Das Feuer über Bethlehem


Eine andere Weihnachtsgeschichte Wer auf eine frohe Botschaft aus ist, sollte sich selbst darum kümmern.

And so happy Christmas
(War is over)
For black and for white
(If you want it)
For yellow and red ones
(War is over)
Let′s stop all the fight
(Now)

John Lennon

Und es begab sich wieder einmal, dass da Krieg war. Die Familie war nicht heilig. Sie waren nur eine Frau namens Sumaya und ein Mann namens Marwan und ein Baby. Das Baby hieß Carmela. Niemand erwartete von ihr, dass sie einmal der Messias sein würde. Vorerst hofften ihre Eltern, dass sie wenigstens das Lebensalter des in Betlehem geborenen Jungen erreichen würde, der vor langer Zeit am Kreuze starb. Es war ungewiss, ob Carmela ihren ersten Geburtstag erleben würde. Sie war jetzt drei Monate alt und in Gaza-Stadt geboren.

So wie Maria, Josef und Jesus, flohen auch Sumaya, Marwan und Carmela kurz nach der Geburt. Das Evangelium sagt, Herodes habe alle Neugeborenen töten wollen. Denn einem von diesen war verheißen, König der Juden zu werden. Stimmt das, dann war Herodes ein Verbrecher. Sumaya und Marwan flohen mit Carmela, weil Bibis Regierung Bomben auf Gaza-Stadt regnen ließ. Sie kamen nicht bis Ägypten. Denn, siehe, die Grenze ward ihnen verschlossen. Die Bleibe, die sie fanden, war nicht besser als einen Stall mit Krippe. Sie lag im Süden des Gaza-Streifens. Bibi hatte gesagt, sie sollten dorthin ziehen, denn da seien sie sicher.

Dort war kein Brot. Dort war auch kein Arzt, als Carmela krank wurde. Dort wurde auch geschossen.

Die Drei Weisen aus dem Morgenland hatten einen Feuerschein über Bethlehem gesehen. Diesmal war es kein Stern, das nicht. Caspar, Balthasar und Melchior trafen einander nahe Bethlehem. Und es ward ihnen klar, dass das ungewöhnliche Licht nicht über Bethlehem erschien, sondern über Gaza-Stadt. Caspar sah den Feuerschweif einer Hamas-Rakete, die gen Israel flog. Balthasar sah die Explosion einer Bombe, die drei Hamas-Kämpfer tötete und dazu dreißig Menschen wie Sumaya, Marwan und Carmela. Melchior sah das Rashad Shawa Kulturzentrum brennen.

Und die Drei Weisen folgten dem Feuerschein. Sie fühlten, dass sie Sumaya, Marwan und Carmela finden sollten. Doch an der Grenze zum Gaza-Streifen wurden sie abgewiesen. So wandten sie sich gen Jerusalem. Dort trafen sie auf Joseph Robinette B., der zu einem Besuch gekommen war. Joseph sagte den Drei Weisen, es könne nicht falsch sein, was Bibi tue. Denn Bibi stehe einem Lande vor, das sei ein ewiges Opfer und unfehlbar. Die Drei Weisen schüttelten den Kopf. Und Joseph sagte, er müsse Bibi in dem unterstützen, was dieser tue, eben weil. Die Drei Weisen verstanden einander auch ohne Worte. Und doch sprach Melchior es aus: Da ist er so alt geworden, der Joseph B., und so hinfällig. Nur zu Verstand gekommen, das ist er nicht.

«Erstens habe ich nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv «geliebt», weder das deutsche, noch das französische, noch das amerikanische, noch etwa die Arbeiterklasse oder sonst was in dieser Preislage. Ich liebe in der Tat nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig.»

Hannah Arendt, Brief an Gershon Sholem, 20. Juli 1963


104 Antworten zu “Das Feuer über Bethlehem”

  1. Oh Jemine! So war das nicht gemeint. Es sollte doch nicht so eine traurige Geschichte sein – und was hat das mit «Frieden» zu tun?

    Sleepy Joe – der nicht zu Verstand gekommen ist, obwohl schon im fortgeschrittenen Alter – ist klar. Aber wer sind denn die drei Weisen aus dem Morgenland? Ich kenne da keine.

    «Erstens habe ich nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv «geliebt…»

    Yo – wie wahr. Nationalismus, Patriotismus, Zionismus, Panarabismus …hau wech die Sch**ss*!

    Nur Selber-Denken macht fett.

    • «Wer auf eine frohe Botschaft aus ist, sollte sich selbst darum kümmern.»

      Haeh? – So laeuft das nicht.

      «Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.» (Friedrich Schillers Wilhelm Tell IV, 3. – um nicht den ollen Kaiser zu zitieren)

        • «Entweder sind das zu wenige»

          Es sind noch zu wenige. Aber Haaretz arbeitet daran.

          «Und lassen Sie sich in den unendlichen Weiten (Sued-)Brandenburgs nicht wegblasen.»

          Das sind dieses Jahr eher Geländeläufe, aber weniger durch die paar umgestürzten Bäume auf den Waldwegen als durch die erstaunlichen Pfützen, die sich teilweise nur im Wald neben dem Weg umgehen lassen.

          • Haaretz arbeitet daran. Und Bibi arbeitet am …nee. Jedenfalls viel Erfolg der Zeitung. Der Protest muss von innen kommen, sonst wird das nix.

            Die erstaunlichen Pfützen gibt’s bei mir auf’m Dorf (der Eltern) auch. Der Regen prasselt unaufhoerlich hernieder. Da macht es keinen Spass, die fette Gans abzulaufen.

            • Es gab Kaninchen. Die letzten drei Tage hatte ich immer Glück. Zwar Pfützen, aber höchstens leichten Regen, der meine Blüemlisalplauf-Jacke nicht durchgeweicht hat (selbst wenn das Baby nass ist, ist es schön trocken). Ich laufe allerdings trotz 10°C immer noch mit langem Zeug.

              • Ja, Kaninchen ist auch lecker. Aber Sie haben doch nicht hoffentlich selbst Hand angelegt – beim Abmurksen?

                Na ja, bei uns hat’s den ganzen Tag geregnet. Guter Grund der spaetroemischen Dekadenz zu froenen, ohne rot zu werden. Zumal, wenn man nicht so eine tolle Alplaufjacke in Griffweite hat.

                • «Aber Sie haben doch nicht hoffentlich selbst Hand angelegt – beim Abmurksen?»

                  Das habe ich noch nie getan. Meine Eltern kennen jemanden aus dem Dorf, der das Kaninchen selbst gezogen hat und zerlegt vorbeibringt (und dann erst mal anderthalb Stunden zum Quatschen bleibt).

                  • «Das habe ich noch nie getan»

                    Das hatte ich auch vermutet – und es ist gut so. Bei uns war’s vor der Kehrtwende meine Oma (vaeterlicherseits), spaeter wurde das Kleinvieh (noch Huehner, Gaense, Enten) abgeschafft. (Keiner wollte das dann machen.)

                    Solange es noch Landwirtschaft gibt, ist das auch kein Problem.

                    «(und dann erst mal anderthalb Stunden zum Quatschen bleibt)»

                    Tja, die Nachbarn. Bringen irgendwas vorbei oder wollen was ham – trinken ’ne Bulle Bier und quatschen dann den ganzen Dorftratsch aus. Dauert manchmal Stunden.

                    War bei uns auch so. Irgendwie auch schoen.

                    • Heute hätte ich übrigens fast Sonnencreme gebraucht beim Laufen. 13°C, blauer Himmel, nur noch mäßiger Wind.

                      War eben doch gut, dass ich die kurze Laufhose mitgebracht habe. Die Pfützen sind auch schon etwas kleiner geworden.

                    • Erinnert mich an frueher. Jeden Tag Laufen (Wald vor der Tuer) bei > 1 d bei meinen Eltern (< 25 km und darum in juengeren Jahren am WE oft, spaeter dann nur noch bei besonderen Ereignissen wie Weihnachten). Nur fanden das die nicht so toll. Insbesondere mein Vater meinte, dass ich lieber meine Mutter mehr im Haushalt und Garten unterstuetzen sollte. Hatte er recht.

                      Wetter war bei uns (Dresden/ Saechs. Schweiz) schlechter als im Internet angezeigt. Eigentlich war Wandern Zschirnsteine geplant, aber auf dem Weg dahin fing's an zu regnen und recht stuermisch. Dann nur Lilienstein und Bastei. Naja.

                    • «Insbesondere mein Vater meinte, dass ich lieber meine Mutter mehr im Haushalt und Garten unterstuetzen sollte.»

                      Das ist delikat. Ich darf nach dem Essen abtrocknen (abwaschen darf nur mein Vater). Ich darf die schwere Schranktür wieder einhängen, die sich aus irgendeinem Grund selbst ausgehängt hat. Ich darf meinem Vater bei Computerproblemen helfen.

                      Aber sonst: Die Arbeitsteilung im Haushalt meiner Eltern ist eingespielt und heilig. Meine Angebote werden (fast) grundsätzlich freundlich abgelehnt. Das verschiebt sich nur sehr langsam, wenn Kräfte nachlassen (vor 15 Jahren hätte ich auch die Schranktür noch nicht einhängen dürfen).

                      Als ich Kind und Jugendlicher war, war das anders. Da durfte (und sollte) ich mehr helfen. Seit ich flügge bin, sind die Möglichkeiten etwas eingeschränkt.

                    • Yo, das ist delikat.

                      Bei mir war es nach tieferer Betrachtung auch etwas anders. Der «Antreiber» war eigentlich nur mein Vater, und meine Mutter wollte sich nie in «ihr Handwerk» pfuschen lassen.

                      Aehmm, heute wieder mit kurzer Hose? Kann mich erinnern an vor zwei Jahren. Da waren es frueh bei Ihnen (nach eigener Aussage) minus 10 Grad. (Erinnern nur wg. der nonchalanten Pferde.)

                      https://www.rimondo.com/de/pedigree/860943/nonchalante

                      «Sehr schön – ganz blauer Himmel, ein wenig Schnee und die Pferde in Hohenbocka auf der Weide haben nonchalant so getan, als sei es gar nicht kalt. Allerdings bin ich auch erst am frühen Nachmittag gelaufen, am Vormittag um 10 Uhr war es noch -10 Grad kalt.» Kommentar aus Freitags-Artikel: «Denn sie wissen nicht, was sie tun» (Und daran hat sich nichts geaendert.)

                    • Nee, heute lag dort, wo den ganzen Tag Schatten war, um 15 Uhr noch Reif auf der Wiese. Ich bin mit langer Hose und Jacke gelaufen. Damit war es aber angenehm. Die Pfützen schrumpfen langsam etwas und ich habe mir keine nassen Füße geholt (gestern auch nicht, die Tage davor schon).

                    • Na dann, weiterhin viel Freude dabei. Und bloss nicht ueberanstrengen! (Weiss schon, dass Sie auf sich aufpassen. Trotzdem, kann man ja nicht genug sagen. Corona, Influenza & RSV geht hier um.)

  2. «Die Bleibe, die sie fanden, war nicht besser als einen Stall mit Krippe.»
    Kommt mir gerade auch so vor. Suche ein Studenten-Zimmer in Frankreich. Angebot, ähem. Preise, puh.
    Studieren ist teuer geworden.
    Fehlt nur noch: Iso-Matte in 2-Mann Zelt zu vermieten. Monat/ 980€.

      • Ja, kommt natürlich auch immer darauf an, wie man Kinder großzieht und wie die Qualität der Bildung geschätzt wird.
        Es sind die Nebenkosten die den Kohl fett machen. Auslandsaufenthalt, leben plus Unterkunft. Fahrten zur Uni, einige Tausend pro Jahr(je nach Ort natürlich). Je nach Studium relativ teure Fachliteratur die man zuhause haben sollte. Praktika. Danach weiter …..bis man fertig ist vergehen Jahre und die Kosten häufen sich.
        Das geht auch billiger, aber wenn man höhere Ansprüche an seine Qualifikation stellt, entstehen auch meist höhere Kosten, längere Studienzeiten und Aufwand. Will man, in Noten gesprochen, in der Nähe 1 bleiben, ist ein gewisser Aufwand notwendig.
        Bei manchen Studiengängen wird das später durch höhere Gehälter kompensiert, davon hat ein Student aber während des Studiums nichts und wie es später wirklich aussieht weiß man nicht.

  3. Wieder ein neues Jahr.
    Im Prinzip ist diese Trennlinie künstlich, stattdessen geht es einfach weiter im Verlauf.
    Man schaut einigen Kriegen zu, ist verdutzt über so manche Organisation wie EU, UN, NATO usw und auch unsere Regenten sehen sehr blaß aus.
    Näher liegen die persönlichen Dinge, auf die allerdings immer mehr von außen eingewirkt wird.
    Wie das Jahr endet, so fängt es an. Nur den Humor nicht verlieren, heißt die Devise.
    Die Anderen kochen auch nur mit Wasser, auch wenn es nicht so scheint.

    • «unsere Regenten sehen sehr blaß aus»

      Ich habe mir in den letzten Wochen mehrfach die Frage gestellt, ob der Begriff «unsere Regenten» noch einer Realität entspricht. Ein Regent ist jemand, der regiert. Zumindest für Deutschland würde ich behaupten, dass derzeit nicht regiert wird. Es wird geflickschustert und nicht einmal die Flicken halten.

      • Ein Beispiel: In der letzten Ausgabe 2023 von «Anne Will» bemerkte der deutsche Wirtschaftsminister, Robert Habeck, man sei «umzingelt von Wirklichkeit». Das zeugt einerseits von einem gewissen Reflektionsvermögen, andererseits von einem völligen Unverständnis dafür, was Politik ist.

        • Na, dem Robert wurde das Wirtschaftsministerium ja auch aufgezwungen. Waere heute Kanzler statt der Olaf, wenn die Gruenen nicht am AB festgehalten haetten, obwohl die vor den Wahlen schon in jedes Fettnaeppel getreten war.

          • Beide sind eigentlich die falsche Besetzung. Besonders Baerbock.
            Sie hat das Anforderungsprofil einer Außenministerin nicht verstanden. Sie arbeitet wie eine Ideologin oder Vorsitzende einer Bürgerinitiative.
            Ein Außenminister muß sich eher zurückhalten, möglichst wenig Tagespolitik betreiben, wenig Parteipolitik und außenpolitisch in der Argumentation vorsichtig zu sein.
            Grund ist, man sitzt einmal mit denen am Verhandlungstisch die man vorher beschimpft oder extrem angegangen hat.
            Da hatten wir schon weit bessere Personen, die das beherrscht haben.
            Auch der internationale Überblick scheint ihr zu fehlen.
            Das kostet die Regierung außenpolitische Reputation und in diesen Zeiten ist das sehr ungünstig.

            • Immerhin sind wir noch nicht so weit wie die Briten. Die hatten erst eine Aussenministerin vom gleichen Format wie Baerbock. Nachdem sie auf diesem Gebiet ihre Inkompetenz hinlänglich bewiesen hatte, dachten die Tories, sie müssten Liz Truss auch noch zur Premierministerin machen. 49 Tage später haben sie es dann begriffen.

      • «Zumindest für Deutschland würde ich behaupten, dass derzeit nicht regiert wird. Es wird geflickschustert und nicht einmal die Flicken halten.»
        Ganz langsam scheint sich diese Befürchtung auch in der Bevölkerung breit zu machen. Etwas spät, aber immerhin.
        Kaum einer weiß, was dieses Jahr wann kommt, wie, verfassungswidrig oder nicht ist. Welchen Sinn es hat und wie die Nebenwirkungen aussehen.
        Solch eine Konfusion habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht mitbekommen.
        Der Kanzler ist….WO? Die Koalitionäre spielen gegeneinander Opposition, fast jeder Posten falsch besetzt und laufend jagt ein Unsinn den anderen.
        Wäre eigentlich Zeit für Neuwahlen, aber was soll das bringen? Ist besseres Personal in Sicht? Durch die AFD würde es vielleicht noch schwieriger.
        Man muß vielleicht einfach durch diese unschönen Jahre durch. Viel Handlungsspielraum hat man nicht. In der Hoffnung, daß daraus etwas gelernt wurde.
        Leider wird es aufgrund der internationalen Lage schwierig, sollte dieser Zustand länger anhalten.

    • Ich fand die Intensität der Schäuble-Trauer auch übertrieben. Ich habe ihn respektiert. Er war ein herausragender Vertreter seiner politischen Seite. Er war auch ein Unterstützer von Kohls Korruption und seine «Architektur» der deutschen Einheit war verhängnisvoll.

      Dass so ein Wesen um sein Ableben gemacht wird, sagt eher etwas über die heutigen Politiker aus, die ihm nicht das Wasser reichen konnten.

    • Gregor Gysi – https://www.facebook.com/search/top?q=gregor%20gysi – : Wolfgang Schäuble hat über ein halbes Jahrhundert lang maßgeblich an der bundesdeutschen Geschichte mitgewirkt – in der Bonner Republik und nach der Vereinigung gleichermaßen. Es liegt in der Natur der Dinge, dass den überzeugten Konservativen Schäuble und mich politisch Welten trennten. Trotzdem trafen wir stets verlässlich und fair aufeinander. Seine Geradlinigkeit, seine Disziplin und seine menschliche Anständigkeit setzen bis heute Maßstäbe in der Bundespolitik. Sein unbeugsamer Einsatz für Berlin als gesamtdeutsche Hauptstadt bewies politische Weitsicht. Seinen Sinn für Humor spürte ich mehrfach … der Familie spreche ich mein tief empfundenes Beileid aus.

      Übersetzt: Ich hatte keine Macht, deswegen konnte ich ihm nur das Wasser reichen.

      Was für mich hängenbleibt: Deutschland sei seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu keinem Zeitpunkt ein souveräner Staat gewesen.
      Das sagte nicht irgendein Extremist, sondern sagte kein geringerer als Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Ende November auf dem «European Banking Congress» in der Alten Oper in Frankfurt am Main.

      https://www.welt.de/politik/article13757549/Die-oeffentliche-und-die-verborgene-Seite-der-Krise.html

      Seit wann ist das Volk souverän außer in revolutionären Zeiten?

    • Yo, die Stimmung liegt hier am Boden. Anstatt aber aufzumuntern, kommen Sie mit so einem ollen Kahn angeschippert, von dem man glaubte, der waere schon laengst untergegangen. Stattdessen ist nur der Kapitaen von Bord gegangen und sitzt sich in Bruessel den *rsch platt.

      https://www.nzz.ch/feuilleton/martin-sonneborn-titanic-boehmermann-schmidt-humor-ld.1756874

      (*Zwinkersmiley* macht man so: ;-)) Und Mut zur Luecke – dann klappt es auch. 😉

  4. Wie publik wurde, die Energieentlastung kommt nicht.
    Als Ausgleich für die CO2 Abgabe sollte jeder Bundesbürger einen festen Betrag erhalten. Wer Energie einspart sollte einen Gewinn dadurch haben.
    Soweit die Theorie.
    Die Abgabe wurde erhöht, der Ausgleich wäre nicht zu finanzieren. Ergebnis: Der Staat kassiert, das Versprechen wird gebrochen.
    Habek hat mit dieser Kombination geworben, sie gefordert. Nun kommt das Vorhaben als Betrug daher.
    Vertrauen in die Politik? Eher nein, man hat die Dreistigkeit übertrieben.
    Nachdem man nun auch noch auf eine Klage gegen Scheuer verzichtet, kommt die Frage auf, wer oder was Demokratie und Rechtsstaat tatsächlich gefährdet.
    Man könnte auch die Abstimmung bezüglich Enteignung in Berlin anführen, aber auch noch vieles andere.
    Wird der Staat unzuverlässig, wird es auch der Bürger. Demokratie lebt vom Vertrauen. Ist das immer weniger gegeben, muß man mit den Konsequenzen leben. Die einschlägigen Umfragen sprechen da ein klares Urteil.
    Es ist durchaus möglich, daß demokratische, rechtsstaatliche Strukturen gerade abgebaut werden. Die Gefahr kommt von innen, nicht von außen.
    Vollmundige Versprechen wie: Sollte die USA bei der Finanzierung der Ukraine ausfallen wird Deutschland/EU diesen Posten übernehmen, sind nicht geeignet Plausibilität darzustellen. Man bedenke, wie gerade der Haushalt zusammengflickt wurde mit der Option, die Militärhilfe für die Ukraine auszulagern damit die Rechnung vermeintlich aufgeht.
    Kürzungen im Sozialbereich dringen ebenfalls so langsam durch. Zuschuß für die Rentenkassen, kommende Einsparungen beim Bürgergeld, Streichung von Bonusgeldern für Fortbildung………
    Der Wert des sozialen Friedens wird geringer eingeschätzt und das könnte unangenehme Folgen haben.

    • «Der Wert des sozialen Friedens wird geringer eingeschätzt und das könnte unangenehme Folgen haben.»

      Nun, ich will Ihnen die Hoffnung ja nicht nehmen, aber die Spaltung der Gesellschaft hat bisher immer gut funktioniert. Man denke nur mal an die Krisen der letzten Jahre – Fluechtlinge, Corona, Klima, Ukraine, jetzt mal wieder das «Buergergeld» – arm gegen aermer… Dazu noch der ganze «Woken»-Quatsch (schwarz/weiss, alt/jung, Maenner/Frauen, die Genderei…)

      Und «das Volk», auf das so mancher setzt, ist auch nur eine Konstruktion.

      • Ja, bisher funktioniert das.
        Die Nebenwirkungen sind allerdings die AFD, immer stärkere Zweifel an Demokratie usw.
        Man kennt ja die Beispiele in anderen Ländern. Diese sind teilweise so drastisch, daß man sie hier nicht haben möchte. Aber wenn der bisherige Weg fortgesetzt wird könnten wir dort landen.
        Wenn man Geld braucht sollte man es da holen, wo es weitgehend leistungslos anfällt. Davor hat man zuviel Angst bzw die, die diese Vorgehensweise beschließen könnten gehören selbst dazu.
        Man kann nicht sagen, dem Bürgergeldempfänger streicht man 50 Euro und den Vermögenden gibt man zum Hauskauf noch 30.000 oder mehr dazu, die das Haus dann zum überteuerten Preis vermieten.
        Nennt man landläufig Umverteilung.
        10 Euro nach unten, 20 nach oben. Solidarität? Lachen erlaubt.
        Waren da nicht 3.000 Euro für jeden Abgeordneten wegen Inflation oder Energie? Reichen 8.000 bis 10.000 Euro Monatsgehalt nicht dafür? Wieso reicht es einem der z.B.3.000 mehr oder weniger verdient?

          • Ich denke auch, dass man einfach nicht darum herumkommt, leistungslose Einkommen (und hohe Vermögen) zu besteuern. Deutschland hatte ja mal eine Vermögenssteuer. Die als Steuerparadies geltende Schweiz hat eine Vermögenssteuer.

            Der Schatzmeister des Wagenknecht-Vereins, Ralph Suikat, ist übrigens ein Reicher, der meint, Reiche sollten mehr Steuern zahlen. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil er ein «Selfmade-Mann» ist, dessen Vermögen aus dem Aufbau und Verkauf eines Unternehmens stammt.

          • Nehmen wir mal die Spekulationsgewinne. Dadurch werden die Preise hochgetrieben, auch in Bereichen die zum Schaden für die Gesamtgesellschaft führen. Lebensmittelspekulation z.B. fürht zu Hunger in armen Ländern und kann durchaus mit einer gewissen Zahl an Toten in Verbindung gebracht werden.
            Extreme Kapitalansammlung wäre eine Möglichkeit einzugreifen, um für die Gesellschaft Vermögen abzuschöpfen.
            Ob das über Steuern geschieht oder höhere Löhne für die, die das Vermögen erarbeiten wäre eine Frage an die Fachleute. Auch Preisobergrenzen könnte man evtl. ins Auge fassen.
            Dabei geht es nicht per se um die reine Vermögensabschöpfung, sondern auch um Gerechtigkeit. Diese ist sehr wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
            Es wird immer diskutiert, über eine Minderheit die beim Bürgergeld das System ausnützt. Aber weniger, daß Super Reiche dem System viel mehr schaden und dabei noch als erfolgreiche Unternehmer gefeiert werden.
            Es gibt Berufe in denen man knapp 2000 Euro brutto verdient und trotzdem abends KO ist mit keiner Aussicht auf eine Rente die zum Leben ausreicht.
            Scholz meinte, er gehört mit einem Haushaltseinkommen von 30.000 bis 35.000 nicht zum gehobenen Mittelstand. Nun ja, da scheint auch der Realismus etwas verloren gegangen zu sein.
            Es geht nicht darum, Gutverdienende zu schröpfen die ihr Geld erarbeiten. Mehr um Gerechtigkeit und die Sinnlosigkeit von hohen Millionen- und Milliardenvermögen, wenn gleichzeitig für elementare Dinge kein Geld vorhanden ist.

            • Wenn man daran denkt, daß die Arbeitnehmer schon ihren Arbeitsplatz bei Intel mit 10 Milliarden Euro kaufen, haben wir eine gewaltige Schieflage erreicht.
              10 Milliarden ins Bildungssystem wären nachhaltiger gewesen.
              Es gibt viele Beispiele bei denen Kapital verbrannt wird, das man nicht bei den Reichsten wieder einsammelt.
              Asozial kann man auch als Vermögender sein, nur wird es nicht so benannt.

            • Ja, Steuern auf Spekulationsgewinne (Ich wuerde das ja gleich ganz verbieten. Geht aber wohl nicht in diesem System.), Spitzensteuersatz deutlich anheben und Vermoegensssteuer koennte schon was bringen. Staatlich verordnete Preisobergrenzen sind im Kapitalismus wohl eher schwierig durchzusetzen.

              «Es wird immer diskutiert, über eine Minderheit die beim Bürgergeld das System ausnützt. Aber weniger, daß Super Reiche dem System…»

              Ja, aber dass machen eben auch die, die selber weniger gut verdienen trotz harter Arbeit. Das ist eben das Problem.

              • «Staatlich verordnete Preisobergrenzen sind im Kapitalismus wohl eher schwierig durchzusetzen.»
                Gibt es teilweise. Mietobergrenzen bei Erhöhungen, aber nur bei Altverträgen. Preisbindung bei Büchern.
                Aber so richtig durchschlagend und sinnvoll ist wenig da.
                Es gibt aber keinen Hinderungsgrund,auch im Kapitalismus Übertreibungen zu verhindern.

                Wenn «Kleine» so etwas machen liegt das schon im Bereich der Notwehr und zusätzlich wird es ja ungestraft vorgemacht. Von Leuten die es nicht notwendig hätten. Die auch gar nichts davon haben.
                Denn ob eine Jacht jetzt 10 Millionen oder 500 Millionen kostet……..
                Streiche ich einer Alleinerziehenden 50 Euro kann es schon für die Miete nicht mehr reichen oder gute Bücher für das Kind. Da geht es sofort an die Substanz.
                Volkswirtschaftlich ist es auch interessant, wenn jemand sein gesamtes Geld hier ausgeben muß gegenüber jemanden, der eine Villa in Florida kauft.
                Und wie immer, der Ärmere finanziert den Reichtum der Vermögenden.
                Reiche kann es nur geben wenn es viele Ärmere gibt.
                Mit Überstunden ist noch keiner Milliardär geworden.

      • «Und «das Volk», auf das so mancher setzt, ist auch nur eine Konstruktion.»

        Stimmt.

        Andererseits: «Eine revolutionäre Situation entsteht dadurch, dass die Regierenden nicht mehr so weiter können wie bisher und die Regierten nicht mehr so weiter wollen» (verkürzte Form eines Arguments von Lenin)

        Sind wird davon wirklich noch so weit entfernt?

        Biehlen ist das Nachbardorf des Dorfs, in dem meine Eltern wohnen. Dort hängen Gummistiefel an den Ortseingangsschildern. Das scheint derzeit auf dem Land ein deutschlandweites Phänomen zu sein. Mancherorts wurden sogar Galgen aufgestellt, an denen eine Ampel hängt.

        Der Bauernverband ist gegen die Galgen. Die Polizei prüft, ob so etwas gegen das geltende Recht verstößt. Ich missbillige die Drastik dieser Meinungsäußerung. Allerdings denke ich auch, dass es Rechtsbeugung wäre, Leute zu verfolgen, die solche Galgen aufgestellt haben. Die Symbolik richtet sich nicht gegen einzelne Politiker, sondern gegen eine Koalition und deren Politik.

        Diese Regierung muss weg. Das ist auch meine Meinung. Die einzelnen Personen mögen menschlich in Ordnung sein. Zusammen als Regierung sind sie ein Verhängnis. Ich frage mich, welche analytischen und strategischen Fähigkeiten Leute haben, die das noch anders sehen.

        • «Diese Regierung muss weg.»

          Kein Einwand. Aber die Alternative ist eben auch nicht wirklich besser – so oder so.

          «Sind wird davon wirklich noch so weit entfernt?»

          Weiss nicht. Aber wenn schon, wird es keine irgendwie leninistisch-sozialistisch-kommunistische Revolution, sondern Buergerkrieg. Und dass das nochmal so glimpflich ausgeht wie in der DDR von 1989 halte ich fuer unwahrscheinlich. Ich fuerchte, dann werden wohl auch nicht nur Ampeln an den Galgen haengen.

          «Zusammen als Regierung sind sie ein Verhängnis. Ich frage mich, welche analytischen und strategischen Fähigkeiten Leute haben, die das noch anders sehen.»

          Och› da hab› ich auch eins: (Kenn› Sie auch.)

          https://www.youtube.com/watch?v=N-ck2t1G31I

          • «Aber die Alternative ist eben auch nicht wirklich besser – so oder so.»

            Das ist richtig. Aber wenn man im Sommer, vor den Wahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg, eine vorgezogene Bundestagswahl ausrichtet, kauft man wenigstens noch einmal Zeit, in der eine akzeptable Alternative aufgebaut werden kann.

            Wenn die nächste Bundestagswahl zum geplanten Termin stattfindet, könnte die Situation danach sehr schwierig werden.

            Das gilt sogar unabhängig davon, ob es die Nationale Front dann noch einmal schafft. Es gibt jetzt schon Leute (im Osten), die nicht ins Schema der üblichen Verschwörungstheoretiker passen und daran glauben, dass bei Landrats- und Bürgermeisterwahlen mit sehr aussichstreichen AfD-Kandidaten mit den Briefwahlstimmen gemogelt wird. Es gibt wohl auch YouTube-Videos, die das verbreiten.

            • «…wenigstens noch einmal Zeit, in der eine akzeptable Alternative aufgebaut werden kann.»

              Sie denken da wohl eher an Wagenknecht statt an Maaszen.

              Tja, dann bekommen wir wohl eher eine CDU-gefuehrte Ampelregierung (viell. sogar Minderheitsregierung) als eine echte Alternative. Nehme nicht an, dass die Sa(h)ra(h) dann zusammen mit der Alice das Ruder uebernehmen wird. (Was ganz privat geht, geht oeffentlich noch lange nicht.)

              Die Sachsenwahl koennte tatsaechlich kompliziert werden.

              https://www.n-tv.de/politik/Wie-realistisch-ist-der-grosse-Wahl-Knall-in-Sachsen-article24586395.html

              «Wenn die nächste Bundestagswahl zum geplanten Termin stattfindet, könnte die Situation danach sehr schwierig werden.»

              Ich sehe da zumindest noch die Moeglichkeit, dass es gar nicht erst an einer zweifelhaften Briefwahl scheitern kann. Parteiverbot (muesste doch ausreichen, wenn der VS in drei Bundeslaendern, die als gesichert rechtsextrem bewertet). Oder man macht’s wie bei Trump: Gibt bestimmt Verbindungen unter den paar Hanseln die den Reichstag stuermen wollten und der AfD.

              Das Einfachste ist natuerlich, man schliesst sich zu einem Buendnis aller «demokratischen» Parteien und Organisationen zusammen und tritt so auch zur Wahl an. Da gibt’s auch keine unliebsamen Ueberraschungen, dass da der eine oder andere an der 5%-Huerde scheitern wuerde. Andere Moeglichkeit (aber unguenstiger) man legt die Huerde niedriger (viell. 1 %). Muesste man dann eben den Bundestag vergroessern.

              Nordhausen: Merkwuerdig ist das schon, dass aus knapp 20 % Vorsprung dann knapp 10 % Rueckstand werden. Aber die Briefwaehler sind eben immer mal zu Ueberraschungen gut. Da scheint die Demokratie zu funktionieren.

              (Sorry, dass ich mich oefters mal wiederhole. War ja vorher bei anderen Beitraegen.)

              • «Sie denken da wohl eher an Wagenknecht statt an Maaszen.»

                Ja, aber Wagenknecht allein reicht nicht. Diese Partei braucht noch mindestens einen mögliche Koalitionspartner. Ich sehe unter den etablierten Parteien derzeit keine, die für eine Koalition mit der Wagenknecht-Partei in Frage käme. Eine Maaßen-Partei könnte, je nach Zuschnitt, in Frage kommen. Sie würde sich ja wohl deutlich von der AfD absetzen.

                Ich denke nicht, dass die etablierten Parteien reformfähig sind und ich denke auch nicht, dass sie in unreformiertem Zustand dieses Land angesichts der zukünftigen Anforderungen noch lange regieren können. Kein geeignetes Personal, keine innere Einigkeit, keine etablierten Prozesse, um externen Sachverstand zu nutzen. Ideologische Positionen, die angesichts der Realität unhaltbar geworden sind. Kein Wille, auf die finanziellen Herausforderungen mit einer grundlegenden Inventur zu antworten – und das wäre dringend nötig. Kein realistisches außenpolitisches Konzept, auch keines für die Zukunft der EU.

                Die Ampel-Parteien versuchen, sich durch panisches Paddeln irgendwie über Wasser zu halten. Ich denke nicht, dass die Union besser aussehen würde, wenn sie die Regierungsverantwortung übernehmen würde, zumal sie ja mindestens einen der Unglücksraben in eine Koalition holen müsste, eher zwei davon.

                • «Eine Maaßen-Partei könnte, je nach Zuschnitt, in Frage kommen.»

                  Na eher als Koalitionspartner fuer die AfD. Allerdings denke ich das Potential ist weitgehend erschoepft (bei 23% bundesweit) – zumindest im Westen unseres bluehenden Landes.

                  Bei BSW muss man erstmal sehen, ob die dann tatsaechlich so viele waehlen. Und der Zulauf wird wohl auch nur von Enttaeuschten aus der «Linken» und entaeuschten Linken, die ihr Kreuz zuvor bei der AfD gemacht haben, kommen. Vielleicht noch paar aus der SPD und Nichtwaehler zurueck. (Nicht wirkl. signifikant.) Guenen-/FDP-Wechsler dann wohl eher kaum.

                  Na gut, wie sagt der «Kollege» immer (zu selten hier, darum Name nicht vorraetig):

                  Spekulatius. Man wird sehen.

                  • Das sehe ich anders. Die Ampel-Parteien befinden sich doch alle jetzt schon im Sinkflug, ohne dass die Union voll davon profitiert. Da die Probleme sich weiter verschärfen werden, wird das auch so bleiben. Und irgendwo müssen die Wähler ja hin. Es ist nicht mehr so, wie in der Kokon-Zeit, als die Leute dann einfach nicht mehr wählen gegangen sind. Damals ging es ihnen gut. Jetzt wissen die meisten, dass es so nicht weitergehen kann.

                    • «Es ist nicht mehr so, wie in der Kokon-Zeit, als die Leute dann einfach nicht mehr wählen gegangen sind.»

                      Denke doch. Zumindest im Westen wuerde ein Grossteil keine AfD waehlen. (Fragen Sie den Albatros.) Sahra Wagenknecht kennt man noch von der Linken, aeltere Semester sogar von der «Kommunistischen Plattform». Einmal Kommunist – immer Kommunist. Da ist man eher skeptisch.

                      Und die BTW werden im «Westen» entschieden.

                      Huebscher Song uebrigens. Kannte ich noch gar nicht.

                    • Nun ja.

                      Wahlen in Bayern am 8. Oktober: AfD + Freie Wähler 30.4%

                      Umfrage Baden-Württemberg vom 27. September: AfD 20%

                      Umfrage Berlin 18. Oktober: AfD 15% (SPD 15%)

                      Umfrage Hamburg 1. November: AfD 14%

                      Wahl Hessen 8. Oktober: AfD 18.4%

                      Umfrage Niedersachsen 18. November: AfD 18%

                      Umfrage NRW 5. November: AfD 14% (SPD 18%)

                      Umfrage Rheinland-Pfalz 2. November: AfD 17%

                      einzig Saarland, aber uralte Umfrage vom 23. März: AfD 8%

                      Umfrage Schleswig-Holstein 15. November: AfD 12% (SPD 15%)

                      Das war alles vor dem Dezember-Debakel der Ampel-Koalition und den Teuerungen 2024

                    • Das ist richtig, die freien Waehler hatte ich tatsaechlich nicht in der Rechnung. (Dummer Fehler – sehr aergerlich.) Die sind ja auch so frei, dass die sich einfach der Nationalen Front nicht anschliessen. (Pirna)

                      Allerdings die Reichweite ist dann doch begrenzt.

                      Neueste Umfrage (nach dem Dezember-Debakel)

                      https://dawum.de/Bundestag/

                      Die grosse Unbekannte ist das BSW. Allerdings bestaetigt mir der letzte reisserische Artikel, den ich aus dem Netz zerren konnte, meine Vermutungen:

                      https://www.derwesten.de/politik/wagenknecht-afd-partei-umfrage-sahra-z-l-id300694625.html

                      Gerade noch einen gefunden. Na was denn nu? (Die im Westen sind echt bekloppt.)

                      https://www.derwesten.de/politik/wagenknecht-partei-afd-umfrage-bsw-id300756189.html

                      Nun ja, wir werden sehen… (sprach der/ die Blinde und ging ins Kino)

                    • @nerazzurra

                      Der Artikel zum BSW und der AfD im Westen (Ihr zweites Link) hat eine Umfrage-Grafik, ob sich Leser vorstellen könnten, das BSW bzw. die daraus hervorgehende Partei zu wählen. Man sieht die Ergebnisse, wenn man sich selbst entscheidet. 51% der Leser können sich das vorstellen. So weit zur Stabilität des Zuspruchs der etablierten Parteien.

                      Ih drittes und letztes Link ist unseriös. Da stehen so Sätze wie:

                      «Laut dem aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer seines Instituts [Forsa] geben „nicht mehr als 3 Prozent“ der Befragten an, dass sie „die Wagenknecht-Partei auf jeden Fall wählen“ wollen. Und das ist schon das maximale Wählerpotenzial!»

                      Das ist völlig unlogisch. Die Antwort «auf jeden Fall wählen» ist offensichtlich nicht das «maximale Wählerpotential». Die weitere Kategorien werden nich angegeben und man muss das als Absicht betrachten.

                      Schaut man den Originalartikel in der «Berliner Zeitung» an, auf den sich «Der Westen» bezieht, so findet man, dass 75% der Wähler das BSW politisch noch nicht einordnen können. Das wird sich nach der Parteigründung wohl ändern.

                      Uebrigens wünschten sich in der letzten Forsa-Umfrage 46% Neuwahlen (48% waren dagegen). Das war am 22. November. Mein Annahme ist, dass sich die Mehrheit inzwischen gedreht hat.

                    • «Man sieht die Ergebnisse, wenn man sich selbst entscheidet. 51% der Leser können sich das vorstellen.»
                      (Ich glaube die Befragung ist schon abgeschlossen. Jedenfalls kann ich die Ergebnisse auch so sehen. Oder hatte ich die Sichtbarkeit durch mein daemliches verklicken ausgeloest? (Der Zeiger schlug nach rechts aus, und es gab noch weitere Fragen.)

                      Wie dem auch sei, vorstellen kann man sich ja bekanntlich vieles…

                      «Ih(r) drittes und letztes Link ist unseriös.» Na ja, ich halte die ganze Zeitung fuer nicht unbedingt vertrauenswuerdig. Allein die grossen Buchstaben erinnern doch irgendwie an das Skandalblaettchen, das nach wie vor am meisten gekauft wird. (Waere es kostenlos, haette ich auch lieber die «Berliner Zeitung» gelesen und event. verlinkt.)

                      «…dass 75% der Wähler das BSW politisch noch nicht einordnen können. Das wird sich nach der Parteigründung wohl ändern.»

                      Denke ich auch. Warum sich das aber nach der Parteigruendung aendern sollte, erschliesst sich mir nicht.

                      Warum ich weniger optimistisch bin, das das BSW den grossen Knalleffekt erzeugt, begruendet sich aus den BT-Wahlen der „Linken“ (und deren Vorgaenger) seit 1990. Das einzige Mal, wo die die 10 %-Marke nicht gerissen hatten, war 2009 – und das war wg. der rot/gruenen Politik (Agenda 2010/ Schroeder/ Abspaltung WASG / Vereinigung mit der WASG, blablabla…). Und meiner Meinung war das das Optimum.
                      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/368864/umfrage/stimmenanteile-der-linken-bei-den-bundestagswahlen/

                      Das neue Buendnis wird aber hauptsaechlich aus deren Waehlerschaft gewaehlt und dann eben auch von denen die mit zusammengebissenen Zaehnen beim letzten Mal die AfD gewaehlt hatten oder gar nicht.

                      Also meine Prognose BTW: 6 % (Man will ja nicht gleich das Schlimmste vermuten.)

                      Nur damit koennen die dann eben genauso wenig bewegen und bewirken wie die «Linke» all› die ganzen Jahre zuvor.

                    • @Nerazzurra

                      «Warum sich das aber nach der Parteigruendung aendern sollte, erschliesst sich mir nicht.»

                      Weil die Partei dann versuchen wird, ihre Programmatik bekanntzumachen. Einige Medien wwerden versuchen, das zu boykottieren, weil es aber auflagensteigernd ist, wird diese Blockade keine allgemeine sein (und die öffentlich-rechtlichen dürfen sich eigentlich nicht an der Blockade beeiligen).

                    • Ich glaube die die waehlen wollen, werden sich da nicht wirklich mit dem Programm im Detail beschaeftigen. Die wichtigsten Punkte kennen sie ja schon jetzt (oder auch nicht).

                      Man sieht die als irgendwie linke Alternative zur AfD (mit Schnittpunkten) – und das war’s.

                    • «Man sieht die als irgendwie linke Alternative zur AfD»

                      Ja schon, aber bevor man in Umfragen angibt, dass man die wählen wird, müssen die sich schon äussern.

                      80% misstrauen der Regierung. Reichlich 20% werfen sich deshalb der AfD an den Hals. Das wird noch zunehmen. Wenn sich weitere 25% bei Wagenknecht sammeln, war’s das für die bisherige politische Verfassung der Bundesrepublik.

                    • «Wenn sich weitere 25% bei Wagenknecht sammeln…»

                      Es waere ja schoen, aber die Realitaet wird anders aussehen.

                      Ich kenne diese ueberzogene Erwartung schon von frueheren Wahlen sowohl aus der linken als auch aus der rechten Ecke aus ziemlicher Naehe. Die Enttaeuschung war danach riesig.

                  • Habeck hat seine weiteren Verschärfungen wie z.B. Bauvorschriften gestrichen, Böllerverbot wurde nicht weiter thematisiert usw. Das zeigt, die Regierung befürchtet, «jetzt wird es kritisch». Es IST kritisch.
                    Weitere Fehlschläge könnten ernste Folgen haben. Im Umfeld sehe ich, es brodelt. Sollte es einen Vorreiter geben, könnte es hochkochen.

                    • Ja, es brodelt. Die Gummistiefel an den Ortseingangsschildern sind ein ernstes Zeichen. In Frankreich wir gern mal protestiert und dann beruhigt sich die Situation wieder. Ehe in Deutschland die Bauern ausrasten, braucht es viel.

              • «Parteiverbot»

                Wissen Sie, was ich im September 1989 gesagt habe, als die DDR-Oberen die brillante Idee hatten, auch noch die Grenze zur Tschechoslowakei zu schließen?

                «Wenn in einem Topf das Wasser zu kochen beginnt, ist es eine schlechte Idee, den Deckel fest draufzuschrauben.»

                Ein AfD-Verbot wäre von ähnlicher Qualität (ein Ausschluss Trumps von den Präsidentschaftswahlen in den USA auch). In der DDR ging das damals noch gewaltlos ab. Darauf würde ich bei einem AfD-Verbot bei einer sehr miesen Stimmung im Land nicht wetten und bei einem Trump-Verbot schon gar nicht. Speziell in Deutschland, vermutlich auch in den USA, sollte man nicht unterschätzen, auf welcher Seite die Sicherheitskräfte instinktiv stehen würden, wenn es zum Showdown käme.

          • Ein Generalstreik ist es noch nicht gerade. Wenn allerdings ein weitflächiger Bahnstreik mit Straßenblockaden durch Traktoren auf einen Tag fällt, käme der Effekt einem Generalstreik doch ziemlich nahe.

            Persönlich bin ich der Meinung, dass die Situation zwar verfahren ist, aber bei Weitem keinen Generalstreik erfordert oder rechtfertigt. Andererseits: Wenn die Landwirte am 8. Januar mit Traktoren demonstrieren wollen, sollten sie das aus meiner Sicht tun dürfen. Solange sie nicht verbotenerweise damit auf die Autobahn fahren, ist es keine revolutionäre Aktion, sondern durch das Demonstrationsrecht gedeckt.

  5. Relativ sicher bin ich mir, daß 2024 recht turbulent wird. Parteien, Regierung, national wie international, neue Regelungen, Preise, ….es brechen zudem viele Themenfelder auf, die bisher kaum in Erscheinung getreten sind.
    Jeden 2. Tag Zeitung zu lesen wird wohl genügen, es wäre auch so schon genug.
    Ich vermute mal, es wird eine stärkere Radikalität, aber auch einen Rückzug ins Private geben. Viele werden überfordert sein durch den fehlenden Handlungsspielraum. Bürgerentscheide könnten helfen. Selbst wenn ein Problem nicht beseitigt werden kann, alleine die Mitsprache kann zur Beruhigung oder einem Konsens führen. Davor scheut man zurück, da es eine Machtteilung zur Folge hätte. Ebenso würde man ein Versagen einräumen müssen.
    Es sieht nach systematischen Fehlern aus, die nach einer gewissen Zeit zu Krisen führen. Ob in der Politik oder Wirtschaft.
    Ist ein Feld betroffen, mag das zu handhaben sein. Zur Zeit haben wir aber ein breites Spektrum das die Gefahr birgt, eine recht große Krise zu werden.
    Da auch außerhalb Deutschlands, außerhalb der EU viele Brüche zu sehen sind, kann sich einiges hochschaukeln das sich auch noch unserem Einfluß entzieht.
    Die letzten 2-3 Jahre sind für vieles entscheidend gewesen, man kann sich fragen wieso. Es gibt natürlich auch Probleme mit längerer Vorlaufzeit.

    Daß der Staat in finanzielle Schieflage gerät beeinflußt nun viele Bereiche. Hier liegt soziale Sprengkraft, da der Staat versucht dieses Geld beim Bürger zu generieren, der in Teilen kaum noch weiter belastet werden kann.

    Wer steht noch hinter unserer Regierung?
    Die Bevölkerung mehrheitlich nicht, ebenso die Wirtschaft. Selbst die FDP kann mit harten Vorschlägen nicht mehr punkten. Will sogar eine Mitgliederbefragung bezüglich einem Ausstieg aus der Koalition. Eine schlechte Ausgangslage für die Bewältigung einer Krise.
    Vielleicht muß man einfach auf den Zufall warten, mit Planung haben wir gerade schlechte Erfahrungen gemacht.

    • «Bürgerentscheide könnten helfen. Selbst wenn ein Problem nicht beseitigt werden kann, alleine die Mitsprache kann zur Beruhigung oder einem Konsens führen.»

      Ich denke, das wird zur Stabilisierung wirklich nötig sein. In der Schweiz funktioniert es im Großen und Ganzen sehr gut. Die Politiker bekommen Feedback, das sie dringend brauchen und die unterlegene Seite weiß wenigstens, dass sie eben eine Bevölkerungsmehrheit gegen sich hatte.

      Das Argument mit dem Unwillen der Politiker, Macht abzugeben, würde ich verstehen, wenn die Politiker einen Plan hätten. Aber bei dem konfusen Hühnerhaufen, den wir gegenwärtig haben, wirkt dieses Argument eher lächerlich. Die scheinen allerdings zu glauben, sie hätten einen Plan, der nur daran scheitert, dass sie «von der Realität umzingelt» sind.

    • Nachrichten und Entscheidungen 2023:
      Ein verworrenes Heizungsgesetz das hohe Kosten verursacht.

      Rücknahme der Energiepreisbremse

      Gaststätten wieder auf 19% MwSt.

      Kürzung für Fortbildung.

      Bürgergeld unter Inflation, Einsparungen in Zukunft geplant.

      Hohe Kosten für Ukraineflüchtlinge, auch durch Leistungen über dem Niveau von anderen Flüchtlingen und Einheimischen.

      3.000 Euro extra für Abgeordnete als Inflationsausgleich. Weniger Verdienende betrifft die Inflation ja nicht.

      Gaza Krieg

      Ukraine Krieg mit hohen Kosten.

      100 Milliarden für die Bundeswehr, überraschenderweise sollen davon Militärhilfen für die Ukraine abgezweigt werden.

      Lebensmittel und Mieten auf Rekordniveau.

      10 Milliarden für Intel, aber auch einige Milliarden an andere Konzerne als Subvention.

      Wohnungsneubau bricht ein.

      Straßen, Brücken schwer sanierungsbedürftig.

      Der Bundeshaushalt notdürftig zusammengeflickt.

      Ahrtal, schnelle und unbürokratische Hilfe?

      Bundesbahn, eine Katastrophe.

      Einige Betriebe wandern wegen der Energiewende bzw Preisen ab.

      Bürokratieabbau hat verstärkte Bürokratie zur Folge.

      AFD auf Höchststand.

      Gebäudedämmung/Nebenarbeiten für viele kaum oder gar nicht zu bezahlen.

      Lieferkettenprobleme, Materialmangel, hohe Preise.

      Pisa, ein Reinfall.

      Lehrermangel.

      Sicher habe ich einiges vergessen. Auch unterscheiden sich die Punkte in Qualität und Quantität.
      Die schiere Menge sorgt für Gereiztheit in der Bevölkerung und das Wissen, die Regierung kommt nicht damit klar und arbeitet kaum etwas davon ab.
      Die Geldabflüsse für Sonderausgaben haben ein zu hohes Niveau erreicht, das hätte man erkennen können.
      Scheuer mit seinen 500 bzw 250 Millionen ist da schon ein kleinerer Posten. Konsequenzen: Keine.
      Die Beschwichtigungen in den Neujahrsreden kann man erahnen. Glaubhaft werden sie nicht sein.
      Daß es in der Bevölkerung brodelt sollte keinen überraschen.
      Einige der genannten Punkte werden auch im neuen Jahr eher an Brisanz gewinnen.
      Ein Nebenschauplatz ist die Jagd auf Leute, die entweder etwas vermeintlich Falsches oder sogar gar nichts sagten.
      Der eine ist rechtslastig, der andere Kommunist, da ist ein Antisemit, das ist sexistisch usw.
      Hier und da stimmt das schon, aber eine Übertreibung ist ebenso festzustellen.
      Insgesamt vermute ich eine gesteigerte Aggressivität im nächsten Jahr, die Leute sind unter Druck und orientierungslos.
      Da erfahrungsgemäß bei jedem Einzelnen, genau so wie beim Staat, jedes Jahr neue Problemfelder entstehen ist es unabdingbar, Ballast loszuwerden. Das heißt, manches MUSS erledigt werden, damit der Berg nicht weiter anwächst.

      • Da kennen Sie die Rede von «Uns-Olaf» noch nicht (und der izi auch nicht):

        Bericht darueber bei allen MSM (oder direkt in voller Laenge im Spiegel oder Mediathek):

        Die Europäische Union mache Deutschland stark, genau wie die Einsicht, dass jede und jeder in unserem Land gebraucht werde – die Spitzen-Forscherin genauso wie der Altenpfleger, die Polizistin genauso wie der Paketbote, die Rentnerin genauso wie der junge Auszubildende. «Wenn wir uns das klarmachen, wenn wir uns gegenseitig mit diesem Respekt begegnen, dann brauchen wir keine Angst zu haben vor der Zukunft!»

      • «Bürokratieabbau hat verstärkte Bürokratie zur Folge.»

        Mein Stromanbieter wollte den Zaehlerstand online mitgeteilt. Aus einer Minute wurden Stunden – ohne das Eingabefeld gefunden zu haben. Dasselbe bei meiner Firma – eintragen ins Mitarbeiterportal wg. elektron. Uebermittlung von Lohnrechnung, Urlaubsantrag usw. Nicht gefunden.

        Gönntsch bleede wern!

  6. «Israels Finanzminister Bezalel Smotrich setzt sich für eine israelische Wiederbesiedlung des Gazastreifens nach dem Krieg ein. Der rechtsextreme Politiker sagte am Sonntag dem israelischen Armeesender, wenn Israel richtig vorgehe, werde es eine Abwanderung von Palästinensern geben, »und wir werden im Gazastreifen leben«.

    »Wir werden keine Situation erlauben, in der dort zwei Millionen Menschen leben. Wenn in Gaza 100.000 bis 200.000 Araber leben, wird die Diskussion über den Tag danach eine ganz andere sein.« Er fügte demnach hinzu: »Sie wollen gehen, sie leben seit 75 Jahren in einem Ghetto und in Leid.«

    https://www.spiegel.de/ausland/gaza-israelischer-minister-bezalel-smotrich-will-gazastreifen-mit-israelis-wiederbesiedeln-a-75cee872-9829-4f3b-98c7-5be6978189ff

    Überrascht mich jetzt nicht, solche Aussagen oder Vorhaben waren zu erwarten. Immerhin sagt nun auch ein Israeli, die Palästinenser leben in einem Ghetto.
    Einer Anschuldigung als Antisemit könnte ich damit entgehen.

  7. Nicht üerraschend, eher erwartet:

    https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.israel-demonstranten-fordern-rueckkehr-juedischer-siedler-in-gazastreifen.b3e5d9ca-0a3b-428e-aa49-b409f0964e4d.html

    https://www.sueddeutsche.de/politik/israel-krieg-news-liveticker-gazastreifen-1.6337698

    Deportieren wollen auch andere, sogar Minister.

    War das der Plan? Einen Grund hat man leicht gefunden. Wir sind einverstanden. Falls doch nicht wäre es auch irrelevant.

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