Adieu Aubisque Vertraue in Deinen Hinterreifen!

Der Reifen 2Bliss Ready von Pathfinder wird in Gravel-Bikes verbaut und erspart dem Radfahrer das Flicken von Schläuchen. Das gelingt durch eine Kombination eines dicken und fast luftdichten Mantels mit einer im Reifeninneren enthaltenen Dichtmilch. Diese Milch dichtet kleine Löcher von selbst ab. Ist der Reifen alt, so kann sie austrocknen und man muss neue nachfüllen. Wenn das Fahrrad noch keine drei Monate alt ist, kann das natürlich nicht passieren. Ich hatte mir vor der Radtour auch gar keine Dichtmilch besorgt.
Gestern, in Argelès-Gazost, bemerkte ich, dass mein Hinterreifen nicht mehr viel Luftdruck hatte. Anders als ein Schlauchreifen hat der 2Bliss Ready nicht gleich einen Platten. Man kann noch ein ganzes Stück fahren, ohne dass die Felge durchschlägt. Und man muss nur wieder aufpumpen und auf die Magie der Dichtmilch warten.
Also pumpte ich auf und setzte mich in den Schatten. Als der kleine Casino-Laden nach der Mittagspause um 15 Uhr wieder öffnete, ging ich noch etwas zum Abendessen einkaufen. Dann fuhr ich weiter. Es war auch nur noch eine halbe Stunde. Ich erreichte Arras-en-Lavedan, ohne noch einmal Luft aufpumpen zu müssen. Und ich hoffte, dass der Magier in meinem Hinterrad über Nacht das Wunder vollenden würde.
Diese Hoffnung erwies sich als nicht ganz richtig, als ich heute früh von Arras-en-Lavedan losfahren wollte. Ich musste erst einmal Luft aufpumpen. Das bedeutete gar nichts. Der Reifen hatte über Nacht noch einmal Luft verloren. Dennoch konnte er inwischen dicht sein.
Vorgestern habe ich beim Fernsehen ein französisches Wort gelernt. Meine eigene Eselsbrücke dafür lautet: «Kann nicht kühl». Canicule bedeutet Hitzewelle. Seit heute ist es eine «Canicule historique». An 180 französischen Messtellen wurden die Hitzerekorde eingestellt oder übertroffen. Viele darunter liegen in den Pyrénées Atlantiques. Dorthin führte die heutige Tagesetappen meiner Pyrenäenradtour 2026. Am letzten hohen Pass meiner Tour, dem Col d’Aubisque (1709 m), würde ich von den Haute Pyrénées in die Pyrénées Atlantiques wechseln.
Die Wettervorhersagen für meine weiteren Etappenorte hatte ich mir bereits gestern angeshen. Dabei war mir klar geworden, dass ich meine ursprüngliche Planung nicht aufrechterhalten konnte. Der heutige Zielort Bilhères liegt auf der atlantischen Seite des Aubisque etwa 2 Kilometer im Anstieg des Col de Marie-Blanque. Diesen Pass wollte ich morgen fahren. Dann aber würde ich wohl in Lurbe-Saint-Christau abbrechen müssen, wo es eine Bahnstation gibt, die ich ohnehin passieren würde. Auf keinen Fall wollte ich übermorgen noch den Port de Larrau fahren, der einer der steilsten Pyrenäenpässe überhaupt ist. Dort gibt es keinen Schatten schon für 9 Uhr morgens waren für Dienstag 31°C im Schatten vorhergesagt. Das lag weit jenseits der Grenze, bis zu der Sport noch gesund ist.
Die Nacht von gestern auf heute war in Arras-en-Lavedan eine Tropennacht gewesen. Ich fuhr mit drei Trinkflaschen selbst aus Leitungswasser und Apfelsaft zubereiteter Apfelschorle in Richtung Col du Soulor los, den man zuerst überwinden muss, wenn man zum Aubisque will.
Schon sehr bald stieg ich zum ersten Mal ab. Mein Hinterreifen brauchte Luft. Ich lernte, dass Luftaufpumpen im Schatten den Puls senkt. Man muss nur vorher in der Sonne einen Anstieg gefahren sein. Immer wieder überholten mich Rennradfahrer. Sie fuhren ungewöhnlich langsam. Manche von ihnen pausierten im Schatten, obwohl sie keine Luft aufpumpen mussten. Ich tat das nun etwa alle anderthalb Kilometer. Rennradler sind hilfsbereit. So mancher fragte, ob bei mir alles in Ordnung sei. – Im Prinzip ja.
Die häufigen Pausen verlängerten die Auffahrt, aber ich war noch deutlich vor 12 Uhr auf dem Soulor. Die an den Hang geklebte Straße, die den Übergang vom Soulor zum Aubisque bildet, ist von dort gut zu sehen. Ich bin sie schon in beide Richtungen gefahren, 2016 vom Soulor zum Aubisque und 2019 vom Aubisque zum Soulor. Fast jeder stoppt in diesem Abschnitt zum Fotografieren. Auch der Aubisque selbst ist sehenswert. Ich wagte es jedoch nicht, mit dem Hinterreifen in diesem Zustand die Tour fortzusetzen. Religöse Menschen hätten hier wohl einen Fingerzeig Gottes gesehen. Bei dieser Hitze solle ich meine Passtour doch besser gleich abbrechen.
Der Soulor ist ein Drei-Wege-Pass, so dass ich die Pyrenäen verlassen konnte, ohne umzukehren. quaeldich.de empfiehlt die Abfahrt nach Pau über Asson sogar denjenigen, die eine Tour durch die Hochpyrenäen mit dem Aubisque als dem letzten Pass fahren. Sie sei schöner als die Abfahrt nach Laruns. Ich kann das jetzt bestätigen.
Der Magier in meinem Hinterreifen ist mit den Religiösen im Bunde. Kaum hatte ich mich entschieden, die Tour abzubrechen, besserte sich seine Laune. Vom Soulor bis Pau musste ich nur noch zweimal Luft aufpumpen, einmal im ersten Drittel der Abfahrt nach Ferrières und dann noch einmal in der zweiten Hälfte der Strecke Ferrières – Pau.
In Pau empfing mich ein klimatisiertes Hotel, das ungewöhnlich preiswert zu haben gewesen war. Als ich online nach 12 Uhr an einem Junisonntag für die gleiche Nacht von Ferrières aus buchte, musste das frei Zimmer weg.
Kurz nach 18 Uhr trat ich vor das Hotel, um etwas zum Abendessen zu kaufen. Mich traf der Strom eines Heißluftgebläses, wie ich ihn noch nie zuvor erlebt hatte. Der Magier in meinem Hinterreifen muss weise sein.


35 Kommentare zu “Ende einer Radfahrt”
Mann, Sie haben mir abert jetzt einen Schreck eingejagt!
Als ich die Ueberschrift gesehen hatte, dachte ich Sie schreiben mit gebrochenen Rippen aus dem Krankenhaus.
Zum Glueck hat Ihnen Ihr Carbon-Pferd die Grenzen gezeigt. Denn bei der Hitze sollte man wirklich keine Berge mehr fahren. Es sei denn man waere 40 Jahre juenger und hiesse Taeve 😉
Und nu? Pilgern – oder was ist der Plan?
PS: Klimaerwaermung oder kommt vor in dieser Gegend?
Der Magier in meinem Hinterreifen ist doch noch indisponiert. Ueber Nacht war wieder die Luft raus. Das Pferdchen muss aber nur noch zwischen Bahnhöfen und Unterkünften traben und dafür reicht einmaliges Aufpumpen vor dem Start.
«Pilgern – oder was ist der Plan?»
Wäre eine Möglichkeit, der Jakobsweg ist nahe. Sieht aber lächerlich aus, wenn man dabei ein bepacktes Rad mit einem fast platten Hinterreifen schiebt.
Die Wassertemperatur des Atlantik in Biarritz liegt bei 20-22°C. Ich kürze dorthin einfach mit der Bahn ab und bin so zwei Tage eher da.
Yo. Da koenn’Se zwei Tage laenger planschen.
«Sieht aber lächerlich aus, wenn man dabei ein bepacktes Rad mit einem fast platten Hinterreifen schiebt.»
Ach was! Denken die Anderen nur: «Halleluja! Ein Verrueckter mehr (der denkt, er waere Jesus und das platte Rad, sein stoerrischer Esel). Willkommen im Klub!»
«Ich kürze dorthin einfach mit der Bahn ab und bin so zwei Tage eher da.»
Auch gut. Da koenn’Se zwei Tage laenger planschen.
«Ein Verrueckter mehr (der denkt, er waere Jesus und das platte Rad, sein stoerrischer Esel.» Der Esel bietet gerade in gebirgigem Gelände Vorteile. Und Reifenpannen sind beim Esel unbekannt.
Es gab am Col du Soulur tatsächlich Maultiere. Ich wollte aber keins davon stehlen.
Das Wundermittel scheint versagt zu haben.
Ich habe Reifen mit zusätzlicher Materialschicht unter dem Profil.
Benötigen allerdings einen hohen Druck.
Das leidige Thema Pumpe.
Entweder schaffen sie es nicht oder sind ständig defekt.
Mit normaler Handpumpe schafft es nicht mal Schwarzenegger. Vorher fällt der Arm ab.
Wieso es so schwierig geworden ist weiß ich nicht.
Auch Normalreifen lassen sich mit Handpumpen nicht mehr so einfach auf Druck bringen wie in Jugendzeiten.
An der Kraft liegt es sicher nicht.
«Auch Normalreifen lassen sich mit Handpumpen nicht mehr so einfach auf Druck bringen wie in Jugendzeiten.»
Es gibt inzwischen sehr verschiedene Pumpen. Von den kleinen, die man gern bei Wettkämfen nimmt (weil sie so leicht sind), sind die meisten sehr schlecht. Bei Wettkämpfen kann man aber auch eine CO2-Patrone und einen dazugehörigen Ventilaufsatz benutzen. Noch leichter, funktioniert für schmale Rennradreifen und der Druck ist anständig.
Zu Hause habe ich eine Standluftpumpe. Meine jetzige Handluftpumpe ist aber gut, obwohl sie auch klein ist. Weil sie eine so kleinen Hub hat, dauert aber hoher Druck ab platt sehr lange. Ich pumpe den defekten Reifen nicht bis auf 4.5 bar auf (empfohlener Maximaldruck), sondern nur deutlich fest beim Drücken mit den Fingern (ich habe auch keinen Druckmesser dabei). Specialized sagt, man kann bis etwa 2.4 bar Mindestdruck fahren. Das bekommt man gut aufgepumpt.
Gute Pumpen scheinen ein technisches Problem zu sein. Hatte schon Einige, aber Mängel gabs immer.
Bald defekt, schafften den angegebenen Druck nicht, unhandlich usw.
Selbst an Tankstellen gibts Probleme.
Meist sind die Anlagen defekt, schaffen kaum über 2 Bar, sind am Ventil nicht dicht oder schaffen nicht mal 2,4 auf 2,8 Bar ohne nachzufüllen. Vor Kurzem 4 Tankstellen gebraucht zum Aufpumpen.
Mache das nun mit Fußpumpe selbst, ist in einem Industrieland wohl notwendig.
Da haben Sie sich eine der aktuell wärmsten Regionen Europas für Ihre Radto(rt)ur ausgesucht…am Atlantik lässt es sich sicher aushalten. Viel Spaß noch 🚵♂️ 🥐 🧀 🍷 ⛱️ 🏊♂️
Stimmt. Sibirien waere jetzt im Sommer wohl etwas ertraeglicher gewesen.
Aber das ist nicht die Frage.
Die Frage ist, die Einem unter den Naegeln brennt, ist doch die: Haben die Schwurbler da von der IPCC mit ihrer Klimaerwaermung etwa doch recht? Oder ist das ganz normaler Sommer in Sued- und Mitteleuropa.
Und immer schon so gewesen.
«Sibirien waere jetzt im Sommer wohl etwas ertraeglicher gewesen.»
Im Hochsommer kann es dort auch heiss werden. Nur dauern die Sommer kürzer als hier.
Hochgebirge ist schon günstig, wenn man der Hitze entgehen will. Oder Grönland.
«Hochgebirge ist schon günstig»
Auf den höchsten Pässen (Peyresourde, Aspin, Tourmalet, Soulor) war es tatsächlich deutlich angenehmer. Aber in den Tälern dazwischen nachmittags nichts für einen schwachen Kreislauf. Dieses Jahr wäre eine Wanderung entlang des Pyrenäen-Hauptkamms wohl die bessere Option gewesen. Aber so lange es mit dem Rad ging, war es trotzdem sehr schön.
Ich habe noch nie behauptet, dass es den Klimawandel nicht gäbe. Nur das Gerede über und die Pläne zur Klimawandelvernmeidung sind unrealistisch.
Das viel kritisierte China macht das besser. Die haben keine unrealistischen Ziele aufgestellt, aber mit ihren schnelleren Infrastrukturplanungs- und -bauzeiten und völliger Technologieoffenheit werden sie den spezifischen CO2-Ausstoss (bezogen auf die gleiche Menge gleicher Produkte und Dienstleistungen) wohl deutlich schneller senken als die EU. Zumindest sieht es derzeit so aus.
Zurück zu Frage: Ein heisser Sommer macht noch keinen Klimawandel. Die Wetterlage ist speziell, das hatten wir 2003 schon mal und das wird sehr wahrscheinlich 2027 und 2028 nicht wieder vorkommen. Der Beleg für den Klimawandel ist der Anstieg der mittleren Temperaturen über längere Zeiträume. Dieser Anstieg lässt sich nicht leugnen (fragen Sie den Aletsch-Gletscher).
«Ich habe noch nie behauptet, dass es den Klimawandel nicht gäbe.»
Und ich wiederum habe nie behauptet, dass Sie das je behauptet haetten.
Aber ist es am Ende besser, wenn Westeuropa verbrennt und dafuer – im Ausgleich sozusagen – auf der anderen Seite bluehende Landschaften entstehen?
Oh, das war jetzt auch wieder zweideutig…Aber Sie wissen, was ich meine?
«…und das wird sehr wahrscheinlich 2027 und 2028 nicht wieder vorkommen»
Abwarten.
«Aber ist es am Ende besser, wenn Westeuropa verbrennt und dafuer – im Ausgleich sozusagen – auf der anderen Seite bluehende Landschaften entstehen?»
Das ist nicht die Frage. Man kann die Erderwärmung nicht schneller begrenzen, als man sie begrenzen kann. Das hat technologische und soziale Aspekte.
«Das ist nicht die Frage.»
Wirklich nicht die Frage? Ich haette gedacht, Sie waren der Ansicht, dass man den Nachteilen die Vorteile des Klimawandels entgegenstellen sollte. Und da koennten paar Grad waermer sogar gut sein.
«Und da koennten paar Grad waermer sogar gut sein.»
Aber sicher doch. Alles nur eine Frage der Anpassung. In Singapur lässt es sich ja auch sehr gut leben.
«Sibirien waere jetzt im Sommer wohl etwas ertraeglicher gewesen.»
Sicher? Hier gibt es keine Mücken.
Keine Ahnung, aber wenn Sie nicht opponieren, vielleicht doch. Jedenfalls nicht ganz so heiss.
https://www.wetteronline.de/wettertrend/sibirien
Autsch. Der ist gut.
wetteronline.de weiss offenbar nicht, wie gross Sibirien ist. Diese Angabe ergibt keinen Sinn.
Hier ist Irkutsk, und hier Novosibirsk. Ich könnte auch noch Jakutsk anbieten.
Sicher ist nördlich davon noch viel Land. Aber nicht viel Stadt.
Der Dorfteich war im Durchschnitt ein Meter tief. Trotzdem ist die Kuh ersoffen.
(russisches Sprichwort)
«…wetteronline.de weiss offenbar nicht, wie gross Sibirien ist.»
Ja, man kann für ein so grosses Areal keinen Wetterbericht erstellen. Das geht nicht mal für Europa, auch nicht auf dem gleichen Breitengrad, zum Beispiel London/Hannover/Warschau. Und Europa ist, verglichen mit Nordasien(«Sibirien») kleines Stückchen Land. Für Sibirien allgemein kann man sagen, dass dort im Süden Kontinentalklima herrscht mit sehr kaltem Winter und relativ kurzem warmem Sommer. Im Norden Polarklima.
«Der Dorfteich war im Durchschnitt ein Meter tief. Trotzdem ist die Kuh ersoffen.»
Hey, haben Sie gleich gesehen wa? (Und ich habe an den bei Ihren Zahlenspielereien auch schon manchmal gedacht 😉 )
Sibirien wäre von der Temperatur gut, aber die Mücken.
«…aber die Mücken.»
Es kommt wahrscheinlich auch darauf an wo in Sibirien.
Ich war nur einmal dort, am Baikalsee, nahe Irkutsk, Ende August/Anfang September 2016. Es ging mit den Mücken und das Wetter war warm aber nicht heiss. Der See war so kalt, dass es schon etwas Ueberwindung kostete, auch nur für ein paar Minuten zu schwimmen.
Die einzige Frage, die ich beantworten kann ist, dass ich mich seit meiner Kindheit an viele heiße Sommertage in D erinnern kann. Es gab auch so etwas, was allgemein als Frühling bezeichnet wird, mit Temperaturen um 20°, die sind inzwischen selten in Mitte Deutschland, inzwischen ist es in dieser Jahrszeeit kühler. Seit ich Hobby-Gärtnerin bin, kann ich mich noch besser erinnern, wie warm oder kalt es wann war. Dieses Jahr haben es meine geliebten Chilis & Pepperonis bislang verdammt schwer gehabt. Sie lieben Sonne & Wärme & keine Nächte unter 12°, bei letzterem stellen sie ihr Wachstum ein. Noch nie habe ich sie so gepäppelt wie dieses Jahr & der Großteil ist trotzdem immer noch nicht im Beet, weil es seit 2 Monaten im Durchschnitt einfach zu kühl war. Seit einigen Tagen herrschen ihre Wohlfühltemperaturen & sie sind inzwischen so weit, dass ich sie spätestens am WE alle ins Beet umsetzen kann. Bis auf letztes Jahr habe ich zu dieser Jahreszeit schon die ersten geerntet. So viel zum Hitzejahr 2026 in Mitte Deutschland.
Im Süden von Europa war es i.d.R. immer heißer als in D. Ich konnte das Klima gut ab (heute leider weniger) aber Belgrad bei 40-42° war schon eine Herausforderung. Ähnliche Temperaturen habe ich in Athen erlebt, doch weniger schlimm. Die geographische Lage wirkt da mit. Shanghai bei 40+x° ist wie ein Saunabesuch, wegen der hohen Luftfeuchtigkeit. Gegen die feuchten Abzeichnungen unter den Achseln am T-Shirt ist für diese klimatischen Verhältnisse noch kein Deo erfunden worden, auch nicht für Chinesen. Am besten helle Klamotten tragen, da fällt es nicht so auf. Bei den meisten, nicht hitzegewohnten Expats war das gesamte Oberteil durchnässt, das fällt dann auch bei hellen Farben auf. Hitze macht uns menschlicher als Kälte, dachte ich oft.
„…inzwischen ist es in dieser Jahreszeit kühler.“
Ich erlebe (in Oberbayern) stärkere Temperaturschwankungen als früher. Der April war schon immer ziemlich wechselhaft, aber die Temperaturschwankungen sind extremer geworden, für mein Gefühl jedenfalls.
Sommertemperaturen über 30°C waren vor 50 Jahren in der oberrheinischen Tiefebene oder am Untermain nicht aussergewöhnlich, aber in Oberschwaben/Oberbayern sehr selten, zum Beispiel bei Föhn an einem ohnedies schon warmen Sommertag.
Hier merke ich den Klimawandel an den Äpfeln: In meiner Kindheit waren die Klaräpfel Ferienäpfel: Sie reiften im August, als erste Äpfel des Jahres. Seit einigen Jahren schon sind sie in der ersten Julihälfte reif, bis Anfang August ist der letzte Klarapfel längst vom Baum gefallen.
–
Fahre heute übrigens nach Passau und bin dann für den Rest der Woche im bayerischen Wald.
«im bayerischen Wald»
Auch sehr schön. Als Jugendlicher war ich mehrfach im angrenzenden Böhmerwald.
Ja, es war wieder schön. Eine Lichtung im Wald, drei Häuser, sozusagen mitten in der Taiga.
Allein der nächtliche Sternenhimmel in der sauberen Luft macht den Aufenthalt zum Erlebnis der besonderen Art für Stadtbewohner.
«Bei den meisten, nicht hitzegewohnten Expats war das gesamte Oberteil durchnässt, das fällt dann auch bei hellen Farben auf.»
Stimmt, hatte ich gestern auch. Grau geht noch einigermassen.
@MyMind
Vielen Dank. Den Wein habe ich heute durch Wandern ersetzt. Die Steilküste zwischen Biarritz und Saint-Jean-de-Luz ist wirklich schön.
Das glaube ich sofort. Wird es Fotos geben? Ich mag auch die kilometerweiten Sandstrände am Atlantik, das tosende Rauschen der Wellen, den Horizont & die spektakulären Sonnenuntergänge, je nach Wetter. Die Faszination des Atlantiks hat nichts mit dem Nordatlantischen Bündnis gemein…leider…
«Wird es Fotos geben?»
Wanderungen und Radtouren habe ich normalerweise anderswo. Die gestrige ist hier. Allerdings mit nicht so vielen Strandfotos, wie ich schöne Strände gesehen habe.
«Die Steilküste zwischen Biarritz und Saint-Jean-de-Luz ist wirklich schön.»
Ohne Frage, wobei ich aber zurzeit kühlere Orte bevorzugen würde.
Und was den Klimawandel betrifft und der Frage, wo denn das Kapital/Geld her kommen soll (ganz abgesehen davon, dass es offensichtlich in dem neuen Risikokapital Militärrüstung versenkt werden soll), um weltweite koordinierte Maßnahmen zu finanzieren, ein kurzer Blick in folgenden Kommentar, was die bekannten deutschen Verhältnisse dazu betrifft:
https://www.jungewelt.de/artikel/524808.deutsche-zust%C3%A4nde.html?sstr=deutsche%7Czust%C3%A4nde
Ansonsten natürlich noch ein paar schöne Tage, wobei der Atlantik sich mit 20°C bis 21°C zum erfrischenden Baden usw. einlädt. Das würde ich mir nicht entgehen lassen.
«wobei der Atlantik sich mit 20°C bis 21°C zum erfrischenden Baden usw. einlädt. Das würde ich mir nicht entgehen lassen.»
Keine Angst, bestimmt nicht. In der Bucht, in der ich heute geschwommen bin (Strand Erretegia, Foto oben angefügt), war das Wasser aber heute deutlich wärmer, gefühlt eher so 24°C.
Die Strände sind angenehm dünn belegt. Ich gehe heute Abend noch einmal am Stadtstrand von Biarritz schwimmen. Da ist es zwar voller, aber die Kulisse mit ein paar Felsinseln im Meer ist sehr eindrucksvoll.