Und wie man ja heute weiß, hat man es nur dem Mut einzelner und dem Glück zu verdanken, dass wir nicht bereits im ‚dunklen Zeitalter‘ leben.

          • „Die meisten der produzierten Rüstungsgüter (-‚güter‘ klingt doch eher verharmlosend/beschönigend) sind volkswirtschaftlich für den Schrottplatz.“
            Bestimmungsgemässe Anwendung ist die Verschrottung im Krieg. Idealerweise nicht am Produktionsort. Das klappt oft, aber nicht immer. Ist aber kein Problem wenn man über genug opferbereite Untertanen verfügt.

        • «Ich denke nicht, dass wenn es zum Beispiel keine Werbeagenturen mehr gäbe, irgendwelche materiellen Mängel auftreten würden»

          Das ist schon richtig, aber:

          Sag‘ dem Webdesigner,
          bau den Boiler wieder ein.
          Und er steht vor den Grenzen,
          vom Webdesign.

          Rainald Grebe, Handwerk

          Genug Arbeitskräfte gäbe es. Aber der Webdesigner muss keinen Job als Installateur annehmen oder sich dafür umschulen lassen.

          • „Genug Arbeitskräfte gäbe es.“
            Sagt der Demographiemathematiker. Dann ist es ja gut. 😉

            Sag dem Dampfmaschinenmechaniker er soll Deinen Rasenmähroboter reparieren.
            Sag dem Postillion, er soll den ICE fahren.
            Sag dem Webdesigner: „Tschüss, wir lassen das jetzt von der KI machen“.

            Berufe können absterben, sie werden dann nicht mehr von jungen Leuten angestrebt.

            Werbeagenturen habe ich als Beispiel gewählt, weil sie „Nachfrage generieren“. Wenn Arbeitskraft aus demographischen Gründen rar wird, ist das gesellschaftlich (nicht einzelbetriebswirtschaftlich) gesehen kontraproduktiv. Sich abschwächende Nachfrage wäre wünschenswert. Für eine Übergangsphase könnten die Werbeleute versuchen, junge Leute für personell zu schwach besetzte Berufsfelder zu motivieren. Für Handwerksberufe wäre es eben nicht das Image des Modernen, „Fortschrittlichen“, des vielleicht schon in zwanzig Jahren Veralteten, sondern das Solide, Währschafte, der Immernutz.
            Kreativität wäre auch bei der attraktiven Gestaltung dieser Berufe einsetzbar.

  10. «eine Zugreise»

    Ok, wenn Sie so ‚rechnen‘, dann fällt das für Sie noch weitaus günstiger aus.

    Denn laut Brachenbericht sind es etwa 8,9 Millionen Passagiere pro Jahr auf dem europäischen Markt und wenn man da auch noch die jeweiligen Anfahrt mit dazu nimmt, dann …

    Dann lässt sich auch ungefähr kalkulieren, wie viele Kreuzfahrtschiffe da unterwegs waren.

  11. @nera
    Antwort auf Ihre Frage: https://blog-samstagern.ch/2026/05/09/40/#comment-33576

    >>>Was hamm’Se denne Chatty gefragt?<<<
    Ich stelle eine Frage und dann diskutiere ich weiter. Weil sich meist aus der Antwort andere Fragen ergeben.
    Das sind dann längere Stränge. Aber irgendwie informativ.

    Es begann damit: https://blog-samstagern.ch/2026/05/09/40/#comment-33556
    Der Strang ging bis GJ Aussage: "Ein grosses Problem ist, dass Politiker heutzutage unpräzise sprechen. Und ich fürchte, das liegt daran, dass Sprache Denken ist."

    Ich bin nicht der Meinung bin, dass Politiker nicht DENKEN können. Sie verstecken allerdings ihre wirkliche Meinung hinter hohlen Sprechblasen.
    Deshalb habe ich die KI gefragt: "führt rüstung zu wachsendem BIP oder einer anderen ökonomischen kennzahl?"
    Ob man das alles Kriegstüchtigkeit oder Verteidigungstüchtigkeit nennt, ändert ja erstmal nichts an der Sache selbst.
    Es gibt Investitionen in einer Zeit, in der die Industrie zu kämpfen hat.

    Da gab es eine Antwort. Darauf frug ich wieder: "das ist interessant. es gab da aber immer auch 2 seiten. für die andere ging es eben nicht so gut aus. was verspricht sich dt. bzw. die EU heute davon?"
    Da kam dann die Antwort, die ich GJ gab. Allerdings war das sozusagen die Zusammenfassung der umfangreicheren Antwort darauf.
    Dann frug ich weiter: "denkt Europa, das wiederholen zu können, was die USA bis 1989 schafften."

    Da gab es auch eine Antwort. Das ist wieder die Zusammenfassung:
    "Das heißt: Die Frage ist nicht unbedingt: „Wer ist stark? sondern eher: „Wer hält länger durch?“ und: „Wer organisiert seine Ressourcen effizienter?“
    Das ist eine klassische Abnutzungslogik großer geopolitischer Konflikte."

    Darauf frug ich entsprechend der Antworten noch einige Dinge. Am Ende war die letzte Frage: "was unternimmt dt bzw. EU dahingehend? siehst du da irgendwelche erfolge?"
    Es kam eine lange Antwort, am Ende stand:
    "Der eigentliche Test kommt erst noch.
    Denn bisher befand sich Europa:
    eher in der Mobilisierungsphase,
    nicht:
    in einer echten Langzeiterschöpfung.
    Die entscheidende Frage lautet daher wahrscheinlich erst in einigen Jahren:
    Kann Europa:
    wirtschaftliche Leistungsfähigkeit,
    gesellschaftliche Stabilität,
    politische Legitimität
    gleichzeitig erhalten,
    während Sicherheits- und Rüstungslasten dauerhaft steigen?"

    • «Ich bin nicht der Meinung bin, dass Politiker nicht DENKEN können.»

      Dass sie nicht denken können, glaube ich auch nicht. Ich glaube allerdings, dass sie sich scheuen, Dinge zu Ende zu denken und sich vor lauter Geschäftigkeit auch nicht die Zeit dazu nehmen.

      • «…dass sie sich scheuen, Dinge zu Ende zu denken und sich vor lauter Geschäftigkeit auch nicht die Zeit dazu nehmen.»
        Man jat ja primär verschiedene Lobbies zu bedienen. Da muss Anderes schon mal zurückstehen.

        • Das ist auch ein Problem, aber ich denke, es ist nicht einmal das hauptsächliche.

          Aus meiner Sicht ist es wirklich so, dass die Situation schwierig ist, unangenehme Entscheidungen getroffen werden müssten und dass die meisten Politiker sich scheuen, dem ins Auge zu blicken. Psychologisch gesehen ist es eine Vermeidungsstrategie. Man hat auch immer etwas «Wichtigeres» zu tun, als tiefer nachzudenken.

          Denjenigen, die intelligent genug sind und den Kontakt zur Realität nicht völlig verloren haben, dämmert das schon. Die rechtfertigen ihr Verhalten damit, dass die nötigen Entscheidungen und Erklärungen dazu führen würden, dass sich bestimmte Wähler(gruppen) abwenden. Dieses Argument halte ich für schwach, denn die Wählerbasis der «Wir-machen-einfach-so-weiter-wie-bisher»-Parteien erodiert sowieso und in letzter Zeit verdammt schnell.

  12. DerLandesvogt von Sachseb Anhalt:

    **„Wir haben circa 50.000 Menschen, die arbeitsfähig wären und nicht arbeiten. Es muss nicht immer der extrem komplexe Arbeitsplatz sein, sondern es gibt auch viele einfache Arbeitsplätze. Bei der Ernte braucht man kein Fachabitur“, so der Regierungschef. „Diejenigen, die weiterhin sagen, ich möchte vollumfänglich nicht arbeiten und vom Staat leben, die werden zukünftig hier in Sachsen-Anhalt mehr Druck bekommen.**

    Ich würde nen NummerusClausus für Beamtenverwaltungsjobs beim Staat einführen, da gehen dann vielleicht mehr zum Handwerk oder so…

    • «Ich würde nen NummerusClausus für Beamtenverwaltungsjobs beim Staat einführen»

      Das wäre, ganz nebenbei, auch ein Beitrag zum Bürokratieabbau oder wenigstens gegen das weitere Wildwachstum von Bürokratie und Regulierungsdschungel.

      • Viele vom Grundgehalt her einfache Regeln werden dadurch verkompliziert, dass zu viele Lobbies die Wünsche iher Auftraggeber hineingebastelt sehen wollen.
        Oder die komplexen Lieferkettenbestimmungen: Wer hat denn die Lieferketten zu einem unübersichtlichen Wirrwarr verkompliziert? Waren das wirklich Leute, die elementare Regeln hineinzubringen versuchen?
        Wer profitiert von einer Deregulierung des bestehenden Wirtschaftssystems, wer verliert dadurch?
        Macht die «unsichtbare Hand» wirklich alles für Alle besser?

    • Ich denke, die Lehren aus diesem Artikel gehen über Grossbritannien hinaus. Allerdings ist eine Diagnose noch kein Therapieansatz.

      Ich denke nicht, dass eine Partei, die für «Verwaltung, Moral, Diversity-Sprache, Klimaauflagen, Grenzunsicherheit, EU-Nostalgie oder technokratische Steuerung» steht, nach einer internen Reform in diesem Milieu wieder an Zuspruch gewinnen wird. Dafür dürfte das gewachsene Misstrauen zu stark sein.

      Ob sich schnell genug eine Partei aufbauen lässt, die den Sieg von Reform UK (und ähnlichen Parteien anderswo) verhindert, steht in den Sternen.

      Die «EU-Nostalgie» ist ein kompliziertes Thema. Grossbritannien wäre besser nicht aus der EU ausgetreten. Dass eine «Wiederannäherung» jetzt allerdings viel bringen würde, folgt daraus nicht.

    • Wenn das Ergebnis der Bundestagswahl den derzeitigen Umfrageergebnissen entspräche, hätten «C»-Parteien + «S»PD + Grüne eine knappe Mehrheit von 51 – 52 Prozent. Das ist nicht nicht so viel, dass es sich nicht bis zur Wahl noch ändern könnte.

      • Nun ja, da ist der @ Izi nicht ganz up-to-date. Die SPD hat – Stand gestern – noch ein halbes Prozentchen hinzugewonnen. (12,5%).

        Und du hast jetzt nicht die Umfrage von INSA verwendet? Denn da komme ich nach Adam Ries auf keine 51 – 52 % (49,5 %) ?

        Aber sei es wie es sei. Alle anderen Parteien scheinen sich ja nicht zu qualifizieren. Da braucht die CDU/CSU nur die Brandmauer nach links abreissen – und da kann dann die AfD im Quadrat oder meinetwegen auch im Kubik springen.

        Freilich, ne Gruen/Blass-Rot/Rote Minderheitsregierung unter Fuehrung von Gruen (und Tolerierung von den Christen)- keine Ahnung wer da gerade als KanzlerIn in spe zur Verfuegung steht – gaenge auch.

        Oder… ach der Moeglichkeiten sind so viele um das neue Braun von Mitbestimmung fernzuhalten…🤣

        • «Nun ja, da ist der @ Izi nicht ganz up-to-date.»

          Ach, das koennte man mir wieder uebel nehmen. Natuerlich muss der Gunni nicht jeden Tag ’ne neue Umfrage veroeffentlichen. Zumal das Datum der Neuwahl noch gar nicht feststeht. Vermutlich warten die Koalitionaere da sowieso erst die Fussball-WM ab, bevor die – je nach Ausgang – entscheiden.

          Und sowieso richtig wichtig hier in Deutschland ist ja, ob die vierte Villa tatsaechlich fuer S. bestimmt ist. Und ueberhaupt KORRUPTION!!!

          Wenn S. tatsaechlich dahintersteckt…also wirklich! Da muesste dann vielleicht der ganze Scheiss-voelkerrechtswidrige-Angriffskrieg Russlands noch mal umgeschrieben werden?

          Oh!😯

            • @pleifel
              >>>Nicht doch, das Problem dürfte sich doch wohl mit ’ner Drohne erledigen lassen oder? 😉<<<

              Also, wenn ich Putin wäre, würde ich eher NOCH eine Villa dazubauen. 😂

          • «Und ueberhaupt KORRUPTION!!!»
            Ja, man könnte sich mal intensiver als bisher mit der Korruption in der BRD beschäftigen. Einzelne Spitzen des Eisbergs wurden in den vergangenen Jahrzehnten ja gelegentlich sichtbar, allerdings jeweils als Singularität abgetan, bis zum nächsten Fall wieder vergessen.

            • Ich weiss nicht, ob Sie sich mal mit dem Leuna-Komplex beschaeftigt haben. Der Untersuchungsbericht des Bayrischen Landtags (und das Minderheitsvotum dazu) sind eine interessante Lektüre bezüglich eines der grösseren Korruptionsfälle der BRD.

              Der ehemalige Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz un Strauss-Vertraute Ludwig-Holger Pfahls hatte sich damals ins Ausland abgesetzt. Französische Geheimdienste unterstützten ihn aus Staatsräson, weil Elf Aquitaine in die Leuna-Affäre verwickelt war. Später wurde Pfahls doch noch zweimal verurteilt, beim zweitenmal wegen betrügerischen Bankrotts. Die ganze Geschichte ist auch mit der CDU-Spendenaffäre verquickt, in der Schäuble straflos eine Rolle gespielt hat.

              • Das war eine grössere Spitze des Eisberges. Kleinere (Beispiel aus der jüngeren Zeit: «Maskenaffäre») wurden ab und zu auch sichtbar.
                Der Verdacht, dass dahinter ein «business as usual» steckt liegt zu nahe, um nicht gedacht zu werden.

          • @gelse
            Schauen Sie hier, da wird das eigentlich sehr gut aufbereitet:

            https://dawum.de/Bundestag/

            Da hätten ALLE Regierungen der CDU, ob mit SPD und Linken oder SPD und Grünen eine Mehrheit von 53-56%.

            Aber eigentlich finde ich die Ergebnisse für Berlin viel lustiger:

            Das hätten Grüne, Linke und SPD eine Mehrheit.
            Das wäre doch was. Die regierende Bürgermeisterin von Berlin heisst:

            Heidi Reichenschreck.

            Ich bin Heidi und will enteignen und das ist Gut so, um mal den Wowi abzuwandeln. 🤣

            Allerdings scheint es in Berlin GENERELL nur eine Regierung mit 3 Parteien geben zu können.
            Das wird dann bei den Koalitionsverhandlungen auch nicht einfach…

        • «…wer da gerade als KanzlerIn in spe zur Verfuegung steht…»
          Heidi Reichinnek.
          Ist aber nicht ungefährlich: Wahrscheinlich tät ich mich totlachen wenn die Massenmedien Gift&Galle speien.

          • @gelse
            Na ja, die Heidi wird wohl NIE als Bundeskanzlerin zur Verfügung stehen können.

            Ich selbst hätte da auch nichts dagegen.

            Allerdings kann ich Ihnen sagen, wo die Linken nach einer Legislatur mit der Heidi als Bundeskanzlerin wären.
            Sehr wahrscheinlich im einstelligen Bereich, knapp über 5%.
            Deshalb würde ich es jetzt nicht unbedingt anstreben, wenn ich bei den Linken der Strategieplaner wäre.

            Aber wie gesagt, das wird NIE passieren…

              • @izi
                Ich sage mal so:
                Die Wahlen werden im Westen entschieden.
                Im Osten liegen die Linken dann zwar unter 5%, aber wenn es im Westen NICHT einbricht, reicht das dann doch noch.
                Und die Direktmandate darf man halt auch nicht vergessen…

                Das ist ja das Problem von BSW.🤔
                Nicht ausschliesslich, aber es ist in Konstellationen, wo es eng zugeht, manchmal entscheidend.

    • Laut NIUS-Umfrage zu Sachsen:

      +++ Die Umfrageergebnisse im Überblick:

      AfD: 42 Prozent (+7 Punkte)
      CDU: 21 Prozent (-5)
      Linke: 9 Prozent (=)
      BSW: 7 Prozent (-4)
      SPD: 6 Prozent (=)
      Grüne: 6 Prozent (+1)
      Sonstige: 9 Prozent (+1) +++

      Der CDU-vorsther Kretschmar aber lebt noch vom Bonus, der Blaue hechelt in Sachen Beliebtheit hinerher. Immerhin bis 2029 Zeit, um die Brandmauer zu ertüchtingen.

  13. Nachrichten von der Insel:

    +++Die britische Regierung erlaubt auf unbestimmte Zeit den Import von Flugzeugtreibstoff und Diesel, der in Drittländern aus russischem Öl raffiniert wurde.

    Premier Keir Starmer sagte heute, die Maßnahme sei Teil eines „starken, neuen Sanktionspakets“ – und deshalb keine Lockerung.+++

    https://orf.at/stories/3430902/

  14. In der Schweiz gibt es einen neuen Dokumentarfilm, der Mobbing während der Corona-Pandemie gegen einen Berner Wissenschaftler thematisiert, der damals Kritik an der Swiss National Covid-19 Science Task Force übte.

    Ich kann bestätigten, dass gewisse Mitglieder der Task Force damals nicht bereit dazu waren, sich rational mit Kritik auseinanderzusetzen.

    Den Film muss ich erst noch sehen, ehe ich mir ein Urteil bilden kann. Dass inhaltlich nur eine Seite zu Wort kommt, ist allerdings problematisch, wie auch Rico Bandle anmerkt. Den Titel «Der Hype» sehe ich anders als Bandle nicht als problematisch an. Es handelte sich – auch aus heutiger Sicht – klar um einen Hype.

    • @izi
      >>>Es handelte sich – auch aus heutiger Sicht – klar um einen Hype.<<<

      Das ist zwar für meine Begriffe auch schon viel zu vorsichtig formuliert, aber damit hätte ich jetzt nicht das Problem.
      Mich würde nach der ganzen Coronasch****e eher interessieren, wie Sie als Wissenschaftler zum Einsatz von mRNA Impfstoffen gegen Grippe und Corona JETZT stehen würden?
      Bei MDR gibt es dahingehend schon wieder Meldungen:

      https://www.mdr.de/wissen/medizin-gesundheit/ema-empfiehlt-mrna-kombi-impfung-gegen-grippe-und-corona-zur-zulassung-100.html

      • Ausserhalb eine akuten Pandemie sehe ich das Risiko-Nutzen-Verhältnis von mRNA-Impfstoffen als schlecht an. Der Einbau in das menschliche Genom ist nicht sehr wahrscheinlich, aber der Mechanismus dafür existiert und sicher ausgeschlossen werden kann das nicht. Bei anderen Impfstofftechnologien kann das nicht geschehen.

        Es steht also ein potentielles Risiko für das Genom der Menschheit den überschaubaren Vorteilen von mRNA-Impfstoffen über andere Impfstoffe gegenüber.

        • @izi
          Danke für Ihre Bewertung.
          Sehe ich ähnlich.
          Allerdings würde ich bei Krebstherapie dahingehend Abstriche machen wollen.

          Für Grippe sehe ich allerdings keine Notwendigkeit.
          Ich bin mittlerweile wirklich schon fast der ÜBERZEUGUNG, dass ein guter Vitamin D Spiegel vieles verhindert.
          Ich zumindest kenne seit 2020 keine Infektion mehr.
          Damals sah ich das Interview bei Preradovic mit Nehls:

          https://punkt-preradovic.com/vitamin-d-ist-der-gamechanger-mit-dr-michael-nehls/

          Seither versuche ich meinen Spiegel bei rund 120 nmol pro l zu halten.
          Und ich werde jetzt auch gleich 68 Jahre.

          Ich weiss nicht, ob es bei mir Glaube ist, der dazu führt, allerdings habe ich bei Nehls nichts gefunden, was mich an seinen Aussagen zweifeln lassen sollte.

          • Bei hochdosierter Aufnahme von Vitanin D3 sollte auch auf hinreichende Vitamin K2-Zufohr geachtet werden: D3 sorgt für gute Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung ins Blut, K2 bewirkt den Einbau des Kalziums in die Knochenzellen. Somit kann D3 + K2 der Osteoporose vorbeugen. Bei hohem D3-Gehalt im Blut bei gleichzeitig fehlendem K2 kann es zu Kalkablagerungen in Arterien kommen.
            K2 ist u. A. enthalten in Käse, Sauerkraut und Kimchi.
            Es ist ein bisserl kompliziert mit der Körperchemie, aber Ungleichgewichte («viel von EINEM hilft viel») können zu Problemen führen.

    • @izi
      Bei den Nachdenseiten wird auf folgenden Beitrag verwiesen:

      https://www.infosperber.ch/gesundheit/corona-wissenschaftler-ritten-uns-in-den-lockdown/

      Dort steht auch geschrieben, warum vielleicht nur EINE Seite zu Wort kommt, wie Sie schreiben:

      Zitat:
      «Mukas einstige Kollegen waren Christian Althaus und der frühere Leiter der Covid-Taskforce, Matthias Egger. Wyniger bat auch Egger um ein Interview. ERFOLGLOS.»

      Wenn das stimmt, dann wäre die Aussage von Bandle:
      «Bloss, und das ist die Schwäche der Dokumentation, der Film betreibt selber «cherry picking evidence»: Es kommt ausschliesslich eine Seite zu Wort. Dabei würde man gerne auch eine Einschätzung jener hören, die die Massnahmen damals rechtfertigten. Es kann ja nicht alles nur ein inszenierter Hype gewesen sein.»
      auch schon wieder als zumindest IRREFÜHREND einzustufen…

    • @u_S
      Naja, dass mit dem Reiner ist ja schon fast kalter Kaffee.
      Wird halt immer mal wieder aufgewärmt.
      Da war die Drohung mit der Abituranerkennung schon ein anderes Kaliber.
      Und der Freitag Beitrag…
      Die argumentieren dort aus ihrer akademischen Blase.
      Ich war zeitlebens Arbeiter und bin der Meinung, dass auch einen Migranten, der im prekären Bereich arbeitet, ganz andere Dinge interessieren, als die im Beitrag genannten:

      Diese Leute interessiert eher:

      Habe ich Arbeit?
      Kann ich die Familie ernähren?
      Ist die Wohnung bezahlbar?
      Gibt es Sicherheit?
      Gibt es Perspektive?

      Und eben nicht:

      Welche Partei regiert?
      Welche Debatten laufen im Feuilleton?
      Welche Symbolik senden Wahlplakate?

      Zumindest nicht primär.
      Und das sind zum Grossteil die Menschen, die die Wirtschaft am Laufen halten.
      Ob da ein ägyptischer Lehrer wegzieht, ist eher Nebensache.

      • @Oberst Zapf. Mir ging es da primär nur um den Reiner seinem edlen Vorwand. Der kann es sich bestimmt auch so leisten, sein endliches Dasein nicht in Dessau zu beenden sondern in romantischer Natur auf Usedom oder sonstirgendwo.

        Wenn Höcke der neue Führer zu Weimar sein sollte kann ich eben nicht einfach mal so abhauen.

        • Reisende soll man nicht aufhalten.

          Ich sehe es auch als bedenklich an, was die AfD in Sachsen-Anhalt vorhat, aber es gilt in einem solchen Fall immer noch: Bleibe im Lande und wehre Dich täglich.

          Er muss ja nicht weggehen, um irgendwo eine gute Arbeitsstelle zu finden.

  15. Die Wade macht Probleme: Neuer, Manuel fehlt dem FC Bayern im morgigen DFB-Pokalfinale, Job-Sharing ist angesagt.

    +++Der FC Bayern München muss im Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart auf seinen Torwart Manuel Neuer verzichten. Der Kapitän möchte wegen seiner Wadenprobleme kein Risiko für die WM eingehen. Als Ex-Nationalspieler ist er schon endgültig vor zwei Jahren zurückgetreten, jetzt hat ihn Sportbild über das Nagetier wieder für das Event USA-2026 aus dem Ruhestand geholt.

    Nehmts euch ein Vorbild, ihr Rentner. Koa Urlaub, WM.

  16. https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2026/geschwaetz-von-gestern-45/comment-page-1/#comment-30587

    Dieser Blogger (Achtung, reagiert sehr empfindlich, wenn man ihn als Lehrer bezeichnet! – Pädagoge an einer Berliner Grundschule, zudem BR zurzeit).

    Ist zwar irgendwie auch kritisch gegenüber der AfD aufgestellt, wirft aber seit mehr als 20 Jahren seine Beiträge als staatlich bezahlter Angestellter ins Netz und beschreibt sich selbst als ’systemkritisch‘.

    Ich habe das mal verlinkt, um qualitative Unterschiede aufzuzeigen, vor allem, wenn man dem Schreiber nicht zustimmt.

    Erkennbar dürfte aber sein, wer das ’subversive Lob anfangs geschrieben hat. Denn Diskussionen, anders als hier, sind da bei abweichenden Ansichten kaum möglich.

    Falls es in den ‚Fingern kribbelt‘, bitte keine ‚Türen öffnen‘. 🙂

    • @pleifel
      >>>Erkennbar dürfte aber sein, wer das ’subversive Lob anfangs geschrieben hat. Denn Diskussionen, anders als hier, sind da bei abweichenden Ansichten kaum möglich.<<<

      pleifel, wenn ich denn jetzt genau wüsste, worauf Sie abzielen, wäre mir sehr geholfen.
      Geht es dabei um den user Paul?

      Ich glaube, ich hatte den Blog auch schon das eine oder andere mal besucht.

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