Das (1,5 ± 2)-Grad-Ziel


Klimamodelle Die Vorhersageunsicherheit von Klimamodellen wird größer statt kleiner und die weitaus meisten von ihnen weichen nach oben von den Beobachtungen ab.

In der Öffentlichkeit wird in Bezug auf den Klimawandel gern über das 1,5-Grad-Ziel oder das 2-Grad-Ziel diskutiert, in aller Regel mit alarmistischem Unterton. Ein Naturwissenschaftler würde daraus folgern, dass es einen Konsens von Klimamodellen gibt, der für ein gegebenes Szenario des CO2-Ausstoßes den Temperaturanstieg genauer als auf ein halbes Grad vorhersagen kann. Zudem müsste es Wirtschaftsmodelle geben, die für einen bestimmten Satz von Maßnahmen auch den CO2-Ausstoß mit hinreichender Genauigkeit vorhersagen könnten. Nur dann nämlich ergäbe diese Diskussion einen Sinn. Nur dann könnte man tatsächlich sinnvoll darüber reden, welche Anstrengungen nötig wären, um ein solches Ziel zu erreichen und ob das realistisch ist. Wenn man Vorhersagen aber nicht annähernd mit solcher Genauigkeit treffen könnte, dann würden wir in dieser Hinsicht nur über – Verzeihung – heiße Luft reden. Es ginge dann um politische Interessen oder ideologische Standpunkte, die mit einer scheinwissenschaftlichen Argumentation vertreten würden. In diesem Blogbeitrag untersuche ich, ob man sinnvoll über ein 1,5-Grad- oder 2-Grad-Ziel reden kann oder ob das eine solche scheinwissenschaftliche Diskussion ist.

Die Grundannahme von Klimamodellen

Die Vorhersagekraft aller gegenwärtigen Klimamodelle steht schon durch ein grundsätzliches Problem in Frage, nämlich demjenigen der Unsicherheit ihrer gemeinsamen Annahmen. Die daraus resultierende Unsicherheit der Vorhersagen ist allerdings nicht abschätzbar und wird daher nicht der Hauptgegenstand dieses Blogbeitrags sein. Hinzu kommt die Unsicherheit, die im Rahmen der gemeinsamen Annahmen durch etwas verschiedene Implementierungen der Modelle entsteht. Diese zusätzliche Unsicherheit lässt sich mit etablierten statistischen Techniken abschätzen. Sie ist von Wissenschaftlern abgeschätzt worden, die selbst zur Fraktion der Klimawandelwarner gehören. Diese Abschätzungen werde ich hier hauptsächlich diskutieren.

Dennoch muss ich zuerst etwas zu dem grundsätzlichen Problem der gemeinsamen Modellannahmen sagen. Seit etwa 1975 kann man von einem globalen Temperaturanstieg sprechen. Es gibt plausible physikalische Modelle, die diesen Temperaturanstieg mit dem CO2-Ausstoß der Menschheit in Verbindung bringen. Diese Modelle lassen sich allerdings nicht aus ersten Prinzipien herleiten. Dazu ist das Klima zu komplex. Sie bestehen aus mathematischen Ansätzen für verschiedene zu erwartende Phänomene. Weil man diese Ansätze nicht strikt herleiten kann, enthalten sie anpassbare Parameter. Jeder Physiker weiß, dass ein plausibles Modell mit anpassbaren Parametern erst einmal nichts weiter ist als eine Hypothese. Hypothesen werden in der Naturwissenschaft experimentell überprüft. Dazu bestimmt man die Parameter aus Messdaten und macht dann mit dem vollständigen Modell Vorhersagen, die man mit neuen Messungen vergleichen kann. Wir werden weiter unten sehen, wie es in dieser Hinsicht aussieht.

Im Falle der Klimamodelle tritt bei der Parameteranpassung ein Problem auf. Die Parameter werden durch eine Rückwärtsvorhersage angepasst. Man wählt die Parameter also so, dass die bekannten Daten aus der Vergangenheit möglichst gut reproduziert werden. Das entspricht der Annahme, dass die gesamten Änderungen in der Vergangenheit von den im Modell erfassten physikalischen Vorgängen herrühren. Diese Annahme ist bei den Klimamodellen nicht einmal plausibel. Sie könnte immer noch zu einer guten Näherung führen, wenn die erfassten Vorgänge im Anpassungs- und im Vorhersagezeitraum den Temperatur- und Niederschlagsgang dominieren. Das wiederum ist allerdings auch nur eine Hypothese, also unabhängig zu überprüfen. Die gegenwärtigen Klimamodelle beweisen also nicht, dass der Temperaturanstieg seit etwa 1975 durch die von ihnen erfassten Vorgänge bedingt oder dominiert ist. Sie gehen bereits davon aus.

Wenn wir dieser Annahme der Klimamodellierer folgen, dann ergibt sich ein Rezept, wie man solche Modelle verwenden kann. Man macht die Rückwärtsvorhersage so weit, wie man brauchbare Messdaten hat, also bis etwa 1880. Wenn das Modell die Daten von 1880 bis 2020 mit nützlicher Genauigkeit erklären kann, dann kann man hoffen, dass Vorhersagen über einen gleich langen Zeitraum eine gewisse Aussagekraft haben. Will man also Vorhersagen bis 2100 machen, sollten die Rückwärtsvorhersagen bis etwa 1940 nützliche Genauigkeit aufweisen. Dabei handelt es sich um eine Mindestanforderung, nicht um eine Garantie. Tatsächlich werden Rückwärtsvorhersagen nur bis etwa 1955 gemacht. In den Messdaten sieht man leicht, warum der Zeitraum von 1940 bis 1955 (und derjenige davor) bei den Klimamodellierern unpopulär ist. Ich denke nicht, dass auch nur eines der Modelle den Temperaturgang vor 1955 reproduzieren kann, nicht einmal qualitativ.

Sehen wir von all diesen Problemen ab, so können wir die zusätzliche Unsicherheit der Modelle abschätzen, der von den etwas verschiedenen, aber allesamt plausiblen Ansätzen und Parametrisierungen herrührt. Eine solche Abschätzung der zusätzlichen Unsicherheit ist sogar recht zuverlässig, weil es sehr viele solcher Modelle gibt. Tasächlich sind derartige Vergleiche von Klimamodellen in den Coupled Model Intercomparison Projects institutionalisiert. Wir betrachten hier die letzten beiden solcher Vergleiche, CMIP5 (nach einem Protokoll von 2008) und CMIP6 (nach einem Protokoll von 2016). Die erste gute Analyse der Unsicherheiten in CMIP5 und CMIP6 stammt bereits von 2020 und ist öffentlich zugänglich. 2021 wurde eine sehr ähnliche Studie veröffentlicht, die auf Klimaextreme fokussiert ist und auch zu sehr ähnlichen Ergebnissen kommt.

Steigende Unsicherheit der Modelle

Wenn es für ein Phänomen mehrere Modelle gibt und diese weiterentwickelt werden, so erwartet man, dass ihre Vorhersagen konvergieren, also einander ähnlicher werden. Das ist deshalb so, weil man immer mehr und immer bessere Messdaten zur Parameteranpassung gewinnt und weil man die Schwächen der einzelnen Modelle erkennt und abstellt. Genau das beobachtet man bei Klimamodellen aber nicht, wie die folgende Abbildung zeigt.

Abbildung 1 Unsicherheit der Vorhersagen des globalen Temperaturanstiegs (gleitender 10-Jahres-Mittelwert) durch Klimamodelle (b,c), Zuordnung zu Unsicherheitsquellen (e,f) und Anteile der einzelnen Unsicherheitsquellen (h,i). Die obere Zeile (b,e,h) beschreibt die Situation der Vergleiche nach CMPI5 (2008-2016) und die untere Reihe diejenige nach CMPI6 (2016-2020). Die schwarze Linie in (b,c) gibt Beobachtungen wieder: Die Farben wurden zur besseren Sichtbarkeit dieser Linie etwas angepasst. Quelle: Earth Syst. Dynam., 11, 491–508, 2020.

Man sieht in den Abbildungsteilen (b,c) sowie (e,f) ganz klar, dass die Unsicherheit der Vorhersagen von CMIP5 zu CMIP6 zugenommen hat. Wie die Teile (h,i) zeigen, ist diese Zunahme nicht durch die interne Unsicherheit der einzelnen Modelle (orange) bedingt, die zumindest bei längerfristigen Vorhersagen kaum etwas ausmacht. Die Unsicherheit der Szenarien (grün) hat sogar abgenommen, wie man in (e,f) auf einer absoluten Skala sieht. Stark zugenommen haben die Unterschiede zwischen den Modellen (cyan). Mittelfristig (2030-2040) machen diese Modellunterschiede etwa drei Viertel der gesamten Unsicherheit aus. Diese gesamte Unsicherheit beträgt bereits 2040 etwa ein Grad. Aktivisten, Journalisten und einige Politiker diskutieren die Unterschiede zwischen einem 1,5- und einem 2-Grad-Ziel. Das ist offensichtlich nicht zu rechtfertigen. Zudem beziehen sich Klimaziele auf den maximalen Temperaturanstieg. Diejenigen Kombinationen von Modell und Szenario, welche überhaupt ein Maximum im Vorhersagezeitraum aufweisen, verorten dieses bei etwa 2070-2080. Allein die Modellunsicherheit beträgt dort in den CMIP6-Modellen ±1 Grad. Sie ist etwa doppelt so groß wie in den CMIP5-Modellen.

Wie kann es sein, dass die Vorhersageunsicherheit erheblich zunimmt, obwohl auf dem Gebiet der Klimamodellierung mit rasant steigender Rechenleistung und auf der Basis von immer umfangreicheren Messdaten intensiv geforscht wird? Die Antwort dürfte in der Komplexität des Problems liegen. Die CMIP5-Modelle und erst recht deren Vorläufer waren stark unterkomplex. Die folgende Entwicklung hat zu komplexeren Modellen geführt. In dieser Entwicklung mussten aber wiederum Entscheidungen getroffen werden, die nicht aus ersten Prinzipien ableitbar waren, sondern auf Plausibilitätserwägungen beruhten. Verschiedene Gruppen haben hier verschiedene Entscheidungen getroffen. All diese Entscheidungen wurden im Rahmen der Publikation von Fachkollegen begutachtet. Keine davon ist also per se als falsch zu erkennen. Die steigende Vorhersageunsicherheit ist einfach ein Ausdruck einer realistischeren Einschätzung, was solche Modelle vermögen.

Realistischer bedeutet dabei noch nicht realistisch. Zu erwarten ist eher, dass die weitere Entwicklung zunächst noch dem gleichen Trend folgen wird, also die von der Modellvariation erfasste Unsicherheit der Vorhersagen weiter wächst. Die Wissenschaft versucht sich bisweilen an Problemen, für die dann auch nach langer Forschung keine befriedigende Lösung gefunden werden kann. Ein noch immer recht aktuelles Besipiel ist die Modellierung von Pandemieverläufen. Bei der Klimaentwicklung könnte es sich ebenfalls um ein solches Problem handeln. Klimaänderungen sind auf eine Weise komplex und chaotisch, die eine rechentechnische Modellierung mit brauchbarer Genauigkeit womöglich ausschließt.

Warum man keinen Mittelwert bilden kann

Der Laie geht das in Abbildung 1 ersichtliche Problem in der Regel so an: Die Wahrheit wird wohl irgendwo in der Mitte liegen. Eine qualitative Variante dieses Denkens trifft man oft in öffentlichen Diskussionen wissenschaftlicher Kontroversen an: «Die große Mehrheit der Wissenschaftler glaubt, dass… Das wird dann also wohl so richtig sein.»

Leider bedeutet die Mehrheitsmeinung in der Wissenschaft gar nichts. Es geht nicht um Glaube oder Meinung, sondern um Richtigkeit. Einer von Hundert kann auf das richtige Ergebnis gekommen sein, gegen den festen Glauben der 99. In der Wissenschaftsgeschichte ist es häufig vorgekommen, dass ein Einzelner oder einige wenige Forscher gegen die Meinung einer großen Mehrheit einen Durchbruch erzielt haben, der danach zu allgemein anerkanntem Wissen wurde. Auf Abbildung 1 bezogen folgt daraus, dass das beste Modell durchaus nicht in der Mitte liegen muss. Es kann auch am Rand der Vorhersagen liegen. Die zukünftige Entwicklung kann sogar außerhalb aller Modellvorhersagen liegen. Die Abbildung enthält tatsächlich einen Hinweis darauf, dass sie wahrscheinlich außerhalb liegen wird. Dieser Hinweis wird in der Publikation nicht diskutiert, aus der ich die Abbildung entnommen habe.

Wie ich oben angeführt hatte, sind die Modellparameter an Messdaten (Beobachtungen) aus der Vergangenheit angepasst worden. Es ist daher sehr interessant, wie sich die Modellrechnungen in Bezug auf die vorhandenen Messdaten (schwarze Kurven in Abbildung 1) verhalten. Qualitativ ist dieses Verhalten das Gleiche für CMIP5- und CMIP6-Modelle. Die Kurven aller Modelle und diejenige der Beobachtungen schneiden sich 2005. Danach liegen die Beobachtungen am unteren Rand aller Modellvorhersagen. Interessanterweise ist das aber vor 2005 nicht der Fall. In diesem Zeitraum liegen die meisten Modellergebnisse deutlich unterhalb der Beobachtungen. Fast alle Modelle sagen also im Beobachtungszeitraum einen deutlich stärkeren Temperaturanstieg vor als er beobachtet wurde. Das erstaunt auch deshalb, weil sie in diesem Zeitraum an die Daten angepasst wurden. Ein unvoreingenommener Betrachter würde schließen, dass hier ein systematisches Problem vorliegt, das den meisten oder sogar allen Modellierungsansätzen gemein ist. Dieser Betrachter würde auch schließen, dass die wahrscheinlichste Vorhersage sich unterhalb aller Modellvorhersagen befindet. Genau das folgt nämlich, wenn alle Modelle den Temperaturanstieg dort überschätzen, wo man es überprüfen kann.

Können wir also Entwarnung geben? Nicht unbedingt. Die wahrscheinlichste Vorhersage ist eher beruhigend, aber die Vorhersagen sind insgesamt nicht viel wert. Es ist eigentlich wie immer: Bezüglich interessanter Probleme ist die Zukunft nicht vorhersagbar, schon gar nicht langfristig. Genau das ist das Merkmal eines interessanten Problems. Wer glaubt, er könne die Zukunft gezielt steuern, offenbart damit nur seine eigene Hybris.

Dasselbe in feucht

Der Temperaturanstieg ist das meistdiskutierte Problem, wenn wir über einen potentiell langfristigen Klimawandel reden. Er ist nicht aber das einzige diskutierte Problem. Interessant ist, schon wegen der Landwirtschaft, auch die Niederschlagsmenge. Wie bei der Temperatur so sagen die Klimamodelle auch für die Niederschlagsmenge global einen Anstieg voraus. Beide Anstiege sind übrigens global gesehen für die Landwirtschaft und damit für die Ernährung einer wachsenden Menschheit von Vorteil.

Abbildung 2 Unsicherheit der Vorhersagen des globalen Niederschlagsmenge (gleitender 10-Jahres-Mittelwert) durch Klimamodelle (b,c), Zuordnung zu Unsicherheitsquellen (e,f) und Anteile der einzelnen Unsicherheitsquellen (h,i). Die obere Zeile (b,e,h) beschreibt die Situation der Vergleiche nach CMPI5 (2008-2016) und die untere Reihe diejenige nach CMPI6 (2016-2020). Die schwarze Linie in (b,c) gibt Beobachtungen wieder: Die Farben wurden zur besseren Sichtbarkeit dieser Linie etwas angepasst. Quelle: Earth Syst. Dynam., 11, 491–508, 2020.

Eine detaillierte Diskussion von Abbildung 2 erübrigt sich, weil wir hier die gleichen Phänomene sehen wie in Abbildung 1. Auch bezüglich der Niederschlagsmenge ist die Modellunsicherheit von CMIP5 zu CMIP6 angestiegen. Sie macht hier sogar einen noch größeren Anteil der gesamten Unsicherheit aus. Die Unterschiede zwischen Szenarien sind in CMIP6 über den gesamten Zeitraum kleiner als die Unterschiede zwischen verschiedenen Modellen. Brauchbare Messdaten (schwarze Kurven in Abbildung 2) gibt es hier nur über einen relativen kurzen Zeitraum. Beachtet man, dass die Daten und alle Modelle 2005 künstlich überlagert wurden, so muss man sagen, dass es bezüglich der Entwicklung der Niederschlagsmenge keine gute Übereinstimmung zwischen Modellen und Beobachtungen gibt.

Kann man Klimafolgen abschätzen?

Der Temperaturanstieg und der Anstieg der Niederschlagsmenge sind nicht die eigentlich interessanten Größen in der öffentlichen Diskussion. Gerade in Deutschland dürfte eine Mehrheit der Bevölkerung einen Anstieg der mittleren Temperatur begrüßen, wie man aus der Verteilung der bevorzugten Feriendestinationen ablesen kann. Der Rückgang der Heizkosten würde den Anstieg der Kosten für eine Klimatisierung der Wohnungen im Sommer mehr als aufwiegen. Eine Akzeptanz der Bevölkerung für kostspielige Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels lässt sich nur dadurch erreichen, dass man apokalyptische Szenarien über die Gefahren des Temperaturanstiegs verbreitet.

Betrachtet man nun die Klimafolgenabschätzung, machen die oben diskutierten Unsicherheiten der Klimaprognosen nur einen Teil der Vorhersageunsicherheit aus. Selbst wenn man die Temperaturen und Niederschlagsmengen für die nächsten Jahrzehnte exakt vorhersagen könnte, stünde man vor einem weiteren sehr komplexen Problem. In diesem Fall reden wir nicht über Atmosphärenphysik, Wolkenbildung und Meereströmungen, sondern über Phänomene, die stark von Entscheidungen abhängen, die große Gruppen von Menschen über lange Zeiträume treffen werden. Außerdem spielen unvorhersehbare technologische und wirtschaftliche Entwicklungen eine Rolle, die unsere Möglichkeiten beeinflussen, den Folgen eines potentiellen Klimawandels auszuweichen oder uns ihnen anzupassen.

Dieses Problem ist noch einmal um vieles komplexer als dasjenige der Klimamodellierung. Seriöse quantitative Vorhersagen sind auf diesem Gebiet unmöglich. Ohne quantitative Vorhersagen kann aber die Frage nicht wissenschaftlich beantwortet werden, welches Verhältnis zwischen Vermeidung eines Temperaturanstiegs und der Anpassung an den Anstieg am Günstigsten ist. Es lässt sich nicht einmal die Frage beantworten, ob eine Vermeidung eines Temperaturanstiegs überhaupt sinnvoll ist oder ob dieser nicht vielmehr eine günstige Entwicklung ist.

Wer vor diesem Hintergrund apokalyptische Szenarien entwirft, tut das aus seiner eigenen psychischen Grundhaltung heraus, nicht auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse. Zum Problem kann das dadurch werden, weil die Vermeidungsanstrengungen ihrerseits auch negative Folgen haben. Ressourcen, die man in diese Anstrengungen steckt, stehen für andere Probleme nicht zur Verfügung, die vielleicht drängender und eher lösbar sind. Die durch CO2-Vermeidung veränderten Handelsströme und der dadurch erzeugte Bedarf an anderen Bodenschätzen und an Fläche haben ihrerseits Folgen, die man ebenfalls abschätzen müsste. Insgesamt sind die Unsicherheiten so groß, dass es für diese Fragen keinen seriösen Rat der Wissenschaft geben kann. Wer behauptet, in dieser Hinsicht wissenschaftlich begründet zu argumentieren, verhält sich intellektuell unredlich, indem er vorgibt, Dinge zu wissen, die er nicht weiß und nicht einmal in Erfahrung bringen könnte.

Fazit

Ob das Klima überhitzt, bleibt offen. Dass die Klimadiskussion überhitzt ist, steht hingegen fest. Klimamodelle ermöglichen auf dem gegenwärtigen Stand keine Vorhersagen über den zukünftigen Temperaturverlauf oder über zukünftige Niederschlagsmengen, zumindest nicht mit einer Sicherheit, wie sie für gut begründete Entscheidungen nötig wäre. Es ist nicht absehbar, wann und ob überhaupt Klimamodelle einen Stand erreichen, auf dem sie nützliche Vorhersagen machen können. Über die Aussage hinaus, dass der CO2-Ausstoß der Menschheit vermutlich eine messbare Erhöhung der Durchschnittstemperatur des Planeten um maximal einige Grad zur Folge haben wird, kann aus den Modellen derzeit nichts abgeleitet werden. Insbesondere kann auch nicht mit nützlicher Zuverlässigkeit abgeschätzt werden, ob diese Erwärmung global gesehen eher günstige oder eher ungünstige Folgen haben wird. Das Drängen auf Klimawandelvermeidung ist eine ideologische Position und eine Glaubensfrage, keine Notwendigkeit, die auf wissenschaftlicher Basis begründbar wäre.


28 Antworten zu “Das (1,5 ± 2)-Grad-Ziel”

  1. Nun ja – da haben Sie mal wieder ’ne richtig fetzige Ueberschrift gewaehlt.

    Wusste gar nicht, dass es tatsaechlich solche «Verrueckten» gibt, die die globale Temperatur noch auf -0,5 °C runterkuehlen wollen. Andererseits wird’s auch wenige geben, die das 3,5 °C- Ziel vertreten.

    Heute 18°C in Dresden. Weiss nicht, gab’s das schon mal an einem 31.12. in Deutschland (so kurz vor der Zeithorizontalen um Mitternacht) seit Beginn der Wetteraufzeichnungen? Jedenfalls macht’s da Spass noch mal zu wandern.

    Okay, muss dann spaeter erstmal den Artikel lesen, bevor ich weiter hier sinnfreie Kommentare gebe.

  2. Interessante Analyse, zumal gut begruendet.

    Sie meinen also, man sollte die Dinge so laufen lassen und am besten gar nichts dagegen unternehmen.

    Wenn ich Sie richtig verstanden habe, ist auch nicht sicher, dass es ueberhaupt zu einer weiteren Erderwaermung kommt. Die Temperatur koennte also die naechste Zeit auch stagnieren oder es wird gar wieder kaelter? (Ich meine damit einen ueberschaubaren Zeitraum, vielleicht bis so 2100.)

    • «Die Temperatur koennte also die naechste Zeit auch stagnieren oder es wird gar wieder kaelter?»

      Das haben in CMPI5 ja sogar noch Modelle vorhergesagt, Stagnation mehrere und eine Wiederabkühlung mindestens eines. Dass solche Modelle in CMPI6 weniger geworden sind, würde ich nicht überbewerten. Sie sind einem erheblichen Gruppendruck ausgesetzt. Zumindest im Mittel dürften Gutachter bei solchen Modellen kritischer sein als bei denen, die einen stärkeren Anstieg vorhersagen.

      So lange die Modellierer den vergangenen Temperaturverlauf nicht etwa innerhalb der Fehlergrenzen damaliger Messungen reproduzieren können, sollte man den Modellen nicht zuviel Glauben schenken.

      Dabei reden wir noch gar nicht über lokale Vorhersagen. Die schwanken noch viel wilder zwischen den Modellen als die globalen Mittelwerte, die ich hier diskutiere.

  3. «Dabei reden wir noch gar nicht über lokale Vorhersagen.» Stimmt.

    Dennoch, ist da nicht doch eine Tendenz Richtung Erwaermung erkennbar? Aus eigener Beobachtung in den letzten vielleicht 10 Jahren z. B.: Fast jedes Jahr mehr Hitzetage, warme Dezember, wenig Niederschlag. Oder die Baeume z.B. im Harz und (bei mir um die Ecke) scheinen mir auch jedes Jahr einen traurigeren Anblick zu geben.(Okay – ist alles nur eine subjektive Annahme.)

    Nochmal der andere Aspekt: Ich verstehe zum einen nicht, warum die Bevoelkerungen in diese Richtung (Klimawandel, apokalyptische Szenarien) gedraengt werden soll und zum anderen viele (?) Wissenschaftler da mitmachen, wenn es doch eigentlich ueberhaupt nicht zuverlaessig vorhersehbar ist. Da muessen sich doch einflussreiche Personen einen Vorteil davon versprechen. Ist die Windraeder/Solarenergie-Lobby so gross – oder was steckt dahinter?

    OT: Habe ich nur den Eindruck oder ist das so: Koennte es auch sein, dass Sie selber auch nicht viel anders sind als mancher Aktivist? Bei kontrovers diskutierten Themen immer (erstmal) die – vom Mainstream nicht gepushte – Minderheitenmeinung einnehmen.

    • «Dennoch, ist da nicht doch eine Tendenz Richtung Erwaermung erkennbar?»

      Sicher doch. Seit 1975 gibt es weltweit eine Erwärmung. Nur gibt es schon deutlich länger eine CO2-Zunahme und vorher gab es immer mal wieder Temperaturabnahmen. Es ist daher schwer abzuschätzen, wie stark andere, nicht menschengemachte Prozesse zur gegenwärtigen Erwärmung beitragen. Weil das schwer abzuschätzen ist, ist auch die Extrapolation über längere Zeiträume sehr unsicher.

      Wenn ich unbedingt wetten müsste, würde ich schon auf eine weitere Erwärmung wetten. Wenn ich entscheiden müsste, ob man deshalb aktiv Vermeidung betreibt oder doch besser Anpassung, würde ich weitgehend in Richtung Anpassung entscheiden.

      Technologieentwicklung zu erneuerbaren Energien und zur langfristigen Ablösung fossiler Kohlenstoffquellen für die Chemie muss man ohnehin betreiben, weil bequem erreichbare fossile Kohlenstoffquellen endlich sind. Die Betonung liegt aber auf langfristig. Es besteht kein Grund zur Panik.

      • «Es ist daher schwer abzuschätzen, wie stark andere, nicht menschengemachte Prozesse zur gegenwärtigen Erwärmung beitragen.»

        Ja, ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen auf die Klimaentwicklung so einen signifikanten Einfluss hatten und haben. Anpassung – sofern sinnvoll und machbar – ist dann wohl effektiver als gegen imaginaere Windmuehlen zu kaempfen.

        «Wenn ich unbedingt wetten müsste…»

        Nee, tun Sie das lieber nicht. Sie haben schon mal im Bezug auf den M-Partikel mit Spin 0 aus der Uckermark verloren. Und ich wette, das war nicht das einzige Mal.

    • «Ich verstehe zum einen nicht, warum die Bevoelkerungen in diese Richtung (Klimawandel, apokalyptische Szenarien) gedraengt werden soll»

      Westliche Regierungen versprechen sich da einerseits etwas, das ihre Macht stabilisiert (die da oben retten uns vor der Klimakatastrophe) und andererseits einen Zukunftsmarkt (wir entwickeln die Technologien mit Subventionen an Unternehmen, die von den Bürgern über Steuern und Energiepreise bezahlt werden und dann verkloppen wir das Zeug in andere Länder).

      «und zum anderen viele (?) Wissenschaftler da mitmachen, wenn es doch eigentlich ueberhaupt nicht zuverlaessig vorhersehbar ist.»

      Es haben verdammt viele einen Vorteil davon (Forschungsgelder) und der Einfluss der Wissenschaft in der Gesellschaft steigt dadurch insgesamt (die Wissenschaft hat etwas erkannt, was uns sonst ganz schlimm treffen würde). Ausserdem haben viele Intellektuelle einen «Weisser-Ritter-Komplex». Sie müssen jemanden vor irgendetwas beschützen.

      Ich habe übrigens auch einen Vorteil, denn ich bin Mitglied eines National Competence Center for Research der Schweiz, das sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat.

      • «Westliche Regierungen versprechen sich da einerseits etwas, das ihre Macht stabilisiert..»

        Na, ich wuerde das eher als Risiko sehen, dass es Ihre Macht destabilisiert. Bsp. Energiewende. Sie haben, dass ja hervorragend im anderen Beitrag beschrieben, dass das hinten und vorne nicht hinhaut. Unabhaengig davon braucht man allerdings da auch nicht viel Wissen, um das zu erkennen.

        Forschungsgelder

        Sie haben natuerlich recht. Ich hatte da den edlen Wissenschaftler vor mir. Aber stimmt, schon zu Einsteins Zeiten sind die meisten von denen mit Hurra in WK I gezogen bzw. sind dem nationalen Wahn verfallen und dann die skrupellosen Menschenexperimente – nicht nur im NS-Regime usw.

        «…ich bin Mitglied eines National Competence Center for Research der Schweiz»

        Haben Sie schon mal geschrieben. Toll. (Dann aber hoffentlich nicht als «Weisser Ritter»)

        • «Haben Sie schon mal geschrieben. Toll. (Dann aber hoffentlich nicht als «Weisser Ritter»)»

          Nee. Die Sachen, die wir da tun, haben Hand und Fuss. Sie werden nur nicht morgen (oder bis 2035) zu einer Umwälzung der technologischen Basis führen. So etwas dauert länger.

          • «Die Sachen, die wir da tun, haben Hand und Fuss.»

            Ja, glaube ich Ihnen.

            „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ A. Einstein

            Hmm…wo sind eigentlich Ihre LeserInnen, die der Meinung sind, dass schnelles Handeln erforderlich ist? (Tschuldigung, hab› nur «laut» gedacht.)

            • «Ihre LeserInnen, die der Meinung sind, dass schnelles Handeln erforderlich ist?»

              Bei denen weiss ich immer nicht, ob sie wollen, dass sich etwas ändert. Einerseits wollen sie die Gesellschaft so schnell wie möglich so radikal wie möglich ändern. Andererseits sind sie für Nachhaltigkeit, also für Stagnation.

              • Da sehe ich jetzt nicht unbedingt einen Widerspruch.

                Im Prinzip wollen die ja nicht nur Stagnation (oder sogar Degrowth) beim Wirtschaftswachstum sondern auch beim Temperaturanstieg, CO2, Fleischkonsum usw.

                Schnell und radikal ist das Problem. Obwohl das kapital. System haette ich schon auch gern los – allein es fehlt die (machbare) Alternative.

              • Sorry, nochmal. Das war jetzt ungluecklich formuliert:

                Die wollen im Prinzip zurueck zur Natur, also negatives Wachstum oder besser Verzicht. Das bedeutet Veraenderung und ist keine Stagnation.

                Natuerlich ist das jetzt wieder pauschalisiert. Ich glaube, nur die wenigsten wollen das in dieser radikalen Form. Fuer das Zurueckfahren ueberfluessiger, kurzlebiger Konsumprodukte und natuerlich Schluss mit der Ruestungsindustrie bin ich uebrigens auch.

    • «Bei kontrovers diskutierten Themen immer (erstmal) die – vom Mainstream nicht gepushte – Minderheitenmeinung einnehmen.»

      Sicher, das hat System. An der Minderheitenmeinung ist aber fast immer auch mehr dran, als die Mehrheit glaubt. Gruppendenken wird sehr leicht zur Gruppenpsychose. Und Gruppendenken führt fast ausnahmslos dazu, dass gewisse Fakten ausgeblendet werden, weil sie das eigene Narrativ gefährden. Realitätsverlust führt aber immer auch zu Fehlentscheidungen.

      Insofern korrigiert man fast immer in die richtige Richtung, wenn man die Mehrheitsmeinung angreift, besonders wenn die Mehrheit denkt, diese sei alternativlos. Solches Denken ist nämlich schon Gruppenpsychose.

      Leute die glauben, dass sie die Wahrheit (in Bezug auf komplexe Probleme) kennen, sind kreuzgefährlich.

  4. Zur Frage von Gruppendenken und Massenpsychose hat sich bereits Nietzsche (in «Jenseits von Gut und Böse») geäussert:

    «Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes, aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel.»

    Ich glaube, er ist als Skeptiker auf dem gleichen Wege zu dieser Erkenntnis gekommen, wie ich viel später: Wenn man der vorherrschenden Meinung von Gruppen, Parteien, Völkern und Zeiten nachgeht, also recherchiert, auf welchen Fakten sie eigentlich beruht, wie sie entstanden ist und ob sie überprüft worden ist, dann findet man eben in aller Regel, dass hinter dem Volksglauben nicht viel steht.

    Und auch unter Wissenschaftlern gibt es viel mehr «Volksglauben», als man denken würde, also Dinge, die von Vielen (Nietzsche hätte formuliert: «von den Allzuvielen») wiederholt werden, ohne dass sie diese je geprüft hätten.

    Das war auch schon immer so. Es gab allerdings Zeiten, in denen man den Skeptikern dann einen Schierlingsbecher verabreicht hat. Insofern war auch in der griechischen Antike nicht alles licht und logisch. Der grosse Aristoteles hat schriftlich behauptet, Frauen hätten weniger Zähne als Männer. Er war zweimal verheiratet, ist aber nicht auf die Idee gekommen, mal nachzuzählen.

    • «Der grosse Aristoteles hat schriftlich behauptet, Frauen hätten weniger Zähne als Männer.»

      Na ja, vielleicht waren die auch aelter und da war der Grossteil eben schon ausgefallen. Und die anderen hatten vielleicht auch nicht das Primat auf die Zahnpflege gerichtet. Da kann man schon zu so einem Schluss kommen. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass die Frauen das auch damals schon nicht cool gefunden haetten, wenn da einer nachzaehlen will. (Vielleicht haette er da mal unauffaellig mit der Zunge abtasten sollen.)

      Das andere muss ich mir noch durchlesen.

    • Den Nietzsche kennen Sie wohl in- und auswendig.

      «Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes, aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel.»

      Ja, dem ist wohl so.

      Andererseits haetten die Menschen im Laufe der Geschichte alles erstmal recherchiert und geprueft, waeren wir vielleicht gerade mal der Hoehle entwischen, aber wahrscheinlicher schon nicht mehr existent.

      Was den Durchschnittsbuerger betrifft, der hat ja i. Allg. weder die Kenntnisse, noch die Zeit, meistens auch gar nicht die Lust, um alles nochmal zu ueberpruefen. Da verlaesst man sich eben auf das, was im naeheren Umfeld so gedacht wird oder dem jeweiligen Weltbild entspricht.

  5. Da ich noch diese Woche krank(geschrieben) bin, habe ich mal gestern nacht und heute Ihren alten Artikel: «Kritik der Nachhaltigkeit» (incl. aller noch vorhandenen Kommentare) von vor mehr als 5 Jahren gelesen.

    Ihre Positionen haben sich im Prinzip nicht gaendert, ausser dass Sie jetzt noch kritischer, was die Klimamodelle betrifft, sind. (verstaendlich, da es ja damals noch nicht das CMPI6 gab)

    Meine Position drueckt allerdings am Besten dieser Kommentar aus (Musste leider kopieren, weil ich nicht weiss, wie man das verlinken kann):

    (pleifel
    vor etwa 5 Jahren)

    Vorausgesetzt, die Klimamodelle liegen zumindest dahingehend nicht daneben, dass es eine weitere Erderwaermung gibt, sehe ich auch als Hauptproblem, wie man dann mit den Klimafluechtlingen umgehen will, denn ein paar Regionen lassen sich dann wahrscheinlich nicht mehr bewohnen – selbst wenn die Nettorechnung ergibt, dass es in der Gesamtbilanz mehr Vorteile als Nachteile bedeutet.

    Spaetestens ab naechster Woche werde ich Sie weniger nerven. Versprochen!

    «Boredom, you are so beautiful.»

    • «sehe ich auch als Hauptproblem, wie man dann mit den Klimafluechtlingen umgehen will, denn ein paar Regionen lassen sich dann wahrscheinlich nicht mehr bewohnen»

      Ich denke nicht, dass es in absehbarer Zeit in nennenswertem Umfang unbewohnbare Regionen gibt. Zumindest wird das aber auf absehbare zeit nicht die hauptsächliche Migrationsursache sein.

      Die hauptsächliche Migrationsursache ist, mit Verlaub, eine Vermehrungsrate von Menschen, die mit lokalen Ressourcen nicht kompatibel ist. Ein Teil dieser Menschen beansprucht dann Ressourcen anderswo.

      Wie man gern damit umgehen würde, was also die ethisch beste Lösung wäre, kann zu langen und interessanten Diskussionen Anlass geben. Es wird aber ohnehin nicht die ethisch beste Lösung gewählt werden, sondern es wird zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung um die Ressourcen kommen.

  6. frohes neues!
    schön, dass Sie sich der fesseln des freitags entledigt haben!

    ich hab die panik in der debatte eher so verstanden, dass der co2-anstieg
    zu selbstläufer werden kann, auch wenn der mensch seinen co2-beitrag auf
    eine fantastische 0 bringen könnte. diese initial-spanne ist eben zw. +1,5 bis +2° C.

    danach ist es vorbei und wir landen mit dem wärmezyklus dann auf 5-6°C mehr,
    bezogen auf den zukünftigen co2-gehalt der athmosphäre.

    siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Kippelemente_im_Erdklimasystem

    natürlich unter der voraussetzung, dass co2-anstieg tatsächlich linear eine
    erwärmung einleitet. allerdings gibt es auch höhere wasserdampfwerte in der luft,
    ob sie die prognosen der klima-wissenschaftler stören?

    dann gibt es noch eine mögliche störung der klimamodelle durch die sonnenzyklen, nr. 24 war ja
    sehr schwach, die sonnenzyklen waren aber nicht verantwortlich für die wärmesteigerung in den 40ern – wie ich es verstehe, ist es eh unklar, ob es korreliert.
    nr. 25 – seit 2020/01 – ist jetzt schon über den prognosen.

      • Thomas Stocker ist stocksteif bei seinem wiss. standpunkt, dass er es nicht weiss und kein berechnungsmodell eine progrose liefern kann – zu viel chaos bei den parametern – ja, kann ich verstehen und nachvollziehen, denn nicht mal eine 2-tage wetter prognose heutzutage stimmt, wenn die wittterung instabil wird*, obwohl die rechenleistung erhöht wurde und meteo-fachleute auf ein grid mit 100m länge drängt…wie kann dann eine globale klimaprognose für die nächsten 30 jahre berechnet werden…dass die wiss. climate-change-elites diesen anspruch erhebt ist aber für mich nachvollziehbar – passt in unsere narrativ-lastige-zeit.

        ich hab aber nur einen kipppunkt gemeint, die kohlenstoff-speicher an der oberfläche in den nördlichen breiten, sie sind wie kleine, aber tausendfache singularitäten und dennoch in manchen regionen vom golfstrom abhängig, daher kann ich es verstehen, dass eine glaubhafte modellvorhersage als entscheidungsgrundlage die mehrheit nicht zusammenbekommt. vorallem nicht in europa, denn wenn der golfstrom abbricht – wird es hier kälter 😉

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        *ich wohn in einem örtchen in schwarzwald – wetterprognosen halten nicht mal 12 stunden durch – bei wechselwetter natürlich – wenns ein hoch gibt – seit tagen – können Sie sicher sein, es wird nicht regnen, kein wetterwechsel., also sind wetterprognosen als tendenzen zu verstehen – daher sonnencreme und regenschirm immer dabei !
        dennoch wird seit 2 jahren wg. klimawandel hier folgendes durchgezogen:
        1.: jedes 5. baum wird gefällt – um mehr wasser beim regen zu boden fallen zu lassen
        2. : die fichte wird fallen gelassen, hab aber vergessen, was als ersatz kommt….

        dennoch war 2022 besonders, obwohl es arXXX-trocken gewesen ist – bis anfang sep.22 – danach war es das beste steinpilz-jahr meines lebens 😉 wohl auch weil 2021 pilzmässig sehr schwach war.

        • «2. : die fichte wird fallen gelassen, hab aber vergessen, was als ersatz kommt….»

          Wahrscheinlich Laubbäume. Die Grünen glauben an Mischwälder. In der Lausitz wollen sie auch die Kiefernwälder durch Mischwälder ersetzen – auf Sandboden, auf dem Bäume vom Grundwasser leben und auf dem die Preußen genau deswegen den Pfahlwurzler Kiefer angepflanzt haben.

          Was das Wetter betrifft, ist jedes Jahr besonders. Bauern wissen so etwas.

  7. Na gut – heute Samstag, da haben Sie’s vielleicht noch nicht gelesen. Beim «Freitag» gibt es einen huebschen apokalyptischen Artikel (kein F+): «Klimakollaps abwenden? Das geht nur mit Verzicht und Verbrauchreduktion»

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